Gegen Menschenhandel: Türkei errichtet Mauer an Grenze zu Syrien


 

Al-Qaida-Mitglieder , Flüchtlinge und Schmuggler konnten die türkisch-syrische Grenze bisher problemlos überqueren. Doch damit macht Ankara Schluss. Die Erdoğan-Regierung möchte den Mauer-Bau an der Grenze zu Syrien massiv vorantreiben.

Mauer zwischen Türkei und Syrien

Die türkische Regierung baut ihr Mauer-System an der Grenze zu Syrien aus. Den Ausbau begründet sie mit verschärften Einreise- und Ausreisekontrollen. Illegale Flüchtlinge, Schmuggler und die Bedrohung durch Al-Qaida-Terroristen bereiten den Behörden Kopfzerbrechen. Die Grenzgebiete bergen ein großes soziales- und sicherheitspolitisches Potenzial in sich. Doch daran ist auch die verfehlte Syrien-Politik der Türkei Schuld.

Denn in den vergangenen Jahren hat Ankara eine Politik der offenen Tür betrieben. Hunderttausende Syrer wurden unkontrolliert in das Land gelassen. Die Türken im Grenzgebiet zweifeln an der Effektivität der Mauer. „Die großen Schmuggler können ohnehin nicht gestoppt werden. Die haben spezielle Vereinbarungen“, zitiert Reuters einen Bürger aus dem türkischen Grenzdorf Bükülmez. Der wolle von Reuters nicht namentlich genannt werden, weil er selbst Menschen-Schmuggler sei.

Doch die Erdoğan-Regierung hält am Mauerbau-Vorhaben fest. So wurde in der südlichen Provinz Hatay mittlerweile eine portable Betonmauer errichtet. Die Betonmauer besteht aus drei Meter langen Einzelstücken und wurde unweit des türkisch-syrischen Grenzdorfes Kuşaklı errichtet, um die illegalen Grenzübertritte einzudämmen. Am Ende soll sie gut 1200 Meter lang werden und insgesamt neun Tonnen wiegen. Neu ist diese Vorgehensweise nicht. Eine ähnliche Mauer wurde bereits in der syrischen Grenzstadt Atmer eingesetzt.

In diesem Januar wurde eine weitere Mauer in der südöstlichen Provinz Gaziantep errichtet, um die Menschen an der illegalen Umgehung der Checkpoints zu hindern. Eine Anlage zwischen Nusaybin und Qamischli führte im vergangenen Oktober allerdings zu Protesten auf beiden Seiten der Grenze. Schließlich trat der Bürgermeister von Şırnak sogar in einen Hungerstreik.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/06/gegen-menschenhandel-tuerkei-errichtet-mauer-an-grenze-zu-syrien/

.

Gruß an die Mauerbauer

TA KI

Werbeanzeigen

Zukünftig(!!) kein Brandbeschleiniger mehr in Coca Cola “ Powerade“


 

Der US-Konzern Coca Cola will künftig kein bromiertes Pflanzenöl mehr in seine Getränke mischen. Das ist überfällig: Die Chemikalie wird auch als feuerhemmendes Mittel in Polstermöbeln verarbeitet.

Coca-Cola-To-Remove-BVO-From-Powerade-Sports-Drinks

Liebhaber von bromiertem Pflanzenöl müssen jetzt ganz stark sein. Konnten sie bislang noch für ihre kulinarische Vorliebe in die USA fliegen, verschwindet die Chemikalie nun auch dort aus den Getränkeregalen. Doch Spaß beiseite: Die Geschichte ist tatsächlich wahr.

Der Softdrinkhersteller Coca Cola mischt bislang in einige seiner Getränke bromiertes Pflanzenöl, kurz BVO. Die Chemikalie wird unter anderem auch als feuerhemmendes Mittel genutzt. Man findet es in Polstermöbeln und in feuerfester Kleidung.

Weil das weder besonders gesund ist noch sich appetitlich anhört, ist BVO in Lebensmitteln in der Europäischen Union verboten. In den USA dagegen mixte Coca Cola den Brandentschleuniger bislang in seine Energiedrinks der Marke Powerade sowie in Fanta und einige andere Zitronen- und Orangenlimonaden. Damit soll jetzt Schluss sein. Der umstrittene Zusatzstoff werde weltweit aus den Produkten des Unternehmens entfernt, teilte Coca Cola mit. Die Änderung betrifft die USA, Kanada und Lateinamerika. Bis zum Ende des Jahres soll die Chemikalie aus allen Drinks verschwinden.

Der Coca-Cola-Konkurrent PepsiCo hatte den umstrittenen Zusatzstoff schon im vergangenen Jahr aus seinem Energiedrink Gatorade verbannt. Damals hatte sich Coca Cola noch gesträubt, die Chemikalie aus seinem Sortiment zu verbannen.

Bromiertes Pflanzenöl ist in geringer Dosierung von der US-Lebensmittelbehörde FDA in Getränken zugelassen. Genau genommen wird es seit 1977 von der FDA als „vorübergehend zugelassen“ gelistet.

Brom sammelt sich im Körper an

 

Coca Cola verwendet BVO, um Aromastoffe gleichmäßig in dem Getränk zu verteilen. Studien zufolge können sich die bromierten Pflanzenöle im Körper sammeln und werden durch die Muttermilch übertragen.

Es gibt Hinweise darauf, dass sie zu Fruchtbarkeitsproblemen führen können, die Pubertät frühzeitiger einleiten, neurologische Schäden verursachen können und die Schilddrüsenhormone verändern.

Eine andere Studie belegte schon 1971, dass Briten damals durchschnittlich höhere Brom-Werte aufwiesen als Deutsche und Niederländer. Zu dieser Zeit war bromiertes Pflanzenöl in Großbritannien noch erlaubt, in Deutschland und den Niederlanden dagegen schon verboten.

Auch Einzelfälle weisen darauf hin, dass es nicht unbedingt gesund ist, Brandentschleuniger zu trinken. 1997 wurde ein Mann ins Klinikum der Universität Kalifornien eingeliefert. Er litt an Gedächtnisverlust, Zittern, Müdigkeit, Verlust der Muskelkoordination, Kopfschmerzen und einer Augenlidlähmung.

Die Ärzte stellten eine ernste Brom-Vergiftung bei ihm fest. Er hatte vorher über einen langen Zeitraum täglich zwei bis vier Liter Softdrinks getrunken, die mit BVO versetzt waren.

17-Jährige startete Petition

 

Dass so etwas in den USA hoffentlich künftig nicht mehr passiert, ist Sarah Kavanagh zu verdanken: Der 17-jährige Teenager aus Mississippi hatte in einer Online-Petition gefordert, BVO aus den Energy-Drinks Powerade und Gatorade zu entfernen. Das Mädchen argumentierte, das Energiegetränk werde schließlich für Sportler hergestellt, die sich damit etwas Gutes tun wollten.

Eine solche Chemikalie sei aber doch das Gegenteil von gesundheitsfördernd. Die Online-Petition gegen Powerade fand mehr als 59.000 Unterstützer, die gegen Gatorade dagegen sogar mehr als 200.000.

Während in der EU Verbraucherschützer schon lange empfindlich auf solche Zusatzstoffe reagieren, waren die Amerikaner lange schmerzfrei. Zuletzt formt sich aber auch in den USA immer häufiger Widerstand gegen unnötige Chemikalien in Lebensmitteln. Anfang des Jahres beugte sich beispielsweise die Fastfood-Kette Subway dem öffentlichen Druck, Azodicarbonamid aus seinen Broten zu verbannen.

Der Zusatzstoff wird unter anderem auch verwendet, um Yoga-Matten herzustellen. Auch hier war es eine Online-Petition, der den Konzern zum Einlenken zwang. Subway rühmt sich, die gesunde Alternative unter den US-Fastfood-Ketten zu sein.

Gesund sind die Powerade-Getränke übrigens auch ohne bromiertes Pflanzenöl nicht. Es befinden sich immer noch genug Kalorien, Farbstoffe und Zucker in den knallbunten Getränken. Coca Cola teilte mit, den Brandentschleuniger BVO durch einen anderen Emulgator ersetzen zu wollen. Er trägt den hübschen Namen Saccharoseacetatisobutyrat.

Bei Twitter äußerten sich viele Verbraucher schockiert, die wohl erst jetzt von den Brandentschleunigern in den Limonaden erfahren hatten. Einige reagierten auch mit Zynismus: „Ihr habt es so gewollt, aber beschwert euch später nicht, wenn euer Sauer-Melonen-Powerade in Flammen aufgeht.“

.

Quelle:http://www.welt.de/wirtschaft/article127692400/Coca-Cola-nimmt-Chemikalie-aus-seiner-Rezeptur.html

Gruß an die „Allessäufer“

TA KI

.

 

 

Der Informationsweltkrieg


Мировая информационная война

Der Informationsweltkrieg

Quelle: http://rusnod.ru/news/theme4148.html vom 04.05.14

Übersetzt von Irina Snatschok

Der Mitarbeiter der NOD-Redaktion, Alexander, diskutiert mit dem italienischen Journalisten und Politiker Giuletto Chiesa über die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen Rußland und dem Westen.

 

jzd5zd83i3

Ist die aktuelle Verschlechterung der Beziehungen Russlands und Westens eine vorübergehende Erscheinung oder wird sie für eine lange Zeit anhalten? Mit welchen Methoden versucht man uns zur Gehorsamkeit zu bringen? Sind wir ausreichend entschlossen und flexibel genug, dem zu widerstehen? Die Antworten auf diese Fragen suchen wir zusammen mit Giulietto Chiesa*, dem italienischen Journalisten und den Politiker zu finden.

Rußlandfeindliche Haltung auf Bestellung

– Vor kurzem las ich ein Material, in dem die Autorin bemerkte, daß sich bei ihr die Empfindung herausbildet, daß die amerikanischen Journalisten, Kommentatoren und die Politiker speziell mit Wörterbüchern und Nachschlagewerken auf der Suche sind, immer ausgefallenere Vokabeln auszugraben, um speziell Putin zu beleidigen. Und wie ist das in Italien?
– Wir sind ein Kolonialland. Bei uns wiederholt hauptsächlich all jenes, was man auf Englisch schreibt und sagt. Das begann nicht gestern.
Aber ich muß sagen, daß ich in meiner Karriere als Journalist niemals so etwas sah, wie es jetzt zu erleben ist. Die Betrachtungsweise der ukrainischen Ereignisse hat alle vorigen Grenzen überschritten. Sogar bei der Sowjetunion gab es ein solches Niveau der Verfälschung, der Entstellung der Information nicht. Bis zu einer solchen Niederträchtigkeit kam es niemals. Ausnahmslos alle Kanäle des Fernsehens, alle Funkstationen, alle Zeitschriften und die Zeitungen schreiben einmütig: Rußland ist der Aggressor. Wladimir Putin persönlich ist in den Reihen « der gefährlichen Diktatoren »: Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Gadaffi, Bashar al-Аssad, schon aufgeführt.  Das heißt, er ist schon der Koloniallandfeind. Nicht  einfach der politische Gegner, sondern der persönliche Feind. Der Diktator. Freilich, verwendet man noch nicht das Attribut „blutig“, jedoch in einigen Monaten wird man das ergänzen. Es ist ein Chor, ein einmütiger Chor, der sich sogar für mich als Überraschung herausgestellt hat.

