Die Sage von der Entstehung der Externsteine


Die Sage von der Entstehung der Externsteine

Die alten Heiden, welche einst unser Vaterland bewohnten, waren beinahe alle vom starken Kaiser Karl besiegt und gezwungen worden, sich taufen zu lassen. Herzog Widukind war mit den Seinen allein noch übrig. Aber auch er konnte sich nicht mehr lange halten, und seine Macht wurde alle Tage schwächer. Da erschien ihm einmal bei Nacht der Teufel und versprach ihm, einen Heidentempel zu bauen, der so gewaltig sein solle, daß ihn der starke Karl wohl müßte stehen lassen. Um dieses Heiligtum sollten sich dann alle, die noch den alten Göttern treu wären, in fester Einigkeit scharen. Selbst viele, ja die meisten der Neubekehrten würden wieder umkehren, da in ihrem Herzen der christliche Glaube nur erst schwache Wurzel getrieben habe. Und dafür, versicherte der Teufel, wolle er nichts anders, als daß nur Widukind und die Seinen dem heidnischen Glauben nimmer entsagten! Mit Freuden willigte der Herzog ein, und der Teufel versprach dagegen, den Bau in der nächsten Vollmondnacht zu vollenden. Von dieser Zeit an waren Widukinds Kämpfe gegen Kaiser Karl wunderbarerweise glücklich, und sein Anhang vermehrte sich von Tag zu Tag. So kam die Zeit des Vollmonds, und der Teufel begann sein Werk. Ungeheure Felsen schleppte er aus aller Welt Enden zusammen und türmte sie zu Gewölben und Hallen von ungeheuerem Umfange übereinanden Aber als nun der Riesentempel beinahe ganz vollendet da stand, da hat es Gott dem Widukind plötzlich ins Herz gegeben, daß er seinen argen Wahn erkannte. Eiligst ging er hin in des starken Karls Lager und ließ sich reumütig taufen. Da das der Teufel gewahr wurde, fuhr er in großer Wut über den Tempel her und riß Säulen und Wände und Giebel mit entsetzlicher Kraft auseinander, die Felsen hierhin und dorthin zerstreuend.

externsteine

Das sind die Eggester Steine (Externsteine), die noch jetzt, grau und verwittert, am Eingang in den Teutoburger Wald zu sehen sind. Auf der Höhe des einen findet sich ein Gemach mit einem Opfersteine, welches der Teufel zu zerstören wohl vergessen haben muß.

In viel späterer Zeit hat einmal ein christlicher Einsiedler in den Höhlen der Felsen gewohnt und in die rauhen Wände erbauliche Heiligenbilder gehauen, welche heute noch deutlich zu sehen sind.

Quelle: Volkssagen des Landes Paderborn von Josef Seiler

Quelle: http://www.mystic-culture.de/kultplatz/externsteine/eggestersteine.html

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Der Wackelstein an den Externsteinen

Es hängt ein großer Stein oben auf der Höhe, der dräuet, wie wenn er in jedem Nu abstürzen wollte. Wie aber um alles in der Welt ist der drohende Stein nur in seine gefährliche Lage gekommen? Natürlich soll der Teufel persönlich seine Hand im Spiel gehabt haben.

Denn als die Christenmönche die obere Kapelle auf dem Turmfelsen der Externsteine in Besitz genommen hatten, und der erste Priester die sonnenglänzende Monstranz (Relegiöses Schaugerät) erhob, das Heil auszugießen, da hatte der Teufel schon einen mächtigen Felsbrocken herbeigeschleppt, um die ganze Kapelle mitsamt dem Priester und dem Leib des Herren zu zerschmettern. Als aber der Satan so im Donner heranfuhr, daß der Schwefelgestank vor ihm herbrauste, erkannte der Priester die Gefahr, wandte sich gegen der Unhold und hielt ihm die Monstranz entgegen. Vom plötzlichen Glanz des Heiligtums geblendet, deren Strahlen ihm wie Speere ins Auge drangen, brüllte der Böse erbost auf. Er warf zu kurz und der Steinblock verfehlte sein Ziel. Er blieb auf der gegenüberliegenden Felsenkuppe hängen, wo er nach Gottes Willen als Wackelstein festgebannt ist bis auf den Tag und diese Stunde.

Heulend und blind vor Wut fuhr der Satan an dem Felsen herunter und stürzte sich auf das heilige Grab, welches dort aus dem lebendigen Felsen herausgehauen ist. Er schlug seine Klauen tief in die Wand und rüttelte an der Gruft, daß die steinernen Stufen zerbrachen. Immer weiter raste der Teufel um die Steine herum und suchte sie alle umzustoße

wackelstein

Er stemmte sich mir seinem Gesäß unten gegen die Felsenwand aber die mächtigen Kolosse wollten nicht wanken und weichen. Da fuhr der Böse denn mit gräßlichem Gestank zurück in die Hölle und überließ das ganze Heiligtum den Paderborner Mönchen vom Kloster Abdinghof. Kein Mensch hat ihn hier wieder zu Gesicht bekriegt, und nur die Spur seiner Wut, der Wackelstein, die Klaue im Grab und das brandschwarze Loch blieben von seinem Anschlag übrig.

Quelle: Die schönsten Wesersagen von Karl Paetow

Quelle: http://www.mystic-culture.de/kultplatz/externsteine/wackelstein-sage.html

Gruß von den Externsteinen

TA KI

4 Kommentare zu “Die Sage von der Entstehung der Externsteine

  1. Heute ist von der wohl großartigen Schwingung, die an den Externsteinen einst herrschte, nichts mehr übrig.
    Es ist eine ausgesprochene Schande, daß dieses alte Naturheiligtum für den symbolischen Kaufpreis von einer Deutschen Mark an das Erzbistum Paderborn verkauft worden ist.
    Dem Anwesen „Sachsenhain“ in Verden-Dauelsen in Niedersachsen erging es nicht besser, nur daß es hier die evangelische Kirche war, die das Anwesen für 1 DM erwarb.

    Adolph

  2. Pingback: Die Sage von der Entstehung der Externsteine | Der Honigmann sagt...

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