Das Geheimnis der 7 Schwestern


sieben schwestern

Wer sind überhaupt diese „Sieben Schwestern“, die 1928 das Erdöl dieser Welt unter sich aufteilten? Auf einem Jagdschloss in Schottland verschwörten sich damals ein paar superreiche Industrielle zu einem politischen Supercoup; sie gründeten ein Ölkartell, das die Welt beherrschen wird. Aus den ursprünglich Seven Sisters sind heute vier Supermajors geworden: ExxonMobil, Chevron, Royal Dutch Shell und BP.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Das+Geheimnis+der+7+Schwestern+de+/614020/detail.html

Gruß an die Gierigen

TA KI

MK-ULTRA: Diese Verschwörungstheorien stellten sich als wahr heraus


Oft im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien: die Illuminaten

Meist sind Verschwörungstheorien einfach nur Quatsch der ohne Beweise und Belege in die Welt gesetzt wird. Doch oftmals können sie auch gute Hinweise auf die wahren Umstände geben. Die nachfolgenden drei Verschwörungsheorien stellten sich später als weitgehend wahr heraus und offenbarten Unglaubliches.

MK-ULTRA

mk-ultra

Die gruselige Idee, dass Regierungen die völlige und alleinige Kontrolle über unsere Gedanken erlangen könnten, ist seit jeher ein Lieblingsthema von Science-Fiction-Autoren und Verschwörungstheoretikern. Die Rockefeller-Kommission deckte 1975 auf, dass man sich bei der CIA (Central Intelligence Agency) in der Tat mit Methoden der Bewusstseinskontrolle beschäftigt hatte. Im Mittelpunkt des Projekts MK-Ultra (1953 bis 1973) stand die Untersuchung von Methoden der Beeinflussung des Bewusstseins und der Erlangung der Kontrolle über Gedanken. Das Projekt wurde hauptsächlich in den USA und Kanada, aber auch in Europa betrieben. Der wissenschaftliche Leiter war Donald Ewen Cameron, die Gesamtleitung hatte Sidney Gottlieb. MKULTRA umfasste nach Aussage des damaligen CIA-Direktors Admiral Stansfield Turner im Jahr 1977 vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats insgesamt 149 Unterprojekte − wovon „mindestens 14 sicher Menschenversuche waren“, weitere 6 Projekte Versuche an unwissenden Menschen sowie 19 Projekte eventuell mit Menschenversuchen.

Erforscht wurden unter anderem die Wirkungen von Drogen (vor allem LSD und Mescalin), Giften, Chemikalien, Hypnose, Psychotherapie, Elektroschocks, Gas, Krankheitserregern, Erntesabotage, künstliche Gehirnerschütterung und Operationen. Die Experimente liefen an 44 Universitäten, 12 Krankenhäusern, 3 Gefängnissen und 15 nicht näher bezeichneten „Forschungseinrichtungen“. Es ist erwiesen, dass zahlreiche Versuchspersonen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden bis hin zum Tod, beispielsweise in der Olson-Affäre, davontrugen. Die Praxis von Entführungen zu Versuchszwecken, zumindest für das MKULTRA-Projekt, bestätigte die CIA später selbst.

Auch Fälle von Kindesmissbrauch sind bekannt.

Operation Ajax

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Es ist ein weitverbreiteter und oft bestätigter Vorwurf, dass sich westliche Regierungen immer wieder in Angelegenheiten unliebsamer Länder einmischen um an deren Rohstoffe zu kommen oder um eigene politische Entscheidungen durchzusetzen. Ein Paradebeispiel für diese Strategie war die 1953 durchgeführte Operation Ajax, bei der die Geheimdienste der USA und Großbritanniens zusammenarbeiteten, um einen Umsturz der iranischen Regierung herbeizuführen. Im Rahmen der Operation zahlte ein CIA-Geheimagent Bestechungsgelder an verschiedene Mitglieder der iranischen Regierung, um die Absetzung des damaligen Premierministers Mohammad Mosaddeq zu erleichtern. Dieser hatte nämlich geplant, die Anglo-Iranian Oil Company (später BP) zu verstaatlichen.

1984 – NSA?

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“1984” hieß das Buch das George Orwell verfasst hatte. Der Inhalt: Ein Totalitäres Regime überwacht das eigene Volk. Beobachtet auf Schritt und Tritt leben die Bürger schließlich nach der Maxime des Diktators. 2013 war das Jahr in dem Edward Snowden seine “Top-Secret” Dokumente veröffentlichte. Der Ex-NSA Mitarbeiter verkündete vor den Augen und Ohren der Welt, wie sich US-amerikanische und britische Geheimdienste das Internet und die weltweite Kommunikation zu Eigen gemacht haben, und somit millionenfach Bürger weltweit ausspähten. Auch die Theorie der Massenüberwachung galt 2012 noch als Verschwörungstheorie. 2 Jahre später sieht sich die Welt mit der eiskalten Realität konfrontiert.

Quelle: http://www.neopresse.com/politik/mkultra-nsa-gesteuerter-putsch-diese-verschwoerungstheorien-stellten-sich-als-wahr-heraus/

Gruß an die, die den Umfang des Wahnsinns im Ansatz erahnen

TA KI

 

 

 

 

 

 

 

TTIP: Tausche Äpfel und Birnen gegen Gentechnik


freihandelsabkommen

Die EU will mehr Obst in die USA verkaufen, stößt dabei aber auf Hindernisse. Doch sie könnte Washington bei der Gentechnik ködern: Zulassung von acht in der Warteschleife steckenden Gentech-Pflanzen, dafür sollen die europäischen Exporteure mehr Äpfel und Birnen über den Atlantik schicken können. Das könne auch die Verhandlungen über das TTIP-Abkommen neu beleben, erklärte der bald aus dem Amt scheidende Handelskommissar Karel De Gucht seinen Kollegen im September.

Der Regierung in Washington ist es ein Dorn im Auge, dass US-Konzerne wie Monsanto, Dow oder Dupont vergleichsweise lange warten müssen, bevor ihre Gentechnik-Pflanzen auch von der EU zugelassen werden. Hier will De Gucht ansetzen: laut Sitzungsprotokoll sagte er den übrigen EU-Kommissaren, die TTIP-Verhandlungen könnten neuen Schwung bekommen und europäische Obstexporteure bessere Geschäfte machen, wenn die acht genmodifizierten Pflanzen durchgewunken würden. Dabei handelt es sich um zwei Mais-, vier Soja-, eine Raps- und eine Baumwollpflanze, die als Futtermittel genutzt werden.

Er habe schon mit Präsident Obamas Handelsberater, Michael Froman, gesprochen. Der sei bereit, sich die Exportlizenzen für Obst und Gemüse noch mal anzusehen, so De Gucht. Seine Einschätzung: eine EU-Zulassung für die Gentechnik-Pflanzen werde auch die Bereitschaft Washingtons erhöhen, mehr Obst ins Land zu lassen.

Auch die europäische Agrarindustrie drängt vehement auf eine Genehmigung für die acht gentechnisch veränderten Futterpflanzen. Ansonsten drohe eine „Selbstmordsituation für das europäische Wachstum“, schrieben mehrere Lobbyverbände letzte Woche. Der Verein Testbiotech aus München hatte zuvor gewarnt, die Risikobewertung sei bei einigen dieser Pflanzen unvollständig gewesen. [dh]

Quelle: http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/29906.html

Gruß an die Gentechverweigerer

TA KI

Polizei darf Nummernschilder scannen


Kennzeichenerfassung während des Münchner OPktoberfests, 2009

Mit solchen mobilen Kameras scannt die Polizei die Kennzeichen vorbeifahrender Autos – hier eine Kontrolle in München aus dem Jahr 2009.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

  • Das Bundesverwaltungsgericht hat das automatische Scanning von Autokennzeichen in Bayern für rechtens erklärt.
  • Mit stationären und mobilen Kameras erfasst die Polizei damit etwa acht Millionen Nummernschilder im Monat.
  • Zwar gibt es dabei viele Fehler – doch sei sichergestellt, dass Nichttreffer sofort wieder gelöscht würden, argumentieren die Richter.

In Bayern darf die Polizei weiterhin Millionen von Autokennzeichen automatisch erfassen und abgleichen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Es wies die Klage eines Autofahrers aus Bayern ab. Er wollte erreichen, dass seine Nummernschilder nicht mehr automatisch erfasst und überprüft werden dürfen. Er sieht damit sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt.

Der Kläger will nun nach Karlsruhe gehen

Der Kläger äußerte sich enttäuscht. Das sei sehr ärgerlich, sagte er. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde er nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Das Bundesverwaltungsgericht sah keinen Eingriff, wenn ein Fahrzeug-Kennzeichen erfasst und abgeglichen wird, ohne dass ein Treffer erzielt wird. Bei dem Verfahren in Bayern sei gesichert, dass die Daten anonym bleiben, sofort spurlos gelöscht werden und sich kein Bezug zu Personen herstellen lasse.

Bayern scannt seit 2006 in großem Stil Autokennzeichen. Dazu setzt die Polizei zwölf stationäre und auch mobile Erfassungsgeräte ein. Letztere nutzt sie etwa vor Fußballspielen. Laut Gericht werden auf bayerischen Autobahnen monatlich acht Millionen Kennzeichen erfasst und mit Datenbanken der Polizei abgeglichen. Die Geräte registrieren 50 000 bis 60 000 vermeintliche Treffer. Ein Großteil davon stellt sich dann jedoch als Irrtum heraus. Nur 500 bis 600 Mal gibt es echte Treffer.

Auch andere Länder nutzen solche Systeme

Auch andere Bundesländer haben automatische Erfassungssysteme. Der Anwalt des Klägers sagte, wenn an den Rand der Autobahnen Polizisten gesetzt würden, die Kennzeichen notierten, würde man sagen, das ist ein Polizeistaat. Bei der Kennzeichenerfassung erfolge die Kontrolle unsichtbar. Auch der Unverdächtige müsse durch die Kontrolle.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßte das Urteil. Die automatisierte Kennzeichenerkennung bleibe ein wichtiges polizeiliches Einsatzmittel. Sie sei wichtig, um Gefahren abzuwehren und Straftaten zu unterbinden. Als Beispiele nannte Herrmann verhinderte Verschiebungen gestohlener Autos ins Ausland und den Aufgriff von Schleusern. „Hier dient die automatisierte Kennzeichenerfassung auch dem Opferschutz, wenn wir die schmutzigen Geschäfte der Menschenhändler unterbinden, bevor sie ihr Werk vollenden.“ (Az.: BVerwG 6 C 7.13)

Kennzeichen Kamera

Diese Kamera in einem Hamburger Parkhaus ist Teil eines Systems zur Erfassung von Kennzeichen.

(Foto: NDR/C. Baars)

  • An Hunderten Orten in Deutschland setzen Unternehmen Kameras und spezielle Software ein, um Kennzeichen durchfahrender Autos zu erfassen.
  • Kaum eine der Anlagen ist von Datenschützern geprüft.
  • Nummernschilder gelten als personenbezogene Daten – wie Name oder Telefonnummer – und damit als besonders sensibel.
  • Nur langsam werden die Datenschutzbehörden aktiv.
Von Christian Baars, Jannis Brühl und Christian Deker

Der Gast fährt, die Daten bleiben – und niemand weiß, was mit ihnen geschieht. An Parkhäusern, Campingplätzen und Waschanlagen filmen Kameras Nummernschilder ein- und ausfahrender Autos und gleichen sie mit Datenbanken ab. Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR wird die so genannte Kennzeichenerfassung an Hunderten Zufahrten in Deutschland eingesetzt.

Datenschützer sind misstrauisch geworden. Denn Autokennzeichen gelten als personenbezogene Daten – wie Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse auch. Sie massenweise zu erfassen ist so heikel, dass das Bundesverfassungsgericht sie 2008 der Polizei untersagt hat. Private Anbieter der Technik wurden bisher nur in Einzelfällen überprüft. Dutzende Firmen verkaufen sie in Deutschland. Ein Hersteller erklärt, bereits 200 Parkhäuser und -plätze mit Systemen ausgerüstet zu haben – allein in diesem Jahr.

