Reich und asozial


 

asozial

Wir Hunde können nicht verstehen, dass sich ein Menschenleben nur um ein paar Fetzen bedrucktes Papier dreht. Aber ist ein Mensch auch mehr wert, nur weil er mehr von diesen schmutzigen, bedruckten Papierfetzen besitzt? Britische Ökonomen wollten wissen, wieviel gesellschaftlichen Wert gewisse Berufsgruppen erwirtschaften. Dabei kam raus, dass Banker die Gesellschaft soviel Geld kosten wie ein Bankräuber. Im Gegensatz zu Putzkräften.

Kann man den gesellschaftlichen Wert von Berufsgruppen ermitteln? Ja, man kann. Der englische Think-Tank „New Economic Foundation“ hat dies mit der Studie „A Bit Rich: Calculating the real value to society of different professions“ versucht. Sie verwenden für ihre Analysen das Prinzip des Social Return on Investment. Was also gibt eine gewisse Berufsgruppe der Gesellschaft zurück. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial. Dabei kam raus, dass das Gehalt meistens nicht jenen Wert reflektiert, der geschaffen wird.

Topmanager in Banken verdienen in Grossbritannien zwischen 550’000 und 88 Millionen Euro pro Jahr – und vernichten im gleichen Zeitraum den siebenfachen sozialen Wert. Kinderbetreuer oder Reinigungskräfte im Spital schaffen mit jedem eingenommenen Euro hingegen rund zehn Euro sozialen Mehrwert. Das negativste Resultat haben die Forscher allerdings für Steuerberater errechnet: Dank ihres Berufs gehen für jeden Euro, den sie verdienen, rund 50 Euro für die Gesellschaft verloren.

Leider wurde noch nicht errechnet, wie gross der soziale Wert ist, den wir Hunde schaffen.

*Snoopy ist unser Redaktionshund und darf hier jede Woche kolumnieren; so wie Frank A. Meyer im Sonntagsblick.

Quelle: http://www.seite3.ch/Snoopys+Wort+zum+Sonntag+Heute+Reich+und+asozial/487894/detail.html

Gruß an die, die der Allgemeinheit dienen

TA KI

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Putin ordnet Rückzug von ukrainischer Grenze an


Russlands Präsident Wladimir Putin hat einen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze angeordnet. Mit der Anordnung kommt Moskau einer Kernforderung Kiews und des Westens nach.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze angeordnet. Das erklärte der Kreml am späten Samstagabend. Mit der Anordnung kommt Moskau einer Kernforderung Kiews und des Westens nach, um den Ukraine-Konflikt zu entschärfen.

Die Soldaten sollen nach Angaben von Putins Sprecher Peskow im Gebiet Rostow ein Manöver abgehalten haben, dass nun abgeschlossen sei. Deshalb sei der Abzug der Soldaten angeordnet worden. Putin habe die Anordnung nach einem Gespräch mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu gegeben. Die Führung in Kiew und der Westen hatten die Stationierung russischer Truppen in der Nähe der Konfliktregion als Provokation kritisiert.

Vor dem Beschluss der Feuerpause Anfang September hatte es Berichte über russische Kämpfer in den Reihen der moskautreuen Separatisten sowie über Waffenlieferungen über die Grenze gegeben, die der Kreml zurückwies.

Möglicherweise trifft sich Putin bei dem Europa-Asien-Gipfel (Asem) am 16. und 17. Oktober in Mailand mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Dieser hatte erst am Samstag erklärt, dass man auch im Gasstreit mit Moskau kurz vor einer Lösung stehe. „Ich hoffe, dass wir am kommenden Freitag in Mailand einen bedeutenden Fortschritt machen werden“, sagte Poroschenko. Russland verlangt von der Ukraine Schulden in Milliardenhöhe zurück, bevor es die auf Eis gelegten Gaslieferungen wieder aufnimmt. Kiew will einen günstigeren Tarif aushandeln.

Mehr in Kürze.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article133180025/Putin-ordnet-Rueckzug-von-ukrainischer-Grenze-an.html

Gruß an den russischen Präsidenten

TA KI

Bayernkaserne: „Es wird Mord und Totschlag geben“


Lage läuft aus dem Ruder

Bayernkaserne: „Es wird Mord und Totschlag geben“

München – In der Bayernkaserne sind in den letzten Tagen Hunderte Flüchtlinge aus dem Nahen Osten angekommen. Am Donnerstag haben 150 von ihnen die Heidemannstraße blockiert.