– Dmitry dе Koschko, ein Veteran der französischen Journalistik russischer Herkunft, hat mir erzählt, dass er die Mißgunst gegenüber Russland auch persönlich beginnt zu spüren. Und wie fühlen Sie sich?
– Ich habe das Web-Fernsehen, « Pandora TV » gegründet, auf dem ich laut Vereinbarung mit dem Kanal Russia Today, dessen englischsprachige Materialien verwende. Das war in den letzten zwei Monaten der einzige TV-Kanal, ich betone – der einzige von den Massenmedien, der eine objektive Einschätzung der Information gab. Und vor etwa zwei Tagen erfolgte der erste persönliche Angriff auf mich, der durch die unabhängige Oppositionszeitung « Fato Kotid‘enе » erfolgte: Chiesa arbeitet für Putin, er entstellt die Realität und bekommt Geld dafür. Das ist schon keine Kritik meiner Worte mehr, sondern die Anschuldigung besteht darin, dass ich « ein Feind des italienischen Volkes » sei. Was die Bevölkerung betrifft, so habe ich den Eindruck, daß die Stimmung viel weniger Russenfeindlichkeit aufweist, als nach den Massenmedien zu erwarten wäre. Kurz vor unserem Gespräch trat ich im Norden Italiens, in Bergamo auf, wo mir etwa 400 Menschen zuhörten. Die Leute waren verwundert, als sie meine Beschreibung der Situation hörten. Hören und wundern sich. Aber niemand sprach mit mir in feindseligem Ton. Aber wenn Du die Zeitungen liest, den Fernseher einschaltest, ist es völlig anders. Es ist einfach ein Schüren von Russenangst.
– Ich stellte mehrmals fest, daß wenn in Rußland oder in Zusammenhang mit Rußland in der Welt irgendwelche wichtigen Ereignisse geschehen – sei es die Vertreibung der Jelzingetreuen aus dem Parlament im Oktober 1993, oder die georgischen Ereignisse im August 2008, oder jetzt in der Ukraine – wird der Pluralismus in den westlichen Medien beendet und amerikanischen, englischen, französischen und, deutschen Medien beginnen einträchtig, einen und den selben Satz der Thesen, in der Regel sogar mit Tatsachen, die nicht bewiesen sind, zu wiederholen. Welche Mechanismen liegen einer solchen Koordination zugrunde?

– Das Wesentliche ist, daß im Westen unter dem Deckmantel die Journalistik die Armee der Propagandisten geschaffen worden ist. Es sind die Millionen von Menschen, die ein Gehalt bekommen, von dem sie  leben. Dort sind viele Leute wissend, aber wenn das Problem ernst wird, entschlüsseln sie sofort, was man sagen muß. Die Journalisten verstehen, daß die Situation gefährlich ist – vor allem für ihre eigenen Taschen – und die Freiheit wird in bestimmten Themen beendet. Dafür sind die Weisungen von oben gar nicht notwendig. Wenn über das nicht formale „Zentrum“ gesprochen wird, so besteht es aus den Zeitungen « New York Times», « Washington Post », dem Fernsehsender CNN, der britischen Nachrichtenagentur “ Reuter “ und der amerikanischen « Associated Press ». Das sind diese fünf „Zentren“, die den Ton für die ganze Weltpresse angeben. Alle anderen Versionen werden marginal. Hier hat Russland in alle diesen Jahren einen großen strategischen Fehler gemacht. Ihre Führer haben nicht verstanden, daß im Westen keine Stimme existiert, der den Standpunkt Russlands nahe bringen könnte. Das fehlt vollständig. Wir haben keine alternative Version der Ereignisse aus der Sicht Russlands. Es gibt kein Fernsehen, es gibt keine Zeitungen, es gibt kein solches Instrumentarium. Oder sie sind unbedeutend. Da ergibt es sich eben, dass alle 60 Millionen Italiener im Laufe von zwei Monaten der Entwicklung der ukrainischen Krise nur eine Stimme hörten.
Gefährlich wird es, wenn die Politiker beginnen, der eigenen Propaganda zu glauben.

– Die Bürger verschiedener Länder vermuten nicht selten, dass ihre Führer Unsinn daherreden, aber dabei scheint es ihnen, dass die staatlichen Personen über irgendwelches höchstes, den einfachen Sterblichen unzugängliches Wissen verfügen, weshalb sie geneigt sind, ihnen zu vertrauen. Gibt es ein solches « sakrales Wissen »?
– Nein. Ich kenne viele Abgeordneten des italienischen Parlamentes, kluge und gebildete Leute. Das ist nicht die Mehrheit, sondern die Minderheit. So etwas gibt es bei ihnen nicht.. Und bei den übrigen fehlt sogar das elementare Verständnis vollständig. Sie wissen, zum Beispiel nicht, dass in der Ukraine 10 Millionen Russisch Sprechende, fast 20 % der Bevölkerung, leben. Wie können sie richtige Beschlüsse annehmen? Sie lesen dieselben Zeitungen und sehen dieselben Fernsehkanäle, die der Mensch von der Straße sieht, und bekommen von dort die Information. Zwei Tage vor dem Sturz von Janukowitsch traf ich mich im Cafe mit 3 Abgeordneten und 2 Senatoren von der oppositionellen Bewegung « Fünf Sterne » , eine ganz neue Partei, die im letzen Jahr 25 Prozente der Wählerstimmen erhielt und 173 neue Senatoren und Abgeordnete in das Parlament gebracht hat. Das bedeutet, es sind Leute von der Straße, die sich plötzlich als Gesetzgeber eingefunden haben. Als ich auf deren Fragen über die Ukraine antwortete, sahen sie mich an, als ob ich vom Mars käme. Ihr habt die Zusammenstöße auf dem Maidan gesehen, aber das italienische Publikum sah diese größtenteils nicht.
Wie viele Abgeordnete des italienischen Parlamentes wissen, daß 53 % des russischen Gases durch die Rohrleitungen über die Ukraine geht? Fast niemand. Als ich begann, über diese Sache zu erzählen, waren sie verwundert. Und wenn ich gesagt habe, dass die Amerikaner jetzt die Ukraine ergreifen und dadurch die Kontrolle über das Gasventil bekommen, wußte dort aber niemand von ihnen etwas darüber, daß der Beintritt der Ukraine zur NATO nahe liegt. Einer von ihnen hat gesagt, wenn die Situation so ist, möchten wir dich zum Zuhören in die Kommission des Senates für Auswärtige Angelegenheiten einladen. Auf diese Einladung warte ich bis jetzt. Ich war Abgeordneter des Europäischen Parlamentes im Jahre 2008, als der Krieg Georgiens gegen Südossetien stattfand. Die Mehrheit von meinen Kollegen wußte nicht, wo sich Georgien befindet. Sie kannten die Existenz Südossetiens, Abchasiens nicht. Wie  können sie entscheiden, wie können sie Maßnahmen ergreifen, wenn sie die elementaren Dinge nicht wissen.
Doch nehmen wir Obama. Ich will nicht beleidigend sein, aber das intellektuelle Niveau jener Leute, die Obama Ratschlage erteilen, ist so niedrig, dass sie überhaupt nicht bewerten können, was Putin bewegt, oder die reale politische Situation in Russland richtig verstehen, geschweige denn jene in der Ukraine. Frau Nuland (Stv. des Staatssekretärs in Angelegenheiten Europas – Red.) ist ein unbedeutender Mensch. Sie weiß nichts, sie sagt vollkommen sinnlose Sachen. Vor 20 Jahren hätte sich eine solche Persönlichkeit auf der Ebene eines stellvertretenden Ministers für auswärtige Angelegenheiten Amerikas niemals durchgesetzt. Ich bin überzeugt, daß auch die Hälfte der amerikanischen Senatoren nur mit Mühe weiß, wo sich die Krim befindet.
– Obama, ist allgemein gesprochen, kein böser oder dummer Mensch. Kann es sein, wenn er einen intensiven Kontakt mit Putin pflegen würde, daß es letzterem gelingen könnte, ihm alles zu erklären und der amerikanische Präsident seine Politik in Übereinstimmung mit der Realität bringen würde?
– Erstens, wird es ihnen an der Zeit fehlen. Es ist ein 7-Tages- Seminar hier nötig. Aber auch danach, was würde Obama tun? Er würde zu seinen Leuten zurückkehren und dorthin gehen, wo ihm diktiert wird. Obama steuert die Situation nicht. Er hat eine riesige Vollmacht, aber ich denke, dass die Mehrheit der Ereignisse an ihm vorbeigeht. Somit ist es naiv damit zu rechnen, daß Putin ihn überzeugen kann. Da sind die verschiedenen Ebenen der intellektuellen Fähigkeiten der Politiker.
Je schwächer Amerika ist, desto böswilliger wird es.
– Bei uns wird besonders über die Sanktionen, die der Westen uns wegen der Ukraine auferlegt, diskutiert. Viele rechnen damit, daß die Welt zum « kalten Krieg » zurückkehrt. Andere sagen, dass « der kalte Krieg » nur eine Episode im Kampf Westens gegen Russland war. Und, nachdem die  UdSSR aufgegeben wurde, begann hier bereits ein noch härterer « warmer Krieg » gegen Russland an. Jetzt ist er in eine neue Phase getreten. Ist das auch Ihre Meinung?
– Ich denke, dass es eine neue Phase ist. Der Vergleich mit dem « kalten Krieg » ist falsch. Der Unterschied liegt nicht nur darin, dass die Sowjetunion der reale politische Gegner war. Damals war Amerika stark. Jetzt geschieht etwas vollkommen anderes. Die amerikanische Vorherrschaft wurde beendet. Der Kaiser gibt immer noch Befehle aus, aber die Empfänger – in erster Linie Russland und China – lehnen es ab diese zu erfüllen. Es ist das Ende des Imperiums eben. Amerika ist heute schwach, befindet sich in der Gefahr, daß es seine Schulden nicht bezahlen kann. Und Russland ist unbegrenzter Spielraum, es ist Energie, es sind die Naturschätze für dreihundert Jahre Zukunft. Dabei denken die Amerikaner – beim gegenwärtigen intellektuellen Niveau – dass sie die Bedingungen immer noch diktieren können. Deshalb gehe ich davon aus, dass Amerika jetzt viel gefährlicher ist.
Sie attackieren euch in der Ukraine. Putin befindet sich in einer schwierigen Situation und ich denke, daß er eine solche Entwicklung der Ereignisse nicht erwartete hat. Aber gleichzeitig gibt Putin offenbar schon das deutliche Signal – wir werden nicht zurückweichen. Und die Amerikaner reagieren darauf so: Das bedeutet, wir werden Euch zerbrechen. Es ist schon nicht mehr « der kalte Krieg », der erste Schritt zum « heißen Krieg » ist getan. Ich denke, eine solche Situation zu unterschätzen wäre sehr gefährlich. Die Rückkehr zu den früheren ruhigen Beziehungen mit Amerika wird es nicht geben. Dies ist der Anfang einer gigantischen globalen Krise.
– Ende 1990 haben Sie das Buch geschrieben « Lebe wohl, Russland! ». Es war Ihre Ablehnung des neuen Landes, das, wie Sie sagen, anerkannte, sich selbst besieget zu haben, um kolonialisiert zu werden. Jetzt hoffe ich, Sie verabschieden sich nicht mehr von Russland?
– Jetzt gibt es mir eine bestimmte Hoffnung, weil ich sehe, daß Rußland versteht, das Staatsoberhaupt Rußlands versteht, mehr darf man nicht zurückweichen, sonst hat man keinen Platz. Denn wenn ihr zurückweicht, so werdet ihr zerstört, persönlich und physisch. Deshalb zum ersten Mal in den letzten 30 Jahren gibt es Widerstand, den realen Widerstand. Ich gehe davon aus, daß es sehr wichtig ist, weil es in drei – vier Jahren zu spät sein wird.
Ich hoffe, daß Russland in diesem Widerstand nicht einsam bleiben wird. Wenn China auf der Szene erscheint, wird der Widerstand noch stärker sein. Die übrigen Riesen können die schwergewichtige Rolle noch nicht spielen – ich meine Indien, Brasilien, obwohl sie schon geneigt sind, gegen Amerika aufzustehen, es fehlt ihnen aber noch an Stärke, ihre Kräfte reichen noch nicht aus. Aber die Zeit spielt jetzt für Russland, erstens, und zweitens für China. Deshalb eine solche Frage: Ist Europa schon endgültig verloren?
Vor wem fürchtet sich Europa? Und wie würden Sie selbst diese Frage beantworten
– In Europa ist jetzt eine antieuropäische Bündnisbewegung auf der rechten Flanke erschienen. Marine Le Pen in Frankreich, die Euroskeptiker in anderen Ländern. Ich werde etwas widersprüchlich sagen, daß dies negative Erscheinungen sind. Wir lassen zu, morgen gewinnt Frau Le Pen die Wahlen und Frankreich tritt aus der EU aus. Ich gehe davon aus, daß diese Abschwächung Europas aber zugunsten Amerikas erfolgt. Ein zerstückeltes Europa wird nichts selbständig machen. Und ich denke, daß es im Gegenteil für Russland und für Europa außerordentlich wichtig wäre, Europa nicht zu zerbrechen, sondern die Voraussetzungen für die große strategische Allianz zu schaffen. Und ich rechne, dass der Angriff auf die Ukraine gleichzeitig ein Schlag gegen Russland und gegen Europa ist. Um Europa zu schwächen und unter die Protektion Amerikas zurückzubekommen. Deshalb hätte ich vorgezogen, ein Europa zu sehen, das aus dieser Krise erscheint und zum ersten Mal in der modernen Geschichte beginnt selbständig zu denken. Aber jetzt befindet sich Europa in einer solchen Situation, in der die rechten Kräfte Europa zerbrechen wollen, und andere Kräfte, die ein demokratisches Europa schaffen wollten, sehr zersplittert und getrennt sind. Deshalb wird im Europarlament, das im Mai gewählt werden wird, die sehr kleine Gruppe der Leute, die zu überlegen in dieser Richtung fähig sind, nicht mehr 10 % betragen.
– Das europäische Bündnis heute – der mächtige Block, im Prinzip, sowohl ökonomisch als auch politisch fähig mit den Vereinigten Staaten zu wetteifern. Was fürchtet es? Doch nicht etwa die russische Bedrohung …

