Die Irminsul


Vorweg ein kurzer Hinweis:
Trotz aller gelesenen Texte, war es für uns undurchsichtig, etwas konkretes auszumachen, so dass wir nun Mutmaßungen anhand von Zeittafeln und einigen „Aussagen“ anstellen.
Wer hierzu anderes Wissen hat, kann uns das gerne schreiben. Damit wir aktualisieren und uns austauschen können, da dieses Thema sehr interessant ist.


(Irmansûl, Yrmensûl, Ermensul, ahd., „allgemeine, alles tragende Säule”, Irminsäule) Bei den Sachsen war Irminsul, benannt nach dem Kriegsgott Irmin, ein großer und heiliger Baumstamm, Sinnbild des Weltbaumes. Irmin (der Erhabene) war als Sohn des Mannus der Stammvater der germanischen Stammesgruppe der Herminonen.

Die Irminsul war ein Heiligtum heidnischer Germanen. Die gewaltige Säule soll die Verbindung des Himmels mit der Erde symbolisiert haben. Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, gerate die Welt ins wanken. Irminsul wird daher als sächsische Entsprechung der eddischen Yggdrasil betrachtet. Diese soll zu Beginn des Weltenbrandes erbeben und das die Götterdämmerung (Ragnarök) ankündigen (Völuspá, 39).

(Quelle: Link)

Der Mönch Rudolf von Fulda (gest. 865), dem wir die einzige ausführlichere Nachricht zur Irminsul verdanken, schreibt dazu in De miraculis sancti Alexandri (Kap. 3):

„Truncum quoque ligni non parvae magnitudinis in altum erectum sub divo colebant, patria eum lingua Irminsul appellantes, quod Latine dicitur universalis columna, quasi sustinens omnia.“

„Sie verehrten auch unter freiem Himmel einen senkrecht aufgerichteten Baumstamm von nicht geringer Größe, den sie in ihrer Muttersprache ,Irminsul‘ nannten, was auf lateinisch ,columna universalis‘ (dtsch. All-Säule) bedeutet, welche gewissermaßen das All trägt.“

(Quelle Wikipedia)

 

Irminsul

772 soll von Karl dem Großen die Irminsul zerstört worden sein. Diese Zerstörung soll nicht minder 3 Tage lang gedauert haben und wurde so vehement vollzogen, dass ein Wiederaufbau etc. nicht mehr möglich war.

Hier treten schon div. Ungereimtheiten auf, was die „Verschleppung“ der Irminsul, nach deren Zerstörung anbelangt.

Mutmaßen wir mal:
Nach eingehender Lesung sind wir nun u.E. zu folgendem Schluss gekommen:

Auf der Irminsul befand sich ein Symbol, ob Armin=Hermann, oder ein Anderes, ist nicht genau bekannt. Wobei seinerzeit in Corvey eine Steintafel mit der Inschrift: „Dux ego gentis Saxonum, Victoriam certam polliceor me venerantibus.“ gefunden wurde, was bedeutet: „Das ist/ Ich bin der Sachsen führer/ sage zu gewissen Sieg/ denen die mich ehren.“ Demnach kann es sich hierbei nur um eine menschliche Gestalt als Symbol auf der Irminsul gehandelt haben.
Dieses „Symbol“ hatten sich die Saxen nach der Zerstörung der Irminsul angeeignet und in Sicherheit gebracht.
Karl der Große ließ in einer heimlichen Nacht- und Nebelaktion die Überreste der Irminsul nach Corvey bringen und dort verbuddeln.
814 starb Karl der Große, 816 wurde sein Sohn Ludwig Kaiser und 818 wurde das Kloster Corvey gegründet.  Da aber Ludwig 840 verstarb, kann die Jahreszahl bei der Überführung der Überreste der Irminsul, nämlich anno 882 nicht stimmen (da eindeutig Ludwig diese Überführung zugeschrieben wurde). Somit muß zwischen 818 und 840 die Irminsul nach Hildesheim gebracht worden sein.

