Der Film vorm Feiertag: Momo


Das Waisenmädchen Momo wird von dem Straßenkehrer Beppo in einem alten Amphitheater gefunden. Die Nachbarn der Umgebung kümmern sich um Momo, die wiederum ihre Zeit und Aufmerksamkeit ihren Mitmenschen widmet. Sie hört ihnen zu und stellt Fragen, wobei die häufig von ihr gestellte Frage „Warum?“ die Mitmenschen oft veranlasst, ihr Handeln grundlegend zu überdenken.
Die Situation ändert sich, als sich die grauen Herren der Zeit der Erwachsenen bemächtigen. Sie sind Vertreter der Zeitsparkasse und sammeln die Zeit der Menschen, um sie selbst zu verbrauchen. Momo erkennt das und versucht sich mit ihren Spielkameraden zu wehren, dadurch gerät sie ins Visier der grauen Herren. Der Verwalter der Zeit, Meister Hora, erkennt ebenfalls die Gefahr und führt Momo durch seine Helferin, die Schildkröte Kassiopeia, zu sich in sein Haus in Sicherheit. Er weiht Momo in die Geheimnisse der Zeit ein und gewinnt das Mädchen für seinen Plan, die Menschen von den grauen Herren zu befreien.
Meister Hora hält die Zeit an, während Momo aus der zeitlosen Sphäre Horas mit einer Stundenblume in die normale, jedoch angehaltene Zeit zurückkehrt. Die grauen Herren, die durch das Anhalten der Zeit keinen Nachschub mehr an neuer Zeit erhalten, fürchten um ihre Existenz und versuchen, Momo die Stundenblume abzunehmen. Gleichzeitig reduzieren sie ihre Zahl, damit die wenigen verbleibenden Herren länger mit der verbleibenden Zeit leben können. Es gelingt ihnen aber nicht, Momo zu überwältigen, und so lösen sich am Ende auch die letzten grauen Herren auf, im Kampf gegen Momo und gegen sich selbst.

Quelle:https://www.youtube.com/watch?v=Jd0DbnHHOHs

Gruß an die Zeit

TA KI

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Die Nato braucht den Kalten Krieg


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Die Nato beabsichtigt, Truppen an den russischen Grenzen zu stationieren. Nach den Angaben der Zeitung „The Sunday Times“ werden derartige Pläne in der nächsten Woche ein Erörterungsgegenstand beim Verteidigungsministertreffen der Allianz sein. Im Nato-Hauptquartier erklärt man schon jetzt, die mit Moskau unterzeichnete „Grundakte über Zusammenarbeit“ habe ihre Kraft eingebüßt.

Die Nato und Russland unterzeichneten die sogenannte „Grundakte über gegenseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit“ im Jahr 1997. Brüssel und Moskau waren übereingekommen, dass die westlichen Staaten keine bedeutenden militärischen Kräfte östlich der Elbe stationieren werden. Nun aber erklären die Nato-Funktionäre, diese Grundakte sei in Kraft gewesen, solange die Lage die frühere gewesen sei und beide Seiten deren Bedingungen eingehalten hätten. Doch seitdem Russland, wie man in der Nato sagt, die Krim „annektiert“ hat, habe sich alles verändert.

Nur hatte sich die Lage nicht erst in diesem März verändert, als sich die Bürger der Krim bei einem Referendum für die Eingliederung ihrer Republik in den Bestand Russlands ausgesprochen hatten. Schon in den 1990er Jahren, nach dem Zerfall der Sowjetunion, stand die Frage, ob die Existenz der Nordatlantik-Allianz einen Sinn hat, da die Organisation des Warschauer Vertrags mit dem Zerfall der Sowjetunion ihre Existenz eingestellt hatte. Brüssel versprach damals hoch und heilig, den Einfluss der Allianz nicht gen Osten auszudehnen. Doch innerhalb weniger Jahre seien fast alle Staaten des ehemaligen sozialistischen Lagers in die Nato aufgenommen worden, bemerkt der stellvertretende Direktor des USA-und-Kanada-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, Pawel Solotarjow.

„Damals wurde klar, dass sich diese Organisation wohl kaum selbst auflösen wird, ist sie doch das Hauptinstrument des Einflusses der Vereinigten Staaten in Europa. Russland meinte, da wir keine Gegner mehr seien, könne man zu einer Annäherung schreiten. Ungeachtet seiner Rhetorik, dass eine Zusammenarbeit notwendig sei, nutzte der Westen die Nato in seiner Realpolitik zur Ausdehnung seiner Einflusssphäre nach Osten.“

Der Experte meint, die Nordatlantikallianz habe es sich zu ihrer Hauptaufgabe gemacht, Russland aus dem postsowjetischen Raum zu verdrängen.