– Praktisch hängt ganze Finanzstruktur Europas von den Vereinigten Staaten Amerikas ab. Die City (das weltumfassende Finanzzentrum in London – Red.) ist eine Stütze Amerikas in Europa. Die Wallstreet und die City haben alle europäischen Finanzriesen Amerika untergeordnet. Das erklärt, warum der Kanzler Deutschlands Frau Merkel‘ so offensichtlich für Amerika arbeitet, trotz der Unzufriedenheit aller großen deutschen Warenproduzenten. Der Kapitalismus in Westen wurde hundertprozentig in den Finanzkapitalismus umgewandelt. Diejenigen, die Maschinen herstellen, sei es sogar «Mercedes» und «Volkswagen», bestimmen die Situation nicht mehr. Die Situation bestimmen die Finanzstrukturen.
Europa – was kann es entscheiden? Das europäische Parlament ist im Wesentlichen nicht bevollmächtigt, Beschlüsse anzunehmen. Und die „Triade“, oder die „Drei“ – der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die Eurokommission – drei Strukturen, die niemand wählte. Eine dieser Strukturen ist sogar nicht europäisch. Der Internationale Währungsfonds ist Amerika, im Wesentlichen. Die Zentralbank Europas ist  ein amerikanisches „Goldman Sachs“, G. P. Morgan, « Bank оf Amerika », deutsch ist « Deutsche Bank », französisch « Pari Ba», und schweizerisch « Union de Credite Suisse ». Das ist die Macht. Europa in den Händen der großen Finanzkreise. Das erklärt alles, was vor sich geht.

 

* Giulietto Chiesa
Italienischer Journalist und Europaabgeordneter, der in den 70er Jahren eine wichtige Rolle innerhalb der KPI (wurde 1991 aufgelöst)spielte. Danach arbeitete er als Korrespondent für L’Unita und La Stampa in Moskau. Er hat zahlreiche Bücher über diese Zeit geschrieben. Seine Tätigkeit in Moskau endete im Jahre 2000 .2004 wurde er Mitglied des Europaparlamentes, zunächst als Mitglied der Allianz der Liberalen und Demokraten, später dann der Sozialdemokratischen Partei Europas. Schreibt für Zeitungen und Magazine in Italien, Europa, Rußland und Amerika.

 

…Danke an Irina Snatschok

.

Gruß an die Marionetten

TA KI

 

 

 

Wie die Sojalüge- die Milchlüge entstehen ließ


Soja ist gesund? Von wegen: Die Hülsenfrucht hat auch eine dunkle Seite – sie kann Potenz, Penis und Familienplanung durcheinanderbringen

Soja Sojaluege

Neueste Forschungen lassen vermuten, dass Soja für Männer alles andere als gesund ist. Wir sprachen mit Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer („Lexikon der populären Ernährungsirrtümer„, Piper, um 11 Euro) und gehen dem Sojawahnsinn auf den Grund:

1.  Warum wurde Soja so populär?

Udo Pollmer: Weil die Amerikaner die Sojabohne brauchten, um ihre riesigen Maisfelder mit Stickstoff-Dünger zu versorgen. Später hat man die Bohnen geerntet und das Öl mit Leichtbenzin extrahiert. Dabei bleiben riesige Mengen an Eiweiß übrig! Daraus haben sie zunächst robuste Kunststoffe hergestellt, Autokarosserien und Kloschüsseln. Im zweiten Weltkrieg ersetzte die Chemische Industrie das Sojaeiweiß durch Erdöl. Dann haben sie notgedrungen das Eiweiß an ihre Schweine verfüttert. So ist es bis heute geblieben. Die Agenturen der Sojaindustrie haben später in großen Kampagnen dem Publikum Stories von der asiatischen Wunderpflanze erzählt. Damit wollten sie für ihre Reststoffe zahlungskräftigere Kunden gewinnen.

2.  Die Geschichte vom chinesischen Prinzen, der vor Jahrtausenden die Sojamilch erfunden haben soll, stimmt also nicht?

Udo Pollmer: Was glauben Sie denn, wo die Sojamilch herkommt? Aus einem Land in dem man Milchprodukte zum Kotzen findet? Die meisten ekeln sich dort vor Käse – das ist für die ein verdorbenes Körpersekret. Viele Chinesen vertragen als Erwachsene auch keine Milch. Deshalb schwadronieren hiesige Vertreter der TCM (traditionelle Chinesische Medizin), die Milch sei „ungesund“, weil „verschleimt“. Ja – in China! Unsere Vorfahren haben ja auch keine Imitate für chinesische Spezialitäten entwickelt wie faule Enteneier.

Sie sehen, die Produkte aus Soja, die Milch und Milchprodukte ersetzen sollen, sind wohl eher ein Werk des Westens. Hier in Europa war Soja in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die Wunderbohne schlechthin – aber nicht in Asien. Es ist sicher kein Zufall, dass die erste Sojawurst von einem Deutschen erfunden wurde. Es war Konrad Adenauer, der spätere Kanzler der Republik. Er bekam darauf sogar ein Patent zugesprochen. Grund für seine Erfindung: Er wollte die Not der Menschen in Kriegszeiten lindern, er wollte endlich eine Wurst „mit Friedensgeschmack“.

3.  Was ist so gefährlich an Soja, vor allem für Männer?

Udo Pollmer: Nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen und vor allem Kinder ist Sojaeiweiß problematisch. Denken Sie nur an die vielen Allergien, die Soja mittlerweile verursacht. Dabei kommt es häufig zu Kreuzallergien – namentlich mit Milch! Schuld daran sind diverse Stoffe im Eiweiß, mit der sich die Sojabohne eigentlich gegen ihre Fressfeinde schützt. Für die Allergien sind sogenannte Enzyminhibitoren verantwortlich – Stoffe, die eigentlich die Verdauung ausbremsen sollen – aber auch Allergien auslösen. Im Soja-Schweinefutter werden die vorher extra durch eine aufwendige Heißextrusion inaktiviert.

Oder die Phytoöstrogene. Das sind sozusagen weibliche Sexualhormone – die Pille für den Mann. Deshalb leiden Sojaesser häufiger unter Unfruchtbarkeit. Ach ja, Soja dämpft auch die Libido. Meine Herren, wenn Ihre Partnerin Sojafrikadellen vorsetzt, dann hat sie vermutlich die Familienplanung abgeschlossen – zumindest mit Ihnen.

Untersuchungen an Affen ergaben schwere Verhaltensstörungen bei den Jungtieren – dabei hatten sie nicht mehr davon gefressen als Kinder an Hormonen aufnehmen, die mit Sojamilch gefüttert werden. Schweinemäster kennen die Probleme ja aus dem Stall. Senkt man den Sojaanteil, normalisiert sich das Verhalten der Tiere wieder.

4.  Was meinen Sie damit?

Udo Pollmer: In den Ställen geht es vor allem ums Schwanzbeißen, das ist sehr schmerzhaft und kann auch erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen.

5.  Und was soll das jetzt für den Menschen heißen?

Udo Pollmer: Keine Ahnung, aber wer Sojafleisch in den Mund nimmt …

6. Was ist mit dem Fleisch von Schweinen, die mit Soja gefüttert wurden. Nehmen wir da jetzt auch Sojahormone auf?

Udo Pollmer: Die Tiere scheiden die Hormone ja wieder aus, das reichert sich nicht im Schinken an.

7.  Aber in Asien spielt Soja schon länger in der Küche eine Rolle als bei uns im Stall?

Udo Pollmer: Ja, vor allem in Form von Sojasoße. Und das schon seit langer Zeit. Das erfordert eine aufwendige Fermentation. Warum wohl? Selbst die berühmten Sojasprossen beim „Chinesen um die Ecke“ sind meistens Mungobohnen. Worum es mir geht, ist nicht das Sojaöl, oder die Sojasoße, oder irgendwelche asiatischen Spezialitäten, sondern speziell das in Deutschland populäre Sojaeiweiß beziehungsweise Sojafleisch.

8.  Ist denn wenigstens auf die Wirkung Verlass?

Udo Pollmer: Nicht mal das. Sie hängt davon ab, wie viele Abwehrstoffe die Sojabohne zum Erntezeitpunkt enthielt. Und das hängt wiederum von der Sorte und den Umweltbedingungen ab. Eine Strategie dieser Pflanzengruppe besteht darin, Fraßfeinde mit Hormonen an der Vermehrung zu hindern. Manche bilden vor allem dann Hormone, wenn nur wenig Saatgut gebildet wird. Einfach damit das Bisschen nicht auch noch weggefressen wird. Bei reichhaltiger Ernte bleibt immer genug übrig. Und die Vögel, die das aufpicken, verlieren auch mal was und die Fraßfeinde verbreiten die Pflanze. Bei der Sojabohne gibt es viele Einflußfaktoren, noch dazu ist die analytische Bestimmung dieser Hormone schwierig, da es viele verschiedene gibt und auch noch ein erheblicher Anteil in gebundener Form vorliegt. Die „gebundenen“ Hormone werden erst vom menschlichen Verdauungstrakt freigesetzt und aktiviert.

Hülsenfrüchte sind grundsätzlich gut „bewaffnet“. Einfach deshalb, weil sie reich an Eiweiß sind. Das bedeutet wiederum, dass sie in der Tierwelt begehrt sind. Deshalb müssen sie sich mit fiesen Tricks wehren. Erst wenn der Mensch die Gifte gezielt rauszüchtet, können wir das essen. Deshalb gibt’s auch beim Getreide Probleme. Nicht umsonst gibt es seit jeher Müller und Bäcker: Durch Abtrennen der Schale und Fermentation des Teiges wird daraus ein nahrhaftes Produkt – und das seit Jahrtausenden. Das blähende Vollkornzeug ist eine Erfindung der Neuzeit und stammt aus denselben Quellen wie der Sojaeiweiß-Hype.

9.  Sind alle Soja-Produkte genmanipuliert?

Udo Pollmer: Die Genmanipulation ist hier doch gar nicht relevant, es sei denn man erhöht die Gehalte an Hormonen oder Enzyminhibitoren – beispielsweise um Pflanzen „resistenter“ zu machen.