Die Kameras sind an Zufahrten meist auf Höhe der Scheinwerfer montiert und werden aktiv, sobald sich ein Fahrzeug nähert. Mit Infrarotlicht leuchten sie die Nummernschilder aus. Eine Software erkennt das Nummernschild und gleicht es mit einer Datenbank ab. Ein Hersteller wirbt: „Erkennungsrate min. 95%“ – „Erkennungsdauer 1-9 Sekunden“. Sinnvoll ist das für Speditionen, die so ihren Fuhrpark besser koordinieren können. Wer auf der „Whitelist“ steht, dem öffnen sich die Schranken, eine „Blacklist“ verwehrt Fahrzeugen mit bestimmten Kennzeichen die Zufahrt. Mietwagenfirmen können so genau registrieren, wann Kunden Autos zurückgeben. Aber an öffentlich zugänglichen Orten, an denen Bürger im Privatauto unterwegs sind, wirken die Systeme wie Datenstaubsauger: Tausende werden erfasst, meist ohne es zu merken.

Und wo ständig neue Daten anfallen, steigt auch das Risiko des Missbrauchs. Deshalb prüft der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar derzeit das erste Parkhaus in seiner Zuständigkeit – am Flughafen. Den Einsatz der Erfassungstechnik hält er für problematisch. Beispielsweise liege von den Dauerparkern keine Einwilligung zur Speicherung ihrer Daten vor.

Ein Nummernschild sei besonders schutzwürdig, sagt auch Nils Schröder von der nordrhein-westfälischen Datenschutzbehörde. Mit dem Kennzeichen lassen sich über das Straßenverkehrsamt der Name des Halters und weitere Daten über diesen herausfinden. Schröders Behörde prüft drei Objekte, darunter den Parkplatz des Aachener Klinikums. Er sieht die Erfassung kritisch, will sie aber nicht generell verteufeln. Denn die Datenschützer der 16 Bundesländer haben noch keine gemeinsame Linie. Manche Länder wie Berlin oder Bayern haben vereinzelt Systeme überprüft und unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig befunden – zum Beispiel, um Manipulationen von Parkzeiten zu unterbinden. Schröder sagt: „Wir wollen einen deutschlandweit einheitlichen Standard.“ Bis dahin bleibt das Feld in der Praxis ein datenschutzrechtlicher Graubereich.

„Dann kommen Sie weder rein noch raus“

Dass Daten wohl nicht immer umgehend gelöscht werden, zeigt sich auf einem Campingplatz in Hamburg. Reiner Tietjen, Geschäftsführer der Betreiber-Kette, sagt: „Über die Zeit der Speicherung haben wir noch keine Entscheidung getroffen.“ In Hamburg setzt sein Unternehmen die Technik zur Zufahrtskontrolle ein. Kleine Kästchen mit Kameras sind in die Schranken an Ein- und Ausgang eingebaut. Mitarbeiterin Christiane Schulz erklärt: „Wenn einer nicht bezahlen möchte, dann nehmen wir einfach ein Häkchen raus im System, dann kommen Sie weder rein noch raus.“

Ein Problem wird im Fall von Campingplatz- und Parkhausketten offensichtlich: Die Unternehmen können Daten eines Autos an verschiedenen Orten verwenden. Schulz erklärt es so: „Wenn Sie jetzt zum Beispiel nach Nürnberg zum Campingplatz fahren und Ihren Namen sagen, dann finden die Kollegen dort die Daten, die Sie mir gegeben haben, sofort wieder.“ Das ist faktisch ein kleines Bewegungsprofil, vor dem Datenschützer warnen. Der Weg eines Autos kann zumindest grob nachvollzogen werden.

Der Vergnügungspark weiß, woher seine Besucher kommen

Der Erfassung ihrer Daten müssen Bürger zustimmen. Zwar informieren einige Parkhausbetreiber auf Tafeln, aber reicht das? „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man an so einer Einfahrt einwilligen könnte“, sagt Datenschützer Schröder. Zudem hätten Autofahrer keine wirkliche Wahl: Wenn sie in das Parkhaus wollten, müssten sie sich auch erfassen lassen.

Auch der Vergnügungspark Phantasialand in Brühl bei Köln nutzt Kennzeichenerfassung. Von einer Brücke über die Zufahrtsstraße aus erfassen zwei Kameras alle Nummernschilder von Autos, die auf der öffentlichen Straße Richtung Parkplatz fahren. „Marketingerfolgskontrolle“, sagt Geschäftsführer Ralf-Richard Kenter. Er will prüfen, wie erfolgreich seine Werbekampagnen in den jeweiligen Gegenden waren. Er hält das für datenschutzrechtlich unbedenklich, weil er sich vom Hersteller eine Anonymisierung hat einbauen lassen: Das System erfasst die ganzen Kennzeichen, am Bildschirm kann das Marketing-Team aber nur die ersten Buchstaben lesen. Der Rest wird anonymisiert: „LEV X000“ – steht da etwa für einen Wagen aus Leverkusen. Aber auch Kenter kann nicht sagen, ob sein System im Moment der Erfassung nicht doch noch das voll lesbare Kennzeichen speichert – und was mit dieser Aufnahme passiert.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/urteil-polizei-darf-nummernschilder-scannen-1.2187322

Danke an Denise

Gruß an die Autofahrer

TA KI

Weg mit dem Mobilfunkturm!


Lesen Sie hier den praxiserprobten Leitfaden, wie man eine Handy-Antenne verhindern oder wieder beseitigen kann.

gefahren des mobilfunksIn vielen Ländern wächst stetig der Protest gegen neue Mobilfunkantennen. Praktisch kein Baugesuch wird eingereicht, ohne daß nicht Hunderte protestieren. Große Teile der Bevölkerung sind völlig zu Recht wegen der von den Antennen ausgehenden elektromagnetischen Strahlung besorgt. Doch wie in vielen anderen Bereichen, diktiert auch beim Mobilfunk die Wirtschaft. Moral und Ethik scheinen in einem Bereich, der ein großes Wirtschaftswachstum aufweist, unter den Tisch gefallen zu sein. Da zur Zeit leider auch die Gesetzesgeber keinen Willen zeigen, Mensch und Umwelt besser vor der schädlichen Strahlung zu schützen, muß das Volk für sein Recht einstehen. Zu diesem Zweck entstehen laufend neue lokale Gruppierungen.

Damit auch Sie in Ihrer Gemeinde gerüstet sind, zeigen wir Ihnen hier, wie Sie mit hoher Erfolgsaussicht lokal gegen geplante und bestehende Mobilfunkantennen vorgehen können. Es gibt jedoch kein Standardrezept; jede Situation muß individuell betrachtet werden. Auch sind die rechtlichen Grundlagen und die politischen Eingreifmöglichkeiten je nach Land verschieden. Wir haben jedoch darauf geachtet, Ihnen Empfehlungen zu geben, welche in jedem Land anwendbar sein sollten.

Greifen Sie möglichst früh ein

Versuchen Sie, sich möglichst früh in den Planungsprozeß einzuschalten. Es ist nämlich leichter, eine Antenne zu verhindern, die noch nicht steht! Dazu gehört ‚stete Wachsamkeit‘, sprich, man sollte die offiziellen Publikationsorgane regelmäßig nach neuen Baugesuchen durchsehen. Setzen Sie alles daran, daß keine neuen Antennen errichtet werden – es gibt nämlich absolut keinen Bedarf dafür. Die Netzabdeckung ist in den meisten Ländern beinahe zu hundert Prozent erreicht. Heute kann man praktisch im hintersten Winkel der Erde mobil telefonieren; sei es auf einer Bergspitze oder auf einer kaum bewohnten Insel im Mittelmeer. Trotzdem sollte man auch vor bestehenden Antennen nicht zurückschrecken, denn es gibt eindeutig zu viele davon. Jeder Betreiber baut sein eigenes landesweites Netz auf. Dementsprechend überlagern sich die vielen Strahlen.

Der persönliche Kontakt kann oft den entscheidenden Unterschied ausmachen, im guten wie im schlechten. Ein direkter Kontakt ermöglicht es Ihnen, jemandem direkt in die Augen zu schauen, was einen ehrlicheren Austausch bedeutet und Ausflüchte des Gegenübers schwieriger macht. Auch dem Telefon ist gegenüber dem Brief der Vorzug zu geben. Es erlaubt Ihnen – im Gegensatz zu einem Brief – direkt auf gewisse Argumente des Gesprächspartners einzugehen. Dabei ist die persönliche Haltung entscheidend. Immer wieder habe ich festgestellt, daß jeder Mensch eigentlich genau weiß, was richtig und was falsch ist. Viele Menschen sind einfach so sehr in ihren Alltagszwängen verhaftet, daß sie sich nicht mehr getrauen, für die einfachen Grundwerte des Lebens einzustehen. Außerdem wird unser gesellschaftliches Leben ständig unnötig verkompliziert; der Sinn fürs Wesentliche scheint dadurch vielen abhanden gekommen zu sein. Es ist daher entscheidend, daß Sie immer eine positive, offene und verständnisvolle Haltung einnehmen.

Suchen Sie Verbündete

Suchen Sie nach dem Prinzip „Gemeinsam sind wir stark“ Verbündete, die ein besonderes Interesse daran haben, sich gegen eine Antenne einzusetzen. Die beste Unterstützung können Sie natürlich von Menschen erwarten, die bereits für die Thematik sensibilisiert sind – meist Leute, die persönlich betroffen sind oder es schon einmal waren. Die stärksten Motive dafür, sich gegen eine Mobilfunkantenne einzusetzen, sind der Selbstschutz sowie der Schutz der Kinder, bzw. der kommenden Generationen. Kontaktieren Sie:

1. Anwohner im näheren Umkreis einer Antenne: Meistens befinden sich in unmittelbarer Nähe eines Antennenstandorts kinderreiche Wohnquartiere. Nehmen Sie Kontakt mit den dortigen Anwohnern auf.

2. Vereine: Dies kann der Quartierverein, dem eine hohe Wohnqualität am Herzen liegt; der Elternverein, der sich für das Wohl der Kinder einsetzt; der Hauseigentümerverein, der keine Wertverluste an Liegenschaften durch die Mobilfunkantenne riskieren will; der Naturschutzverein, der sich dem Schutz der Umwelt widmet oder sonst irgendein gemeinnütziger Verein sein. Die meisten Gemeinden führen auf ihrer Homepage ein Vereinsverzeichnis mit den zuständigen Kontaktpersonen.

3. Parteien: Geben Sie auch den verschiedenen Parteien – egal wie deren politische Ausrichtung ist – die Gelegenheit, zur Thematik Stellung zu beziehen und Ihr Anliegen im besten Falle sogar zu unterstützen. Das Thema ist so weitgreifend, daß man es auf die politische Agenda einer jeden Partei setzen kann. Es eignet sich außerdem zur Profilierung bei der Bevölkerung. Die Unterstützung der Parteien kann Ihnen wiederum helfen, eine größere Medienaufmerksamkeit zu erlangen und somit mehr Menschen zu erreichen.

4. Behörden: Finden Sie heraus, wie die Haltung Ihrer lokalen Behörde zu diesem Thema ist. Wenn diese auf Ihrer Seite steht, wird die Verhinderung einer Antenne leichter sein. Leider ist es an manchen Orten noch nicht so weit. Das Recht auf Leben und auf Unversehrtheit sind Grundrechte des Menschen. Damit sind sie allen anderen Gesetzen übergeordnet. Diese Grundrechte werden in der heutigen Anwendung der Mikrowellentechnologie massiv verletzt. Machen Sie Ihre Behörden, falls sie nicht einsichtig sind, darauf aufmerksam, daß sie als Volksvertreter verpflichtet sind, die Grundrechte zu wahren und im Interesse der Bevölkerung zu handeln. Sie dürfen ruhig sagen, daß Sie nicht bereit sind, einer Behörde, die sich nicht für den Schutz des Lebens einsetzt, bei der nächsten Wahl ihre Stimme zu geben, und daß Sie dafür sorgen werden, daß dies Ihr Bekanntenkreis auch nicht tut.

