Ausverkauf Europa


europefiresaleWem gehören eigentlich die Berge, Flüsse, Wälder und die Seen? Der Allgemeinheit? In vielen Teilen Europas ist das nicht mehr so. Viele Länder, Kommunen und Städte müssen ihr öffentliches Gut an private Investoren verkaufen. Wer sind diese Investoren? Die Bürger wehren sich massiv dagegen – in manchen Fällen sogar erfolgreich. Denn Geld ist nicht alles – vor allem, wenn es um die Heimat geht.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Ausverkauf+Europa+de+/638783/detail.html

Gruß an die Erde

TA KI

 

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Die deutsche Flüchtlingskatastrophe mit Ansage


Deutschland ächzt unter der hohen Zahl der Flüchtlinge. Länder und Kommunen sind überfordert – sie bekommen die Quittung für Versäumnisse der Vergangenheit. Und der Bund duckt sich weg.

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Schon von Weitem sieht man die Unterhosen, Hemden und Hosen in den Bäumen hängen. Drinnen in den Wohncontainern laufen die Waschmaschinen ununterbrochen, doch die Räume reichen längst nicht mehr, um die viele Wäsche zu trocknen. Das Asylbewerberheim in Berlin-Siemensstadt ist völlig überfüllt. Ursprünglich war die von Zäunen und Schutthalden umgebene Unterkunft für maximal 400 Flüchtlinge vorgesehen, derzeit müssen 600 Menschen hier Platz finden. Er sei natürlich froh, überhaupt hier angekommen zu sein, sagt Absaimanan, ein Junge aus Syrien. In diesem Heim aber sei es viel zu voll. Nachts liege er oft stundenlang wach, es sei viel zu laut. „Hier leben einfach zu viele Menschen.“

Das ist Berlin. Doch die Szenen, die sich in dem Flüchtlingsheim gerade abspielen, sind beispielhaft dafür, wie es an vielen anderen Orten der Republik abläuft. Sei es in Gießen, Karlsruhe, Hamburg – überall sind die Erstaufnahmestellen für Asylbewerber völlig überlaufen. Feldbetten werden aufgestellt, notdürftig Essen herangekarrt, heißer Tee verteilt. Bilder, die man sonst nur aus Katastrophengebieten kennt, sind auch in Deutschland alltäglich geworden. In einem der reichsten Länder der Welt herrscht in puncto Asyl fast so etwas wie Ausnahmezustand.

Es ist eine humanitäre Katastrophe mit Ansage. Seit Langem ist klar, dass der Flüchtlingsstrom immer breiter würde: erst Afghanistan, dann Nordafrika, dann Syrien und dann noch die Ostukraine – in einem Land nach dem anderen werden die Verhältnisse für die Menschen so unerträglich, dass ihnen oft nur die Flucht bleibt. Und viele wollen nach Westeuropa, vor allem nach Deutschland. Von Januar bis August kamen offiziell 115.737 Menschen aus Krisenregionen zu uns, 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf die gesamte Bevölkerung gerechnet, scheint das nicht viel. Doch momentan ist es mehr, als Deutschland handhaben kann.

Bisher wird vor allem improvisiert

Jeder Winkel bestehender Wohnheime wird genutzt, Betten stehen dicht beieinander, die hygienischen Bedingungen sind vielerorts unerträglich. Traumatisierte Kinder haben keine Rückzugsmöglichkeit, manchmal müssen sie mit Alkoholikern und gewalttätigen Erwachsenen auf engstem Raum zusammenleben. Erst vor drei Wochen berichtete die „Welt am Sonntag“ über die katastrophalen Zustände im Flüchtlingsheim in Oberursel.

Doch wenn alles so erwartbar war: Warum ist es so weit gekommen? Wer koordiniert die Flüchtlingsströme innerhalb Deutschlands? Wer hat den Plan, die drohende humanitäre Katastrophe in einem der reichsten Länder der Welt abzuwenden? Und was macht überhaupt die Bundesregierung?

Bisher wird vor allem improvisiert. In Duisburg und Karlsruhe bauen die Kommunen Zeltlager auf, Hamburg will die Asylsuchenden auf zwei Schiffen unterbringen, in Ostdeutschland ist die Wiederbelebung alter russischer Kasernen im Gespräch. Landesweit kapitulieren Erstaufnahmestellen vor dem Ansturm von Flüchtlingen.

Und inzwischen gehen die Asylsuchenden selbst auf die Barrikaden. In Berlin wurde vergangene Woche erst eine Kirche, dann die Geschäftsstelle der Grünen besetzt. „Die Zustände sind mancherorts sehr chaotisch“, bringt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie die Misere auf den Punkt. „Gerade für ein reiches Land wie Deutschland sollte es kein Problem sein, die vergleichsweise kleine Zahl von Flüchtlingen .“

Zustrom habe „beschleunigende Dynamik“

Wenn es um das Management des Flüchtlingsproblems schon jetzt so schlecht bestellt ist – wie soll es dann erst werden, wenn die Zahl der Asylbewerber noch größer wird? Selbst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), üblicherweise zurückhaltend mit Zukunftsaussagen, ist alarmiert: Der Zustrom von Flüchtlingen habe „eine sich beschleunigende Dynamik erfahren“, schrieb Regierungsdirektor Matthias Henning erst am Donnerstag an die zuständigen Minister der Länder.