Grund für die Überführung nach Hildesheim war, dass Ludwig wohl dachte „aus den Augen, aus dem Sinn“ für die Saxen und was sie nicht anbeten können, oder wissen, dass es noch existiert, kann auch nicht zum Streit führen. Heimlich wollte er nun die Überreste nach Hildesheim schaffen lassen.
Bei aller Heimlichkeit aber, kam das natürlich raus und so rotteten sich Westfalen zusammen, verbündeten sich mit den Saxen und diese überfielen dann den geheimen Trupp der Franken nach Hildesheim.
Allerdings hatten die Westfalen und Saxen kein Glück, verloren den Kampf und die Irminsul war verloren. Die Irminsul wurde angeblich in den Hildesheimer Dom gebracht. Der Ort an dem dieser Kampf, oder diese Schlacht statt fand, nennt man heute Irmenseul (früher Armenseul). Acht Mann von beiden Seiten wurden getötet, so dass man drei Gedenksteine errichtete, wo später auch eine Kapelle erbaut wurde und eine Siedlung entstand.

Wobei wie in dem unten angeführten Link zu lesen ist, bzw. angenommen werden kann, dass die geschriebenen Texte von Conradus Fontanus monachus erst im Hochmittelalter oder später enstanden sind. Demnach ist hier die Authentizität dieser Texte auch beschränkt, bzw. fraglich.
(Infos hierüber: Link)

sachsenkriege.preview

Die Karte vermittelt einen Überblick zu den verschiedenen kriegerischen Auseindersetzungen mit den unterschiedlichen Gruppen der Saxen zwischen 772 und 804.

Quelle: 799 Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn, Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, hg. von Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff, Bd. 1 (1999) S. 265 Abb. 1.

 

 

Quelle: http://eggevolk.de/?Die_Iburg_-%26nbsp%3B_Hausburg:Die_Irminsul

Gruß an die Geschichte

TA KI

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16 Kommentare zu “Die Irminsul

  1. Als kleine Randbemerkung: Die Finnen – mit mythologischen Wurzeln in der Kalevala – nennen heute noch Deutschland: Saksa, den Deutschen: Saksan und deutsche Geschichte: saksan historiaa….Man scheint sich gut zu kennen…

  2. vielleicht habe ich – wieso nur so zeitnah? – kürzlich etwas interessantes dazu gefunden auf http://www.efodon.de/ Rubrik Online-Archiv / Vor-/Frühgeschichte: im pdf von Elke Moll, „Welche Leiche liegt im Keller der Immenburg an den Externsteinen?“ (Dipl. oec. Elke Moll, 2007) = 2007_moll_immenburg.pdf wird eine ältere Irmenburg erwähnt, in direkter
    Nähe zu den Externsteinen.
    Weiterhin interessant von Elke Moll: SY9421_moll_benediktiner.pdf / 2009 und
    SY9917 Moll – Externsteine.pdf / 2010
    auch bei Efodon / Geschichte / suche dort nach Jahr
    (Dipl. oec. Elke Moll, 2010)
    (Dipl. oec. Elke Moll, 2009)
    Studien von Elke Moll zu Externsteinen und Benediktinern.
    Jetzt habe ich auch eine Frage auf den Link, den du nennst: woher kommt der Name Eggevolk, „Egge…“ ist Teil des Namens meiner mütterlichen Ahnen.
    Liebe Grüße

  3. Efodon / Geschichte
    Ein Ankh im Stadtgrundriss von Tangermünde (Volker Ritters, 2004) wird Irminsul ebenfalls erwähnt, die einen Kubus in einem Kreis wie die Stephanskirche in Tangermünde gehabt haben sollte.