Informieren Sie die Bevölkerung

1. Straßenaktion: Eine solche erlaubt den persönlichen Kontakt zu Menschen, die bisher vielleicht noch nicht sensibilisiert waren. Straßenaktionen eignen sich insbesondere auch zum Sammeln von Unterschriften. Erstellen Sie dazu eine Standortkarte mit den bestehenden und den geplanten Antennen. Die meisten Leute sind schockiert über die hohe Antennendichte. Die Standorte, ungefähre Leistungsstärke sowie der Sendestandard können länderspezifisch jeweils auf einer Online-Datenbank eingesehen werden:
Deutschland: bundesnetzagentur.de
Österreich:
senderkataster.at
Schweiz: 
funksender.ch

2. Infoveranstaltung: Laden Sie Experten als Referenten für eine Infoveranstaltung ein. So können Sie in kurzer Zeit große Menschenmassen erreichen. Wichtig für den Erfolg der Veranstaltung ist eine breite und rechtzeitige Streuung der Ankündigung (durch Aufhängen von Plakaten, Verteilen von Broschüren in Briefkästen und Auflegen in Arztpraxen, Medienmitteilungen, persönliche Einladungen).

3. Briefkastenaktion: Sie ist eine zwar zeitaufwendige, aber sehr effektive Möglichkeit, flächendeckend Informationen zu streuen. Eine Briefkastenaktion, bei der freiwillige Helfer Broschüren in jeden Briefkasten legen, eignet sich ebenfalls zum Sammeln von Unterschriften.

4. Medien: Je größer der Protest der Bevölkerung, desto interessanter wird es auch für die Medien, das Thema aufzugreifen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Medien (lokale Tageszeitungen und Anzeiger, Lokalradio, Lokal-TV-Sender) über geplante Antennen, Ihre Aktivitäten und beobachtete Auswirkungen zu informieren. Wichtig ist, den Medien die Brisanz des Themas zu vermitteln. Am besten funktioniert ein direkter Kontakt zu einem Journalisten, der persönlich an der Sache interessiert ist. Sie können in schwierigen Fällen, und wenn Sie die Unterstützung der Bevölkerung haben, auch selbst für Brisanz sorgen: Protestaktionen vor dem betreffenden Mobilfunkbetreiber, Mahnwachen am zukünftigen Standort und ähnliches liefert die Bilder, welche die Medien lieben. Und da die Medien gern mit Bildern arbeiten, lohnt es sich, jeweils gutes Bildmaterial zur Dokumentation an die Redaktionen einzusenden.

Erheben Sie Einsprache bei Antennenbaugesuchen

Jeder Bürger hat das Recht, sich Einsicht in die Bauvorhaben seiner Wohngemeinde zu verschaffen. Informieren Sie sich über das Vorgehen bei baurechtlichen Fragen und über allenfalls für Sie anfallende Kosten, wenn Sie eine Einsprache gegen die Mobilfunkantenne planen. Diese senken sich natürlich beträchtlich, wenn Sie viele Verbündete haben, die Sie unterstützen. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

1. Meist sind Einsprachefristen sehr kurz angesetzt und werden bewußt in die Zeit der Sommerferien gelegt, weil dann die meisten Leute weg sind. Klären Sie bei der Gemeinde deshalb schnellstmöglich die genauen Standortangaben des laufenden Bewilligungsverfahrens, weiterer geplanter Mobilfunkantennen sowie die rechtlichen Grundlagen ab.

2. Suchen Sie sich bei rechtlichen Vorstößen einen auf diese Thematik spezialisierten Anwalt und reichen Sie nach Möglichkeit eine Sammelklage ein, indem Sie so viele Unterschriften wie möglich sammeln.

3. Lassen Sie das Standortdatenblatt von einem Fachmann prüfen. In der Regel werden die bestehenden Vorschriften verletzt. Doch wo kein Kläger, da kein Richter.

4. Reichen Sie bei Behörden und Standortgebern immer reichlich Beweismittel (neueste Studien) ein.

5. Argumentieren Sie mit möglichst vielen Einwänden (Ortsbildschutz, Schutz empfindlicher Personengruppen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, unwissenschaftliche Grenzwerte, Wertminderung von Liegenschaften, fehlende Haftpflichtversicherung der Mobilfunkfirma und des Standortgebers). Geben Sie aber je nach dem nicht alle Argumente auf einmal preis, damit Sie das Bewilligungsverfahren allenfalls zusätzlich verzögern können.

6. Fordern Sie Ihre Behörden auf, ihre eigenen Gebäude und Liegenschaften nicht als Antennenstandorte zuzulassen und verbindliche Richtlinien (z. B. Antennenverbot in Wohnzonen, Minimalabstand zu Schulen, Landwirtschaftsbetrieben, etc., Einschränkung der gewerblichen Nutzung von Dächern, Begrenzung von Bauobjekten auf Dachfirsthöhe, usw.) über das ganze Gemeindegebiet festzulegen.

7. Verlangen Sie auf jeden Fall ein Antennenmoratorium (einen sofortigen Stop von jeglichen weiteren Antennenbewilligungen). Dies zeigt, daß die Anlagen sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der Gemeinde unerwünscht sind.

handyboom

Wichtige ­Grundsätze

Das Gesetz von Petkau: „Eine kleine Dosis über lange Zeit ist schädlicher, als eine große Dosis über kurze Zeit.“ Dieses Gesetz macht die Grenzwert-Diskussion hinfällig. Es gibt keinen Grenzwert, der ein Null-Risiko gewährleisten würde.

Das Gesetz der Resonanz (Induktion): Schwingungen übertragen sich. Die gepulste Mobilfunkstrahlung überträgt sich auf alles Leben. Das bedeutet, daß der Mensch, Tiere (Haare, Nerven) aber auch Pflanzen (insbesondere Nadelbäume) selbst zu Mobilfunk Antennen werden. Die Mobilfunkstrahlung greift somit bis in die Erbsubstanz der gesamten belebten wie auch in die sogenannt unbelebte Natur ein.

Mobilkommunikation vs. Biokommunikation: Zellen sind in ständiger Kommunikation miteinander. Sie tauschen nonstop lebenswichtige Informationen mit feinsten elektromagnetischen Signalen aus. Wird ein biologisches System durch die künstliche Mikrowellenstrahlung beeinflußt, hat dies in jedem Fall negative Auswirkungen auf den lebendigen Organismus.

Qualität, Quantität: Natürliche Strahlung ist technisch erzeugter Strah­lung nicht gleich: Sonnenstrahlung bringt Leben hervor, Mikrowellenstrahlung zerstört Leben. Ohne die natürliche Strahlung können wir nicht überleben. Mikrowellenstrahlung überlagert diese natürliche Strahlung.

Fazit: Alle Bestrebungen sollten kurzfristig auf eine drastische Reduktion des Mobilfunks (sowohl durch eine Grenzwertsenkung als auch durch eine Reduktion der Antennenanzahl) und langfristig auf die Ablösung der Mikrowellentechnologie durch eine ungefährliche Technologie abzielen

Nehmen Sie Kontakt zum Standortgeber auf

In der Regel werden Standortgeber durch die Mobilfunkbetreiber nur einseitig und teilweise falsch informiert, um sie dazu zu bringen, ihre Liegenschaft für einen Sendemasten zur Verfügung zu stellen. Es gilt deshalb, diesen die Kehrseite der Medaille möglichst ungeschminkt aufzuzeigen.

Rufen Sie den Standortgeber an und bitten Sie ihn um ein Treffen. Wichtig: Nehmen Sie unbedingt ein bis zwei Zeugen zu einem solchen Treffen mit.

Zeigen Sie dem Standortgeber, was ihm blüht:

Er wird sich in der gesamten Nachbarschaft sehr unbeliebt machen und mit erheblichen juristischen Eingaben zu kämpfen haben.

presse mobilfunkEr wird für allfällige Schäden haften, die an Mensch und Umwelt entstehen, jedoch keine Haftpflichtversicherung abschließen können, welche Schäden und Forderungen (Krankheit, Arbeitsausfall, Lohnausfall, Wertminderungen an benachbarten Grundstücken usw.) deckt und deshalb selbst dafür aufkommen müssen. Allein schon diese Tatsache sollte ihm zu denken geben. Julius von Rotenhahn, Sprecher der deutschen Frankona-Rückversicherung, drückte es in aller Deutlichkeit aus: „Sollte die biologische Gefahr durch elektromagnetische Mobilfunkstrahlung nachgewiesen werden, wäre dies das größte Schadenspotential, das die Versicherungswirtschaft je zu bewältigen hatte.“ Mehrere Verfahren sind zu diesem Thema beim Europäischen Gerichtshof hängig. Auch in den USA und anderen Ländern gehen die Leute bis vor die obersten Gerichtsinstanzen. Es erfordert nur einen Präzedenzfall, um das ganze Kartenhaus zum Einstürzen zu bringen. Deshalb scheut die Industrie einen wissenschaftlichen Nachweis der Schädlichkeit wie der Teufel das Weihwasser.

Der Standortgeber wird mit Einnahme-Einbußen rechnen müssen. Entweder weil die Kunden sein Geschäft boykottieren oder weil Mieter ausziehen bzw. eine Mietzinsreduktion fordern werden. Ein Zitat des Münchner Rechtsanwalts Frank Sommer dazu: „Viele Menschen, die sich eine Antenne aufs Dach haben installieren lassen, fühlen sich von den Betreibern deshalb getäuscht, weil sie nicht damit gerechnet haben, daß ihre Umgebung derart negativ auf diese Standorte reagiert; das geht so weit, daß in den Geschäften der Vermieter von Funkanlagen nicht mehr eingekauft wird, daß in Banken Konten gekündigt werden und dergleichen mehr.“

Die Angehörigen des Standortgebers (bei Landwirten auch der Viehbestand) müssen durch die Strahlung mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst mit gesundheitlichen Problemen rechnen.

Oft geht man einen sehr einseitigen Vertrag mit den Mobilfunkbetreibern ein: Die Mobilfunkfirma kann jederzeit aus dem Vertrag aussteigen, Standortgeber hingegen sind über Jahre daran gebunden. Je nach Art des Vertrages ist es für einen Standortgeber leichter, wieder auszusteigen.

Als Firmen tragen Standortgeber Verantwortung für die Gesundheit der Angestellten. Aufgrund der zu erwartenden gesundheitlichen Auswirkungen (Konzentrationsstörungen, Gedächtnisverlust, erhöhte Krankheitsanfälligkeit der Angestellten usw.), ist es in ihrem eigenen Interesse, keine Antenne auf ihrem Gelände zuzulassen.

Sie sollten daher umgehend aus dem Vertrag aussteigen. Wie erwähnt, ist dies einfacher, solange die Antenne noch nicht steht und der Betreiber keine Verluste geltend machen kann.

Wenn all diese Argumente den Standortgeber nicht beeindrucken, können Sie in einem zweiten Schritt immer noch ‚ungemütlich‘ werden. Zum Beispiel mit einem Protestschreiben durch die Anwohner. Dabei ist es hilfreich, eine Vorlage zu verfassen, die dann in die Briefkästen verteilt wird oder im Rahmen einer Infoveranstaltung unterschrieben werden kann. Machen Sie darin den Standortgeber darauf aufmerksam, daß Sie, sollte er nicht aus dem Vertrag aussteigen, ab sofort ihr gesundheitliches Wohlbefinden regelmäßig von Fachpersonen prüfen und dokumentieren lassen werden, um ihm für allfällige Beeinträchtigungen, welche ab dem Betrieb der Anlage entstehen und in Zusammenhang mit der davon ausgehenden Strahlung gebracht werden können, die Arztrechnung zukommen zu lassen. Des weiteren würden Sie sich vorbehalten, Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Wenn der Standortgeber dennoch nicht einwilligt, aus dem Vertrag auszusteigen, versuchen Sie, ihn wenigstens dazu zu bringen, den Vertrag nach Ablauf nicht mehr zu erneuern.

Ohne Druck von seiten der Bevölkerung scheint im Moment nichts zu geschehen. Wagen Sie es deshalb, ein wenig ‚frech‘ zu sein, ohne an Sachlichkeit zu verlieren und versuchen Sie stets, einen Schritt voraus zu denken.
Dokumentieren Sie alle Maßnahmen. Dies ist wichtig, damit zu einem späteren Zeitpunkt alle, die jetzt nicht handeln, zur Rechenschaft gezogen werden können.