Der Experte des Instituts für die Länder der GUS, Valeri Jewsejew, sagt Folgendes:

„Gegenwärtig sind die Beziehungen zwischen Russland und der Nordatlantik-Allianz außerordentlich schwer. Die Länder der Nato verstärken ihre Präsenz nahe der Grenzen der Russischen Föderation. Russland muss das beunruhigen. Und von diesem Standpunkt aus muss man unter Berücksichtigung der äußerst ernsthaften Zuspitzung in den Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel bezüglich der Ukraine-Krise mehrere Schritte zur Milderung der Spannung unternehmen. Von russischer Seite her wurde ein solcher Schritt getan. Er ist mit dem Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze verbunden.“

Der Experte meint, das Hauptziel einer Stationierung von Nato-Truppen an den Grenzen zu Russland sei der Wunsch, die eigene Existenz zu rechtfertigen. Zu diesem Zweck wird ein äußerer Feind gebraucht. Und den fand man in Gestalt Moskaus. Nur auf diese Weise kann Washington seinen Bündnispartnern die Notwendigkeit der Nordatlantik-Allianz beweisen.

Das zu beweisen, wird aber immer schwieriger. Zum Beispiel weigert sich Berlin, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, wie es Brüssel fordert. Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble tritt gegen eine Aufstockung des Militärhaushalts Deutschlands als Reaktion auf die Ukraine-Krise ein. Er sagte, in der gegebenen Situation wäre ein solcher Schritt keine sehr weise Politik. Außerdem sprach sich der Minister gegen eine Stationierung von Nato-Truppen in den osteuropäischen Staaten aus. Schäuble ist überzeugt, dass Derartiges die Situation nur zuspitzen würde.

Der russische Präsident Wladimir Putin erinnerte die westlichen Partner daran, dass Russland und die Nato tatsächlich fruchtbar zusammenarbeiten könnten. Er sagte, gemeinsame Bemühungen seien gefragt – so hinsichtlich der allgemeinen Sicherheit, des Schutzes vor dem Terrorismus, des Kampfes gegen den Drogenschmuggel. Um all diese Probleme zu meistern, sind konsolidierte Bemühungen erforderlich. Aber nicht um zu beweisen, wer der Hausherr in der Welt sei, wie es die Nordatlantik-Allianz tut.
Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_05_27/Die-Nato-braucht-den-Kalten-Krieg-1507/

Gruß nach Rußland

TA KI

Ureinwohner schießen mit Pfeil und Bogen auf Polizisten -ihnen drohen Reservateverkleinerungen wegen Fußball WM


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 Ureinwohner haben in der brasilianischen Hauptstadt Brasília gegen die FußballWM protestiert und die Polizisten mit Pfeil und Bogen beschossen. Die Unruhen vor dem neuen Nationalstadion führten dazu, dass die Ausstellung des WM-Pokals abgebrochen werden musste.

Eines der Geschosse durchbohrte das Bein eines Polizisten. Er musste sich operieren lassen. Zudem seien zwei Ureinwohner verletzt worden, sagte eine Aktivistengruppe der Zeitung „Globo“. Wie sie zu Schaden kamen ist jedoch ebenso unklar wie ihr Zustand.

Polizei mit Knüppeln und Tränengas

Die Gruppen einer Obdachlosen-Bewegung (MSTS) sowie indianischer Ureinwohner mit traditionellem Kopfschmuck hatten sich für den Kundgebungs-Marsch zusammengeschlossen. 700 Polizisten versuchten, den Protestzug von 2000 Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas zu stoppen.

Anlass der Proteste waren Klagen indigener Volksgruppen über geplante Gesetze, die eine Verkleinerung ihrer Reservate vorsehen. Den rund 300 Aktivisten schlossen sich auch Demonstranten an, deren Zorn sich gegen die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft richtet. Grund sind die Milliardensummen, die das Großereignis verschlungen hat.

Der WM-Pokal war tagsüber auf seiner Tour durch brasilianische Städte ausgestellt worden. Die bis 21 Uhr angesetzte Veranstaltung mit WM-Botschafter Bebeto wurde schon gegen 17 Uhr abgebrochen und der Pokal in Sicherheit gebracht.

Der Stadionneubau in Brasília ist besonders in die Kritik geraten. Er kostet Brasilien mit umgerechnet etwa 620 Millionen Euro fast dreimal so viel wie ursprünglich veranschlagt. Das Geld sollte aus Sicht vieler Brasilianer besser in die Verbesserung der maroden öffentlichen Dienste fließen.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_69619882/proteste-gegen-wm-2014-ureinwohner-proben-aufstand-in-brasilien.html

Gruß an die Indianer

TA KI

Molkerei vertreibt Teufel aus dem Strichcode


strichcode

Verschwörungstheoretiker machen vor nichts Halt, auch nicht vor dem Barcode auf Verpackungen. Eine russische Molkerei will in den Strichen den Leibhaftigen ausgemacht haben und bekämpft ihn konsequent.

Von Julian Hans, Moskau

Zu dem Wenigen, was man über den Satan weiß, gehört, dass er sich gern verkleidet. Im Mittelalter mag er als Schlange oder Ziegenbock noch gut durchgekommen sein. In der Klassik als Pudel, doch in der modernen, digitalen Welt, die alles kriechende und müffelnde Getier aus ihrem Lebensraum verbannt hat, wird es kompliziert. Dem Satan wird einige Verwandlungsfähigkeit abverlangt. Damit wird die Abwehr des Bösen allerdings auch nicht leichter.