  4. Der zum Stuhl umgebogene Gegenstand auf dem Relief an den Externsteinen ist die einzige, verbürgte Darstellung der Ermensul/Irminsäule.
    Bei ihr handelt es sich um einen Kultgegenstand der besonderen Art.
    Außen unter dem Sarcellum, heute im aufgestauten See, befindet sich eine tiefe Grube.
    In ihr stand die tatsächliche Ermensul, fast so hoch wie der ganze Felsen, also rd. 20 m, wohl ein einziger Stamm, vermutlich Esche, mit den widderhornartigen Armen wie auf dem Relief, dabei selbstverständlich der Arm des Reliefs, der als Stuhlbein dienen muß, genau so gestreckt wie der andere, die „Stuhllehne“.
    Von den Enden der Arme gingen Stangen mit Zapfen zu dem vierkantigen Loch auf dem Scheitel des Felsens, um die Säule zu stabilisieren.
    Vermutlich war sie mit Bronze beschlagen und wurde regelmäßig poliert.
    Von der Sonne angestrahlt, muß sie weit ins Land geleuchtet haben.
    Die kleine Spitze zwischen den Armen schloß mit der Unterkante des Sonnenloches im Sarcellum ab.
    Im Sarcellum stand auf der noch heute vorhandenen Säule ein verkleinertes Abbild der Ermensul, das sich genau in das Sonnenloch fügte.
    Die Ermensul war ein Zeitmeßinstrument, denn der obere Bogen zwischen den Enden der Arme entspricht genau der sichtbaren Sonnenbahn am Tage der Wintersonnenwende, der untere Bogen hingegen der der Sommersonnenwende.
    Die kleine Ermensul im Sarcellum warf einen Schatten an die gegenüberliegende Wand.
    Die Wanderlinie dieses Schattens ist in diese Wand eingeritzt und noch heute schwach zu sehen bzw. zu erfühlen.
    Die Wortbedeutung von ‚Ermensul‘ erschließt sich erst, wenn man die Teile des zusammengesetzten Hauptwortes aus einander nimmt und für sich deutet.
    ‚Er‘ ist ‚Ur‘,
    ‚Men‘ ist das gleiche Wort wie das lateinische ‚Mens‘ und heißt ‚Geist‘,
    ‚Sul‘ ist die ‚Säule‘.
    ‚Er-men-sul‘ heißt also ‚Ur-Geist-Säule‘.
    Aber die Säule war nicht der Geist und er saß auch nicht auf ihr, sondern sie symbolisierte den Urgeist als alles-tragende Säule, als tragendes Gerüst des Alls.
    Weiteres in meinem Buche „Das Reich aus dem Lichte“, Kapitel 3 „Unser Urvolk“.
    http://huettendorferansichten.wordpress.com/das-reich-aus-dem-lichte/das-reich-aus-dem-lichte-3/
    Die Abbildung der Ermensul auf dem Globus überhöht vom Polarstern ‚Kynosura‘ und dem Großen Wagen stammt vom Deckblatte des dreibändigen Werkes „Heimkehr zum Artglauben“ von Dr. Wilhelm Kusserow, des Gründers und langjährigen Leiters der
    „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“.
    Diese Darstellung ist falsch, und das gleich in mehreren Punkten.
    Die drei Spitzen unten sollen die drei Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil darstellen.
    Dies ist aber vollkommen abwegig, da Ermensul und Weltenesche grundverschieden sind!
    Beide haben nichts mit einander zu tun!
    Wie man am Externstein-Relief klar erkennen kann, hat die Ermensul keinerlei „Wurzeln“, denn sie ist ein Stamm, der aus dem Boden ragt wie ein großer Pfahl.
    Sie ist KEIN Baum!
    Ebenfalls völlig verfehlt sind die Stärke des Stammes und das Größenverhältnis des Stammes zu den Armen.
    Des weiteren ist diese kleine, spitze „Manschette“ um den Stamm vollkommen sinnentlehrt.
    Die sichtbaren Winkel am Stamme der Ermensul sind vermutlich ein versteckter Hinweis auf eine bestimmte Jahreszahl, der am Original wohl nicht vorhanden war.
    Die Einzelheiten sind mir entfallen.
    Der letzte Fehler liegt in der Position der dargestellten Sterne zu einander.
    Als langjähriges Mitglied der Artgemeinschaft hatte ich nach Zuspruch von Jürgen Rieger, der damals Leiter war, für diese ein Wappen entworfen, daß die aufgerichtete Ermensul mit den Sternen zeigt.
    Dafür hatte ich mir die genauen Abmessungen am Original geholt, und die Sterne in ihrem richtigen Verhältnis zu einander eingefügt.
    Jürgen aber hatte inzwischen selber einen sehr viel einfacheren Entwurf angefertigt, der abgesehen von einigen Fehlern an der Ermensul geradezu absurde Sternenpositionen zeigte.
    Meine einwandfreie und nachprüfbare Darstellung, zu deren Erstellung er selbst ermuntert hatte, hat er dann geradezu verteufelt nur, um seine eigenen, grotesken Entwurf durch zu drücken.
    Von diesem wurde dann ein tragbares Abzeichen angefertigt, mit dem die Artgemeinschaft bis heute herumläuft.
    Aber das ist jetzt alles mehr als 25 Jahre her.

