Endzeit-Geschehen 2


linde-von-bad-staffelstein

2. Das Lied der Linde

Das ‘Lied der Linde’ ist das Werk eines unbekannten Dichters und vor allem Sehers.
Es wurde zwischen 1820 und 1830 im Hohlraum des Stammes der uralten, von Sagen und Legenden umwobenen Linde zu Staffelstein in Mainfranken gefunden, was zum Namen des Gedichtes führte.
Die Linde steht inzwischen nicht mehr. Sie wurde wegen Einsturzgefahr abgetragen. Auf ihrem Standort ist ein Kinderspielplatz eingerichtet.
Es ist nicht mehr daran zu rütteln, daß WIR die Generation sind, die das seit rd. 2’500 Jahren geweissagte Endzeit-Geschehen erleben wird (09/2015 ?), das die Wende vom Fische- zum Wasserkrug-Zeitalter prägt.
Ein bemerkenswerter Gesichtspunkt ist auch die Wahl eines neuen Papstes, der nach der Malachias-Weissagung der letzte ist. Dieser Umstand findet im ‘L.d.L.’ seinen Niederschlag.
Das Gedicht ist wohl eine Schöpfung des Jahres 1783. Es ist aus einer entsprechend kirchlich geprägten Frömmigkeit heraus geschrieben und die Schauungen der nach-endzeitlichen Zukunft ebenfalls als in einen kirchlichen Rahmen gehörend wiedergegeben worden. Der Verfasser hat sich etwas anderes eben nicht vorstellen können.
Ich hingegen kann Euch versichern, das es nach dem EG die Organisationen, die sich Kirche nennen, nicht mehr geben wird.
Inhaltlich wurde an dem Gedicht lediglich eine einzige Sache geändert. Es ist dort eigentlich vom 21. Konzil die Rede. Das aber war schon das 2. Vaticanum. Gemeint ist jedoch eines nach dem EG. Deswegen habe ich daraus das 22. Konzil gemacht.
Es sei darauf hingewiesen, daß das mit einer Kirche nichts zu tun haben wird, da all diese im EG untergehen werden.
Aber eine Veränderung völlig anderer Art ist von Bedeutung.
Es sind im Laufe der Zeit die Strophen des LdL durcheinander geraten. Durch das Eintreten verschiedener Ereignisse während meiner Waldzeit 2005 war ich in der Lage, die richtige Reihenfolge der Strophen heraus zu finden, und in dieser gebe ich das LdL jetzt hier im Anschluß wieder.
Zum Abschluß folgen noch einige Erläuterungen.

 

1. Alte Linde an der heiligen Klamm,
Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm.
Karl den Großen hast du schon geseh’n,
Wenn der Größte kommt, wirst du noch steh’n.

2. Dreißig Ellen mißt dein grauer Stamm,
Aller Deutschen Linden ält’ster Baum.
Kriege, Hunger schautest, Seuchentod,
Nettes Leben wieder, neuen Tod.

3. Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,
Roß und Reiter bargest einst du wohl,
Bis die Kluft dir sacht mit milder Hand
Breiten Reif um deine Stirne wand.

4. Bild und Buch nicht schildern Deine Kron’,
Alle Äste hast verloren schon
Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,
Blätter freudig in die Lüfte steigt.

5. Alte Linde, die du alles weißt,
Teil’ uns gütig mit von deinem Geist,
Send’ ins Werden deinen Seherblick,
Künde Deutschlands und der Welt Geschick.

6. Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,
Eckstein sollst du bleiben Deutscher Zeit,
hundertsechzig sieben Jahre Frist
Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

7. Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht,
Tut und läßt, was ihren Sklaven recht.
Grausam hat zerrissen Feindeshand
Eines Blutes, einer Sprache Band.

29. Dantes und Cervantes’ welscher Laut
Schon dem Deutschen Kind vertraut,
und am Tiber- wie am Ebro-Strand
Liegt der braune Freund von Hermannsland.

11. Da die Herrscherthrone abgeschafft,
wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,
bis der Tag kommt, da sich glaubt verdammt,
Wer berufen wird zum Amt.

13. Wer die meisten Sünden hat,
Fühlt als Richter sich und höchster Rat,
Raucht das Blut, wird wilder noch das Tier,
Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

10. Arme werden reich des Geldes rasch,
Doch der rasche Reichtum wird zu Asch,
Ärmer alle mit dem großen Schatz,
Minder Menschen, enger noch der Platz.

9. Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,
Und der Bruder gegen Bruder ficht,
Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt,
Wenn verloren gingen Flint’ und Schwert.

8. Zehre Magen, zehr’ vom Deutschen Saft,
Bis mit einmal endet deine Kraft,
Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin,
Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

21. Wie im Sturm ein steuerloses Schiff
Preisgegeben einem jeden Riff,
Schwankt herum der Eintags-Herrscher-Schwarm,
Macht die Bürger ärmer noch als arm.

22. Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern
Eines besser’n Tag’s ist endlos fern.
“Heiland, sende, den Du senden mußt!”
Tönt es angstvoll aus der Menschen Brust.

15. Gottverlassen scheint er, ist es nicht,
Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,
Leistet auch in Not er nicht Verzicht,
Bringt den Gottesstreit vor’s nah’ Gericht.

30. Wenn der engelgleiche Völkerhirt’
Wie Antonius zum Wanderer wird,
Den Verirrten barfuß Predigt hält,
Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

12. Mahnwort fällt auf Wüstensand,
Hörer findet nur der Unverstand.
Bauer heuert bis zum Wendetag,
All sein Müh’n ins Wasser nur ein Schlag.

23. Nimmt die Erde plötzlich ander’n Lauf,
Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?
“Alles ist verloren!” hier’s noch klingt,
“Alles ist gerettet!” Wien schon singt.

24. Ja, von Osten kommt der starke Held,
Ordnung bringend der verwirrten Welt.
Weiße Blumen auf das Herz des Herrn,
Seinem Rufe folgt der Wack’re gern.

25. Alle Störer er zu Paaren treibt,
Deutschen Reiches Deutsches Recht er schreibt.
Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast,
Flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast!

14. Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,
Schonet nicht den Greis im Silberhaar,
Über Leichen muß der höchste flieh’n
Und verfolgt von Ort zu Orte zieh’n.

16. Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß.
Bet’ daheim, verlasse nicht das Haus!
Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

17. Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein,
Wofern sie brennen will, dir Schein.
Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht,
Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

18. Gleiches allen Erdgebor’nen droht,
Doch die Guten sterben sel’gen Tod.
Viel’ Getreue bleiben wunderbar
Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

19. Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,
Eine and’re mit dem Feuer ringt,
Alle Städte werden totenstill,
Auf dem wiener Stefansplatz wächst Dill.

20. Zählst du alle Menschen auf der Welt,
Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt,
Was noch übrig, schau in jedes Land,
Hat zur Hälft’ verloren den Verstand.

27. Preis dem zweiundzwanzigsten Konzil,
Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel
Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,
Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt.

28. Deutscher Nam’, du littest schwer,
Wieder glänzt um dich die alte Ehr’,
Wächst um den verschlung’nen Doppelast,
Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

26. Gottes Held, ein unzertrennlich’ Band
Schmiedest du um alles Deutsche Land.
Den Verbannten führest du nach Rom,
Große Kaiserweihe schaut ein Dom.

31. Alle Kirchen einig und vereint,
Einer Herde einz’ger Hirt’ erscheint.
Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,
Schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

32. Reiche Ernten schau ich jedes Jahr,
Weiser Männer eine große Schar,
Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt,
Wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

33. Dieses kündet Deutschem Mann und Kind,
Leidend mit dem Land die alte Lind’,
Daß der Hochmut mach’ das Maß nicht voll,
Der Gerechte nicht verzweifeln soll!

(Bearbeitung Gunnar von Groppenbruch)

6. Karl der Große ist hier nur ein Synonym für den Reichsgründer im Goldenen Zeitalter, der bereits vor rd. 2’500 Jahren in Babylon als ‘Dritter Sargon’ angekündigt wurde.
Mit Rom ist hier der Ort der Reichsgründung gemeint, nämlich die Erste und Reichsnordhauptstadt Berlin, die anderen sind die Südhauptstadt Wien, die Westhauptstadt Paris und die Osthauptstadt Känugard.
Mittels der merkwürdigen Zahlenangabe hat man bisher immer versucht, zu Karl dem Großen zurück zu rechnen. Es geht jedoch in Wirklichkeit um das Ende des Zweiten Weltkrieges. Nun hat der Seher nicht 1945 gesehen, sondern die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und ging demnach von rd. 1950 aus. Die Zahlenangabe ist als 167 zu lesen. Zurückgerechnet kommt man dann auf 1783 als dem Entstehungsjahr des LdL Zum Zeitvergleich:
König Friedrich II. der Große von Preußen starb 1786, 1789 fand der Sturm auf die pariser Stadtfestung Bastille statt.

29. Dante und Cervantes stehen zwar für Italiener und Spanier, aber nur deshalb, weil der Seher sich nicht vorstellen konnte, daß es Asiaten sein sollten, die unser Land überfluten. Schließlich waren die Türkenkriege damals noch nicht all zu lange her.

10.4 Obwohl bei uns Weißen die Geburtenrate sinkt, ist für uns der Platz knapp geworden – im eigenen Lande!

15.3 Der erwartete Reichsgründer ist auf Grund einer Verpflichtung in Not, die enden würde, wenn er auf die Erfüllung der Pflicht verzichten würde. Das aber kommt für ihn nicht in Frage!

30. Als “Barfußprediger” ist in der katholischen Kirche der Heilige Antonius von Padua bekannt, 1195 – 1231. Der Legende nach wollten ihm die Bewohner von Rimini nicht zuhören, wohl aber die Fische, die deshalb die Köpfe aus dem Wasser streckten. Im hiesigen Falle ist kaum an zu nehmen, daß der künftige Reichsgründer als Prediger herumläuft, gar den Fischen predigt, wohl aber, daß er auf Grund bestimmter Gegebenheiten barfuß unterwegs ist und auch ihm die Menschen nicht zuhören, statt dessen aber Tiere, die entweder ihm begegnen oder ihn begleiten. Da kommen eigentlich nur Hunde in Frage. Daher gehe ich davon aus, daß der Reichsgründer ein großer Tierfreund und ein ganz ausgesprochener Hundenarr ist.

12. Hier sind die beiden oberen Zeilen mit den beiden unteren verwechselt worden, was ich in dieser Wiedergabe berichtigt habe. Das Mahnwort gehört noch zur Barfußpredigt aus Strophe 30. Die Mühen des Bauern beziehen sich auf den Beginn des Endzeit-Geschehens, der mit dem Wendetag angesprochen wird.

23. Das Sichtbar-werden-mit-bloßem-Auge des Kometen, der sich von Norden der Erde nähern und in Bruchstücken hier einschlagen wird, löst das EG aus. In dieser Phase führt der Mord an einem dritten Hochgestellten unmittelbar zum Dritten Weltkrieg. Jetzt erst kann der Reichsgründer hervortreten und durch sein Wissen entscheidend dazu beitragen, daß wir nicht von asiatischen Horden überrannt werden. Kämpfen aber müssen wir alle!

24. Mit Osten ist keine Himmelsrichtung gemeint, sondern ein Landesname! Es gibt in Europa nur ein einziges Land, das “Osten” heißt, nämlich Österreich. Das muß jedoch nicht zwingend heißen, daß der Reichsgründer Österreicher ist. Es heißt nur, daß er dort lebt.

25.2 Er wird nicht etwa ein neues Gesetzbuch vorlegen, sondern andersherum sämtliche Verfassungen, Gesetze Vorschriften und ähnlichen Kram des römischen Rechtes außer Kraft setzen, denn dieses ist eine einzige Vergewaltigung unseres Volkes. Statt dessen gilt wieder das seit dem Uranfang in uns Sitzende – die SITTE !

14.3 Der höchste Priester, also der Papst.

16. – 18. + 19.1 Der Impakt, der Einschlag eines Himmelskörpers und dessen Folgen.

19.1 London
19.2 Paris, angezündet von den eigenen Leuten.

20. Bereits Sajaha weissagte schon vor rd. 2’500 Jahren, daß im EG rd. 7/10 der Menschheit umkommen werden. Da ich glaube, daß sich diese Größenordnung nur auf uns Weiße bezieht, ist durchaus damit zu rechnen, daß weltweit sogar 9/10 aller Menschen umkommen werden.

26.3 Der Papst wird nach Berlin geholt, um formell an der Auflösung der Kirche mit zu wirken.
26.4 Volkswahl des Reichsoberhauptes und der Reichsführung.

Krönung des Reichsgründers zum ‘Deutas des Heilsreiches’                                                     (entwickelt aus gotisch ‘Tiud-ans’)
unter freiem Himmel vor dem Berliner Dom am Lustgarten.

31. Hier kann nur der wahre Naturglaube gemeint sein, dessen Anhänger durch das EG erkannt haben, daß alles mit allem verbunden ist, weswegen auch sie sich weltweit zusammenschließen. Mit dem Kreuz ist in jedem Falle ein gleichschenkliges gemeint, keinesfalls das lateinische. Dessen Tage sind gezählt!

Gunnar von Groppenbruch

Quelle: http://huettendorferansichten.wordpress.com/2014/10/08/endzeit-geschehen-2/

Gruß an Dich Gunnar

TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 12


Ragnarök

Von Tor Åge Bringsværd

ragnarör

Irgendwo in der Einöde, am Rand eines kleinen Teichs, liegt zwischen Heide und Buschwerk etwas, das einem moosbewachsenen Stein gleicht. Aber auf einmal öffnet der Stein die Augen und starrt hinaus in den grauenden Tag. Ein abgehackter Kopf ist es, der dort liegt, ein Riesenschädel. dem der Leib fehlt. Und doch ist Leben in ihm, denn die Zunge leckt die kalten Lippen und die Nase hebt sich wie die Nüstern eines witternden Tieres gegen den Wind. Zwei große Ohren lauschen auf ein Geräusch, das immer näher kommt. Wer ist e, der da über die Heide reitet?
Es ist ein Pferd mit acht Beinen, und der Reiter, der da absteigt, ist alt und grau. Odin ist es, der sich zu dem abgehauenen Kopf niederbeugt und ihn in die Arme nimmt. „Sei mir gegrüßt“, neigt sich der Kopf und Odin antwortet: „Endlich sehe ich dich wieder, Mime, mein alter Freund aus der Zeit der Jugend.“
Sie lassen sich am Ufer ins Heidekraut nieder. Der Teich ist Mimes Brunnen, die Quelle der Weisheit. Einst hat Odin sich selber ein Auge ausgerissen, um davon trinken zu dürfen. Aber das ist eine andere Geschichte. Nicht von jeher ist Mime ein Kopf ohne Leib gewesen. Feinde haben ihm das angetan. Damals hat Odin den Tod von seinem Riesenhaupt abgewaschen, hat ihm die Stirn mit heilenden Kräutern gesalbt und seinem Freund Gedanken und Sprache wiedergegeben. Auch das ist eine andere Geschichte. Es ist genug zu wissen, dass Odin jedes Mal, wenn ihn Zweifel bedrücken, hierherkommt, auf die windgepeitschte Heide von Utgard, um Rat bei Mime zu suchen. Die beiden kennen sich seit so langer Zeit, und es gibt keinen, dem Odin lieber zuhört. Die Zukunft freilich kann keiner von beiden vorhersagen.
Dennoch, eines weiß Odin. Das Ende der Welt, so wie er sie kennt, ist nahe. Nichts kann ewig dauern. Bald werden Götter und Riesen ein letztes Mal ihre Kräfte messen. Wer wird den Sieg davontragen? Wer wird unterliegen? Den Zeichen des Vogelzuges, die er am Himmel liest, traut Odin nicht mehr, und was die warmen Eingeweide geschlachteter Tiere verraten, gibt ihm keine Gewissheit. Die einzigen aber, die die Antwort wissen, die drei Nornen an Urds Brunnen -sie wenden sich ab und schweigen.
Auch unter den Menschen gibt es einige, die weiter als andere in die Zukunft sehen können. Deshalb wendet Odin sich nun nach Mitgard, und Mimes Haupt nimmt er mit auf den Weg, denn zwei hören mehr als einer.

