Ayahuasca


 

Ayahuasca: die Reise zum Ursprung der Kultur

 

»Keine äußerliche Kulthandlung bietet ein so eindringlich als Realität geschautes Drama wie die sich gleichermaßen vor dem inneren und äußeren Auge vollziehenden Mythen im Ayahuasca-Rausch.«
WALTER ANDRITZKY
(1989: 194)

Der Zaubertrank der Schamanen

Ayahuasca, der psychoaktive, vi­sionäre und emetische »Zaubertrank« vom Amazonas, steht im Zentrum des Scha­manismus vieler dort ansässiger Indianerstämme.

Ayahuasca ist unter folgenden Namen bekannt:

Ambihuasca, Ambiwáska, Ayahuasca (Quetschua »Ranke der Seelen«) Ayawáska, Biaxíi, Cají, Caapi, Calawaya, Camaramti (Shipibo), Chahua (Shipibo), Cipó, Daime, Dapa, Dapá, Djungle Tea, Djunglehuasca, Doctor, Dschungel-Ambrosia, El remedio (Spanisch »das Heilmittel«), Hoasca, Honi, Iyaona (Zapara), Kaapi, Kahi, Kahpi, La droga (Spanisch »die Droge«), La purga (Spanisch »das Reinigende«), La soga, Masha (Shipibo), Metí, Mihi, Mii (Huaorani), Moca jene (Shipibo »bittere Brühe«), Muka dau (Cashinahua »bittere Medizin«), Natem (Achuar), Natema, Natemá, Natemä, Nepe, Nepi, Nichi cubin (Shipibo »gekochte Liane«), Nishi sheati (Shipibo »Lianengetränk«), Nixi Honi, Nixi paé, Notema, Ohoasca, Ondi (Yaminahua), Pilde, Pildé, Pinde, Pindé, Rao (Shipibo »Medizinalpflanze«), Remedio, Sachahuasca, Santo Daime, The brew, Uni (Conibo), Vegetal (Brasilianisch »Gemüse«), Yagé, Yajé, Yaxé

Bei den Siona und Secoya, die im ecuadorianischen Amazonas-Tiefland leben, heißt der Schamane yagé unkuki, »der Ayahuasca-Trinker«. Der Schamane der benachbarten Cashinahua wird moca-ya, »einer, der Ayahuasca hat«, genannt. Der Schamane der im peruanischen Amazonas-Tiefland heimischen Shipibo-Indianer wird als nishi sheamis, »Ayahuasca-Trinker« bezeichnet. Daraus hat sich im lokalen Spanisch das Wort ayahuasquero – heute meist als »Ayahuasca-Schamane« übersetzt – entwickelt. Ein Mensch wird zum Schamanen, wenn er von den Pflanzengeistern dazu berufen wird – entweder im Traum oder in einer Ayahuasca-Vision.[1]

Obwohl in der Gegend um die peruanische Dschungelstadt Pucallpa (Laguna Yarinacocha, Río Ucayali) fast jeder Mensch, ganz gleich ob Indianer oder Mestize, Ayahuasca-Erfahrungen gemacht hat, werden doch nur wenige Ayahuasca-Trinker zu Schamanen. Der Schamane bezieht seine schamanische Heilkraft (ani shinan) von seinem Wissen (onanti), daß er durch seinen häufigen, mitunter täglichen Ayahuasca-Genuß erhält. Manche Ayahuasqueros verfügen über eine geradezu unglaubliche Erfahrung. So trinkt Guillermo Arévalo seit über 25 Jahren fast täglich seinen legendären und höchstpotenten Trank, während Do Agustín Rivas über 3000 mal Ayahuasca genommen hat!

In Pucallpa gibt es eine Reihe von sehr angesehenen Mestizen-Ayahuasqueros, die Ayahuasca-Therapien auf einem synkretistischen Hintergrund ausüben.[2] Auch die peruanischen Mestizo-Ayahuasqueros achten die Ayahuasca-Pflanzen als »Lehrmeister« (plantas maestras) ihrer Heilkunst. Besonders ein­drucksvoll sind die Darstellungen solcher »Meisterpflanzen« auf den Malereien des ehemaligen Ayahuasqueros Pablo Amaringo. Er bildet auf seinen visionären Bildern die ganze Aya­huasca-Mythologie, auch die synkreti­stischen Elemente, die Regenwald-Pharmakopöe und die andere Wirk­lichkeit des schamanischen Univer­sums dar (LUNA & AMA­RINGO 1991).

Zur Ayahuasca-Chemie

Der Ayahuasca-Trank ist eine einzigartige pharmakologische Kombination aus der harmalinhaltigen Ayahuasca-Liane Banisteriopsis caapi und den DMT-haltigen Chacruna-Blättern (Psycho­tria viridis). Harmalin ist ein MAO-Inhi­bitor; er hemmt die Auschüttung des körpereigenen Enzyms Monoaminooxidase (kurz: MAO). Die MAO baut normalerweise den visionär-psychedelischen Wirkstoff DMT (= N,N-Dimethyltryptamin) ab, noch bevor er über die Blut-Hirn-Schanke in das zentrale Nervensystem eindringen kann. Nur durch diese Kombination von Wirkstoffen kann der Trank seine bewußtseins­erweiternde Wirkung ausüben und Visionen auslösen.

 

Die Kultur der Ayahuasca-Menschen

»Dort, in den Welten der Götter,
werde ich euch lehren.
Wo die Welt mit Musterstreifen verziert ist…«
Ayahuasca-Lied der Shipibo
(ILLIUS 1991: 313)

Der Ayahuasca-Schamanismus wird bis heute von den Shipibo-Indianern gepflegt und als kostbares Erbe altindianischer Weisheit gehütet. Die Shipibo-Conibo siedeln im peruanischen Ucayali-Gebiet. Das fried­liche Volk umfaßt etwa 28000 Menschen. Sie leben vom Fischen, Jagen, Sammeln und vom Feldbau. Sie kultivieren Maniok, Mais, Bananen und verschiedene Knollengewächse. Die Männer ziehen auf die Jagd in die unendlichen Weiten des Amazonas-Regenwaldes oder fischen von ihren wendigen Einbäumen. Nur die Frauen betätigen sich als Töpfer, Weber, Stoffmaler und Kunsthandwerker.

Alle materiellen Kulturgüter werden von den Frauen mit den soge­nannten quené verziert. Die quené sind charakteristische Muster, die auf vereinfachte Weise die unter Ayahuasca-Einfluß sichtbaren geometrischen und graphischen Strukturen, Energielinien und psychedelischen Muster andeuten. Die quené sind aber mehr als nur Zierde oder Ornamentierung; sie stellen ein Kommunikationssystem, eine Art Schrift, als Medium mit der an­deren Wirklichkeit, dar. So lernen die Schamanen von den Tieren des Waldes, z.B. vom Kolibri, die Bedeutungen der Muster. Der Kolibri (pino ehua) gilt als besonders begabter Maler und Bote aus der »wahren Wirklichkeit«; er zieht die Muster mit seinem Schnabel:

 

»Die Kolibris haben Muster,
die goldenen Kolibris haben Muster,
an den Spitzen ihrer Schnäbel haben sie Muster.
Damit lasse ich sie den Körper reinigen.
Eine mächtige Bläte!
Eine mächtige Ayahuasca-Blüte.«
(Ayahuasca-Gesang, n. ILLIUS 1991: 61)

Der Kolibri ist ein wichtiger Lehrer der Schamanen und Künstlerinnen:
»Im Kern ist die Shipibo-Conibo-Therapie eine Sache der Anwendung eines visionären Designs in Verbindung mit der Wiederherstellung der Aura. Da sich alle Individuen seit der frühen Kindheit therapeutischer Behandlung unterziehen, kann man davon ausgehen, daß sich jede Person mit den Design-Mustern durchtränkt fühlt. Die Muster sind dauerhaft und bleiben sogar nach dem Tod bei der Seele einer Person und helfen ihr, sich als Shipibo-Conibo in der anderen Welt zu identifizieren.« (GEBHART-SAYER 1985: 144f.)