Protokollieren Sie neu auftretende gesundheitliche Störungen, wenn Sie sich längere Zeit in der Nähe von Antennen aufhalten müssen.
Fordern Sie von den Mobilfunkbetreibern unabhängige Studien an, welche die Unschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung belegen (Umkehr der Beweislast).

Die meisten Menschen unterschätzen noch das Ausmaß der schäden dieser Technologie. Auch wenn es einigen übertrieben scheinen mag, versuchen Sie, das Gefühl für die Tragweite dieser widernatürlichen Technologie (siehe auch Grundsätze unten) zu vermitteln.

„Die Mikrowellen des Mobilfunks mit Abermillionen von Handys und den Funkwellen der Basisstationen sind der größte und uneinschätzbarste physikalische Eingriff in die natürliche Umwelt seit Menschengedenken (…) Es liegt eine uneinschätzbare Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlage vor.“ (Aus dem Buch Gesundheitsrisiko Elektrosmog)

Beispiele, die Mut machen

Dank vielen aufmerksamen Bürgern und Bürgerinnen konnten schon unzählige geplante Antennen verhindert werden. Die folgenden Beispiele zeigen, daß auch bei bestehenden Antennen durchaus Chancen bestehen.

Schwarzenburg/Schweiz: Es handelte sich dabei zwar um einen Kurzwellensender, die Menschen wurden jedoch bei Feldstärken krank, die mit dem Mobilfunk vergleichbar sind. Als eine Petition an den damaligen Bundesrat Adolf Ogi mit der Forderung nach einer Studie, welche die Mißstände aufzeigen würde, keinen Erfolg zeigte, bildete man den Verein Schwarzenburg ohne Kurzwellensender. Am 29.3.1998 wurde der Sender nach jahrelangen Kämpfen, vor allem durch Hans Ueli Jakob, stillgelegt.

Biel/Schweiz: Der Betreiber Orange gab vor, im Rahmen der Schweizer Landesausstellung Expo 02 eine provisorische Anlage zu erstellen, die keiner Bewilligung bedurfte, unter 5 Watt senden würde und nach drei Monaten abzubrechen wäre. Wie sich aber herausstellte, wurde die Antenne fix montiert und strahlte mit einer normalen Leistung von ca. 400 Watt pro Senderichtung. Die Baudirektion verfügte den Abbruch auf Ende Juli 2002. Ein gutes Beispiel, das zeigt, wie gemogelt wird und wie wichtig es ist, den Betreibern und den Behörden auf die Finger zu schauen.

Valladolid/Spanien: Als in einer Schule in Valladolid mehrere Fälle von Kinderkrebs in Zusammenhang mit den auf dem Schulhausdach montierten Mobilfunkantennen gebracht wurden, mußte die Schule auf Druck der Bevölkerung geschlossen werden. In Spanien breitete sich der Protest derart aus, daß bis Ende 2000 für rund 5’000 Anlagen Stillegungsverfügungen erlassen wurden und über 2’000 Sendemasten stillgelegt werden mußten.

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Ihnen weitere Fälle bekannt sind, bei welchen Antennen auf Druck der Bevölkerung abgebrochen werden mußten!

Beginnen ist alles!

Das Wichtigste ist, einfach zu beginnen. Der Einsatz für eine gute Sache beflügelt und man kommt plötzlich in Kontakt mit interessanten Menschen und neuen Themenfeldern. Versuchen Sie trotz des leidigen Themas Spaß an der Sache zu haben. Experimentieren Sie und probieren Sie verschiedene Wege aus. Es bedarf der Zeit und Muße, sich in die recht komplexe Thematik einzuarbeiten. Doch bleiben Sie dran. Es erfordert Ausdauer, doch steter Tropfen höhlt den Stein.

Sehen Sie Ihren Sieg voraus und beanspruchen Sie ihn für sich!
Eine Welt, in der viele Dinge nicht mehr in Göttlicher Ordnung sind, braucht Pioniere, die sich selbstlos für die Gesundheit von Mensch und Natur einsetzen. Wenn Sie mit dieser Motivation für eine gute Sache kämpfen, wird der Sieg in jedem Fall Ihrer sein. The World Foundation for Natural Science bietet Ihnen gerne Unterstützung an!

— Ende des Artikelauszugs —
Gruß an die Schöpfung
TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 8


Gott und Troll in einer Gestalt

Von Tor Åge Bringsværd

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Es ist Herbst geworden. Draußen an der Küste, zwischen Schären und Strandfelsen, dort wo König Raudung sein Reich hat, sind zwei Brüder zum Fischfang aufs offene Meer gefahren. Es sind Agnar und Gerod, die Söhne des Königs. Der ältere ist zehn, der jüngere acht Jahre alt.
Eine starke Strömung hat sie weit hinaus vor den Fjord getragen. Nun kommt auch noch ein starker Wind auf. Es herrscht ein starker Seegang und der Regen peitscht ihnen ins Gesicht.
Sie rudern aus Leibeskräften, aber es hilft ihnen nichts; Gegen Wind und Wetter kommen sie nicht auf , und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich auf den Boden ihres Bootes zu kauern, eng aneinandergeschmiegt, und darauf zu hoffen, dass der Sturm sich legt. Die Nacht bricht über sie herein wie ein Riesenvogel mit dunklen, nassen Schwingen.
Aber sie haben Glück im Unglück. Das Boot kentert nicht, und als sie am Morgen erwachen, ist der Wind umgeschlagen und hat sie in eine kleine Bucht getrieben. Noch dämmert es, doch das Unwetter hat sich verzogen. Agnar und Gerod waten an Land. Sie wissen nicht, wo sie gestrandet sind, aber in der Ferne sehen sie in einem kleinen Haus ein Licht. Dorthin wenden sie sich, durchnässt und zerzaust wie zwei halb ertrunkene Katzen. Ein armer Kleinbauer wohnt mit seiner Frau in der Kate. Das alte Ehepaar nimmt die beiden Jungen freundlich auf. „So bald werdet ihr wohl nicht heimfahren können“, sagen sie, „denn unsere Insel liegt weit draußen vor der Küste, viel weiter, als ihr denkt. Und bei diesem Wetter ist es nicht ratsam, eine so weite Strecke zu rudern. Der Herbststurm, den ihr erlebt habt, wird nicht der letzte bleiben. Bald wird es Winter, und dann erstarrt die Welt in Schnee und Eis. Nein, es ist besser, wenn ihr hier bleibt, bis der Frühling kommt.“
Und so ist es geschehen. Der Bauer und seine Frau haben sich herzlich gut um die beiden Königssöhne gekümmert. Auf diese Weise hatte jeder von ihnen einen Zögling: die Frau sorgte vor allem für Agnar, und Gerod hielt sich an den Alten, wenn er etwas brauchte oder Rat suchte. Die beiden Jungen mussten freilich im Haus und Hof mithelfen, draußen und drinnen, von früh bis spät. Oft waren sie am Abend so müde, dass sie am Tisch einschliefen. Trotzdem gefiel es ihnen auf der Insel. Jeden Tag gab es etwas Neues zu lernen. Es ging ihnen so gut, dass sie gar kein Heimweh spürten.
Auf diese Weise verging der Herbst und auch der lange, strenge Winter. Als aber endlich die Eiszapfen am Dachfirst schmolzen, da führte sie der Bauer hinunter zum Strand. Dort lag ein Boot und wartete auf sie. Es war größer und schöner als die alte Schaluppe, die der Bauer täglich brauchte, und viel besser als der alte, undichte Prahm, auf dem sie so weit hinausgerudert waren. Außen war es frisch gemalt und innen tüchtig geteert. Auch die Segel waren schon gesetzt und blähten sich fröhlich im Wind.
Da stehen die beiden nun und wundern sich. „Nur zu“, sagt der gastfreie Bauer. „Es ist alles bereit. Ihr könnt einsteigen. Wir haben frisches Wasser an Bord gebracht und soviel Wegzehrung, wie ihr für eure Reise braucht.“ Auch die alte Frau kommt herbeigehumpelt. Alle umarmen einander und nehmen Abschied.
Der Bauer flüstert zum Schluss seinem Liebling Gerod noch etwas ins Ohr. „Dieses Fahrzeug ist etwas Besonderes“, sagt er. „Kein anderes Boot kommt ihm gleich, denn ich habe es so gebaut, dass es dir wie ein Hund gehorcht und dich dorthin bringt, wo du willst. Es kennt deine Stimme und folgt dir aufs Wort. Es hört auf keinen andern als dich, mag er noch so laut rufen. Du allein kannst es steuern!“
Die beiden Königskinder legen ab. Agnar fragt seinen Bruder: „Aber wo in aller Welt ist denn das Ruder?“ – „Hier braucht es keine Pinne“, antwortet Gerod lachend, „und auch um das Segel brauchen wir uns nicht zu kümmern. Bring uns nach Hause“, ruft er und schlägt mit der Faust an den Mast.
Sogleich erhebt sich ein Windstoß und füllt das rotbraune Tuch, so dass die schwarzen Runenzeichen, die es trägt, erbeben. Das Boot flitzt davon, es tanzt über die Wellen, und die Insel verschwindet hinter ihnen in der Ferne. „Bring uns nach Hause“ Agnar kann es gar nicht fassen, dass das Boot gehorcht, und sein Bruder schüttet sich aus vor Lachen.

 

Die beiden Alten stehen immer noch am Ufer und winken, so lange, bis von dem Segel nur noch ein roter Punkt zu sehen ist. Dann wendet der Bauer sich seiner Frau zu, und auf einmal ist es, als fielen die Jahre von den beiden ab. Sie richten sich auf und wischen sich die Runzeln vom Gesicht. Aus dem Greis wird ein Mann im besten Alter, und auch die Frau sieht nun viel jünger aus.
„Es wird Zeit, dass auch wir nach Hause fahren“, sagt er und sie nickt. Der Bauer steckt zwei Finger in den Mund und pfeift. Sogleich ist hoch über den Wolken ein Wiehern zu hören, und im Galopp erscheint ein riesiger Hengst mit acht starken Beinen in der Luft. Dröhnend schlagen seine Hufe auf dem Hofplatz auf, und das Pferd hält vor den beiden inne. Der Bauer und seine Frau reißen sich ihre Lumpen vom Leib, und aus den Satteltaschen ziehen sie prächtige Gewänder hervor. Nun sind sie endlich wieder sie selber: Odin und Frigga, der König und die Königin der Asen.
Sie steigen auf den Rücken Sleipnirs, der sie über Land und See, über tiefe Wälder und hohe Berge davonträgt, nach Hause: Pfeilschnell bringt er sie über die schimmernde Regenbogenbrücke nach Asgard, in die große Götterburg im Zentrum der Welt.
Es geschah nicht zum ersten Mal, dass Odin und Frigga Menschengestalt angenommen haben. Odin ist immer ein Wanderer gewesen, und in letzter Zeit hat auch Frigga Lust gehabt, ihn auf seinen Streifzügen zu begleiten. Sie weiß, dass der Götterkönig sich danach sehnt, die Menschen zu verstehen. Er möchte wissen, was sie denken, glauben und meinen. Er will begreifen, wovor sie sich fürchten und worüber sie sich freuen. Wohl weiß er, dass ihr Leben nicht lange währt, dass es so kurz ist, dass sie beinahe mit dem Sterben anfangen, noch bevor sie gelernt haben, zu laufen und zu sprechen; aber dennoch kommt es ihm so vor, als gebe es keine anderen Geschöpfe auf der Welt, die so rätselhaft sind und so viele Widersprüche in sich tragen wie die Menschen. Einmal benehmen sie sich fast wie die Asen und dann gleichen sie wieder den Trollen. „Verstehe sie, wer kann“, sagt Odin oft. „Wie ist das nur möglich, dass es Wesen gibt, die zugleich Trolle und Götter sind, in ein und derselben Gestalt?“ Dann schüttelt er den Kopf und wundert sich.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, reist er immer öfter nach Mitgard und es freut ihn, dass Frigga neuerdings gerne mitkommt. Dass die andern Asen sich über die Ausflüge der beiden lustig machen, merkt Odin nicht. „Frigga ist eifersüchtig auf die Menschentöchter“, flüstert einer dem andern zu. „Deswegen will sie Odin nicht aus den Augen lassen. Seine Abenteuer sind ihr nicht verborgen geblieben. Sicher glaubt sie nicht, dass es nötig ist, mit den Menschenkindern ins Bett zu gehen, nur um sie zu verstehen.“
Daran ist etwas Wahres, denn Frigga hat sich allerlei Gedanken gemacht über die Reiselust ihres Mannes. Aber nachdem sie ein paar dieser heimlichen Wanderungen und Maskeraden mitgemacht hat, muss sie sich eingestehen, dass ihr solche Abenteuer gefallen. Nicht nur, weil sie dabei manches Neue erfährt, sondern auch weil Odin und sie, als Fischer und Bauern verkleidet, zu einem neuen Einvernehmen gekommen sind; ja, sie sind sich vielleicht näher denn je zuvor.