Die meisten ahnen ja gar nicht, wie früher „gezüchtet“ wurde. Bevor die Gentechnik kam, wurden unsere Nahrungspflanzen im Atomkraftwerk manipuliert. Im Reaktor wurden neue Gene gebastelt. Die Produkte mit den künstlichen Genen nehmen heute wir mit jeder Mahlzeit auf – aber niemand stört sich daran. Um eine Vorstellung von dieser „Mutationszüchtung“ zu bekommen: Man brachte ein paar Säcke Weizen zum Reaktor und beschoss ihn dort mit Strahlen. Dabei wurden Gene buchstäblich in Stücke geschossen. Dadurch entstand neuartiges Erbgut. Dann wurde der Weizen ausgesät. Unter Hunderttausenden von genveränderten Pflanzen suchten Fachleute sich die paar Halme heraus, die neue, interessante Eigenschaften versprachen. Deren neuartige Gene wurden dann bei Bedarf in unsere Sorten eingekreuzt. Der Rest wurde einfach untergepflügt. Gesundheitliche Prüfungen gibt es bei dieser Züchtungsform bis heute nicht. Dank der Kritik an der Gentechnik gewinnt die Atomenergie in der Züchtung wieder an Bedeutung. Gratuliere! Währenddessen mummelt die Kundschaft „genfreies Sojafleisch“. Das ist doch alles nur noch zum Totlachen!

.

Quelle: http://www.menshealth.de/food/gesunde-lebensmittel/die-sojaluege.249701.htm

.

.

___________________________________________________________________________________________________________________________________________

Die Soja Lüge / Soja = Sondergiftmüll

Die angeblich „gesundheitsfördernden“ Eigenschaften der Sojabohne sind eine Erfindung und Lüge des monströsen U.S.-Agrobusiness, eine skrupellose Marketing-Strategie der gigantischen Gentech-Industrie (Monsanto & Co.). Soja und die meisten Produkte sind höchst gesundheitsschädigend bis krebsauslösend!

von Norbert Knobloch

Die Wahrheit hinter der marktschreierischen, an kommerziellen Profit-Interessen orientierten Propaganda für Soja ist die übliche, betrübliche Geschichte von Lug und Betrug, Macht- und Habgier, Korruption und Opportunismus in Wirtschaft und Wissenschaft, Medien und Politik. Hört man die selbsternannten, offenbar inkompetenten und unseriösen oder bezahlten und gekauften „Gesundheits-Experten“ in der Öffentlichkeit und liest man die gleichgeschalteten und zensierten Mainstream-Medien, dann könnte man der verhängnisvollen Täuschung anheim fallen und dem gefährlichen Irrtum unterliegen, die Sojabohne wäre das „beste“, ja „perfekte“ Nahrungsmittel in Gottes grünem Garten. Das ist sie aber leider definitiv nicht – das genaue Gegenteil ist vielmehr der Fall: Soja und die meisten Produkte daraus sind in allerhöchstem Maße gesundheitsschädlich und krebsfördernd oder krebsverursachend!

Die angeblich „gesundheitsfördernden“ Eigenschaften der Sojabohne sind reine Erfindung und eine raffinierte, perfide und skrupellose Marketing-Strategie der gigantischen U.S.-Nahrungsmittel-Industrie: Tatsachen werden vertuscht und verschwiegen, Studien-Ergebnisse unterdrückt und gefälscht. Der Verzehr von Soja-Produkten verursacht Krebs, zerstört die Knochen, behindert die Verdauung, schädigt das Blut, das Hormon-System und das Nerven-System. Japaner und alle Asiaten, die regelmäßig Soja-Produkte verzehren, haben eine stark erhöhte Rate an Krebs-Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse, des Darms und der Leber sowie eine extrem hohe Rate bei Krebs der Schilddrüse.

Die Fakten:

· Soja ist kein natürliches Nahrungsmittel für den Menschen.

· Soja-Protein ist kein komplettes Protein.

· Unfermentierte Soja-Produkte sind unverdaulich und wertlos bis schädlich.

· Industriell verarbeitete Soja-Produkte enthalten mehrere kanzerogene / karzinogene (krebserregende oder krebsauslösende) Substanzen und gesundheitsschädliche Stoffe.

· 90 % (neunzig Prozent) der Welt-Soja-Ernte sind von Monsanto & Co. gentechnisch verändert (ähnlich wie bei Mais und Raps).

 

Soja-Bohnen enthalten eine große Zahl für den Menschen schädlicher Substanzen und Gifte:

 

· ALLERGENE: Soja gehört zu den acht stärksten Nahrungsmittel-Allergenen.

· GOITROGENE: Sie schädigen die Schilddrüse, verursachen eine Unterfunktion der Schilddrüse und können zu Krebs der Schilddrüse führen.

· HÄMAGGLUTININ: Es läßt die roten Blutkörperchen verklumpen („Geldrollen-Krankheit“), fördert Blutgerinnsel sowie Thrombose und Embolien.

· ISOFLAVONE / ISOFLAVONOIDE: (pflanzliche) Phyto-„Östrogene“, die ähnlich wie tierliche / menschliche Hormone wirken und bei Kindern und Jugendlichen zu Entwicklungs-Störungen und Unfruchtbarkeit führen, die Fortpflanzungs-Organe, das Nerven-System und die Schilddrüse schädigen, Schilddrüsen-Unterfunktion, Schilddrüsen-Krebs und bei Frauen Brustkrebs verursachen, fördern oder auslösen können.

· LEKTINE: Sie lassen die roten Blutkörperchen verklumpen („Geldrollen-Krankheit“).

· OXALATE: Sie verhindern die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung in den Organismus und fördern Nierenstein-Bildung und Osteoporose (Knochenbrüchigkeit).

· PHYTATE: Sie verhindern die Aufnahme und Verwertung von Mengen-Elementen (Mineralien wie z. B. Eisen, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Zink u. a.) und führen so indirekt zu Anämie (Blutarmut), Unfruchtbarkeit, Osteoporose und Immun-Schwäche.

· PROTEASE- / TRYPSIN-INHIBITOREN: Sie hemmen die Funktion der eiweißverdauenden Enzyme Protease und Trypsin. Das führt zu Magen-Dysfunktion, Fäulnis- und Gift-Bildung im Darm, chronischer Vergiftung des Blutes und der Lymphe, Überlastung der Bauchspeicheldrüse mit Diabetes und Krebs als möglicher Folge.

· SAPONINE: Sie verbinden sich mit der Galle, stören, behindern oder blockieren die Fett-Verdauung und schädigen die Darm-Schleimhaut (mit chronischer Vergiftung des Blutes und der Lymphe sowie Darmkrebs als Folge); unter best. Umständen tödlich.

Die modernen, industriell gewonnenen Soja-Produkte weisen durch die Herstellungs-Verfahren produktionsbedingte Kanzerogene / Karzinogene (krebserzeugende Stoffe, z. B. Hexan, Nitrosamine und Lysinoalanin) und andere gefährliche, schädliche Substanzen auf, z. B. den Geschmacks-Verstärker Glutamat, das die Nerven schädigt, und Aluminium, einer der Hauptverursacher von Alzheimer. Studien zeigen eine mehr als dreifach erhöhte Rate von Alzheimer und anderen Demenz-Erkrankungen bei regelmäßigem Soja-Verzehr. Eine Studie mit japanischen Männern auf Hawaii beispielsweise ergab, daß schon der wöchentliche Verzehr von nur zwei Portionen Tofu die Entwicklung von Demenz signifikant fördert!1)

Der Aluminium-Gehalt in Säuglings-Nahrung auf Soja-Basis ist zehnmal höher als in Säuglings-Nahrung auf Kuhmilch-Basis und einhundertmal höher als in unverarbeiteter Kuhmilch. Die Werte sind noch viel höher, wenn die Soja-Produkte dehydriert sind. Aluminium, einer der hauptsächlichen Verursacher der Alzheimer-Krankheit, schädigt die sich bildenden Nieren von Säuglingen. Und da die Blut-Hirn-Schranke bei Säuglingen noch nicht ausgebildet ist, schädigt Aluminium aus Nahrungs-Soja auch das Gehirn des Säuglings – der Grundstein für eine spätere Erkrankung an Alzheimer ist gelegt. (Nach Dr. Tim O´Shea)2)

Industriell verarbeitete Soja-Produkte enthalten u. a. die krebserregenden Stoffe Hexan und Lysinoalanin. Sie sind Reaktionsprodukte bzw. Rückstände mehrerer Verarbeitungs-Schritte. Dabei werden die Soja-Bohnen fein vermahlen, das Öl mit der giftigen synthetischen Chemikalie Hexan extrahiert, das Mehl erst in einer Base / Lauge eingeweicht („alkaline soaking“ [„Laugenbad“] genannt) und dann in einer Säure ausgefällt, danach gewaschen, gespült und schließlich getrocknet. Nach jedem Verarbeitungs-Schritt verbleiben giftige Chemikalien-Rückstände in der Masse und sammeln sich mit jedem weiteren Schritt an.3)

Das , ein berüchtigtes Kanzerogen / Karzinogen, ist das Ergebnis der Reaktion des Soja mit der alkalischen Lösung. Das Lösungsmittel Hexan wird von der EPA offiziell als hochtoxische, äußerst schädigende Chemikalie eingestuft, die Krebs, Fehlgeburten, Mißbildungen und Parkinson verursacht. (Prominentestes Parkinson-Opfer: Cassius Clay alias Muhammad Ali, der beste Boxer aller Zeiten und „Sportler des Jahrhunderts“) Ein unabhängiges Labor fand 2009 in Soja-Öl und Soja-Mehl sowie in Kindernahrung und Protein-Riegeln daraus Hexangehalte bis zu 21 ppm (parts per million). Doch die Nahrungsmittel-Industrie ist mächtig, und die korrupt-kriminelle Organisation FDA (Food And Drug Administration) hält weitere Untersuchungen u. Konsequenzen für „überflüssig“!4)

Soja-Bohnen enthalten zwei Phyto-„Östrogene“, die Isoflavone Genistein und Daidzein. Die Wissenschaft weiß seit über einem halben Jahrhundert, daß diese Xeno-Hormone (Fremd-Hormone) negativ auf Tiere und Menschen wirken. Der neuseeländische Toxikologe Dr. Mike Fitzpatrick faßt den Stand zusammen: „Soja-Isoflavone erhöhen das Brustkrebs-Risiko. (…) Soja-Isoflavone stören den menstrualen Zyklus bis zu drei Monate nach ihrer Einnahme. (…) Der Genistein-Gehalt in Nahrungsmitteln kann weibliche Brustzellen stimulieren, den Zellzyklus [die Proliferation / Wucherung] zu beginnen. (…) Es gibt Indizien, daß bei Frauen, die Sojaprotein-Konzentrat essen, die Häufigkeit fokaler epithelialer Hyperplasie [Schleimhaut-Wucherung, eine der gefährlichsten Krebsarten!] zunimmt.“5)

Charlotte Gerson von der Gerson Cancer Clinic konnte in detaillierten Studien nachweisen, daß Genistein noch kanzerogener als Diethylstilbestrol (DES) ist.6) DES ist ein synthetisches Östrogen, das zwischen 1938 und 1971 als Medikament Millionen schwangerer Frauen verschrieben und verabreicht wurde und diesen und ihren Töchtern Tod und unsägliches Elend (Aborte / Fehlgeburten, Mißbildungen, Krebs) brachte. In einem Artikel, der 1997 in der medizinischen Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives erschien, beschrieb Dr. Craig Dees, daß und wie Soja-Isoflavone Brustkrebs bei Frauen auslösen.7)

Soja-Isoflavone schwächen die Schilddrüse, hemmen ihre Funktion und verursachen Schilddrüsen-Krebs. Japanische Forscher fanden in einer groß angelegten Studie heraus, daß der tägliche Verzehr von nur 30 Gramm Soja-Bohnen über eine Dauer von lediglich 90 Tagen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und ihrer Hypertrophie (Vergrößerung, Überwachstum) führt. Einige der Testpersonen entwickelten sogar einen Kropf. (Kropf-Bildung wird also offenbar nicht [nur] von Jod-Mangel ausgelöst!) Dies kehrte sich, wenn der Verzehr von Soja vollständig eingestellt wurde, mit einer gewissen Verzögerung wieder um.8)

Die Hemmung der Schilddrüsen-Funktion durch das Soja-Isoflavon Genistein ist sogar stärker als die durch Medikamente gegen Schilddrüsen-Überfunktion! Genistein und Daidzein sind außerdem Bestandteile der beim kommerziellen Soja-Anbau verwendeten Insektizide…!