Die geistige und materielle Kultur der Shipibo ist total von Ayahuasca geprägt bzw. durchtränkt. Ihre Gesänge handeln von den Erfahrungen unter Ayahuasca-Einfluß. Ihre Kunst ist ein ständiger Versuch, das durch Ayahuasca Geschaute graphisch mitzuteilen; es somit in den Alltag, in die Alltags-Wirklichkeit hinüberzubringen, ja, den Alltag mit der visionären Ayahuasca-Welt zu erfüllen und zu bereichern. Und das seit alters her: »Gute quené zu besitzen, bedeutet, Shipibo-Conibo zu sein.« (ILLIUS 1991: 172)

Die Shipibo sind echte »Ayahuasca-Menschen«. Als ich Alberto, einen älteren Schamanen in dem Ort San Francisco (an der Laguna Yarinacocha) nach der Religion der Shipibo fragte, sah er mich mit erstauntem Lächeln an und antwortete: »Religion? Wir haben keine Religion; wir trinken Ayahuasca«. D.h. die Shipibo verzichten auf Priester, die Gottes Wort verkünden und teuer verkaufen. Stattdessen trinken sie ihren heiligen Trank und erfahren die Göttlichkeit des Waldes, des Wassers, der Sterne, der Pflanzen, Tiere und Menschen. Das Trinken von Ayahuasca stellt die eigentliche Therapie dar. Wenn man Ayahuasca trinkt wird man direkt ins Herz der Dinge geführt und vom Geist des Waldes empfangen. Von ihm erhält man Wissen, Gesundheit und Liebe.

»Gesundheit bedeutet für den Shipibo-Conibo vor allem, mit seinen Mitmenschen in Frieden und Harmonie zu leben, ein ebenso gesundes geistiges wie physisches Leben zu führen«, erklärt der für seine besonders starke Ayahuasca berühmte Schamane Guillermo Arévalo (1989: 179). Zur Heilung einer Krankheit müssen deshalb auch immer sowohl der Körper als auch der Geist behandelt werden. Dafür gilt den Shipibo der geheimnisvolle Ayahuasca-Trank als ideale Medizin. Ayahuasca hat zum einen eine extrem starke psychoaktive Wirkung auf den Geist bzw. das Bewußsein, welche sich in fantastischen Visionen und magische Reisen in andere Welten ausdrückt. Andererseits wird der Körper durch den bitteren, adstringierenden Trank derart in Aufruhr versetzt, daß sich die Organe durch heftiges Erbrechen und plötzliche Durchfälle von allen Krankheitskeimen befreien. Ayahuasca ist kein Hausmittel, es ist das mächtigste Instrument im traditionellen Schamanismus der Amazonas-Indianer. Ayahuasca ist auch keine »sanfte Medizin«; Ayahuasca ist drastisch und extrem; knallharte Pharmakologie.

Für die Shipibo-Schamanen ist Ayahuasca oder moca jene, »bittere Brühe«, untrennbar mit dem Regenwald verbunden; Trank gilt als »Essenz des Waldes«. Durch die Kraft der Ayahuasca sieht der Schamane die Geistwesen (yoshinbo) oder »Pflanzenmütter«, die in den Pflanzen und Tieren des Waldes, aber auch in den angebauten »Meister- oder »Lehrer«-Pflanzen, wie z.B. Tabak (Mapacho) und Ipadú (Coca), sind. Mit ihnen kom­muniziert er, von ihnen erhält er das Wissen um ihr innerstes Wesen. Er lernt so die Bedeutung jedes einzelnen Tieres, jeder einzelnen Pflanze, jeden einzelnen Pilzes, versteht warum jede Art ihren notwendigen Platz im »Kreis des Leben­digen« hat. Von den Baumgeistern kann man auch Gesänge empfangen oder erlernen. Es gehört zu den kulturell geförderten Zielen, daß man als Individuum bei einer Ayahuasca-Zeremonie einen eigenen, ganz persönlichen Gesang empfängt, der einem bei späteren Ritualen Kraft verleiht und die Zentriertheit bewahrt, sowie die Visionen strukturiert und deutlicher erscheinen läßt.

Besonders wichtig für die Reise in das Land der Visionen ist der shono, der Weltenbaum, bei den Shipibo meist als Lupuna bezeichnet, dem höchsten Dschungelriesen (bis 50 m hoch), gedeutet.[3] Wenn der Schamane auf die Reise geht, sieht er eine Treppe, die am Stamm des Weltenbaumes hochläuft. Er schreitet auf ihr durch den Baum hindurch in die heilige Welt des Waldes, oder auch durch den hohlen Stamm in das Totenreich acuron. Durch den Stamm des Weltenbaumes erreicht er ebenfalls die Dörfer der Himmelsgeister, und schließlich die Spitze des Universums. Als besonders gefährlich gilt die Reise zu der jenseitigen Welt acuron, die von einer riesigen Anaconda beherrscht wird. Der Eingang wird von einem gewaltigen Stachelrochen, ihui, gebildet. Der große Süßwasserfisch liegt über einer Mulde, die mit kostbaren Edelsteinen und Gold gefüllt ist. Wenn der reisende Schamane acuron betreten will, muß er sich zum einen vor dem Maul des Stachelrochens schützen, zum anderen sich nicht von den verlockenden Reichtümern versuchen lassen. Das finstere Reich acuron ist der Ort, an den das Traumego (caya) schlafender Menschen reist. Manchmal bleibt es dort gefangen; bei einem derartigen Verlust wird der betroffene Mensch krank. Dann muß der Schamanen – natürlich mit Hilfe von Ayahuasca – ebenfalls dorthin reisen und das Seelenteil zurückerobern. Dazu erhält der Schamane von der Ayahuasca das »Nacht-Licht«; es bringt Helligkeit in die Dunkelheit, es befähigt den Schamanen, in der Finsternis zu sehen und zu handeln.

