Crom – Cruchach – Kult


Crom Cruach war die Hauptgottheit der frühen irischen Kultur und wurde noch von den Firbolg verehrt und in der ersten Schlacht Magh Tuiredh gegen die entfesselten Kräfte der Morrigna zur Hilfe gerufen.

Seine Name bedeutet blutige Sichel oder blutiger Bogen, als welcher er auch in den Buch von Leinster Erwähnung findet.
St. Patrick bezeichnete ihn als Cenn Cruaic (blutiger Kopf) und ein weiterer Name und zugleich Titel war rig-iodal h-Eireann (Königsikone Irlands).

Jedoch wurde sein Name in vielen Formen ausgedrückt und kann dadurch auf viele verschiedene Arten interpretiert bzw. übersetzt werden:
„Crom“ oder auch „Cromm“ bedeutet sowohl „gebogen“, „verkrüppelt“ oder „gewunden“. „Cenn“ dahingegen bedeutet „Kopf“.
Cruach kann man dann wieder sowohl als Adjektiv „blutig“ oder „mörderisch“ als auch als Substantiv, dass ja nach Quelle „Schlächter“ oder „Ährenbündel“ oder aber auch „Pfahl“, „Haufen“, „Halde“ oder „Hügel“.
Häufig verwendete Übersetzungen sind „Der blütige Verkrüppelte“, „Kopf des Ährenbündels“ oder „Haupt der Hügel“.

Die Überlieferungen in denen Crom Cruach Opfer dargebracht wurden, im Austausch für Milch und Korn legen nahe, dass er ein Fruchtbarkeitsgott war.
Die Beschreibung seines Bildes als goldene Figur, die von zwölf Steinen oder Bronzefiguren umgeben ist, wurde dahingegen häufig als Sinnbild der Sonne, die von den zwölf Zeichen des Zodiac umgeben war, was Crom zu einer Sonnengottheit machte.

Die frühen Iren opferten ihm ein Drittel ihrer Kinder zu Samhain im Gegenzug f&uumL;r Milch und Getreide und natü,rlich gutes Wetter, das die Fruchtbarkeit von Vieh und Korn sichern sollte.

Crom wurde gefürchtet und man sagte, dass es sogar gefährlich war ihn zu verehren, denn seine Verehrer verendeten oft während ihrer Anbetung.
Außerdem wird gesagt, dass sein Kult von Tigernmas, einem antiken irischen König, eingeführt wurde, doch während der Kulthandlungen einer Samhainnacht töteten er und drei Viertel seiner Anhänger sich selbst.3

Schädelkult

Schädelkult, die Verehrung der Schädel Verstorbener, wobei der Schädel als Sitz der außerordentlichen übernatürlichen Kräfte angesehen wird, deren Träger die Verstorbenen waren.
Hinweise auf eine kultische Behandlung von Kopf und Schädel des Menschen finden sich bereits in der Altsteinzeit. Auch heute eine wichtige Rolle spielt der Schädelkult bei Völkern Melanesiens. In der Religionsgeschichte wurde er vielfach mit dem Brauch verbunden, sich der im Schädel lokalisierten numinosen Kräfte durch rituelles Essen des Hirns zu bemächtigen.