 

Das verrät sie manchmal ihren Mägden, wenn sie im Bad sitzt und sich von ihnen am ganzen Leib waschen und bürsten lässt. Es sind drei, die sie bedienen: Fulla mit ihrem Goldreif um die Stirn und Haaren, die ihr bis ins Kreuz fallen; Hlin, die Friggas Schützlingen unter den Menschen beisteht; und Gnau, die immer, wenn es eilt, als Botin bereitsteht, denn als Reiterin stellt sie die meisten Männer in den Schatten, und ihr Pferd holt so leicht keiner ein.
Jetzt reibt Fulla die Füße ihrer Herrin mit dem Bimsstein ab. „Und jedes Mal wählt ihr eine neue Verkleidung, wenn ihr auf Reisen geht?“ fragt sie. „Wo denkst du hin!“ antwortet Frigga. Sie lacht – einmal, weil es sie kitzelt, aber auch, weil ihr eines dieser Abenteuer einfällt. „Damals zu Beispiel, im Süden…“ – „Erzähle!“ bitten die Mädchen, und sie fängt an: „Wir sind in ein Land gekommen, in dem Krieg herrschte. Zwei Völker lagen miteinander in Fehde, die Vandalen und die Vinilen. Wir hatten uns nicht vermummt, und so erkannten uns die Menschen gleich. Die Vandalen wandten sich an Odin und baten ihn um Hilfe. Aber er antwortete ihnen, siegreich würden die sein, die er morgens bei Sonnenaufgang als erste erblickte.“ Die Mädchen nicken. „Ja“, sagen sie, „Odin ist der Gott des Sieges. Er allein kann bestimmen, wer gewinnt und wer verliert.“ – „Aber zu mir sind sie auch gekommen“, erwidert Frigga. „Es war Gambara, die Mutter der beiden Vinilen – Häuptlinge. Sie kam in der Nacht, während Odin schlief. Sie hat mir vertraut. Warum hätte ich sie enttäuschen sollen? Ich gab ihr einen Rat, der nicht so schlecht war. Morgen früh, so sagte ich ihr, müsst ihr euer Haar lösen, alle Frauen der Vinilen. Dann bindet ihr es unter dem Kinn zusammen, so dass es aussieht, als trügt ihr einen Bart. Dann stellt ihr euch in Reih und Glied vor dem Haus auf, an der Seite, wo die Sonne aufgeht. Dort, wo Odin schläft, gibt es einen Fensterspalt. Sobald es hell wird, wird er hinausschauen und euch sehen.“ – „Und haben sie deinen Rat befolgt?“ wollten die Mädchen wissen.
Frigga lächelt. „Als Odin die Augen aufschlug, erblickte er draußen eine sonderbare Schar. Was sind das wohl für Langbärte, rief er, es sieht ganz so aus, als hätten sie ihre Greise in den Kampf geschickt. Mit grabeseiserner Miene stehen sie da, und manchen reicht der Bart bis auf die Knie.“ – „Hat Odin sich an sein Wort gehalten?“ wollen die Mägde wissen.
„Was blieb ihm anderes übrig? Ich habe ihn an sein Versprechen erinnert, und so musste er wohl oder übel die Vinilen siegen lassen. Von diesem Tag an gaben sie sich einen neuen Namen. Seitdem heißen sie Langobarden, und das heißt: die mit den langen Bärten.“ Frigga lacht und spritzt ihr Badewasser auf die Mägde.

 

Aber was ist unterdessen aus den beiden Seefahrern geworden? Ihr Boot bringt sie sicher nach Hause an König Raudungs Hof. Am Bootssteg springt Gerod als erster an Land. Aber statt anzulegen, schiebt er das Boot, in dem sein Bruder Agnar zurückgeblieben ist, wieder hinaus aufs Wasser. „Was fällt dir ein?“ ruft Agnar, aber der Bruder lacht ihm ins Gesicht und sagt: „Fahr wohin du willst! Meinetwegen sollst du bei den Trollen landen!“ Sogleich gehorcht ihm das Boot und sticht in See, so rasch, dass es vor dem Bug nur so schäumt. Agnar jammert und weint, aber es hilft ihm nichts, er wird davongetragen: Gerod aber steigt ganz allein zum Königshof empor. Dort wird er mit großen Ehren empfangen, denn Raudung, sein Vater, ist gestorben, und nun tritt Gerod seine Nachfolge an.
Odin und Frigga ahnen nichts von alledem. Sie haben ganz andere Dinge im Kopf, denn an diesem Abend soll in Asgard wieder einmal ein großes Fest gefeiert werden. Auf der großen Wiese sind Tische und Bänke aufgestellt, und die Asen sitzen im Schatten der großen Weltesche Yggdrasil. Durch das immergrüne Laub können sie die ersten Sterne funkeln sehen.
Alle sind froh, dass Frigga und Odin wieder nach Hause gekommen sind. Die beiden Raben Hugin und Munin haben sich auf den Schultern des Götterkönigs niedergelassen und reiben ihre Schnäbel an seinen Wangen. Zu seinen Füßen liegen die beiden Wölfe und wedeln wie zahme Hunde mit dem Schwanz. Aber am meisten freut sich Thor über die Rückkehr. Denn jedes Mal, wenn der Häuptling nicht zur Stelle ist, trägt er in Asgard die Verantwortung, und das ist ihm eine wahre Last. Nun kann er endlich wieder am Morgen ausschlafen und so viel Met trinken, wie er will.
Das Fest dauert die ganze Nacht. Die meisten Asen sind schon satt und zufrieden eingeschlafen und liegen unter dem Tisch. Andere tanzen und spielen noch, bis sie so müde geworden sind, dass sie kaum mehr wissen, wie sie heißen und wo sie sind.
Nur Odin behält einen klaren Kopf. Er will den Sonnenaufgang erwarten, und Heimdall, der Gott mit den goldenen Zähnen, soll ihn begleiten. Sie steigen auf den Himmelsberg, wo Heimdall seinen Wachtturm hat. Von dort aus hält er Tag und Nacht Ausschau, damit kein Feind sich unbemerkt an Asgard heranschleichen kann. Kein Troll soll unbemerkt über die Mauern der Götterburg klettern.
Heimdall hat immer eine Lure bei sich. Dieses gewaltige Horn setzt er an den Mund, wenn Gefahr droht. Sein dröhnender Ruf wäre über die ganze Welt zu hören, wenn er sein Alarmsignal bliese. „Eines Tages wird es soweit sein“, sagt Odin leise. Heimdall sieht ihn zweifelnd an. „Das sagst du so oft, dass ich dir bald glauben muss“, antwortet er, „aber mir gefällt dieser Gedanke ganz und gar nicht.“ Die beiden Götter sitzen beieinander und schweigen. Der Sonnenwagen rollt hoch über den Horizont.
Auf dem Heimweg hört Odin, wie hinter den Sträuchern und Bäumen jemand kichert und lacht. Es ist Frühling geworden, und überall regt sich ein neues Leben. Hie und da sieht er, wie sich hinter den grünen Zweigen, eine bloße Brust oder ein nackter Schenkel regt. Dort im Gebüsch blitzt ein heller Hintern auf. Er weiß dass es Freia ist, die Liebesgöttin, die hinter ihm her ist. Dauernd hört er ihre Katzen zischen und miauen. Aber Odin hat keine Lust, sich mit ihr einzulassen. Er wendet ihr sein blindes Auge zu und macht sich aus dem Staub. Vielleicht wird sie das kränken, aber er glaubt ihr keine Rechenschaft schuldig zu sein. Es ist zu spät für solche Spielchen, und das, was einmal war, ist nun Vergangenheit. Er hat nichts mehr übrig für durchsichtige Schleier und reizende Blumenkränze. Er hat ganz andere Dinge im Sinn. Zu Hause erwartet ihn Frigga. Er bettet sein Haupt in ihren Schoß und streicht ihr übers Haar. Nach so vielen unsicheren Jahren haben die beiden wieder zueinander gefunden.

 

Um die Mittagszeit sieht Odin in Walhall nach dem Rechten. Hier sind seine Untoten dabei, für künftige Kämpfe zu üben. Den ganzen Tag lang gibt es dort ein Hauen und Stechen, das kein Ende nimmt. Abends, wenn Andrimne, der Koch, sie zum Essen ruft, stehen die Gefallenen wieder heil und unversehrt auf. Odin schaut den Kriegern bei ihrem Treiben gerne zu. Er braucht sie, denn in Zukunft muss er auf alles gefasst sein. Es fällt ihm schwer, sich auf andere zu verlassen. Er selber muss sich um alles kümmern; sonst geht es in Asgard bald drunter und drüber. Was soll aus seinem Heer werden, wenn er kein Auge darauf hat? Doch er merkt auch, dass er nicht mehr der Jüngste ist. Oft wird er jetzt schon am Nachmittag müde. Es gilbt so viele Aufgaben, die ihn erwarten, und nicht einmal er kann überall zur gleichen Zeit zur Stelle sein.
Deshalb hat er in letzter Zeit Tyr und Thors Stiefsohn Ull damit beauftragt, das Waffenspiel der Untoten zu leiten, wenn er nicht da ist. Mutiger als Tyr, der seine Hand aufs Spiel setzte, um den Fenriswolf zu fesseln, ist keiner unter den Asen, und einen besseren Bogenschützen als Ull findet so leicht niemand auf der Welt. Tyr ist der große Heerführer, um den sich alle scharen, und wenn es um den Kampf Mann gegen Mann geht, weiß Ull mehr Kniffe und Tricks als irgendein anderer.
Anfangs fanden die beiden Asen wenig Geschmack an der Aufgabe, mit der Odin sie betraut hat. Doch mit der Zeit haben sie Blut geleckt, und jetzt gehen sie jeden Tag gerne auf den Kampfplatz. Ull ist nicht nur ein erfahrener Ringer und Faustkämpfer, er versteht sich auch auf andere Künste. Den ganzen Winter hindurch hat er den Untoten beigebracht, wie man sich auf Skiern bewegt, und nun wissen sie, wie man auf dem Schild in Schussfahrt einen steilen Hang hinabrast. Odin ist sehr zufrieden mit seinen Männern, die ihn mit lauten Zurufen feiern.

 

Thor sitzt unterdessen in seinem Wagen und lässt die Beine baumeln, während seine Böcke ruhig auf der Wiese grasen. „Hör mal, Vater“, sagt er, als Odin vorbeikommt, „was hast du dir nur dabei gedacht, als du mich zu deinem Stellvertreter gemacht hast? Dazu tauge ich doch am allerwenigsten! Das nächste Mal solltest du einen anderen unter deinen Söhnen aussuchen. Warum fragst du nicht Baldur? Er ist redegewandt und weiß immer, was er sagen soll, während ich jedes Wort dreimal im Mund herumdrehe, bevor ich es über die Lippen bringe. Du weißt doch, ich bin auffahrend und hitzig. Er ist mild und verständig. Jeden Streit renkt er wieder ein. Unfrieden und Zank weiß er zu vermeiden, und unter uns allen ist er gewiss der Gerechteste.“
Odin hört ihm lächelnd zu. „Du hast recht“, sagt er, „über Baldur kann man nur Gutes sagen. Aber du weißt auch, dass sich die Menschen immer an dich wenden, wenn sie Hilfe brauchen.“ – „Du, immer mit deinen Menschen!“ ruft der Donnergott und rauft sich die Haare. „Ich weiß nicht, was du mit denen hast. Nicht, dass du meinst, ich hätte etwas gegen sie, aber kannst du nicht zu Abwechslung einmal an etwas anderes denken? Sind sie denn wirklich so wichtig?“ – „Ja“, antwortet Odin mit ernster Miene und damit will er sich auf den Weg machen. Doch nun kommt Loki angerannt und ruft: „Warte doch auf mich, Milchbruder!“ Aber Odin geht ungerührt weiter. „Warum hast du nie Zeit für mich?“ jammert Loki, „wie lange ist es her, dass wir das letzte Mal miteinander auf Fischfang gingen?“ Odin tut so, als hätte er ihn nicht gehört, und lässt ihn stehen.

