Rechtschreibnazis- oder wie Verdummung salonfähig werden soll


Snoopys* Wort zum Sonntag. Thema heute: Rechtschreibnazis

kauftnichtsvomdudenWahrscheinlich habe ich schon im Titel drei Fehler geschrieben. Aber das ist mir egal, schliesslich bin ich ein Hund. Aber auch als Mensch wäre mir die Rechtschreibung wurscht, denn eigentlich kommt es ja auf den Inhalt an. Und nicht, ob dieser richtig geschrieben ist. Nur verschupfte Streber und sadistische Seklehrer beharren noch auf korrekte Schreibweise, obwohl diese ja ständig wieder reformt wird.

Immer wieder mailen uns aufgebrachte Rechtschreibenazis, dass unsere Seite3.ch-Artikel und insbesondere meine Kolumne nur so von Schreib- und Grammatikfehler strotzen. Darum sei auch der Inhalt total unglaubwürdig. Doch das ist ein Irrtum. Mehr noch: Rechtschreibung wird völlig überschätzt und geniesst in der Gesellschaft niemals den Stellenwert, den Deutschlehrer ihren Schülern einprügeln wollen. Mir ist es ganz einfach egal, ob ein Verb nun ein Genitiv verlangt oder ob ein Ablativ ein Präpositiv braucht.

Die Internet-, Blog- und vor allem SMS-Kultur pfeift auf Duden und Diktatnoten. Seit es elektronische Medien gibt, setzt sich die allgemeine Toleranz gegenüber Rechtschreibe- und Grammatikregeln oder korrekte Duden-Wortwahl durch. Heute schreibt jeder so, wie er es für richtig hält. Und das ist gut so. Denn jahrelang wurden viele gute Gedanken aus Scham vor dem Rechtschreibediktat nicht aufgeschrieben. Und dies nur, weil Lehrer ihren Schülern eintrichterten, dass nur, wer korrektes und richtiges Deutsch beherrscht, auch Schreiben darf. Zum Glück ist das heute nicht mehr so – zumindest nach der Schulzeit.

Es kommt auf den Inhalt drauf an, der lieber richtig gedacht ist als richtig geschrieben. Darum wird auch in Zukunft kein einziger Artikel von Seite3.ch ohne Schreib- oder Grammatikfehler sein.

*Snoopy ist unser Sonntagskolumnist wie Frank A. Meyer, der zwar besser deutsch kann, was vielleicht daran liegt, dass Snoopy in der Hundeschule andere Fächer lieber mochte.

Quelle: http://www.seite3.ch/Snoopys+Wort+zum+Sonntag+Thema+heute+Rechtschreibnazis+/493897/detail.html

Gruß an die, die sowohl richtig denken als auch schreiben können- es ist schon beachtlich wie die Sprache vernachlässigt und die Ausdrucksweise verdummt, das sollte nicht unnötig forciert werden

TA KI

 

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Kleinkinder: Antibiotika als Dickmacher


dicke menschen

Säuglinge, die oft Antibiotika bekommen, neigenin den folgenden Jahren eher zu starkem Übergewicht. Die Assoziation scheint allerdings nur für bestimmte Antibiotika zu gelten.

PHILADELPHIA. Ob ein Kleinkind dick wird oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab, die außer Kalorienaufnahme und Aktivität auch die Schlafdauer oder den BMI der Mutter vor der Schwangerschaft einschließen.

 Jüngsten Erkenntnissen zufolge könnte die Gewichtsentwicklung zudem von der mikrobiellen Besiedelung des Darms beeinflusst werden: Bei Adipösen setzt sich das Darmmikrobiom anders zusammen als bei schlanken Menschen und scheint für eine intensivere Nahrungsverwertung zu sorgen.

Die Kolonisation des Darms beginnt mit der Geburt und unterliegt in den ersten beiden Lebensjahren starken Veränderungen, abhängig von äußeren Faktoren wie Ernährung, Hygiene und Medikamenten. Antibiotikatherapien in dieser Zeit könnten also Mikrobiom und Gewicht prägen.

Darauf deutet auch eine Längsschnittstudie hin, in der Kinder, die vor dem sechsten Lebensmonat antibiotisch behandelt wurden, mit drei Jahren öfter adipös waren. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine in JAMA Pediatrics (online, 29. September) veröffentlichte Studie:

Eine wiederholte Behandlung mit Breitspektrum-Antibiotika in den ersten beiden Lebensjahren ist danach mit einem erhöhten Adipositasrisiko im Alter von zwei bis vier Jahren assoziiert. Für die Studie wurden Daten von 65.480 zwischen 2001 und 2009 in Philadelphia geborenen Kindern ausgewertet.

Als Säuglinge hatten 69 Prozent mindestens einmal ein Antibiotikum erhalten, im Mittel wurde jedes Kind 2,3-mal behandelt. Eine Adipositas bestand im Alter von zwei bis vier Jahren bei 10-15 Prozent der Kinder.

Antibiotika mit schmalem Wirkspektrum irrelevant

Das Risiko für Adipositas nahm mit steigendem Gebrauch von Antibiotika zu. Bei vier und mehr Episoden war es um 11 Prozent, bei mindestens vier Einsätzen von Breitspektrum-Antibiotika um 16 Prozent erhöht. Antibiotika mit schmalem Wirkspektrum waren dagegen in jedem Alter irrelevant für das spätere Gewicht.

Besonders folgenreich war eine Antibiotika-Behandlung in den Monaten 0-5 und 6-11, das Adipositasrisiko ging um 11 bzw. 9 Prozent nach oben. Mit den zugrunde liegenden Erkrankungen hat die Risikosteigerung offenbar nichts zu tun:

Entzündungen des Rachens und des Mittelohrs, die beiden häufigsten Antibiotika-Indikationen im Säuglingsalter, waren ohne Einfluss auf das Auftreten von Adipositas.

Die Autoren um L. Charles Bailey von der Kinderklinik in Philadelphia sehen „in der wiederholten Anwendung von Breitspektrum-Antibiotika bei Säuglingen einen modifizierbaren Risikofaktor für eine spätere Adipositas“.

Modifizierbar, da Breitspektrum-Antibiotika häufig in Indikationen verordnet würden, die dies nicht erforderten. Durch den leitliniengemäßen Gebrauch von Antibiotika mit schmalerem Wirkspektrum könne daher auch ein Beitrag zur Adipositas-Prävention geleistet werden. (bs)

(Quelle:Ärzte Zeitung)

Quelle: http://german.irib.ir/nachrichten/wissenschaft/item/269070-kleinkinder-antibiotika-als-dickmacher

Gruß an die, die ihren Darm achten

TA KI

Der ewige Krieg- Obama bricht das Recht


Von Hubertus Volmer

Ausgerechnet US-Präsident Obama lässt sich seine Kriege nicht vom Kongress genehmigen. Als Legitimation der Luftangriffe auf die IS-Dschihadisten zieht er zwei Gesetze aus der Amtszeit seines Vorgängers Bush heran, die er längst hatte abschaffen wollen.

Im Mai 2013 machte Barack Obama eine bemerkenswerte Ankündigung. Er werde den Kongress bitten, die Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt gegen Terroristen zurückzuziehen.

Mit diesem Gesetz aus dem Jahr 2001 hatte sich der damalige US-Präsident George W. Bush den Krieg in Afghanistan absegnen lassen. Zwölf Jahre später argumentierte sein Nachfolger, diese Genehmigung drohe Amerika „in einem ewigen Kriegszustand“ zu halten. Er werde kein Gesetz unterzeichnen, der dieses Mandat weiter verlängere.

Ein Pazifist ist Obama nie gewesen. Gewählt wurde er dennoch als eine Art Anti-Kriegs-Präsident; den sich abzeichnenden Krieg gegen den Irak hatte Obama 2002 als dumm bezeichnet, eines seiner zentralen Wahlversprechen war es, die Einsätze in Afghanistan und im Irak zu beenden. Vermutlich hätten sich weder Obama noch seine Anhänger je vorstellen können, dass ausgerechnet er die USA auf hauchdünner rechtlicher Grundlage in einen Krieg führen würde: Anders als gesetzlich vorgeschrieben hat Obama den Kongress 60 Tage nach Beginn der Luftangriffe gegen den Islamischen Staat nicht um Genehmigung gefragt.

Stattdessen nutzt Obama sowohl die Autorisierung für den Afghanistan-Krieg aus dem Jahr 2001 wie auch den Irak-Beschluss des US-Kongresses von 2002 als juristische Basis für seinen Kampf gegen den Islamischen Staat. „AUMF“ heißen diese Genehmigungen: „Authorization for Use of Military Force„.

