Rolf Verleger- ehem. Direktoriumsmitglied des Zentralrates der Juden spricht über die Hasskultur Israels


 

„In Israel gibt es eine Kultur des Hasses“

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Herr Verleger, ist hundertprozentige Solidarität mit Israel Pflicht für jeden Juden?
rolf verleger

Ich sehe das nicht so. Pflicht für uns Juden ist von alters her eine moralische Lebensführung, wie sie uns von Gott vorgezeichnet wurde. Wenn das unvereinbar ist mit der konkreten Politik eines Staates, muss man zwischen zwei Pflichten wählen: zwischen Moral und Nationalismus. Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland fällt es mir nicht schwer, eine Wahl zu treffen.
Wie konnte es dazu kommen, dass der Nahostkonflikt erneut derart eskaliert?
Was auf palästinensischer Seite abläuft, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kann nur für meine Seite sprechen und damit gewissermaßen vor meiner Tür kehren. Im Lande Israel gewinnen zusehends nationalreligiöse Strömungen die Oberhand. Die sagen: „Gott hat uns dieses Land geschenkt. Wir müssen unsere Feinde zerschmettern.“ So denken die auch im 21. Jahrhundert noch.
Wenn Sie solche Kritik äußern, müssen Sie dann nicht mit Beifall von der falschen Seite rechnen?
Das glaube ich eigentlich nicht mehr. Ich war Berater eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts an der Uni Konstanz. Die haben 2010 eine repräsentative Umfrage zu den Einstellungen gegenüber Juden und zum Nahostkonflikt veranstaltet. Das Ergebnis war so: ein Viertel der Befragten hat Vorbehalte gegen Juden, aber genauso gegen Muslime und den Islam, überhaupt gegen alles Fremde. Knapp die Hälfte unterstützt die palästinensische Position im Nahostkonflikt. Das restliche Viertel unterstützt die israelische Position. Interessanterweise gibt es auch bei diesen Leuten Vorurteile gegenüber Juden.
Was lehrt uns das?
Es gibt einen Grund, warum Israel-Kritik in Antisemitismus umschlagen könnte: Wenn man nur auf Beton läuft. Eine unversöhnliche Politik verstärkt das Zerrbild von der „Macht des Weltjudentums“. Meine Erfahrung ist, dass die Leute, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen, von Friedenssehnsucht und einer allgemeinen Wertschätzung von Menschenrechten bewegt sind. Aus dieser Ecke kommt selten Antisemitismus.
Sollten sich Deutsche eine besondere Zurückhaltung bei der Kritik an der israelischen Politik auferlegen?
Klare Antwort: Nein, das finde ich nicht. Etwas differenzierter: Ich finde schon, dass ein Bedauern spürbar sein sollte, über das, was im Dritten Reich meinen Eltern und Großeltern angetan wurde. Mit Leuten, bei denen ich das nicht spüre, möchte ich auch nicht diskutieren. Da läuft dann etwas falsch. Solche Leute sollten lieber den Mund halten. Wenn man aber die richtigen Lehren aus dem Dritten Reich gezogen hat, kann man zu heutigem Unrecht nicht schweigen. Wer sich für Menschenrechte einsetzt, braucht Rückgrat – auch wenn er sich den Vorwurf des Antisemitismus einhandelt. Oft sind diese Vorwürfe taktisch motiviert.