 

Die Frau, die sie auf einer kleinen Lichtung treffen, ist weder jung noch alt. Sie steht auf und grüßt, indem sie einen kleinen Stab hoch in die Luft hebt. Der Griff ihres Stabes schimmert in glänzendem Messing. „Ich habe euch erwartet“, sagt sie. Der weite Mantel, den sie umhat, ist mit farbigen Edelsteinen geschmückt. Sie trägt eine Kette aus Perlen um den Hals und eine schwarze Mütze aus Lammfell auf dem Kopf. An ihrem Gürtel hängt ein großer lederner Beutel. Ihre Handschuhe sind aus Katzenpelz gemacht, und an den Füßen trägt sie Schuhe aus zotteligem Kalbfell. Sie ist eine Volve. Solche seltenen Frauen heißen nach dem Vol, dem Stab, den sie tragen und auf dem sie reiten können, um ihre Seele in andere, unsichtbare Welten zu tragen. Odin wendet sich ihr zu und fragt: „Weißt du denn, wen du vor dir hast?“ – „Du bist mein Gott“, antwortet die Volve und fällt vor ihm auf die Knie.
Es ist nicht das erste Mal, dass Odin sich an eine Wahrsagerin wendet. Einmal hat er sogar eine von ihnen aus dem Grab geholt. Aber in dieser Nacht möchte er lieber mit einer sprechen, die am Leben ist und die ihm wohlwill.
„Kannst du für mich in die Zukunft sehen?“ fragt Odin. „Manche Tage“, erwidert die Volve, „sind klar und deutlich, aber andere verbergen sich hinter dunklen Türen.“ – „Was liegt hinter diesem Herbst und dem nächsten Winter?“ – „Wie weit soll ich schauen, Herr?“ – „So weit du nur kannst“, sagt Odin. „Auch wenn es eine ganz andere Zukunft ist, als du dir wünschst?“ – „Auch dann. Du sollst mir alles sagen!“ ruft der Götterkönig. „Alles, bis zum Ende der Welt.“
Sogleich beginnt die Volve mit ihrem Werk. Aus dem Beutel an ihrem Gürtel holt sie eine Salbe aus Bilsenkraut und Stechapfel hervor, mit der sie, erst summend, dann mit lauter, hoher Stimme singend, ihren Stab einsalbt. Mit einem Satz nimmt sie den Stab zwischen die Beine und springt auf ihm umher. Der Stab ist ihr Pferd. Sie schließt die Augen, wirft den Kopf hin und her, ruft und singt. Am Ende sinkt sie zu einem unförmigen Haufen in sich zusammen. Der weite Mantel deckt sie ganz zu. Still liegt sie da, ohne einen Laut von sich zu geben.
Nichts regt sich. Odin wartet geduldig. Er lehnt mit dem Rücken an einem Kiefernstamm. Mimes Haupt liegt neben ihm im Gras. „Musst du denn immer wissen, was dir bevorsteht?“ sagt Mime. „Das gibt mir Zeit zum Nachdenken“, brummt Odin. Der Kopf des Riesen seufzt. „Warum gibst du dich nicht mit dem Tag zufrieden?“ In Odins Augen blitzt es, doch bevor er antworten kann, regt sich der dunkle Haufen wieder.
Die Volve erhebt sich. Sie öffnet ihre Augen. „Hört mich an“, sagt sie, „und seht! Das erste Zeichen sind drei Hähne, die wie aus einem Munde krähen, und alle Welt wird sie hören. Der eine ist rot. Er kräht in Jotunheim und in Utgard. Er weckt alle toten Riesen und Zwerge. Der zweite Hahn ist schwarz wie Ruß. Er weckt in Hels Reich alle Toten auf und ruft Garm, ihren gewaltigen Hund, herbei. Der dritte Hahn hat einen goldenen Kamm. Er kräht in Asgard und weckt alle Gefallenen in Walhall. Überall folgen die Toten diesem Ruf. Sie wissen, dass sie bald den Lebenden wieder begegnen werden. Nun ist sie angebrochen, die Zeit, da alles, was wir kennen untergehen muss.“
Odin räuspert sich. „Hat sie einen Namen, die Zeit, von der du sprichst?“ – „Alles hat einen Namen“, antwortet die Volve, „sogar die Finsternis. Ragnarök wird sie genannt, die Zeit, da die Asen den Verstand verlieren und vergessen zu atmen. Ragnaök heißt sie, die Zeit, da Mächte vergehen wie Eis an der Sonne.“
„Erzähle weiter“, bittet Odin sie. „Ich sehe Axt und Schwert“, sagt sie. „Ich sehe Unfrieden überall und blutiges Ringen. Ich sehe drei Jahre, in denen der Bruder dem Bruder in den Rücken fällt und der Sohn den eigenen Vater nicht verschont.“ – „Daran ist nichts Neues!“ ruft Odin. „So ist es seit Menschengedenken zugegangen. Aber sprich! Was kommt noch alles auf uns zu?“ – „Drei Jahre, die wie ein einziger Winter sind“, antwortet die Volve. „Der Schnee weht über die Welt, und die Sonne wärmt die Welt nicht länger. Fimbul heißt dieser längste und furchtbarste aller Winter. Viele werden einschneien, in finsteren Eisspalten ertrinken, unter gewaltigen Lawinen begraben werden. Andere werden in ihren Betten erfrieren und sich blau vor Frost auf den Weg ins Totenreich machen. Eine Riesin sehe ich, weit im Osten, im Eisenwald. Sie gebärt Trolle in Wolfsgestalt.“ – „Das tut sie seit eh und je“, knurrt Odin. „Ich kenne sie und ihr räudiges Pack!“
Da schreit die Volve auf. „Ich sehe zwei ihrer zotteligen Kinder, Skoll und Hate, die beiden Wölfe am Himmel, die seit Erschaffung der Welt hinter der Sonne und dem Mond herjagen. Jetzt ist es soweit! Jetzt packen sie zu! Skoll verschlingt die Sonne und Hate den Mond, und die Wolken sind rot von Blut!“
Die Volve fröstelt. Sie hebt ihren Stab und zeigt hinauf. „Seht nur!“ flüstert sie. „Nicht einmal die Sterne leuchten mehr. Jetzt fängt die Erde an zu beben.“ Sie erhebt ihre Stimme und schreit. „Die Berge stürzen ein. Die größten Bäume werden aus dem Boden gerissen und schießen wie Speere durch die Luft. Die Weltensche Yggdrasil kracht und schwankt. Der Winter löst seinen kalten Griff, und alles, was fest war, wird in Stücke gerissen.“ – „Alles?“ Odin runzelt die Stirn. „Alles“, wiederholt die Volve. „Ich weiß, was du fürchtest. Doch sieh selber! Dann wirst du mir glauben.“ Und Odin blickt auf und sieht alles, was sie verkündet hat.
Er sieht den Fenriswolf, wie er an seinen Ketten zerrt. Er sieht Loki, wie er um sich tritt und zappelt. Er sieht, wie sich ihre Fesseln lösen, wie Sigyn vor Freude lacht, wie sie Loki umarmen will. All die Jahre, die er gebunden dalag, ist sie nicht von seiner Seite gewichen. Doch nun fegt Loki sie ohne ein Wort zur Seite und geht seiner Wege. Er hat keine Zeit für Dankbarkeit. Er denkt nur noch an seine Rache.
Odin sieht auch, wie der Fenriswolf mit aufgerissenem Rachen und glühenden Augen über die Berge stürmt. Seine Fangzähne streifen die Wolken, seine Lefze den Boden.
„Willst du noch mehr sehen?“ fragt die Volve. „Hast du genug gehört?“ – „Ich will alles wissen“, antwortet Odin. Sie zeigt ihm das Meer, wie es kocht und strudelt und baumhohe Wogen wirft. Es ist die Mitgardschlange, die es mit ihrem rasenden Schwanz aufpeitscht. Jetzt wälzt sie sich an Land und zerschmettert dabei die Schiffe im Hafen. Wolken von Gift steigen aus ihrem Schlund. Sie brüllt aus vollem Halse. Nach ihrem Bruder, dem Wolf, ruft sie. Mit vereinten Kräften wollen sie die Erde verwüsten.
Jetzt lichtet auch Naglfari die Anker, das unheimliche Schiff, das aus den Nägeln der Toten gebaut ist. Mit schwarzen, zerlumpten Segeln kommt es aus dem Nebel und dem Regen des Ostens. „Kannst du sehen, wer am Ruder steht?“ sagt die Volve. „Schau genau hin!“ – „Es ist Loki!“, ruft Odin. Die Volve nickt. „Und eine Mannschaft von verrotteten Leichen bringt er mit.“ Odin ballt die Fäuste. Er atmet schwer. „Tausend Jahre lang ist er wie ein Bruder für mich gewesen“, sagt er.

 

In großen Scharen ziehen die Feinde aus Nord und Ost herbei, Lebende und Tote, Riesen und Trolle, in voller Rüstung und starrend vor Waffen. Große Kriegstrommeln schlagen den Takt dazu. „Schau dich um!“ ruft die Volve plötzlich, und als Odin sich umwendet, sieht er, wie der ganze Himmel im Süden aufreißt und das Land dahinter zum Vorschein kommt. das unbekannte, unheimliche Muspilheim, das es schon lange gegeben hat, ehe Odin mit seinen Brüdern die Welt erschuf. Aus diesem feurigen Reich strömt ein mächtiges Heer von schimmernden Reitern herbei, angeführt von Surt, dem uralten Häuptling, der ein Flammenschwert schwingt. Alles, was er berührt, fängt Feuer und verglüht.
„Kann nichts sie aufhalten?“ fragt Odin sich. „Sieh nur, wie ganz Mitgard brennt!“ Die Feuerreiter eilen auf Bifrost, der Regenbogenbrücke, zu. Haben sie es auf Asgard abgesehen? Wollen sie die Festung der Götter stürmen? „Nie wird der Regenbogen sie tragen!“ ruft Odin. Doch das Heer aus Muspilheim setzt wie ein großer Fackelzug über die Brücke. „Sie ist den Asen und ihren Freunden vorbehalten“, murmelt Odin. „Dafür habe ich gesorgt, das ist mein Gesetz!“ Aber an seinen Worten nagt der Zweifel.
Die Brücke erzittert und schwankt, ihre Farben mischen sich zu einem trüben Grau. Dann stürzt sie ein, und im Funkenregen stürzen Tausende von Reitern in die Tiefe. Viele kommen um, doch andere überleben den Sturz. Unter ihnen ist Surt, der sein Flammenschwert schwingt und den Rest seines Heeres anführt, bis sie die große Wiese erreicht haben. Diese Weide ist hundert Meilen lang und hundert Meilen breit. Dort sammelt sich der feurige Haufen. Riesen und Gespenster stoßen zu ihm. Auch der Fenriswolf und die Mitgardschlange haben sich, von Loki, ihrem Vater, angeleitet, am Kampfplatz eingefunden.
„Willst du noch mehr sehen?“ fragt die Volve. „Hast du genug gehört?“ Doch Odin schüttelt den Kopf. „Es ist zu spät, um sich abzuwenden“, sagt er grimmig. „Ich will sehen, wie unsere Streitmacht sich sammelt.“
Heimdall stößt ins Horn, und die Asen halten Kriegsrat. Wie alt und hilflos sie aussehen. Wie unheilvoll es knarrt in der Weltesche Yggdrasil! Ist es nicht schon zu spät? Ist es nicht sinnlos, gegen einen so übermächtigen Feind anzugehen? Odin bespricht sich mit Mimes Haupt.
„Kannst du auch dich selber sehen?“ flüstert die Volve. „Ratlos, wie du bist? Voller Furcht vor der Niederlage? Verfolgt von der Ahnung, dass dein Reich dem Untergang nahe ist?“ – „Das soll ich sein?“ sagt Odin missmutig. „So schwach, so mutlos?“ Da sieht er Frigga kommen. Sie bringt Odin seinen goldenen Helm, setzt ihn, ohne ein Wort zu sagen, ihm auf den Kopf und küsst ihn auf beide Wangen. Nun schleppen auch die anderen Asen ihre Waffen und Rüstungen herbei. Die Untoten aus Walhall, alle die gefallenen Helden, die Odin unter den Menschen gesucht und gefunden hat, machen sich bereit, ihnen zu folgen. Auch aus Folkwang kommen die Streiter, die bei Freia gehaust haben, stoßen zum Heer der Asen. Sie hat sie mit scharfen Krallen und Luchskappen versehen. Nun fauchen sie und miauen wie wilde Katzen.
Thor hat seine eisernen Handschuhe angezogen und seinen starken Gürtel angelegt. Er lässt den Hammer Mjölner über seinem Haupt kreisen. Seine Böcke stoßen ungeduldig voran. Der Götterkönig hat Sleipnir, sein achthufiges Ross, gesattelt. Er hält seinen Speer in der Hand. Hugin und Munin, die beiden Raben, sitzen ihm auf den Schultern, und die beiden zahmen Wölfe, spuren neben ihm her. So ziehen die Asen hinaus auf die Walstatt. Zum Abschied winken sie den Frauen, die in Asgard zurückbleiben und die sie vielleicht nie wiedersehen werden.
Auf dem weiten Kampfplatz stoßen die beiden gewaltigen Heere zusammen. Schon beim ersten Treffen verliert Odin seine Raben und seine Wölfe. Thors Böcke werden von Pfeilen durchbohrt. Sein Wagen stürzt um, und er wird zu Boden geschleudert.
Doch Odin sammelt das Heer von neuem um sich, und noch einmal wirft er sich dem Feind entgegen. Odin reitet geradewegs auf den Fenriswolf zu, und Thor versucht ihm zu folgen. Doch der Donnergott ist nun zu Fuß und bleibt hinter dem Reiter zurück. Die Mitgardschlange, seine alte Feindin, wirft sich ihm in den Weg. Sie zischt und heult. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.

 

„Willst du noch mehr sehen?“ fragt die Volve. „Hast du genug gehört?“ – „Ich muss wissen, wie es weitergeht“, sagt Odin. „Mein Kampf mit dem Fenriswolf – werde ich ihn besiegen?“ Die Volve schüttelt den Kopf. „Er verschlingt dich“, sagt sie. „So ist es geweissagt, und so muss es geschehen.“ Odin schluckt und fragt weiter: „Wird es ein guter Kampf gewesen sein?“ Die Volve hat Tränen in den Augen.
„Ja“, sagt sie, „ein guter Kampf.“ – „Aber Thor wird mich rächen!“ sagt Odin, und wieder schüttelt die Volve den Kopf. „Thor hat genug damit zu tun, sich seiner Haut zu wehren gegen die Mitgardschlange.“ – „Und Tyr?“ – „Ihn bedrängt Hels Untier, der Hund, der das Totenreich bewacht. Keiner von beiden wird den Kampf überleben.“ – „Was ist mit Frei?“ – „Er hat es mit Surt aufgenommen, dem alten Feuerriesen aus dem Süden. Beide sind gewaltige Schwertkämpfer, doch Surt hat die schärfere Waffe. Du weißt doch, einst hatte Frei ein Schwert, das von selber zuschlug. Nun reut es ihn, dass er es vor langer Zeit gegen die Liebe einer Trolltochter tauschte. Trotzdem, er fichtt auf seinem goldenen Eber wie ein wahrer Meister gegen Surt, der auf einem brennenden Pferd reitet. Kannst du sie sehen?“
Odin nickt. „Dann wirst du auch erkennen, dass Surt die Oberhand behält. Sein Flammenschwert spaltet Frei von Kopf bis Fuß entzwei.“ – „Und wie wird es Heimdall ergehen?“ – „Er kämpft gegen Loki.“ – „Die beiden haben sich nie miteinander vertragen.“ – „Jetzt finden sie alle beide den Tod.“ Odin spürt, wie ihm die Stimme versagt. Es sticht in seiner Brust. „Soll ich denn ungerächt auf dem Schlachtfeld liegengeblieben?“ flüstert er. „Ruft mein Blut vergebens nach all meinen Söhnen?“ – „Du hast den letzten deiner Söhne vergessen“, sagt die Volve. „Vidar, den ihr den Wortkargen nennt. Aber nach Thor ist er der Stärkste von allen. Sieh nur, was er tut!“
Odin starrt in die Ferne. Noch einmal sieht er sich selber in den Fängen des gnadenlosen Fenriswolfes, der ihn verschlingt. Doch nun erkennt er auch Vidar, der das Ungeheuer verfolgt. Sein Sohn setzt einen Fuß in den Rachen des Wolfs und tritt ihn mit letzter Kraft zu Boden, während er mit beiden Händen nach seinem Oberkiefer greift und ihn hochreißt. Röchelnd verendet das Untier und Odin ruft: „Dann werde ich wenigstens in Frieden ruhen!“ Die Volve sieht ihn an und sanft sagt sie: „Das hast du wohl verdient.“
Die Schlacht ist zu Ende. Die Asen sind besiegt. Nur an einer Stelle rast der Kampf weiter. Die Mitgardschlange hat sich um Thor geringelt und versucht ihn zu zerdrücken, doch Thor hält seinen Hammer fest. Keiner der beiden will aufgeben. Riesen und Gespenster haben sich um die Kämpfer geschart, um zu sehen, wie der Streit ausgeht. Endlich gelingt es Thor, den Arm mit dem Hammer aus der Umarmung des Wurms zu befreien und zuzuschlagen. Die Schlange stirbt. Aber nachdem er neun Schritte getan hat, sinkt auch Thor zu Boden. Die Mitgardschlange hat ihn vergiftet.
„Willst du noch mehr sehen?“ fragt die Volve. „Hast du genug gehört?“ Odin sieht sie an. „Das ist das Ende. Gibt es denn noch mehr zu sehen?“ Die Volve nickt. „Spürst du nicht das es nach Brand riecht?“ sagt sie. Jetzt merkt es auch Odin und er sieht. wie Surt und seine Muspilsöhne wie ein Sturmwind durch die Welt jagen. In jedes Haus und in jeden Winkel schleudern sie Feuerbrände. Überall zischt und rauscht es: Als Odin sieht, wie sogar Yggdrasil in Flammen steht, kommen ihm die Tränen. Nun weiß er, dass alles zugrunde gehen wird.
Er hebt den Kopf und blickt der Hellseherin in die Augen. „Ich mochte die Welt“, sagt er ruhig. „Vieles an ihr hätte anders und besser sein können. Trotzdem im Großen und Ganzen gefiel sie mir. Und jetzt ist sie zunichte geworden. Kein Stein ist auf dem andern geblieben.“ – „Ja, deine Welt ist eine einzige Brandstatt“, sagt die Volve. Stumm stehen die beiden da und sehen zu, wie die versengten Trümmer im Meer versinken.
Also war alles, was wir getan haben, vergebens“, sagt Odin müde. „Wir haben umsonst gelebt.“ – „Geduld“, sagt die Volve mit einem Lächeln. „Es gibt noch mehr zu sehen.“ – „Ich kann nicht mehr“, sagt Odin.

