Die Wölfe kommen zurück


Mit dem „Wolfo-Fon“ auf der Spur Die Wölfe kommen zurück

Wölfe gehören zu den streng geschützten Arten in Deutschland. Die Entwicklung und Fortpflanzung der Tiere wird genau überwacht. Wenn das „Wolfo-Fon“ ein totes Tier meldet, muss auch schon mal das Weihnachtsfest hinten anstehen.

Als böser Wolf im Märchen oder als Werwolf im Horrorfilm – Wölfe haben kein allzu gutes Image und machen vielen Menschen Angst. Doch die Deutschen sollten sich wohl an sie gewöhnen, denn die Zahl der Tiere hierzulande wächst. „Waren sie erst ein regionales Phänomen in Südbrandenburg und Sachsen, sind sie inzwischen in fünf Bundesländern – und es kommen sicher noch mehr hinzu“, sagt Heribert Hofer, Direktor des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Nach Schätzungen leben derzeit rund 19 Rudel auf deutschem Gebiet – das sind laut Hofer mindestens 100 Wölfe.

Seit die Europäische Union 1992 in der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie festgelegt hat, dass Wölfe zu den streng geschützten Arten zählen, sind die EU-Mitgliedsstaaten angehalten, die Rückkehr der Tiere auf ihr Staatsgebiet zuzulassen. Eine aktive Förderung etwa durch Züchten und Aussetzen von Wölfen gibt es nicht, doch wird die Entwicklung der Tiere aufmerksam beobachtet.

Das IZW spielt dabei eine besondere Rolle, denn es untersucht jeden toten Wolf, der in Deutschland gefunden wird. Aus diesem Grund tragen Tierpathologin Claudia Szentiks oder einer ihrer Kollegen am Institut ständig das „Wolfo-Fon“ bei sich, wie Szentiks es nennt – ein Mobiltelefon, auf dem rund um die Uhr aus ganz Deutschland Nachrichten über gefundene Wolfskadaver eingehen können.

„Wolfo-Fon“ nimmt keine Rücksicht auf Weihnachten

Sogar an Heiligabend hat das „Wolfo-Fon“ bereits geklingelt, berichtet Szentiks. Aus dem Weihnachtsfest wurde deshalb zunächst nichts, denn ein toter Wolf bedeutet Arbeit: Eine Computer-Tomografie wird erstellt und anschließend eine Obduktion gemacht. „Erst öffne ich den Magen, dann wird der Thorax (Brustkorb) untersucht und schließlich das Gehirn“, erklärt die Pathologin. Proben etwa von Gewebe und Mageninhalt werden an andere Forschungseinrichtungen verschickt, um möglichst viel über das Tier zu erfahren.

Die häufigste Todesursache mit rund drei Viertel der Fälle ist ein Unfall mit einem Auto, doch auch Abschüsse von Wölfen kommen vor. „Zur Jahreswende hatten wir drei Fälle kurz hintereinander“, sagt Szentiks. In einem solchen Fall untersucht sie auch Schusskanäle und Schmauchspuren.

Auch die Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet, denn einen Wolf zu schießen, ist verboten. „Wir gehen aber von einer hohen Zahl illegaler Abschüsse aus“, sagt die Wissenschaftlerin. In diesem Jahr hatte sie bereits 15 tote Wölfe auf dem Tisch, so viele wie im ganzen Jahr 2013. Die Ursachen hierfür sind unklar. Eine Erklärungsmöglichkeit ist schlicht die gestiegene Anzahl an Wölfen in Deutschland.

Schafe und Ziegen sind besonders gefährdet

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Die Obduktion ist Teil des Wolfs-Monitorings, das es in allen Bundesländern gibt. Viele Informationen laufen beim Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ im sächsischen Rietschen unweit der polnischen Grenze zusammen. Das Büro gibt jährliche Statistiken zu den Wölfen in Deutschland heraus.

Besonders Schäfer und Jäger sind alles andere als begeistert über die Vermehrung der Wölfe. 2013 rissen Wölfe laut einer Statistik des Kontaktbüros bei 21 Übergriffen bundesweit 56 Schafe und Ziegen gerissen. „Durch fachgerecht aufgestellte Zäune kann dies aber vermieden werden“, sagt Projektleiterin Vanessa Ludwig.

Der Wolfs-Managementplan

In Sachsen gibt es bereits einen Wolfs-Managementplan der Landesregierung. Doch längst nicht alle Länder sind so weit. Besonders der Westen der Republik hinkt hinterher. Dabei sind einzelne Tiere schon in Schleswig-Holstein gesichtet worden und Szentiks berichtet von einem Wolf, der 3000 Kilometer von Frankreich bis nach Russland gelaufen ist. Neueste Schätzungen gehen von einem stetig wachsenden Bestand in Polen aus, der auch in Deutschland sichtbar werden dürfte. In Polen rechnen Forscher mit 31 Rudeln in diesem Jahr.