 

Heilen mit Ayahuasca

»Ayahuasca ist ein Auflöser von Problemen.«
DON AGUSTÍN RIVAS
(in einem Radiointerview,
Österreichischer Rundfunk, 6/94)

Die Shipibo-Schamanen verlassen sich vollständig auf ihren Ayahuasca-Trank. Er hat sich über undenkliche Zeiten bewährt. Noch niemals ist irgendjemandem ein echtes Leid durch seinen Genuß wider­fahren. Ayahuasca ist der eigentliche Heiler; der Schamane bietet ledig­lich seine Hilfestellung an. Der Schamane strukturiert das nächtliche Ritual (Vollmondnächte gelten als besonders »stark«). Er inszeniert die kollektive Reise in die andere Welt. Die Teilnehmer bilden einen Kreis, meist im Freien auf einem Rasen oder einer Lichtung, manchmal unter einem Dach, seltener in einem Haus. Der Schamane teilt jedem Teilnehmer eine angemessene Dosis zu, nachdem er den Trank mit Gebeten und Tabakrauch geweiht hat. Er trinkt selbst Ayahuasca und bietet es auch seinen Gehilfen und Sängern ordentliche Portionen an. Die Schamanen müssen Ayahuasca zu sich nehmen um wirklich sehen zu können, was mit den Teilnehmern bzw. Patienten los ist. Wenn alle ihre Dosis eingenommen haben, geht der Schamane oder der Sänger mit einer Tabakspfeife, gestopft mit dem einheimischen, nikotinreichen Mapacho-Tabak, im Kreis herum und bläst jedem Teilnehmer eine Rauchwolke auf den Kopf. Dadurch soll die Trennung zwischen den Welten durchlässig gemacht werden, sowie der Teilnehmer von negativen Energien befreit werden.

Wer Ayahuasca trinken will, muß die eigene Verantwortung übernehmen. D.h., er muß sich aus freien Stücken der rituellen Behandlung anvertrauen. Er muß begreifen, daß er in Bezug auf seine Leiden und Krankheiten ebenfalls Selbstverantwortung überneh­men muß. Der Kranke ist es, der zu handeln hat, nicht der Schamane. Der Ayahuasca-Schamane hilft dem Kranken, wenn er es für nötig hält. Der Schamane überläßt es aber seinem Patienten, mit Hilfe der eigenen Visionen sein Problem zu erkennen. Außerdem ist Ayahuasca ein Mittel der Selbsterkenntnis; ebenso wie ein Zugang zum Jenseits: »Menschen, die Ayahuasca, Tabak oder andere Pflanzen konsumieren, gewinnen Einfluß auf die Geister des Jenseits, z.B. auf die schwarzen Schatten Verstorbener, auf tausendjährige Geister oder auch auf boshafte Naturgeister. Die magische Welt der Shipibo-Conibo kennt eine Vielzahl halb­göttlicher guter und schlechter Geister. Die guten bekämpfen die Krank­heiten und Schäden, die von den schlechten verursacht werden«. Darin sieht Guillermo Arévalo eine der herausragenden Qualitäten der Ayahuasca (1989: 181).

Der Shipibo-Schamane benutzt während seiner Zeremonie als wichtigstes Werkzeug seiner Kunst bestimmte Gesänge (huehua) und gepfiffenen Melodien.[4] Sie strukturieren die psychedelische Erfahrung der Teilnehmer.

Bei den Shipibo werden gewöhnlich drei Gesänge[5], die vor allem der Erzeugung und Nutzung von Obertönen dienen, vorge­tragen.

Der erste Gesang öffnet die Tore zur visionären Welt:

»Die Welt des Lichts öffnet sich.
Dort habe ich Freunde.
Ich lasse euch heilen…«
(ILLIUS 1991: 319f.)

Der zweite Gesang bewirkt Erbrechen, Durchfall und allgemeine Katharsis. Dieser Gesang ist therapeutisch am wichtigsten, er dient der Reinigung von Körper und Geist. Vor allem wird das Erbrechen durch messerscharfe Obertöne stimuliert.

Der dritte Gesang führt die Teilnehmer zu sich selbst zurück, zurück in die »nor­male«, »gewohnte« Welt. Haben noch einige Teilnehmer an dem Ritual Probleme, werden sie gesondert behandelt, meist besungen oder mit ätherischen Ölen oder billigen Parfüms bestäubt.

Aber »in komplizierten Behandlungsfällen bittet der Schamane den Pflanzengeist, die Krankheit zu bekämpfen. Hierfür sind gewisse Vorleistungen an den Pflanzengeist erforderlich, spezielle Regeln zu beachten: z.B. Verzicht auf Geschlechtsverkehr, auf Essen und Trinken (Abstinenz von Salz und Chilipfeffer), sich während der Behandlung zurückziehen, um nicht gesehen zu werden, ebenso wie beim Sammeln oder bei der Ver­ehrung der Pflanze«, kommentiert Guillermo Arévalo diese Aktivitäten. Er hat in 25jähriger Praxis als Ayahuasquero gelernt, daß er sich auf die »Meisterpflanzen« verlassen darf:

»Noch existiert die zeremonielle Praxis, insbesondere mit Ayahuasca, aber auch mit Toe [canachiari auf Shipibo = Engelstrom­pete; Brugmansia suaveolens]. Tabak [rome = Nicotiana tabacum] ist ein weiterer Bestandteil von Mischun­gen aus Meisterpflanzen, der hilft, die Wirkung zu beschleunigen. Diese Meisterpflanzen helfen dem Er­krankten, positive Energien zurückzuge­winnen und von physischen und psychischen Krankheiten geheilt zu werden. Der geistige Teil der Meisterpflanzen spielt hierbei eine beson­dere Rolle.« (ARÉVALO 1989: 181)[6]

Die Schamanen des amazonischen Regenwaldes haben über die Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg zahlreiche Pflanzen mit stark pharmakologischen Wirkungen mit Hilfe der Ayahuasca entdeckt und oft sehr erfolgreich eingesetzt. Bei der Behandlung von Patienten mit bestimmten Krankheiten wird die Ayahuasca für den Kranken mit einer für ihn geeigneten Heilpflanze zubereitet. Im Ritual tritt der Patient nicht nur dem Geist des Waldes gegenüber, zu­sätzlich zu der Katharsis wird sein Körper von dem Heilkraut durchspült. Es heißt, der Ayahuasca-Trank würde zudem die Heilwirkung der hinzu­gefügten Pflanzen potenzieren.[7]

Die Heilkraft des Ayahuasca liegt wahrscheinlich in der Offenbarung der visionären Welt und der damit verbundenen Schau vom Ursprung der eigenen Kultur.

Ayahuasca übt zunehmend eine starke Faszination aus. Menschen verschiedenster Herkunft, Profession und Weltanschauung können vom Zaubertrank der peruanischen Schamanen profitieren: »In Peru gibt es viele Intelektuelle, die Ayahuasca angewendet haben, um sich künstlerisch inspirieren zu lassen, und im Ausland gibt es Psychiater und Chirurgen, die diese Pflanze anwenden, um den Erfolg ihrer Operationen zu sichern. Heute werden auf der ganzen Welt Forschungen durchgeführt, um mehr über dieses erstaunliche Halluzinogen, das man Ayahuasca nennt, zu erfahren.« (RIVAS 1989: 183)

Ayahuasca-Ritualstruktur der Shipibo

Vorbereitung

Kochen der Ayahuasca (moca jene, rau)
Wahl des Ortes und des Zeitpunktes
1. Phase – Die Reise in die visionäre Welt

Ansprache des Schamanen (nishi sheamis, »Ayahuasca-Trinker«)
Gebet an die »Meister-Pflanzen« (plantas maestras) des Ortes
Weihe der Ayahuasca mit Worten und Tabakrauch
Verteilung der Ayahuasca-Dosen
Beblasen der Teilnehmer mit Tabakrauch
Singen des ersten Ayahuasca-Liedes (huehua)
ggf. Behandlung mit Duftstoffen (Aroma-Therapie)
Diagnose mit »Röntgenblick«
2. Phase – Katharsis (Reinigung)