 

WELTESCHE

Doch nun fasst die Volve ihn mit beiden Händen an den Schläfen. „Horch!“ ruft sie. „Schau hinaus!“ Und er sieht, wie allmählich eine neue Welt aus den Fluten steigt, grün und schön und fruchtbar, wie ein Traum. Er sieht Äcker, die sich selber säen, und Fisch und Wild im Überfluss. „Keiner wird mehr hungern“, sagt die Volve. „Keiner muss mehr frieren. Denn siehe! Die Sonne hat eine Tochter geboren. Das Böse hat ein Ende genommen. Die Welt ist reingewaschen, und ein neues Leben kann beginnen.“ – „Ein neues Leben?“ fragt Odin verstört. Die Volve nickt. „Siehst du die große Wiese, den alten Versammlungsplatz der Asen, wie sie blüht?“ Von Asgard, der Götterburg, ist keine Spur mehr zu sehen. Doch Odin erkennt, wie die gefallenen Asen sich nach und nach auf der großen Wiese einfinden.
„Sie leben noch!“ ruft Odin verwundert. „Es sind die wenigsten“, antwortet die Volve. „Es sind die, die Glück gehabt haben.“ Odin erkennt Vidar und Wole und Thors Söhne Mude und Magbe. Sie haben Mjölner mitgebracht, den Hammer ihres Vaters. Auch der alte Huhne kommt angehinkt, und aus dem Totenreich Hels kehren Baldur und Hod zurück. Baldur führt seinen blinden Bruder an der Hand. Sie lachen, und im frischen Gras finden sie das uralte goldene Schachspiel der Asen wieder.
„Sieh nur!“ ruft die Volve voller Freude. „Auch in Mitgard gibt es einige, die sich wieder hervorwagen!“
Odin sieht ein einziges Menschenpaar, das den Untergang überlebt hat. Sie haben in einer Lichtung Schutz gefunden, an der der Feuersturm vorbeigezogen ist, und nach der großen Flut hat das Meer sie zurückgegeben. Lange war der Morgentau ihre einzige Nahrung. „Sie werden Kinder und Enkelkinder bekommen“, sagt Odin froh. Die Volve nickt. „Ein neues Menschengeschlecht wird die Welt bevölkern“, sagt sie.
Odin reibt sich die Augen. Er ist müde. „Gibt es noch etwas, was ich wissen sollte?“ fragt er. „Nein, Herr“, antwortet die Hellseherin. „Jetzt sind meine Augen leer. Weiter in die Zukunft kann ich nicht sehen“ – „Du sahst weit genug.“ Die Volve verbeugt sich tief vor Odin. „So hat der Traum es mir gezeigt. So muss es geschehen.“ Odin steigt zu Pferde und reitet davon. Er trägt Mimes Haupt im Arm. Lange ziehen sie schweigend durch die sternenklare Nacht hin. Endlich fragt Mime: „Hast du gefunden, wonach du gesucht hast?“ – „Ich weiß es nicht“, antwortet Odin. „Du weißt es nicht?“ – „Vielleicht ist es so“, sagt der Götterkönig, „dass ich nur das fand, wovor ich mich fürchtete? Am Ende hätte ich eher nach dem suchen sollen, was ich mir erhoffe?“ – „Mein Freund“, sagt Mime, „alles auf der Welt kann auf tausend verschiedene Weise enden.“ – „Nicht alles, was ich sah, war finster“, erwiderte Odin nachdenklich. „Es gab auch graue Nebelstreifen, und Licht, das durch die Wolken brach.“ – „Dann hätte es schlimmer kommen können.“ „Eines weiß ich ganz gewiss. Nichts von alledem ist bereits geschehen. Noch ist Ragnaök nichts weiter als ein böser Traum. Du hast recht. Der Möglichkeiten gibt es viele. Noch haben wir es in der Hand, sie zu finden…. Zu ändern, was zu ändern ist.“
Mime lächelt in der Dunkelheit. „Mein einäugiger Freund“, sagt er sanft. „Nie wirst du aufgeben!“ – „Nie!“ ruft Odin und drückt das struppige Riesenhaupt an seine Brust. „Nie!“
So reiten sie wortlos weiter, bis der Morgen graut.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de/viewpage.php?page_id=239

Gruß an die Legenden der Asen

TA KI

Geheimakte MK Ultra


mk ultra

Seit den 50er Jahren experimentiert die CIA mit Psychologen und Psychiatern auf dem Gebiet der Gehirnwäsche. Im kalten Krieg begannen die „Wissenschaftler“ mit dem Projekt „MK Ultra“, ein Versuch der CIA Menschen zu willenlosen Killern zu machen. MK steht nicht wie häufig behauptet für „Mind Kontrol“, sondern ist lediglich ein von der CIA verwendetes Kürzel, das von der Technical Service Division geleitete Projekte bezeichnet.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Heute+Geheimakte+MK+Ultra+de+/571894/detail.html

Gruß an die Ungläubigen

TA KI

 

Menschen könnten in Zukunft einen IQ von 1000 erreichen


Mutter mit Super-Baby der Zukunft © Zena Holloway

Professor für Theoretische Physik Stephen Hsu der Michigan State University ist sich sicher: Durch Genmanipulation könnte die Menschheit in Zukunft Menschen hervorbringen, die einen Intelligenz-Qutienten von 1000 besitzen. Stephen Hue hat in den letzten Jahrzehnten durch Arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen auf sich aufmerksam gemacht. Von Dunkler Energie, die unser Universum füllt, über Sicherheitssysteme der Zukunft bis hin zur Genetik. Die Intelligenz eines Lebewesen hänge direkt mit der genetischen Anlagen desselben zusammen, so der Professor. Mehr zur Theorie zu Erhöhung unserer Intelligenz durch Genmanipulation von der Michigan State University lest ihr wie gewohnt in unserem Blog Trends der Zukunft.

Menschlicher IQ von 1000 nicht unrealistisch

Das Gewicht eines Menschen, die Augenfarbe, die kognitiven Möglichkeiten, all dies wird durch ca. 10.000 unterschiedliche Gene bestimmt. Wenn die Möglichkeit bestehen würde, diese Gene nur um einen kleinen Faktor zu optimieren könnten alle gemeinsam zu einem vielfach höheren Intelligenz Quotienten führen. Stephen Hue ist wissenschaftlicher Berater für das ehemalige Beijing Genomics Institute und Gründer des Cognitive Genomics Labors in dem er mit Genen von hoch intelligenten Menschen arbeitet um in Zukunft genau dieses Ziel zu erreichen, nämlich Super-Babies die in der Intelligenz alles bisher bekannte übertreffen.

Auch die Oxford Universität arbeitet an Super-Babies

Nick Bostrom, Gründer und Leiter des Future of Humanity Institute an der Oxford Universität stimmt Stephen Hsu zu, wenn es um die Kreation von Super-Menschen geht. Die Grundlage für eine hohe oder geringe Intelligenz wird schon vor der Geburt eines Menschen oder anderen Lebewesens gelegt und die Informationen sind in den Genen enthalten. Bostrom schlägt vor, dass Eltern sich in Zukunft Eizellen screenen lassen könnten, um die Eizellen heraus zu suchen, die die höchste Intelligenzkonzentration mitbringen um sie im Anschluss zu implantieren. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass in Zukunft Eltern sich die Eigenschaften ihrer Kinder auf Grundlage ihrer eigenen genetischen Codes selbst im Vornherein aussuchen und zusammensetzen können. So könnten die besten Kinder enstehen die möglich sind, aber auch Kinder die in ihren genetischen Eigenschaften zusammengesetzt wurden. Auf der einen Seite klingt diese Vorstellung erschreckend, aber wie viele Kinder könnten so ein leben erhalten und zum Beispiel nicht mit einer unheilbaren Krankheit auf die Welt kommen. Unser Fazit: Kontrovers aber eine Entwicklung die auch gute Seite und ganz sicher nicht aufzuhalten ist.

Empfehlenswertes Video zum Thema Intelligenz

Quelle: http://www.trendsderzukunft.de/michagan-state-university-menschen-koennten-in-zukunft-einen-iq-von-1000-erreichen/2014/10/24/

Gruß an die völlig Gehirngewaschenen

TA KI

Briten und Amerikaner beenden Kampfeinsätze in Afghanistan


Schlüsselfertig haben britische und amerikanische Truppen zwei ihrer größten Militärbasen übergeben. Afghanistans Armee soll nun die Taliban allein bekämpfen. Doch die sind auf dem Vormarsch.

POIGNANT CEREMONY MARKS END OF UK COMBAT OPERATIONS IN HELMAND PROVINCE

Die letzten amerikanischen Marineinfanteristen und britische Kampftruppe haben am Sonntag ihre Kampfoperationen in Afghanistan eingestellt und zwei wichtige Stützpunkte an die afghanische Armee übergeben. Die einheimischen Sicherheitskräfte haben nun das Kommando über die frühere britische Militärbasis Camp Bastion sowie den benachbarten ehemaligen amerikanischen Stützpunkt Camp Leatherneck in der südwestlichen Provinz Helmand. Die bislang dort stationierten Soldaten kehren in ihre Heimat zurück.

Das nahe der Provinzhauptstadt Lashkar Gah gelegene Camp Leatherneck war der größte Militärstützpunkt der Nato-Truppe Isaf in der Region. In den Jahren 2010 und 2011 waren dort mehr als 40.000 ausländische Soldaten stationiert. Der Rückzug der Nato von dort lief bereits seit Februar. Die Infrastruktur der Basis aus Landebahn, Straßen, Kanalisation und Gebäuden soll nun vom afghanischen Militär genutzt werden. „Wir haben ihnen die Karten und die Schlüssel übergeben“, sagte Colonel Doug Patterson von den Marines der Nachrichtenagentur Reuters. Der afghanische General Sayed Malook erklärte, die Basis werde künftig als Ausbildungszentrum für 1800 Soldaten genutzt. „Ich bin überzeugt, dass wir die Sicherheit gewährleisten können“, sagte Malook.

Ausländische Kampftruppen ziehen ab

Der internationale Kampfeinsatz, der 2001 mit einer von den Vereinigten Staaten geführten Invasion zur Vertreibung der radikalislamischen Taliban begann, läuft zum Jahresende aus. Derzeit sind noch rund 40.000 Nato-Soldaten in Afghanistan stationiert. Nach dem Ende ihres Kampfeinsatzes soll eine kleinere Truppe von etwa 12.000 Soldaten zur Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Streitkräfte im Land bleiben, davon 9800 Amerikaner. Deutschland will sich mit bis zu 800 Soldaten an dieser Mission mit dem Namen „Resolute Support“ beteiligen.

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon sagte in der BBC, sein Land vollziehe den Abzug „mit Stolz“, weil man in Afghanistan die bestmöglichen Voraussetzungen für eine stabile Zukunft geschaffen habe. Im Camp Bastion war 2012 auch der britische Prinz Harry stationiert.

Schwierige Aufgabe für Afghanistans Armee

Die Befürchtung ist groß, dass die Sicherheitslage am Hindukusch nach dem Abzug der ausländischen Kampftruppen noch schwieriger wird. In der Provinz Helmand wird ein Großteil des Opiums angebaut, mit dem die Taliban sich finanzieren. In diesem Jahr war es hier zu schweren Gefechten mit der afghanischen Armee gekommen. Es bestehen Zweifel, ob die einheimischen Truppen den Aufständischen auf Dauer gewachsen sind. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass sie sich halten können“, sagte der für die Region zuständige amerikanische Kommandeur, Daniel Yoo. Er sehe die afghanische Armee für ihre neue Aufgabe gerüstet.

Seit 2001 wurden im Afghanistan-Einsatz 2210 amerikanische und 453 britische Soldaten getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein im ersten Halbjahr 2014 fast 5000 afghanische Zivilisten getötet oder verwundet, vor allem durch Aktionen von Aufständischen – so viele wie nie zuvor.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/truppenabzug-briten-und-amerikaner-beenden-kampfeinsaetze-in-afghanistan-13231673.html

Gruß an die Drogenmafia

TA KI

Wer hat eigentlich Grund, sich beleidigt zu fühlen?


In Deutschland wird gegen Dieter Nuhr ermittelt – im Iran das Opfer einer versuchten Vergewaltigung hingerichtet. Das wirft einige Fragen auf. Beleidiger und Beleidigte messen mit zweierlei Maß.

 

Während eine deutsche Staatsanwaltschaft gegen Dieter Nuhr ermittelt, weil sich ein deutscher Muslim durch die exzessiv harmlosen Witzeleien des Kabarettisten über den Islam beleidigt fühlt, wurde in einem iranischen Gefängnis eine Frau hingerichtet, die vor fünf Jahren zum Tode verurteilt worden war, nachdem sie einen Mann erstochen hatte, der sie vergewaltigen wollte.

Es ist nicht der erste Fall. Die „Süddeutsche“ berichtete über ein 16 Jahre altes Mädchen im Iran, das wegen „unkeuschen Verhaltens“ zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Die Autorin des Berichts, eine bekannte Islamexpertin, wies darauf hin, dass die Steinigung im Iran „faktisch abgeschafft“ wurde.

Und dass „iranische Menschenrechtler“ allein die Tatsache, „dass man darüber nachdenkt, die Steinigung durch andere Strafen zu ersetzen“, als „einen Schritt in die richtige Richtung“ sehen, „als Abkehr vom angeblich unflexiblen Korsett des islamischen Rechts“.

Barbarei im Namen einer barmherzigen Religion

So betrachtet, hat die Justiz der Islamischen Republik Iran wieder einmal bewiesen, wie flexibel sie das islamische Recht auslegt, indem sie nicht mehr steinigen, sondern hängen lässt. Und zwar nicht den Mann, der versucht hat, eine Frau zu vergewaltigen, sondern die Frau, die sich dagegen gewehrt hat.

Von der unfassbaren Logik des Urteils einmal abgesehen, wirft der Fall noch andere Fragen auf. Wer hat eigentlich einen Grund, sich beleidigt zu fühlen? Gläubige Muslime durch die Schriften von Salman Rushdie, die Karikaturen von Kurt Westergaard und die Witze von Dieter Nuhr? Oder alle anderen: Agnostiker, Atheisten, Christen, Heiden, Juden und säkulare Muslime durch eine Barbarei, die im Namen einer barmherzigen Religion begangen wurde?

Und ist angesichts dieser Praxis die feine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus noch tragbar? In Pakistan hat vor Kurzem ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen eine Christin bestätigt, die sich angeblich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert hat. Auch diese Frau soll am Galgen sterben. Wenn das mal kein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist.