Mit 25.000 neuen Asylsuchenden pro Monat müsse künftig gerechnet werden, warnte er. Das wären 300.000 pro Jahr. Noch sind die Zustände zwar entfernt von denen Anfang der 90er-Jahre, als plötzlich 500.000 Flüchtlinge nach Deutschland strömten. Doch aus Hennings Sicht ist die Lage schon jetzt dramatisch: „Ich wäre Ihnen für eine entsprechende Berücksichtigung bei der Bereitstellung von Unterbringungskapazitäten dankbar“, fügt er daher in dem Schreiben an die Minister hinzu.

Angesichts der Mammutaufgabe, die Länder und Kommunen erwartet, hört sich Hennings höfliche Bitte fast hilflos an. Nicht umsonst schlagen die Kommunen und Länder dieser Tage Alarm, beklagen die Zustände und rufen nach nationalen Notfallplänen. Bislang scheint aber niemand ein Konzept zu haben, wie so etwas aussehen kann.

Was passiert, wenn der Platz nicht reicht

Das Problem fängt schon damit an, dass eine ordnende Hand beim Thema Asyl gänzlich fehlt. Zwar ist der Weg eines Flüchtlings zu seiner Unterkunft klar definiert – wer ankommt, meldet sich bei irgendeiner Behörde hierzulande, von dort geht es zur Massenunterkunft der Erstaufnahmestelle, wo er nach einem bestimmten Schlüssel auf die Länder verteilt wird.

Theoretisch ist also alles geregelt. Gänzlich ungeklärt ist allerdings, was praktisch passiert, wenn irgendwo der Platz nicht mehr reicht. Erst vor zwei Wochen musste Nordrhein-Westfalen wegen gehäufter Masern-Fälle vorübergehend einige seiner Erstaufnahmezentren schließen.

In Busse verfrachtet, schickte man die Asylbewerber kurzerhand und ohne Vorwarnung rüber in die Erstaufnahmestellen der benachbarten Bundesländer. In Gießen etwa, das auf diesem Weg 458 Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen musste, war man schockiert: „Kinder weinten vor Hunger“, klagte der mittelhessische Regierungspräsident Lars Witteck. Betten und Essen waren ausgegangen. „Das darf in einem reichen Land nicht sein.“

130.000 Asyl-Anträge lägen auf dem Tisch

Nicht ohne Grund fordert Bernd Mesovic von Pro Asyl mehr Bundesamts-Außenstellen pro Land: Die bürokratische Last sei gewaltig. Beim BAMF stößt dieser Ansatz auf offene Ohren. Schon heute käme seine Behörde den Anträgen kaum noch hinterher, sagt Präsident Manfred Schmidt. 130.000 Asyl-Anträge lägen unbearbeitet auf den Tischen seiner Mitarbeiter. Was für die stressig ist, ist für die Asylsuchenden oft unerträglich. Monatelang müssen sie auf ihre erste Anhörung warten, wertvolle Zeit vergeht, in der sie längst anfangen könnten, ein neues Leben aufzubauen.

Moralische Entrüstung über vertane Chancen ist viel zu hören dieser Tage. Panik macht sich unter Politikern breit, landauf, landab gibt es Konferenzen und Tagungen zum Thema Asyl. Inzwischen werden erste Forderungen nach einer „nationalen Asylkonferenz“ laut, wie es der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) formuliert. Er habe dafür bereits Zustimmung aus den Ländern erhalten, sagt er, auch der Bund sehe das im Grunde wohl positiv.

Doch man befürchte augenscheinlich, „als Gastgeber die Rechnung bezahlen zu müssen.“ Sein Kollege aus Schleswig-Holstein, Innenminister Andreas Breitner (SPD), wird da sogar ganz konkret. Notwendig sei eine bessere finanzielle Unterstützung der Länder und der Kommunen durch den Bund, sagt Breitner – und hofft auf Hilfen bei der Unterbringung. „Dazu kann auch gehören, verfügbare Liegenschaften des Bundes, etwa der Bundeswehr, zu angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen.“

Unfaire Lastenverteilung und europäische Nachbarn

Doch in Berlin taucht man weg. Statt zum nationalen Asylgipfel zu laden, diskutiert Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lieber die unfaire Lastenverteilung und zeigt auf die europäischen Nachbarn. Deutschland könne „nicht alle Mühseligen und Beladenen auf der Welt aufnehmen“, gab er jüngst zu Protokoll. Und folgte damit einem Verhaltensmuster, das beim Thema Asyl im föderalistischen Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden frappierend häufig zu finden ist: Man zeigt auf andere. „Momentan schiebt jeder die Verantwortung weg“, kritisiert Steffen Angenendt, Asylexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. „Solche Spiele kann man in Zukunft nicht mehr machen.“

Angesichts der Fernsehbilder in Deutschland gestrandeter Flüchtlinge dürfte es immer schwerer für die Berliner Politiker werden sich wegzuducken. Doch noch bleibt man auf Tauchstation: Und gewinnen könne man mit dem Asylthema gar nicht. Wer bekommt schon Lob in Deutschland, wenn man sich für Asylbewerber einsetzt? Immer noch herrscht bei vielen Bundesbürgern die Vorstellung, man möge es den Flüchtlingen nicht zu schön machen, sonst könnten sie ja auf Dauer bleiben.