Soja enthält wesentlich mehr Phytinsäure als jede Getreideart. Phytinsäure blockiert die Aufnahme essentieller Mengen- und Spuren-Elemente aus der Nahrung in den Organismus und erzeugt Mangelerscheinungen. Einzig eine lange, natürliche Fermentation (Vergärung) reduziert den Gehalt an Phytinsäure sowie an Giften und Enzym-Inhibitoren in Soja deutlich. Die einzigen Soja-Produkte, die nicht nur ungefährlich, sondern sogar gesundheitsfördernd sind, sind die auf originale, traditionelle Weise in monate- bis jahrelanger Fermentation hergestellten Miso, Natto, Tamari und Tempeh. Die meisten in Europa und den U.S.A. käuflichen sind aus Profit-Gründen chemisch-synthetisch in einem Bruchteil der Zeit hergestellt und unwirksam sowie gesundheitsschädlich. Deswegen, wenn möglich, am besten über Verwandte, Freunde und Bekannte direkt aus China und Japan beziehen.

(Tofu ist nach der Traditionellen Chinesischen Medizin [TCM] Nieren-Yang dämpfend; Nieren-Yang aber steht für Sexualität und Vitalität! Und genau deswegen wird es von den chinesischen Besatzern den einfachen Mönchen in tibetischen Klöstern zur Unterdrückung der Libido, Minderung der Lebenskraft und Senkung der Lebenserwartung gegeben!)9)

Soja-Protein ist biologisch kein vollständiges und kein hochwertiges Protein, denn es fehlen ihm die essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren Methionin und Zystin. Zudem ist Soja-Protein schwer bis nicht verdaulich, da es beträchtliche Menge an Enzym-Hemmern (Protease- und Trypsin-Inhibitoren) enthält. Trypsin aber spielt eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Bekämpfung von Krebszellen: Krebszellen sind durch eine Protein-Hülle geschützt und „getarnt“, die sie für das Immun-System unangreifbar und „unsichtbar“ macht; das Pankreas-Enzym Trypsin kann diese Protein-Hülle der Krebszellen auflösen.10)

Nicht genug damit: laut dem GMO-Kompaß, der Online-„Bibel“ für Informationen zu genetisch manipulierten Nahrungsmitteln, sind 91 % (einundneunzig Prozent) der in Nord-Amerika angebauten Soja-Bohnen genetisch modifiziert. Doch nach einer neuen russischen Studie verursacht Gen-Soja bei Hamstern selbst noch in der dritten Generation Sterilität (Unfruchtbarkeit). Und die russische Forscherin Dr. Irina Ermakowa fand im Rahmen einer Studie 2005 heraus, daß über 50 % (fünfzig Prozent) von Ratten-Babies von Muttertieren, die mit Gen-Soja gefüttert worden waren, innerhalb von drei Wochen nach der Geburt starben. Als Dr. Ermakowa ihre Ergebnisse veröffentlichen wollte und weitere Studien ankündigte, brach in ihrem Labor ein Feuer aus, bei dem alle ihre Unterlagen verbrannten…11)

Allein die kriminelle Organisation Monsanto baut in den Vereinigten Staaten auf mehr als 20 Millionen Hektar Gen-Soja an. (In Indien tritt Monsanto unter dem Namen Mahyco auf. Über 90 % der weltweit angebauten gentechnisch veränderten und patentierten Pflanzen werden von Monsanto oder in Monsanto-Lizenz angebaut. Andere Syndikate dieser organisierten Kriminalität sind z. B. DuPont / Pioneer, Dow Chemical, Syngenta, Bayer und BASF.) Gen-Soja ist Sondergiftmüll und wird in Ihrem Organismus deponiert – zu Ihrem Schaden und auf Ihre Kosten sowie zum Profit des transnationalen Agro-Business! Boykottieren Sie deshalb in Ihrem eigenen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interesse die kommerzielle Nahrungsmittel- u. Gentech-Industrie und meiden Sie „die giftige Saat“12) Soja wie die Pest!

1) L. R. White et al., Brain Aging and Midlife Tofu Consumption ; in : Journal of American College of Nutrition, April 2000

2) Ty Bollinger, Krebs verstehen und natürlich heilen, Kopp Verlag, Rottenburg 2011, S. 392; 485

3) Elaine Hollingsworth, Soy – The Abominable Bean; und http://www.camaweb.org/library/nutrition/soy_con.php

4) http://www.naturalnews.com/026303.html ; http://www.doctorsaredangerous.com

5) Dr. Mike Fitzpatrick, Soy Formulas and the Effect on the Thyroid, in: New Zealand Medical Journal, Februar 2000

6) Charlotte Gerson, Gerson Clinic: Cancer Research, 1. Juni 2001, S. 61

7) Dr. Craig Dees, Dietary Estrogens Stimulate Human Breast Cells to Enter the Cell Cycle, in: Environmental Health Perspectives, 1997

8 ) Y. Ishisuki et al., The Effects on the Thyroid Gland of Soybeans Administered Experimentally in Health Subjects, 1991

9) Uwe Karstädt, Das Dreieck des Lebens, Titan Verlag, München 2005, S. 197

10) Norbert Knobloch, Krebs – entartete Stammzelle und asexuelle, ektope Schwangerschaft, in: MAGAZIN 2000plus, Sonderhefte „Medizin“ Nr. 10/293 (Dez. 2010), Nr. 11/298 (April 2011), Nr. 12/302 (August 2011)

11) Ty Bollinger, Krebs verstehen und natürlich heilen, Kopp Verlag, Rottenburg 2011, S. 487

12) Dr. William Wong, Soy: The Poison Seed; http://www.totalityofbeing.com/ArchivedSoyPoison.html

.

Quelle: http://walladoo-limited.com/news/die-soja-luge-sondergiftmull/

.

 

…danke an Denise

Gruß an die Manipulatoren

TA KI

Schlaganfälle bei Kindern bleiben oft unerkannt


Schon Kinder und sogar Ungeborene im Mutterleib kann ein Schlaganfall treffen – nur werden viele Fälle nicht oder sehr spät diagnostiziert. Dabei ist schnelles Behandeln für die Kleinen sehr wichtig.

Von Yuriko Wahl-Immel

Foto: picture-alliance / gms Langfristige Folgen eines Schlaganfalls – bei betroffenen Kindern müssen Lähmungen der Arme oder Beine und Probleme beim Sprechen therapiert werden 

 Lyn ist ein quirliges Mädchen – und ein tapferes. Die Siebenjährige hat in ihrem kurzen Leben bereits rund 50 Behandlungen in mehreren Krankenhäusern hinter sich. Als sie ein Jahr alt war, erlitt sie innerhalb weniger Tage drei Schlaganfälle hintereinander. „Ihre Hand hatte sich damals komisch verkrampft“, erinnert sich ihre Mutter Pea Hollender. Sie fuhren sofort ins Krankenhaus – und wurden dort wieder nach Hause geschickt. „Da wäre wohl am Handgelenk das Radiusköpfchen verrenkt, wurde uns gesagt.“

Erst zehn Tage – und zwei weitere Schlaganfälle – später erfolgte endlich die Diagnose: „Medialer Hirninfarkt, ihre rechte Gehirnhälfte war schon komplett vernarbt.“ Da war wertvolle Zeit aber bereits vertan. Die Konsequenz: Das kleine Mädchen war linksseitig völlig gelähmt. Noch vor drei Jahren saß sie fast bewegungsunfähig im Rollstuhl. „Bis Lyn viereinhalb Jahre alt war, konnte sie nicht laufen, konnte nicht sitzen, die Sprache war ganz weg“, sagt ihre Mutter.

Heute erinnern äußerlich zunächst nur Schienen an Lyns Hand und Bein an diese Zeit. Doch mit den Folgen der drei Schlaganfälle wird das Mädchen zeit seines Lebens zu kämpfen haben. „Gegen die Krampfanfälle braucht Lyn lebenslang Medikamente, die Orthesen müssen regelmäßig angepasst werden“, sagt ihre Mutter. Außerdem wachse das linke Bein nicht richtig. Im vergangenen Jahr musste auch deswegen Lyns Achillesferse operativ verlängert werden. Das fröhliche Mädchen ist außerdem in seiner geistigen Entwicklung etwas zurück. Daher besucht sie mittlerweile einen Förderschulzweig der Waldorfschule in Essen. „Sie lernt nicht so intensiv, ihre Sprache ist tagesformabhängig“, sagt Pea Hollender. Außerdem sehe ihre Tochter zunehmend schlechter.

Herzfehler sind ein Risiko

 

So wie Lyn ergeht es jedes Jahr rund 300 Kindern in Deutschland: Sie erleiden einen Schlaganfall. Ein Drittel von ihnen trifft es bereits im Mutterleib oder sogar während der Geburt. Ein Loch im Herzen des Ungeborenen und eine hohe Blutgerinnungsneigung bei Mutter und Kind erhöhen das Risiko für einen solchen Vorfall. Bei zwei Dritteln der Betroffenen kommt der Schlaganfall etwas später im Kindesalter. Wahrscheinlich sind noch weitaus mehr Kinder betroffen, als die Zahlen glauben lassen, vermuten Experten.

Denn der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zufolge wird nicht jeder Fall korrekt diagnostiziert. Das Problem ist nämlich: Angesichts von jährlich 280.000 Schlaganfällen bundesweit vor allem bei älteren Menschen ist nur wenigen Laien und zum Teil auch Ärzten bewusst, dass Kinder ebenfalls betroffen sein können. Welche Auswirkungen ein Schlaganfall in so jungen Jahren haben kann, hängt unter anderem davon ab, ob er vor oder während der Geburt auftritt oder aber im Kindesalter, erklärt Ronald Sträter vom Uniklinikum Münster.

Gerade wenn der Schlaganfall so früh auftritt, ist es selbst für Experten sehr schwer, ihn als solchen zu erkennen. „Das Dilemma ist, dass man den Kindern nach der Geburt den Schlaganfall nicht ansieht, weil sie meist nur unspezifische Symptome zeigen, etwas inaktiv sind, trinkschwach oder schlapper“, sagt Sträter. Eltern falle dann häufig innerhalb der ersten Lebensmonate auf, dass die Bewegungsfähigkeit der Kleinen auf einer Körperseite besser ist als auf der anderen.

Diese körperlichen Folgen könnten mit Krankengymnastik in der Regel gut abgemildert werden, so der Mediziner. Medikamente seien dann in aller Regel nicht nötig. Kommt es jenseits des Säuglingsalters zum Schlaganfall, ist die Situation eine andere. Dann treffe es ein zuvor neurologisch unbeeinträchtigtes Kind, wie der Mediziner erklärt.

Kinder können nicht äußern, was ihnen fehlt

 

Kinder mit einem Herzfehler etwa hätten ein erhöhtes Risiko, im Kindesalter einen Schlaganfall zu erleiden. Und: „Eine Rolle spielen auch Blutgerinnung und Gefäße, die bei Kindern ebenfalls krank sein können.“ Fatal sei, dass sich Schlaganfälle mehrfach ereignen können, die Kleinen aber noch nicht in der Lage sind zu äußern, was ihnen fehle.

Beim kleinsten Verdacht, so rät der Arzt, sei daher eine genaue neurologische Untersuchung nötig. Bestätigt sich der Verdacht, dass ein Schlaganfall vorlag, müssen die Folgen abgeklärt werden. Die Kinder müssen außerdem dauerhaft Blutverdünner einnehmen, um weiteren Hirninfarkten bestmöglich vorzubeugen.