„Zwei unterschiedliche Feinde“

Der Grund liegt auf der Hand: Mit dem Kongress, vor allem mit dem republikanisch kontrollierten Repräsentantenhaus, hat Obama Schwierigkeiten. Dennoch ist seine Rechtsauffassung unter Staatsrechtlern in den USA umstritten – vorsichtig ausgedrückt. „Bei den AUMFs für 2001 und 2002 ging es um sehr unterschiedliche Konflikte, sie richteten sich gegen zwei unterschiedliche Feinde, verfolgten unterschiedliche Strategien und basierten auf vollständig unterschiedlichen rechtlichen Begründungen“, sagt Mary Ellen O’Connell von der juristischen Fakultät der US-Universität Notre Dame.

Auch völkerrechtlich steht der Einsatz in Syrien auf wackligen Beinen. Für den Irak gilt das nicht: Die dortige Regierung hat die USA um Beistand gebeten, die Luftangriffe auf IS-Kämpfer im Irak sind damit völkerrechtlich in Ordnung. Von der syrischen Regierung gab es aber keine solche Bitte; Obama hat eine Kooperation mit Damaskus ausgeschlossen. Auch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates über Luftangriffe gegen den IS gibt es nicht.

Das Assad-Regime hatte im Vorfeld der Luftangriffe gegen den IS in Syrien betont, es werde jede internationale Intervention, die nicht mit Damaskus abgesprochen sei, als „Aggression gegen Syrien“ ansehen. Nach Beginn der Luftangriffe erklärte das syrische Außenministerium jedoch, Außenamtschef Walid Muallim sei über den Irak von US-Außenminister John Kerry über die Angriffe informiert worden. Zugleich teilte das Außenministerium mit, Syrien unterstütze „jede internationale Bemühung, die zum Kampf gegen Terroristen beiträgt“. Man könnte also von einer stillschweigenden Duldung der Luftangriffe ausgehen.

„Master of unilateral war“

Die zweifelhafte juristische Basis innerhalb des rechtlichen Rahmens der USA lässt sich allerdings nicht wegdiskutieren. Nicht Bush, Obama sei der „master of unilateral war“, der Meister des einseitig erklärten Krieges, schreiben die Jura-Professoren Jack Goldsmith und Matthew Waxman, die in diversen Funktionen für die Bush-Regierung gearbeitet hatten. Schon bei den Luftangriffen gegen Libyen habe Obama den Kongress nicht gefragt.

Die USA haben in ihrer Geschichte deutlich mehr als 100 Kriege ohne Zustimmung des Kongresses geführt. Im Vergleich zur Ära Bush sind Obamas Kriege bislang klein. Dennoch fällt dieser Präsident aus dem Rahmen – er hatte schließlich versprochen, es anders zu machen. Noch im September 2013 sagte Obama: „Ich glaube, unsere Demokratie ist stärker, wenn der Präsident mit der Unterstützung des Kongresses handelt.“ Mit diesem Satz begründete der Präsident, warum er Syrien nun doch nicht angriff, obwohl das Regime von Baschar al-Assad die von ihm gezogene „rote Linie“ überschritten und Giftgas gegen seine Bevölkerung eingesetzt hatte.

In Libyen, im Irak und in Syrien hat Obama sich nicht nur über Recht hinweggesetzt. Er hat auch dafür gesorgt, dass seine Nachfolger sich noch weniger um den Kongress kümmern müssen, als er selbst dies getan hat. Obama hat dafür gesorgt, dass die USA „in einem ewigen Kriegszustand“ verharren.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Obama-bricht-das-Recht-article13804066.html

Gruß an die, die erkennen welch Terroristen die Welt im Würgegriff halten

TA KI

SS-Zeichen als Friedenssymbol


SS-Zeichen als Friedenssymbol

Der Deutsch-Russische-Austausch-Verein in Berlin schickte Ende September 2014 zwei seiner Mitarbeiter, Maria Slesazeck und Tim Bohse, acht Tage lang in die Ukraine. Beide haben in einer öffentlichen Veranstaltung von ihrer Reise berichtet. Außer der Notlage mussten sie feststellen, dass die ukrainischen SS-Soldaten die eigentlichen Befreier und Helfer sind.

Es war eine Stimmung wie man sie von Beerdigungen kennt. In einem Raum mit geschätzten 20 Gästen eröffnete Stefan Melle, Geschäftsführer des Deutsch-Russischen-Austauschs e.V die Veranstaltung, die die humanitäre Notlage ukrainischer Binnenflüchtlinge besprechen sollte. Der Deutsch-Russische-Austausch-Verein wird unter anderem von der EU- ommission, von Bundesministerien, von der evangelischen, als auch von der katholischen Kirche unterstützt. Da kann man doch von objektiven Informationen ausgehen.

Die Veranstaltung war zwar öffentlich, aber gleichzeitig zensiert gehalten. Wir als Radiosender sind auf Aufnahmen angewiesen. Trotz diesem Pressestatus wurde uns verweigert, aufzunehmen. Es stellte sich die Frage, warum unsere Redaktion überhaupt eingeladen wurde. „Zur Aufklärung wahrer Tatsachen“, heißt es seitens des Vereins. Schon zu Beginn war aber klar, warum wir nicht aufnehmen durften. Melle fing nämlich an, die russischen Propagandamedien zu kritisieren. „Raffiniert“ verbreiten sie absichtlich Lügen und Unwahrheiten über den Ukraine-Konflikt. Die russischen Medien manipulieren und propagieren, sagt er. Das ist Melles Meinung, denn er nennt keine Quellen, die diese absichtlich verbreiteten Unwahrheiten bestätigen. Ich frage mich, ob Melle da nicht doch etwas verwechselt hat? Es war schließlich nicht etwa das russische Staatsfernsehen, sondern eigentlich der deutsche Staatssender ARD, der kürzlich zugegeben hat, über den Ukraine-Konflikt einseitig und polarisierend berichtet zu haben.

Nach Stefan Melles Eröffnungsrede, die Anzeichen Anti-russischer-Haltung zum Ost-West-Konflikt in der Ukraine enthielt, kamen Maria Slesazeck und Tim Bohse zu Wort. Sie berichteten über ihre achttägige Ukrainereise, die miesen Verhältnisse im Westen als auch im Osten des Landes. Tim und Maria schilderten die schlechten Zustände der Unterkünfte für Flüchtlinge und die prekäre, instabile Lage in den Regionen. Als Beweis zeigten sie glaubwürdige Fotografien. Beide betonten dabei die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Postup“. Diese sitzt in Kiew und beschäftigt ca. 25 freiwillige Mitarbeiter, die den Flüchtlingen aus „befreiten Städten wie Luhansk und Donetsk“ helfen. Tim und Maria klärten auf, dass die Soldaten diese Städte und weitere Regionen von den Separatisten befreien. Sie sind fester Überzeugung, dass die Soldaten die friedlichen Befreier sind. Sie greifen nicht an, sie befreien.

Und wer oder was sind die Separatisten? Auf diese Frage antworteten zwei Freiwilligenhelferinnen aus Kiew, die über eine Skype-Liveschaltung die Gäste über wahre Tatsachen informieren sollten. Die jungen Frauen sagen: „Separatisten sind Alkoholiker, ehemalige Kriminelle. Es sind auch Tschetschenen und Kosaken dabei. Unter den Separatisten sind nur ganz, ganz wenige Anti-Ukraine-Fanatiker. Aber sie alle wurden von den russischen Soldaten bezahlt und mit Waffen ausgestattet. Später haben diese russischen Soldaten die Separatisten sich selbst überlassen, weil die russischen Soldaten keine Lust mehr hatten und nach Hause wollten.“

Einer der Gäste gibt auch seinen Senf dazu. Der Herr mittleren Alters ist mit Juri Luzenko befreundet. Zur Information: Juri Luzenko war ukrainischer Innenminister und ist Parteienmitglied der Poroschenko-Partei in der Obersten Rada. Luzenko hat laut dem Europäischen Gerichtshof gegen Menschenrechte verstoßen und Staatsvermögen unterschlagen. Er unterstützte den Euro-Maidan und hat daher pro-westliche Bestrebungen. Dieser Mann muss also objektive und analytische Informationen teilen.

Der im Raum anwesende Freund von Luzenko bestätigt die neuen Informationen über die Separatisten, die er von Luzenko eigens in Erfahrung bringen konnte. Laut diesem politisch vorbelasteten Poroschenko-Anhänger haben russische Soldaten den Separatisten 50 Dollar am Tag bezahlt, damit diese den ukrainischen Westen attackieren und willkürlich zerstören und einnehmen. Ich unterließ meine Anmerkung, dass die Nato garantiert hat, bei sofortigem Einmarsch russischen Militärs in die Ukraine, das ukrainische Territorium zu verteidigen. Diese Verteidigung würde automatisch einen Weltkrieg auslösen. Das soll heißen, dass es noch keine russischen Soldaten in der Ukraine gegeben haben konnte. Somit können weder Luzenko noch sein anwesender Freund Recht haben, dass russische Soldaten in der Ukraine anwesend waren.