Doch es ist natürlich auch eine Art der Abschreckung gewesen, die sehr gerne im Kampf verwendet wurde. So wurde eben den gefallenen Feinden die Köpfe abgeschlagen und den eigenen Pferden, an den Hals, geh&aml;ngt. Die erbeuteten Waffen übergaben die Sieger ihren Dienern, und obwohl alles blutverschmiert war, wurden die Trophäen unter Hymnen und Siegesgesängen mit sich geführt.
Diese Kriegsbeute wurde dann an die Eingänge der eigenen Häuser genagelt, gerade so, als ob auf der Jagd Wild erlegt wurde.
Die Köpfe der vornehmsten Feinde balsamiere man ein und man bewahrte sie sorgfältig in einer Truhe auf. Wenn die Sieger den eigenen Gastfreunden die Köpfe zeigten, dann brüsten sie sich, dass für diesen Kopf einem ihrer Vorfahren, ihrem Vater oder auch ihnen selbst viel Geld geboten worden sei, sie es aber nicht genommen hätten. Einige von ihnen sollen sogar damit geprahlt haben, dass sie Gold im gleichen Gewicht für den Kopf nicht angenommen hätten.
Damit wurde eine aus heutiger Sicht zwar barbarische Art von edler Gesinnung gezeigt, doch war es damals normal, denn die Beweisstücke der Tapferkeit, welche nicht verkauft wurden zeigten den Respekt gegenüber der eigenen Tat. Außerdem wurden die Trophäen nicht mehr als Wesen gleicher Gattung angesehen, denen man noch nach ihrem Tod feindselig gegenüber sein muss, sondern einfach als Kriegsbeute.
Es ist immer so, dass die jeweils vorherrschenden Moral- und Wertvorstellungen darüber entscheiden, ob und in welcher Art und Weise ein Volk bzw. eine Kultur Schädelkulte zulässt.

Es ist im Grunde logisch, dass es wahrscheinlich kaum ein Volk gab, dass nicht in irgendeiner Form die zeremonielle Einflechtung des menschlichen Kopfes oder Schädels in kultische Rituale oder Gebräuche kannte und auch eine zeitlang praktizierte.
Dabei ist es sehr wichtig Unterscheidungen zu treffen, Unterscheidungen die auf die Beweggründe und Praktiken des jeweiligen Schädel- oder Kopfkultes sich beziehen, z.B. ob er aus religiösen Gründen praktiziert wurde, oder ob er eine kriegerisch motivierte Maßnahme darstellt. Wobei es natürlich auch in kombinierter Form oft vor kam, sodass in diesen Kriegsmaßnahmen eine Art von Ritualisierung steckte.

Ferner ist es wichtig, dass man die Begriffe „Kult“ und „Kultgegenstand“ auseinander hält, da im Schädelkult beispielsweise der Schädel im Zentrum des Kultes stand, und gleichzeitig der Schädel bzw. Schädelteile auch Kultgegenstände waren, wie z.B. Fetische, welche nur ein Mittel für die Durchführung eines Rituals waren.
Letzteres zeigt sich etwa im tibetischen Buddhismus – hier wurden in tantrischen Zeremonien Schädelbecher verwendet um dämonische Gottheiten zu identifizieren, da sie Attribute dieser Gottheiten repräsentieren sollen.

In archäologischen Befunden ist diese Differenzierung allerdings schwer zu treffen.
Wenn man nun etwas weiter gehen will, findet man Beweise, dass es etwa in Ahnenkulten, in deren Zentrum die Anbetung des Schädels steht bzw. bei denen der Schädel durch Aufbewahrung in Beinhäusern einen Sonderstatus erhält, eine große Häufung dieser rituellen Handlungen gab!
Man muss nur an die im Alpenraum lange Zeit üblichen Karner, wie etwa in Hallstatt, wo die Schädel liebevoll bemalt aufeinander geschlichtet wurden denken.
Eine besondere Form der Ahnenverehrung pflegen z.B. die Andamaner, welche auf einer Inselgruppe im Golf von Bengalen leben. Sie tragen den Schädel eines verstorbenen Verwandten an einem Band befestigt am Rü,cken mit sich.

Den Ahnenkulten sehr ähnlich sind Reliquienkulte, wie sie etwa im Mittelalter in Europa verstärkt aufkamen.
Hier sprach man den Gebeinen, von denen man verbissen glaubte, sie würden von Heiligen stammen, heilende und schützende Wirkung zu.
Man hüllte Heiligenhäupter in edle und verzierte Stoffe und verehrte sie als Personifizierung des verstorbenen Würdenträgers. Dabei galt der Schädel als besonders wertvolle Reliquie, da man den Kopf als Hauptsitz der Kräfte sah.