 

Viele Stunden verbringt er auf seinem Häuptlingssitz. Von dort kann er über die blauen Berge sehen. Nicht der kleinste Ort entgeht seinem Blick. Jede Grotte und jede Schneehöhle in Utgard und in Jotunheim, wo die Trolle umherschleichen, kann er unterscheiden. Sein Auge reicht bis zum großen, Gischt sprühenden Weltmeer, wo die Mitgardschlange sich träge um die ganze Erde ringelt, sich in den Schwanz beißt und lauert und lauert.
Aber am liebsten schaut er dem Treiben der Menschen zu. Nie wird er müde, die grünen Wiesen von Mitgard zu betrachten, die gelben Kornfelder und die emsigen Fischerdörfer. Er weiß sehr wohl, dass viele Menschen keinen klaren Begriff vom Leben und vom Tod haben. Meistens glauben sie, dass es große und geheimnisvolle Mächte sind, die ihr Schicksal lenken – manche, die hilfreich sind, und andere, die alles zerstören wollen. Und wo sind die Mächte zu finden? Wo lassen sich ihre Absichten entziffern? In Sonne und Wind, Donner und Feuer, Stein und Holz, im Rauschen der Wasserfälle und in den Tiefen der Gebirge. Oft schneiden sie Zeichen in Baumstämme oder ritzen sie in die Felsen ein. Das häufigste dieser Bilder ist das Rad, ein Zeichen für die Sonne. Nichts ist mächtiger als die Sonne, hört Odin sie flüstern. Ohne die Sonne kann es kein Leben geben. Der Götterkönig lächelt über das, was die Menschen glauben.
Viele tragen zum Beispiel einen kleinen silbernen Hammer um den Hals, als Schutz vor Gefahren. Damit wollen sie den Donnergott beschwören, vor dem sich alle unheimlichen Mächte, die Trolle und die Unterirdischen, fürchten. Andere suchen Beistand bei den anderen Asen. Der Bauer wendet sich an Frei, der Fischer und der Jäger an Njord, und wer sich nach Liebe sehnt, ruft Freia an. Alle halten sich an den Gott, der ihnen am besten helfen kann. Auch Holzfiguren schnitzen die Menschen, die sie an heiligen Orten unter offenem Himmel aufstellen. Dort schlachten sie Schafe und Ziegen und opfern sie. so dass ihr Blut über die Standbilder fließt. Ein Teil des Fleisches wird auf hohen Säulen den Göttern dargebracht; was übrigbleibt, essen die Leute, die am Opferfest teilnehmen. Dabei fehlt es nie an Met und Bier. Der erste Trinkspruch gilt immer Odin. Der Götterkönig auf seinem Thron sieht das alles und lächelt.
Aber an manchen Orten werden nicht nur Schafe und Lämmer geschlachtet. Odin sieht wie da und dort auch Hunde und Pferde mit Schlingen erwürgt werden. Es gibt Lichtungen und Haine, die nach Tod und Verderben stinken. Dort baumeln tote Menschen an den Ästen. Er sieht leibeigene Frauen, die vergewaltigt und erwürgt werden. Unglückliche, die ihren Herren auf die Scheiterhaufen folgen müssen, oder bei lebendigem Leibe von großen, brennenden Schiffen aus ins Meer geworfen werden. Das alles geschieht im Namen der Asen, und Odin auf seinem Hochsitz muss es mit ansehen. Immer öfter nimmt auch Frigga neben ihm Platz und schaut zu. Die Asen wundern sich. Hat Odin nicht allen verboten, auf dem Thron zu sitzen? Nur mit Frigga macht er eine Ausnahme.

 

Ron

Loki will sich nicht geschlagen geben. Er will unbedingt, dass Odin mit ihm fischen geht. Jeden Morgen steht er vor dem Spalt der Bettkammer, in der Odin ruht. und führt einen Tanz mit der Angelrute auf seiner Nase auf. Eines Tages sind es sogar zwei Ruten, die da draußen zappeln. Loki hat den armen Huhne mitgebracht, der immer so schüchtern ist, dass er kaum ein Wort über die Lippen bringt. Weil er so vorsichtig ist, halten ihn viele für einen Angsthasen. Doch Odin hat ihn immer gern gehabt. „Also gut, meinetwegen“, ruft er den beiden zu. „Hört auf zu drängeln. Ich komme mit.“
„Endlich“, freut Loki sich. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die drei Asen etwas gemeinsam unternehmen. Viele Abenteuer haben sie früher miteinander geteilt. Schon haben sie die Regenbrücke hinter sich und durchwandern Mitgard. Der reißende Fluss dem sie folgen, windet sich durch eine hügelige Landschaft. Plötzlich erblicken sie einen Otter, der am Ufer sitzt, mit einem großen Lachs in den Fängen, den er gerade verschlingen will. Er hat in seiner Vorfreude auf den guten Bissen die Augen geschlossen. Da schleicht Loki sich an ihn heran und erlegt in mit einem Steinwurf. „Zwei auf einen Schlag“, prahlt er, nimmt die doppelte Beute mit, und sie wandern weiter.
Gegen Abend erreichen sie einen kleinen Bauernhof. Der Hausherr heißt Reidmar und versteht sich auf allerlei Zauberkünste. Die Asen bitten ihn um ein Nachtlager. „Wir haben genug zu essen mitgebracht“, sagen sie und zeigen ihre Beute her. Als der Bauer aber den Otter sieht, erbleicht er. Seinen Söhnen ruft er zu. „Dort liegt euer Bruder, der Otter! Und diese drei sind es, die ihn umgebracht haben.“ Ehe sie sich´s versehen, liegen die Asen gefesselt am Boden. „Wie kann das sein,“ fragt Loki, „dass euer Sohn ein Otter ist?“ – „Oh“, antwortet Reidmar, „hier im Haus verwandelt sich jeder, der Lust hat, in ein Tier. Was soll ich nur mit euch anfangen. Am einfachsten wäre es, ich schnitte euch die Kehle durch.“
Die Asen sehen ein, dass der Mann gefährlich ist. Zwar wäre es ihnen ein leichtes, ihn außer Gefecht zu setzen: Doch Odins Wille ist es, dass die Asen, wenn sie nach Mitgard gehen, auf ihre Macht verzichten und sich wie gewöhnliche Sterbliche verhalten sollen. Also schweigt Odin und harrt der Dinge, die da kommen werden. Huhne summt verängstigt vor sich hin. Nur Loki findet sich nicht so leicht damit ab, dass ein Bauer ihm droht. Er versucht es mit einer List. „Aber mein Lieber“, sagt er, „wir werden uns doch wohl handelseinig werden? Sag mir, was du als Wehrgeld verlangst, und ich will zahlen.“ – „So viel Gold habt ihr nicht, um mich zu versöhnen“, schnaubt Reidmar. „Sag das nicht“, lächelt Loki, denn nun weiß er, dass der Köder sitzt. „Über den Preis werden wir uns schon einigen können.“ – „Versprecht ihr, uns soviel Gold zu geben, wie wir verlangen?“ fragt der Bauer. „Das schwören wir“, antworten die drei Asen.
Die beiden Söhne binden sie los. Nun wird dem Otter das Fell abgezogen, und Reidmar hält es in die Höhe. „Hier, diese Haut sollt ihr mit dem rötesten Gold füllen“, sagt er. „Und dann sollt ihr sie von außen vergolden, bis kein Schnurrhaar mehr zu sehen ist.“ Die Asen finden den Preis recht hoch, doch versprochen ist versprochen, und so machen sie sich bereit zum Aufbruch. Aber die beiden Söhne versperren ihnen den Weg. „So haben wir nicht gewettet“, ruft der Bauer. „Ihr seid nicht die ersten, die versucht haben mich hereinzulegen. Zwei von euch will ich hierbehalten, bis der dritte mir das Gold gebracht hat.“ Die Asen beschließen, dass Loki gehen soll, er hat sich den Plan schließlich ausgedacht.
„Du weißt wohl, wie es deinen Freunden hier ergehen wird, wenn du nicht wiederkommst“, mahnt ihn Reidmar, und damit alle verstehen, wie er es meint, fährt er sich mit der flachen Hand über die Kehle.
Loki schreitet weit nach Osten aus. Er sucht den Meerestroll Ägir auf, der schon immer ein Freund der Asen war. Odin hat mit einer seiner Töchter ein Kind gezeugt, und das große Fest, das er den Asen gegeben hat, ist noch in bester Erinnerung. Nur mit Ägirs Frau Ron ist nicht gut Kirschen essen. Sie hat ja dieses große Netz, mit dem sie nicht nur Hummer und Fische fängt, sondern auch Seeleute und sogar ganze Schiffe! Nun bittet Loki sie, ihm dieses berühmte Netz zu leihen. Als sie das hört, schaut sie mit ihren kalten Dorschaugen mürrisch drein. Erst als Loki ihr versichert, dass es Odin ist, der das Netz braucht, wagt sie es nicht länger, ihm seine Bitte abzuschlagen.
Loki weiß, dass es einen Wasserfall gibt, in dem ein ungeheuer reicher Zwerg haust. Dieser Gnom heißt Andware und plätschert am liebsten in der Gestalt eines Hechts unter dem Wasserfall herum. Dort wirft Loki sein Netz aus, und wahrhaftig, bald hat er den mächtigen Fisch gefangen. „Zeige deine wahre Gestalt!“ ruft er, und sogleich verwandelt der Hecht sich in einen runzeligen Knirps mit Warzen auf der Nase und Haaren in den Ohren. Er zappelt hilflos in den Maschen und schnappt nach Luft. „Wenn dir dein Leben lieb ist, dann gib mir augenblicklich dein ganzes Gold heraus, das du im Berg versteckt hast“, Der Zwerg begreift, dass ihm keine andere Wahl bleibt.
Der Weg in seine Höhle ist eng und dunkel, und Loki kommt nur gebückt voran. Endlich aber langen sie in einer hohen Grotte an, in der es wie tausend Sterne glitzert. Andware fängt an, das Gold in einen großen Sack zu stopfen. Aber Loki hat ein wachsames Auge auf ihn und er bemerkt, dass der Zwerg versucht, einen kleinen Ring auf die Seite zu bringen. „Nichts da!“ ruft er. „Alles kommt mit!“ – „Lass mir wenigstens diesen Ring“, fleht der Zwerg, aber Loki bleibt hart, und so wandert auch der Ring in den Sack.
Als sie wieder ans Tageslicht treten, hält es Andware nicht länger, und er bricht in Klagen aus. „Wie soll ich nur ohne meinen Ring weiterleben“, jammert er. „Stell dich nicht so an! Er wiegt doch kaum ein halbes Lot“, sagt Loki. „Aber ich brauche nur an ihm zu drehen und einen Spruch aufzusagen, dann schafft er mir Gold herbei, soviel ich will. Mehr als du mir abgenommen hast!“ Der Zwerg schüttelt seine Faust und schwört: „Niemandem will ich meinen Zauberspruch verraten! Und ein Fluch soll über jeden kommen, der sich an dem Gold bereichert, das du mir geraubt hast. Tod und Verderben dem, der meinen Ring an den Finger steckt!“ Das kleine Gesicht ist rot vor Wut, doch Loki zuckt nur die Schultern und lacht ihn aus. „Mir soll es recht sein“, wirft er ein. „Ich richte es gern dem aus, bei dem die Beute landet. Ich selber brauche dein Gerümpel nicht, das kannst du mir glauben.“
Mit diesen Worten dreht er sich um und macht sich auf den Rückweg. Es geschieht dem wilden Bauern ganz recht, denkt er, wenn der Fluch des Zwerges über Reidmar kommt.
Als er aber das ganze Gold vor dem Geiselnehmer ausschüttet, nutzt Odin die Gelegenheit, den kleinen Ring zu stibitzen. Loki merkt es wohl, aber er sagt kein Wort. Nun fangen Reidmar und seine Söhne an, das Otterfell zu füllen, bis es ganz mit dem kostbaren Metall ausgestopft, aufrecht stehen kann. Es gilt, soviel Gold aufzuhäufen bis das ganze Tier bis zum Schädel darin verschwindet. Als es soweit ist, bleibt kein einziger Klumpen Gold übrig. Der Sack ist leer. Doch Reidmar ist immer noch nicht zufrieden. Er deutet auf ein winziges Schnurrhaar, der aus dem großen Haufen hervorguckt, und verlangt, dass die Asen es mit Gold bedecken. Odin zögert eine Weile, weil er den Ring am liebsten behalten hätte, aber am Ende weiß er keinen anderen Rat, als ihn herauszurücken.
Nun ist von dem Fell des Otters nichts mehr zu sehen. Die Asen haben ihr Versprechen gehalten. Aber bevor sie das Haus verlassen, wiederholt Loki den Fluch, mit dem der Zwerg seinen Schatz auf die Reise geschickt hat. „Tod und Verderben dem, der sich meinen Ring an den Finger steckt!“ Doch der Bauer und seine Söhne sind zu sehr damit beschäftigt, in ihrem Gold zu wühlen, als dass sie auf ihn gehört hätten.
Auf dem Heimweg macht Odin sich seine Gedanken über das, was in Reidmars Haus vorgefallen ist. Wenn ich nun den kleinen Ring behalten hätte, fragt er sich – was hätte Loki dazu gesagt? Vielleicht hätte er mir verschwiegen, wie gefährlich dieser Ring ist. Oder tue ich Loki Unrecht mit meinem Verdacht? Schließlich war er es, der sie durch eine List befreit hat. Immer dieser Loki, denkt Odin – nie werde ich ganz klug aus ihm! Genau in diesem Moment begegnen sich ihre Blicke, und Loki bricht in ein herzliches Lachen aus, dem weder Odin noch Huhne widerstehen können. Niemand auf der Welt hat ein so ansteckendes Lachen wie Loki. Dagegen, denkt Odin, ist kein Kraut gewachsen.
Plötzlich hören die drei ein lautes Grunzen. Ein riesengroßes Schwein kommt auf sie zu gerannt. Seine Borsten glänzen und schimmern, und auf dem Rücken trägt es einen geharnischten Reiter. Es ist Frei!
„Thor hat mich ausgesandt“, ruft er. „Wir fingen an, uns Sorgen zu machen, wo ihr bleibt. Sitzt auf! Gullborste trägt uns leicht alle vier nach Hause. Ihr müsst euch nur an den Borsten festhalten!“ Odin, Huhne und Loki steigen auf den gewaltigen Eber, und der rennt los, dass ihnen die Ohren sausen.