Nachdem die Finanzierung der Separatisten und ihre Identität und Aufgaben geklärt waren, wurden die nur von den Separatisten begannenen Verbrechen genannt. Zu diesen gehören Folter, Morde, Bombardierungen von Städten. Wen genau foltern Separatisten? Tim Bohse klärt auf, dass es „Buddhisten und andere religiöse Menschen sind, die gefoltert werden“. Das heißt, dass es im Ost-West-Ukraine-Konflikt in Wahrheit um religiöse Auseinandersetzungen geht.

Die Kiewerinnen ergänzen Tim Bohses Aussage und machen daraus fast schon eine kabarettistische Pointe: Sie sind sich sicher, dass „viele Separatisten sehr betrunken sind, wenn sie morden und angreifen“. Egal, ob es nun Buddhisten oder andere Menschen sind. Die beiden Kiewerinnen waren bei Folter und Morden allerdings nicht direkt anwesend. Sie beziehen ihre Aussagen auf kursierende Gerüchte. Also muss das die Wahrheit sein.

Ich fragte Maria und Tim, ob ukrainische Soldaten angreifen? Nein, sie befreien nur. Angriffe kommen nur seitens der Separatisten, antworten die beiden. Sie wollen die Westukraine einnehmen. Sie sind ja auch betrunken und kriminell.

Der deutsche Staatssender ZDF zeigte kürzlich ukrainische Soldaten in SS-Uniform. Ich frage die beiden Kiewerinnen, was es mit diesen Bildern auf sich hat. Die beiden Mädchen sind sich einig. Es sei die „raffinierte russische Propagandamaschine“, die solche Bilder an die weltweiten Medien liefere. Laut den Mädchen ist es ein einziger Soldat in der gesamten Ukraine. Ein einziger Soldat, vom freiwilligen Arlov-Bataillon, der diese Uniform trägt. Dieser einmalige, ukrainische Soldat wurde ausgerechnet von russischen Journalisten gesichtet, gefilmt, fotografiert, und nun kursieren diese Bilder in der ganzen Welt. Denn es ist die russische Propaganda-Maschine, die nun sogar das deutsche Staatsfernsehen im Griff zu haben scheint. Laut den beiden Mädels gibt es in Wirklichkeit keine Soldaten in SS-Uniform in der Ukraine. Und dieser einmalig uniformierte Mann gehört ja zu den Guten. Er befreit und steht für den Frieden.

Aufgrund der anti-russischen Stimmung im Raum traute ich mich nicht zu fragen, warum die Ukraine vor nicht allzu langer Zeit die faschistische Swoboda-Partei überhaupt erst an die Macht kommen ließ.

Alles in allem haben die beiden Kiewerinnen, die in ihren wohlbeheizten Zimmern skypten, Recht, und die ganze Welt irrt sich, denn diese SS-uniformierten Männer sind in Wahrheit keine Faschisten. Die Medien habe da was falsch verstanden. Es sind einfach freiwillige Freiheitskämpfer.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_10_17/SS-Zeichen-als-Friedenssymbol-5913/

Gruß an die Strategen der meinungbildenden Medienanstaltenbrett_vorm_kopf

TA KI

 

Urkreuzigung in Goslar?- Der mystische Klusfelsen in Goslar


klusfelsen

Im Harz liegt mit der Stadt Goslar ein Ort, der eng verwoben mit der Überlieferung eines originär deutschen Christentums ist. Hier finden sich mit dem Osterfeld, dem Georgenberg, dem Petersberg und dem inmitten dieser liegenden Klusfelsen eine ganze Reihe mutmaßlich heiliger vorchristlicher Stätten.

Zusätzliche Mystik erhält der Ort durch die Überlieferung, daß er nicht nur der umwohnenden Bevölkerung von je her ein bedeutendes Heiligtum war, sondern auch dem „fahrenden Volk“, das sich nach Angabe Karl-Maria Wiliguts, einem Berater Heinrich Himmlers, einmal im Leben am Klusfelsen als „Pilgerort“ einzufinden hat. Zurück geht diese Legende auf die Überlieferungen Wiliguts, der sich wiederum stark an der Veröffentlichung eines gewissen Ernst Bethas orientiert („Die Erde und unsere Ahnen“). Demnach soll Goslar als „Jöruvalla“ (Jherusalem) als kultisches Zentrum der Atlanter vor 80 000 Jahren errichtet worden sein. In diesem späteren Standort einer mythischen Trojaburg und auch als Romaburg bezeichneten Ort soll zu dieser Zeit auch das Ur-Christentum entstanden sein, welches nach langen Irrwegen im Nahen Osten durch Vermittlung der Megalithbauer, die bereits seit dem 3. Jahrtausend in Palästina ansässig waren oder der nordischen Seevölker um 1200 v.Zw. adaptiert und umgestaltet wurde.  Nach Betha lebte Jesus als „Atlantischer Messias“ bzw. „König“ vor einem Erdunglück um 9600 v.Zw.
Seine Thesen unterstützend beschreibt Betha drei Bilder, die vorgeblich im Rathaus von Goslar gefunden woren wären, die Jesus mit drei Lilien hinter dem Kopf darstellten und seinen Körper von kleinen Pfeilwunden übersät zeigten was auf ähnliche Darstellungen im vorkolumbianischen Amerika verweist, die für Betha mehrere Tausend Jahre alt sein müssen..

In den kaum nachvollziehbaren, obskuren Aneinanderreihungen Bethas findet sich ferner ein Hinweis auf eine mögliche Identität des Krodoaltars (Bild rechts) mit der Bundeslade, die auch vorkolumbianisceh Abbildungen kennt. Betha zufolge soll Jesus-Adonai zweimal in Goslar gekreuzigt worden sein, wobei schließlich der Tot eintrat und Jesus im Felsenkeller der Klusfelsens beigesetzt worden sei. Wiligut scheint diese These aufgegriffen zu haben – obgleich Wiliguts „Bearbeiter“ Rudolf Mund mit Verweis auf vordem erschienende Aufzeichnungen eine Priorität Wiliguts annimmt – und schmückte sie mit einem Kampf zwischen den kristlichen Irminen (Atlantern, auch als Adler-Wiligoten bezeichnet), denen Jesus zugehörig war,  und Wotanisten, die aus dem Osten kommend, sich „der Lenkung widersetzten“. Zur Zeit des Untergangs von Atlantis hätten dann die Wotanisten  den später bei Kelten als Esus und bei Israeliten als Jesus adaptierten „Baldr-Krestos“, „als Urgottheit und Voranschreiter der Irminenmenschheit“ im Zuge der Kämpfe auf dem Georgienberge in Goslar ans Kreuz geschlagen. Dieser habe sich jedoch mit Hilfe der Runen in der neunten Nacht befreit und sei über Wittow auf Rügen in die damals fruchtbare Wüste Gobi geflohen, die  übrigens nach Überlieferung Blavatskys Sitz des heiligen Shamballah-Reiches, einem Zentrum der Lenker der Welt gewesen sei. Hier habe er Wiligut zufolge eine irminische Meisterschule gegründet – was dann als Ursprung der Lenkerzentrale Blavatskys angesehen werden dürfte.
Für die These der „verschollenen Religion“, der Geburt des Ur-Christentums in Nordeuropa spricht dabei die Existenz des Begriffs Kristur im altgermanischen, der mit „Licht, Kristall“ umschrieben werden kann. Rudolf Mund zitiert eine Überlieferung aus Bernhard Körners Handbuch der Heroldskunst, in dem die Wendung erscheint:
„Hagal Skop Kaldastar Kurna, Kristur Skop Heimin Forna“ (Hagel ist das kälteste Korn, Kristur schuf die Heime der Welt)
Auch im Teil 52 des Skaldskaparmal wird Kristur als Schöpfer des Himmels und der Erdenwesen, der Wesen der Gegensonne und der Sonne sowie der irminischen Überkönige genannt. Irmin, in verschiedenen altgermanischen Quellen in Verbindung mit Got benutzt (u.a. Hildebrandslied), bezeichnet dabei nichts anderes als den „allgemeinen“ Gott, den Herr-Gott, von dem als Herrgott von Bentheim auch eine bildliche Darstellung existiert. Zu berücksichtigen dabei ist, daß Krestos /chrestos im griechischen nicht mit „Der Gesalbte“ wie später christos übersetzt wird, sondern als „heilsam, gütig, edel“.
Die Existenz einer auch als Kristur / Kristos bezeichneten höchsten oder monotheistischen Gottheit im germanischen Raum, der später nur noch als Irmingot, bei den einzelnen Volksstämmen als Tyr /Tiu / Ziu benannt, würde die freiwillige Annahme des Christentums  durch germanische Stämme und sogar durch die Wikinger in späterer Zeit erklären, die bislang nicht so recht nachvollziehbar erschien.
Unterstützung findet die Annahme eines ursprünglichen Kristentums durch Äußerungen früher christlicher Prediger. So behauptet der hl. Augustinus:
„Das was man jetzt unter christlicher Religion versteht, gab es schon bei den Alten und fehlte nie seit Anfang des menschlichen Geschlechts, bis daß Christus im Fleisch erscheinen würde, von wo an die wahre Religion, die schon da war, anfing, die christliche genannt zu werden“ (Retractationes, I,3). Auch Melitto von Sardes spricht davon, „daß unsere spezielle Philosophie zuerst bei den Barbaren lebendig war“ („Corpus Apologetarum“, Vol. 9, S. 410) Die Existenz eines vorjüdischen Christentums würde auch die mannigfachen Relikte erklären, die sowohl in Europa als auch in Amerika noch vor offzieller Einführung des Christentums in Form von Kreuzdarstellungen, Taufritualen u.ä. bestanden.
Diese Komponenten müssen als Bestandteil der alten megalithischen Religion der Sonnen- und Lebenswiedergeburt begriffen werden, damit die weite Verbreitung erklärlich wird.Ohne den phantastisch anmutenden Überlieferung Bethas und Wiliguts insbesondere hinsichtlich der Altersangaben folgen zu wollen, ist damit dennoch eine Entstehung des Christentums in Form der megalithischen Religion in Nordeuropa in den Bereich einer möglichen Wahrscheinlichkeit gerückt und zugleich die Entstehung des Ur-Monotheismus, der sich von der Megalithkultur bis zu den Germanen erhalten hat wo er im Laufe der Zeit durch die Hinzufügung weiterer Gottheiten in Vergessenheit geriet, ursprümglich vermutlich nichts anderes als Heilige analog zum späteren Christentum. Mit dem Aufstieg des neuen Christentums, das sich aufgrund er erhaltenden uralten Traditionen in Britannien dort bereits um 180 etablierte, erinnerte man sich auch in Germanien an die Relgion der Altvorderen und ermöglichte so dem neuen Glauben einen rasante Verbreitung. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, daß das früheste germanische Christentum arianisch geprägt war und auch die später übernommene römische Lehre noch nicht die der heutigen Lehre entsprach.