Kopf- oder Schädelkulte nehmen mitunter recht obskure Erscheinungsformen an.
Von Henriette de Cléves etwa wird berichtet, sie hätte den einbalsamierten Kopf ihres Geliebten als Andenken aufbewahrt. Dieser war aufgrund seiner Teilnahme an revolutionären Umtrieben 1574 enthauptet worden.

Zwar aus dem Reich der Legenden, nämlich der alt-isländischen Völsunga-Saga entsprungen, jedoch auch ein eigenartiger Schädelfetisch ist der Kopf des weisen Eruliers, den Sigmund, einer der Wälsungen-Zwillinge, in einer Höhle findet, den er in einer Holzkiste aufbewahrt und der Sigmund prophetische Antworten auf seine Fragen gibt.

Diesen Totenverehrungsriten gegenüber stehen jedoch Trophäenkulte wie die Zurschaustellung der Köpfe von Enthaupteten , die Anfertigung von Schrumpfköpfen der Feinde, wie beispielsweise bei den Dajak auf Borneo oder bei den Jivaro in Südamerika , oder das Verspeisen des Gehirns, wie es von anthropophagen Kulturen berichtet wird.

Von den nordindischen Nagas, welche die Kopfjagd bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts pflegten, wird berichtet, dass die jungen Männer erst dann als erwachsen galten, wenn sie den Kopf eines getöteten Feindes vorweisen konnten.
Insofern galt die Kopfjagd als eine Art des Initiationsritus.
Die erbeuteten Köpfe wurden anschließend auf Bambusstangen gespießt und an Bäume gelehnt, damit die Weichteile besser verwesen konnten. Es wurden häufig auch Bambusspießchen in die Augen der Köpfe gesteckt und manche erhielten sogar noch einen Kopfschmuck aus Hörnern oder Grasbüscheln aufgesetzt.
Wenn die Köpfe verwest waren, wurden sie zur weiteren Aufbewahrung in die Wohnhäuser gebracht.

Zur Enthauptung ist generell zu sagen, dass diese bis in die jüngere Neuzeit übliche Form der Todesstrafe sich möglicherweise aus dem Tier- bzw. Menschenopfer herauskristallisiert hat.
Insofern besitzt sie auch eine Art Ritualcharakter – sie ist die eindrucksvollste Disziplin der Todesstrafe, welche seit der Antike als Bestrafung von Kapitalverbrechen galt .
Natürlich ist mit der Enthauptung das Präsentieren des abgeschlagenen Kopfes immer verbunden, was zu dem Kult einfach dazuzählt. Dies gilt für den Mythos genauso wie in der historischen Wirklichkeit politisch-juridischer, militärischer oder kultisch-religiöser Zusammenhänge.
Indem der Kopf vom Rumpf getrennt wird, geht die organische Einheit des lebendigen Körpers verloren, und der Kopf, in dem vor dem Schnitt zugleich alles enthalten war, was man sich vorstellen konnte, ging vollständig in der Funktion des Wunsche auf.

Die Enthauptung an sich war eine Strafe um schwere Vergehen, wie etwa Hochverrat öffentlichkeitswirksam zu rächen, zum anderen ist sie ein Machtmittel, das etwa in Kriegszeiten immer wieder angewendet wird um unterlegene Gegner zu vernichten und als Personen auszulöschen.
Erst wenn der unversehrte Körper oder Leichnam durch das Abtrennen des Kopfes, in dem der Geist des Opfers weilt, quasi entehrt wurde, wurde auch die betreffende Person als solches vernichtet.
Solange dies nicht geschieht, könnte der Tote an seine Leichenstätte zurückkehren und die Lebenden heimsuchen – insofern bemächtigt sich der Sieger seines unterlegenen Feindes durch Schändung dessen Integrität.
Wahrscheinlich liegt in diesem Ursprung auch der Aberglaube begraben, dass sich gewisse Vampire und Dämonen nur durch Enthaupten auslöschen lassen, was sich heutzutage im Horrorgenre wiederspiegelt.