 

Als Frigga hört, was ihnen zugestoßen ist, fragt sie Odin: „Musst du dir solche Unverschämtheiten gefallen lassen? Dieser Reidmar – warum hast du ihn mitsamt seinen Söhnen nicht einfach wie ein paar Mücken an die Wand geklatscht?“ Odin zuckt mit den Achseln. Er ist müde und möchte schlafen, aber Frigga will ihm in dieser Nacht auf den Zahn fühlen. „Bist du nicht der Allvater?“ sagt sie. „Bist du nicht Herr über alles, was geht, kriecht und fliegt?“
Odin fallen schon die Augen zu. Er wendet sich ab, doch Frigga gibt nicht auf. „Nimm dir ein Beispiel an Thor. Auch der hat gerade einen kleinen Ausflug nach Mitgard gemacht“, sagt sie. „Ja, aber nur um zu raufen, wie es seine Art ist.“ – „Nein, sondern weil ihn ein König um Hilfe gebeten hat“, sagt Frigga.
„Ein Meersestroll hat ihm die Tochter geraubt. Dieser Riese ist ein Ungeheuer mit acht Armen, und er kann vier Schwerter auf einmal schwingen.“ – „Ja, ich weiß. Thor hat ihn dann mit seinem Hammer erledigt“, murmelt Odin müde. „Aber lass mich endlich schlafen!“ – „Der wagt es wenigstens einzugreifen“, fährt Frigga fort. „Er lässt sich eben nicht alles gefallen.“ – „Ein alter Raufbold ist er“, seufzt Odin. „Und warum solltest du dir weniger Respekt verschaffen als dein Sohn?“ fragt Frigga.
„Weil ich mehr Verstand im Kopf habe“, antwortet ihr Mann. „Übrigens wärst du nicht so begeistert von seinen Abenteuern, wenn er dein eigener Sohn wäre. Dann hättest du sicher mehr Angst um ihn.“
Thors Mutter ist nämlich nicht Frigga, sondern Jord, von der man nicht recht weiß, ob sie zu den Asen oder zu den Trollen gehört. Davon will Frigga aber nichts wissen. Schon ist sie drauf und dran, ihrem Mann all die Seitensprünge und Liebschaften vorzuhalten, die er sich im Lauf der Zeit geleistet hat, aber dann schluckt sie ihren Ärger hinunter und schläft ein. Odin aber wälzt sich im Bett hin und her und grübelt. Sie tut mir Unrecht, denkt er, Schließlich habe ich mich oft genug in das Leben der Menschen eingemischt. Aber was hat es genützt? Vielleicht habe ich mehr Unheil als Nutzen gestiftet? Natürlich, es ist für unsereinen ein leichtes, mit ihnen fertig zu werden, den Tisch umzuschmeißen, und wie Thor die Muskeln spielen zu lassen. Aber das Richtige zu tun, die Lösung zu finden, das ist schwer… Er seufzt. Er zählt die Balken an der Decke. Wie oft hat er seine schützenden Hände über die Leute gehalten! Sogar seinen Speer hat er ihnen geliehen. Ihr liebeskrankes Jammern hat er geduldig mit angehört, und manchen toten Helden hat er aus Walhall noch ein letztes Mal nach Hause ziehen lassen, damit er von seiner weinenden Geliebten Abschied nehmen konnte. Aber hat er damit klug gehandelt?
Die Geschichte von König Rehre und seiner Frau fällt ihm ein. Die haben ihn und Freia um Hilfe angefleht, weil sie kinderlos waren. Odin hat damals eine seiner Walküren an den Königshof geschickt. Sie flog in Gestalt einer Krähe hin und ließ einen Zauberapfel in den Schoß des Königs fallen, als er niedergedrückt auf einem Hügel saß. Rehre gab den Apfel seiner Frau. Sie aß ihn und wurde schwanger. Aber es zeigte sich, dass das Kind ihren Leib nicht verlassen wollte. Sechs Jahre verstrichen, ohne dass sie gebären konnte. Unterdessen war König Rehre auf einem seiner Kriegszüge gefallen. Die lebensmüde Königin ließ sich am Ende den Bauch aufschlitzen, damit das Kind endlich das Licht der Welt erblicken sollte. Es war ein Sohn, wohlgestaltet und groß. Er konnte gerade noch seine Mutter zum Abschied küssen, bevor sie starb. Wälsung haben sie ihn genannt, und er wurde König im Land seines Vaters. Später heiratete er die Walküre, die Odin mit dem Apfel gesandt hatte, und mit ihr zeugte er eine Tochter und zehn Söhne. Odin seufzt und stöhnt, als er daran denkt. Warum muss das Gute, das er tut, so schlimm enden? Warum kann er das Knäuel dieser Welt nicht lösen?

 

Am Morgen fütterte Frigga die Schwäne am Brunnen Urds, wo die drei Nornen wohnen. Es sind Urd, Werdande und Skuld, die Wissenden. Sie können alles sehen, was gewesen ist, was da ist und was da kommen wird. Das Wasser in Urds Brunnen ist heilig. Alles, was in diese Quelle eintaucht, wird so rein wie die weißeste Eierschale. Jeden Morgen sprenkeln die Nornen etwas von diesem Wasser Yggdrasil, damit die große Esche immer frisch und grün bleibt. Heute ist Frigga gekommen, um ihnen zur Hand zu gehen. Aber sie hat noch etwas anderes im Sinn. Es geht um Odin. „Wie schwer er es hat“, sagt sie. „Immer will er alles verstehen, und so grübelt er die ganze Nacht hindurch und findet kein Ende.“ Aber die Nornen schütteln nur lächelnd den Kopf. „Dann weiß er nicht mehr aus und ein“, sagt Frigga. Die Nornen lachen. „Es ist wahr“, sagt Urd, „keiner tut mehr für die Menschen als Odin.“ – „Ja“, sagt Frigga, „doch kostet es ihn große Mühe, sie zu verstehen. Bald weint er mit ihnen, bald lacht er sie aus, aber immer kümmert er sich um sie. Aber die Menschen sind nicht wie wir. Sie sind anders!“ – „Er hat sie doch selber erschaffen“, wirft Werdande ein. „In seinem Kopf geht es zu wie in einem Ameisenhaufen“, sagt Frigga. „Aber er ist der Albvater“, hält ihr Skuld entgegen und lächelt. Die drei Nornen wenden ihren Blick von Frigga ab und schweigen. Sie weiß sehr wohl, dass nichts und niemand sie zum Reden bringen kann, wenn sie ihre Geheimnisse wahren wollen.
Als sie nach Hause kommt, ist Odin fortgegangen. Sie findet ihn in Walhall. Dort sitzt er mit seinen Untoten Kriegern am Tisch und trinkt mit ihnen. Auch ein paar andere Asen haben sich eingefunden. Sie sehen auf, als Frigga eintritt, und sie hört, wie sie miteinander tuscheln.
Auch Freia ist da. Sie hat eine Katze auf beiden Schultern, und ihr Haar züngelt wie rotes Feuer über ihrem Kopf. Sie steht auf, als sie Frigga sieht, wirft ihr Trinkhorn zu Boden und läuft aus dem Saal. Nun setzt Frigga sich zu Odin, der ihr den Arm um die Schulter legt. Erst jetzt merkt sie, wie ihr die Knie zittern. Doch sitzt sie erhobenen Hauptes da; niemand soll merken, wie elend ihr zumute ist.

 

In Asgard verlief die Zeit langsamer als in Mitgard. Während im Leben der Menschen viele Jahre verstrichen sind, sind für die Asen kaum ein paar Tage vergangen. Auch darüber spricht Frigga, mit ihrem Mann. Wenn sie von ihrem Hochsitz aus auf Mitgard blicken, wundern sie sich, wie rasch dort alles hüpft und springt und zappelt. Selbst das langwierigste Drama ist da unten im Nu vorbei!
So geht es auch mit dem Goldschatz, den der habgierige Reidmar sich ausbedungen hat. Er hat sich geweigert, ihn mit seinen Söhnen zu teilen. Nun sehen sie, wie Fowne, der ältere der beiden, seinen Vater im Schlaf erschlägt. Schon kommt der jüngere dazu und verlangt seinen Anteil, aber der Mörder denkt nicht daran, etwas von seiner Beute abzugeben. Er droht seinem Bruder, und Regin, der jüngere, fürchtet um sein Leben und flieht. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte; denn Fowne hat Angst, dass ihm jemand seinen Schatz rauben könnte. Deshalb verwandelt er sich in einen Drachen und baut sich ein Nest auf der Heide. Dort sitzt er auf seinem Haufen Gold und brütet vor sich hin.
Das alles sehen Odin und Frigga von ihrem Hochsitz aus. Sie sehen wie Regin einen Zögling in sein Haus aufnimmt, der Sigurd heißt. Den hetzt Regin nun gegen seinen Bruder auf. Den hetzt Regin nun gegen seinen Bruder auf. Er zeigt ihm, wo der Drache zu Tränke geht. „Dort musst du einen Stollen graben, in dem du dich versteckst. Dann wartest du, bis mein Bruder, das Ungeheuer, Durst hat, und sobald über den Pfad zum See kriecht, stichst du ihm von unten her mitten ins Herz!“ Sigurd folgt diesem Rat, und als der schwere Drache sich, Gift und Galle speiend, über sein Versteck wälzt, so massig, dass die Erde bebt, stößt er sein Schwert tief in Fownes schuppigen Leib.
Erst als der Drache tot ist, verrät Regin ihm, dass das Ungeheuer sein eigener Bruder war. Er möchte Fownes Herz, und er bittet seinen Zögling, es für ihn zu braten. Sigurd steckt den blutigen Klumpen auf einen Pfahl und hält ihn über das Feuer. Aber sobald er das Drachenblut schmeckt, versteht er, was die Vögel einander zuzwitschern. Sie sagen, dass Regin ihn betrügen will. Auf diese Warnung hört Sigurd. Er tut was die Vögel ihm raten, und bringt seinen Pflegevater um.