Sie sind geflohen vor Mord und Vertreibung, viele haben die Todesschiffe auf dem Mittelmeer überlebt – und manche mussten mitansehen, wie die Frau mit dem Nachbarboot kentert. Sie stammen aus Syrien – manche aus Aleppo, wie ihre Dokumente beweisen, diese große, sterbende Stadt. Jetzt schlafen sie in unserer großen, wachsenden Stadt unter freiem Himmel auf dem Boden.

In der Bayernkaserne sind in den letzten Tagen Hunderte Flüchtlinge aus dem Nahen Osten angekommen. Am Donnerstag haben 150 von ihnen die Heidemannstraße blockiert: Holt uns hier raus!

Sie berichten von untragbaren, von unverantwortlichen Zuständen in der Unterkunft. Von Schlägereien mit den Wachleute. Von Auseinandersetzungen unter den Bewohnern. Und sie erzählen diese Horror-Geschichten alle Hicham Sarraj (64). Der Syrer lebt seit 48 Jahren in München und übersetzt für die Flüchtlinge – ehrenamtlich, ohne Bezahlung. Wo immer er an der Bayernkaserne auftaucht, versammeln sich sofort 40, 50 aufgebrachte Menschen um ihn. Hicham Sarraj sagt: „Es wird hier Mord und Totschlag geben.“

Die Flüchtlinge halten es einfach nicht mehr aus. Sie reden sich schnell in Rage, ein Wort ergibt das andere, es wird laut. Der Übersetzer Sarraj will helfen, aber wenn die Not der Alten, Kranken und Eltern kleiner Babys auf ihn einprasselt, verliert auch er den Überblick.

Dutzende Flüchtlinge hätten vor den alten Wagenhallen der Kaserne übernachten müssen, darunter auch eine im vierten Monat schwangere Frau, die jetzt krank geworden sei. In den Hallen mit ihren Hunderten Betten beschreiben es die Flüchtlinge kaum besser: Die Familien haben keine Rückzugmöglichkeit, keine Ruhe, die Kinder werden schnell krank. Die Mütter halten Sarraj ihre wenige Tage alten Neugeborenen mit erkennbaren Augenentzündungen hin. Damit darf ein Kind sonst nicht einmal in die Kita. Andere Kinder husten unentwegt. Die Eltern beschweren sich bei Sarraj, dass die Kleinen kaum untersucht würden.

Immer wieder gibt es unter den Bewohnern Ärger – die Gewohnheiten der Flüchtlinge aus Afrika prallen mit denen der Muslime aus Syrien aufeinander. Männer seien einfach in die Duschen der Frauen spaziert, die sich sonst nur mit Kopftuch zeigen. In den Bettenlagern hätten Paare Sex vor den Augen der anderen Flüchtlinge, auch der Kinder. Trennwände würden nicht zugelassen.

Die Lage droht zu eskalieren, am Donnerstag gab es den Funken. Etliche Syrer beklagen sich über Auseinandersetzungen mit den Wachleuten: Die 17-jährige Riham Idris sagt, sie sei mit dem Schlagstock geschlagen worden (siehe Fotostrecke oben). Die 63-jährige Siham Dahlan klagt an, dass ein Wachmann sie und ihre Tochter Nema (39) umgestoßen habe und sie darauf ohnmächtig geworden sei. Sie hatten ihren Schwiegersohn Mamdu (44) aus einer Rangelei befreien wollen.

Wenn der Übersetzer Sarraj vor Mord und Totschlag warnt, dann meint er das wortwörtlich. Er hat Angst davor. „Die Menschen müssen besser untergebracht werden“, sagt er – am besten nach ihrer Herkunft. Und nach allem, was die Flüchtlinge erlebt haben, brauchten sie vor allem eines: „Die Leute müssen ruhig schlafen können.“

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Quelle: http://www.tz.de/muenchen/stadt/schwabing-freimann-ort43408/bayernkaserne-wird-mord-totschlag-geben-tz-4099317.html

Gruß an die deutsche Asylpolitik und Zuwanderungspropaganda

TA KI

Die Seherin Thorbjörn


Alex Jahnke 2004

Trotz der Furcht und des Abscheus, die sie vielen einflößten, wurden Seher und Seherinnen in Notzeiten häufig zu Rate gezogen: von ihnen erwartete man Auskunft über die Dauer von Hungersnot und Krankheit, zuweilen auch Anordnungen und Hilfe zur Beseitigung dieser Übel.