15 Prozent mehr reichen nicht

Es geht vor allem ums Geld. Stattliche 1,52 Milliarden Euro steckten Bund, Länder und Kommunen im vergangenen Jahr in die Unterbringung, Unterhalt und Krankenversorgung von Flüchtlingen. Und schon heute ist klar: Das, was bislang pro Asylsuchenden veranschlagt wird, reicht nicht aus. Erst vergangene Woche schritt Hessen voran und kündigte an, den Kommunen ab Anfang 2015 eine 15 Prozent höhere Pauschale für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen zu bezahlen.

Für den Landeshaushalt rechnet man dort mit einer Mehrbelastung von 30 Millionen Euro. Auch das wird nicht reichen, wenn man ernst machen will mit der vom Europäischen Gerichtshof jüngst verordneten Auflage, den Asylbewerbern wahrhaft menschenwürdige Lebensbedingungen zu gewähren.

Davon sind viele Kommunen weit entfernt. In Oberursel hausen Asylsuchende wie die Tiere. Kakerlaken, völlig verdreckte Küchen und Toiletten gehören zum Alltag; für 72 Männer muss eine einzige Dusche reichen. Dabei versichert das Gesundheitsamt des zuständigen Hochtaunuskreises, regelmäßig vor Ort gewesen zu sein. Auf die Frage, warum sich die Zustände dennoch nicht verbessert haben, versucht man abzuwiegeln.

Die bei den Besuchen beanstandeten Mängel seien zeitnah behoben worden. Mindestens einmal pro Jahr sei man dort gewesen, heißt es weiter. Was in der Zwischenzeit passiert, interessiert offenbar nicht. Was bleibt, ist die traurige Schlussfolgerung: Mit Asylbewerberheimen verhält es sich in Deutschland wie mit Bordellen. Der Staat schaut weg. Jede Pommesbude wird effektiver kontrolliert als die Großunterkünfte, in denen Menschen leben, die bei uns Zuflucht suchen.

Kommunen lagern das Problem aus

Statt für eine angemessene Unterkunft und Betreuung zu sorgen, wird teilweise gefeilscht wie auf dem Basar. So haben einige Kommunen in der Not das Problem einfach ausgelagert: Unternehmer stellen die Unterkünfte bereit. So wie Wilfried Pohl: Der 58-Jährige betreibt nicht nur das Heim in Oberursel, er ist auch Chef der ITB Dresden GmbH mit sieben weiteren Heimen.

Man könnte in ihm den bösen, geldgierigen Kapitalisten sehen, der sich auf Kosten des Staates und der Asylbewerber bereichert, also Geld kassiert, dann aber alles verkommen lässt. Aber das Bild wird dann doch etwas differenzierter, wenn Pohl seine Rechnung aufmacht. 36.000 Euro Gewinn bei rund 2,1 Millionen Umsatz standen am Ende des letzten bilanzierten Jahres 2012. Große Renditeträume eröffne dies sicher nicht, sagt Pohl freimütig. Um pro Flüchtling und Tag seine sieben Cent Gewinn zu erwirtschaften, bliebe ihm nur, an der Kostenschraube zu drehen. Was so viel heißt wie an Heizung, Personal und Kosten für Putzkolonnen und Sozialarbeiter zu sparen. Die Folge seien dann eben Verhältnisse wie in Oberursel.

Angesichts der aktuellen Notlage treten strukturelle Defizite wie diese naturgemäß in den Hintergrund. Stattdessen zwingen die Umstände dazu, nun erst einmal an den Symptomen herumzudoktern. Erst am vergangenen Freitag stimmte der Bundesrat einem Hamburger Gesetzesentwurf zu, mit dem der Bau von Asylbewerberheimen künftig erleichtert werden soll. Im Visier sind dabei bezeichnenderweise vor allem Gewerbegebiete – da fallen die Missstände wenigstens nicht so sehr auf.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article132448907/Die-deutsche-Fluechtlingskatastrophe-mit-Ansage.html

Gruß an die, die es „kommen“ sahen

TA KI

Tote, über die keiner spricht: Fukushima kostete bereits 1.700 Menschenleben


Mehr als drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima gibt es kaum Fortschritte bei den Aufräumarbeiten: Die Wasseraufbereitungsanlagen kämpfen mit technischen Ausfällen. Zudem häufen sich die Lecks in den Tanks, die das radioaktive Wasser auffangen. Zudem dürfen mehr als 130.000 ehemaligen Bewohner nicht zurückkehren und leben in Notunterkünften. Die Selbstmordrate steigt.