Singen des zweiten Ayahuasca-Liedes
Auslösen von Erbrechen
ggf. Einzelbehandlungen mit speziellen Heilgesängen
Extraktion von Krankheitsursachen (chonta-Pfeile etc.)
Eingriff des Schamanen in psychische Strukturen [durch seine schamanische Heilkraft (ani shinan)]
Tabakrauch-Therapie
ggf. Empfang eines eigenen persönlichen Ayahuascagesanges
3. Phase – Rückkehr in die sichtbare Welt

Singen des dritten Ayahuasca-Liedes
ggf. Behandlung mit Duftstoffen (Aroma-Therapie)
Beendigung des Rituals
Nachbesprechung am nächsten Vormittag

Gemeinsame Gespräche und Kommentare des Schamanen im Kreis
Folgezeit

(künstlerische) Umsetzung der Visionen (mitquené-Mustern)

Literaturverzeichnis (Auswahl)
ANDRITZKY, Walter
1989 »Ethnopsychologische Betrachtung des Heilrituals mit Ayahuasca (Banisteriopsis Caapi) unter besonderer Berücksichtigung der Piros (Ostperu)« Anthropos 84: 177-201.
1995 »Sakrale Heilpflanze, Kreativität und Kultur: indigene Malerei, Gold- und Keramikkunst in Peru und Kolumbien« Curare 18(2): 373-393.
ARÉVALO VALERA, Guillermo
1989 »Gedanken zur traditionellen Medizin« in: Ch. KOBAU (Hg.), Amazonas – Mae Mañota, S. 179-181, Graz: Leykam.
1994 Medicina indígena Shipibo – Conibo: Las plantas medicinales y su beneficio en la salud. Lima: Edición Aidesep.
BELLIER, J.
1986 »Los cantos Mai Huna del yajé (Amazonía Peruana)« América Indígena 46: 129-145.
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1993 »Plants in Association with Ayahuasca« Jahrbuch für Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung 2: 21-42, Berlin: VWB.
CALLAWAY, James
1995 »Pharmahuasca and Contemporary Ethnopharmacology« Curare 18(2): 395- 398.
DELTGEN, Florian
1993 Gelenkte Ekstase: Die halluzinogene Droge Cají der Yebámasa-Indianer. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.
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1996 Leben und Sterben in Amazonien: Bei den Jivaro-Indianern. Stuttgart: Klett-Cotta.
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1970 »A Note on the Use of Ayahuasca Among Urban Mestizo Populations in the Peruvian Amazon« American Anthropologist 72(6): 1419-1422.
1972 Visionary Vine: Hallucinogenic Healing in the Peruvian Amazon. San Francisco: Chandler.
1981 »Socio-Economic Characteristics of an Amazon Urban Healer’s Clientele« Social Sciences and Medicine 15B: 51-63.
1989 »A Modern-Day Shamanistic Healer in the Peruvian Amazon: Pharmacopoeia and Trance« Journal of Psychoactive Drugs 21(1): 91-99.
1992 Amazon Healer: The Life and Times of an Urban Shaman. Bridport, Dorset: Prism Press.
GEBHART-SAYER, Angelika
1985 »The Geometric Designs of the Shipibo-Conibo in Ritual Context« Journal of Latin American Lore 11: 143-175.
1987 Die Spitze des Bewußtseins: Untersuchungen zu Weltbild und Kunst der Shipibo-Conibo. Hohenschäftlarn: Klaus Renner Verlag.
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1998 Schamanische Wissenschaften: Ökologie, Naturwissenschaft und Kunst. München: Diederichs.
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1991 Ani Shinan: Schamanismus bei den Shipibo-Conibo (Ost-Peru). Münster, Hamburg: Lit Verlag (Ethnologische Studien Bd. 12).
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1985 »Das Konzept der ‚Pflanzen als Lehrer‘ bei vier Mestizo Schamanen in Iquitos, Nordost-Peru« Curare, Sonderband (Ethnobotanik) 3/85: 178-192
1986 Vegetalismo: Shamanism Among the Mestizo Population of the Peruvian Amazon. Stockholm: Almqvist & Wiskell Internationl (Acta Universitatis Stockholmiensis, Stockholm Studies in Comparative Religion 27).
1991 »Plant Spirits in Ayahuasca Visions by Peruvian Painter, Pablo Amaringo: An Iconographic Analysis« Integration 1: 18-29.
1992 »Icaros: The Magic Melodies among the Mestizo Shamans of the Peruvian Amazon« in: E. Jean M. LANGDON & Gerhard BAER (Hg.), Portals of Power: Shamanism in South America, S. 231-253, Albuquerque: University of New Mexico Press.
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1991 Ayahuasca Visions. Berkeley: North Atlantic Books.
MCKENNA, Dennis J., Luis Eduardo LUNA & G. N. TOWERS
1995 »Biodynamic Constituents in Ayahuasca Admixture Plants: An Uninvestigated Folk Pharmacopeia« in: Richard Evans SCHULTES & Siri VON REIS (Hg.), Ethnobotany: Evolution of a Discipline, S. 349-361, Portland, Oregon: Dioscorides Press.
MCKENNA, Terence
1993 »Bei den Ayahuasqueros« in: Ch. RÄTSCH (Hg.), Das Tor zu inneren Räumen, S. 105-139, Südergellersen: Verlag Bruno Martin.
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[1995] Ayahuasca Analoge: Pangæische Entheogene. Löhrbach: Werner Pieper’s MedienXperimente (Edition Rauschkunde).
1995 »Ayahuasca – Ethnobotany, Phytochemistry and Human Pharmacology« Integration 5: 73-97.
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1994 »Ayahuasca: Der Zaubertrank« Geo Special: Amazonien 5/94: 62-65.
1997 »Ayahuasca, der Schamanentrunk von Amazonien« Naturheilpraxis 50(10): 1581-1585.
1997 Medizin aus dem Regenwald. Neckarsulm: Natura Med & Hampp.
1998 Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Aarau: AT Verlag.
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1996 Das schamanische Universum. München: Diederichs.
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1989 »Meisterpflanze Ayahuasca« in: Ch. KOBAU (Hg.), Amazonas: Mae Mañota, S.182-183, Graz: Leykam.
ROQUERO, Ana & Antón LAGUNA ROQUERO
1997 »Schwarz und Ziegelrot: Gerbstoffe in der Färbekunst Europas und Südamerikas« Kultur & Technik 2/97: 50-57.
WEISKOPF, Jimmy
1995 »From Agony to Ecstasy: The Transformative Spirit of Yagé« Shaman’s Drum Fall/95: 41-47.
Abbildungen/Dia-Legenden
1) Die Shipibo befahren die Laguna Yarinacocha und die anschließenden Wasserwege des auslaufenden Amazonasbeckens mit ihren archaischen Einbäumen.
(Foto: C. Rätsch)
2) Shipibo-Frauen tragen mit Ayahuasca-Mustern bestickte Wickelröcke.
(Foto: C. Rätsch)
3) Shipibo-Schamanen bei der Suche nach Meister- und Heilpflanzen im Dschungel.
(Foto: C. Rätsch)
4) Die Ayahuasca-Liane (Banisteriopsis caapi) wächst zwar auch wild im Wald, wird aber wegen der großes Bedarfs von Schamanen in ihren Hausgärten oder sogar auf Plantagen kultiviert.
(Foto: C. Rätsch)
5) Der Chakruna-Strauch (Psychoatria viridis) wird wegen seines DMT-Gehaltes kultiviert.
(Foto: C. Rätsch)
6) Der eingekochte Ayahuasca-Trank hat eine braune Farbe und schmeckt bitter und adstringierend. Man hat das Gefühl, die Essenz des Waldes zu trinken.
(Foto: C. Rätsch)
7) Der Lupuna genannte Weltenbaum überragt alle anderen tropischen Baumriesen.
(Foto: C. Rätsch)
8) Bei indianischen und synkretistischen Ayahuasca-Ritualen wird viel Tabak geraucht. Bevorzugt wird der sehr nikotinhaltige Mapachotabak, eine amazonische Spezialität. Die daraus gedrehten Zigaretten werden liebevoll mapachitos genannt.
(Foto: C. Rätsch)
9) Der berühmte peruanische Ayahuasquero Don Agustín Rivas spielt zugleich eine Panflöte und eine Trommel bei einer nächtlichen Zeremonie.
(Foto: C. Rätsch)
10) Eine Shipibo-Frau bemalt aus freier Hand ein großes Stück Baumwollstoff für die Herstellung einer Tunika mit den typischen Ayahuasca-Mustern.
(Foto: C. Rätsch)
11) Gemalte Ayahuasca-Muster auf einem Stoff der Shipibo.
(Foto: C. Rätsch)
12) Eine mit Ayahuasca-Mustern verzierte Holzpuppe der Shipibo.
(Foto: C. Rätsch)
13) Die Malerei eines jungen Künstlers aus der Malschule von Pablo Amaringo (USKO-AYAR in Pucallpa) zeigt die Dschungelwelt mit einer Hütte für Ayahuasca-Rituale.
Dieser Text ist eine überarbeitete und ergänzte Fassung von
Christian RÄTSCH, »Ayahuasca, oder: die Reise zum Ursprung der Kultur – Psychoaktive Therapie bei den Shipibo-Indianern«, in: Christine GOTTSCHALK-BATSCHKUS & Christian RÄTSCH (Hg.), Ethnotherapien – Ethnotherapies, Berlin: VWB (Curare Sonderband 14/98), S. 136-144, 1998.