Der Auftritt einer solchen Seherin wird in der Saga von Erik dem Roten ausführlich beschrieben. In Grönland herrschte zu Anfang des elften Jahrhunderts eine große Hungersnot. Der reichste Bauer, Thorkel, beschloß, die Wölwa Thor-björg zu Rate zu ziehen. „Sie war gekleidet in einen blauen Mantel, und dieser war bis zum Saum mit kostbaren Steinen besetzt. Um den Hals trug sie Glasperlen, auf dem Kopf eine Mütze aus schwarzem Lammfell, die innen mit weißem Katzenfell ausgefüttert war. In der Hand hielt sie einen messingbeschlagenen Stab, der oben einen Knopf hatte; auf dem Knopf saß ein Stein. Um die Taille trug sie einen Gürtel mit Zunderbüchse; am Gürtel hing ein Lederbeutel, in dem sie die Zaubermittel aufbewahrte, die sie zu ihrer Wahrsagerei benötigte. An den Füßen trug sie haarige Schuhe aus Kalbsfell mit langen Riemen, die am Ende große Zinnknöpfe hatten. An den Händen trug sie Handschuhe aus Katzenfell, die innen weiß und haarig waren.“ Sie bekam zu essen von den Herzen aller Tiere, die da waren; beim Essen benutzte sie einen Messinglöffel und ein Messer, von dem die Spitze abgebrochen war. Am nächsten Tag ließ sie Frauen suchen, die das Zauberlied kannten, mittels dessen sie ihre Wahrsagerei treiben konnte. Dieses Lied hieß varðlokkur (wörtlich: Schutzlockung, ein Lied, um Geister heraufzubeschwören).

Nur eine einzige junge Frau kannte dieses Lied; sie hatte es von ihrer Pflegemutter auf Island gelernt. Da sie Christin war, weigerte sie sich zunächst, an der Wahrsagerei teilzunehmen; Thorkel aber wußte sie dennoch zu überreden. Die Frauen bildeten nun einen Kreis um die Bühne auf dem die Wölwa saß. Die junge Frau sang das Zauberlied sehr gut, und nach der Seánce (so würden wir eine solche Versammlung nennen) dankte die Wölwa ihr und sagte, es seien viele Geister gekommen, und diese hätten großen Gefallen gefunden an dem Lied, da es so gut gesungen worden sei. „Auch Geister, die sich früher von mir abgekehrt hatten und mir nicht mehr gehorchen wollten. Und mir sind jetzt viele Dinge klar, die mir und vielen anderen zuvor verborgen waren.“ Sie prophezeite dann das Ende der Hungersnot auf den kommenden Frühling und weissagte ferner, die junge Frau, die für sie gesungen hatte, werde auf Island die Stammutter eines angesehenen Geschlechtes werden. Sie beantwortete auch alle Fragen, welche die Leute ihr stellten; fast alles, was sie vorhersagte, traf ein.

Diese Erzählung ist deshalb besonders wertvoll, weil sie uns einen Begriff von der Technik gibt, welche die Wölwa anwandte. Das Zauberlied hatte zum Zweck, sie in eine Art Trance zu bringen. In diesem Zustand fühlte sie sich in die Welt der Geister versetzt oder sah, wie die Geister zu ihr kamen. 0din selber hatte sich mit einer solchen Form der Zauberei befaßt:

„Wollte Odin seine Gestalt wechseln, dann lag sein Körper wie schlafend oder tot da, er selbst aber war ein Vogel oder ein wildes Tier, ein Fisch oder eine Schlange. Er konnte in einem Augenblick in ferne Länder fahren in seinen oder anderer Angelegenheiten“ (Snorri). Von einigen Menschen betrieben, wurde tatsächlich berichtet, sie könnten sich in Tiere verwandeln. „Odin war in einer Kunst erfahren, die die größte Macht verlieh – man nennt sie Zauberkunst (seidhr) – und übte diese selbst aus. Sie befähigte ihn, das Schicksal der Menschen und noch nicht eingetretene Ereignisse vorauszusagen, ja auch den Menschen Tod, Unheil oder Krankheit zu bescheren. Endlich vermochte er durch sie jemand seinen Verstand und seine Kraft zu nehmen und diese einem an-dern zu verleihen. Aber „, fährt Snorri fort , „mit derart geübter Zauberei ist soviel Ärgernis verbunden, daß die Männer sich schämten, sie zu treiben. So lehrte man diese Kunst den Tempelpriesterinnen.“ Aus Snorris letzter Bemerkung könnte man wohl schließen, daß diese Zauberei mit irgendeiner Form von sexuellen Taten (?!) verknüpft war; deshalb war es denn auch für einen Mann besonders entehrend, der Zauberei bezichtigt zu werden. In ihrer Wortwahl machen unsere Quellen keinen scharfen Unterschied zwischen der Magie, bei der es einem um Kenntnis (gewöhnlich der Zukunft) zu tun war, und jener, mit der der Mensch einen gewissen Zweck Vorteil für sich und seine Freunde, Schaden für seine Feinde, zu erreichen hoffte.