Quelle: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article133658943/Wer-hat-eigentlich-Grund-sich-beleidigt-zu-fuehlen.html

Gruß an die Kulturvermischer

TA KI

Erdstall Rabmühle – Ferdinand W. O. Koch


Vor zwei Jahren fragte ich mich, was denn eigentlich die Erdstallforscher machen? Also ging ich zu ihrem Treffen. Nun, man freut sich tierisch, wenn jemand einen Erdstall gefunden
hat. Was ist denn eigentlich ein Erdstall? Es ist ein unterirdischer Gang unterschiedlicher Größe, der z.T. mit Kammern verbunden ist. Derartiges scheint es weltweit zu geben.
Bis heute ist nicht geklärt, wer diese Gangsysteme und warum geschaffen hat. Manche der Gänge sind nämlich so niedrig, dass man sie nur durchkriechen kann. Einige sind von gigantischen Ausmaßen, angeblich Hunderte von Kilometern lang. Seltsamerweise findet man in ihnen keine Knochen, Werkzeuge oder sonstige Zeugnisse von Zivilisation. Ganze unterirdische Städte findet man etwa in Kappadokien in der Türkei.
Aber warum in die Ferne schweifen? So hörte ich von dem Erdstall Rabmühle. Er sei einer der am besten dokumentierten und erforschten Erdställe überhaupt. Er befindet sich in
Niederbayern.

Nun kommt die Sensation, denn ich habe das Rätsel Rabmühle gelöst!

Erdstall „Rabmühle“ ohne Ende?

Nun, ich bin nicht vom Stamm der „adabei“(auch dabei). Da ich Rutengänger ausbilde, interessiert mich natürlich alles Unerforschte. Meines Wissens wurde noch kein Erdstall
exakt radiästhetisch untersucht. Warum eigentlich nicht? Es ist doch interessant, ein Problem einmal von einer anderen Seite her zu betrachten. Man darf doch mal über den
Tellerrand hinausschauen, oder? Was unterscheidet nun die Radiästhesie von den üblichen Untersuchungsmethoden? Man kann mit ihr alles abfragen/ermitteln, was mit Ja oder
Nein zu beantworten ist. Ich möchte hier allerdings nicht die ganze Radiästhesie erklären, denn dafür gibt es Fachliteratur. Nur so viel:

Welche Strahlung herrscht hier, und wieviel?
Gibt es hier natürliche oder künstliche Erdstrahlen?
Gibt es hier Heilstrahlung, wenn ja, wie stark, für was?
Wer ist der Erbauer? usw. Ein voll ausgebildeter, guter Radiästhet kann sich auch mit Tieren, Pflanzen, Verstorbenen, Naturgeistern, Engeln, der Akasha-Chronik
usw. unterhalten. Zu Forschungszwecken kann mansich an den Ort des Geschehens begeben und mit Wünschelrute, Pendel bzw. von Hand oder anhand einer Landkarte, eines Planes oder Fotos arbeiten. In diesem Fall nutzte ich das „Heft des Arbeitskreises für Erdstallforschung“ Nr. 19 als Arbeitsgrundlage.
1.
Zunächst erhob sich die Frage, warum hier ein Erdstall gebaut wurde? Also trug ich die Erdstrahlen-Gitterlinien in den Plan ein. Dann kamen auch noch heilige Linien zum Vorschein. Schon daraus wurde ersichtlich, dass es sich hier um einen Kraftplatz handelt. Dazu später mehr.
2.
Nach genauerer Untersuchung kamen Heilpositionen zum Vorschein!
3.
Warum liegen die Gänge und Räume auf unterschiedlicher Höhe? Weil die Heilpositionen eben nicht auf gleicher Höhe liegen.
4.
Die Engstellen dienen der Heilbehandlung und helfen somit, gewisse Eigenschaften abzustreifen, loszulassen usw. Wo ein Höhenunterschied zu bewältigen ist, findet man zuweilen Schlüpfe. Ist dies nicht der Fall, verläuft der Gang bergab oder man baute Treppen.

5.
Die Nischen in den Gängen oder Räumen sind nicht für die Beleuchtung zuständig, denn dies wäre unvorteilhaft, da es dafür bessere Plätze gäbe. Warum wären drei nebeneinander sinnvoll und dann meterweit keine mehr? Höhlen, Erdställe und dergleichen haben grundsätzlich etwas zu tun mit:
In etwas eingehen, eindringen, erforschen, sich verstecken usw.
Geburt nachempfinden, Loswerden, Blockaden, Abstreifen, Freiwerden usw. Da ich nun das Wesentliche ermittelt hatte (siehe Pläne), befragte ich mental den Erbauer, um Näheres
zu erfahren. So stellte sich heraus, dass er ein Druide war (die Gelehrten der früheren Zeit. Ihre Ausbildung dauerte zwanzig Jahre und mehr. Sie waren u. a. Ärzte, Pflanzenkundige,
Astronomen, Mathematiker, Rutengänger, Psychologen, Magier, Kriegsberater usw.). Als solcher kannte er sich mit der Radiästhesie natürlich bestens aus.
Nachdem er die Heilstellen gefunden hatte, ging er an die Manipulation der Gitter und heiligen Linien (die man biegen kann), um alles optimal zu gestalten.
Als Besitzer dieses Platzes musste er auch die Bauarbeiter bezahlen. Die Bauzeit war in den Jahren von 639–650. Aufgrund der Jahreszeiten, Erntezeiten, Krankheiten usw. zog sich

alles in die Länge. Rabmühle
Die Nischen brachte er durch weitere Manipulationen in eine Reihe bzw. an den gewünschten Ort. Hierzu gäbe es zwar noch Einiges zu sagen, doch das sind radiästhetische Feinheiten und Geheimnisse. Nun fragte ich ihn noch, warum er nicht weitergemacht und die wertvolle Höhle am Ende des Erdstalles, die ich ermittelt habe, nicht erschlossen hat. Darauf meinte er, der Bau habe lange genug gedauert und nun wollte er endlich an die Nutzung gehen und ,Geld verdienen‘, außerdem sei er zu alt gewesen, um weiter buddeln zu lassen. Fast ist man versucht zu sagen, er hat am falschen Ende begonnen. Nein, er wollte von Anbeginn den sehr wertvollen Brunnen für seine Medizin nutzen.
Die Nutzung des Erdstalles In die Nischen (ca. auf Brusthöhe) oder die Raummitte stellte er ein Wassergefäß. Die Strahlung an dieser Stelle bewirkte eine Veränderung des Wassers.
Nach einer Woche war dann die Medizin fertig. Man nahm zwei Schlucke pro Tag davon. Den Raum am Ende nutze er als Apotheke und Labor. Dort stellte er weitere Ingredienzien aus Pflanzen und den aufgeladenen Wässern her. Er war ja auch eine Art Alchemist. So schuf er sich ein „Vermögen“ und wurde der reichste Mann im Ort und der Umgebung.
Manche Erdställe waren für die Bevölkerung zugänglich. Sie hatten z.B. einen Schlupf zur intensiveren Heilung oder Liege- bzw. Sitzbänke. Hier kostete die Nutzung Eintritt, z. B. fünf Eier. Auf unserer Erde gibt es verschiedene Arten der Heilmöglichkeit:
1.
Lava, Heilerde, Moor und Lehm für Bäder und Packungen
2.
Pflanzen zum Einnehmen und Auflegen
3.
Heilfelsen und Heilhöhlen mit Bank, um darauf zu sitzen oder liegen.
4.
Näpfchensteine, in die man Flüssigkeiten füllt.
5.
Warzensteine, an die man Flüssigkeitsgefäße hält.
6.
Heilstellen im Boden, auf/in die man Flüssigkeitsgefäße stellt. In einem Wald in Oberfranken gibt
radiästhesiehartmann- curry- Feld

es viele hochkarätige nummerierte Heilfelsen. Dort werden die Leute sogar heute von Ärzten und Heilpraktikern hingeschickt. Z. B. „Herr Meier Felsen 7, zwanzig Minuten darauf setzen, Frau Müller Felsen 18, eine Viertelstunde darauf legen, usw. In die Näpfchensteine füllte man z.B. Wasser. Nach drei Tagen war es dann verändert. Je nachdem wurde daraus eine Medizin oder man konnte Material damit bearbeiten. Sei es, um Kupfer zu härten, Holz unbrennbar und verwitterungsfest zu machen, Lebensmittel für Jahre halt  bar machen, usw.
unterirdische kanäle im urwald
strahlenwerte

Um an die Heilstelle zu kommen, höhlte man bei uns Felsen aus und schuf Näpfchen. In einigen Ländern fand ich Warzensteine. In Peru hat man die Steine weichgemacht und um die Heilstelle das Material abgetragen. Dann hielt man ein Wassergefäß für fünf Minuten daran und lagerte es dann eine Woche lang zuhause, bis die Medizin fertig war.
Wer keine Heilfelsen oder -steine hat, muss eben in der Erde nach Heilstellen suchen.
Daraus folgt:
Wenn die Erde ihre Heilmöglichkeiten nicht frei zugänglich machte, bearbeitete man sie oder den Stein, bis man die entsprechende Stelle nutzen konnte. Sei es durch Nischen, Näpfchen, Bänke, Warzen usw. So fand ich weltweit die wertvollsten Heil- und Kultplätze. Vieles habe ich aus Zeitmangel noch nicht ausgewertet.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich die Heilmöglichkeiten in diesem Erdstall nicht bekannt gebe, da ich den Besitzer vor einem Tourismusrummel bewahren will, denn die Leute würden die Anlage binnen kurzer Zeit völlig zertrampeln und die Wände aushöhlen, um Heilmaterial mitzunehmen. So kann ich nur sagen, dass dieser Erdstall ein wahres Sanatorium darstellt! Schrazelgänge, Großerdställe, die unterirdischen Städte in der Türkei und die viele Kilometer langen Gänge in Afrika (Google: unterirdische Gänge in Afrika) und Guatemala/Belize sind anders zu bewerten, haben vielleicht eine andere Verwendung und andere Erbauer. Die Frage, warum an einer Stelle ein Erdstall errichtet wurde, ist wahrscheinlich nur radiästhetisch zu lösen. Die restlichen Fragen kann man eventuell empirisch ermitteln. Leichenreste wird man darin wohl kaum finden, denn dazu waren die Stätten meist zuheilig, es sei denn, sie wurden später missbraucht.
Nun werden Sie natürlich sagen: „Wie will er das alles beweisen?“ Nun, es käme auf Versuche an, doch wo sind die Probanden, die bereit sind, ein im Erdstall „Rabmühle“ präpariertes Wasser bei sich anzuwenden?
Warzenstein Peruunterirdische gänge in afrikalinks
.
Gruß an die Wunder dieses Landes
TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 11


Loki

Von Tor Åge Bringsværd

idun

Das Meer kocht und brodelt. Ein schreckliches Haupt, groß wie ein Berg, erhebt sich langsam aus den Wellen. Das schuppige Ungeheuer streckt seinen Hals und sperrt schnaubend das Maul auf. Ein saurer Hauch dringt wie eine Windfahne aus seinem Rachen. Alles Lebendige ergreift die Flucht, die Fische im Wasser und die Vögel unter dem Himmel.
Es ist die Mitgardschlange, das Untier, das sich um die ganze Welt ringelt, und sich in den eigenen Schwanz beißt. Den riesenhaften Kopf wiegt sie spähend, lauschend, witternd hin und her. Langsam, aber zielsicher bewegt er sich auf einen fernen Schimmer zu. Es ist die Burg des Seekönigs, die dort glitzert und leuchtet. Hier herrscht Ägir, der mächtigste unter den Meeresriesen. Heute Abend wird dort ein Fest gefeiert.
Die Schlange zischt. Sie weiß, dass sich dort hinter den festen Balken des Hauses ihre schlimmsten Feinde versammelt haben. Denn Ägir ist ein Freund der Götter. Jedes Jahr lädt er sie zu einem großen Festschmaus ein. Hier sitzen die Asen lachend und ausgelassen unter den Riesen des Meeres und dessen Frauen.
Die großen Nüstern der Schlange zittern vor Gier. Alle sind da, denkt sie. Nur einer fehlt. Alle warten auf Thor. Der Donnergott kämpft hoch im Norden mit den Trollen. Bald wird auch er kommen und nach dem Trinkhorn greifen, wenn er die Riesenschädel in den Staub geworfen hat.
Die Mitgardschlange züngelt vor Ungeduld. Sie kann es nicht erwarten, Ägirs Burg über den Haufen zu werfen, jeden Balken zu zermalmen und sich über Haus und Hof zu wälzen. Aber dann fällt ihr ein, was ihr Hel, ihre Schwester, die Königin des Totenreichs eingeschärft hat. „Warte“, hat sie ihr geraten. „Warte bis ich dir ein Zeichen gebe! Dann ist uns der Sieg sicher.“ – „Was für ein Zeichen?“ wollte sie wissen.
„Ich habe einen kohlschwarzen Hahn“, flüstert Hel. „Wenn du ihn krähen hörst, dann weißt du, dass der Anfang vom Ende gekommen ist. Dann werden die Sterne erlöschen und die Berge erzittern. Die Bäume werden entwurzelt, und alles, was fest ist, verliert seinen Halt. Dann erst ist deine Stunde gekommen.“
Die Mitgardschlange schließt die Augen und seufzt. Sie windet sich heftig und versinkt im Meer. Es gluckst und dampft, und ein mächtiger, saugender Wirbel bleibt zurück.
Die Schlange ist für diesmal verschwunden.

 

Keiner in Ägirs Burg ahnt, was geschehen ist. Asen und Seeriesen spaßen miteinander. Auf dem tangbedeckten Boden wird fröhlich getanzt. Nicht Kerzen und brennende Fackeln erleuchten den Saal, sondern schimmerndes Gold. Es hängt in ganzen Klumpen von der Decke, es schmückt die Wände und liegt in glitzernden Haufen auf den Tischen. Die Diener laufen umher und kümmern sich darum, dass es keinem an Essen mangelt. Das Bier aber schenkt sich selber ein. Ein gewaltiger Kessel schwebt über den Tischen hin und her und sorgt dafür, dass kein Trinkhorn leer bleibt.
Die neun Töchter des Seekönigs singen und tanzen für die Gäste. Die Asen schlagen den Takt dazu und singen mit. Nur Odin sitzt still da und sagt kein Wort. Er rührt das Essen nicht an und trinkt nur Wein. Alle wissen, dass es nicht klug wäre, ihn zu stören, wenn er sinnt und grübelt.
Er hat die Augen geschlossen und denkt an die Welt. Die Welt, denkt er, gleicht einer Scheibe aus Holz mit kräftigen Jahresringen. In der Mitte wohnen die Asen, im nächsten Ring leben die Menschen, und ganz draußen am Rand hausen die Trolle.
Dann wieder kommt ihm die Welt wie eine Eierschale vor, die auf dem großen wilden Meer schwimmt, oder wie eine Daune, die in der Luft hierher und dorthin tanzt, die so lange in der Schwebe bleibt, wie der Atem der Götter reicht. So verletzlich ist das Ganze, so leicht zu zerstören, so nahe daran zu kippen und verlorenzugehen.
Er denkt an die alten Zeiten, da alles erschaffen wurde. Wie lange ist das her! Damals erschlugen er und seine Brüder den ungeheuren Riesen Ymer und erschufen aus dem Leichnam die ganze Welt. Aus seinem Blut wurde das Meer, aus seinem Fleisch das Land, aus seinen Knochen entstanden Berge und Klippen, aus seinem Haar wuchsen die Bäume und das Gras. Seinen Schädel haben sie damals wie eine große Kuppel über alles Erschaffene gesetzt. Er wurde zum Himmel. Odin lächelt, wenn er daran denkt.
Damals war er jung und ausgelassen wie ein Fohlen. Stolz wie ein Hahn, stark wie ein Ochse, spitzfindig wie ein Fuchs. Das ist lange her. Odin fühlt sich alt. Sein Bart ist weiß geworden. Wenn er morgens aufsteht, knacken seine Gelenke. Sein Auge trieft und schmerzt ihn. Jetzt lächelt er nicht mehr.
Er wird aus seinen Gedanken gerissen, denn drüben am Feuer hat Loki Streit mit einem Diener des Seekönigs angefangen. Loki geht auf ihn los, und ehe die andern sich´s versehen, schlägt und tritt er auf ihn ein. Der Diener versucht ihm zu entkommen, aber es ist zu spät, er stürzt mit dem Kopf gegen eine Tischkante. Obwohl er sich nicht mehr rühren und mit offenen Augen am Boden liegt, versetzt Loki ihm noch einen Tritt.
Voller Abscheu haben es die Asen mit angesehen. „Schande über dich, Loki!“ rufen sie. Als hätte er jetzt erst begriffen, was er getan hat, krümmt er sich und wimmert: „Das habe ich nicht gewollt. Es war seine Schuld. Ich winkte ihn herbei, doch er hat mich nicht beachtet. Er hat mich wie Luft behandelt! Er hat mich beleidigt! Ich kann nichts dafür!“
Einige von den Seeriesen treten ihm drohend entgegen. Doch Sigyn, Lokis Frau, kommt ihm zu Hilfe. „Mein Liebster“, ruft sie, „was hast du nur? Bist du verletzt?“ Ängstlich läuft sie herbei und stellt sich den Riesen in den Weg. „Lasst ihn! Es war ein Unglück. Das müsst ihr doch einsehen!“
Nun hat auch Odin sich erhoben. Alle weichen zur Seite und lassen ihn durch. Langsam geht er auf Loki zu. „Ich erwarte eine Erklärung“, sagt er. „Antworte!“ Loki schlägt die Augen nieder. „Ich habe es nicht gewollt“, jammert er. „Aus Versehen ist es geschehen, ich weiß nicht wie!“
Odin schüttelt den Kopf. „Ich verstehe dich nicht“, sagt er leise. „Vielleicht habe ich dich nie verstanden.“
Ägir ist wütend. „Ihr habt versprochen, dass dies eine geheiligte Freistatt sein soll!“ ruft er. Odin nickt. „Ich selber werde euch das Wergeld bezahlen! Ich gebe dir mehr, als du verlangst.“ – „Und Loki soll sich nie wieder hier blicken lassen“, bellt Ägir. „Mit Knüppeln soll er verjagt werden“, antworten die Gäste wie aus einem Munde. Loki ringt die Hände. „Milchbruder!“ bettelt er, doch Odin wendet ihm den Rücken zu. „Du bist dein eigner Feind“, sagt er. „Nun kann auch ich dir nicht mehr helfen.“
Schon sind zwei Seeriesen zur Stelle. Sie schlagen auf Loki ein und treiben ihn vor sich her aus dem Festsaal. Loki versucht, Kopf und Gesicht zu schützen, so gut es geht. „Loki“, ruft seine Frau, „warte ich komme mit!“ Aber die andern Frauen halten sie zurück. Sigyn fängt an zu weinen. Ihre beiden Sohne, Narwe und Wale, versuchen sie zu trösten. Da pocht Ägir mit seiner großen hölzernen Forke auf den Boden. „Lasst euch das Fest nicht verderben von diesem Störenfried!“ ruft er. „Es gibt noch reichlich zu essen, und an Met soll es nicht fehlen. Keiner soll sagen, dass er hungrig vom Tisch des Seekönigs aufstehen musste!“
Ale suchen nach einem scherzhaften Wort, oder sie stimmen ein Lied an. Aber die fröhliche Stimmung will nicht wiederkehren. Erneut wendet sich das Gespräch Loki zu. „Immer macht er eine gute Figur“, sagen sie, „aber im Grunde ist er boshaft und heimtückisch.“ Ägir seufzt: „Wer hätte sich träumen lassen, dass es soweit kommen musste? Habe ich nicht immer meine Ehre darein gesetzt, ein guter Gastgeber zu sein?“ – „Du hättest sie nie einladen sollen“, zischelt seine Frau. „Hör auf meine Worte: Von den Göttern kommt nie etwas Gutes.“ Sie heißt Ran und ist ein gefährlicher Wassertroll. Sie verachtet ihren Mann, weil er so gerne Odins Freund sein möchte.