Dennis Krüger

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/?id=227

Zu aller erst möchte ich mich entschuldigen das die Aufnahmequalität so schlecht ist,
aber das liegt daran das mein Headset leider defekt ist…und das nachdem zuerst vom Hauptrechner
das Netzteil kaputt ging und danach das Display vom Netbook defekt wurde und dann auch noch YouTube
mir eine Sanktion verpasste wegen angeblichen Urheberechtsverletzung!!!
(Dabei werde ich mir noch eine Alternative überlegen müssen, wie ich weiterhin längere Videos erstellen kann.)
Ich lasse mich dadurch sicherlich nicht aufhalten, lediglich wird meine Arbeit etwas verzögert 😦
Wie Ihr wisst habe ich einen Ausweichkanal erstellt, damit ich Fall des Falles auch noch weiterhin online bin
und meine AaNs und AaRs Euch weiterhin anbieten kann ;))
Bitte abonniert auch diesen, bei gefallen…

Augen auf News 2.0
http://www.youtube.com/channel/UCgw17…

Ich danke Euch 😉

So, nun zur Videobeschreibung:
Wer kennst schon diesen riesigen Klumpen Fels mitten in Goslar?
Er soll wohl nicht unbewusst in Vergessenheit geraten?!
Es soll dort auf den nahgelegenen Petersberg (Odinsberg), Baldr-Krestos gekreuzigt worden sein?!

Dieser Felsen soll 120 Mil. Jahre alt sein und aus einem Hils-Sandstein bestehen.
Er wurde 1983 allerdings vom Rotary Club Goslar restauriert…
Wurde dort dann etwas verändert oder sogar zerstört?
Es ist ja nichts neues das damals der Vatikan „Heidnische Kultplätze“ in sog. christliche verfälschte?!
Eine Kapelle und ein Felsenkeller, sowie mehrere Räume befindet sich im Innern,
die für Unbefugte nicht mehr erreichbar sind und zum Teil zugemauert wurden.
Dieser Felsen errinert doch sehr stark an die Externsteine?!
Es scheinen viele Gemeinsamkeiten zu geben….

***Fehlerfreie Rhetorik ,(Vor)lese und Rechtschreibfehler natürlich ohne Gewähr***

*** Die Gedanken des Videoerstellers müssen nicht zwangsläufig,
mit der Meinung des Verfassers der angebenen Quelle konform gehen… ***

(…)

LG Chembuster33

Gruß an den einzig wahren Glauben auf Erden

TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden Kapitel 3


Der Einäugige König

Von Tor Åge Bringsværd

odin himmelsgott

Jeden Morgen ganz früh in der Dämmerung, flogen zwei Raben in die Welt hinaus. Sie heißen Hugin und Munin. Hoch über Götter und Menschen, Alben und Zwergen schweben sie, und nichts entgeht ihnen, nicht einmal in Jotunheim und in Einöd.
Sie erblicken Riesenfrauen, die auf rasenden Wölfen heim reiten. Sie sehen, wie gewaltige Trolle in Gebirgsschluchten und Grotten schlüpfen. Die meisten von dieser Sippe, können nämlich das Tageslicht nicht ertragen. Über ganz Einöd verstreut liegen die mit Moss bewachsenen Überreste von Riesen, die zersprungen und zu Stein geworden sind, weil sie getrödelt und nicht beizeiten ihre Schlupfwinkel erreicht haben, bevor die Sonne aufging. Wie Findlinge liegen sie herum, hier ein Finger, dort ein Fuß.
Bis hinaus, auf das wilde Weltmeer fliegen die beiden Raben. Sie sehen wie die Meermänner und Meerfrauen in den Wellen spielen. Bis zum Nabel sehen diese wie Menschen aus, aber am Unterleib gleichen sie Fischen. Zwischen ihren Fingern spannen sich Schwimmhäute, und ihre Hände sind riesengroß.
Hier draußen herrscht der Troll Ägir. Er ist der Bruder des Feuers und des Windes. Seine Frau heißt Ron, und ihre Töchter sind die Wogen. Ron wirft ein Netz aus und fischt nach den Seefahrern. Wer sich nicht vor ihr hütet, den zieht sie in die Tiefe.
Wenn die Sonne aufgegangen ist, fliegen die Raben über Mitgard, der Heimat der Menschen. Dort lecken die Leute immer noch ihre Wunden, denn der Krieg zwischen Asen und Wanen war langwierig und blutig.
Wenn die Großen und Mächtigen miteinander kämpfen, haben die Kleinen am meisten unter ihrem Streit zu leiden. Doch jetzt herrscht wieder Frieden. Die Asen haben ja gesiegt, und nie wieder soll es andere Götter neben ihnen geben. Trotzdem sind die Menschen ängstlich und fühlen sich unsicher. Denn es ist eine Sache, Krieg zu führen, und eine ganz andere, die Welt in Friedenszeiten zu regieren. Die Menschen fragen sich, ob Odin und seine Söhne dieser Aufgabe gewachsen sind.
Die Raben spähen und lauschen. sie folgen einer hochgewachsenen, bleichen Gestalt, die von Ort zu Ort, von einem Dorf zum anderen geht. Keiner weiß so viele Geschichten zu erzählen, wie dieser Wanderer, und keiner kann so viele Fragen beantworten. Überall scharen sich die Menschen um ihn, und bereitwillig gibt er ihnen Auskunft. Dennoch ist und bleibt er seltsam einsam. Denn Kvasir ist nicht so wie andere Männer. Nie ist er ein Kind gewesen. Keine Frau hat ihn geboren.
Er ist erwachsen zur Welt gekommen, als Geschenk der Götter, zu den Menschen gesandt, um sie Weisheit zu lehren. Die Götter schufen ihn gemeinsam, als einer nach dem andern hervortrat, um in den großen Napf zu spucken.
Wenn es Zeit wird zu frühstücken, fliegen die beiden Raben nach Asgard zurück. Sie flattern ins Haus, und setzen sich auf Odins Schultern. Während er isst, flüstern und krächzen sie ihm ins Ohr und sagen ihm alles, was sie gesehen und erlebt haben. Auf diese Weise erfährt der Götterkönig, was es von nah und fern Neues auf der Welt gibt.
wenn ihre Botschaft ihn neugierig macht, dann zieht Odin selber hinaus, um sich mit eigenen Augen Gewissheit zu verschaffen, denn er will alles ganz genau wissen. Dazu wählt er eine Verkleidung. Er zieht einen dunklen Mantel an und verbirgt sein Gesicht im Schatten eines Hutes mit breiter Krempe. Wenn er etwas nicht versteht, sucht er die drei Nornen auf. Das sind die Göttinnen, die an der Wurzel der Weltesche Yggdrasil wohnen.
Die Nornen heißen Urd, Werdande und Skuld. Die erste, ist die Göttin der Vorzeit, die zweite der Gegenwart, die dritte der Zukunft. Sie wissen alles, was geschehen ist, geschieht und geschehen wird. Wenn ein Kind geboren wird, ist immer eine der Nornen zur Stelle. Sie sieht das Schicksal, das dem Kind bestimmt ist. keiner lebt länger, als die Nornen vorausgesagt haben. Die drei sind nicht die einzigen ihrer Art; es gibt auch andere Nornen, aus der Sippe der Alben und der Zwerge. Manche sind gut, manche böse, aber keine von ihnen ist so mächtig wie die drei, die an der Quelle leben.
Am liebsten möchte auch Odin teilhaben an ihrer Gabe, in die Zukunft zu sehen. Wenn er den dreien zuhört, wird er unruhig. Ist denn alles immer vorausbestimmt? Kann keiner etwas daran ändern? Spielt es keine Rolle, was wir tun oder lassen?
Er fragt seine Frau Frigga. „Was geschehen soll, geschieht“, sagt sie. Auch Frigga hat das Zweite Gesicht. Ein Stück weit kann sie in die Zukunft sehen, aber ihr Blick reicht nicht weiter, als ein paar Winter. Odin hört ihr zu und schweigt. Für ihn liegt das Kommende im Nebel. Eigentlich ist ihm das ganz recht; denn er will die Geschicke der Welt lenken. Er möchte kämpfen, um zu erreichen, was er sich vorgenommen hat, und er braucht den Glauben daran, dass dieser Kampf einen Sinn hat. Und trotzdem kann er es nicht lassen, die drei Nornen aufzusuchen. Er fragt und sie antworten. Wenn ihre Antwort anders ausfällt, als er hofft, wird er ärgerlich.
„Nein“, ruft er, „so soll es nicht gehen. Was ihr seht ist nur eine unter tausend Möglichkeiten. Wir selber haben die Wahl!“ Dann lächeln die Nornen und Odin wird wütend.
Er hat noch so viel vor, dass er keine Zeit mit Schachspielen und Turnieren verschwenden kann. Selten geht er mit den anderen Asen auf die Jagd. Meistens sitzt er allein da und grübelt. „Was hast du denn Milchbruder?“ fragt Loki. „Komm lieber mit nach Jotunheim. Lass uns den Trollmädchen nachlaufen, so wie früher.“
Loki hat dort eine neue Freundin gefunden. „Lüstern wie ein Fohlen ist sie“, sagt er, „und wild wie eine Katze.“ Aber Odin schüttelt den Kopf. Er hat Wichtigeres zu tun. Es ist nicht mehr so wie früher. Jetzt lastet die Verantwortung auf ihm für alles, was er erschaffen hat. Er will die Welt so gut wie möglich regieren. Aber wie kann er das, wenn die Nornen recht haben und alles seine eigenen Wege geht, so wie es vorbestimmt ist? Wie kommt es, dass sie mehr wissen als er selber? Schließlich sind diese drei auch nur ein paar Wahrsagerinnen – oder bestimmen sie am Ende wirklich, was geschehen soll? „Dein eines Auge hast du schon eingebüßt“, sagt Loki, „Nimm dich in acht, dass du nicht auch noch den Verstand verlierst! Wer viel grübelt, geht viel in die Irre.“

