Wotan


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Geschrieben von: Birka Vibeke
Wotan (altnordisch: Odinn, angelsächsisch: Woden, altsächsisch: Woden, altfränkisch: Wodan) wird heute meist Wotan oder Wodan oder mit dem nordischen Odin bezeichnet. Als die vielschichtigste Göttergestalt gilt er als Hauptgott der Germanen.

 

Wotan (altnordisch: Odinn, angelsächsisch: Woden, altsächsisch: Woden, altfränkisch: Wodan) wird heute meist Wotan oder Wodan oder mit dem nordischen Odin bezeichnet. Als die vielschichtigste Göttergestalt gilt er als Hauptgott der Germanen.
In der germanischen Mythologie gehört er mit seinen beiden Brüdern Vili und Vé (Hönir und Lodur) zu den ersten Göttern überhaupt.
Seine Eltern sind Bur (der „Sohn“ von Buri dem „Erzeuger“) und Bestla (sie ist Riesin und Tochter des Riesen Bölthorn).

Odin ist der Ehemann von Frigg (auch Frija) und ihr gemeinsamer Sohn ist Balder (Baldr oder Baldur). Mit der Göttin Jörd (Erde) hat Odin den Sohn Thor (Donar). Mit der (Riesin) Gridr hat er den Sohn Vidar, welcher nach dem Ragnaröck als Rächer für denVater den Fenriswolf besiegt. Mit der Königstochter Rindr hat er den Sohn Vali, welcher den Tod Balders rächt. Auch Heimdall, Tyr, Brage, Hermod und Hödr sind seine Söhne.

Wichtige Attribute Odins sind sein Speer (Gungnir), sein Ring (Draupnir), die beiden Raben Huginn (Gedanke) und Muninn (Erinnerung), sein achtbeiniges Pferd Sleipnir und seine Wölfe Freki (der Gefräßige) und Geri (der Gierige). Neben seiner Einäugigkeit sind sein Hut und sein (blauer) Mantel für ihn bezeichnend.

Wotan hat eine Unmenge von Namen, weil seine Persönlichkeit so vielerlei Seiten aufweist. Allfodr – Allvater, Atridr – der zum Kampf Vorreitende, Fiolnir – der der viel weiß und viele Gestalten annehmen kann, Göndlir – der Zauberkundige, Hroptatyr – Beschwörer der Mächte, Sigfodr – siegreicher Schlachtvater, Valfodr – Walvater für die Gefallenen; dies sind nur einige dieser Namen, welche uns sein Wesen etwas näherbringen.

Sprachlich leitet sich odr von „wütend, rasend“ ab. Wotan ist Wut! Kurz und treffend wollen wir das als seinen Wesenskern darlegen. Die Wut ist ein Eerregungszustand des menschlichen Inneren, ihr Wesen ein Außersichgeraten, aus sich selbst Heraustreten, Entrückung, Ekstase.

Nicht das er die Wut des Strumes persönlich gemacht hätte (er ist kein „Naturgott“), doch wir werden ihn nie ganz fassen, wenn wir nicht die einsamen nächtlichen Schauer des wutenden Windes, das Ächzen und Schreien in Luft und Wald fernhalten. Die „Wut“ ist das Urerlebnis. Die Wut jagt nicht nur die Seelen der Toten durch die Nacht, sie herrscht auch in der Seele der Lebendigen, sie rührt auf und riß hoch, weit über das Gemeinmenschliche hinaus. Die überirdische Macht, die den gewaltigen Sturmwind draußen entfacht, entfacht ihn auch drinnen, die hohe Erregung erscheint in der Natur wie im Gemüt und befähigt das „Außersichtreten“.