Die oben beschriebene magische Technik erinnert jedenfalls stark an die der Schamanen, obwohl ein Spezialist wie Eliade die germanische Seid nicht als Schamanismus im eigentlichen Sinn des Wortes betrachten möchte. Es fragt sich auch, ob sie wohl bei allen Germanen bekannt gewesen und ob im Norden ihr Ursprung oder ihr Fortbestehen nicht wenigstens zum Teil der Nähe der Lappen zuzuschreiben sei. Die Lappen galten gerade dort für besonders zauberkundig im Altnordischen hatte das Wort finn (d.h. Same) sogar die Bedeutung „Zauberer“ bekommen.

Ich möchte auch noch auf den Artikel „Seidhr und Völventum“ von Kurt Oertel verweisen, der an (mir bis dato nicht bekannten) Quellen, nachweist das Seidh eben keine schamanistische Technik ist, sondern Magie im allgemeinen bedeutet.

Quelle: http://www.eldaring.de/pages/artikel/seidhr/seherin-thorbjoern.php

Gruß an die Seher

TA KI

Die germanische Ursprungssage


Geschrieben von: Prof. Gustav Neckel
Eine der merkwürdigsten Stellen bei Tacitus, viel berufen und noch neuerdings von klassisch-philologischer Seite aufs gründlichste behandelt, ist die über die Tradition der Germanen betreffs ihrer eigenen Herkunft. Der Schriftsteller führt diese Tradition als den Inhalt alter Gedichte ein, und er gibt sie als selbständiges, abgerundetes Ganzes. Schon Plinius hat sie gekannt, aber dieser, auf Einzelheiten und Namen erpicht und ohne Sinn für Komposition, teilt nur Bruchstücke daraus mit und verquickt sie mit anderer Kunde zu einem künstlichen und unklaren Zusammenhang. Tacitus schöpft also hier gewiß nicht aus Plinius. Nach E. Norden ist seine Quelle der Grieche Timagenes, der im letzten Jahrhundert vor Christus geschrieben hat. Diesem hätten wir also in erster Linie zu danken für die offenbar treue Wiedergabe des germanischen Überlieferungsstückes. 

Die Echtheit erhellt schon aus dem Namen: der im Anfang der Zeiten aus der Erde hervorgegangene Gott „Twisto“ (oder „Twisko“) hatte den Sohn „Mannus“ und dieser wieder drei Söhne, von denen abstammen und nach denen benannt sind die „Ingvaeonen“ am Ozean, die „Herminonen“ im Binnenlande und die „Istvaeonen“ (die nach Plinius dem Rhein zunächst saßen). Der Name des göttlichen Stammvaters gehört zu „Zwist“ oder zu „zwischen“ und bezeichnet ihn in jedem Falle als den „Doppelten“ oder „Zwiegeschlechtigen“, der imstande ist, ohne Frau einen Sohn zu zeugen. Dieser heißt „Mannus“, d. i. „Mann“ oder „Mensch“. Seine Söhne werden uns nicht benannt, aber die als Ableitungen auftretenden Völkernamen sind deutlich germanische Patronymica; sie bedeuten „Die Nachkommen des Ingwjo“ usw.

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Tacitus

Die Echtheit der Überlieferung geht ferner hervor aus ihrer Übereinstimmung mit germanischen Quellen. Diese liefern uns einerseits zwei Gegenstücke zu dem Ganzen mit anderen Personen1, andererseits zwei von den drei Mannussöhnen mit identischen Namen und in den zu erwartenden Gegenden, den einen davon sehr deutlich als Völkerstammvater. Es ist dies der in angelsächsischen Quellen erwähnte Ing, der Yngvi der altnordischen Quellen, ein Gott, der laut angelsächsischem Zeugnis zuerst bei den „Ostdänen“ gesehen ward und von da, sein Wagen hinter ihm, ostwärts über die See davonzog – also wohl nach Schweden, und hier, in Upsala, kennt ihn die nordische Überlieferung als göttlichen Urahn (von dessen Göttlichkeit auch die Gleichsetzung mit Frey zeugt) des nach ihm benannten uralten Königsgeschlechts der Ynglinge, von dem ein Zweig früh nach Norwegen übersiedelte und die Einheitsdynastie des Harald Schönhaar begründete; aus dem Sprachgebrauch alter Skalden geht aber hervor, daß Yngvi auch als Stammvater der Völker galt, der Schweden sowohl als der Norweger, welche beide als Volk oder Nachkommenschaft Yngvis auftreten, mithin als „Ingvaeonen“, wozu ihre geographische Stellung, „zunächst dem Ozean“, aufs beste paßt.