 

Eines Morgens kehren die beiden Raben zurück und bringen schlechte Nachrichten mit. Kvasir der Weise soll gestorben sein. In Mitgard sagen die Leute zum Spaß, er sei an seiner eigenen Weisheit erstickt. „Da siehst du es“, sagt Loki. „Lass es dir eine Lehre sein!“
Aber Odin ist bekümmert. Kvasir war die Stimme der Vernunft, und jetzt ist sie verstummt. Odin will sich nicht mit bloßen Gerüchten begnügen.
Bald entdeckt er, wie es zugegangen ist. Zwei Zwerge, Fjalar und Galar, haben Kvasir in ihr Reich gelockt.
„Wir wollen mit dir sprechen, wo uns niemand stören kann“, sagten sie und er folgte ihnen. Die Zwerge warfen sich über ihn und stachen mit scharfen Messern auf ihn ein. Das Blut spritzte aus seinen Adern, aber kaum ein Tropfen ging verloren, denn die Zwerge fingen es in zwei Krügen und einem großen Kessel auf. Dann mischten die Zwerge Honig in das viele Blut und brauten daraus einen Trank. Wer von diesem kostbaren Met trinkt, wird ein Dichter oder Weiser.
Doch die Zwerge wollen diesen Trank mit niemandem teilen. Er soll ihr Geheimnis bleiben. Trotzdem hat sich die Sache herumgesprochen. Denn die beiden gierigen Zwerge waren mit dem Mord an Kvasir nicht zufrieden. Sie brachten auch noch einen Riesen um, der ihnen im Wege war, und als dessen Frau ihnen mit ihrem Jammer in den Ohren lag, haben sie einen Mühlstein auf ihren Kopf fallen lassen.
Als aber der Troll Suttung hörte, was die Zwerge seinen Eltern angetan hatten, verfolgte er Fjalar und Galar, fing sie und band sie an einer Schäre fest, die so flach ist, dass das Meer sie bei jeder Flut überspült. Die Zwerge winselten und baten um Gnade. Sie versprachen Suttung Gold und geschmiedete Kostbarkeiten, doch er lachte sie aus, bis sie in ihrer Not verrieten, was es mit dem Met auf sich hatte. Da ging Suttung auf einen Handel ein. Er bekam den Met und schenkte ihnen das Leben.

 

Odin ist außer sich, als er erfährt, wie Kvasir umgebracht worden ist. Er will sich an den Zwergen rächen. Noch wichtiger ist es ihm, den magischen Met zu kosten. Hat er nicht bestimmt, dass Kvasirs Weisheit den Menschen zugute kommen soll? Odin gönnt den Mächten der Finsternis ihren Triumph nicht. Er will sein Geschenk zurückfordern. Das wird nicht leicht sein, denn Suttung ist ein reicher und mächtiger Riese. Schon heißt der Trunk nicht mehr Kvasirs Blut; die Leute nennen ihn Suttungs Met. Er hat ihn an einem sichern Ort versteckt, tief im Innern eines Berges. Hätte Odin Thor mitgebracht, so könnte er den Troll zum Kampf herausfordern; Thors Hammer wäre rasch mit ihm fertig geworden. Aber ohne Waffen muss Odin es mit List versuchen. Er geht nicht zu Suttung, sondern zu dessen Bruder Bauge. Auf dem Hof begegnet er neun Leibeigenen, die dabei sind, das Heu zu mähen. „Soll ich euch eure Sensen dengeln?“, fragt er sie. Damit sind sie gerne einverstanden. Odin holt einen Wetzstein hervor und macht sich ans Werk. Am Ende sind die Sensen so scharf wie nie zuvor. Die verwunderten Schnitter wollen ihm seinen Wetzstein abkaufen. „Ich will ihn hoch in die Luft werfen“, sagt Odin, „und derjenige, der ihn auffängt, soll ihn haben.“ Alle strecken gleichzeitig die Hände nach dem Stein aus, und in dem Durcheinander schneiden sie einander mit ihren Sensen die Hälse ab.
Nun geht Odin weiter und klopft an Bauges Tür. Er gibt sich für einen armen Wanderer aus und bittet den Riesen um Unterkunft für die Nacht. Am andern Morgen beklagt sich Bauge darüber, dass seine neun Leute sich gegenseitig umgebracht haben. „Ich weiß nicht, wie ich nun mein Heu einbringen soll“, sagt er.
„Oh, das kann ich gern übernehmen“, antwortet Odin.
Der Riese lacht ihn aus. „Was, du willst ganz allein die Arbeit von neun Männern tun?“
Aber der Gast bleibt bei seinem Vorschlag. „Also gut“, sagt der Riese. „Doch sag mir, welchen Lohn du dir ausbedingst.“
„Ich möchte nur von Suttungs Met trinken“, antwortet Odin. „Ho“, lacht der Riese, „das kann ich dir wahrhaftig nicht versprechen. Denn darüber bestimmt allein mein Bruder. Und es würde mich wundern, wenn er bereit wäre, dir etwas davon abzugeben.“
„Du könntest ihn wenigstens fragen“, meint Odin. „Das schon“, sagt Bauge, „aber was ist, wenn er nein sagt?“
„Dann versprichst du, mir den Met auf andere Weise zu verschaffen.“ Da kann sich Bauge kaum halten vor Lachen. „Versprechen kann ich alles, das kostet nichts“, sagt er, weil er ganz genau weiß, dass er Odins Verlangen unmöglich erfüllen kann.
Den ganzen Sommer übernimmt Odin die Arbeit der neun Männer, und als der Herbst kommt, verlangt er seinen Lohn. Doch Suttung weigert sich, auch nur einen Tropfen von dem Met herzugeben. „Dann müssen wir es eben mit einer List versuchen“, sagt Odin und erinnert Bauge an sein Versprechen.
Hinterm Berg, wo Suttung die beiden nicht sehen kann, holt Odin eine Bohrwinde hervor und wendet sich an seinen Schuldner: „Worauf wartest du? Bohr mir ein Loch in den Berg! Stark genug bist du doch.“ Und der Riese macht sich an die Arbeit. Langsam, aber sicher frisst der Bohrer sich in Suttungs Festung hinein. „Nun ist das Loch durch“, behauptet Bauge. Odin bläst hinein, doch es wirbeln ihm Staub und Späne ins Gesicht. „Du willst mich für dumm verkaufen“, ruft er. „Weiterbohren!“
Beim nächsten Mal fliegt ihm kein Staub mehr entgegen, und nun weiß er, dass der Bohrer in die Festung eingedrungen ist. „Was soll das Ganze“, fragt sich Bauge. „So ein winziges Loch, damit kannst du doch nichts anfangen.“ Aber sein Grinsen verrät, dass er sich seiner Sache nicht mehr sicher ist. Und ehe er sich’s versieht, hat Odin sich in eine Schlange verwandelt und ist im Bohrloch verschwunden. Bauge sticht mit der Spitze des Bohrers nach ihm, aber er kann ihn nicht treffen.
Kaum in der Burg des Riesen angekommen, nimmt Odin wieder seine wahre Gestalt an. Er weiß. dass Bauge es nicht wagen kann, ihn zu verraten; denn dann müsste er seinem Bruder gestehen, dass er Odin geholfen hat. Vorsichtig tastet sich Odin von einem Zimmer zum andern und sucht nach dem Met. Im tiefsten Keller der Bergfestung wird er fündig. Der Riese hat seine Tochter Gunnlod als Wächterin neben die Gefäße mit dem Trank gesetzt. Sie ist groß und stark, aber Odin wirft einen Zauberbann über sie, und als sie ihm entgegentritt, vergisst sie, dass sie kämpfen wollte, und umarmt ihn. Als der Gott sie küsst, gibt sie ihm nach. Sanft wie ein verliebtes Lamm kann sie ihm nichts verweigern.
Drei Nächte lang schläft Odin mit ihr, und jede Nacht lässt sie ihn den Met schmecken. In der ersten Nacht trinkt er den ersten Kessel aus, und in den folgenden Nächten leert er die übrigen. Dann denkt er nur noch daran, sich aus dem Staub zu machen. Als die Trolltochter schläft, schleicht er sich hinaus. Er verwandelt sich in einen Adler und fliegt davon. Das Mädchen erwacht. Ihre Schreie wecken Suttung. Der Riese versteht, was geschehen ist. Auch er nimmt die Gestalt eines Adlers an und jagt Odin nach. Der fliegt, so schnell er kann, aber er ist schwer, weil er so viel Met getrunken hat. Sein Verfolger kommt immer näher. Ob Odin die Burg der Götter heil erreichen wird?
Auf der großen Wiese in Asgard blicken die Asen zum Himmel und sehen zwei Adler, die einander jagen. Beide kommen immer näher. Erst als Odin ruft, erkennen sie ihn. „Schnell“, ruft er, „holt so viele Krüge und Schüsseln herbei wie ihr könnt!“ Dann flattert er nieder und speit Kvasirs Met in die Gefäße. Doch schon schwebt Suttung über ihm und droht ihm seine Klauen ins Genick zu schlagen. Da weiß Odin keinen andern Rat, als ihn zu blenden, indem er ihm eine Ladung Met ins Gesicht spritzt. Nun können die andern Asen ihn mit Steinen und Speeren verjagen.