 

Aber wo ist Loki geblieben? Ist er nach Asgard heimgeritten? Oder sucht er in Jotunheim Trost? Nein er sitzt unweit von Ägirs Burg auf einer Schäre und bläst Trübsal. Er sieht die Lichter und hört das Gelächter der Gäste. Er ballt die Fäuste und hat Tränen in den Augen; denn Loki fühlt sich ungerecht behandelt.
Nur weil er von den Riesen abstammt, glauben alle, dass sie mit ihm umspringen können, wie sie wollen. Hat er nicht das gleiche Recht wie alle andern Götter? Doch die Asen halten sich immer für was Besseres. Aber sie werden schon sehen! Er, Loki wird es ihnen zeigen!
Ein Raunen geht durch den Festsaal, als die Tür aufgerissen wird und Loki von neuem auftaucht. „Muss ich dich noch einmal mit dem Knüppel davonjagen?“ schnaubt Ägir. Aber Loki lacht nur und sagt: „Ihr glaubt gar nicht, wie durstig ich bin.“ – „Nie wieder wirst du unter den Asen sitzen“, ruft sein Halbbruder Brage. „Schande über dich!“ Doch Loki achtet nur auf Odin und spricht zu ihm: „Soll ich dich daran erinnern, wie wir in der Morgenfrühe der Zeit Blutsbrüderschaft getrunken haben? Damals schworen wir einander, dass keiner einen Trunk schmecken sollte, der nicht uns beiden geboten würde. Denk daran Milchbruder! Oder willst du wortbrüchig werden?“ Odin nickt müde. „Ich erinnere mich“, sagt er. „Ich erinnere mich allzu gut daran.“ – „Wenn ich wirklich fortgehen soll, dann will ich es aus deinem eigenen Mund hören“, fährt Loki fort. „Ein Wort von dir, und ihr seid mich los. Oder ein anderes Wort, und wir setzen uns an einen Tisch, wie wir es seit jeher getan haben.“
Odin zaudert. Ägir zuckt mit den Schultern. „Du hast mir versprochen, das Wergeld zu zahlen, Odin. Wenn du also mit so einem trinken möchtest…“ – „Ach, bitte, Odin, lass ihn doch hier bleiben“, wimmert Sigyn. Odin atmet schwer. Endlich sagt er: „Gut, schenkt ihm einen neuen Krug ein.“ Aber nun schüttelt Brage seine Faust und ruft hitzig: „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ – „O doch!“ grinst Loki, „Du hast dir immer alles gefallen lassen, Brage Stubenhocker. Keiner unter den Asen ängstigt sich so wie du vor Kampf und Streit. Wenn du mir nicht glaubst, dann komm her und beweise, dass du Mut hast!“
Brage möchte es mit ihm aufnehmen, aber Iduna, seine Frau, hält ihn zurück. „Lass Loki in Ruhe“, sagt sie. „Er ist es nicht wert, dass du dich mit ihm einlässt.“ – „Du bist selber nicht viel wert, Iduna“, höhnt Loki. „Denn wenn Brage der Feigste unter den Männern ist, dann bist du die Geilste unter den Frauen!“
„Hört auf!“ rufen die Asen. Doch Loki ist nicht mehr zu bremsen. „Dein lieber Brage ist ja unser großer Dichter“, giftet er. „Aber wir andern haben auch keine Mühe gescheut, um dir mit unserm Stift eine kleine Freude zu machen.“ Da bricht Iduna in Tränen aus. „Kannst du ihm nicht das Maul stopfen, Odin?“ fleht sie. „Da bist du gerade an den Richtigen geraten“, grinst Loki. „bei dem weiß niemand, mit wem er es gerade hält. Oft genug hat er irgendeinem Lumpenkerl den Sieg gegönnt. Kein Wunder! Einäugig wie er ist!“
Jetzt hat Odin sich erhoben. „Weißt du noch“, hält er Loki vor, „wie du acht Winter lang als Magd gedient und unter der Erde Kühe gemolken hast?“ – „Ach was“, antwortet Loki, „du bist doch selber oft genug als Weib unter die Leute gegangen, damals, als wir jung und grün waren!“ Schon will er zu einer langen Geschichte ausholen, da unterbricht ihn Frigga.
„Was ihr beide in der Morgenfrühe der Zeiten alles getrieben habt, ist eure Sache“, sagt sie. „Lasst uns damit zufrieden!“ – „Das könnte dir wohl passen“, schnappt Loki zu. „Denn als wir beide unterwegs waren, Odin und ich, da bist du mit seinen beiden Brüdern unter die Bettdecke gekrochen.“ – „Schweig endlich!“ ruft Frigga. „Ja, da hältst du dir die Ohren zu“, antwortet Loki triumphierend.
Frigga ist jetzt außer sich vor Zorn, und die Tränen treten ihr in die Augen. „Wenn mir nur mein Baldur zur Seite stünde! Der würde dich in die Schranken weisen.“ – „Also habe ich gut daran getan, dafür zu sorgen, dass er nicht mehr unter uns ist.“
Ein lautes Murren geht bei diesen Worten durch den Saal. „Du weißt nicht mehr, was du redest“, ruft Freia. „Du hast wohl den Verstand verloren!“ – „Du warst auch nicht mehr ganz bei Trost, Freia, damals als ich dich auf deinem eigenen Bruder reiten sah!“ Nun verliert auch Tyr die Geduld. „Wage es ja nicht, Loki, dir das Maul über Frei und Freia zu zerreißen!“ droht er. Aber Loki lacht ihn aus. „Du willst mich daran hindern? Mit deinem einen Arm? Weißt du noch, wie der Fenriswolf dir die Hand abgebissen hat?“
„Dafür ist der Wolf nun für immer an allen vieren gebunden. Und so, wie er nun daliegt und sich in seinen Ketten windet, so werden wir auch dich fesseln, wenn du nicht das Maul hältst“, sagt Frei. Loki spuckt vor ihm aus und bellt: „So redet einer, der sein eigenes Schwert verkauft hat, nur um mit einer Trolltochter herumzuhuren! Hört, was ich euch sage: Wenn der Tag kommt, an dem die Söhne von Muspilheim durch den dunklen Grenzwald reiten, wird Frei wehrlos dastehen, ohne eine Waffe zu der er greifen kann!“ – „Du bist betrunken und du hast genug gesagt“, ruft Heimdall. Aber Loki hält nicht inne. Er tänzelt durch den Saal, hält hier an und dort, und er beschimpft jeden, vor dem er stehenbleibt.
Odin hat wieder Platz genommen. Er beugt den Kopf und schweigt. „Warum werfen wir ihn nicht vor die Tür?“ fragt Heimdall. „Weil dies eine geheiligte Freistatt ist“, antwortet ihm Siv. „Wir haben Ägir, unserem Gastgeber, geschworen, Frieden zu halten, solange wir in seinem Haus sind. Loki will uns nur soweit bringen, dass wir unseren eigenen Schwur brechen.“ – „Oh, meine Siv mit dem goldenen Haar“, grinst Loki, beugt sich über sie und zupft an ihren langen Flechten. „Weißt du noch, wie schön wir es miteinander hatten, damals als dein Thor aus dem Haus war?“
In diesem Augenblick dröhnt ein Donnerhall durch den Saal, und ein lärmender Wagen, gezogen von zwei scharfen Böcken, rollt durch die Pforte. Es ist Thor, der nach vielen Faustkämpfen, blutend und schmutzstarrend, mit wehendem Bart und Haar, zu den Festgästen stößt. In der Faust schwingt er seinen Hammer Mjölner. „Noch ein Wort von dir, du Ratte, und ich zerknicke dich wie einen verrotteten Zweig!“ – „Verrotten magst du selber“, antwortet Loki mit kalter Miene. „Ich weiß noch gut, wie viel Angst du hattest, damals im Osten von Utgard, als wir im Fausthandschuh eines Riesen übernachten mussten.“ Thor packt Loki am Nacken und droht ihm mit dem Hammer. „Ich schlage dir den Kopf ab!“ ruft er.
Da springt Sigyn herbei und schlägt mit ihren kleinen Fäusten auf Thor ein. „Lass ihn los, du Ochse! Nimm die Pfoten von meinem Loki!“ Thor brummt und sieht sich fragend um. „Lass ihn gehen“, sagt Odin müde. Thor hebt Loki hoch und lässt ihn krachend zu Boden fallen. „Tut es weh, mein Lieber? Hat er dir etwas angetan?“ jammert Sigyn und nimmt ihn in die Arme. „Was musstest du auch so schlimme Dinge sagen?“ Loki schiebt sie von sich und steht auf. „Das erste Mal“, sagt er, „habt ihr mich mit Knüppeln davongejagt. Das zweite Mal gehe ich aus freien Stücken.“ Er richtet einen kalten Blick auf Odin. „Was ich euch zu sagen hatte, habe ich gesagt. Nun wissen wir, was wir voneinander zu halten haben.“ Dann wendet er den Asen den Rücken zu und geht zur Tür.
„Wenn wir uns wiedersehen, hast du meinen Hammer im Genick“, ruft Thor ihm nach. Unter der Tür dreht Loki sich noch einmal um. Er wendet sich an den Seekönig. „Dir Ägir, sage ich: Nie wieder wirst du ein Fest geben, weder den Asen, noch den Riesen. Und alles was du besitzt, soll in Flammen aufgehen.“ Dann ist er verschwunden.

jörd- Erd- und Fruchbarkeitsgöttin

Nach einer Weile nehmen auch die Asen Abschied. Am Meeresstrand holt Frei aus seiner Gürteltasche eine kleine Decke hervor. Er breitet sie aus und wirft sie aufs Wasser. Sogleich wird ein mächtiges Schiff daraus. Die Asen gehen an Bord des Skidbladner und segeln heimwärts.
Odin steht am Steven und spürt den Wind im Gesicht. Er denkt an Loki und an die alten Zeiten, als sie alles miteinander geteilt hatten. Viel Freude hat er mit diesem Sohn der Trolle erlebt, und oft haben sie miteinander gelacht. Doch nun ist das Fest vorbei. Loki ist keiner mehr von den Asen.
Ohne dass er es merkte, hat Frigga sich zu ihm gesellt. Jetzt lehnt sie den Kopf an seine Schulter. „Wie konnte ich mich nur so in ihm täuschen?“ grübelt Odin. „Solche Fehler bleiben keinem erspart“, antwortet Frigga und birgt ihr Gesicht in seinem rauen Mantel.

 

Die Stimmung in Asgard ist gereizt. Alle reden über Loki. Jetzt erinnert sich niemand mehr an seine guten Dienste. Wie oft haben seine Einfälle den Asen geholfen, als Not am Mann war! Wie oft haben sie über seine Scherze gelacht! Aber das ist alles vergessen. Jetzt lässt keiner mehr ein gutes Haar an Loki. Nicht nur, dass er uns zum Narren gehalten und hinters Licht geführt hat, heißt es; nicht nur, dass er Schuld ist an Baldurs Tod; er hat auch dafür gesorgt, dass sein Halbbruder nicht von den Toten zurückkehren durfte. „Er ist auch noch stolz auf seine Untat“, sagt Heimdall. „Er macht sich lustig über uns!“ – „Ich zerschmettere ihm den Schädel“, ruft Thor.
Nur Sigyn hält ihm die Stange. „Ihr vergesst, dass ich ihn liebhabe“, sagt sie. „Ach Sigyn“, raten ihr die andern Trauen, „was hast du davon? Nichts als Ärger! Warum suchst du dir nicht einen andern?“ Aber Sigyn schüttelt den Kopf und geht ihrer Wege. „Das Herz hat keine Wahl“, sagt sie. „Niemand kann sich seine Liebe aussuchen.“
Odin befiehlt, dass Loki bei lebendigem Leibe gefangen und bestraft werden soll. Er schickt seine Raben Hugin und Munin aus nach Mitgard und nach Jotunheim und bittet Zwerge und Alben um Hilfe bei der Suche. Die Walküren reiten über Berg und Tal, Meer und Wolken. Er selber hält Ausschau von seinem Thron hoch über der Götterburg. Ich habe dich geliebt, denkt er voll Bitternis, während er den Blick über die Welt schweifen lässt. Er starrt hinaus, bis ihm die Augen tränen.
Loki ist weit in die Wildnis gegangen. Auf dem Gipfel eines hohen Berges hat er sich ein Haus gebaut, ein Haus mit vier Türen, damit er von seinem Stuhl aus den Blick frei hat in alle Himmelsrichtungen. Nicht weit davon stürzt ein Wasserfall in die Tiefe. Jeden Morgen verwandelt er sich in einen Lachs, der im rauschenden Wasser spielt. Niemandem wird es einfallen, nach einem Fisch zu suchen, denkt er. Bald werden es die Asen müde werden, nach mir zu suchen. Bald haben sie mich vergessen und dann ist meine Zeit gekommen! Dann will ich endlich meinen Sohn, den Fenriswolf, zu mir rufen, mein Kind, die Mitgardschlange, und Hel, meine mächtige Tochter, die über das Reich der Toten herrscht! Und dann nehmen wir Rache und werden dieser ganzen Welt ein Ende machen!
Doch wenn er dann am Abend ganz allein am Feuer sitzt, nach einem langen Tag im kalten Wasser, wenn er Schuppen und Flossen abgelegt und sich an den glatten, heißen Steinen aufwärmt, wenn er dann durch die vier Türen hinaus in die Dunkelheit späht, dann beschleicht ihn die Angst. Wie mit leichten, unruhigen Flügelschlägen zuckt es in seiner Brust, und ohne dass er es merkt, fangen seine Finger an, sich zu regen. Er hält einen leinenen Faden in der Hand und zupft und nestelt daran, bis ein Netz aus engen Maschen daraus wird. Was treibt er da? Hat er nicht allen Grund, das Garn zu fürchten, das er knüpft.