Die russische Molkerei Russkoje Moloko hat nun bekanntgegeben, dass sie schon seit Jahren einen entschlossenen Kampf gegen den Leibhaftigen führt. Kunden hätten immer wieder gefragt, warum der Strichcode auf den Verpackungen von Milch, Kefir und Butter der Marke mit einem roten Kreuz durchgestrichen sei, heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite des Unternehmens. Es sei lange bekannt, dass in jedem Strichcode unsichtbar die Zahl 666 verborgen sei, nämlich in den drei längeren Doppelstrichen am Anfang, am Ende und in der Mitte des Barcodes. Von der 666 aber heißt es in der Offenbarung des Johannes, sie sei die „Zahl des Tieres“.

Als der Strichcode erfunden wurde, sei die Zahl des Antichristen mit Absicht verwendet worden, „zumindest aus schwarzem Humor, wahrscheinlich aber aus Feindschaft gegen Gott“, so Russkoje Moloko. Die Firma kann nicht ganz auf den Code verzichten, sonst könnten die Supermärkte die Produkte nicht mehr abrechnen und würden sie aus dem Sortiment nehmen. Also behilft man sich damit, sie durch ein rotes Kreuz zu „neutralisieren“. Für Scannerkassen bleiben sie damit lesbar. Aber der Satan muss draußen bleiben, so die Idee.

Der Teufel am Frühstückstisch

Geschichten um den Teufel hinter dem Strichcode verbreiten sich bereits seit einigen Jahren unter Esoterikern und Anhängern von Verschwörungstheorien. Allerdings herrscht keine Einigkeit unter den Mahnern: Manche sind der Auffassung, der Strichcode sende schädliche Strahlen aus. Andere, wie die russischen Molkereibesitzer, sehen in dem Linienmuster einen Weg, auf dem sich Satan in die Kühlschränke und auf die Frühstückstische der Menschen schleicht, die ihn dann ahnungslos mit einem erfrischenden Glas Kefir in sich aufnehmen.

Beide Gruppen lassen sich nicht von Fakten beirren; dass auf Papier gedruckte Striche keine Strahlen aussenden können und dass es sich um einen Binärcode handelt – der also nur 1 und 0 enthält – konnte die Bedenken bislang nicht bei jedermann zerstreuen. Vor einem Jahr hatte die österreichische Bio-Marke Sonnentor eine ähnliche Praxis wieder aufgegeben; besorgte Kunden müssen nun selbst durchstreichen.

Das empfiehlt übrigens auch Russkoje Moloko für alle Produkte anderer Hersteller. Wassilij Bojko-Welikij, der 45-jährige Präsident der Firma, ist für seine fundamentalistischen Ansichten bekannt. So verordnete er im Jahr 2010 all seinen Mitarbeitern einen Kurs „Grundlagen der Orthodoxen Kultur“. Auch mit dem Teufel hat er nicht zum ersten Mal zu tun: Als 2007 gegen ihn ermittelt wurde, weil er sich Land durch Betrug angeeignet haben soll, erkannte Bojko-Welikij dahinter „den Feind des Menschengeschlechts und seine Diener in satanischen Sekten“

Karlspreis (29. Mai) 2014 geht an : Herman Van Rompuy


Reports to the Parlement about the European CouncilKarlspreisträger wird am 29. Mai 2014, dem Christi–Himmelfahrt Tag, im Krönungssaal des Aachener Rathauses an

Herman van Rompuy verliehen.

 

In Würdigung “seiner bedeutenden Verdienste als Mittler und Konsensbildner und zugleich als wichtiger Impulsgeber der europäischen Einigung“ erhält der Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy im Jahre 2014 den Internationalen Karlspreis zu Aachen. Das gaben heute der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, bekannt. Pragmatisch und handlungsstark sowie mit großer Integrität und Integrationskraft leiste Van Rompuy „einen maßgeblichen Beitrag zur Konsolidierung und Weiterentwicklung des Vereinten Europas“.

Der Preis wird am 29. Mai 2014, dem Christi–Himmelfahrt Tag, im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Herman van Rompuy ist der 56. Träger des Karlspreises.

„Die effiziente Kärrnerarbeit Van Rompuys, seine Beharrlichkeit und sein Pragmatismus“, so heißt es weiter in der Begründung des Karlspreisdirektoriums, „haben den europäischen Rat in den vergangenen vier Jahren erkennbar besser dafür gerüstet, die politischen Zielvorstellungen der EU vorzugeben und seinen Beschlüssen auch konkrete Maßnahmen folgen zu lassen – vor allem auch, wenn es um Politikbereiche geht, die in der Verantwortung der Nationalstaaten fallen.“

Mit Van Rompuy ehre das Direktorium „einen großen Europäer, der als unermüdlicher Arbeiter, Mittler und Konsensbildner in schwerer Zeit einen bedeutenden Beitrag zur Konsolidierung der EU geleistet hat und der als wichtiger Impuls- und Ideengeber Orientierung dafür gibt, welchen Weg das Europa von morgen nehmen soll.“

Herman Van Rompuy wurde am 31. Oktober 1947 in der Brüsseler Gemeinde Etterbeek geboren. Nach Abschluss seiner Studien der Philosophie und der Betriebswirtschaftslehre an der Katholischen Universität Leuven trat er zunächst in den Dienst der Belgischen Nationalbank. Weitere Stationen: 1975 Berater im Kabinett des damaligen Premierministers und späteren Karlspreisträgers Leo Tindemans, 1980 bis 1988 war er Leiter des Zentrums für politische, ökonomische und soziale Studien, im Dezember 2008 vereidigte ihn Albert II. in der bis dahin tiefsten Krise des Königreiches in der jüngeren Geschichte als Premierminister. Es gelang ihm binnen kürzester Zeit, eine konstruktive Zusammenarbeit in der höchst fragilen Fünf-Parteien-Koalition zu organisieren und dem Land eine Periode politischer Stabilität zu verschaffen. Auf einem Sondergipfel des Europäischen Rates am 19. November 2009 wurde Van Rompuy zu dessen erstem ständigen Präsidenten ernannt.