 

kwasir

So hat Odin Kvasirs Blut zurückerobert. Seitdem heißt dieser Met auch der Trunk der Zwerge, Suttungs Met und Odins Beute. Auch nennt man ihn den Met der Dichter; denn Odin sagt, dass nur jene Götter und Menschen davon trinken dürfen, die sich auf die Dichtkunst verstehen. Als Hüter des Trankes bestellt er einen seiner Söhne. Brage soll von nun an der Gott der Poesie und der Redekunst sein. Odin hat erkannt, dass er allein sich nicht um alles kümmern kann. Um über die ganze Welt zu herrschen, müssen sich die Asen die Arbeit teilen.
„Meinetwegen“, sagt Loki, „soll Brage nur über das Zeug verfügen, das wir in Krügen und Schüsseln gesammelt haben, Aber was ist mit dem Rest, den du dem Troll ins Gesicht gepinkelt hast?“
„Der soll uns nicht kümmern“, sagt Odin, „was davon zu Boden gefallen ist, kann da liegenbleiben. Wer davon kosten will, soll es haben.“ Loki grinst. „Wir wollen es das Getränk der schlechten Dichter nennen“, schlägt er vor, und die Asen stimmen ihm lachend zu.
An diesem Abend feiern die Asen ein Fest um Odin willkommen zu heißen. Es wird gesungen und getanzt. Jeder möchte eine neue Geschichte erzählen und mit seinen Taten prahlen. Einer übertrifft dabei den anderen, doch als Loki das Wort ergreift, wird es still im Saal. Denn er weiß von einer Trollfrau zu berichten, mit der er sich den ganzen Frühling über herumgetrieben hat. Drei Kinder hat sie ihm geboren.
„Das erste Kind ist ein Wolf“, erzählt er, „das zweite eine Schlange, und das dritte ein Mädchen. Sie ist weiß auf der rechten und blauschwarz auf der linken Seite.“
Alle haben das Gefühl, dass dies ein böses Zeichen ist. Sogar Lokis Frau Sygin, die sich alles von ihm gefallen lässt, wird es dabei ängstlich zumute. „Diesmal bist du wirklich zu weit gegangen …“, sagt sie. Aber Loki lacht nur. „Wer von uns hat sich wohl noch nie mit den Trollfrauen eingelassen?“ fragt er. „Wer hat keine Kinder in Jotunheim?“ Aber mit seinen Späßen kann er die beklommene Stimmung nicht vertreiben. Odin verlangt, dass er seine drei Kinder nach Asgard bringt, damit die Asen sehen können, was es mit ihnen auf sich hat.

 

Noch in derselben Nacht reitet eine bewaffnete Schar von Asen über die Regenbogenbrücke gen Osten. Thor und Tyr sind mit von der Partie, und Loki weist ihnen den Weg. Die Asen wissen ganz genau, dass die Trolle ihnen die drei Kinder Lokis nicht aus freien Stücken überlassen werden. Also gehen sie gleich zum Angriff über. Die Riesen verteidigen sich so gut sie können, aber gegen Thors Hammer kommen sie nicht auf. Bald haben die Asen die Kinder in ihre Gewalt gebracht und schleppen sie mit nach Asgard.
Es sind sehr sonderbare Sprösslinge. Weder Riesen- noch Menschengestalt ist ihnen anzusehen. Fenris, der Wolfswelpe, ist für sein Alter entsetzlich groß. Seine Kiefern gleichen starken Eisenscheren, und seine Augen erinnern an tückische Moorlöcher. Die Schlange ist ein unheimliches, giftsprühendes Reptil. Und was das Mädchen Hel angeht – niemand hat je ein Kind mit so kaltem Gesicht und so gierigen Augen gesehen. „Sind sie nicht erstaunlich meine Kinder?“ fragt Loki und lacht triumphierend.
Aber die Asen wollen seine Brut am liebsten gleich umbringen. „Deine Bankerten sind eine Schande für Asgard“, sagen sie, „und wer weiß, ob sie uns nicht Verderben bringen.“ Doch Odin erinnert sie an ein altes Versprechen. „Habt ihr nicht alle gelobt, dass Asgard eine heilige Freistatt sein soll? Dieses Gesetz gilt für alle, die zu uns kommen, ob wir sie mögen oder nicht.“
„Es muss doch Wege geben, diese drei Ungeheuer loszuwerden“, murmeln die Asen.
Odin beschließt, die Nornen um Rat zu fragen. Und was sagt Urd? „Mächtigere Feinde als diese haben sich nie in Asgards Mauern eingenistet. Eines Tages werden sie sich an die Spitze aller Mächte der Finsternis stellen.“
„Ich sehe Blut“, sagt Werdande, die zweite der Nornen. „Das ihrige oder das meine?“ fragt Odin. Darauf wollen die Seherinnen nicht antworten, doch Odin ist hartnäckig und wiederholt seine Frage. Da sagt Skuld, die dritte: „Der Fenriswolf wird dich eines Tages verschlingen“, und schlägt die Augen nieder. Odin ballt die Fäuste. „Und was ist, wenn ich ihn jetzt gleich umbringe, solange er noch ein Welpe ist?“
„Niemand kann sein Schicksal ändern“, flüstern die Nornen, und mehr bekommt Odin nicht aus ihnen heraus. Als er nach Asgard zurückkehrt, ist er so klug wie zuvor.
Er weiß. dass die Nornen das Leben als ein großes Gewebe betrachten. Die Schicksalsfäden aller Geschöpfe sind mit denen aller anderen verflochten. Odin hat großen Respekt vor allem, was sie sagen. Nie würde er ihrem Rat offen zuwiderhandeln; denn er hat gelernt mit allem, was er nicht versteht, vorsichtig umzugehen. Doch zugleich hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sein Wille etwas ändern kann; er glaubt, dass es immer einen Ausweg gibt.
Deshalb schickt er Hel weit weg in die Verbannung nach Niflheim, in den hohen Norden, wo es immer dunkel, kalt und neblig ist. Dort wird sie über das Reich der Toten herrschen. Die Schlange schleudert er weit ins tiefe Weltmeer hinaus. Nur das Wolfskind soll in Asgard bleiben, damit die Asen ein Auge auf das Untier haben können. Sie lassen den Fenris wie einen wilden Hund frei in der Götterburg herumlaufen obwohl er so gefährlich ist, dass selbst sein Vater Loki sich nicht in seine Nähe wagt. Der einzige, der kühn genug ist, den Fenris zu füttern ist Tyr.
Frigga, Odins Frau, gefällt das nicht. „Warum schickst du ihn nicht ans Ende der Welt, wo er keinen Schaden stiften kann?“ fragt sie ihn. Odin hat ihr erzählt, was die Nornen ihm anvertraut haben. Nun schüttelt er den Kopf und antwortet ihr: „Wenn dieser Wolf ein Teil meines Schicksals ist, dann nützt es nichts, ihn fernzuhalten. Lieber habe ich ihn in der Nähe. Dann sehe ich, was er tut und lässt.“