 

Die Asen aber haben die Fahndung nach Loki nicht aufgegeben. Eines Tages sieht er in der Ferne eine lange Kette von Gestalten, die das Gebirge absuchen. Mit jedem Schritt kommen sie näher. Rasch wirft Loki das Netz ins Feuer, nimmt seine Fischgestalt an und springt glatt und zappelnd in den Wasserfall.
Die Asen finden das Haus leer, aber sie sind sich ganz sicher, dass kein lebendiges Wesen bei ihrer Suche durchgeschlüpft ist. Sie untersuchen die Asche im Herd und entdecken das Muster des verbrannten Netzes. Da wissen sie sogleich, wonach sie zu suchen haben. Sie knüpfen ein neues Netz und werfen es in den Fluss. Thor hält es am einen Ende, das andere Ende halten die übrigen Asen fest Nun durchkämmen sie watend den Fluss. Loki schwimmt vor dem Netz her, so tief wie möglich am Grund des Wassers, hält still, legt sich flach zwischen zwei Steine und hält den Atem an. Er spürt im Rücken, wie das Netz in streift. Auch die Asen haben bemerkt, wie etwas in den Maschen zuckt. Sie binden schwere Steine an das Garn, bevor sie es von neuem auswerfen. Da flüchtet Loki und stürzt in die Tiefe. Mit einem Satz kehrt er um, macht einen Luftsprung über das Netz und schwimmt zurück zum Wasserfall.
Doch nun haben die Asen ihn gesehen. Sie teilen sich in zwei Gruppen, von denen jede ein Ende des Netzes hält. Thor watet in der Mitte des Flusses. So ziehen sie Schritt für Schritt das Netz nach unten. Noch einmal wagt Loki einen Sprung über das Garn, aber diesmal ist Thor schneller. Wie ein hungriger Bär wirft er sich nach vorn und greift nach ihm. Beinahe wäre der glatte Leib ihm durch die Finger geschlüpft, doch es gelingt ihm, den Lachs am Schwanz zu packen. „Lasst mich los!“ zetert der zappelnde Fisch. Da deutet Freia auf ihn und ruft: „Du, der du dich in Fischgestalt verbirgst – ich befehle dir, komm her und zeige dich! Sei, der du bist!“ Sogleich liegt Loki wimmernd zu ihren Füßen. „Hast du vergessen“, sagt Freia, „wer dich vor langer, langer Zeit, alle deine Künste lehrte? Jetzt bereue ich es, denn du warst es nicht wert, dass ich meine Zeit mit dir vergeudet habe“ Sie wendet sich an Odin. „Was soll mit ihm geschehen?“ fragt sie. Doch Odin wendet sich ab und schüttelt den Kopf. „Tut mit ihm, was getan werden muss“, antwortet er müde.
Auch Sigyn findet keine Worte mehr. Sie steht wie angewurzelt da und streckt die Arme nach ihrem Mann aus. Nur Wale und Narwe, seine beiden Söhne, versuchen Loki zu Hilfe zu kommen. Sie stürmen brüllend auf ihn zu, doch die Asen halten sie mit Leichtigkeit zurück.
Plötzlich stößt Thor einen Schmerzensschrei aus. „Der kleine Köter hat mich gebissen“, ruft er. „Schaut nur, seine Zähne! Sie wachsen und wachsen! „sagt Brage. Wahrhaftig! Wale sprießen lange schwarze Haare im Gesicht, er knurrt und fletscht die Zähne, ein Fell wuchert ihm auf der Brust und auf den Armen. „Lasst ihn los“, ruft Freia, „lasst sie los, alle beide!“
Die Asen haben Lokis Söhne umringt. Unter ihren Augen verwandelt Wale sich in einen Wolf. Er zeigt den Göttern die Zähne und schnappt nach ihnen. Dann fällt er über seinen eigenen Bruder her, setzt ihm die Hauer an die Kehle und beißt ihn tot. Die Asen weichen zurück, und der Wolf entkommt. „Mein Kind“, ruft Sigyn ihm nach, „was tust du?“ Wale wendet sich zu ihr um und zeigt ihr die Zähne. Aus seinem Rachen rinnt Blut. „Hinke fort nach Jotunheim, räudiges Graubein“, ruft Freia. „Dort gehörst du hin! Eines Tages wirst du bitter bereuen, was du getan hast. Nie sollst du Trost und Vergessen finden!“
Die Asen ziehen aus Narwes zerfleischtem Leib die Gedärme und fesseln damit Loki an Händen und Füßen. Sie legen ihn auf den Rücken, so dass er auf drei scharfen Steinen zu liegen kommt: ein Stein unter der Schulter, einer unter den Hüften, und einer unter den Kniekehlen, und sogleich verwandeln die blutigen Gedärme sich in eiserne Ketten.
Da liegt er nun und heult und jammert. Er ruft nach dem Fenriswolf und nach der Mitgardschlange, er ruft nach Hel, doch niemand antwortet ihm. Eine ganz andere Schlange windet sich vor seinem Gesicht. Es ist Schad, Njörds Frau, die das Gewürm in der Hand hält und das Gift auf Loki träufeln lässt. „Das könnt ihr doch nicht mit ihm machen“, ruft Sigyn verzweifelt, doch Schad lacht nur und lässt die Schlange über Lokis Augen baumeln. „Eine Schlange bist du“, flüstert sie ihm ins Ohr, „und eine Schlange soll dir Gesellschaft leisten.“
Die Asen brechen auf, doch Sigyn bleibt bei ihrem Mann. „Liebst du ihn denn so sehr“, fragt Schad sie und sieht zu, wie sie eine Schale über ihren Mann hält, um das Gift aufzufangen. „Ich habe keinen ander“, sagt sie. Seine Ketten kann sie nicht sprengen, und nach dem Kopf der Schlange wagt sie nicht zu greifen. Als die Schale überfließt, wendet sie den Kopf ab, um sie auszugießen, und da trifft ein Spritzer auf Lokis Gesicht. Er wälzt sich so stark in seinem Schmerz, dass der Boden unter ihm erzittert. Das ist es, was die Menschen ein Erdbeben nennen.
So wird Loki nun liegenbleiben bis ans Ende der Welt. Erst wenn es gekommen ist, heißt es, sollen die Ketten von ihm abfallen wie verdorrtes Gras. Dann, so heißt es, wird nicht nur Loki freikommen; auch der mächtige Fenriswolf wird sich losreißen und mit offenem Rachen, aus dem der Schaum wie Wolken über die Erde treibt, über Land und Meer hetzen. Auch die große Mitgardschlange wird sich dann über die Ufer des Weltmeeres wälzen, und der Erdboden wird sich auftun, so dass Hel an der Spitze ihres gewaltigen Totenheeres ihren letzten Ritt antreten kann. So ist es vorherbestimmt. So wird es geschehen.
Daran muss Odin denken. Er weiß es. Und dennoch fehlt ihm Loki. Er denkt an ihn wie an einen toten Bruder, und er vermisst ihn.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Legenden

TA KI

Wissenschaftler: Menschenversuche des US-Verteidiungsministeriums schuld an Ebola


[Bild: Wissenschaftler: Menschenversuche des US-Verteidiungsministeriums schuld an Ebola]

Dr. Cyril Broderick, ein liberianischer Professor für Phytopathologie, hat in der größten Zeitung Liberias schier Unglaubliches behauptet. In dem Interview gab Broderick an, dass das Ebola Virus in geheimen Labors genetisch modifiziert wurde.

Dass Ebola in mehreren Regionen parallel ausbrach, in der die Weltgesundheitsorganisation zuvor Massenimpfungen an der Bevölkerung durchgeführt hatten, kann laut Broderick kein Zufall sein, wobei er sich dabei auf Recherchen des amerikanischen Harvard Professors Leonard Horowitz stützt.

Horowitz hatte bereits 1998 belegt, dass die Pharmaindustrie gemeinsam mit dem US-Militär biologische Kampfstoffe entwickelt und diese dann im Zuge von Impfkampagnen an der afrikanischen Bevölkerung getestet hatte.

Quelle: http://www.shortnews.de/id/1116167/wissenschaftler-menschenversuche-des-us-verteidiungsministeriums-schuld-an-ebola

Gruß an die Biowaffenhersteller

TA KI

 

Krieg als Geschäft: US-Spekulanten warnen vor Frieden in der Ukraine


Der Milliardär George Soros hat eine wilde Attacke gegen Wladimir Putin geritten. Er fordert, dass der IWF sofort 20 Milliarden Dollar in die Ukraine pumpen solle. Wenn sich Poroschenko und Putin nämlich nach der Wahl am Sonntag verständigen, drohen einigen US-Spekulanten bei einem Schuldenschnitt der Ukraine massive Verluste. Sie wollen, dass für ihre riskanten Wetten der IWF und die EU zahlen.

US-Spekulanten wollen keine baldige, stabilie Beziehung zwischen der Ukraine und Russland: Diese würde Kiew einen Schuldenschnitt ermöglichen - auf Kosten der Spekulanten, mit geringeren Verlusten für die europäischen Steuerzahler. (Foto: dpa)

Wenn Spekulanten politische Botschaften vom Stapel lassen, geht es nie um Moral, sondern immer um Wetten: Sie versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, damit eine Entwicklung so läuft, dass sie ihre Wetten gewinnen.

George Soros hat soeben überraschend eine wilde Attacke gegen Russlands Präsident Wladimir Putin geritten. In der New York Review of Books fordert er, dass der IWF sofort 20 Milliarden Dollar in die Ukraine pumpen müsse, „mit dem Versprechen, mehr zu geben, falls dies nötig sei“. Zugleich attackiert Soros den ukrainischen Präsidenten Poroschenko und orakelt, dass sich Putin und Poroschenko nach den Wahlen am Sonntag auf einen faulen Frieden einigen werde. Es sei völlig falsch, Putin zu vertrauen. Wenn der Russe mit der Ukraine einen Gas-Deal schließt, sei das die nächste Finte. Die Nato müsse gestärkt werden, Putin sei auf Krieg aus, Hitler wird erwähnt und die ganze, hinlänglich bekannte Arie. Auch die EU-Bürokraten bekommen ihr Fett weg: Sie seien zu langsam, zu zögerlich, wenn es um die Rettung der „neuen Ukraine“ gehe. Dies sei sein Fehler, denn „die EU würde sich selbst retten, wenn sie die Ukraine rettet“.

In erster Linie sollen aber die EU und der IWF die Spekulanten wie Soros retten, die ganz offenkundig in ukrainische Staatsanleihen investiert haben. Für ein politisch-moralisches Pamphlet wird Soros nämlich in dem Papier, das auch ehrfürchtig von der FAZ abgedruckt wurde, ungewöhnlich profan. Er schreibt:

„Gleichermaßen verstörend ist die Entschlossenheit der internationalen Regierungen, neue Finanzzusagen an die Ukraine bis nach den Parlamentswahlen am 26. Oktober zurückzuhalten. Dies hat zu vermeidbarem Druck auf die ukrainischen Währungsreserven geführt und das Gespenst einer ausgewachsenen Finanzkrise im Land heraufbeschworen.

Inzwischen üben die Geber in Europa und den Vereinigten Staaten Druck aus, um die Inhaber ukrainischer Staatsanleihen an Rettungsmaßnahmen zu beteiligen. Dies bedeutet, die Anleihegläubiger müssten als Voraussetzung für weitere Unterstützung seitens der Regierungen dieser Länder Verluste in Bezug auf ihre Kredite akzeptieren, bevor durch die Vergabe weiterer Kredite an die ukrainische Regierung zusätzliches Geld der Steuerzahler riskiert wird.

Dies wäre ein ungeheuerlicher Fehler. Die ukrainische Regierung lehnt diesen Vorschlag ab, weil ein staatlicher Zahlungsausfall die Refinanzierung ihrer Schulden durch den privaten Sektor praktisch unmöglich machen würde. Die Beteiligung privater Kreditgeber an Rettungsmaßnahmen würde kaum Geld sparen und die Ukraine gänzlich von offiziellen Geberländern abhängig machen.“

Genau darum geht es nämlich: „Es mag paradox erscheinen, aber je sicherer und je stabiler die Ukraine wird, umso wahrscheinlicher wird ein Schuldenschnitt oder eine Umschuldung“, sagte Lutz Roehmeyer von der LBB, der eine Milliarde Dollar an Schulden in Schwellenländern verwaltetet, dem Nachrichtendienst Bloomberg. Dies drücke sich jetzt schon in den gedrückten Preise für Ukraine-Bonds aus. Die Investoren rechnen mit einem Schuldenschnitt oder sogar einer Pleite. Einen geordneten Schuldenschnitt kann man nur in Zeiten einer gewissen Stabilität vollziehen, sagt Roehmeyer. Auch andere Analysten sagen: Das Schlimmste für die Ukraine wäre das Aufflackern neuer politischer Spannungen. Denn die bereits bankrotte Ukraine hat ohne Schuldenschnitt überhaupt keine Chance.

Soros, der sich in seinem Anti-Russland-Aufruf rühmt, die „neue Ukraine“ mit Millionen unterstützt zu haben – in politischen Aktivitäten, der Unterstützung von hoffnungsvollen Jugendlichen und ähnlichem – hat bisher darauf gesetzt, dass die Ukraine vollständig in den Einflussbereich der Amerikaner gelangen werde. Im Vertrauen darauf, dass er einen Bailout für seine Spekulationen bekommt, dürfte er in Bonds investiert haben. Er hat darauf gesetzt, später in Rohstoffe und Industriewerte in der Ukraine investieren zu können.

Eine vorzeitige Annäherung zwischen der EU, der Ukraine und Russland ist in seiner Strategie nicht vorgesehen. Die Marschrichtung, die US-Vizepräsident Joe Biden vorgegeben hatte, war in Richtung Konfrontation. In deren Windschatten haben Spekulanten wie Soros ihre Wetten platziert.

Nun dürfte Soros allerdings auch die Warnungen gehört haben, die Goldman und BNP Paribas in den vergangenen Tagen ausgesandt haben: Gibt es jetzt einen Schuldenschnitt, verlieren die Bond-Spekulanten 50 Prozent ihrer Investments. Das dürfte Soros besonders treffen: Denn er hat vermutlich schon vor längerer Zeit auf die Ukraine gewettet und würde daher bei einem Schuldenschnitt echte Verluste realisieren. Andere Hedge Fonds sind später eingestiegen oder warten noch zu: Sie gehen genauso vor wie bei Griechenland. Sie warten, bis das Land richtig unter Druck gerät, kaufen dann Bonds, wenn diese nur noch 20 Prozent des Nennwerts haben und steigen bei einem Haircut mit 30 Prozent fantastisch aus.

Offenbar hat man bei IWF und bei der EU genau diese Spekulanten im Visier und will einen Schuldenschnitt jetzt vornehmen, um den Finanzcrash in der Ukraine nicht vollständig zu Lasten der internationalen Steuerzahler (EU und IWF) zu riskieren. Dem IWF ist klar, dass die Ukraine ein Fass ohne Boden sein wird und die Steuerzahler noch gewaltige Lasten zu schultern haben werden. Aber die offiziellen Kredit-Institutionen haben ganz offenkundig keine Lust, das Geld der Steuerzahler zu verwenden, um die Spekulanten zu retten. Daher wollen sie die „Inhaber ukrainischer Staatsanleihen an Rettungsmaßnahmen beteiligen“, wie Soros ganz richtig wittert.

Dies ist vor allem für die Amerikaner wichtig, weil sie von der EU erwarten, dass die europäischen Steuerzahler die Hauptlast übernehmen.

Als Lehre aus dem Griechenland-Bailout haben IWF und EZB gelernt, dass es sogar irgendwann den Europäern auffällt, dass nicht „die Griechen“, sondern die Banken und die Spekulanten gerettet werden.

Um den Druck von den EU-Politikern zu nehmen, überlegt Washington offenbar, diesmal zunächst die Spekulanten zu rasieren.

Auch andere Bondholder wären betroffen, wenngleich es schwerfällt, sie genau zu orten. Franklin Templeton hält große Mengen, auch Greylock war zumindest vorübergehend stark in Bonds investiert.

Beobachter aus dem Bond Markt sehen den Kampf von Soros um seine Profite in der Ukraine mit einem gewissen Amüsement, wie ein ungenannt bleiben wollender Kenner den Deutschen Wirtschafts Nachrichten sagt: „Es wäre natürlich lustig, wenn ausnahmsweise mal die Wall Street für Washington zahlen muss, anstatt umgekehrt.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/26/krieg-als-geschaeft-us-spekulanten-warnen-vor-frieden-in-der-ukraine/

Gruß an die Russen

TA KI

WHO gehört Pharmakonzernen: Korrupt bis in die Knochen


Flagge der WHO

Unterfinanziert, unwirksam, korrupt – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mit gigantischen Problemen zu kämpfen. Während sich die Mitgliedsländer seit Jahren weigern höhere Aufwendungen zu zahlen, überrennt eine Ebola-Epidemi weite Teile Westafrikas. Doch Schuld am desaströsen Zustand der WHO ist nicht nur das Missmanagement auf höchster Ebene, sondern auch die enge Verknüpfung mit der Pharma-Lobby und anderen Nutznießerkreisen.