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Der jährliche „World Nuclear Industry Status Report“ ist erschienen. Die Folgen der Katastrophe von Fukushima sind noch längst nicht eingedämmt. Noch immer leiden Bewohner und Dekontaminierungsarbeiter unter den Bedingungen vor Ort. Publiziert wurde er von Nuklear-Experte Mycle Schneider. Er ist Energie- und Atomexperte und berät Politiker, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen.

Zu Fukushima schreibt der Report:

Diese Einschätzung beinhaltet Analysen der Vor-Ort-Herausforderungen, die bei der Katastrophe vom 11. März 2011 entstanden und noch drei Jahre nach dem Beginn der Katastrophe signifikant sind:

Die Herausforderungen vor Ort: In einer sehr positiven Entwicklung wurden seit November 2013 bis Mitte Juli 2014 mehr als drei Viertel des verbrauchten Brennstoffs aus dem Becken in der schwer beschädigten Anlage 4 in ein gemeinsames Becken gebracht. Bis Ende 2014 soll diese Operation beendet werden. Das radioaktive Material soll durch die Bergung möglichst keiner weiteren Gefährdung ausgesetzt werden, wie etwa Erdbeben oder Gefahren durch Unwetter.

Die wichtigsten Parameter bleiben jedoch weitgehend unverändert wie im Vorjahr. Die Strahlungswerte innerhalb der Reaktorgebäude der Einheiten 1 bis 3 machen weiterhin direkte menschliches Eingriffen fast unmöglich. Große Mengen an Wasser, etwa 360 Tonnen pro Tag, werden noch in die zerstörten Reaktoren gepumpt, um die geschmolzenen Brennstäbe zu kühlen. Dieses Wasser, sowie eine ähnliche hohe Menge an Grundwasser, sickern in die Keller der Reaktorgebäude, ein Teil davon wird zu einem gewissen Grad dekontaminiert und dann erneut in den Kreislauf gebracht. Die Menge des radioaktiven Wassers, welches nicht wiederverwendet werden kann, nimmt stetig zu. Zum Stichtag des 15. Juli 2014 wurden mehr als 500.000 Tonnen in prekären Speicher gelagert, dazu kommen etwa 90.000 Tonnen in den Kellern des Kraftwerks.

Die Kapazität der Tanks wird bis Ende März 2015 auf 800.000 Tonnen erhöht. Über zahlreiche Lecks wurde Bericht erstattet, einschließlich der Entdeckung im August 2013 über ein 300-Tonnen-Leck aus einem Tank mit hochradioaktivem „Water12“, dies entspricht Stufe 3 der „International Nuclear Event Scale“ (INES) und ein 100-Tonnen-Leck aus einem anderen Tank mit noch höherer Aktivität, Stufe 13. Es stellte sich heraus, dass Hunderte von 1.000-Kubikmeter-Tanks noch nicht einmal mit Messgeräten ausgestattet sind. Mehrere hundert Tanks, die nur zusammengeschraubt wurden, werden nach und nach durch verschweißte ersetzt.

Die hochentwickelten Wasserdekontaminationssysteme kämpfen mit technischen Ausfällen, sollen aber noch für eine längere Zeit in Betrieb bleiben. Eine viel beworbene 500 Millionen US-Dollar teure unterirdische Eis-Wand, die entworfen wurde, um den Wassereinlauf in die Keller zu verhindern und bis März 2015 fertiggestellt sein soll, hat eine ungewisse Zukunft. Bei einem Testversuch konnte der Abschnitt nicht so eingefroren werden, wie es geplant war.

In der Zwischenzeit hat Tepco eine Vereinbarung mit lokalen Fischerverbänden erreicht, so dass „Grundwasser-Bypass“ im April 2014 aktiviert werden konnte, um die Entladung ins Meer zu ermöglichen. Es wird erwartet, dass diese Maßnahme das Eindringen von Wasser in die Keller auf rund ein Viertel beziehungsweise rund 100 Kubikmeter pro Tag reduzieren kann.

Rund 32.000 Arbeiter, 28.000 von ihnen sind Leiharbeiter, arbeiteten seit dem Unfall vom 11. März 2011 an und in Fukushima – dabei sind Feuerwehr, Polizei und Militär nicht mit eingerechnet. Mit Mai 2014 lag der Tagesdurchschnitt der Arbeiter vor Ort bei 4.200 Personen und somit um 40 Prozent höher als im Jahr davor. Die Rekrutierung von neuen Arbeitern wird allerdings immer schwieriger.