Die 13-jährige Isabel erlitt, anders als Lyn, einen vorgeburtlichen Schlaganfall. Es vergingen Jahre, bis er diagnostiziert wurde, sagt Anja Gehlken, eine der beiden Leiterinnen der Selbsthilfegruppe Schaki, die Isabel von Geburt an kennt. „Uns ist schon mit einem halben Jahr aufgefallen, dass sie ihre rechte Seite nicht nutzt. Beim Kinderarzt wurden wir aber nur belächelt“, sagt sie. Immer wieder hakte sie bei verschiedenen Medizinern nach, forderte Therapien ein.

Schließlich wurde im Alter von drei Jahren eine Halbseitenlähmung, später dann auch eine nicht richtig ausgebildete Hüfte erkannt. „Heute sieht man ihr auf den ersten Blick nichts an. Sie hat eine Spastik im Arm, und manchmal verhärten sich plötzlich ihre Muskeln, dann kann sie nicht mehr laufen“, erzählt Anja Gehlken. Aber Isabel geht aufs Gymnasium, trotz motorischer Handicaps. „Es gibt sehr viel schwerere Verläufe“, so Gehlken.

Das Gehirn kann ein wenig kompensieren

 

Eltern, deren Kinder ein solches Schicksal ereilt hat, wünschen sich mehr Unterstützung. „Wir suchen uns alle Infos selbst zusammen“, schildert Pea Hollender. Im Gedächtnis geblieben ist ihr die Zeit vor der Einschulung ihrer Tochter. „Vor Schulbeginn bekamen wir ein Schreiben mit Adressen von drei Sonderschulen“, sagt sie. „Wieder reines Schubladendenken, aber keine nützlichen Tipps.“

Auch finanziell wäre Unterstützung mehr als willkommen. Bei Ergo- oder Physiotherapien etwa zahle die Familie deutlich zu, weil die Krankenkasse nur ein unzureichendes Minimum übernehme, so Hollender. „Und wir brauchen Aufklärung, damit Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden.“

Infos für Interessierte und Betroffene gibt es zum Beispiel bei Schlaganfall-Kinderlotse Marco Vollers vom Neurologischen Reha-Zentrum Friedehorst in Bremen. Er gehört zu einem Expertennetzwerk, das die Schlaganfall-Hilfe aufgebaut hat. Um mehr Wissen und eine optimale Behandlung geht es Sträter, der ein Register mit den medizinischen Daten von 1000 kleinen Patienten angelegt hat.

So schrecklich ein Schlaganfall in so jungen Jahren ist – es gibt auch einen Vorteil: „Das kindliche Gehirn hat eine hohe Plastizität“, sagt der Jugendmediziner. „Intakte Regionen im Gehirn können daher Funktionen geschädigter Areale zum Teil mit übernehmen.“ Das erklärt wohl auch die Fortschritte der kleinen Lyn. „Sie übertrifft momentan alle Prognosen“, sagt ihre Mutter. „Mein größter Wunsch ist, dass sie ein selbstständiges Leben führen kann.“

.

Quelle: http://www.welt.de/gesundheit/article127642574/Schlaganfaelle-bei-Kindern-bleiben-oft-unerkannt.html

Gruß an die, die das Hirn ihrer Kinder schützen

TA KI

Die Hávamál- „Des Hohen Lied“ – Das Alte Sittengedicht


Die Hávamál und der Übersetzer Karl Joseph Simrock

.

Die Hávamál und der Übersetzer Karl Joseph Simrock

Die ganze Edda (Codex Regius), wurde durch Karl Simrock übersetzt (1851). Die Hávamál – des Hohen Lied oder die Sprüche des Hohen – ist eine wohlüberlegte Sammlung von insgesamt 164 eddischen Strophen. Die Strophen sind Óðinn als dem „Hohen“ in den Mund gelegt.

Háv 1-79 (80) werden von der Forschung als Das Alte Sittengedicht bezeichnet. Sie enthalten ethische Anweisungen, Regeln und Lehren für den täglichen Gebrauch. Die folgenden Strophen (Háv 81-95) geben Ratschläge in Liebesangelegenheiten, die dann in den sogenannten Óðinns-Beispielen (Háv 96-102 und 103-110) anhand von deßen Biographie konkretisiert werden. Háv 112-137, die Lehren an Loddfáfnir (Loddfáfnismál), listen eine weitere Reihe von Verhaltensweisen auf. Háv 138-141 wird das Runengedicht Óðinns genannt wird. Die sogenannten Zauberlieder (Ljóðatal) entspannt Háv 146-164.

Der deutche Dichter und Schriftsteller Karl Joseph Simrock (1802-76) wurde in Bonn geboren. 1834 promovierte Simrock zum Doktor der Philosophie. Ab 1850 lehrte und arbeitete er als außerordentlicher Profeßor für die Geschichte der deutschen Sprache und Literatur und ab 1852 dann als ordentlicher Profeßor an der Universität Bonn. Er starb 1876 in Bonn. [Wikipedia]

1
Der Ausgänge halber bevor du eingehst
Stelle dich sicher,
Denn ungewiß ist, wo Widersacher
Im Hause halten.

2
Heil dem Geber! Der Gast ist gekommen:
Wo soll er sitzen?
Atemlos ist, der unterwegs
Sein Geschäft besorgen soll.

3
Wärme wünscht der vom Wege kommt
Mit erkaltetem Knie;
Mit Kost und Kleidern erquicke den Wandrer,
Der über Felsen fuhr.

4
Waßer bedarf, der Bewirtung sucht,
Ein Handtuch und holde Nötigung.
Mit guter Begegnung erlangt man vom Gaste
Wort und Wiedervergeltung.

5
Witz bedarf man auf weiter Reise;
Daheim hat man Nachsicht.
Zum Augengespött wird der Unwißende,
Der bei Sinnigen sitzt.

6
Doch steife sich niemand auf seinen Verstand,
Acht hab er immer.
Wer klug und wortkarg zum Wirte kommt
Schadet sich selten:
Denn festern Freund als kluge Vorsicht
Mag der Mann nicht haben.

7
Vorsichtiger Mann, der zum Mahle kommt,
Schweigt lauschend still.
Mit Ohren horcht er, mit Augen späht er
Und forscht zuvor verständig.

8
Selig ist, der sich erwirbt
Lob und guten Leumund.
Unser Eigentum ist doch ungewiß
In des andern Brust.

9
Selig ist, wer selbst sich mag
Im Leben löblich raten,
Denn übler Rat wird oft dem Mann
Aus des andern Brust.

10
Nicht beßre Bürde bringt man auf Reisen
Als Wißen und Weisheit.
So frommt das Gold in der Fremde nicht,
In der Not ist nichts so nütze.

11
Nicht üblern Begleiter gibt es auf Reisen
Als Betrunkenheit ist,
Und nicht so gut als mancher glaubt
Ist Ael den Erdensöhnen,
Denn um so minder je mehr man trinkt
Hat man seiner Sinne Macht.

12
Der Vergeßenheit Reiher überrauscht Gelage
Und stiehlt die Besinnung.
Des Vogels Gefieder befing auch mich
In Gunnlöds Haus und Gehege.

13
Trunken ward ich und übertrunken
In des schlauen Fialars Felsen.
Trunk mag taugen, wenn man ungetrübt
Sich den Sinn bewahrt.

14
Schweigsam und vorsichtig sei des Fürsten Sohn
Und kühn im Kampf.
Heiter und wohlgemut erweise sich jeder
Bis z.um Todestag.

15
Der unwerte Mann meint ewig zu leben,
Wenn er vor Gefechten flieht.
Das Alter gönnt ihm doch endlich nicht Frieden.
Obwohl der Speer ihn spart.

16
Der Tölpel glotzt, wenn er zum Gastmahl kommt,
Murmelnd sitzt er und mault.
Hat er sein Teil getrunken hernach,
So sieht man welchen Sinns er ist.

17
Der weiß allein, der weit gereist ist,
Und vieles hat erfahren,
Welches Witzes jeglicher waltet,
Wofern ihm selbst der Sinn nicht fehlt.

18
Lange zum Becher nur, doch leer ihn mit Maß,
Sprich gut oder schweig.
Niemand wird es ein Laster nennen,
Wenn du früh zur Ruhe fährst.

19
Der gierige Schlemmer, vergißt er der Tischzucht,
Schlingt sich schwere Krankheit an;
Oft wirkt Verspottung, wenn er zu Weisen kommt,
Törichtem Mann sein Magen.

20
Selbst Herden wißen, wann zur Heimkehr Zeit ist
Und gehn vom Grase willig;
Der Unkluge kennt allein nicht
Seines Magens Maß.

21
Der Armselige, Übelgesinnte
Hohnlacht über alles
Und weiß doch selbst nicht was er wißen sollte,
Daß er nicht fehlerfrei ist.

 

22
Unweiser Mann durchwacht die Nächte
Und sorgt um alle Sachen;
Matt nur ist er, wenn der Morgen kommt,
Der Jammer wahrt wie er war.

23
Ein unkluger Mann meint sich alle hold,
Die ihn lieblich anlachen.
Er versieht es sich nicht, wenn sie Schlimmes von ihm reden
So er zu Klügern kommt.

24
Ein unkluger Mann meint’sich alle hold,
Die ihm kein Widerwort geben;
Kommt er vor Gericht, so erkennt er bald,
Daß er wenig Anwälte hat.

25
Ein unkluger Mann meint, alles zu können,
Wenn er sich einmal zu wahren wußte.
Doch wenig weiß er was er antworten soll,
Wenn er mit Schwerem versucht wird.

26
Ein unkluger Mann, der zu andern kommt,
Schweigt am besten still.
Niemand bemerkt, daß er nichts versteht,
So lang er zu sprechen scheut.
Nur freilich weiß wer wenig weiß
Auch das nicht, wann er schweigen soll.

27
Weise dünkt sich schon wer zu fragen weiß
Und zu sagen versteht;
Doch Unwißenheit mag kein Mensch verbergen,
Der mit Leuten leben muß.

28
Der schwatzt zuviel, der nimmer geschweigt
Eitel unnützer Worte.
Die zappelnde Zunge, die kein Zaum verhält,
Ergellt sich selten Gutes.

29
Mach nicht zum Spott der Augen den Mann,
Der vertrauend Schutz will suchen.
Klug dünkt sich leicht, der von keinem befragt wird
Und mit heiler Haut daheim sitzt.

30
Klug dünkt sich gern, wer Gast den Gast
Verhöhnend, Heil in der Flucht sucht.
Oft merkt zu spät, der beim Mahle Hohn sprach,
Wie grämlichen Feind er ergrimmte.

31
Zu oft geschiehts, daß sonst nicht Verfeindete
Sich als Tischgesellen schrauben.
Dieses Aufziehn wird ewig währen:
Der Gast grollt dem Gaste.

32
Bei Zeiten nehme den Imbiß zu sich,
Der nicht zu gutem Freunde fährt.
Sonst sitzt er und schnappt und will verschmachten
Und hat zum Reden nicht Ruhe.

33
Ein Umweg ist’s zum untreuen Freunde,
Wohnt er gleich am Wege;
Zum trauten Freunde führt ein Richtsteig
Wie weit der Weg sich wende.

34
Zu gehen schickt sich, nicht zu gasten stets
An derselben Statt.
Der Liebe wird leid, der lange weilt
In des andern Haus.

35
Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr,
Zwei Ziegen nur und dazu ein Strohdach
Ist beßer als Betteln.

36
Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr.
Das Herz blutet jedem, der erbitten muß
Sein Mahl alle Mittag.

37
Von seinen Waffen weiche niemand
Einen Schritt im freien Feld:
Niemand weiß unterwegs, wie bald
Er seines Speers bedarf.

38
Nie fand ich so milden und kostfreien Mann,
Der nicht gerne Gab empfing,
Mit seinem Gute so freigebig keinen,
Dem Lohn wär leid gewesen.

39
Des Vermögens, das der Mann erwarb,
Soll er sich selbst nicht Abbruch tun:
Oft spart man dem Leiden was man dem Lieben bestimmt;
Viel fügt sich schlimmer als man denkt.