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Hier stehen wir auch schon bei dem Rätsel des Kriegsgottes Wotan. Er ist nicht Totendämon, der mit Leichen zu tun hat. Wäre er nur der Gott der Wal, dann hätte der lebende Krieger ihn zu scheuen, anstatt zu ehren und sich zu ihm zu bekennen. Er ist der, der den kriegerischen Mut in der Brust schwellen läßt. Das Wütende, Berauschte, Besessene des Dreinstürmens und Dreinschlagens der germanischen Krieger kam durch ihn. Sie waren außer sich, rasend. Ihr Mut war Wut. Er ist also der Gott der erhabendsten und wichtigsten Wut, der des Kampfes. Die eines gewaltsamen Endes gestorben sind, gehen Wotan besonders an; Sie kamen ihm aber nicht zu, weil er der Höchste war, sondern weil er in geheimnisvollem Zusammenhang mit ihnen stand, besonders mit den Kriegsgefallenen und den Gehängten.

An die unterweltlichsten Seiten von Wotans Wesen rühren wir, wenn wir hören, daß der Gott mit den Toten Umgang pflegt, sich unter sie setzt und sich Rat von ihnen holt.

 

 

Das führt uns zu einem weiteren wichtigen Wesenszug Wotans, dem Zauberer. Der Germane kannte den erhöhten Zauber des gottbegeisterten Menschen. Er führt ihn keineswegs immer auf Wotan zurück; aber dieser selbst ist Meister und Lehrmeister der Kunst: von dem Sturmwind des Übermschlichen sich durchfahrenzu lassen.Wotan ist Führer des nächtlichen Heeres, man sah und hörte die Seelenjagd im Sturm, in den Lüften. Noch heute ziehen Scharen vermummter und außer sich geratener Menschen mit Lärm und Unfug durch das Land; unter den Verkleidungen spielt die Maske im eigentlichsten Sinn die Hauptrolle.

Die wilde Jagd in den „Zwölften“ ist das Totenheer Wotans. Manche wollen darin eine ganz bestimmte Kultübung, die dem Totenführer und wirklichen Kriegsgott huldigte, sehen. Mit einem Fruchtbarkeitskult läßt sich das Wilde Heer aber nicht erklären.

Die Entrücktheit des Zauberers entfachte die Kampfeswut des Berserkers genauso wie die erhabenste Regung der menschlichen Seele, die Begeisterung eines Künstlers. Die Vorstellung, daß man in dem Schaffen des Dichers eine gotteingegebene hohe Zauberei sah, erhebte unsere Vorfahren zu ungeahnten Geisteshöhen. Diese begründet dann auch, daß das Vermögen, unter Wotans Befeuerung Gedichtete mit Zeichen festzubannen, etwas besonders Hohes und Erhabenes, die Runenschrift eine zauberische Fähigkeit wurde.Wotans Anteil an der Kunst kommt aber nicht von außen, durch seine Geschicklichkeit, sondern von innen; er wirkt auf die Künstlerseele, nicht auf die Künstlerhand. Das wahre Zaubern ist keine Geschicklichkeit, sondern setzt den besonderen magischen Seelenzustand voraus. So hoffte der germanische Zauberer, in Wotans Dienst und Gefolge, zur letzten Höhe der „Wut“ und der Macht emporzusteigen.

Doch diesen Zustand des Außer-sich-seins, der allein befähigt, Wunder zu wirken, mußte sich Wotan mühsam erarbeiten. Er, der keinen Höheren über sich erkennt, hat sich selbst geopfert und leidete die Pein am Mittelpunkt der Welt, am Weltbaum selbst. Er ist erst Herr der Runen geworden durch den Zustand des höchsten Leidens. Erst dem Tode nah, vermag er jenes schöpferische Außersichsein zu erreichen, welches ihn dann zum fimbulthulr, zum obersten aller Magier machte, und ihn befähigte, schreiend, noch voller Qual, die Runen aufzunehmen und sie als das große Zaubermittel zu erkennen und zu nutzen. Diese sind aber nicht nur Zauberzeichen, sondern auch Schrift. Wotan wird damit zum Schöpfer der geistigen Künste.