„Ich bin für einen offenen Diskurs ohne Tabus“

Es häufen sich Berichte über antisemitische Ausschreitungen am Rande von propalästinensischen Demonstrationen. Wo verläuft für Sie die rote Linie zwischen legitimer Kritik an den israelischen Politik und antisemitischer Hetze?
Ihre Frage finde ich sonderbar. Wo verläuft denn die rote Linie gegen Mord? Diese Diskussion läuft ziemlich schief. Ich bin ein rationaler Mensch und versuche, in Ursachenketten zu denken. Wenn es ein Übel gibt wie solche judenfeindliche Parolen, muss man sich überlegen: Wo kommen die her? Und was können wir tun, damit das verschwindet? Es geht nicht um rote Linien. Man muss sich fragen, was falsch gelaufen ist, damit so etwas passieren kann. Und da ist einiges falsch gelaufen. Völlig undifferenziert darauf zu beharren, Israel habe das Recht sich zu verteidigen – das ist der helle Wahnsinn. Man sollte nicht voreilig alles für richtig erklären, was Israel unternimmt. Ich bin für einen offenen Diskurs ohne Tabus. Wer jeden Kritiker auf Granit beißen lässt, muss sich nicht wundern, wenn die Reaktionen aus der Spur geraten.
Folgen Sie mit dieser Argumentation nicht einem perfiden Muster: die Juden seien selbst schuld am Antisemitismus?
Wenn ich das schreiende Unrecht sehe, das Israel den Palästinensern antut, den Landraub, unverhältnismäßige Offensiven in Gaza – dann erscheinen mir alle Rechtfertigungsgründe und alle Klagen über angeblichen Antisemitismus nur vorgeschoben. Das ist eine reine Schutzbehauptung.
Haben Sie das Gefühl, dass der Antisemitismus, befeuert durch die umstrittene Politik Israels, eine neue Qualität erreicht hat?
Das ist schon beunruhigend. Aber es überrascht mich nicht. Als die britische Regierung 1917 mit der Balfour-Deklaration jüdische Siedlungen in Palästina ermöglichte, stimmte das einzige jüdische Mitglied im Kabinett dagegen. Dazu hat ihn die, wie man sieht, sehr begründete Befürchtung veranlasst, dass dies den Antisemitismus anfachen würde. Genau das ist passiert.
Manche sagen, die antisemitischen Ausschreitungen bei Demonstrationen seien ein Signal dafür, dass die Kultur des Hasses aus Nahost nach Europa importiert werde. Aber ist die Erklärung nicht viel schlichter: Gibt es hier nicht immer noch einen fruchtbaren Boden für judenfeindliche Reflexe?
Wie gesagt, bei jenem Viertel der Bevölkerung, die tendenziell zu Fremdenfeindlichkeit neigt, da mag das so sein. Aber bei der Mehrheit ist das nicht so. Kultur des Hasses? Ich weiß nicht, wie der Diskurs in islamischen Ländern verläuft, weil ich die Sprachen nicht verstehe. Aber eines weiß ich: Eine Kultur des Hasses besteht in Israel. Die Parole „Tod den Arabern“ ist dort auf vielen Mauern zu lesen. Eine Verachtung gegenüber allem, was nichtjüdisch ist, breitet sich in erschreckender Weise aus. Ein solches Land muss die Kultur des Hasses nicht bei anderen suchen.
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Gruß an die Halbwahrheiten
TA KI

9 Kommentare zu “Rolf Verleger- ehem. Direktoriumsmitglied des Zentralrates der Juden spricht über die Hasskultur Israels