 

Odin weiß, dass auch die Götter nicht ewig leben. Doch anders als die gewöhnlichen Sterblichen wissen sie, was sie tun können, um jung zu bleiben. Sie halten sich an Iduna. Diese Göttin besitzt einen Schrein, der den wertvollsten aller Schätze birgt, die in Asgard zu finden sind. Das sind ihre Zauberäpfel. Wer davon einen Bissen nimmt, der wird im nu viele Jahre jünger. Ohne Idunas Äpfel wären die Asen längst ergraut; denn sie haben ja viel länger gelebt als alle anderen Wesen auf der Welt.
Aber was wird geschehen, wenn eines Tages alle ihre Äpfel verzehrt sind? Leider hat Iduna vergessen, wo sie diesen Schatz her hat. Sie findet den Weg zu dem Baum, der die Früchte trägt, nicht wieder. Deshalb sind die Asen sehr vorsichtig geworden. Sie beißen immer nur ein winziges Stückchen von den Äpfeln ab. Auch Odin geht sparsam mit ihnen um. Er muss oft an den Tod denken, weil er weiß, wie leicht er durch einen Speer oder eine Axt umkommen kann, oder durch die scharfen Fänge eines Raubtiers. Wie oft hat er mit ansehen müssen, dass einer der Götter gestorben ist, sei es im Kampf oder durch ein Unglück.
Mächtig sind sie, die Asen, aber alles hat seine Grenzen. Freia zum Beispiel herrscht über die Liebe, bei den Göttern und bei den Menschen. Und dennoch hat Odin erlebt, wie sie verzweifelt die Hände rang und Tränen schieren Goldes weinte, als ihr erster Mann sie verraten und verlassen hat. Anderen kann sie helfen, aber sie selber bleibt nicht vom Kummer der Liebe verschont. Allmächtig ist niemand. Das weiß Odin, auch wenn er sich nicht damit abfinden kann.
Jedes Mal wenn ihn dieser Gedanke streift, ist es ihm, als tanze er auf glühenden Eisen. Er möchte alles verstehen und alles können. Das ist seine Stärke, aber auch sein Fluch.
Der Winter zieht sich hin. Draußen auf der großen Wiese streift der Fenriswolf unter den Schneewehen umher. Jeden Tag wird er stärker und gefährlicher. „Was kann denn ein Vater dafür, dass er so schreckliche Kinder bekommt?“ sagt Loki und zuckt die Schultern. Odin behält den Wolf wohl im Auge, doch lieber betrachtet er den Weltenbaum Yggdrasil, der immer grün bleibt, sommers wie winters. Kein Sturm kann ihn umwerfen, kein Frostwind ihm die Blätter von den Zweigen raufen. Tag und Nacht grübelt Odin über das, was Mime ihm einst ins Ohr geflüstert hat: „Wer die Welt verstehen will, muss Yggdrasil verstehen.“ Was bedeutet es eigentlich zu leben? Was bedeutet es zu sterben? Das möchte Odin wissen.
Eines Morgens nach dem Aufstehen bietet sich den Asen ein furchtbares Schauspiel. Der Göttervater hat sich einen Speer in die Rippen gestoßen, und ist hoch in die Äste Yggdrasils geklettert. Dort hängt er jetzt in einer Gabel wie an einem Galgen. Freia läuft hin und will ihn herunterholen. „Las mich in Ruhe!“ ruft Odin. „Ich will mit keinem von euch reden, und ich brauche weder Essen noch Trinken.“
So hängt er dort oben, mehr tot als lebendig, neun Tage und neun Nächte lang. Die Schmerzen machen ihn blind für alles, was um ihn herum vorgeht. Er sieht alles nur durch einen roten Nebel. Doch in der Ferne, jenseits des Leidens, schimmern andere Orte und andere Welten auf. Er ist an die Grenze der Wirklichkeit gelangt. Hin und her pendelt er in der großen Esche zwischen Leben und Tod. Keiner hat sich so nach Weisheit gesehnt wie Odin. Von den Lebenden kann er nichts mehr lernen. Jetzt sucht er Hilfe bei den Toten.
Sie suchen ihn heim, Bekannte und Unbekannte. Jene die erst vor kurzem aus dem Leben geschieden, und andere, die vor langer, langer Zeit fortgegangen sind. Er begegnet seinen eigenen Eltern, den Riesen, die am Leben waren, bevor die Welt geschaffen wurde. Odin ruft sie, er fragt, er spricht mit ihnen, und die Alten antworten ihm.
Er erfährt, das alles einen Namen hat, und das alle diese Namen etwas zu bedeuten haben für den, der sich die Zeit nimmt, ihnen nachzuhorchen. Er lernt Runen zu ritzen, geheimnisvolle und mächtige Zeichen in Holz und Stein zu schneiden. Auch achtzehn starke Zauberlieder erlernt er, mit denen er jedes Feuer löschen und alle Bande und Ketten sprengen kann. Er kann den Sturm fesseln und das Meer bändigen, bösen Hexen Sinn und Verstand rauben. Er kann die Waffen der Feinde stumpf machen und den fliegenden Pfeil in der Luft anhalten. Die Zauberlieder können ihm in der Liebe helfen und ihn gegen Sorgen und Krankheiten feiern.
Als er heruntersteigt vom Baum Yggdrasil, ist er zum wahrhaften Allvater geworden, zum mächtigsten von allen, zum König der Toten und der Lebendigen. Und dennoch fühlt er, dass dies alles nicht genug ist, dass es kein Genug geben kann. Denn seine Ratlosigkeit ist ihm geblieben. Er weiß, dass er sich niemals ruhig und sicher fühlen wird. Doch darüber wird er schweigen.

 