Im Dezember 2013 beschloss Tepco die Schließung der Blöcke 5 und 6 von Fukushima Daiichi (I). Die vier Reaktoren in Fukushima Daini (II), 15 Kilometer von Daiichi entfernt und innerhalb der Sperrzone, bleiben offiziell „betriebsfähig“, aber die tatsächliche Inbetriebnahme ist völlig unrealistisch.

Die Herausforderungen außerhalb von Fukushima: Mit März 2014 sind offiziell immer noch mehr als 130.000 Menschen aus der Präfektur Fukushima evakuiert. Rund 100.000 Menschen sind aus gekennzeichneten Evakuierungszonen. Viel mehr Einwohner haben den Bereich freiwillig verlassen. Weitere 137.000 Personen sind noch immer in Notunterkünften, die auf sieben Präfekturen verteilt sind.

Mehr als 1.700 Tote in Verbindung mit der Katastrophe wurden offiziell anerkannt, entweder aufgrund psychischer Ursachen oder mangelnder medizinischer Versorgung während der Evakuierung. Die Selbstmordraten steigen.

Im April 2014 erhielten ein paar Hundert Einwohner zum ersten Mal die Erlaubnis, zu einem zuvor evakuierten Bereich zurückzukehren. Schätzungen zufolge gehen allerdings nur ein Viertel der Anwohner zurück. Die anderen pendeln von den angrenzenden Regionen.

Eine von der japanischen Regierung in Auftrag gegebene Studie zur Atomkatastrophe in Fukushima wurde über sechs Monate geheim gehalten. Die Strahlungs-Einwirkung wird in den gesäuberten Gebieten den Grenzwert für die normale Bevölkerung überschreiten. Dieser liegt bei einer maximalen Jahresdosis in Höhe von einem Millisievert (mSv). Die maximal erlaubte Jahresdosis für Dekontaminierungsarbeiter liegt bei 20 mSv.

Insgesamt wurden 101 Gemeinden in acht Präfekturen sind als „geplante Kontaminations-Begutachtunszone“ festgelegt. Dort wird eine jährliche Dosis zwischen 1 mSv und 20 mSv prognostiziert. Lokalen Behörden sind für die Dekontaminierungsarbeiten verantwortlich.

Darüber hinaus ist die Zentralregierung zuständig für die Dekontaminationspläne in elf Gemeinden in der Präfektur Fukushima, einer Fläche von 235 Quadratmeter, wo die jährliche Strahlungsdosis 20 mSv überschreiten. Die Arbeiten sind weit hinter dem Zeitplan, vor allem wegen technischen Schwierigkeiten, Mangel an Abfalllagern und Arbeitskräftemangel.

Streitigkeiten über die Kostendeckung zwischen dem Umweltministerium, das offiziell verantwortlich ist, und Tepco, dem Betreiber von Fukushima, führen zu weiteren Verzögerungen. Das Drei-Jahres-Budget für die Dekontamination im Zeitraum 2011 bis2013 umfasste 1,3 Billionen Yen (rund 13 Milliarden US-Dollar), aber nur ein Drittel davon wurde ausgegeben und von diesem wiederum erstattet Tepco weniger als 20 Prozent. Eine Mehrheit von Unternehmen und Subunternehmern arbeitet unter obskuren Umständen.

733 Unternehmen und 56 Subunternehmen haben einen Vertrag mit dem Umweltministerium, berichtet Reuters. Einige von ihnen rekrutieren Obdachlose für Arbeiten in den kontaminierten Bereichen. Die Yakuza, die japanischen Mafia, ist den Berichten zufolge auch im System involviert.

Bis zum 11. Juli 2014 wurden mehr als 2,2 Millionen Ersatzansprüche von Einzelpersonen, Unternehmen, Gewerkschaften und lokalen Regierungen eingereicht. Tepco hat rund 40 Billionen Yen (rund 40 Milliarden US-Dollar) für rund zwei Millionen der Forderungen gezahlt. Zahlreiche Klagen gegen Tepco sind im Gange, darunter eine von einer Gruppe US-Matrosen, die direkt nach dem 11. März 2011 bei einer US-Marine-Operation der Strahlung ausgesetzt waren.

Im März 2014 haben mehr als 4.000 Bürgerinnen und Bürger aus 39 Ländern eine Sammelklage gegen Atom-Produzenten eingereicht, darunter Hitachi, Toshiba und General Electric, um die Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima zu entschädigen.

Mycle Schneider  wurde 1959 in Köln geboren. Er ist Energie- und Atomexperte und berät Politiker, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen. Von 1998 bis 2003 war er Berater für das französische Umwelt- und das belgische Energieministerium. Nach 2000 arbeitete er zehn Jahre auch für das deutsche Umweltministerium. Schneider gibt jährlich den unabhängigen World Nuclear Industry Status Report heraus. 1997 erhielt er zusammen mit Jinzaburo Takagi den Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis).

Mycle Schneider im DWN-Interview über die katastrophalen Zustände in Fukushima.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/22/tote-ueber-die-keiner-spricht-fukushima-kostete-bereits-1-700-menschenleben/

Gruß an die Japaner

TA KI

Jugendliche: Bleibende Hirnschäden dank Smartphones?