Herman Van Rompuy ist mit Geertrui Windels verheiratet. Das Paar hat vier Kinder und vier Enkelkinder.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Letzte Preisträgerin war die litauische Präsidentin Dr. Dalia Grybauskaite. Zu den früheren Preisträgern gehörten u.a. Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean – Claude Juncker (2006), der Spanier Javier Solana (2007),Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008) und Jean – Claude Trichet (2011). Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis.

Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt.

Quelle: http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/aachen_profil/preise_auszeichnungen/karlspreis/preistraeger/karlspreis2014/karlspreis_2014.html

Begründung des Karlspreisdirektoriums

van Rompuy1van Rompuy2van Rompuy3van Rompuy4van Rompuy5van Rompuy6Quelle: http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/aachen_profil/preise_auszeichnungen/karlspreis/preistraeger/karlspreis2014/KP-Begruendung_2014_1.pdf

…danke an Denise

Gruß an Karl

TA KI

Gravitationsanomalien in Italien und Polen – In der Nähe des Castel Gandolfo- der Sommerresidenz der Popen


Gravitationsanomalien in Italien und Polen

von Grazyna Fosar Franz Bludorf, Berlin

Etwa 60 km südlich von Rom, am Rande des Albaner Sees, eines erloschenen Vulkankraters, verläuft die Via dei Laghi, eine Landstraße, die als Verlängerung der Via Appia Nuova die Hauptstadt Rom mit der Weinregion Frascati sowie der malerischen Seenlandschaft der Albaner Berge verbindet. Kurz hinter der Ortschaft Rocca di Papa kommt es im Verlauf dieser Straße zu einer seltsamen Anomalie. Flaschen und andere Gegenstände rollen hier in einer schwachen Steigung ohne zusätzliche Antriebskraft bergauf. Selbst schwere Autos lassen sich hier im Leerlauf bei ausgeschaltetem Motor den Berg hinaufbewegen.

Dieses Phänomen wurde in Deutschland erstmals durch Rainer Holbes Sendungen „Unglaubliche Geschichten“ und „Phantastische Phänomene“ sowie durch sein Buch „Magie, Madonnen und Mirakel“ bekannt gemacht. Es wurde von ihm ebenfalls in einer Sendung von Hans Meiser in der Sendung „Unerklärliche Phänomene“ vom 19.3.1997 den Fernsehzuschauern vorgestellt.

Bisher existierten zu den Ursachen dieses Phänomens nur Vermutungen. Wissenschaftler behaupteten im allgemeinen, es müsse sich um eine optische Täuschung handeln.

So haben wir im Jahre 1998 im Rahmen einer Forschungsreise nach Italien den Fall gründlich untersucht.

kraterAbb.1: Der Albaner See südlich von Rom, ein erloschener Vulkankrater. An seinem Rand verläuft die Via dei Laghi, an der es zu einem seltsamen Gravitationsphänomen kommt

Der subjektive Eindruck hinterläßt beim Besucher dieses seltsamen Ortes sofort das Gefühl, daß das Phänomen echt sein muß. Die Steigung beginnt in einer kleinen Bodensenke und führt bis zu einer Kuppe nach etwa 200 Metern. Läuft man diese mutmaßliche Steigung hinauf, so hat man ein seltsames Gefühl der Beschleunigung. Man glaubt nicht bergauf, sondern eher bergab zu laufen. Es ist kein Kraftaufwand dabei zu spüren. Auch ein Auto läuft im Leerlauf bei ausgeschaltetem Motor tatsächlich von selbst bergauf. Dies funktioniert sogar bei vollbesetzten Touristenbussen, wie wir selbst gesehen haben. Ganz offenbar beziehen Touristikunternehmen (hauptsächlich aus Deutschland) diesen seltsamen Ort bereits in ihre Rundfahrten ein.

Dennoch könnte es sich natürlich immer noch um eine optische Täuschung handeln, doch dagegen sprechen bereits einige deutlich sichtbare Befunde:

karte_GravitationsanomalienAbb. 2: Die Gravitationsanomalie an der Via dei Laghi am Rand des Albaner Sees

  • Sämtliche Bäume entlang der mutmaßlichen Steigung müßten im gleichen Winkel schief gewachsen sein, um eine Steigung vorzutäuschen, die in Wahrheit ein Gefälle ist.
  • Am Ende der Steigung befindet sich, wie gesagt, eine Kuppe, hinter der es tatsächlich bergab geht. Deutlich sieht man vorbeifahrende Autos hinter der Kuppe verschwinden, was nicht möglich wäre, wenn die Straße schon vorher bergab geführt hätte.
  • Das seltsame Phänomen besteht nicht entlang der gesamten Steigung, sondern endet kurz vor der Kuppe abrupt, was zur Folge hat, daß ein im Leerlauf rollender Wagen an dieser Stelle einfach stehenbleibt. Wäre es eine optische Täuschung, müßte er weiterrollen.
  • Die Anomalie verläuft nicht parallel zur Straße, sondern etwas schräg, so daß Flaschen z.B. vom Straßenrand bergauf Richtung Straßenmitte rollen.
  • Das größte Rätsel ist, daß der Effekt zeitlich pulsiert. Wenn an einer Stelle z. B. eine Flasche eben noch bergauf rollte, funktioniert es einige Minuten später manchmal nicht mehr, dafür aber an einer anderen Stelle.