40
Freunde sollen mit Waffen und Gewändern sich erfreun,
Den schönsten, die sie besitzen:
Gab und Gegengabe begründet Freundschaft,
Wenn sonst nichts entgegen steht.

41
Der Freund soll dem Freunde Freundschaft bewähren
Und Gabe gelten mit Gabe.
Hohn mit Hohn soll der Held erwidern,
Und Losheit mit Lüge.

42
Der Freund soll dem Freunde Freundschaft bewähren,
Ihm selbst und seinen Freunden.
Aber des Feindes Freunde soll niemand
Sich gewogen erweisen.

43
Weißt du den Freund, dem du wohl vertraust
Und erhoffst du Holdes von ihm,
So tausche Gesinnung und Geschenke mit ihm,
Und suche manchmal sein Haus heim.

44
Weißt du den Mann, dem du wenig vertraust
Und erhoffst doch Holdes von ihm,
Sei fromm in Worten und falsch im Denken
Und zahle Losheit mit Lüge.

45
Weißt du dir wen, dem du wenig vertraust,
Weil dich sein Sinn verdächtig dünkt,
Den magst du anlachen, und an dich halten:
Die Vergeltung gleiche der Gabe.

46
Jung war ich einst, da ging ich einsam
Verlaßne Wege wandern.
Doch fühlt ich mich reich, wenn ich andere fand:
Der Mann ist des Mannes Lust.

47
Der milde, mutige Mann ist am glücklichsten,
Den selten Sorge beschleicht;
Doch der Verzagte zittert vor allem
Und kargt verkümmernd mit Gaben.

48
Mein Gewand gab ich im Walde
Moosmännern zweien.
Bekleidet dauchten sie Kämpen sich gleich,
Während Hohn den Nackten neckt.

49
Der Dornbusch dorrt, der im Dorfe steht,
Ihm bleibt nicht Blatt noch Borke.
So geht es dem Mann, den niemand mag:
Was soll er länger leben?

50
Heißer brennt als Feuer der Bösen
Freundschaft fünf Tage lang;
Doch sicher am sechsten ist sie erstickt
Und alle Lieb erloschen.

51
Die Gabe muß nicht immer groß sein:
Oft erwirbt man mit wenigem Lob.
Ein halbes Brot, eine Neig im Becher
Gewann mir wohl den Gesellen.

52
Wie Körner im Sand klein an Verstand
Ist kleiner Seelen Sinn.
Ungleich ist der Menschen Einsicht,
Zwei Hälften hat die Welt.

53
Der Mann muß mäßig weise sein,
Doch nicht allzuweise.
Das schönste Leben ist dem beschieden,
Der recht weiß, was er weiß.

54
Der Mann muß mäßig weise sein,
Doch nicht allzuweise.
Des Weisen Herz erheitert sich selten
Wenn er zu weise wird.

55
Der Mann muß mäßig weise sein,
Doch nicht allzuweise.
Sein Schicksal kenne keiner voraus,
So bleibt der Sinn ihm sorgenfrei.

56
Brand entbrennt an Brand, bis er zu Ende brennt,
Flamme belebt sich an Flamme.
Der Mann wird durch den Mann der Rede mächtig
Im Verborgnen bleibt er blöde.

57
Früh aufstehen soll, wer den andern sinnt
Um Haupt und Habe zu bringen:
Dem schlummernden Wolf glückt selten ein Fang,
Noch schlafendem Mann ein Sieg.

58
Früh aufstehen soll, wer wenig Arbeiter hat,
Und schaun nach seinem Werke.
Manches versäumt, wer den Morgen verschläft:
Dem Raschen gehört der Reichtum halb.

59
Dürrer Scheite und deckender Schindeln
Weiß der Mann das Maß,
Und all des Holzes, womit er ausreicht
Während der Jahreswende.

60
Rein und gesättigt reit zur Versammlung
Um schönes Kleid unbekümmert.
Der Schuh und der Hosen schäme sich niemand,
Noch des Hengstes, hat er nicht guten.

61
Zu sagen und zu fragen verstehe jeder,
Der nicht dumm will dünken.
Nur einem vertrau er, nicht auch dem andern,
Wißens dreie, so weiß es die Welt.

62
Verlangend lechzt, eh er landen mag
Der Aar auf der ewigen See.
So geht es dem Mann in der Menge des Volks,
Der keinen Anwalt antrifft.

63
Der Macht muß der Mann, wenn er klug ist,
Sich mit Bedacht bedienen,
Denn bald wird er finden, wenn er sich Feinde macht,
Daß dem Starken ein Stärkerer lebt.

64
Umsichtig und verschwiegen sei ein jeder
Und im Zutraun zaghaft.
Worte, die andern anvertraut wurden,
Büßt man oft bitter.

65
An manchen Ort kam ich allzufrüh;
Allzuspät an andern.
Bald war getrunken das Bier, bald zu frisch;
Unlieber kommt immer zur Unzeit.

66
Hier und dort hätte mir Labung gewinkt,
Wenn ich des bedurfte.
Zwei Schinken noch hingen in des Freundes Halle,
Wo ich einen schon geschmaust.

67
Feuer ist das Beste dem Erdgebornen,
Und der Sonne Schein;
Nur sei Gesundheit ihm nicht versagt
Und lasterlos zu leben.

68
Ganz unglücklich ist niemand, ist er gleich nicht gesund:
Einer hat an Söhnen Segen,
Einer an Freunden, einer an vielem Gut,
Einer an trefflichem Tun.

69
Leben ist beßer, auch Leben in Armut:
Der Lebende kommt noch zur Ruh.
Feuer sah ich des Reichen Reichtümer freßen,
Und der Tod stand vor der Tür.

70
Der Hinkende reite, der Handlose hüte,
Der Taube taugt noch zur Tapferkeit.
Blind sein ist beßer als verbrannt werden:
Der Tote nützt zu nichts mehr.

71
Ein Sohn ist beßer, ob spät geboren
Nach des Vaters Hinfahrt.
Gedenksteine stehn am Wege selten,
Wenn sie der Freund dem Freund nicht setzt.

72
Zweie gehören zusammen und doch schlägt die Zunge
das Haupt.
Unter jedem Gewand erwart ich eine Faust.

73
Der Nacht freut sich wer des Vorrats gewiß ist,
Doch herb ist die Herbstnacht.
Fünfmal wechselt oft das Wetter am Tag:
Wie viel mehr im Monat!

74
Wer wenig weiß, der weiß auch nicht,
Daß einen oft der Reichtum äfft;
Einer ist reich, ein andrer arm:
Den soll niemand narren.

75
Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
Welcher sich guten gewann.

76
Das Vieh stirbt, die Freunde sterben,
Endlich stirbt man selbst;
Doch eines weiß ich, daß immer bleibt:
Das Urteil über den Toten.

77
Volle Speicher sah ich bei Fettlings Sproßen,
Die heuer am Hungertuch nagen:
Überfluß währt einen Augenblick,
Dann flieht er, der falscheste Freund.

78
Der alberne Geck, gewinnt er etwa
Gut oder Gunst der Frauen,
Gleich schwillt ihm der Kamm, doch die Klugheit nicht;
Nur im Hochmut nimmt er zu.

79
Was wirst du finden befragst du die Runen,
Die hochheiligen,
Welche Götter schufen, Hohepriester schrieben?
Daß nichts beßer sei als Schweigen.

80
Den Tag lob abends, die Frau im Tode,
Das Schwert, wenn’s versucht ist,
Die Braut nach der Hochzeit, eh es bricht, das Eis,
Das Ael, wenn’s getrunken ist.

81
Im Sturm fällt den Baum, stich bei Fahrwind in See,
Mit der Maid spiel im Dunkeln: manch Auge hat der Tag.
Das Schiff ist zum Segeln, der Schild zum Decken gut,
Die Klinge zum Hiebe, zum Küßen das Mädchen.

82
Trink Ael am Feuer, auf Eis lauf Schrittschuh,
Kauf mager das Roß, und rostig das Schwert,
Zieh den Hengst daheim, den Hund im Vorwerk.

83
Mädchenreden vertraue kein Mann,
Noch der Weiber Worten.
Auf geschwungnem Rad geschaffen ward ihr Herz,
Trug in der Brust verborgen.

84
Krachendem Bogen, knisternder Flamme,
Schnappendem Wolf, geschwätziger Krähe,
Grunzender Bache, wurzellosem Baum,
Schwellender Meerflut, sprudelndem Keßel;

85
Fliegendem Pfeil, fallender See,
Einnächtgem Eis, geringelter Natter,
Bettreden der Braut, brüchigem Schwert,
Kosendem Bären und Königskinde;

86
Siechem Kalb, gefälligem Knecht,
Wahrsagendem Weib, auf der Walstatt Besiegtem,
Heiterm Himmel, lachendem Herrn,
Hinkendem Köter und Trauerkleidern;

87
Dem Mörder deines Bruders, wie breit wär die Straße,
Halbverbranntem Haus, windschnellem Hengst,
(Bricht ihm ein Bein, so ist er unbrauchbar):
Dem allen soll niemand voreilig trauen.

88
Frühbesätem Feld trau nicht zu viel,
Noch altklugem Kind.
Wetter braucht die Saat und Witz das Kind:
Das sind zwei zweiflige Dinge.

89
Die Liebe der Frau, die falschen Sinn hegt,
Gleicht unbeschlagnem Roß auf schlüpfrigem Eis,
Mutwillig, zweijährig, und übel gezähmt;
Oder steuerlosem Schiff auf stürmender Flut,
Der Gemsjagd des Lahmen auf glatter Bergwand.

90
Offen bekenn ich, der beide wohl kenne,
Der Mann ist dem Weibe wandelbar;
Wir reden am schönsten, wenn wir am schlechtesten denken
So wird die Klügste geködert.

91
Schmeichelnd soll reden und Geschenke bieten
Wer des Mädchens Minne will,
Den Liebreiz loben der leuchtenden Jungfrau:
So fängt sie der Freier.

92
Der Liebe verwundern soll sich kein Weiser
An dem andern Mann.
Oft feßelt den Klugen was den Toren nicht fängt,
Liebreizender Leib.

93
Unklugheit wundre keinen am andern,
Denn viele befällt sie.
Weise zu Tröpfen wandelt auf Erden
Der Minne Macht.

94
Das Gemüt weiß allein, das dem Herzen innewohnt
Und seine Neigung verschließt,
Daß ärger Übel den Edlen nicht quälen mag
Als Liebesleid.

95
Selbst erfuhr ich das, als ich im Schilfe saß
Und meiner Holden harrte.
Herz und Seele war mir die süße Maid;
Gleichwohl erwarb ich sie nicht.

96
Ich fand Billungs Maid auf ihrem Bette,
Weiß wie die Sonne, schlafend.
Aller Fürsten Freude fühlt ich nichtig,
Sollt ich ihrer länger ledig leben.

97
“Am Abend sollst du, Odin, kommen,
Wenn du die Maid gewinnen willst.
Nicht ziemt es sich, daß mehr als Zwei
Von solcher Sünde wißen.”

98
Ich wandte mich weg Erwidrung hoffend,
Ob noch der Neigung ungewiß;
Jedoch dacht ich, ich dürft erringen
Ihre Gunst und Liebesglück.

99
So kehrt ich wieder: da war zum Kampf
Strenge Schutzwehr auferweckt,
Mit brennenden Lichtern, mit lodernden Scheitern
Mir der Weg verwehrt zur Lust.

100
Am folgenden Morgen fand ich mich wieder ein,
Da schlief im Saal das Gesind;
Ein Hündlein sah ich statt der herrlichen Maid
An das Bett gebunden.

101
Manche schöne Maid, wer’s merken will,
Ist dem Freier falsch gesinnt.
Das erkannt ich klar, als ich das kluge Weib
Verlocken wollte zu Lüsten.
Jegliche Schmach tat die Schlaue mir an
Und wenig ward mir des Weibes.

102
Munter sei der Hausherr und heiter bei Gästen
Nach geselliger Sitte,
Besonnen und gesprächig: so schein er verständig,
Und rate stets zum Rechten.