[1] Die folgenden Ausführungen basieren hauptsächlich auf eigenen Beobach­tun­gen und Ayahuasca-Erfahrungen, die ich im Sommer 1997 an der Laguna Yarinacocha machen konnte. Dabei bin ich vor allem Guillermo Arévalo zu tiefstem Dank verpflichtet. Seine Ayahuasca ist besonders stark.
[2] siehe dazu DOBKIN DE RIOS 1970, 1972, 1981 und 1992, LUNA 1984, 1986 und 1991, MCKENNA 1993.
[3] In Amazonien werden verschiedene Bäume volkstümlich lupuna genannt; bei den Shipibo wird meist Chorisia speciosa als shono bzw. lupuna bezeichnet (ILLIUS 1991: 243).
[4] siehe dazu BELLIER 1986, KATZ & DOBKIN DE RIOS 1971, LUNA 1992; spezielle Musik (Trommeln, Obertongesänge, Techno/Psychedelic Trance, Acid Rock usw.) wird weltweit zu Vertiefung der visionären Erfahrung eingesetzt.
[5] Diese Gesänge heißen bei den urbanen Mestizo-Ayahuasqueros icaros. Die Shipibo mögen dieses Wort nicht gerne benutzen, denn ihre Gesänge sind voll­kommen anders als die europäisch beeinflußten Lieder der Mestizen (LUNA 1992).
[6] Auch westliche Psychiater und Psychotherapeuten haben begonnen, Ayahuasca – nach mehr oder weniger indianischem Modell – therapeutisch zu nutzen, u.a. bei Suchtkrankheiten (CALLA­WAY 1995, WEISKOPF 1995).
[7] vgl. ARÉVALO 1994, BIANCHI & SAMORINI 1993, LIGON 1998, MCKENNA et al. 1995, OTT 1995, RÄTSCH 1997a.

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Quelle: http://www.christian-raetsch.de/Artikel/Artikel/Ayahuasca.html

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Seit George W. Bush 2001 als neuer Präsident ins Weiße Haus einzog, hat sich die US-Politik auf nationaler Ebene grundlegend verändert. In den vergangenen rund 13 Jahren wurden die wichtigsten Republikaner, die eine Sperrminorität, manchmal auch eine Mehrheit, gegen wichtige politische Initiativen des demokratischen Präsidenten Obama bilden, buchstäblich von einem Gangster gekauft, der sich offen mit seiner finanziellen Freigebigkeit brüstet. Sein Name ist Sheldon Adelson, außerhalb Washingtons hat kaum jemand von ihm gehört. Doch die Zeitschrift Forbes listet ihn als drittreichsten Amerikaner, einen Multimilliardär, dessen Vermögen auf atemberaubende 37 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) geschätzt wird.

In dem Verfahren Citizens United vs. Federal Election Commission setzte die sehr konservative Mehrheit des Supreme Court [Oberster Gerichtshof] der USA im Januar 2010 ein fast 100 Jahre altes Gesetz außer Kraft, durch das die Höhe der Gelder, die Großunternehmen oder Privatpersonen zur Beeinflussung der US-Politik ausgeben durften, begrenzt worden war. Das Gericht gab damit Großspendern die Freiheit, praktisch unbegrenzt zu spenden.

Zu denen, die von der Möglichkeit, die dieses Urteil bot, Gebrauch machten, zählte Sheldon Adelson. Als erstes spendete er mehrere Millionen Dollar zur Finanzierung des rechtsgerichteten proisraelischen ehemaligen Senators Newt Gingrich für dessen Bewerbung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Als das scheiterte, gab er schätzungsweise 80 Millionen Dollar, vielleicht sogar mehr, an Mitt Romney, einen verheerenden Kandidaten, der vor Netanjahu katzbuckelte und zum Krieg gegen den Iran aufrief – ein Lieblingsthema Adelsons, der erst kürzlich forderte, eine Atombombe auf den Iran zu werfen.

Bei einem Treffen mit jüdischen Organisationen in New York, unmittelbar nach der Wahl von 2012, beschuldigte der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert Netanjahu, sich offen zugunsten des republikanischen Kandidaten Mitt Romney einzumischen, und zwar sowohl persönlich als auch über seinen finanziellen Förderer, Sheldon Adelson.

Die Verbindung Adelson-Netanjahu

Adelson, der in Boston geboren wurde, entstammt einer jüdischen Familie und besitzt neben dem US-amerikanischen auch einen israelischen Pass. Er zählt zu den engsten Freunden und wichtigsten finanziellen Förderern des israelischen Ministerpräsidenten Bibi Netanjahu. Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass Adelson die Organized-Crime-Verbindung zwischen Netanjahus rechtsgerichteter Likud-Partei und der Kontrolle über die Politik in Washington darstellt, und zwar sowohl über direktes Geld als auch über Adelsons finanzielle Unterstützung für AIPAC, das einflussreichste politische Aktionskomitee in Washington – das American Israel Public Affairs Committee.