FLASCHE_ITAAbb. 3: Eine mitgebrachte Mineralwasserflasche rollt an der Via dei Laghi bergauf, ohne angestoßen worden zu sein. Auch ausgeschüttetes Wasser fließt bergauf.

Ein zeitlich veränderliches Schwerefeld wäre – obwohl es rein mathematisch natürlich denkbar wäre – physikalisch eine Ungeheuerlichkeit, die noch nie beobachtet wurde.

Dennoch begnügten wir uns nicht mit den optischen Eindrücken, sondern führten eine Reihe wissenschaftlicher Messungen durch.

In der Landvermessung werden auch heute noch üblicherweise Nivelliergeräte eingesetzt, die auf dem Prinzip der Wasserwaage basieren, und so setzten wir für einen ersten Test eine elektronische Präzisionswasserwaage mit Winkelmeßeinrichtung ein. Sie zeigte anstatt der optisch sichtbaren Steigung ein Gefälle an, und zwar um etwa 5 %.

WASSERWAAGEAbb. 4: Die Wasserwaage zeigt anstelle einer Steigung ein etwa 5-prozentiges Gefälle an. Ist es also doch nur eine Täuschung, oder handelt es sich tatsächlich um eine Gravitationsanomalie, die dann natürlich auch die Wasserwaage beeinflussen würde?

Dies dürfte der Hauptgrund sein, daß Wissenschaftler den Effekt für eine optische Täuschung halten. In Wahrheit beweist dieser Versuch jedoch überhaupt nichts, denn im Fall, daß es sich wirklich um eine Gravitationsanomalie handeln würde, würde diese natürlich auch die Wasserwaage beeinflussen und falsch anzeigen lassen, genauso, wie sie Autos, Flaschen und andere Gegenstände bergauf anstatt bergab rollen läßt.

Da in der modernen Physik heute die Vermutung allgemein anerkannt ist, daß alle physikalischen Grundkräfte in einer einheitlichen Feldtheorie vereinigt werden können (wenn diese Theorie auch bis heute offiziell nicht existiert), könnte es sich natürlich prinzipiell auch um ein elektromagnetisches oder radioaktives Phänomen handeln. Daher führten wir als nächstes Messungen mit dem Geigerzähler sowie mit einem mobilen Feldmeßgerät für den Einsatz im Gelände durch. Beide Messungen blieben ergebnislos. Entlang der Straße konnte weder eine Erhöhung der natürlichen Radioaktivität noch das Vorhandensein ungewöhnlicher elektrischer oder magnetischer Felder nachgewiesen werden.

MagnetAbb. 5: Grazyna Fosar bei der Messung der elektromagnetischen Feldstärke an der Via dei Laghi. Die Messung ergab keinen ungewöhnlichen Befund.

So blieb als einziges beweiskräftiges Indiz nur noch die direkte Messung der Gravitation an diesem Ort übrig.

Obwohl Geophysiker zur Messung der Schwerkraft heutzutage über hochempfindliche supraleitende Spezialgeräte verfügen, greift man für Messungen im Gelände auch zu professionellen Zwecken heute noch auf klassische Meßmethoden zurück, wie sie schon zu Zeiten Galileis bekannt waren. Kernstück eines solchen klassischen Gravimeters ist entweder eine Spiralfeder oder ein siderisches Pendel.

PendelAbb. 6: Franz Bludorf mißt mit einer mechanischen Präzisionsstoppuhr die Schwingungsdauer eines Pendels an der Via dei Laghi. Durch Vergleichsmessungen mit einem Ort mit normaler Gravitation kann auf diese Weise eine mögliche Anomalie genau bestimmt werden.

Dabei handelt es sich um exakte physikalische Messungen, die nichts mit der Verwendung eines Pendels für radiästhetische Zwecke zu tun haben. Man läßt die Feder bzw. das Pendel an dem entsprechenden Ort eine gewisse Zeitlang schwingen und stoppt die Schwingungsdauer. Aus dieser Zeitdauer kann dann mit einer einfachen mathematischen Formel die Gravitationsbeschleunigung errechnet werden.

Der einzige Haken bei dieser Methode ist es, daß man für diese Formel einige Materialkonstanten (z. B. Masse des Pendels und Länge des Pendelfadens) genauer kennen müßte, als es normalerweise der Fall ist.