Der Stammvater der „Herminonen“ überliefert uns der Geschichtsschreiber Widukind von Corvei, indem er das Siegesfest seiner Landsleute, der Sachsen, nach dem Siege über die Thüringer am 1. Oktober 530 bei Scheidungen an der Unstrut beschreibt: die Sachsen opferten ihrem Gotte „Hirmin“ und errichteten ihm eine Säule, eine sogenannte Irminsul, „Irmins Säule“. Ein anderer Mönch, Rudolf von Fulda, der auch von einer Irminsul berichtet, erklärt dieses Heiligtum als „Weltsäule, die das All trägt“.2 Einen solchen Glauben hatten auch die Lappen, die ihren vorchristlichen Götterdienst von den Nordgermanen entlehnt haben. Sie opferten im Herbst ihrem Himmelsgott (dem entlehnten nordischen Frey) einen Ochsen und errichteten ihm eine nach ihm (Maylmen) benannte Säule (Maylmen-Säule), mit der er die Welt stützen sollte, damit sie nicht einstürzte. Dem lappischen Maylmen gleicht der sächsisch-thüringische Irmin, dem ebenfalls im Herbst geopfert und eine nach ihm benannte Säule errichtet wird, die die Welt tragen soll. Dem Irmin und der Irminsäule in Mitteldeutschland entsprachen „am Ozean“, bei den Nordgermanen, Yngvi und seine Yngvisäule, und Yngvi oder Frey mit seiner Säule ist zu den Lappen gewandert.3

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Widukind von Corvey

Auch für Irmins Stammvaterschaft haben wir Zeugnisse, wenn auch nur mittelbare, nämlich eine kleine Anzahl altgermanischer Wörter, die mit irmin- zusammengesetzt sind, und in denen dieses Element etwa so viel wie „allgemein“ oder „groß“ bedeutet, z. B. althochdeutsch irmindeot (von deot „Volk“) „das ganze, große Volk“, altnordisch jörmungrund „das ganze, weite Land da unten“. Diese Bildungen sind schwerlich anders zu erklären als so, daß sie den Namen des Gottes enthalten und ursprünglich bedeutet haben „Irmins Volk“, „Irmins Land“. Da die Herminonen kein Volk, sondern eine Völkergruppe waren, so war der nebensinn „allgemein, weit“ von selbst gegeben. Er mußte zum alleinigen Sinn werden, als Irmin in Vergessenheit geriet, und da, wohin das Wort kam ohne den Gott (im Norden).

Die Göttlichkeit der Stammväter stimmt zu der Göttlichkeit des Urahns, und der Name „Mannus“ widerspricht nicht, er kann den Gott bezeichnen, der als erster des Geschlechtes volle Menschlichkeit – Menschengestalt, normale Zeugungskraft – besaß, im Gegensatz zu dem wundersam unmenschlichen Vater, der aus der Erde, also aus Erde oder Stein ist und seinen Sohn hervorbringt so wie die Erde ihn, nämlich allein. Dieses erdentstammte Geschlecht ist als ein aufsteigendes gedacht. Die dritte Generation besteht aus göttlichen Herrschern, die die Welt stützen und von Tausenden als Lebensquell verehrt werden.

Auch diese aufsteigende Linie kehrt deutlich wieder in der wichtigeren der beiden germanischen Gesamtparallelen, der altnordischen Theogonie: aus dem Gestein am Abhang der urzeitlichen Schlucht Ginnungagap leckte die Kuh Audhumla den Buri (d. i. „Bauer“), von diesem stammte Borr (d.i. „Sohn“), und Borr erzeugte mit der Riesin Bestla die drei Götter Odin, Wili und We.4 Die Namen der ersten beiden Glieder des Stammbaumes sind sinnreich erfunden – der Bauer steht wirklich bei den Germanen am Anfang! -, aber sie sind gewiß erst ein späterer Ersatz für die Namen, die Tacitus mitteilt. Odin ist, wie Zeus, der Vater der Menschen, und er heißt auch Jörmunr, d. i. Irmin, vermutlich, weil er in die Rolle dieses als Stammvater und als Enkel des erdentstammten Urgottes eingetreten ist. Auch Wili („Wille“ oder „Freude“) und We („Heilig“), von denen wir sonst nichts wissen, ersetzen die älteren Namen, und Yngvi bedurfte eines Ersatzes, weil er (Frey) sonst als Odins Sohn galt.