Adelson hat versprochen, »koste es, was es wolle« zu bezahlen, um den nächsten republikanischen Präsidenten 2016 zu kaufen. Er unterstützt rechtsextreme und proisraelische Kandidaten wie die republikanischen Senatoren Ted Cruz und John McCain, jenen Hardliner, der bei dem neokonservativen Putsch in der Ukraine Anfang des Jahres eine maßgebliche Rolle spielte. Anfang April lud Adelson die vier führenden Kandidaten der Republikaner für 2016 in sein Kasino-Hotel in Las Vegas ein, um ihre Ansichten zu hören und zu entscheiden, wo er seine Millionen zum Kauf des nächsten US-Präsidenten investiert. Wie der israelische Journalist Uri Avnery berichtet, wurde Adelson von israelischen Bodyguards begleitet.

Vorwurf der Geldwäsche

Adelsons Milliarden stammen aus dem Besitz von Spielkasinos in Las Vegas und Macao, einer ehemals portugiesischen, heute zu China gehörenden Insel vor Hongkong. Es ist allgemein bekannt, dass der Hauptzweck von Spielkasinos darin besteht, für das organisierte Verbrechen große Geldsummen zu waschen. Offenbar benutzt er diese Gelder, um sowohl in Israel als auch in den USA Politiker zu kaufen, die seine rechtsgerichteten, kriegsbejahenden Pläne unterstützen.

Jetzt allerdings könnte Adelson erheblicher Ärger drohen. Wie der ehemalige CIA-Agent und Whistleblower Gene »Chip« Tatum unter Berufung auf Quellen im US-Justizministerium meldet, droht Adelson die Festnahme wegen Geldwäsche in Höhe von rund 364 Millionen Dollar, von denen ein Großteil angeblich in den Kauf der Stimmen republikanischer Abgeordneter im US-Kongress und in die Unterstützung von AIPAC, der einflussreichsten Lobby der israelischen Likud-Partei, floss.

Laut Tatum bereitet eine so genannte Grand Jury eine Anklage gegen Adelson vor. Ihm werde eine ganze Liste von Vergehen zur Last gelegt, darunter Geldwäsche, Missbrauch von Telefon- und Postdiensten für kriminelle Zwecke und Verschwörung. Adelsons Partner ist bereits in Haft.

Wenn der Geldstrom von Adelson in die US-Politik unterbrochen wird, könnte dies dramatische Folgen für die amerikanische Außenpolitik haben. Bleiben Sie dran, liebe Leser.

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Quelle: http://www.voltairenet.org/article183700.html

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Gruß an die Marionetten

TA KI


Die gerade Linie und die auseinanderstrebenden Lote


Messungsbeweise: Die gerade Linie und die auseinanderstrebenden Lote

In dieser Folge werde ich zwei mögliche „Beweise“ vorführen, die die Erd-Welt-Theorie untermauern. Zum einen ist es das Morrow Experiment wo man eine gerade Linie über ca. 5km Länge gebracht hat um zu erkennen ob die Erde sich konkav oder konvex krümmt! Bis heute wurde dieses Experiment nicht wiederlegt, daher ist es von wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen, immer noch aktuell und beweist nur das bei diesen Experiment die Erde sich konkav zu krümmen scheint!
Alles andere zu behaupten, ohne einen Gegenbeweis zu erbringen, wäre doch unwissenschaftlich. Warum macht es niemand, wenn es doch so selbstverständlich ist, das wir auf einer konvexen Erde leben??? Fürchten die Wissenschaftler und deren Geldgeber etwa das Ergebnis?
Zum zweiten Messungsbeweis trage ich die Lotversuche in der Tamarackmine vor, die Professor Mc.Nair jahrelang durchführte um genau das Gegenteil zu beweisen, was er immer wieder als Ergebnis bekam:
Die Lote gingen immer auseinander anstatt sich einander zu nähern, wie es bei einer konvexen Erdkugel der Fall wäre! Übrigens war Mc Nair ein Gegner der Erd-Welt-Theorie und
hatte alles mögliche verbessert um doch noch ein anderes Ergebnis zu bekommen! Vergeblich ;))

In diesen Video trage ich nur oberflächig diese Thematik vor, also als Anreiz dessen damit sich ein jeder selbst informieren kann. Denn überzeugen möchte ich mit meinen Videos nicht, sondern lediglich damit zum Selbstdenken anregen 😉

Den Schluss meines Vorworts möchte ich mit einigen Zeilen von Johannes Lang enden lassen:

„Als wissenschaftlichen Beweis lassen wir, grundsätzlich nur das Ergebnis eines Experimentes gelten. Alle durch das Expermiment gewonnenen Resultate der Forschung,  ergänzen wir dann zur umfassenden Erklärung des Naturgeschehens, zur Hypothese. Bis zum Beweise des Gegenteils unterstellen wir demnach,  eine sich durch die einfachste Art des Erklärens des Unbekannten,  mittels des durch das Experiment Bekannten ergebende Hypothese als wahr. Der Gegner einer solchen Hypothese muß also stets nachweisen,  daß diese entweder mit dem Ergebnis eines Experimentes in Widerspruch steht,  oder das Unbekannte einfacher zu erklären ist. Er muß dann seinerseits die Hypothese verbessern oder eine neue aufstellen. Auf diese Weise werden wir der absoluten Wahrheit immer näher kommen, bzw. sie erreichen.

Quelle:
Welt, Mensch und Gott @ Johannes Lang

Weitere Informationen:

J.L. – Hohlwelttheorie PDF
https://archive.org/details/Innenweltlang

http://www.innenweltkosmos.de/

http://autarkes-rattelsdorf.blogspot.de/2012/03/gesamtuberblick-innenweltkosmoshohlwelt.html

***Fehlerfreie Rhetorik ,(Vor)lese und Rechtschreibfehler natürlich ohne Gewähr***

*** Die Gedanken des Videoerstellers müssen nicht zwangsläufig,
mit der Meinung des Verfassers der angebenen Quelle konform gehen… ***

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LG Chembuster33

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…danke an Chembuster 33

Gruß an

TA KI

 

 

Meditation mit offenen Augen


 

Der visuelle Weg zur Entwicklung des inneren Sinns –

  von Floco Tausin

Feine Gesichtszüge und graue Betonblöcke, monotoner Verkehrslärm und schallendes Gelächter, kratzender Zigarettenrauch und reizendes Parfüm, süsse Baklava und scharfe Samosas, weiche Kissen und harte Bänke – was wir als unseren Alltag kennen, ist eine Flut von verschiedenartigen Informationen, die wir durch unsere fünf Sinne aufnehmen und im Gehirn zu einem ganzheitlichen Bild zusammensetzen. Die Sinnesorgane sind die Tore unseres Körpers, sie verbinden die Aussenwelt mit der Innenwelt und bestimmen in Abhängigkeit von unserem Bewusstseinszustand, wie wir diese Welt wahrnehmen.

Kein Wunder, schenkten spirituell wache Menschen im Osten wie im Westen ihren Sinnen seit jeher eine grosse Aufmerksamkeit. Indische Philosophen etwa studierten sehr genau das Zusammenspiel von Sinnesorganen, Sinnesobjekten, Denken und Bewusstsein – und kamen darauf, dass eine ungezügelte Sinnestätigkeit auf dem Weg zur Selbst- bzw. Gotteserkenntnis ein Hindernis darstellt. So heisst es in der Bhagavadgita: „O Sohn der Kunti, die Sinne sind ungestüm und beherrschen den Geist sogar desjenigen Menschen, der um Unterscheidungsvermögen bemüht ist.“ Sinnesglück gilt als trügerisch, denn es sei „am Anfang wie Nektar und am Ende wie Gift. Dieses Glück wird ‚Leidenschaft’ genannt.“

Heisst das nun, dass wir die Augen verschliessen und die Ohren verstopfen sollten, wenn wir um ein spirituelles und bewussteres Leben bemüht sind? Natürlich nicht, vielmehr geht es darum, unsere Sinnestätigkeit auch für die Bewusstseinsentwicklung dienlich zu machen. Dazu haben uns die Weisen früherer Zeiten ein wunderbares Instrument zur Hand gegeben: die Meditation.