Dieses Problem umgehen Geophysiker dadurch, daß sie das Pendel bzw. das Federgravimeter an einem Ort mit bekannter Gravitation eichen. Das heißt, an einem Ort, an dem eine normale Gravitation angenommen werden kann, wird eine Messung der Schwingungsdauer vorgenommen und notiert. Führt man nun eine weitere Messung an einem anderen Ort durch, kann man Gravitationsabweichungen mit ausreichender Genauigkeit bestimmen, indem man einfach die Schwingungszeiten vergleicht. Schwingt das Pendel (bzw. die Feder) langsamer als am Ort der Eichung, so ist die Gravitation geringer. Schwingt es dagegen schneller, ist die Gravitation erhöht.

In unserem Fall fand die Eichung vor der Reise in unserer Berliner Wohnung statt, von der man ohne weiteres annehmen kann, daß dort normale Gravitationsverhältnisse herrschen. Im Mittel benötigt das von uns benutzte siderische Pendel dort eine Zeit von 0,9629 Sekunden für eine vollständige Schwingung.

Pendel_2Abb. 7: An der Via dei Laghi benötigte das siderische Pendel für 100 Schwingungen mehr als 1,5 Sekunden länger als z. B. in Berlin. Dies beweist das Vorhandensein einer ungewöhnlich starken Gravitationsanomalie

An der Via dei Laghi hingegen betrug die Schwingungsdauer im Mittel 0,9788 Sekunden, wobei der Meßfehler aufgrund des Meßverfahrens höchstens 0,002 Sekunden beträgt. Damit ist bewiesen, daß ein Pendel an der Via dei Laghi signifikant langsamer schwingt, was nur durch eine Gravitationsabweichung erklärbar ist, und zwar ist die Gravitation dort um rund 3,2% geringer als in Berlin.

Damit ist die optische Täuschung nicht nur als Ursache des Phänomens ausgeschlossen, sie ist sogar für die Fragestellung vollkommen irrelevant geworden. Selbst wenn es eine optische Täuschung wäre und die Straße wider Erwarten doch bergab führen würde, so beweist die Anzeige des siderischen Pendels dennoch das Vorliegen einer Gravitationsanomalie, denn diese ist ja nicht von Steigung oder Gefälle abhängig. Sie könnte auch in vollkommen ebenem Gelände vorliegen. Die Steigung ist es lediglich, die das Phänomen für die Menschen sichtbar gemacht hat.

Die Frage ist nun natürlich, wie das möglich ist. Gibt es dort in Italien anormale geophysikalische Effekte, die diese Gravitationsverringerung bewirken? Hierzu befragten wir Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam.

Dieses Institut besteht bereits seit 1870, und schon im Jahre 1909 wurde hier am alten Telegrafenberg am Rande von Potsdam die erste Absolutmessung des Gravitationsfeldes als internationaler Bezugswert durchgeführt. Das gesamte Gelände ist voller wissenschaftshistorischer Sehenswürdigkeiten. So steht auf dem Gipfel des Telegrafenberges der berühmte Einstein-Turm, den Albert Einstein in den zwanziger Jahren als Sonnenobservatorium zum Beweis für die Richtigkeit seiner Relativitätstheorie errichten ließ.

TurmAbb. 8: Der Einstein-Turm auf dem Gelände des Geoforschungszentrums Potsdam

Heute ist das Geoforschungszentrum Potsdam das weltweit einzige Institut, das alle Geowissenschaften unter einem Dach beherbergt. Es ist weiterhin einer von mehreren globalen geodätischen Referenzpunkten der Welt, dessen geographische Position und Gravitationsbeschleunigung als internationale Vergleichswerte besonders genau vermessen sind. Die Gravitation wird hier täglich rund um die Uhr mit Hilfe eines supraleitenden Gravimeters überwacht. Es ist so empfindlich, daß auch die Auswirkungen der Mondphasen auf das Schwerefeld der Erde beobachtbar sind.

Pots_2Abb. 9 und 10: Das Geoforschungszentrum Potsdam ist eine globale Referenzstation für das Schwerefeld der Erde. Hier wird mit supraleitenden Gravimetern das Gravitationsfeld auf 8 Stellen nach dem Komma genau vermessen.

Wir diskutierten das Phänomen der Gravitationsanomalien mit dem Leiter der Sektion „Gravitationsfeld und Gestalt der Erde“, Herrn Dr. Peter Schwintzer.

Im Grunde ist es für Geophysiker nichts Ungewöhnliches, daß das Schwerefeld der Erde nicht überall gleich groß ist. Es gibt inzwischen ganze Weltkarten des Gravitationsfeldes, die durch aufwendige Satellitenmessungen mit der Genauigkeit eines Winkelgrades durchgeführt wurden (dies entspricht einer Fläche von etwas mehr als 100*100 km).

So weiß man heute, daß die Gravitation die höchsten Werte entlang der Hochgebirge wie der Anden oder des Himalaya hat (weil dort einfach mehr Masse vorhanden ist), aber auch im Nordatlantik und in Mitteleuropa etwas höher ist als anderswo. Die niedrigsten Werte hingegen findet man an der Küste Südindiens.

GRAVI_WORLDAbb. 11: Weltkarte der Gravitation. Die höchsten Werte sind dunkelrot gekennzeichnet, die niedrigsten dunkelblau (Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Geoforschungszentrums Potsdam)

Lokale Anomalien der Gravitation können etwa entstehen durch große unterirdische Erzlager, deren spezifisches Gewicht höher ist als das des normalen Gesteins. Andere Ursachen können tektonische Verschiebungen an den Rändern der Kontinentalplatten sein oder Konvektionsströmungen im heißen, flüssigen Erdinnern, dem sogenannten Erdmantel.