Auch, daß er sein eines Auge dem Wasser Mimirs preisgab, war ein wichtiges Opfer. Durch einen Schluck aus Mimirs Brunnen ist es ihm möglich geworden Inneres und Äußeres zu verbinden. Nicht nur „Augenscheinliches“ zu sehen, sondern auch die Hintergründe, das Unbewußte mitaufzunehmen. Erst als er auf ein Auge verzichtete, welches für uns das einzige Sinnesorgan zum Sehen ist, wurde ihm ein intuitives Schauen innerer Wirklichkeiten ermöglicht.

Als die Wanen in den Umkreis der Asen treten, vollendet sich die Herrschaft Wotans, als oberster Gott. Es beginnen jedoch auch bestimmte wanische Mythen sich an seine Gestalt zu heften. Er, der furchtbare Totengott, der Vernichter war kein Fruchtbringer, für den das Ende zugleich ein neuer Anfang ist. Bei den Wanen, wo Werden und Vergehen, das Gewesene und das Zukünftige, das Unterirdische und das Lebendige zusammenhängen war in der asischen Denkart nicht nachzuweisen. Die Wanengötter setzten nur Werte um, führten unter die Erde, um Neues zu schaffen, Wotan aber zerstörte auch aus Grausamkeit und riß Leben aus dem großen Vorgang des Wachstums und Lebens endgültig heraus.

Die Übernahme wanischer Verehrungsformen auf Wotan wurde natürlich dadurch erleichtert, daß er Totengott war. Neben den eben erwähnten Unterschieden gab es auch Gemeinsamkeiten.Tobende Umzüge, Vermummung, auch Totenmasken sind bei beiden gemeinsam bezeugt. Eine weitere wanische Überlagerung zeigte sich, als man Wotan für das Gedeihen der Fluren dankte, und ihm dafür zu opfern begann. Später finden wir ihn auch an Stelle der Korngeister und Ackeralten.

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Wotan ist Ase, von Anfang ein Wesen ganz anderen Schlags als die Wanen, ein Herr geistiger Umkreise und ein alter Totengott. Aber ein furchtbarer, ein Vernichter, kein Fruchtbringer. Für manche mochte er „ein und alles“ werden, und so auch Schützer des Ackers. Das liegt aber nicht in seinem Wesen. Wir wollen in ihm, wie Jakob Grimm schrieb,das alldurchdringende Wesen des germanischen Glaubens sehen. Das Große an Wodan scheint uns zu sein, daß in ihm ein Innerliches, Geistiges so ganz zum Siege gelangt ist. Daß dieser alte Verlöscher, dessen bösartige Züge sich nie ganz verloren haben, zu einem großen Entzünder werden konnte. Daß er sich nicht an äußere Gebärde und Geschicklichkeit verlor, sondern in den Mittelpunkt alles menschlichen Werdens und Geschehens vordrang und sich die Seele als Sitz erkor. Er lehrt nicht Hiebe führen und wirft keine Kriegslose, er packt die Seele des Kriegers und füllt sie mit heiliger Wut. Er übermittelt nicht die Taschenspielergriffe des Zauberers, sondern er erzeugt den Seelenzustand, der die Naturkräfte aufhebt. Die Schrift, die er brachte, ist nicht Verständigungsmittel, sondern jedem Zeichen wohnt Macht und Seele inne. Seine Dichtkunst ist kein Können, sondern sie ist Wut, Genie, Ergriffenheit vom Göttlichen.

Daß diese Wut seinen Bekennern in allem das Wichtigste und Letzte ist, daß sie ihnen göttlich wurde, daß der Höchste ihnen zu einem Gott der Wut, des Enthusiasmus, der Seele, des Unkörperlichwerdens heranwuchs, das ist das Ewige und germanische an der Wodansgestalt.

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=105:wotan&catid=8:mythologie&Itemid=27

Gruß an die Ahnen

TA KI

4 Kommentare zu “Wotan

  1. Pingback: Wotan | Der Honigmann sagt...

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