  1. Auch Prof. Dr. rer.soc. Rolf Verleger redet so, wie er als Jude reden muß!
    Es ist natürlich gut, daß er als Jude eine solch eindeutige Kritik an dem Vorgehen Israels übt.
    Andererseits läßt er auch keine Clichés aus, beginnend mit dem Führerreich und seinen angeblich verfolgten Eltern und Großeltern.
    Daß unabhängige Judenzählungen durch drei jüdische Einrichtungen vor und nach dem Zweiten Weltkriege auf ungefähr die gleichen Gesamtzahlen von rd. 15, 6 – 15,9 Millionen Juden weltweit kamen, dadurch allein schon der gesamte Holokotz der gänzlichen Widersinnigkeit überführt ist, kehrt er genau so unter den Teppich wie die Tatsache, daß das Judentum sehr viel mehr ist als nur eine Religion und eine Religionsgemeinschaft.
    Da er ein gebildeter Mensch ist, muß ihm auch klar sein, daß die Juden gar keine Semiten sind, sondern nur eine semitische Sprache sprechen, nämlich eine Ableitung des Aramäischen, die sie aus Babylon mitgebracht haben.
    Damit ist das Wort “Antisemitismus” in seinem heutigen Gebrauche bereits eine Vokabel aus Absurdistan, denn die Araber und Chaldäer sind die Semiten, nicht aber die Juden!
    Daß seine Religion den Haß auf alles Nichtjüdische predigt, sogar vorschreibt, muß ihm genau so klar sein wie die Tatsache, daß das Judentum absichtlich Haß auf sich selbst erzeugt, weil es genau dieser Haß gegen die Juden ist, den sie brauchen wie die Luft zum Atmen, der sie zusammenschweißt und durch den sie sich als die von aller Welt Verfolgten ausgeben können, als die erbarmungswürdigen Märtyrer, die die unendliche Last ihrer Erwähltheit zu tragen haben nur, weil sie die Welt darum beneidet, von ihrem “Herren” erwählt worden zu sein.
    Allerdings habe ich Zweifel, ob ihm klar ist, daß der “Herr”, den er anbetet, niemand anderer ist als $ATAN, was noch nicht einmal dem Durchschnittsrabbi bewußt ist, denn das ist nur den Wenigsten überhaupt bekannt.
    Von dieser Warte nämlich erkennt man, daß der ausgelebte Wahnsinn des Weltjudentumes durch und durch Methode hat!
    Nach der gänzlichen Eroberung Palästinas und der Golan-Höhen, sowie der Sinai-Halbinsel im Sechs-Tage-Kriege hatte Israel die einmalige Gelegenheit, die Araber insgesamt aus Palästina zu verweisen, die eroberten Gebiete insgesamt zu annektieren und nicht nur Ost-Jerusalem, die Moscheen im Lande zu zerstören – vor allem die auf dem Tempelberge – und so eine durch und durch stabile Lage zu schaffen.
    Der Aufschrei in der Welt wäre anfangs natürlich ungeheuerlich gewesen, aber nach einiger Zeit gänzlich wirkungslos verhallt und anschließend vergessen worden – außer bei den Arabern natürlich, die aber dann nur noch außerhalb Israels wären.
    Aber aus zwei Gründen konnte das nicht geschehen:
    Zum einen wären die Juden nicht mehr in der Lage, die Araber ständig zu terrorisieren und sie täglich spüren zu lassen, welche Erregung es für einen Juden bedeutet, Dorn im Fleische eines anderen, eines Goj zu sein.
    Zum anderen aber hätte man dann sogleich den jüdischen Tempel auf dem Tempelberg neu errichten müssen, und alle Juden der Welt wären dann verpflichtet, nach Israel “zurück” zu kehren, weil für sie nur dort der einzig wahre Opferplatz ist.
    Es hätte dies das Ende jeder Einflußnahme der Juden auf die Welt bedeutet und das, bevor es den Juden gelungen wäre, sich die Erde endgültig und restlos untertan zu machen!
    Das aber ist das erklärte, grundlegende und religiös verbrämte Ziel der Juden gemäß Torá (AT), Moses 1, Kapitel 1, Vers 28:
    “Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar,, und mehret euch und füllet die Erde, und MACHET SIE EUCH UNTERTAN, UND HERRSCHET über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und ÜBER ALLES Lebendige, was auf Erden kriecht!”
    Allein die Tatsache, daß rd. 20’000’000 Juden, damit rd. 0,27 % der Weltbevölkerung, den Anspruch erheben, über insgesamt rd. 7’300’000’000 Menschen, all ihr Hab und Gut und darüber hinaus über den gesamten Wandelstern Erde zu herrschen, weil ihr “Herr”, der niemand anderes ist als $atan, der in Obama leibhaftig ist, ist eine Ungeheuerlichkeit, die wohl im gesamten Diesseits kaum zu überbieten ist!
    Das dann auch noch sich selbst und allen anderen als religiösen Glauben zu verkaufen, ist eine ungeheuerliche Besudelung des Antlitzes einer jeden wahren Gottheit gleich, wie der Einzelne im Universum sie sich auch immer vorstellen mag!
    Vor diesem Hintergrunde aber entpuppt sich der “strategische Fehler” von 1967 als taktische Maßnahme zur Durchsetzung des eigentlichen Zieles, nämlich der restlosen Übernahme der Welt durch die Juden, die Vernichtung von rd. 6800 Millionen und die endgültige und dauerhafte Versklavung der verbleibenden rd. 500 Millionen des Humankapitales.
    Dieses Endziel soll im Dritten Weltkriege erreicht werden, der uns rd. 9/2015 ereilen wird.
    Ob diese Gesamtfolge dem jüdischen Professor wirklich klar ist, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen.
    Wenn aber auf Grund der Vorgaben des Judentumes sie sich mir erschlossen hat, sehe ich keinen Grund, warum einem gebildeten Juden, dem ja zumindest die gleichen Tatsachen bekannt sind, wenn nicht mehr, sie sich nicht auch oder sogar besser erschließen sollte!

    Gunnar von Groppenbruch

    • Danke für den Beitrag 🙂
      …fand iCH gerade spannend: Du kommst aus Hattingen… iCH komme ebenfalls ausm Pott…
      Gruß an Dich Welfing 😉

        • Du, das war kein Profil, sondern von einer Seite die sich mit „Mittelaltermärkten“ in Ösiland beschäftigte…iCH suche halt gern wenn iCH
          neugierig werde 😉
          DU bist Pferdewirt??!!
          Ist das aktuell der Fall??
          LG Tanja

          • Das sollte keine geschlossene Frage werden, aber Du hast recht- ein „ja“ ist ausreichend… *lach*-
            vielleicht magst Du mehr kommunizieren, dann gib Laut-
            wenn Deine für mich ersichtliche E-Postadresse die ist , unter der Du zu erreichen bist, können wir dieses Gespräch gerne „hinter den Kulissen“ weiterführen…

          • dann erhälst Du in den nächsten Tagen elektronische Post, allerdings bin iCH derweil mit meiner verfügbaren Zeit -durch die Vorbereitungen des nächsten Honiganntreffens und den sich daraus ergebenden Arbeiten intensiv beschäftigt.- Ergo, Brief kommt, jedoch nicht zeitnah…

    • Lieber Herr Groppenbruch,

      Ihre Darstellung zum Judentum ist ausgezeichnet. Bestimmte Teile der Fünf Bücher Mose hat die Mehrheit der Juden anscheinend mit der Muttermilch aufgenommen und tief verinnerlicht.
      Und die, die garnicht religiös sind, wie etwa der stramme Zionist Einstein, wollen ganz sicher nicht auf die Tora und den „trickreichen“ Talmut verzichten.

      Grüße
      Klaus Borgolte

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