Diese Abweichungen vom Normalwert der Gravitation werden daher zu Explorationszwecken, also zum Auffinden von Bodenschätzen, herangezogen. Die größten Abweichungen, die der Wissenschaft in diesem Zusammenhang bekannt sind, betragen allerdings nur etwa 0,1 Promille, also weniger als ein Hundertstel der Anomalie, die wir in Italien gemessen hatten. Dr. Schwintzer bestätigte uns, daß die heutige Wissenschaft eine derart starke Gravitationsanomalie nicht erklären kann.

Verbirgt sich also in den Albaner Bergen ein noch ungelöstes Geheimnis? Immerhin ist es interessant, daß ganz in der Nähe dieser Gravitationsanomalie Castel Gandolfo liegt, die Sommerresidenz des Papstes. Dieses Schloß wurde im 17. Jahrhundert von Papst Urban VIII. errichtet, also genau von dem Papst, der das Urteil über Galileo Galilei sprach, also über den Mann, der als erster Messungen des Erdschwerefeldes durchführte.

Es ist historisch gesicherte Tatsache, daß Urban VIII. vor seiner Wahl zum Papst mit Galilei sogar befreundet und über die Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers recht genau unterrichtet war. Mußte Galilei mundtot gemacht werden, weil er zu viel wußte? Nicht etwa darüber, daß sich die Erde um die Sonne dreht, denn das war ohnehin nicht Galileis Entdeckung, sondern von Kopernikus bereits über 100 Jahre früher theoretisch gefordert und später von Kepler bewiesen worden. Wußte Galilei statt dessen ein Geheimnis über die Gravitation, das nicht bekannt werden sollte? Oder sollte es ein Zufall sein, daß Castel Gandolfo gerade am Rande des Albaner Sees erbaut wurde, an einem Ort, der der Kirche gar nicht gehörte, sondern ihr eigens zum Zweck des Baus dieses Schlosses vom Kaiser geschenkt wurde?

Um vielleicht eine Erklärung des Rätsels zu finden, muß man untersuchen, ob es möglicherweise noch mehr derartige Orte auf der Welt gibt.

Nach der Sendung bei Hans Meiser erhielten wir eine Reihe von Zuschriften der Zuschauer auch zu diesem Thema. Mehrere Zuschauer wiesen uns darauf hin, daß auch in Polen, genauer: im schlesischen Kurort Karpacz (Krummhübel) am Fuße der Schneekoppe, ein solcher Ort zu finden sei, und wir sind auch dieser Sache nachgegangen.

BachAbb. 12: Ganz in der Nähe dieses malerischen Wildbaches am Rande von Karpacz Górny (Brückenberg) in Polen befindet sich eine weitere Gravitationsanomalie.

Als wir das Riesengebirge besuchten, erfuhren wir, daß diese Information offenbar korrekt ist und daß das Phänomen den dortigen Einheimischen sogar viel bekannter ist, als es in Italien der Fall ist. Die fragliche Stelle befindet sich allerdings hier auch nicht in einer so abgelegenen Region wie am Albaner See, sondern in einem Ortsteil eines vielbesuchten Luftkurortes, der den Namen Karpacz Górny (Brückenberg) trägt. Für dieses Gebiet existieren also auch, für jedermann zugänglich, eine große Anzahl von Wanderkarten, auf denen auch recht genau vermessene Höhenangaben eingezeichnet sind. Sollte es also hier den gleichen Effekt wie in Italien geben, so müßte es viel einfacher nachweisbar sein, ob der Effekt echt ist oder auf einer optischen Täuschung beruht.

Karte_riesengebirgeAbb. 13: Lageplan einer weiteren Gravitationsanomalie in dem polnischen Kurort Karpacz Górny (Brückenberg) im Riesengebirge.

Dennoch waren wir überrascht, daß wir auf einem ganz gewöhnlichen Stadtplan von Karpacz, wie man ihn dort in jeder Buchhandlung kaufen kann, einen Eintrag finden konnten: Miejsce zaburzenia grawitacji“ (Ort gestörter Gravitation“). Offenbar ist auch den offiziellen Stellen in Karpacz das Phänomen seit langem bekannt, und man akzeptiert es auch und nutzt es als weitere touristische Sehenswürdigkeit.

Laut Stadtplan befindet sich die Anomalie an der ulica Strazacka am südlichen Ortsrand, ganz in der Nähe eines wildromantischen Wasserfalls. Als wir die kleine Brücke über den Bach Lomnica nordwärts überquert hatten, konnten wir bereits den Motor ausschalten und die Gangschaltung auf Leerlauf stellen. Der schwere Volvo, besetzt mit zwei Personen und einem Hund, rollte von nun an von selbst weiter bergauf, und das sogar über eine Strecke von über 400 Metern, durch mehrere Kurven, bis etwa auf Höhe des Gästehauses Piecuch“ (vgl. Abb. 13). Allein schon die kurvenreiche Straßenführung ließ eine optische Täuschung nicht zu. Außerdem ist, wie wir sehen, diese Straße teilweise mit Häusern bebaut, so daß das Vermessungsamt eigentlich wissen sollte, ob diese Straße bergauf oder bergab geht. Daß die Strazacka-Straße dennoch offiziell als Ort gestörter Gravitation“ bezeichnet wird, ist im Grunde schon Beweis genug.

