Rechtschreibnazis- oder wie Verdummung salonfähig werden soll


Snoopys* Wort zum Sonntag. Thema heute: Rechtschreibnazis

kauftnichtsvomdudenWahrscheinlich habe ich schon im Titel drei Fehler geschrieben. Aber das ist mir egal, schliesslich bin ich ein Hund. Aber auch als Mensch wäre mir die Rechtschreibung wurscht, denn eigentlich kommt es ja auf den Inhalt an. Und nicht, ob dieser richtig geschrieben ist. Nur verschupfte Streber und sadistische Seklehrer beharren noch auf korrekte Schreibweise, obwohl diese ja ständig wieder reformt wird.

Immer wieder mailen uns aufgebrachte Rechtschreibenazis, dass unsere Seite3.ch-Artikel und insbesondere meine Kolumne nur so von Schreib- und Grammatikfehler strotzen. Darum sei auch der Inhalt total unglaubwürdig. Doch das ist ein Irrtum. Mehr noch: Rechtschreibung wird völlig überschätzt und geniesst in der Gesellschaft niemals den Stellenwert, den Deutschlehrer ihren Schülern einprügeln wollen. Mir ist es ganz einfach egal, ob ein Verb nun ein Genitiv verlangt oder ob ein Ablativ ein Präpositiv braucht.

Die Internet-, Blog- und vor allem SMS-Kultur pfeift auf Duden und Diktatnoten. Seit es elektronische Medien gibt, setzt sich die allgemeine Toleranz gegenüber Rechtschreibe- und Grammatikregeln oder korrekte Duden-Wortwahl durch. Heute schreibt jeder so, wie er es für richtig hält. Und das ist gut so. Denn jahrelang wurden viele gute Gedanken aus Scham vor dem Rechtschreibediktat nicht aufgeschrieben. Und dies nur, weil Lehrer ihren Schülern eintrichterten, dass nur, wer korrektes und richtiges Deutsch beherrscht, auch Schreiben darf. Zum Glück ist das heute nicht mehr so – zumindest nach der Schulzeit.

Es kommt auf den Inhalt drauf an, der lieber richtig gedacht ist als richtig geschrieben. Darum wird auch in Zukunft kein einziger Artikel von Seite3.ch ohne Schreib- oder Grammatikfehler sein.

*Snoopy ist unser Sonntagskolumnist wie Frank A. Meyer, der zwar besser deutsch kann, was vielleicht daran liegt, dass Snoopy in der Hundeschule andere Fächer lieber mochte.

Quelle: http://www.seite3.ch/Snoopys+Wort+zum+Sonntag+Thema+heute+Rechtschreibnazis+/493897/detail.html

Gruß an die, die sowohl richtig denken als auch schreiben können- es ist schon beachtlich wie die Sprache vernachlässigt und die Ausdrucksweise verdummt, das sollte nicht unnötig forciert werden

TA KI

 

5 Kommentare zu “Rechtschreibnazis- oder wie Verdummung salonfähig werden soll

  1. Der Inhalt eines Textes ist durchaus wichtiger als die Rechtschreibung. Jedoch läßt sich auch beides gemeinsam in einen Text bringen. Manchmal gibt es auch Texte, die sind aufgrund der Masse an Rechtschreibfehlern nicht mehr lesbar. Auf so etwas kann getrost völlig verzichtet werden. Wie übrigens auch auf die sog. Neue „Recht“schreibung. Diese sorgt für eine massive Verschlechterung der (schriftlichen) deutschen Sprache.

  2. überhaupt die Sprache ist wichtig – Deutsch war die Weltsprache nahezu 100 Jahre lang bis etwa 1950. Offengestanden, auch wenn ich einen Blogger oder Schreiber nicht deswegen kritisiere, tut mir das oft weh und stört meinen Lesefluss, wenn z.B. dass und das verwechselt wird. Natürlich macht jeder mal Tip-Fehler, das ist nicht das Problem aber die Sprache nicht mehr Ernst nehmen; gelingt erst wenn wir alle der Telepathie befähigt sind.

  3. Wer bei einem Artikel wie dem Obigen nach Rechtschreibfehlern sucht, um sich darüber zu beschweren, darf ruhig Rechtschreibnazi genannt werden.

    Allerdings müsste man bei diesem Artikel eben auch tatsächlich nach Fehlern suchen.

    Leider werden nur allzu oft Texte online gestellt, die derart überladen mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern sind, dass der Lesefluss nicht nur alle paar Sätze, sondern bereits alle paar Wörter drastisch gehemmt wird.
    Sofern diese von Muttersprachlern stammen, halte ich Kritik für durchaus angebracht.

    Ebenso bedauerlich ist jedoch, dass nicht minder selten inhaltliche Kritik durch das Aufzeigen von Rechtschreibfehlern ersetzt wird, hier kann man nur mutmaßen ob dem jeweiligen Kritiker nicht schlicht die sachlichen Argumente fehlen.

    Ich kann euer Statement in gewissem Maße nachvollziehen, etwas merkwürdig war es jedoch diese feurige Verfechtung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in einem nicht nur äußerst fehlerarmen Deutsch, sondern vorallem in einem Artikel mit derart gutem Satzbau zu lesen.

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