Mobilfunkstrahlung macht vor allem Kinder und Jugendliche an Körper und Geist krank – und dazu noch unfruchtbar. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind alarmierend.

Von: Benjamin Seiler
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Kinder und Jugendliche surfen ja nicht nur am PC in ‚sozialen’ Netzwerken und auf Youtube, sondern vermehrt auch mit dem Smartphone oder Tablet-PC – mit anderen Worten: über Funk. Dank Wi-Fi-Routern in der Wohnung geht’s mittlerweile sogar am heimischen Computer immer häufiger kabellos ins ‚weltweite Netz’. Wie verheerend diese Mikrowellenstrahlung vor allem für die körperliche und seelische Gesundheit junger Menschen ist, lässt sich nicht mehr leugnen. Was da auf die Menschheit zurollt, ist in der absehbaren Konsequenz schlimmer als die Verheerungen beider Weltkriege zusammen. Und das ist noch untertrieben.Glücklicherweise wagen es immer mehr Wissenschaftler, den Mund aufzumachen. So kamen im September 2013 führende Experten von Top-Universitäten in den USA zusammen, um sich über die Gefahren auszutauschen, welche die drahtlose Kommunikation von Mobiltelefonen und Wi-Fi für Kinder darstellen.[1]

Verhaltensstörungen nachgewiesen

Dort sprach man nicht nur über körperliche Schädigungen, sondern vor allem auch darüber, wie die heute allgegenwärtige Funkstrahlung Hirnströme manipuliert und die Entwicklung des Gehirns dauerhaft verändert. Professor Hugh Taylor von der Yale-Universität fasste ein Experiment an Ratten mit folgenden Worten zusammen: „Das ist der erste experimentelle Beweis, dass eine bereits im Mutterleib erfolgte Bestrahlung durch Mobiltelefone tatsächlich das Verhalten im Erwachsenenalter beeinflusst.“ Laut Taylor besteht ein Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Mikrowellenstrahlung und dem Ausmaß der Neuronenblockade. Wird der elektrische Neuronenfluss im Gehirn unterbrochen, zieht das bleibende Veränderungen im Aufbau der Gehirnstruktur nach sich. Denn genau diese elektrischen Hirnströme spielen bei der Gehirnentwicklung eine wichtige Rolle und bestimmen unser Wesen als Erwachsene maßgeblich mit – „wie wir denken und wie wir uns benehmen“, so der Forscher.

Auch Menschenbabys bekommen schon vor der Geburt eine gehörige Dosis Mikrowellenstrahlung ab – und nicht erst im Kinderwagen, wenn ihre Mütter am Handy ein Schwätzchen halten. Als Folge bilden sich im Hippocampus weniger Zellen. Das ist jener Hirnbereich, den wir für das logische Denken und Urteilsvermögen brauchen. Zusammen mit anderen Forschern weist Professor Taylor ausdrücklich darauf hin, dass vorgeburtliche Schädigungen durch Mikrowellenstrahlung nicht nur körperliche Folgen haben, sondern vor allem auch emotionale. Es ist also an der Zeit, dass sich Eltern, Mediziner und auch Politiker (!) ernsthaft fragen, ob das ständige mobile Surfen, Chatten und Texten im Internet aus unseren Kindern nur schon aufgrund der freigesetzten Strahlung verhaltensgestörte und emotional zurückgebliebene Krüppel macht.

Ausgewachsene Ratten, die im Experiment als Fötus mit Handys bestrahlt wurden, zeigten klare Anzeichen von ADHD, also Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen. Kein Schelm, wer dabei gleich an die Kinder von heute denkt. Denn, so die einhellige Warnung der am Symposium teilnehmenden Wissenschaftler, Kinder besitzen dünnere Schädelknochen, kleinere Gehirne und eine weichere Hirnmasse als Erwachsene, sie sind also viel anfälliger auf Mikrowellenstrahlung.

Harvard-Professorin Martha Herbert hält sogar eine Verbindung zu Autismus für möglich: „Die Strahlung von Wireless-Routern und Mobilfunktürmen kann einen durcheinanderbringenden Effekt auf das Lern- und Erinnerungsvermögen ausüben und zudem immunologische und metabolische Funktionen destabilisieren. Manche Kinder werden deshalb größere Lernschwierigkeiten haben.“ Einfach ausgedrückt: Handystrahlen schwächen den Zellstoffwechsel und schlagen die Immunabwehr zusammen. Und obendrein werden wir dümmer und dümmer.
Doch darüber soll in den Medien bitteschön nicht berichtet werden. „Mächtige Industriefirmen wollen die Öffentlichkeit aus Eigennutz zu dem Glauben verleiten, dass solch hochfrequente Strahlung, die wir ja weder sehen, schmecken oder fühlen können, harmlos sei“, warnt Martha Herbert, „aber das ist nicht wahr!“