 

Odin, der das alles gesehen hat, seufzt. Es ist doch immer dieselbe Geschichte mit den Menschen, denkt er. auch Frigga ist es müde, immer auf denselben Fleck zu starren. „Vielleicht geht es anderswo weniger sinnlos zu?“ fragt sie. Odin lässt seinen Blick wandern. Wie ein Habicht schweift er über alle Dörfer in Mitgard, und plötzlich bricht er in ein größtes Gelächter aus. „Siehst du die beiden dort drüben?“ sagt er. „Das sind Agnar und Gerod. Erinnerst du dich an die beiden kleinen Jungen, die wir einst einen Winter lang auf einer Insel weit draußen im Meer auf einer Bauernkate aufgezogen haben? Jetzt sind sie schon erwachsen! Rate was aus ihnen geworden ist!“
Frigga beugt sich nach vorn, kneift die Augen zusammen und späht in die Tiefe. Ja, dort wohin Odin zeigt, erblickt sie Gerod, der es weit gebracht hat und als König auf einem prächtigen Hof sitzt. Aber wo ist Agnar, sein Bruder? Weit im Osten sitzt er in einer engen feuchten Höhle. Er ist schmutzig und trägt Lumpen. und verheiratet ist er mit einer zahnlosen Trollfrau. Seine Kinder spielen mit Würmern und Spinnen. „Siehst du, Frigga, was für ein erbärmliches Ende dein Ziehsohn genommen hat? Da ist der meine doch aus anderem Holz geschnitzt!“ Da ärgert sich Frigga über soviel Überheblichkeit, und sie fängt an, auf Gerod zu schimpfen. „Ja, er hat es geschafft zum König zu werden. Aber was ist er für ein unbeherrschter, ungehobelter Kerl. Zu alledem ist er auch noch ein übler Geizhals. Ich wette, dass er seinen Gästen nur Wasser und Brot anbietet.“ Das alles saugt sie sich aus den Fingern, um Odin zu necken, obwohl sie keine Ahnung davon hat, wie es im Hause Gerod zugeht. Ein Wort gibt das andere und am Ende beschließt Odin, selber zu seinem Ziehsohn zu fahren, um dort nach dem rechten zu sehen.
„Und du kommst mit“, sagt er zu Thor. Der hört es seufzend, denn er möchte lieber mit seinen Kämpfern in Walhall bleiben. „Frag doch Baldur“, der hat ohnehin nichts Besseres zu tun.“ Doch Odin winkt ab. „Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe“, brummt der Götterkönig, und sein Wort ist in Asgard nun einmal Gesetz.
Jetzt ist Frigga in der Klemme. Wenn es nicht so stimmt, was sie über Gerod gesagt hat, wird Odin ihr auf die Schliche kommen. Was kann sie tun, um ihn abzuschrecken oder wenigstens dafür zu sorgen, dass Gerod ihn übel aufnimmt? Sie ruft ihre Magd Fulla und trägt ihr auf, sogleich zu Odins Ziehsohn zu eilen. „Du musst meinem Mann zuvorkommen. Sobald du da bist, erzählst du Gerod, dass ein gefährlicher Landstreicher auf dem Weg zu ihm ist, ein Zauberer, der einen Fluch über ihn und seine Leute bringen will.“
So geschieht es auch, und Gerod dankt der Magd für ihre Warnung. „Aber woran kann ich diesen bösartigen Fremden erkennen?“ fragt er. „Ganz einfach“, antwortet Fulla. „Kein Hund auf der Welt, und sei er noch so scharf, wird es wagen, auf ihn loszugehen.“
Kaum hat sie sich aus dem Staub gemacht, da wird es sonderbar still auf dem Hof. Eine Gestalt im blauen Umhang steht vor dem Haus. Seinen Hut hat der Fremde tief in die Stirn gezogen. Die großen bissigen Hofhunde liegen flach vor ihm auf dem Boden und wedeln mit den Schwänzen. Dem König Gerod läuft es bei diesem Anblick kalt den Rücken hinunter. „Wie heißt du und wer bist du?“ fragt er den Fremden. „Grimme heiße ich, und Grimme bin ich“, antwortet der Mann, und das ist alles, was er sagen will. „Was willst du hier?“ fragt Gerod ihn, aber der Fremde gibt keine Antwort. Da wird der Hausherr zornig. „Ich werde dich wohl noch zum Reden bringen“, ruft er. „Bindet ihn und setzt ihn zwischen zwei Feuer, bis er den Mund auftut!“
König Gerod und seine Männer lachen sich ins Fäustchen. Sie schauen zu, wie die Flammen um das Gesicht des Gefangenen spielen. Schon raucht der Saum seines Mantels, und die Krempe seines Hutes ist angesengt. „Hast du bald genug? „rufen sie. „Gibst du endlich auf?“ Aber Grimme sitzt schweigend da, unbeweglich wie ein Stein.
Nun springt ein kleiner Junge herbei. Es ist König Gerods Sohn. Zehn Winter ist er alt, und er heißt Agnar, nach seines Vaters Bruder, den alle tot glauben. Vor langer, langer Zeit hat Gerod diesen Bruder verraten und ganz allein auf seinem Zauberboot ausgesetzt, weil er den Thron nicht mit ihm teilen wollte.
Nun aber steht der junge Agnar im Saal seines Vaters und sieht zu, wie der fremde Gast misshandelt wird. Das gefällt ihm nicht, obwohl es heißt, der Besucher sei vielleicht ein gefährlicher Zauberer. Er weiß, dass das, was er vorhat, seinem Vater ganz und gar nicht passen wird. Trotzdem füllt er nun ein ganzes Trinkhorn mit Wasser und reicht es dem Gefangenen, der es in einem Zug leert.
Da bricht der seltsame Gast endlich sein Schweigen. „Nie wirst du für einen Trunk schöner belohnt werden, Agnar“, sagt er. „Du aber, Gerod, hast sehr unklug gehandelt, und das wird dir übel bekommen. Ich war dir immer wohlgesinnt, aber du hast meine Gunst verscherzt.“ Mit einem Ruck erhebt er sich und sagt: „Hast du vergessen, wer dir das Leben gerettet und dich aufgezogen hat? Viele gute Ratschläge habe ich dir gegeben, doch du hast sie in den Wind geschlagen.“ Er wirft seinen Hut ab, und nun sehen alle, wie seine Augen funkeln. „Ich bin Odin“, ruft er. „Komm her zu mir, wenn du es wagst!“
Gerod ist die ganze Zeit mit dem Schwert auf den Knien dagesessen. Als er begreift, dass er fast den ganzen Bart des Götterkönigs verbrannt hätte, springt er auf um Odin loszubinden. Aber indem er aufsteht fällt sein Schwert zu Boden, die scharfe Spitze richtet sich auf, er stolpert und stürzt in die Klinge. Vom eigenen Schwert durchbohrt, stirbt König Gerod. Die beiden Feuer sind erloschen, und der Götterkönig ist verschwunden. Der junge Agnar tritt die Nachfolge seines Vaters an. Ob es ein Zufall ist, dass er auf den Tag genau zehn Jahre alt ist, ebenso alt wie sein Vatersbruder war, als er verschwand, damals, vor langer Zeit.
Frigga hat auf ihrem Hochsitz alles mit angesehen. Nun folgen ihre Augen Odin, wie er sich zornig auf den Weg macht. Hat sie nicht recht gehabt mit allem, was sie über Gerod gesagt hat? Ohne es zu ahnen, hat sie mit ihrer Lüge die Wahrheit gesagt. Sie weiß, dass der Götterkönig ihr diesen kleinen Triumph übelnimmt. Er wird nicht so bald nach Hause kommen. Wieder einmal zieht er nach Osten, in die wilden Berge von Jotunheim. Traurig verlässt sie die weite Aussicht und schließt sich in ihr Zimmer ein.

 

Was aber hat Odin vor? Er sucht eine Quelle auf. Der Weg dahin ist schwer zu finden und voller Rätsel. Er aber kennt jeden Stein und jeden Baumstumpf in der Einöde, und bald hat er gefunden, wonach es ihn verlangt.
Am Rand des Wasserlaufs, liegt der Kopf eines Mannes. Als Odin näher kommt, schlägt der Kopf die Augen auf und lächelt.
Es ist der Riese Mime, der hier liegt. Er und Odin sind Freunde aus alten Zeiten. Damals hatte Mime noch Beine, mit denen er gehen und Arme die er ausstrecken konnte. Aber im großen Krieg zwischen Asen und Wanen wurde er geköpft. Damals hat Odin ihm die stärksten Zauberlieder über sein entstelltes Gesicht gesungen und seinen Kopf mit heilenden Kräutern gesalbt, und so ist das Licht in Mimes tote Augen zurückgekehrt.
Bis heute lebt er in der Einsamkeit und bewacht die Quelle, die man Mimes Brunnen nennt. Ihr Wasser gibt jedem, der davon trinkt, Weisheit und Einsicht. Mime war immer schon der Klügste unter den Trollen, und jedes Mal wenn er seinen Durst an der Quelle stillt, wird er noch klüger als zuvor. Immer wenn Odin nicht mehr aus und ein weiß, kommt er zu ihm und sucht seinen Rat.
Eine ganze Nacht lang reden die beiden Freunde miteinander. Wie soll es weitergehen mit der Welt? Was hat die Mitgardschlange vor, die immer weiter wächst, und wer soll den Fenriswolf bändigen, der heult, als wolle er alles, was da lebt, verschlingen?
Aber auch über die Menschen zerbrechen sie sich den Kopf. „Dieser Gerod zum Beispiel“, sagt Odin. „Ich habe ihn doch selber erzogen. Alles was ich konnte, habe ich für ihn getan, damit ein aufrechter Mann aus ihm wird. Und was hat er getan? Seinen Bruder hat er verraten und ein böses Ende genommen.“
„So sind sie eben, die Menschen“, seufzt Mime. „Nicht einmal auf meinen Milchbruder kann ich mich verlassen“, fährt Odin fort. „Ich werde einfach nicht klug aus ihm.“ Er meint Loki. „Er kommt mir vor wie ein Mensch. Weder Fisch noch Fleisch! Gott und Troll in einer Gestalt!“
Odin ballt die Fäuste. „Und doch sind sie etwas Besonderes, die Menschen. Weißt du was mir an ihnen gefällt? Sie sind voller Leben. Bei uns in Asgard werden ja gar keine Kinder mehr geboren. Alles steht still. Wir bleiben unter uns. Das ist ein schlechtes Zeichen!“ – „Du hast recht“, nickt der Kopf. „Es kommt wohl vor“, sagt Mime, „aber selten genug.“
Odin wiegt den Kopf und meint: „Das hat nichts Gutes zu bedeuten. Ich fürchte, dass es die Menschen sind, in deren Händen die Zukunft liegt.“ Er brummt wie ein alter Bär. „Unsere Zeit neigt sich dem Ende zu. Fühlst du es nicht?“
Odin hat Mimes Kopf in seinen Schoß gebettet. Die beiden schweigen. Der Wind flüstert in den Kiefern. Die Sterne leuchten weiß. Auf dem Grund der Quelle glitzert etwas Helles. Das ist Odins Auge, das er einst zum Pfand geben musste, um aus Mimes Brunnen zu trinken. Es geschah vor langer Zeit. Damals waren sie beide jung und wussten nichts voneinander, und die Welt war neu.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Geschichten

TA KI