Die Meditation wird heute bei uns oft losgelöst von einer spezifischen Religion gelehrt, teilweise als therapeutisches Mittel gegen Stress, Anspannung, emotionale Probleme etc. Zweifellos wird das Praktizieren unsere Sinnestätigkeit stets von neuem beruhigen und einer Überreizung unserer Sinnesorgane, die uns unruhig und unzufrieden macht, entgegenwirken. Doch die Meditation geht über eine therapeutische Anwendung hinaus: Sie ist ein Mittel zum Zweck, eine Stufe, die zu mehr führen sollte: Der oder die Praktizierende versucht zu einer Erkenntnis der Welt und von sich selbst zu gelangen, die ungetrübt ist durch Gedanken und Gefühle.

 

Der innere Sinn

Wir können davon ausgehen, dass eine solche subtile Erkenntnis durch die Verbindung eines subtilen Sinnesorgans mit einem subtilen Sinnesobjekt zustande kommt. Diesen subtilen Sinn bezeichne ich in Anlehnung an meinen Lehrer, den im Schweizer Emmental lebenden Seher Nestor, als „inneren Sinn“. Nestor versteht diesen inneren Sinn nicht als sechsten Sinn, sondern als Zusammenfassung aller fünf Sinne. Der innere Sinn steht somit in unmittelbarer Beziehung zu den körperlichen Sinnen, welche durch diesen „verinnerlicht“ werden.

Alleshendes Auge im Aachener Dom

Das Allsehende Auge am Aachener Dom.

Obwohl dieser innere Sinn keine offensichtliche physiologische Entsprechung hat, wird er von vielen Kulturen symbolisch in seinem visuellen Aspekt dargestellt, dem dritten Auge. In den östlichen Religionen symbolisiert das dritte Auge göttliche Weisheit und Befreiung; berühmt ist seine tantrische Entsprechung im zweiblättrigen Anja Chakra zwischen den Augen. Im Christentum kann das „einfältige“ oder „durchlässige“ Auge bei Mt. 6, 22 sowie das göttliche allsehende Auge in einem Dreieck als drittes Auge verstanden werden. Und selbst in der westlich-wissenschaftlichen Tradition gibt es Vorstellungen von einem inneren Auge, welches mehr wahrnehmen kann als die üblichen optischen Reize. Dieses wird mit bestimmten Hirnbereichen wie der Zirbeldrüse assoziiert.

Rene Descartes

Die Beziehung zwischen Wahrnehmung, Seele und Zirbeldrüse nach René Descartes.

 

Meditation zur Entwicklung des inneren Sinns

Viele von uns haben in der Meditation erste Aspekte eines erwachenden inneren Sinns kennen gelernt, beispielsweise subjektive visuelle Erscheinungen, ekstatische Gefühle oder intuitive Einsichten. Doch damit dieser Sinn zur vollen Blüte gelangt, sind Jahre und Jahrzehnte der Übung notwendig. Ein Mensch, der bereit ist zu üben, sollte eine Meditationsmethode wählen, die direkt mit dem inneren Sinn, bzw. mit dessen Objekten und Funktion, arbeitet.

Ein guter Ausgangspunkt für eine solche Meditation sind die Yoga Sutras des Patanjali. Sein achtgliedriger Stufenweg befasst sich zunächst mit ethischen Lebenshaltungen sowie Körper- und Atemübungen. Diese Übungen führen zu geistiger und körperlicher Ausgeglichenheit und sind Voraussetzungen für ein gutes Gelingen der Meditation. Die vier aufeinander folgenden Stadien der Meditation sind: das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara), die Konzentration (Dharana), die Meditation (Dhyana) und die Versenkung bzw. Kontemplation (Samadhi). Diese Meditation kann über grobe oder feinstoffliche Objekte angewendet werden.

 

Grobstoffliche Meditationsobjekte

Materielle Meditationsobjekte werden mit den Augen, nicht mit dem inneren Sinn wahrgenommen, doch die Konzentration auf sie kann zu subtilen Erscheinungen führen. Die Meditation über grobstoffliche Objekte sollte das dritte Auge in seiner Funktion unterstützen, zwischen den beiden Hirn- bzw. Bewusstseinshälften zu vermitteln und uns unsere rechte intuitiv-emotionale Seite sowie unsere linke rational-analytische Seite bewusst zu machen und miteinander in Einklang zu bringen. Dies gelingt am besten mittels Schieltechniken, die im Osten wie im Westen entwickelt worden sind. Hier müssen allerdings zwei verschiedene Arten des Schielens auseinander gehalten werden: Das Gehen-Lassen der Augen, wobei sich der Konzentrationspunkt hinter den betrachteten Gegenstand verlagert; und das konzentrative Nach-innen-Richten der Augen, bei dem der Konzentrationspunkt vor den betrachteten Gegenstand, zum Betrachter hin rückt. Um diese beiden Arten besser auseinander zu halten, nennt der Seher Nestor die zweite, für die Meditation richtige Art des Schielens das „Doppeln“.

Die einfachste Übung des Doppelns ist das Schauen auf die Nasenwurzel, nach der Art indischer Yogis. Das konzentrative Schielen kann aber auch auf Gegenstände geschehen. So berichtet z.B. Carlos Castaneda vom „Gaffen“, einer Sehtechnik, die zunächst die Fixierung des Blicks auf einen Gegenstand meint, ähnlich wie die yogische Reinigungsübung Trataka. Manchmal wird sie aber mit einem Schielen kombiniert, wo der oder die Übende die zwei Bilder auseinander schiebt und dadurch zwei gleich geformte Gegenstände übereinander lagert. Die Konzentration auf diese Überlagerung synchronisiert die beiden Bewusstseinshälften und erzeugt bei regelmässiger Praxis eine Tiefenwahrnehmung, die den Übenden in andere Sphären des Bewusstseins trägt.

Ein weiteres Beispiel für diese Art der Meditation ist die Meditation mit den Tafeln von Chartres. Hierbei handelt es sich um drei legendäre geometrische Figuren gleicher Fläche (Rechteck, Quadrat, Kreis), welche als rote und blaue Metallplatten in abwechselnden Farbreihen vor sich ausgelegt und gedoppelt werden, so dass eine überlagerte dritte Tafelgruppe in der Mitte erscheint. Das Wissen um diese alte Meditationsform wurde von Zigeunern bewahrt und erstmals durch Pierre Derlon veröffentlicht.

