Chinesische Polizisten sollen in Paris patrouillieren


Die Chinesen sind die eifrigsten Käufer von Luxusgütern. Im Ausland tragen sie viel Bargeld bei sich, einige werden deshalb überfallen. Uniformierte Landsleute sollen sie jetzt schützen.

chinesische-polizisten-bald-zum-schutz-ihrer-landsleute-in-europa-unterwegsKein anderes Volk ist so versessen auf teure Produkte wie die Chinesen. Nach Angaben der Beratungsagentur Bain & Co. kaufen die Bewohner der Volksrepublik und ihre im Ausland lebenden Landsleute ein Viertel aller Luxusprodukte auf der Welt. Bei einem geschätzten Globalvolumen von 212 Milliarden Euro sind das 53 Milliarden Euro.

Der Abstand zu den Europäern, Amerikanern oder Japanern wird immer größer. Die Beratungsgesellschaft McKinsey erwartet, dass schon 2015 jedes dritte Luxusgut an Chinesen gehen wird. Das wäre eine größere Portion, als ihrem Anteil an der Weltbevölkerung entspricht. 1995, vor kaum einer halben Generation, stellten die Chinesen auf den teuren Märkten erst ein Prozent der Käufer.

Besonders gern decken sich die wohlhabenden Asiaten im Ausland ein: weil sie dort vom starken Renminbi profitieren, weil sie weniger häufig Fälschungen aufsitzen, weil die hohen Steuern und Zölle in ihrer Heimat entfallen, und weil sich das Shopping mit einer hübschen Reise verbinden lässt.

Seit 2012 sind die Chinesen Reiseweltmeister vor den Deutschen, sowohl was ihre Zahl als auch was ihre Gesamtausgaben im Ausland angeht. Den Marktforschern des Fung Business Intelligence Centres in Hongkong zufolge legten die Chinesen 2013 zum Neujahrsfest – ihrer Hauptreisezeit – jenseits der Grenzen rund 6,3 Milliarden Euro für Luxusgüter auf den Ladentisch. In einer Umfrage gaben fast drei Viertel aller Reisenden an, im Ausland regelmäßig solche teuren Produkte einzukaufen.

Touristen aus China sind für Gauner leichte Beute

Das Hauptziel in Europa ist Frankreich, die Heimat vieler edler Mode-, Taschen- und Schmuckmarken. Im vergangenen Jahr kamen 1,5 Millionen Chinesen ins Land und ließen dort mehr als 570 Millionen Euro. Bis 2020 dürfte die Zahl der Besucher auf zwei Millionen steigen.

Die Entwicklung freut nicht nur Marken wie Louis Vuitton oder Cartier, zu deren wichtigsten Kunden sich die Chinesen entwickelt haben, sondern auch manchen Spitzbuben. In Paris fielen die Gäste aus Fernost besonders häufig Verbrechen zum Opfer, schreibt die Zeitung „China Daily“ heute in einem ganzseitigen Artikel.

„Der Hauptgrund, warum Chinesen angegriffen werden, ist, dass sie dafür bekannt sind, Bargeld bei sich zu tragen“, sagte Xie Yanjun dem Blatt. Er ist Professor an der Chinesischen Akademie für Tourismus in Peking. Da der Renminbi nicht konvertibel sei, handele es sich fast immer um die Währung des Gastlandes. Kreditkarten und andere Zahlungsmittel könnten oder wollten die Chinesen nicht nutzen.

Dem Artikel zufolge bestehen nicht nur die chinesischen Behörden auf einem besseren Schutz ihrer Landsleute in Paris, sondern auch das Comité Colbert, ein Verband der 75 größten Luxusgüterhersteller. Der Zeitung zufolge hat der französische Innenminister daraufhin chinesische Polizisten eingeladen, gemeinsam mit ihren ortsansässigen Kollegen Streife zu laufen – um die Touristen zu mehr Vorsicht zu mahnen, um ihnen als Ansprechpartner zu dienen und auch, um mehr Präsenz dort zu  zeigen, wo die fernöstlichen Gäste sich ballen und möglicherweise zur Zielscheibe werden.

Zwar ist zunächst nur an acht bis zehn französischsprachige Beamte aus China gedacht. Auch werden sie unbewaffnet sein und kein Recht haben, Festnahmen vorzunehmen. Aber immerhin wäre der Einsatz für die chinesische Polizei der erste dieser Art in einer ausländischen Stadt.

Japan macht schlechte Stimmung an den Börsen

Viel Geld in schöne und gute Dinge zu stecken ist allemal besser, als es an der Börse zu verlieren. Das widerfährt vielen Anlegern in Asien heute: Der Regionalindex MSCI Asia Pacific fällt weiter, im frühen Handel um 0,2 Prozent; somit befindet er sich in der längsten Abwärtsphase seit Januar.

Der Hauptgrund für die schlechte Stimmung an den Börsen ist in Japan zu finden. Dort steigt die Landeswährung Yen auf einen Wert nahe dem Drei-Monats-Hoch. Ein derart ungünstiger Wechselkurs gegenüber dem Dollar verteuert japanische Waren auf den Weltmärkten, was der exportabhängigen Wirtschaft schwer zusetzen kann.

Manchmal bedarf es also gar keiner Diebe oder Räuber, um unfreiwillig Geld loszuwerden. Die Finanzmärkte schaffen das ähnlich gut.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fruehaufsteher/uebergriffe-gegen-touristen-chinesische-polizisten-sollen-in-paris-patrouillieren-12949752.html

Gruß an die Aliierten, die so langsam näher kommen

TA KI

 

2 Kommentare zu “Chinesische Polizisten sollen in Paris patrouillieren

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