Unterdessen ist der Fenriswolf so groß geworden, dass es gefährlich wäre, ihn frei herumlaufen zu lassen. Auch hat er gelernt zu sprechen. Jetzt lacht er die Götter aus. Weil die Asen es fast nicht mehr wagen, ohne Wachen und unbewaffnet aus dem Haus zu gehen, verhöhnt er sie.
Zweimal haben die Asen gewaltige Ketten geschmiedet. Beim ersten Mal haben sie so getan, als wollten sie nur die Kräfte des Ungeheuers auf die Probe stellen. Der Fenris ließ sich festketten, ohne sich zu sträuben. Aber kaum war er gefesselt, da brach er seine Ketten entzwei. Beim zweiten Versuch schmiedeten sie eine viel stärkere Kette. „Wenn du die sprengst, wirst du in der ganzen Welt berühmt werden“, sagten sie, um ihm zu schmeicheln, und so ließ er es sich gefallen, dass sie ihn an Haupt und Gliedern fesselten. Doch dann stemmte er sich mit beiden Pranken gegen den Boden und riss sich los, so dass die schweren Eisenglieder durch die Luft wirbelten.
Da ist guter Rat teuer. In ganz Asgard gibt es keinen, der eine noch stärkere Kette schmieden könnte. Und dabei ist der Wolf noch gar nicht ausgewachsen! Die Asen sehen nur einen Ausweg. Sie müssen noch einmal Hilfe bei den Unterirdischen suchen
So schickt Odin einen von Freias Dienern zu den Zwergen. Damit es rascher geht, leiht ihm Frei seinen Eber Gullborste, der schneller ist als jedes Pferd. Er läuft auch auf dem Wasser und durch die Lüfte, und seine Borsten glänzen so hell, dass es um ihn herum nie dunkel wird.
Die Zwerge freuen sich über Odins Geschenke und über die Zeichen seiner Freundschaft. „Wir helfen euch gerne“, sagen sie und fangen sogleich an, eine ganz besondere Kette zu schmieden. Sie besteht aus den Wurzeln der Berge, den Sehnen der Bären, dem Speichel der Vögel, dem Atem der Fische, dem Bart der Frauen und dem Lärm der Katzenpfoten. Diese Kette ist glatt und weich wie ein Seidenband. Seit diesem Tag tragen die Frauen keinen Bart mehr, die Berge haben keine Wurzeln und die Katzen kommen lautlos daher.
Die Asen sind von dem Werk der Zwerge sehr angetan. Sie locken den Wolf zu einer Insel im See und zeigen ihm die Kette. „Sie ist stärker als sie aussieht“, sagen sie. „Wir haben versucht, sie mit den Händen zu zerreißen, aber keiner von uns war stark genug dafür. Das kannst nur du schaffen.“ Aber der Fenriswolf ist misstrauisch und will sich auf keinen Versuch einlassen. „So ein dünnes Band“, sagt er. „Das zu sprengen, würde mir kaum viel Ruhm einbringen. Vielleicht steckt doch eine List dahinter, sonst hättet ihr mich wohl nicht hierhergelockt. Aber das lasse ich nicht mit mir machen.“
„Früher warst du nicht so ängstlich“, antworten die Asen. „Die stärksten Eisenketten hast du wie Strohhalme zerfetzt, und jetzt schreckst du vor einer solchen Schnur zurück? Übrigens sollte es dir nicht gelingen, die Ketten zu sprengen, so bräuchten wir dich nicht mehr zu fürchten. Dann würden wir dich augenblicklich lösen.“
Da lacht der Wolf. „Das soll ich euch glauben?“ ruft er „Wenn ich mich wirklich nicht von diesem lächerlichen Band befreien könnte, dann wärt ihr sicherlich die letzten, die mich freiließen. Aber sei´s drum. Niemand soll mir nachsagen, dass es mir an Mut fehlt. Nur verlange ich, dass einer von euch seine Hand in mein Maul steckt, als Pfand dafür dass ihr keinen Hinterhalt im Sinn habt.“
Jetzt stecken die Asen in der Zwickmühle. Sie sehen einander an, und keiner zeigt große Lust, die Hand in den Rachen des Wolfes zu stecken. Odin nicht, und auch Thor nicht. Am Ende aber tritt Tyr hervor, Er ist nicht der stärkste der Asen, aber keiner ist so tollkühn wie er. Er hat sich in vielen Kämpfen bewährt, und er weiß, dass man etwas wagen muss, wenn man siegen will.
Er legt die Hand in den Wolfsrachen und der Fenris lässt sich fesseln. Die Asen lachen, denn je heftiger das Ungeheuer zappelt und stößt, desto strammer schlingt sich das Band um seine Glieder. Er begreift, dass er gefangen ist und dass die Asen ihn nie wieder befreien werden. Nur Tyr lacht nicht, denn der Wolf beißt ihm die Hand ab.
Die Asen ziehen das Ende der Kette unter einem großen Felsblock hindurch und vergraben es tief in der Erde. Darüber wälzen sie einen noch größeren Stein. Der Fenriswolf knurrt und schnappt wild um sich. Thor tritt hervor und stößt sein Schwert in den Schlund des Untiers, so dass der Griff gegen den unteren, die Spitze aber gegen den oberen Gaumen stößt. Gegen diese Maulsperre kann der Wolf nichts ausrichten. Er legt sich nieder, doch heult er furchtbar und der Schaum tritt ihm aus den Lefzen.
Noch einmal sucht Odin die Nornen auf. „Hab ich den Kampf gewonnen?“ fragt er sie. Doch die drei Nornen schütteln den Kopf. „Alles geschieht, wie es geschehen muss“, antwortet Urd.
„Wir haben den Wolf doch gebunden“, wendet Odin ein. „Eines Tages wird er sich befreien“, sagt Werdande, und Skuld fügt hinzu: „Alles ist im voraus bestimmt. Auf die Namen musst du achten. Jeder Name hat etwas zu bedeuten.“ Odin weiß nicht, was er mit diesem Rat anfangen soll. „Hast du vergessen, dass du unter den Menschen zuweilen Ygg genannt wirst?“ fragt Urd. Und dieser Name bedeutet der Schreckliche. Und das Wort Drasil, heißt soviel wie Pferd. Wenn du nun diese beiden Namen zusammenlegst, was kommt dabei heraus?“ – „Yggdrasil“, sagt Werdande, „und das bedeutet: Odins Pferd. Weißt du noch wie du dich selbst in die Esche aufgehängt hast? Man kann sagen dass Du auf ihr geritten bist. Und der Baum hat nur darauf gewartet, dass du ihm Sinn und Bedeutung verleihst. Doch du hast nichts dergleichen getan.“
„Hört auf“, ruft Odin „ich will nichts davon wissen. Sagt mir lieber wozu ich da bin, wenn ohnehin alles im Voraus bestimmt ist! Wer bin ich? Könnt ihr mir das sagen?“
„Du bist Odin“, flüstern die drei Nornen. „Du bist der, der kämpft, der nie aufgibt.“
„Und der, der siegen wird“, schreit Odin. Doch die Nornen lächeln nur und schweigen.

 

Kaum ist er nach Hause gekommen, da ruft Odin Heimdall zu sich, den Torwächter der Asen, der die Regenbogenbrücke zwischen Mitgard und Asgard hütet. Der braucht weniger Schlaf als ein Vogel, und er sieht gleich gut bei Tag und bei Nacht. Er ist sehr stattlich und hochgewachsen, und Zähne hat er aus purem Gold.
„Wie stark die Mächte der Finsternis sind“, sagt Odin, „das weißt du selbst am besten. Von deinem Posten aus siehst du ja täglich, wie die Trolle uns belauern.“ Heimdall nickt „Und was das Schlimmste ist“, sagt er, „sie sind zahlreich wie der Sand am Meer, und sie werden immer mehr.“
„Das ist bei den Asen anders“, meint Odin. „Wir Asen sind wenige, und wir zeugen nicht so viele Kinder wie sie. Wie soll das nur weitergehen? Eines Tages werden sich die Riesen stark genug fühlen, um über uns herzufallen.“
„Das wird ein böser Tag werden für Mitgard und Asgard“, antwortet Heimdall. „Von den Menschen ist kaum viel Unterstützung zu erwarten. Die meisten von ihnen sind schwach und ängstlich.“
„Um so dringender muss bald etwas geschehen“, sagt Odin. „Ich möchte, dass du nach Mitgard gehst. Nicht alle Menschen sind Duckmäuser. Mit den besten von ihnen müssen die Götter ihr Blut mischen. Leg dich zu ihren Frauen, damit sie Kinder von dir bekommen, so viele wie möglich. Wir brauchen viele starke und mutige Krieger.“ Das lässt Heimdall sich nicht zweimal sagen. Er geht nach Mitgard, um Stammvater einer neuen, stärkeren Menschenverwandtschaft zu werden.
Odin befiehlt inzwischen den Bau eines neuen Hauses in Asgard. Es soll ein Gästehaus werden für die Krieger, die Heimdall eines Tages herbeischaffen wird. „Sechshundertundvierzig Türen soll es haben“, sagt Odin. „Und jede Tür soll so breit sein, dass neunhundertsechzig Männer gleichzeitig durch sie eintreten können. Er verlangt dass das Dach mit goldenen Schildern gedeckt wird. Auch einen Namen gibt er dem Haus. Es soll Walhall heißen.“
Während die Asen sich an das große Werk machen, hält Odin sich abseits. Er sitzt ganz allein auf seinem Thron und blickt in die Welt hinaus. Er sieht das Lokis scheußliche Tochter Hel nun wie eine Königin über Leichen und wurmzerfressene Kadaver herrscht. Er sieht dass aus dem Schleim, der aus dem Rachen des Fenriswolfes rinnt, ein breiter Strom geworden ist. er sieht auch dass das dritte der Geschwister, die Schlange, so groß geworden ist, dass sie sich um die ganze Welt ringeln und in den eigenen Schwanz beißen kann. Weil sie auf diese Weise ganz Mitgard umspannt, nennt man sie jetzt Mitgardschlange. Alle Welt fürchtet sich vor ihrem Gift. Die ganze Welt ist umzingelt von Bosheit, denkt Odin. Doch in der Ferne sieht er auch Heimdall. Beeil dich, denkt er und ballt die Fäuste, schaffe uns Krieger herbei! Denn wir geben nie auf! Nie!
Wenn die Zeit zum Essen gekommen ist, sitzt Odin mit den anderen Göttern am Tisch, aber er hat keinen Appetit. „Ich brauche nichts“, behauptet er. Nur auf den Wein will er nicht verzichten.
Auf seinen Schultern sitzen Hugin und Munin, die Raben, und zu seinen Füßen liegen zwei Wölfe. Geri und Freke heißen die beiden. Odin hat sie selber gezähmt und nun sind sie folgsam und wedeln mit dem Schwanz wie Hunde. Odin kann es sich leisten, dem Schicksal ins Gesicht zu lachen; denn ist es ihm nicht geweissagt worden, dass es ein Wolf sein wird, der ihn einst umbringen wird, ihn, den höchsten der Götter? Doch es ist kein frohes Lachen, und die andern Asen merken, dass seine Miene sich verdüstert, wenn er daran denkt.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß nach Asgard

TA KI