An dieser Straße eine Flasche bergauf rollen zu lassen, gehörte mittlerweile schon zu unseren leichtesten Übungen.

FLASCHE_POLAbb. 14: Auch in der Strazacka-Straße des polnischen Kurortes Karpacz Górny (Brückenberg) rollen Flaschen und Autos ohne Antrieb bergauf. Die kurvenreiche Streckenführung sowie Vermessungen der örtlichen Behörden schließen eine optische Täuschung aus.

Um jedoch ganz sicher zu sein, führten wir noch eigene Höhenvermessungen durch. Die moderne Technik bietet mit Hilfe des satellitengestützten Navigations- und Ortungssystems GPS (Global Positioning System) Autofahrern und Wanderern die Möglichkeit, sich in fremdem Terrain genau zu orientieren. Ein heutiger GPS-Empfänger ist heutzutage nicht mehr größer als ein Handy und liefert an jedem Ort der Welt genaue Koordinatenangaben für die Position und die Höhe über dem Meeresspiegel. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vermessungsmethoden kann eine GPS-Messung durch lokale Gravitationsanomalien nicht beeinflußt werden, da die Daten von Satelliten gesendet werden, die sich hoch über der Erde im Orbit befinden, weit ab von jeder möglichen Gravitationsstörung.

GpsAbb. 15: Moderne GPS-Satelliten-Navigationsgeräte sind nicht mehr größer als ein Handy und erlauben überall genaue Positionsmessungen.

Mit Hilfe einiger solcher Positionsmessungen entlang der Strazacka-Straße war es uns daher möglich, einwandfrei nachzuweisen, daß die Straße tatsächlich ansteigt.

Trotzdem führten wir auch die Gravitationsmessung mit dem siderischen Pendel durch, schon um festzustellen, wie groß die Anomalie hier im Riesengebirge eigentlich war. Unser Eindruck war gewesen, daß sie sogar stärker sein müßte als in Italien.

Dieser Eindruck wurde durch die Messungen bestätigt. In Karpacz Górny ist die Gravitation sogar um mehr als 4% geringer als normal. Einen pulsierenden Effekt wie in Italien konnten wir an dieser Stelle nicht feststellen.

In der Bezirkshauptstadt Jelenia Góra (Hirschberg) erfuhren wir hierzu noch einige interessante Neuigkeiten, nämlich daß Wissenschaftler der Universität Breslau in den vergangenen Jahren in der ganzen Region umfangreiche Satellitenmessungen durchgeführt hatten. Das Ergebnis war, daß im Bereich des Riesengebirges gewaltige unterirdische Vorräte von kochend heißem Wasser in etwa 2000 Metern Tiefe entdeckt wurden. Das Zentrum befindet sich in dem Kurort Cieplice (Bad Warmbrunn – Nomen est omen!!), das Gebiet erstreckt sich aber auch bis in die Region Karpacz.

Könnte das vielleicht auch eine Erklärung für das Gravitationsphänomen sein? Endlich haben wir eine Gemeinsamkeit gefunden, denn auch der Albaner See ist ja ein erkalteter Vulkankrater. Andererseits ist das Wasser des Albaner Sees heute nicht mehr heiß. Bedeutet dies, daß die Anomalie auch nach dem Erlöschen des Vulkanismus erhalten bleibt? Wieso sollte dies der Fall sein?

Vielleicht gibt es ja noch viel mehr solche Gravitationsanomalien auf der Welt? Es hat sie nur noch niemand entdeckt, denn zu viele Zufälle müssen zusammenspielen, damit sie den Menschen überhaupt auffallen:

  • Es muß eine Steigung vorhanden sein, damit etwas – scheinbar entgegen den physikalischen Gesetzen – bergauf rollen kann.
  • Es muß eine asphaltierte Straße vorhanden sein, damit das Rollen nicht durch Unebenheiten im Boden behindert wird (in Polen rollte das Auto zwar schneller als in Italien, die Flasche jedoch langsamer, da der Straßenbelag etwas körniger war, wodurch die Flasche ein bißchen holperte“).

Vielleicht warten ja noch viele Gravitationsanomalien auf ihre Entdeckung – auf einer ebenen Fläche, oder auf einem holprigen Acker, wo sie niemand bemerkt?

Fazit: Daß es an der Via dei Laghi und in Karpacz Górny Gravitationsanomalien gibt, kann als wissenschaftlich bewiesen angesehen werden. Von einer Erklärung dieses interessanten Phänomens sind wir jedoch nach wie vor weit entfernt.

Pulsierende Gravitationsfelder sind in der Physik bislang unbekannt. Es muß irgend etwas unter der Straße in Italien liegen, was sehr merkwürdige Effekte erzeugen kann, ebenso an der Stelle in Polen. Es kann sich weder um ein bekanntes irdisches Material noch um eine uns bekannte Technik handeln.

Das Phänomen dieser Gravitationsanomalien ist und bleibt ein großes Rätsel!

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Quelle:http://www.fosar-bludorf.com/archiv/rocca.htm