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Audhumbla

Trotz diesen Umgestaltungen ist die nordische Theogonie ein sprechendes Beispiel für die Altertümlichkeit der isländischen Überlieferung. Denn die Verse, von denen sie abstammt, waren schon zu Tacitus‘, wahrscheinlich auch schon zu des Timagenes Zeit alt, also lange vor Beginn unserer Ära entstanden.

Ein so hohes Alter erfordert auch der Inhalt. Denn schon, als Plinius schrieb, galt die Dreiteilung der Germanen nicht mehr. Dieser Schriftsteller spricht von fünf Gruppen innerhalb der Gesamtnation, den drei theogonischen und zwei andern. Tacitus weiß von Germanenstämmen, die, ohne zu einer der drei theogonischen Gruppen zu gehören, auch ihrerseits Anspruch erhoben auf die Abstammung von Twisto. Die Nation war also bedeutend gewachsen, seit jene Dreiteilung gegolten hatte. Das bedeutet, daß seit ihrer Geltung Jahrhunderte vergangen waren. Die Twisto-Ethnogonie war ein Stück Altertum geworden, eine ehrwürdige Erinnerung an eine Zeit, wo die Nation noch kleiner war und auf engerem Raume beisammensaß. Dieses Ergebnis stimmt damit überein, daß das taciteische Germanien sich auf anderem Wege als erheblich erweitert, als in einen inneren und einen äußeren Kreis zerfallend uns erwiesen hat.

Der gute Kopf, der die Twisto-Ethnogonie erfand, hat nichts getan, als – vielleicht angelehnt an ein auswärtiges Vorbild (die Skythen hatten nach Herodot eine ähnliche Ursprungssage) – gegebene Kultus- und Glaubensbestände zu einem runden Ganzen zu vereinigen. Germanien, das er überblickte und das ihm und anderen als Einheit bewußt war, zerfiel in drei Kultbezirke, die einander entsprechende Obergötter verehrten. Die Ideen der Erdgeborenheit, der Götterentstammtheit und merkwürdigerweise auch die des Aufstieges eines Geschlechts lagen in der Luft. Ebenso die Dreizahl mit Hauptgewicht am Ende als Prinzip des Aufbaus. Was so entstand, war ein Werk altertümlichsten Geistes und Gepräges, das früheste Denkmal, wie der stabreimenden Dichtkunst – die Namen staben nach bekannten Mustern -, so des nationalen Bewußtseins des Germanentums.

Anmerkungen:

1 Nämlich die Göttergenealogie von Búri, Borr, Bestla, Odin, Vili und Vé in der Snorra Edda (herausgegeben von Finnur Jónsson: Edda Snorra Sturlusonar, København 1931, S. 13 f.) und die sagenhafte Urgeschichte der Insel Gotland von den drei Söhnen der Hafpi und der Huitastierna in der Gutasaga (Hugo Pipping, Gutalag och Gutasaga, Køpenhavn 1905 bis 1907, S. 62).
2 universalis columna quasi sustinens omnia.
3 Über weitere Irminsulsäulen vergleiche man meine kleine Schrift „Kriegskunst und Feldherrntum bei den Germanen“ (Brehm-Verlag, Charlottenburg 1934, Heft 8 der Reihe „Volk und Wissen“), sowie Dr. Wilhelm Müller, „Die Irminsäulen bei Altenbeken und Dorf Irmensäul bei Hildesheim, Richtweiser der Römerkämpfe“, in: Germanien, Monatshefte für Vorgeschichte, Verlag von F. K. Koehler, Leipzig 1934, Heft 5 (Mai), S.131-135. Siehe auch Gustav Neckel, Irmin, in der Festschrift für Theodor Siebs, M. u. H. Marcus, Breslau 1933, S. 1-9.
4 Siehe den Quellennachweis in Anmerkung 1.

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=90:die-germanische-ursprungssage-&catid=8:mythologie&Itemid=27

Gruß an die Ahnen

TA KI