Eine neue Verhaltensstörung tritt schon so häufig auf, dass die Wissenschaft ihr einen Namen gegeben hat: Digitale Demenz. Überall auf der Welt zeigen immer mehr Kinder eine deutliche Verschlechterung ihrer motorischen und kognitiven Fähigkeiten, weil sie zu viel Zeit im Internet verbringen. Das allein, so glauben Psychiater und Hirnforscher, führt bereits zu der erwähnten disharmonischen Gehirnentwicklung – wobei sie die oben beschriebenen Folgen noch gar nicht berücksichtigt haben, die aufgrund der Mikrowellenstrahlung bei der mobilen Internetnutzung zusätzlich auftreten. Der Schaden fürs Gehirn potenziert sich beim drahtlosen Surfen im Cyberspace also auf mehreren Ebenen.

Krebs und Unfruchtbarkeit wegen Wi-Fi und Handy

Mobilfunkstrahlung stört nicht nur die seelische Entwicklung der Kinder, sondern macht sie auch körperlich krank. Häufig heißt die Diagnose dann Krebs. Das ist deswegen so, weil sich die Körperzellen von Kindern aufgrund des Körperwachstums viel schneller teilen als bei Erwachsenen. Genetische Schäden, wie sie Mikrowellen nachgewiesenermaßen in der Erbsubstanz DNA auslösen können, werden folglich rasch dupliziert und der Krebs kann sich im Körper ausbreiten. Kein Wunder also, dass seit 2011 neun verschiedene Krebsarten hochoffiziell mit dem Handygebrauch in Verbindung gebracht werden: Hirntumor, Speicheldrüsenkrebs, Leukämie, Akustikusneurinom (Tumor am Hörnerv), Augenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Meningeom (Tumor an der Hirnhaut), Hodenkrebs und Brustkrebs. Die International Agency for Research on Cancer, welche die Weltgesundheitsorganisation berät, musste die Mobilfunkstrahlung aufgrund der Flut vorhandener Fakten widerwillig ‚als ‚mögliches Karzinogen‘ der Klasse 2B einstufen – immerhin dieselbe Gefahrenstufe wie das weltweit fast überall verbotene Pestizid DDT.

Und das, obwohl die Latenzzeit zwischen Handygebrauch und Hirntumor zwanzig bis dreißig Jahre beträgt – vermutet man, denn die Resultate dieser globalen Feldstudie werden ja erst jetzt langsam offenbar. Fest steht jedoch, dass das Hirntumorrisiko für Handynutzer unter zwanzig Jahren fünfmal größer ist als für Menschen über Fünfzig.

Auch die Fruchtbarkeit leidet. Ganz besonders bei Männern. Die am erwähnten Symposium teilnehmenden Wissenschaftler halten fest: „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Handy­­­­nutzungsdauer und der Abnahme der Spermienzahl. Bei Männern, die ihr Mobiltelefon vier Stunden am Tag in der Hosentasche tragen, bricht sie auf die Hälfte ein. Die Spermienbeweglichkeit ist ebenfalls beeinträchtigt. Außerdem wird die mitochondriale DNA dreimal mehr geschädigt, wenn die Spermien Mobilfunkstrahlung ausgesetzt sind.“ Und einmal mehr fand man auch hier Hinweise auf psychische Störungen: Solche genetischen Mutationen in den Spermien treten nämlich umso häufiger auf, je älter der Vater ist – genauso wie später Autismus und Schizophrenie bei seinen Kindern.

Zusammen mit Frank Clegg, dem ehemaligen CEO von Microsoft Canada, prangert die Ärztin Dr. Devra Davis die milliardenschwere Mobilfunkindustrie und eine verantwortungslose Politik an, die offensichtlichen Gefahren zu ignorieren. So erklärt die Präsidentin des Environmental Health Trust: „Die heute gebräuchlichen Mobilfunkstandards für die weltweit 6,5 Milliarden Handys wurden vor siebzehn Jahren festgelegt und nie auf den neuesten Stand gebracht, obwohl sich sowohl die heutigen Nutzer als auch die Verwendung von Mobiltelefonen massiv verändert haben. Das Ausmaß der Strahlenbelastung nahm in den letzten Jahren dramatisch zu. Doch niemand hat je getestet, ob Handys für Kinder sicher sind. Unsere Kinder und Kindeskinder werden als Laborratten in einem völlig unkontrollierten Experiment missbraucht.“

Höchste Risikostufe für Versicherung

Zumindest die Versicherungen haben die Zeichen der Zeit erkannt. Im Juni 2013 verkündete SwissRe, einer der weltweit größten Versicherungskonzerne, man habe den Mobilfunk nun in die höchste Risikostufe eingefügt. Dahinter stehen allerdings nicht Überlegungen zum Schutz der Bevölkerung: „Falls ein direkter Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und menschlichen Gesundheitsbeschwerden hergestellt werden kann, würde dies Tür und Tor für neue Schadensersatzansprüche öffnen“, schreibt der Rückversicherer im eigenen Kundenheft Swiss-Re-SONAR. „Dies würde im Endeffekt zu großen Verlusten im Bereich der Produkthaftpflichtversicherung führen.“