Maßlos unterfinanziert

WHOTabelle2

Seit mehreren Jahrzehnten fordert die Weltgesundheitsorganitsation höhere Beitragszahlungen ihrer Mitgliedsstaaten. Diese weigerten sich jedoch bis zum heutigen Tage. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) wurde dadurch in den letzten Jahren immer mehr dazu gezwungen Finanzmittel abzubauen. So sank beispielsweise allein vom Jahr 2012 bis 2014 die Möglichkeiten zur Seuchen- bzw. Krisenprävention und Bekämpfung um über 50% (siehe Grafik 1). Die geschiedenen Generalsekretäre der WHO kritisierten das bis zuletzt aufs schärfste.

 Anfälligkeit für Pharmakonzerne

Grafik2: Finanzquellen der WHO

Die chronische Unterfinanzierung der WHO sorgte in den letzten Jahren für kontroverse Abhängigkeiten mit der internationalen Pharma-Industrie. Die fehlende Gelder werden eben nun auf andere Weise beschafft. Im Finanzplan der WHO für die Jahre 2014-2015 heißt es offiziell, dass fast 4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung standen. Davon kamen knapp mehr als 3 Milliarden aus sogenannten “freiwilligen Zuwendungen”. Das heißt mehr als 3/4 der Investitionsmöglichkeiten der Weltgesundheitsorganisation kommen aus Lobbykreisen, Stiftungen und privaten Geldgebern, die dann natürlich über die Verwendung der Gelder auch mitbestimmen wollen. Unter den Sponsoren verstecken sich die größten Pharmakonzerne der Welt. Darunter auch Bayer, Merck und Nowak.

Das Geschäft mit der Schweinegrippe

Als im Jahr 2010 immer mehr von der “Schweinegrippe” in Europa zu hören war, rief die WHO völlig überraschend die höchste Alarmstufe aus: Pandemiewarnung. Zum Vergleich: In Deutschland sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) von Ende April 2009 bis Anfang August 2010 insgesamt 226.000 bestätigte Fälle der Schweinegrippe (Influenza H1N1/2009) übermittelt worden, davon 258 Todesfälle, die meisten im November. Weltweit soll es laut WHO ungefähr 18.000 Tote gegeben haben.

Während der – teilweise auch medial – verbreiteten nationalen Panik, zwang die WHO auch die Bundesregierung zu mehreren Vertragsabschlüssen. So auch zum “GSK-Vertrag” mit dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline. Bis heute behandelt die Regierung das Papier offiziell als “streng vertraulich” und hat es trotz mehrer Anfragen nicht bekanntgegeben. Trotzdem liegt der Vertrag mehreren Medien vor. In der Orginalfassung zwischen den Ländern der Bundesrepublik und GlaxoSmithKline ist die Rede von 224 Millionen Aufwendungen, die der Bund für die Einlagerung eines Impfstoffes an GSK zu zahlen hat. Doch die weltweite Pandemie blieb aus, die Impfstoffe landeten teilweise in der Müllhalde. Der Fehlalarm der WHO soll der Pharmawelt weltweit mehr als 18 Milliarden US-Dollar eingebracht haben.

Die, die damals in der WHO den Ton angegeben haben, finden sich heute teilweise in Spitzenpositionen der Pharmaindustrie wieder. Klaus Stör beispielsweise, der jahrelang an der Spitze der Schweinegrippe Taskforce stand, bekleidet heute Spitzenpositionen des Pharmariesen Nowatis.

QUELLEN:

WHO-Finanzbericht: http://www.who.int/about/resources_planning/A66_7-en.pdf
Frontal21, Investigativ zur Schweinegrippe: http://frontal21.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/f66838f5-a8fb-3da8-aa23-7a6accf45314/20360408?generateCanonicalUrl=true
GSK Vertrag: http://www.arznei-telegramm.de/Vertrag01-GSK-Bund-Laender.pdf

Quelle: http://www.neopresse.com/politik/die-und-die-pharmalobby-korrupt-bis-die-knochen/

Gruß an die Pharmaratten

TA KI

Aar der Adler


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aarAar lautet die altnordische und zuweilen auch bei uns gebräuchliche (aber veraltete) Bezeichnung für den Adler. In der Edda heißt es, ein vielwissender Adler sitze als mächtiges geflügeltes Wesen im Gipfel der Weltenesche, von wo aus er, gleich Odin von seinem Hochsitz Hlidskjalf (am Tor zur himmlischen Bläue des Geistes) das Weltgeschehen überblicken könne. Nichts entgeht seinem scharfen Verstand und seinen wachen Augen, wenn sein Blick über die Erde streift. Man sagt, er sei sehr alt und wissend, aber auch leicht verdrießlich, da er beständig die (Un)Taten der Menschen erschauen müsse. Zuweilen soll ein Habicht mit dem Namen Wederfölnir (der Wetterkundige) zwischen seinen Augen sitzen. Das Eichhörnchen Ratatösk überbringt dem Adler beständig Nachrichten von der Schlange Nigdhögg, die am unteren Ende der Weltenesche haust.

Im Norden Skandinaviens galt der Aar den Menschen lange Zeit als kollektiver Schutzgeist, dem sie den Namen „eyeafördur“ gaben. Man stellte sich ihn als gewaltigen Vogel vor, dessen riesige Flügel quer über die Fjorde, von einem Berg zum anderen, reichten.

Ein Name Odins lautet Arnhöfdi, was den Göttervater als „Adlerhaupt“ umschreibt, der sich einmal dieser Gestalt bedient, um seinen geraubten Skaldenmet (Swafnir) in Sicherheit zu bringen. Auch ist von einem Adler die Rede, welcher die Walküren umflattert, durch den diese ihre direkten Befehle von Odin erhalten sollen.

Selbst Riesen nehmen des Öffteren die Gestalt dieses Tieres an. Im altnordischen Volksglauben sitzt Hraesvelgr (Leichenverschlinger oder Fleischfresser), ein gewaltiger Riese in Adlergestalt, am nördlichen Ende des Himmels und wenn er sich erhebt, kommen von seinen Flügelgleichen Armen alle Winde über die Welt. Als Sturmwind war er als großes, gefräßiges Wesen gefürchtet, das zeitweise gewaltige Stürme entfesselte, um seinen Hunger zu stillen. Gleichzeitig aber nahm der entfachte Wind ebenso jeglichen Aasgeruch und Moder mit sich und trug so zur willkommenen Reinigung der Luft.

Wenn nach dem Skaldskaparmal Odin auf Sleipnir mit dem Riesen Hrungnir über Berge und Meere um die Wette reitet und beide durch die Lüfte dahinstieben, jagen sich der Sturmgott und sein Ur-Rivale, der Sturmriese. Denn auch Odin/Wotan wurde als Bringer des alles durchdringenden und Lebensspenden Windes gedeutet, der zum Einen das Bewusstsein brachte und zum Anderen als Oskabyr (Wunschwind) den nötigen Wind für die Schifffahrt gab. Auch die „Oskorei“ die durch die Sturmwinde dahinfahrende und von Wuotan angeführte wilde Jagd, findet hier ihre Entsprechung.

Allgemein ist der Adler das bekannteste Symboltier himmelsstürmender Mächte, mutiger Wehrhaftigkeit, Geschicklichkeit und ungebrochenen Freiheitsdrang. Seine Gestalt ist zahlreich in der Heraldik vertreten und ziert manches Staatsemblem. Seine Flügelspannweite kann sich bis über zwei Meter erstrecken, was ihm auch den Beinamen „König der Lüfte“ einbrachte.

Quelle:http://www.wodanserben.de/aar.php

Gruß an den König der Lüfte

TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 10


Wolfszeit

Von Tor Åge Bringsværd

ve und villi

Seit es die Welt gibt, hetzen Tag und Nacht zwei Wölfe über den Himmel. Der eine jagt hinter dem Sonnenwagen her, der andere schnappt nach dem Mond. Sie knurren und geifern mit blutunterlaufenen Augen und ihrem Ziel kommen sie immer näher.
In Mitgard verdorrt das Gras auf der Wiese. Nachtfrost sucht Äcker und Felder heim, und ständig bläst ein kalter Wind. Die Wolken treiben wie Rauch über die Baumwipfel. Ab und zu dunkelt es mitten am Tag.
In Asgard geht der blinde Hod umher und wartet auf seine Stunde. Er weiß, dass er sterben muss, denn es war seine Hand, die den Pfeil abschoss, den Baldur getötet hat; und er weiß, was alle Asen sich geschworen haben: Ein solcher Tod muss gesühnt werden, auch wenn es kein Mord war. Denn nie hat Hod seinem Bruder etwas Böses antun wollen. Doch was geschehen ist, kann niemand ungeschehen machen.
Die andern Asen gehen ihm aus dem Weg. Sie denken: Wer von uns wird der Rächer sein? Keiner will der Henker seines Bruders sein und das Richtschwert gegen ihn führen. Aber Sühne muss sein.

 

Ein alter Mann reitet durch den Nachtschwarzen Wald. Er spricht laut vor sich hin. Er ballt die Faust gegen den Sturm. Er hört die beiden Wölfe heulen und klagt über sein Schicksal. Es ist Odin. Wirre Gedanken gehen ihm durch den Kopf. Keiner unter den Lebenden kann ihm raten, was er tun soll, und die Nornen lächeln nur, wenn er sie fragt, und schweigen. Nun will er die Toten um Hilfe bitten. Er reitet in den hohen Norden, auf der Suche nach einem Grab.
Dort liegt die klügste aller Wahrsagerinnen tief unter der Erde. Es ist die Volve, die einst so viele Geheimnisse kannte. Nun braucht Odin sie; denn sie ist die einzige, die ihm helfen kann. Auf einem Hügel lässt er sich nieder und singt. Es sind Zauberlieder, die so stark sind, dass sie die Toten zum Leben erwecken können. Leise und vorsichtig hebt sein Gesang an, dann wird er lauter und fordernder, so lange bis der Torfboden sich öffnet und die kalte Erde Risse zeigt.
Ein Häufchen Lumpen steigt aus dem Grab. Es ist die Tote, die er aufgeweckt hat. „Wer ist es, der meine Ruhe stört?“ fragt sie. „Wer zwingt mich, mein Grab zu verlassen?“ – „Ich bin es, und Wegtam werde ich genannt“, antwortet Odin. Er lügt. Die Volve blickt auf ihre wurmzerfressenen Hände und sagt: „Siehst du nicht, wie kalt ich bin und bis aufs Mark vom Schnee durchnässt? Ich bin schon lange tot. Lass mich in Ruhe!“
Aber Odin will von ihr wissen, was mit Hod geschehen soll, der Baldur umgebracht hat. Wie soll dieser Tod gesühnt werden, und wer soll die Rache auf sich nehmen? Am liebsten riefe er laut: Es sind doch beide meine Söhne! Wie soll ich es übers Herz bringen, mein eigen Fleisch und Blut zu töten? Aber er hält an sich, er spricht kalt und gefasst mit der Wahrsagerin. Er will ihr nicht verraten, mit wem sie es zu tun hat.
Endlich antwortet die Volve ihm. Sie spricht wie im Schlaf. „Ich sehe vor mir eine Frau“, murmelt sie.
„Weit im Osten wohnt eine Frau, die Rinde heißt. Und ich sehe, wie Odin sich auf den Weg macht, um sie zu suchen; denn sie wird ihm einen Sohn gebären. Er soll den Namen Wole tragen, und nie soll er sich waschen und kämmen, ehe er den, der an Baldurs Tod schuld ist, auf den Scheiterhaufen gebracht hat. Und es soll keine Nacht vergehen nach seiner Geburt, bevor er vollbracht hat, was ihm auferlegt ist. Und ich sehe….
„Sprich“, ruft Odin. „Ich will alles hören, was mir bevorsteht.“ Aber die Volve zuckt zusammen, als ob sie sich verbrannt hätte. „Du bist nicht der, für den du dich ausgibst!“ heult sie. „Du bist Odin!“ Langsam sinkt sie in ihr Grab zurück. „Und du“, ruft Odin ihr nach, „du bist nur ein Schatten unter Schatten.“ – „Reite nach Hause“, hört er sie schwach unter der Erde murmeln. „Reite und kehre nicht wieder, ehe der Fenriswolf sich befreit hat und alle dunklen Mächte erwacht sind!“

 

Odin aber macht sich auf den Weg nach Osten, um Rinde zu suchen. Jeden, der ihm begegnet, fragt er nach dieser Frau, aber keiner hat je ihren Namen gehört, bis er ins Land der Finnen kommt, dorthin, wo sie die Rinde der Bäume essen, und sich von großen Tieren über den Schnee ziehen lassen, die den Elchen und den Hirschen ähnlich sind. Überall fragt er nach Rinde. „Es ist wichtig! Es duldet keinen Aufschub“, sagt er, und endlich trifft er einen Alten, der ihm helfen kann. Der weiß zu berichten, dass Rinde die Tochter des Königs von Russland ist.
Da zieht Odin weiter in die Tiefen des Ostens. In Russland nimmt er die Gestalt eines Kriegers an, der am Hof des Königs Dienst sucht. Er wird angenommen, und bald zeigt sich, wozu er imstande ist; denn im Krieg führt er so unerhörte Heldentaten aus, dass der König ihn zu seinem Ratgeber und Vertrauten macht. Einmal schlägt er ganz allein ein feindliches Heer in die Flucht, und als er von diesem Feldzug heimkehrt und den Fürsten um die Hand seiner Tochter bittet, willigt der, ohne sich lange zu besinnen, ein.
Als er aber in Rindes Gemach tritt, versetzt die Königstochter dem Freier eine schallende Ohrfeige und schickt ihn fort. Was bleibt Odin anderes übrig, als den Rückzug anzutreten. Aber er gibt nicht so schnell auf, und nach einiger Zeit erscheint er wieder. Diesmal hat er sich als Schmied verkleidet. Die feinsten Arbeiten aus Gold und Silber legt er Rinde vor, und sie nimmt freudig das kostbare Armband entgegen, das er ihr schenkt. Doch als der Schmied sie um einen Kuss als Lohn für seine Künste bittet, schlägt sie ihm mit der Faust ins Gesicht, und er holt sich eine blutige Nase. „Fort mit Schaden“, ruft sie ihm nach. „Du bist mir zu alt. Ich kann dich nicht leiden!“
Beim dritten Mal versucht es Odin mit der Reitkunst. Niemand kann ein Pferd dazu bringen, höher zu springen, und so gewinnt der fremde Ritter alle Wettkämpfe. Nach seinem Sieg raubt Odin der Prinzessin einen Kuss, doch sie versetzt ihm einen so heftigen Stoß, dass er kopfüber von seinem Ross stürzt.
Nun aber tobt Odin vor Zorn und Begierde nach Rinde. Er lässt alle Scham fahren und greift zu einer List.
In Frauenkleidern verdingt er sich als Magd im Schloss. Dort muss er den Fußboden scheuern und Brei kochen, die Kleider flicken und die Wäsche waschen. Tag und Nacht geht er der Prinzessin zur Hand, und so pünktlich verrichtet er seine Arbeit, dass er ihr Vertrauen gewinnt. Nun darf er ihr jeden Abend die Füße waschen. Wenn er über ihre Schenkel streicht, muss er sein Verlangen im Zaume halten; Aber er weiß, dass es gilt, geduldig auf seine Stunde zu warten. Er sorgt dafür, dass sich im Schloss ein Gerücht verbreitet. Rindes Magd, flüstert man sich zu, verstehe sich wie keine andere auf die Heilkunst.
Eines Tages wird die Prinzessin krank, und wen anders, als die treue Magd soll sie um Rat fragen? Sie leidet an einer seltenen und geheimnisvollen Krankheit. Niemand ahnt, dass ein Stück Baumborke daran schuld ist, in das ein paar Zauberverse eingeritzt sind, in so winziger Schrift, dass kaum jemand sie bemerken kann; und Rinde weiß nicht, dass es Odin war, der sie mit diesen Runen verhext sind.
Die Krankheit macht Rinde schwindlig und verwirrt. Jeden Tag wird sie schwächer. Da geht Odin zum König. „Sie wird sterben“, sagt er, „wenn ich ihr nicht meinen Zaubertrunk einflöße. Der aber ist so bitter, dass sie ihn nicht trinken will. Wir müssen sie fesseln, damit sie ihn einnimmt.“ – „So soll es geschehen“, befiehlt der König. „Es darf aber niemand außer mir dabei sein, wenn sie ihn trinkt, sonst wirkt das Mittel nicht.“ Der König ist einverstanden. Er ahnt keine Gefahr; denn er glaubt, dass Odin eine Frau ist
Nun ist Odins Stunde gekommen. Die Prinzessin ist schwach und wehrlos, und er kann tun, wonach ihn gelüstet. Ein paar Wochen vergehen. Rinde ist gesundet, doch bald wird offenbar, dass sie ein Kind erwartet. Aber da hat sich Odin längst aus dem Staub gemacht.
Zu Fuß hat er sich aus dem Königshof geschlichen. Denn er war ohne Sleipnir gekommen. Ein achtbeiniges Pferd hätte zuviel Aufsehen erregt und verraten, wer der fremde Gast in Wahrheit war. Deshalb ließ Odin sein Ross in der weiten russischen Steppe bei den Wildpferden zurück.