Gralstafeln von Chatres

Die Tafeln von Chartres

 

Die feinstofflichen Objekte: Subjektive visuelle Phänomene

Feinstoffliche Meditationsobjekte können zwar auch Gefühle und Gedanken sein, doch für die Entwicklung des inneren Sinns eignen sich jene Objekte besonders gut, die sich durch eine Verbindung des inneren Sinns mit dem Augensinn ergeben. Gemeint sind die subjektiven visuellen Phänomene, die in der Physiologie als „entoptische Erscheinungen“ bekannt sind und nur teilweise erklärt werden können. Entoptische Erscheinungen sind solche Phänomene, die der Betrachter ausserhalb von sich zu sehen glaubt, die aber in ihm selbst entstehen. Dazu gehören z.B. kontrastfarbene Nachbilder, aufleuchtende Sternchen, bewegliche Punkte und Fäden im Blickfeld („Mouches volantes“), sowie geometrische Strukturen, die in veränderten Bewusstseinszuständen durch Trance und Ekstasetechniken auftreten können. Solche entoptischen Erscheinungen wurden von Menschen seit jeher beobachtet, mit religiöser Bedeutung versehen und als Konzentrationsobjekte verwendet. Davon zeugen die geometrischen Muster in der Kunst heutiger und längst vergangener Gesellschaften, bei denen bewusstseinsverändernde Praktiken und Trance zum religiösen Ritual gehören.

 

Meditation über bewegliche Punkte und Fäden

Die vier Stufen der Meditation nach Patanjali sollen nun anhand eines dieser subjektiven visuellen Phänomene erklärt werden, auf das ich durch meinen Lehrer hingewiesen worden bin: Bewegliche, transparente Punkte und Fäden, die in unserem Blickfeld schwimmen und beim Blick darauf normalerweise wegdriften. Viele Menschen haben sie schon bewusst wahrgenommen, die meisten achten allerdings nicht darauf, und einige wenige stören sich sogar an ihnen. In der Augenheilkunde wird dieses Phänomen irrtümlicherweise für eine Art von Glaskörpertrübung gehalten und zusammen mit anderen realen Glaskörpertrübungen als „Mouches volantes“ (frz. für fliegende Mücken) bezeichnet.

Bewegliche Punkte

Bewegliche transparente Punkte und Fäden im Blickfeld

Wer diese Punkte und Fäden sehen kann, hat ein erstklassiges Meditationsobjekt zur Hand: Sie bilden bei jedem von uns ein individuelles Muster und sind somit ein unverwechselbarer Ausdruck unserer Selbst, so wie ein Daumenabdruck. Wir brauchen sie nicht mit uns herumzutragen und können trotzdem über sie meditieren, wann und wo wir wollen – ein kraftvoller Augenaufschlag genügt um sie in unser Blickfeld zu holen. Die Meditation über unsere Punkte und Fäden ist zudem eine Meditation mit offenen Augen, die als solche den Vorzug hat, uns wach zu halten und uns mit der Energie des Tageslichtes zu versorgen.

Die erste der vier Stufen des Meditationsprozesses nach Patanjali ist das Zurückziehen der Sinne. Dies bedeutet, dass wir die Objekte des inneren Sinnes, die Punkte und Fäden, in unser Blickfeld holen und bewusst auf sie schauen. Dabei passiert es, dass wir unsere fünf Sinne von den materiellen Sinnesobjekten zurückziehen und die Energie, die sie normalerweise für ihr Funktionieren brauchen, in den inneren Sinn leiten. In dieser ersten Stufe kundschaften wir unsere Punkte und Fäden aus, lernen ihre Formen, Konstellationen und Bewegungen kennen, sehen, dass es Punkte und Fäden im linken wie im rechten Bewusstsein gibt, und dass wir uns immer nur auf eine Seite konzentrieren können.

Dabei stellen wir fest, dass es nicht einfach ist, diese Punkte und Fäden zu betrachten, denn sie driften dauernd weg, tendenziell nach unten. Nur durch die Neuausrichtung unseres Blicks vermögen wir sie im Blickfeld zu halten. Hier haben wir einen direkten körperlich-visuellen Ausdruck dessen, was Patanjali „Vrittis“ nennt: subtile Wellen, die durch unsere Reaktion auf Reize von innen oder aussen entstehen. Die Vrittis hindern uns an einer längeren Konzentration, denn sie erzeugen Eindrücke in unserem Bewusstsein, die wiederum auf bestimmte Reize reagieren. Diese Neuausrichtung (in der indischen Philosophie auch Fluktuation oder Modifikation genannt) findet auf verschiedenen Ebenen statt: Jeder neue Gedanke, jede Gefühlsregung, jede Ausrichtung des Blicks zeugt von einer Beendigung und Neuanfang der Konzentration. Die Meditation über unsere Punkte und Fäden zeigt uns also stets, wie gross unsere Konzentration bereits ist.

Mit zunehmender Erfahrung im Sehen erreichen wir die zweite Stufe, die Konzentration. Sie zeigt sich darin, dass wir diese Punkte und Fäden besser und länger im Blickfeld halten können, und dass sie allmählich kleiner, schärfer und leuchtender werden. Auch Patanjali spricht in mehreren Versen von der Steigerung des Lichts, das in der Meditation geschieht und nennt das strahlende Licht als möglichen Konzentrationsgegenstand, welcher zum Wissen um das Subtile führe. Dieses Licht kann in den Punkten und Fäden direkt gesehen werden, weshalb Nestor von einer Leuchtstruktur spricht.

Gelingt es uns, die Punkte und Fäden längere Zeit ohne Neuausrichtung des Blicks festzuhalten, haben wir die Stufe der Meditation erreicht. Die Punkte sind nun ruhig, fliessen nur noch wenig und leuchten klar. Unsere Aufmerksamkeit ist nun ununterbrochen auf die Punkte und Fäden der rechten oder der linken Seite ausgerichtet, der innere Sinn dominiert die fünf physiologischen Sinne.

In der letzten Stufe, der Kontemplation, ruhen unsere fünf Sinne nun vollends. Der innere Sinn ist vollständig erwacht und lässt uns unmittelbar und mit grosser Intensität die wahre Bedeutung dieser Kugeln und Fäden und ihre Beziehung zu uns selbst erkennen und fühlen. In der indischen Philosophie hat die kontemplative Erkenntnis oft eine mystische Qualität, insofern der Seher mit dem Gesehenen identisch wird und dabei die befreiende Erkenntnis seines wahren Selbstes erfährt.

 

Literatur

Carlos Castaneda: Die Reise nach Ixtlan, Frankfurt a. M. (Fischer) 1972

Pierre Derlon: Die Gärten der Einweihung, Basel (Sphinx Verlag) 1978

T. K. V. Desikachar: Yoga. Tradition und Erfahrung. Die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patañjali, Petersberg (Via Nova) 1997

J. D. Lewis-Williams / T. A. Dowson: The Signs of All Times, in: Current Anthropology, vol. 29, nr. 2, April 1988

George Pennington: Die Tafeln von Chartres. Die gnostische Schau des Westens, Düsseldorf (Patmos) 2002

Floco Tausin: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Bern (Leuchtstruktur Verlag) 2004

http://en.wikipedia.org/wiki/Third_eye

http://en.wikipedia.org/wiki/Eye_of_Providence

http://hometown.aol.de/_ht_a/mcmanis31/Uni/das_selbstwertgefuehl_bei_kindern-Teil5.htm

http://www.familie-greve.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=110

http://home.arcor.de/ralflehnert/id53.htm

http://www.ipn.at/ipn.asp?ALH

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Quelle: http://www.transwelten.de/Phaeno_MeditationAugen.htm