Einen besonderen Augenmerk bekommt die Selbstenthauptung, wie sie aus indischen Höhlentempeln bekannt ist. Es ist zwar schwer vorzustellen, dass dieses Unterfangen überhaupt möglich ist, doch gibt es Fakten, die dies beweisen.

Wenn man nun den Begriff Schädelkult sehr weitläufig fächert, dann muss mann natürlich auch die Weiterverarbeitung von Teilen des Schädels zu Artefakten oder Arzneien hinzurechnen.
Bekannt sind z.B. Trinkschalen aus Schädelkalotten, wie sie von der Steinzeit bis in die Neuzeit herauf in verschiedenen kulturellen Zusammenhängen zu finden sind. Auf solche Trinkgefäße trifft man meist im Kontext von religiösen Riten – vom tibetischen Buddhismus, über das Christentum zum Satanskult.
Apotheker-Ordnungen des 16. – 18. Jahrhunderts verweisen auf eine Verwendung von Teilen der Hirnschale für diverse Arzneien, was den Gedanken nahe legt, dass dem Schädel auch außerhalb des Reliquienkultes heilende Wirkung zugesprochen wurde.

Ob man Schädeltrepanationen auch noch als kultische Handlungen bezeichnen könnte, ist fraglich. Sie haben einerseits medizinische Gründe, zum anderen ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch rituelle Gründe zu diesen Trepanationen geführt habe, z.B. um einen bösen Geist aus dem Schädel schlüpfen zu lassen.
Fest steht, dass die Öffnung des Schädels am lebenden Menschen seit dem Neolithikum bekannt ist und aus Beobachtungen bei Naturvölkern wie etwa den Kisii weiß man, dass ein relativ großer Heilungserfolg besteht.
Es gibt auch Belege, dass aus den Trepanationsscheiben mitunter Amulette hergestellt wurden, z.B. das urnenfelder zeitliche Schädelamulett aus der Lupberghöhle in der Oberpfalz, das seinerseits mit 64 Lochungen versehen ist, oder eine dreifach gelochte Trepanationsscheibe aus Büchenbach .

Der keltische Schädelkult:

Sehr gute Untersuchungen gibt es inzwischen zum Schädelkult der Kelten:
Sehr bekannt sind z.B. Heiligtümer wie Gournay-sur-Aronde, Ribemont-sur-Ancre, Roquepertuse, Entremont.
In ihnen wurden zum einen Menschen in religiösen Zeremonien den Göttern geopfert, zum anderen wurden dort auch die Köpfe ganzer Gruppen von getöteten Feinden ausgestellt.

Das Heilgtum von Gournay-sur-Aronde (nordöstlich von Paris, Frankreich):

Das Heiligtum war von einem Graben und Palisaden umgeben, die mit Menschen- und Tierschädeln geschmückt waren.
Innerhalb dieser Anlage befanden sich diverse Opfergruben, in denen sich die Reste von verzehrten Opfertieren erhalten haben.
Neben der Opferung von Waffen und Tieren wurden aber auch Menschen geopfert.
Die in der Anlage aufgefundenen menschlichen Skelettreste wiesen Spuren von Enthauptungen auf. Bei den abgetrennten Schädeln wurde das Hinterhauptloch jeweils erweitert um Gehirn und Weichteile zu entfernen. Anschließend wurden die Schädel zur Schau gestellt und teilweise auch in der Nähe des Eingangs aufgehängt.

Quelle: http://www.morrigann.de/mythologie/kult/kultus.htm

Gruß an die Ahnen

TA KI

2 Kommentare zu “Crom – Cruchach – Kult

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