103
Der wenig zu sagen weiß, wird ein Erztropf genannt,
Es ist des Albernen Art.

104
Den alten Riesen besucht ich, nun bin ich zurück:
Mit Schweigen erwarb ich da wenig.
Manch Wort sprach ich zu meinem Gewinn
In Suttungs Saal.

105
Gunnlöd schenkte mir auf goldnem Seßel
Einen Trunk des teuern Mets.
Übel vergolten hab ich gleichwohl
Ihrem heiligen Herzen,
Ihrer glühenden Gunst.

106
Ratamund ließ ich den Weg mir räumen
Und den Berg durchbohren;
In der Mitte schritt ich zwischen Riesensteigen
Und hielt mein Haupt der Gefahr hin.

107
Schlauer Verwandlungen Frucht erwarb ich,
Wenig mißlingt dem Listigen.
Denn Odhrörir ist aufgestiegen
Zur weitbewohnten Erde.

108
Zweifel heg ich, ob ich heim wär gekehrt
Aus der Riesen Reich,
Wenn mir Gunnlöd nicht half, die herzige Maid,
Die den Arm um mich schlang.

109
Die Eisriesen eilten des andern Tags
Des Hohen Rat zu hören
In des Hohen Halle.
Sie fragten nach Bölwerk ob er heimgefahren sei
Oder ob er durch Suttung fiel.

110
Den Ringeid, sagt man, hat Odin geschworen:
Wer traut noch seiner Treue?
Den Suttung beraubt er mit Ränken des Mets
Und ließ sich Gunnlöd grämen.

Loddfafnir’s-Lied

111
Zeit ist’s zu reden vom Rednerstuhl.
An dem Brunnen Urdas
Saß ich und schwieg, saß ich und dachte
Und merkte der Männer Reden.

112
Von Runen hört ich reden und vom Ritzen der Schrift
Und vernahm auch nütze Lehren.
Bei des Hohen Halle, in des Hohen Halle
Hört ich sagen so:

113
Dies rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Steh nachts nicht auf, wenn die Not nicht drängt,
Du wärst denn zum Wächter geordnet.

114
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
ln der Zauberfrau Schoß schlaf du nicht,
So daß ihre Glieder dich gürten.

115
Sie betört dich so, du entsinnst dich nicht mehr
Des Gerichts und der Rede der Fürsten,
Gedenkst nicht des Mahls noch männlicher Freuden,
Sorgenvoll suchst du dein Lager.

116
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Des andern Frau verführe du nicht.
Zu heimlicher Zwiesprach.

117
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Über Furten und Felsen so du zu fahren hast,
So sorge für reichliche Speise.

118
Dem übeln Mann eröffne nicht
Was dir Widriges widerfährt:
Von argem Mann erntest du nimmer doch
So guten Vertrauns Vergeltung.

119
Verderben stiften einem Degen sah ich
Übeln Weibes Wort:
Die giftige Zunge gab ihm den Tod,
Nicht seine Schuld.

120
Gewannst du den Freund, dem du wohl vertraust,
So besuch ihn nicht selten,
Denn Strauchwerk grünt und hohes Gras
Auf dem Weg, den niemand wandelt.

121
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Guten Freund gewinne dir zu erfreuender Zwiesprach;
Heilspruch lerne so lange du lebst.

122
Altem Freunde sollst du der erste
Den Bund nicht brechen.
Das Herz frißt dir Sorge, magst du keinem mehr
Deine Gedanken all.

123
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Mit ungesalznem Narren sollst du
Nicht Worte wechseln.

124
Von albernem Mann magst du niemals
Guten Lohn erlangen.
Nur der Wackere mag dir erwerben
Guten Leumund durch sein Lob.

125
Das ist Seelentausch, sagt einer getreulich
Dem andern alles, was er denkt.
Nichts ist übler als unstet sein:
Der ist kein Freund,
der zu Gefallen spricht.

126
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Drei Worte nicht sollst du mit dem Schlechten wechseln:
Oft unterliegt der Gute,
Der mit dem Schlechten streitet.

127
Schuhe nicht sollst du noch Schäfte machen
Für andre als für dich:
Sitzt der Schuh nicht, ist krumm der Schaft,
Wünscht man dir alles Übel.

128
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Wo Not du findest, deren nimm dich an;
doch gib dem Feind nicht Frieden.

129
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Dich soll andrer Unglück nicht freuen;
Ihren Vorteil laß dir gefallen.

130
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Nicht aufschaun sollst du im Schlachtgetöse:
Ebern ähnlich wurden oft Erdenkinder;
So aber zwingt dich kein Zauber.

131
Willst du ein gutes Weib zu deinem Willen bereden
Und Freude bei ihr finden,
So verheiß ihr Holdes und halt es treulich:
Des Guten wird die Maid nicht müde.

132
Sei vorsichtig, doch sei’s nicht allzusehr,
Am meisten sei’s beim Met
Und bei des andern Weib; auch wahre dich
Zum dritten vor der Diebe List.

133
Mit Schimpf und Hohn verspotte nicht
Den Fremden noch den Fahrenden.
Selten weiß, der zu Hause sitzt
Wie edel ist, der einkehrt.

134
Laster und Tugenden liegen den Menschen
In der Brust beieinander.
Kein Mensch ist so gut, daß nichts ihm mangle,
Noch so böse, daß er zu nichts nütze.

135
Haarlosen Redner verhöhne nicht:
Oft ist gut was der Greis spricht.
Aus welker Haut kommt oft weiser Rat;
Hängt ihm die Hülle gleich,
Schinden ihn auch Schrammen,
Der unter Wichten wankt.

136
Das rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst.
Den Wandrer fahr nicht an, noch weis ihm die Tür:
Gib dem Gehenden gern.

137
Stark wär der Riegel, der sich rücken sollte
Allen aufzutun.
Gib einen Scherf; dies Geschlecht sonst wünscht
Dir alles Unheil an.

138
Dies rat ich, Loddfafnir, vernimm die Lehre,
Wohl dir, wenn du sie merkst:
Wo Ael getrunken wird, ruf die Erdkraft an:
Erde trinkt und wird nicht trunken.
Feuer hebt Krankheit, Eiche Verhärtung,
Ähre Vergiftung,
Der Hausgeist häuslichen Hader.
Mond mindert Tobsucht,
Hundsbiß heilt Hundshaar,
Rune Beredung;
Die Erde nehme Naß auf.

Odins Runenlied

139
(1) Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum
Neun lange Nächte,
Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,
Mir selber ich selbst,
Am Ast des Baums, dem man nicht ansehn kann
Aus welcher Wurzel er sproß.

140
(2) Sie boten mir nicht Brot noch Met;
Da neigt ich mich nieder
Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend:
Endlich fiel ich zur Erde.

141
(3) Hauptlieder neun lernt ich von dem weisen Sohn
Bölthorns, des Vaters Bestlas,
Und trank einen Trunk des teuern Mets
Aus Odhrörir geschöpft.

142
(4) Zu gedeihen begann ich und begann zu denken,
Wuchs und fühlte mich wohl.
Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort,
Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk.

143
(5) Runen wirst du finden und Ratstäbe,
Sehr starke Stäbe,
Sehr mächtige Stäbe.
Erzredner ersann sie, Götter schufen sie,
Sie ritzte der hehrste der Herrscher.

144
(6) Odin den Riesen, den Alfen Dain,
Dwalin den Zwergen,
Alswid aber den Riesen; einige schnitt ich selbst.

145
(7) Weißt du zu ritzen? Weißt du zu erraten?
Weißt du zu finden? Weißt zu erforschen?
Weißt du zu bitten? Weißt Opfer zu bieten?
Weißt du wie man senden, weißt wie man tilgen soll?

146
( Beßer nicht gebeten, als zu viel geboten:
Die Gabe will stets Vergeltung.
Beßer nichts gesendet, als zu viel getilgt;
So ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern.
Dahin entwich er, von wannen er ausging.

147
(9) Lieder kenn ich, die kann die Königin nicht
Und keines Menschen Kind.
Hilfe verheißt mir eins, denn helfen mag es
In Streiten und Zwisten und in allen Sorgen.

148
(10) Ein andres weiß ich, des alle bedürfen,
Die heilkundig heißen.

149
(11) Ein drittes weiß ich, des ich bedarf
Meine Feinde zu feßeln.
Die Spitze stumpf ich dem Widersacher;
Mich verwunden nicht Waffen noch Listen.

150
(12) Ein viertes weiß ich, wenn der Feind mir schlägt
In Bande die Bogen der Glieder,
So bald ich es singe, so bin ich ledig,
Von den Füßen fällt mir die Feßel,
Der Haft von den Händen.

151
(13) Ein fünftes kann ich: fliegt ein Pfeil gefährdend
Übers Heer daher,
Wie hurtig er fliege, ich mag ihn hemmen,
Erschau ich ihn nur mit der Sehe.

152
(14) Ein sechstes kann ich, so wer mich versehrt
Mit harter Wurzel des Holzes:
Den andern allein, der mir es antut,
Verzehrt der Zauber, ich bleibe frei.

153
(15) Ein siebentes weiß ich, wenn hoch der Saal steht
Über den Leuten in Lohe,
Wie breit sie schon brenne, ich berge sie noch:
Den Zauber weiß ich zu zaubern.

154
(16) Ein achtes weiß ich, das allen wäre
Nützlich und nötig:
Wo unter Helden Hader entbrennt,
Da mag ich schnell ihn schlichten.

155
(17) Ein neuntes weiß ich, wenn Not mir ist
Vor der Flut das Fahrzeug zu bergen,
So wend ich den Wind von den Wogen ab
Und beschwichtge rings die See.

156
(18) Ein zehntes kann ich, wenn Zaunreiterinnen
Durch die Lüfte lenken,
So wirk ich so, daß sie wirre zerstäuben
Und als Gespenster schwinden.

157
(19) Ein elftes kann ich, wenn ich zum Angriff soll
Die treuen Freunde führen,
In den Schild fing ich’s, so ziehn sie siegreich
Heil in den Kampf, heil aus dem Kampf,
Bleiben heil wohin sie ziehn.

158
(20) Ein zwölftes kann ich, wo am Zweige hängt
Vom Strang erstickt ein Toter,
Wie ich ritze das Runenzeichen,
So kommt der Mann und spricht mit mir.

159
(21) Ein dreizehntes kann ich, soll ich ein Degenkind
In die Taufe tauchen,
So mag er nicht fallen im Volksgefecht,
Kein Schwert mag ihn versehren.

160
(22) Ein vierzehntes kann ich, soll ich dem Volke
Der Götter Namen nennen,
Asen und Alfen kenn ich allzumal;
Wenige sind so weise.

161
(23) Ein fünfzehntes kann ich, das Volkrörir der Zwerg
Vor Dellings Schwelle sang:
Den Asen Stärke, den Alfen Gedeihn,
Hohe Weisheit dem Hroptatyr.

162
(24) Ein sechzehntes kann ich, will ich schöner Maid
In Lieb und Lust mich freuen,
Den Willen wandl ich der Weißarmigen,
Daß ganz ihr Sinn sich mir gesellt.

163
(25) Ein siebzehntes kann ich, daß schwerlich wieder
Die holde Maid mich meidet.
Dieser Lieder, magst du, Loddfafnir,
Lange ledig bleiben.
Doch wohl dir, weißt du sie,
Heil dir, behältst du sie,
Selig, singst du sie!

164
(26) Ein achtzehntes weiß ich, das ich aber nicht singe
Vor Maid noch Mannesweibe
Als allein vor ihr, die mich umarmt,
Oder sei es, meiner Schwester.
Beßer ist was einer nur weiß;
So frommt das Lied mir lange.

165
(27) Des Hohen Lied ist gesungen
In des Hohen Halle,
Den Erdensöhnen not, unnütz den Riesensöhnen.
Wohl ihm, der es kann, wohl ihm, der es kennt,
Lange lebt, der es erlernt,
Heil allen, die es hören.

Quelle: http://oaks.nvg.org/havamal-simrock.html

.

Gruß an die heil-igen Lieder

TA KI