IZW-Direktor Hofer fordert deshalb eine zentrale Stelle zur Dokumentation der Wolfsvorkommen in Deutschland. Diese könnte Informationen etwa für Schäfer, aber auch für die allgemeine Bevölkerung ausgeben. Die sollte sich auf keinen Fall vorm Wolf fürchten, sagt Szentiks. „Wer einen trifft, sollte laut reden und sich bewegen – dann nimmt das Tier Reißaus“, empfiehlt sie.

Quelle: http://www.n-tv.de/panorama/Die-Woelfe-kommen-zurueck-article13426146.html

Gruß an die die Wölfe

TA KI

 

9 Kommentare zu “Die Wölfe kommen zurück

  1. Die Bürger hier sind alle unbewaffnet und haben keine Ahnung wie sich den Tieren gegenüber verhalten. Sie haben es weder gelernt, noch haben sie die Möglichkeit sich zu wehren.
    Also wird es wieder einen Zwischenfall geben und die Tieren werden wieder entsorgt werden. Momentan ist das besser so. Doch leider die falsche Lösung. Besser wäre es, wir hätten wieder Waffen um uns einfach verteidigen zu können und die Angst wäre weg. Doch dazu bedarf es Ausbildung und andere Verhältnisse als jetzt.

    • Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung von der Lebensweise der Wölfe und schreibst deshalb Unsinn!
      Das Entscheidende hierbei ist, daß der Wolf ein Zivilisationsflüchter ist und deshalb den Menschen meidet!
      Eine Waffe ist bezüglich der Wölfe also überhaupt nicht nötig!
      Gefährlich wird der Wolf für draußen eingepferchte Haustiere, die also nicht flüchten können.
      Es gibt einen Naturfilm über Wölfe, in dem gezeigt wird, daß sie eine Bisonherde völlig unbeachtet lassen und statt dessen einem einzelnen Tier folgen.
      Sie jagen es jedoch NICHT !
      Sie haben erfaßt, daß sich der Bulle zum Sterben zurückzieht, und warten in respektvollem Abstand auf diesen Augenblick.
      Selbst, als der Bulle sich schon hingelegt hat, greifen sie ihn nicht an, sondern warten weiter, bis er tatsächlich sein Leben ausgehaucht hat, bevor sie ihn anschneiden.
      Da ist der Mensch erheblich gefährlicher!
      Für Organhandel macht der ALLES !
      Transplantierbare Organe können nämlich nur LEBENDEN Menschen entnommen werden!
      Im Augenblick des Todes setzt nämlich überall im Körper gleichzeitig ein Verfallsprozeß ein, wodurch jede Form der Transplantation von welchem Körperteil auch immer vollkommen ausgeschlossen ist!
      Wölfe sind da ungleich feinfühliger, sowohl unter einander, als auch mit anderen Arten bis hin zu ihrer Beute!

      Gunnar von Groppenbruch

      • Pardon, ich glaube du hast mich da nicht richtig verstanden. Denn unsere Zivilbevölkerung ist völlig untrainiert und wird sich demzufolge falsch verhalten. Daraus wird es Zwischenfälle geben, die dann die „Behörden“ veranlassen werden einzugreifen, so wie es auch beim JJ-One war. Da hat jedoch schon der Einwand des Tourismus-Gewerbe ausgereicht.
        Die Bewaffnung führte ich nur an, weil die Waffe Sicherheitsgefühl verleiht und die Angst nimmt. Denn irgendwie muß man sich da verteidigen können, oder nicht?
        Ich habe über das Wolfsverhalten gelesen und gesehen, aber ich würde mir deshalb trotzdem nicht zutrauen ihnen unvoreingenommen zu begegnen und genau darum geht es mir.

          • Danke, habe verstanden und du hoffentlich auch. Doch vollkommen unbewaffnet wird wohl das Herz eher in der Hosentasche zu finden sein. Und eben diese Angst kann nur durch Training genommen werden, oder nicht?

  2. Deine Ängste sind eher bei Bären berechtigt.
    Bären haben keine natürlichen Feinde und lassen sich deshalb auch von kaum etwas abschrecken, auch nicht vom Menschen, nur daß dieser auch nicht zum Beuteschema des Bären gehört.
    Der Tag ist nicht mehr fern, an dem auch Bären in unseren Breiten wieder regelmäßig an zu treffen sind.

    Gunnar

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