Während also ein Unternehmen, das weltweit Versicherungen gegen finanzielle Schäden absichert, den Mobilfunk als „potentiell hohes Risiko“ einstuft, denken Bildungspolitiker hierzulande noch immer darüber nach, ob sie jedem Kind einen freien und mobilen Internetzugang garantieren wollen – so geschehen, als Spitzenvertreter von CDU/CSU und SPD den Vertrag für die Große Koalition aushandelten, die Deutschland nun regieren soll. Sie setzt mit Schlagworten wie ‚digitales Lernen’ weiterhin auf drahtlose Netzwerke in Schulen und sogar Kindertagesstätten, obwohl der Europarat bereits empfiehlt, Funkschnittstellen (Wi-Fi) und Handys aus der Schule zu verbannen. Zum selben Schluss gelangte auch das Gesundheitsministerium von Israel. In einem Brief an den Bildungsminister schrieb der stellvertretende israelische Gesundheitsminister und chassidische Rabbiner Yaakov Litzman: „Ich fürchte wirklich, dass der Tag kommen wird, an dem wir alle wehklagen werden über den nicht rückgängig zu machenden Schaden, den wir mit unseren eigenen Händen der künftigen Generation antun.“

— Ende des vollständigen Artikels —

Ragnarök


Ragnarok

Ragnarök bezeichnet das letzte Geschick der Götter, dessen Verlauf in der Edda auf visionäre Weise beschrieben wird. In der Völuspa (der Seherin Weissagung) wird von einer alten Völva ein Weltenentwurf geschildert, der vom Anbeginn der Schöpfung bis zu ihrem Untergang handelt. Die Vorzeichen des nahenden Weltenendes äußern sich zunächst in bedrohlichen Naturerscheinungen, wie dem drei Jahre andauernden Fimbulwinter, auch Riesenwinter genannt. Hungersnöte, Mord und Totschlag bestimmen das Bild und gemahnen der Auflösung des sittlichen und sozialen Gefüges der Menschen. In den Welten der Götter, Riesen und der Hel krähen drei Hähne und verkünden den Beginn des allesentscheidenden letzten Gefechts. Der Himmelswächter Heimdall stößt in sein Gjallarhorn und signalisiert die Ankunft der herannahenden Riesenheere, die über die Bifröstbrücke auf Asgard zumarschieren. Der Weltenbaum erzittert, und die entfesselten Elemente brechen von allen Seiten auf Midgard herein. In Asgard sammeln sich die Götter, die Pforten Walhalls öffnen sich, und aus 540 Toren rücken je 800 Einherjerkrieger gegen die anstürmenden Feinde vor. Walvater Odin, mit Goldhelm, Brünne und dem Speer Gungnir bewaffnet, reitet auf Sleipnir dem Wolf entgegen und wird von diesem verschlungen, doch sein Sohn Widar rächt ihn unverzüglich. Der Donnergott Thor erschlägt die Jörmungand, vermag aber nur noch neun Schritte zu tun, bis auch er, vom Gift der Schlange tödlich verwundet, zu Boden sinkt. Der Kriegsgott Tyr und der Höllenhund Garm töten sich gegenseitig, ebenso Heimdall und Loki, die hierauf endlich ihre alte Feindschaft beenden. Der Fruchtbarkeitsgott Freyr unterliegt dem alles versengenden Schwert Surts, da er die eigene Waffe entbehren muss. Nachdem die Götter besiegt sind, schleudert der „Schwarze“ sein Feuer über die ganze Welt. Die Sonne verdunkelt sich, die Erde sinkt ins Meer, vom Firmament schwinden die Sterne und heiße Lohe bedeckt den ganzen Himmel.

Soweit die Schilderung der Ragnarök, deren wörtliche Übersetzung „Verhängnis“ oder „Endschicksal der Götter“ lautet. Durch einen Übersetzungsfehler, bei dem man „rök“ (Verhängnis) mit „rökkr“ (Dämmerung) verwechselte, kam der allgemein bekannte Begriff der Götterdämmerung zustande. Das die germanische Eschatologie bereits von der christlichen Lehre der Offenbarung beeinflusst ist, wird offensichtlich, zumal man die niedergeschriebene Fassung auf die letzten Jahrhunderte des ausgehenden Heidentums datiert. Dennoch gilt das Gedicht als typisch nordisch, über dessen Ursprung sich allerdings nur mutmaßen lässt. Als Vorbild für die beschriebenen Erscheinungen dienten dem auf Island lebenden Verfasser vermutlich all die Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Erdbeben, welche die Insel auch in den vergangenen Jahrhunderten wiederholt heimgesucht haben und dortigen Ansässigen zuweilen wie ein „Weltuntergang“ vorgekommen sein müssen.

Quelle: http://www.wodanserben.de/ragnaroek.php

Gruß an den Wandel

TA KI