    Gunnar von Groppenbruch

    • Was sagt Dir in Bezug darauf die Michaelskapelle in Fulda, der Dom zu Hildesheim,- und die Isenburg??
      Selbst bei Stadtteilmamen wie Essen- Steele, kommt man namentlich auf die „Stele“ was nichts anderes als die Säule darstellt…die Varusschlacht war in dem Bereich

  5. Ganz ohne Zweifel gab es an den verschiedenen, bedeutenden Kultplätzen in ganz Germanningen Säulen, die die selbe Aussage trafen, aber wohl unterschiedlich gestaltet waren.
    Von all diesen gibt es nur Beschreibungen, aber erst aus späterer Zeit, meist sogenannte „Abschriften“ verlorengegangener Originale, also eher Stücke der Legendenbildung als der geschichtlichen Überlieferung.
    Nur das Relief an den Externsteinen ist die einzig glaubwürdige Überlieferung in Bildform.
    Sie kann nur echt sein, weil nur dort eine Gestaltung der Ermensul überliefert ist, die auf Grund ihrer außergewöhnlichen Form nur auf einen tatsächlichen Augenzeugen zurückführbar sein kann.
    Sieht man sich Darstellungen aus anderen Zeiten an, so sieht man zwar immer eine Säule, diese aber nie mit den widderhornartigen Armen oben auf.
    Der Ortsname von Steele kann nicht auf das das griechische Wort ‚Stele – Säule‘ zurückgehen.
    Ein griechisches Wort könnte nur durch die Geistlichkeit geprägt worden sein.
    Zum einen hatte die in Steele keine namhafte Niederlassung, sondern auf der anderen Seite, im Westen von Essen die Reichsabtei Werden.
    Zum anderen aber würde sie vor allem niemals den Namen eines heidnischen Heiligtumes führen.
    Ich selbst stamme aus Essens südostwärtiger Nachbarstadt Hattingen/Ruhr.
    Eine Schlacht wird IMMER nach dem Schlachtort oder nach dem Sieger benannt, aber NIEMALS nach dem Verlierer!
    Die Hermannsschlacht fand statt im Teutoburger Walde in der nähe des Hermannsdenkmales bei Detmold im Fürstentume Lippe.
    Das Schlachtfeld ist von Dr. phil. Heinz Ritter-Schaumburg an Hand der Beschreibungen genau verortet worden.
    Ich empfehle dazu sein Buch „Arminius“, das wohl nur noch antiquarisch zu bekommen ist.
    Allerdings hat man an dem von ihm ausgemachten Ort noch nie gegraben!
    Das ist wohl auch ganz gut so, denn im Zeitalter der Lüge werden Beweise eher vernichtet, bevor durch sie die feindliche Propaganda enttarnt wird.

    Gunnar

  6. Pingback: Die Irminsul | Der Honigmann sagt...

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