 

Ein Pfiff aus seinem Mund, und laut vor Freude wiehernd kommt Sleipnir ihm entgegen. Odin hat es eilig. Viel zu lange war er unterwegs. Nun wählt er den raschesten Heimweg. Aber der führt durch den Eisenwald, der weit im Osten liegt. Die meisten meiden ihn. Selbst die Tiere und die Vögel trauen ihm nicht, denn dort draußen hausen gefährliche Trolle. Doch Odin lenkt sein Pferd geradewegs auf die düsteren Hügel zu, wo ein kalter Wind herrscht.
Dort sind die Bäume und die Sträucher aus Eisen, und der Boden ist rot von Rost. Nur ein heiseres Gebell und ein wütendes Geheul bricht die Stille. Eine gewaltige Riesin lebt hier, die immerfort Söhne und Töchter in Wolfsgestalt gebiert. Bei jedem Wurf wird es kälter auf der Welt. Auch die beiden Untiere, die mit triefenden Lefzen über den Himmel fahren und hinter Sonne und Mond herjagen, haben eins an ihren Brüsten gelegen.
In diesem Wald schlägt Odin sein Lager für die Nacht auf. Bevor er zur Ruhe geht, ritzt er ringsum Runen in die Erde, starke Zeichen, die das Grauen von ihm fernhalten sollen. Dennoch findet er noch Sleipnir Schlaf. Sie frieren beide. Die ganze Nacht hindurch raschelt es und flüstert es im Eisenwald, und im Dunkel leuchten gelbe, gierige Augen auf.
Odin denkt an Rinde und an all die andern Frauen, die er gelockt und betrogen hat. Auch Frigga, die es so lange bei ihm ausgehalten hat, will ihm nicht aus dem Sinn. Aber diesmal, denkt er, war es etwas anderes. „Diesmal blieb mir nichts anderes übrig!“ murmelt er vor sich hin. „Der Wahrspruch musste in Erfüllung gehen. Ich hatte keine Wahl. Glaub mir, Frigga, es hat mir keine Freude gemacht.“ Doch er hat das Gefühl, dass der Wind ihn auslacht. „Stell dich nicht so an“, zischen tausend Wolfsstimmen. „Du bist um kein Haar besser als wir!“
Der Götterkönig ballt die Fäuste in der Dunkelheit. Aber im tiefsten Innern weiß er: Keiner hat nur einen einzigen Grund für das, was er tut. Wie oft ist er nach Utgard gereist, um seine Klugheit mit den besten Köpfen zu messen! Mit Rätseln und Wortspielen hat er um den Sieg gekämpft. Und manchmal hat er dabei um das eigene Leben gewettet. Derjenige, der keine Worte mehr fand, sollte sterben. Zu solchen heimlichen Begegnungen kam er zuweilen verkleidet, unter einem fremden Namen. War es wirklich nur sein Wissensdurst, der ihn trieb? Frohlockte er nicht jedes Mal, wenn er seinem Widersacher eine Falle stellte und ihn mit List und Tücke überwand?
Der scharfe Wind trägt ihm Stimmen zu, die ihn in Versuchung führen. Sie quälen und verletzen ihn, aber zugleich versuchen sie ihm zu schmeicheln. Wie schnurrende Katzen schmiegen sie sich um seine Gedanken. „Du wünschst dir Macht und Überlegenheit. Daran ist doch nichts Ehrenrühriges!“ knurren die Wölfe. „Nur wer stark ist, hat die Freiheit, zu tun und zu lassen, was er will. Komm mit uns! Werde ein Wolf! Schließ dich dem Rudel an!“ Odin hält sich beide Ohren zu, aber die Worte rinnen wie Wasser durch die Finger. „Denk daran, dass auch du vom Stamm der Riesen bist! „flüstert eine Stimme in seinem Kopf.
Die ganze Nacht hindurch kämpft er mit den Lockungen der Wölfe. Sobald der Morgen graut, reitet er weiter. Gegen Mittag lässt er den Eisenwald hinter sich und spürt die Sonne wieder im Gesicht. Es ist ein heiterer Tag, und Odin lebt. Noch am selben Abend reitet er über die Regenbogenbrücke in die Götterburg. Die Asen scharen sich um ihn. Lange waren sie ohne ihren Häuptling. Lange hat Frigga auf ihn gewartet. Doch sie fragt nicht nach, wo er war und was er getan hat. Wortlos nimmt sie ihn in die Arme. Dann richtet sie das Bad für ihn. Dort sitzen sie und schütten Wasser über die glühenden Steine, reiben einander mit Eschenlauge ein und schlagen sich mit Birkenreisern.
Später gehen sie Hand in Hand zum Abendessen. Die Asen setzen sich an die reich gedeckten Tische. Auf dem Dach steht wie immer, die Ziege Heidrun, deren Zitzen voll von Met sind. Sobald ein Krug geleert ist, braucht nur einer zu ihr hinaufzusteigen, um ihn wieder zu füllen. An den Wänden leuchten große Fackeln. Die Asen lachen, essen und trinken nach Herzenslust. Nur einer fehlt. Der blinde Hod bleibt Tag und Nacht für sich und lässt den Kopf hängen. Keiner geht mehr zu ihm, um ihn zu trösten.
Mitten im Mahl erhebt sich Odin und sucht ihn in seiner Kammer auf. „Hast du getan, wozu du aufgebrochen bist?“ fragt ihn der Blinde und greift nach seinen Händen. „Es ist geschehen, was Not getan hat“, antwortet Odin. Vater und Sohn sitzen sich schweigend gegenüber. Endlich fragt Hod: „Wird mein Warten noch lange dauern?“ Da spürt Odin, wie ihm die Augen tränen. „Nein“, sagt er, „bald ist es soweit.“
In dieser Nacht hat Odin einen merkwürdigen Traum. Er träumt von den Menschen, und sie tun ihm leid. Ihr Leben geht so schnell vorbei, und sie wissen fast nie, was sie tun und lassen sollen. Wie erschrockene Küken taumeln sie hin und her. Er träumt, dass er sich mitten unter ihnen niederlässt und versucht, sie um sich zu sammeln. „Ich will euch lehren, wie ihr leben müsst“, sagt er. Aber da hört er, wie jemand hinter seinem Rücken lacht, und die verstörten Menschen stieben piepsend auseinander.
Es ist Loki, der hinter ihm steht und lacht. „Du willst andere lehren?“ kichert er und schlägt einen Purzelbaum im Gras. „Ausgerechnet du?“ Davon erwacht Odin. Doch Lokis Gelächter will ihm nicht aus dem Kopf gehen. Lange liegt er mit offenen Augen da und denkt nach. Neben ihm liegt Frigga, und er lauscht ihrem leichten, sorglosen Atem.

 

3 nornen

Wenn Odin auf seinem Thron sitzt, kann er die ganze Welt überblicken. Sein Augenmerk gilt besonders seinen Kindern und Kindeskindern. Denn er hat viele Nachkommen unter den Menschen in Mitgard. Selten ist er zufrieden mit dem, was er dort sieht.
Diesmal fällt sein Blick auf einen seiner Urenkel, der Froda heißt und in Dänemark König geworden ist. Früher sahen alle zu ihm auf, denn er war streng, aber gerecht. Doch in letzter Zeit ist er hochmütig und habsüchtig geworden wie die meisten Mächtigen unter den Menschen.
Es hat damit angefangen, dass ein Mann namens Hängmaul an seinen Hof gekommen ist. Er hat ein wunderliches Geschenk mitgebracht: eine riesige Handmühle. „Oh“, sagte er mit einem schlauen Lächeln, „glaub nur nicht, dass das eine gewöhnliche Mühle ist! Mit ihr hat es eine besondere Bewandtnis. Sie kann alles herbei malen, was du dir nur wünschst. Verlangst du Gold und Silber von ihr, so genügt ein Wort, und sie bringt es hervor.“
Das gefiel dem König, doch bald zeigte sich, dass er sich zu früh gefreut hatte. Denn die Mühlsteine, die dazugehörten, waren so groß und so schwer, dass es kein Gespann in ganz Dänemark gab, das stark genug gewesen wäre, die Mühle herbeizuschaffen.
Das ärgerte den König über alle Maßen. Wo blieb nun das versprochene Gold? Musste er nicht das Gespött der Leute fürchten, die von seinem künftigen Reichtum gehört hatten? Am Ende lag sogar Hängmaul irgendwo auf der Lauer und lachte sich ins Fäustchen.
Da fuhr Frode zum Schwedenkönig nach Uppsala, um Hilfe zu holen. Er wusste wohl, dass der ein paar starke Riesenweiber in seinen Dienst genommen hatte. Zwei von diesen Leibeigenen kaufte er dem Schweden ab und nahm sie mit nach Hause. Nun mussten sie ihm die schwere Mühle samt den Mahlsteinen herbeischleppen, und kaum stand sie auf dem Hof, da befahl er ihnen, sie in Gang zu setzen. Erst mussten sie ihm Gold und Reichtum herbei malen. Dann verlangter er Glück und Erfolg, soviel die Mühle hergab.
Nun plagen sich die beiden Riesenmägde Tag und Nacht ab, aber Frode ist ein Nimmersatt. Er gibt ihnen nichts zu essen. Kaum dass er ihnen eine Viertelstunde Ruhe gönnt, um zu schlafen. Das geht so lange, bis die Riesentöchter die Geduld verlieren. Sie fordern die Mühle auf, anstatt Gold und Silber nun ein gewaltiges Heer von Kriegern herbeizumahlen, das König Frode das Fürchten lehren soll.
Noch am selben Abend kommt diese Streitmacht über das Meer, angeführt von einem Seekönig, der Mysing heißt und Frode erschlägt.
Doch die Riesentöchter täuschen sich, wenn sie glauben, nun hätte ihre Fron ein Ende. Denn nun lässt Mysing sie in Fesseln schlagen, und befiehlt, dass sie samt der Zaubermühle an Bord seines Schiffes gebracht werden. Bald zeigt sich, dass er um kein Haar besser ist als der Dänenkönig. „Mahlt mir Salz“, brüllt er, und die beiden müssen wie zuvor die schwere Mühle antreiben. Um die Mitternacht fragen sie, ob es nicht bald genug ist, aber der Seekönig schüttelt den Kopf und schreit: „Mehr! Ich brauche Salz, immer mehr Salz“ Bald ist das ganze Deck weiß von Salz. Nun haben die Trolltöchter es satt, geplagt zu werden. Sie lassen die Mühle immer weiter mahlen, bis die Ladung so schwer wird, dass das Schiff kentert und mit Mann und Maus im Meer versinkt.
Von dieser Nacht an schmeckt das Meer salzig. Und dort, wo Mysings Schiff untergegangen ist, mahlt die große Mühle bis auf den heutigen Tag und wirbelt die See auf. An dieser Stelle schäumt und braust der Maelstrom.

 

Das alles hat Odin von seinem Thron gesehen. Doch als er den Asen davon erzählt, lachen sie nur, als wäre es ein Märchen. „Was scheren dich die Menschen“, sagen sie, doch Odin schüttelt den Kopf. „Es ist zuviel Falschheit unter ihnen“, sagt er, „zuviel Gier und zuviel Bosheit.“ – „Ach, lieber Milchbruder“, lächelt Loki und schlägt ihm auf die Schulter. „Immer musst du alles schwarz sehen. Du übertreibst!“ Aber Odin schenkt ihm keinen Blick. Vielleicht wissen sie es nicht besser, denkt er. Vielleicht hat ihnen niemand gesagt, wie man leben soll? Er zieht die Kappe ins Gesicht und geht auf den Hofplatz. Ein kalter Wind weht ihm entgegen.
Die Tage sind kurz geworden. Der Wind kommt aus dem Norden. Odin weiß, dass auf einem Eisberg am Ende der Welt ein riesiger Vogel sitzt und mit den Flügeln schlägt. Es ist ein Riese, der das Flügelkleid eines Raubvogels trägt. Jedes Mal, wenn er seine Schwingen regt, erhebt sich ein Sturm. Odin geht trotzig dem eisigen Hauch entgegen. Hinter ihm öffnet sich einen Spalt weit eine Tür, und eine hohe Stimme ruft ihm nach: „Keiner kann sein Wesen ändern. Jeder bleibt, was er ist.“ Es ist Loki, der ihm das einreden will. „Was erwartest du von den Menschen? Sollen sie besser sein als wir? Glaub mir, Milchbruder, wir sind ihnen ähnlicher, als du meinst.“ Aber Odin hört nicht auf ihn. Er will nichts mehr von Loki wissen.
Den ganzen Winter hindurch zieht er sich zurück. Er will die dunklen Tage nützen, um den Menschen ein paar Lebensregeln zu geben. Er möchte sie Freundlichkeit und Gastfreiheit lehren und ihnen beibringen wie sie der Arglist und der Falschheit begegnen sollen. Auch will er, dass sie einsehen, wie leicht es ist, einen Fehltritt zu tun, den nichts wieder gutmachen kann.
Die andern Götter wissen nicht, was sie davon halten sollen. „Was verspricht er sich davon?“ fragen sie sich. „Für so etwas ist es längst zu spät. Die Menschen kann niemand mehr bessern.“ Odin aber lässt den Mut nicht sinken. Lange sitzt er am Feuer und grübelt, oder er steigt hoch in die Äste der Weltesche Yggdrasil und redet laut vor sich hin. Als der Winter endlich weicht und der Boden taut, sendet er seine Raben in alle Himmelsrichtungen hinaus. Sie sollen seine Regeln in ganz Mitgard verkünden.
Dies sind einige seiner Ratsprüche:

Du sollst dich nie deiner Tugenden rühmen.
Wer den Leuten klug und schweigsam kommt, geht selten fehl.
Auf das Wort dessen, der zuviel redet, ist kein Verlass.
Wer seine Zunge nicht im Zaum hält, kräht sich oft ins Unglück.
Sag, was nötig ist, oder schweige.
Solange du deinen Mund hältst, merkt niemand, dass du nichts weißt.
Wenn der Tor zu Gast ist, sitzt er und glotzt und murmelt vor sich hin. Kaum hat er den ersten Schluck genommen, beginnt er zu faseln.
Im Trinken halte Maß. Der Vogel des Vergessens kreist über dem Gelage. Je mehr du trinkst. desto rascher schwindet dein Verstand.
Das Vieh weiß, wann Zeit ist, von der Weide heimzukehren, aber der Törichte merkt nicht, wann er satt ist.
Auch den willkommenen Gast wird man leid, wenn er zu gehen vergisst.
Niemand wird dich schelten, wenn du zeitig zu Bett gehst.
Halte immer deine Waffen bereit, wenn du auf dem freien Platz bist, denn du kannst nicht wissen, wann du sie brauchst.
Der Mutlose denkt, wenn er den Kampf scheut, wird er ewig leben. Doch das Alter gibt auch dem keinen Frieden, den der Speer verschont hat.
Der Unkluge liegt immer wach und denkt an vieles. Wenn der Tag anbricht, ist er müde, und alles ist so wirr wie zuvor.
Der Gemeine sieht überall Gefahr, und den Geizigen graut vor jedem Geschenk.
Froh und freundlich soll ein jeder leben.
Das Vieh verendet, und die Freunde sterben. So stirbst auch du. Aber ein ehrenvolles Andenken kann dich überleben.
Guten Freunden sollst du Freude machen und lernen, für andre zu sorgen.
Nie sollst du es sein, der mit einer festen Freundschaft bricht. De Reue nagt an deinem Herzen, wenn du keinen hast, mit dem du deine Gedanken teilen kannst.
Hast du einen vertrauten Freund, so such ihn auf, so oft du kannst; denn das Unkraut wuchert schnell auf dem überwachsenen Pfad.
Sei Freund dem Freund und seinen Freunden. Doch nie sollst du dich mit des Freundes Feind befreunden.
Unter Ungetreuen flammt die Freundschaft fünf Tage lang auf wie ein Feuer, doch der sechste Tag löscht alles wieder aus.
Der Unkluge traut jedem Gutes zu, der ihm mit einem Lächeln begegnet. Er weiß nicht, dass hinter dem freundlichen Wort die Arglist lauert.
Merkst du, dass einer dir Böses antun will, so bring es ans Licht und gib deinem Feind keinen Frieden.
Einen so freigebigen Mann trag ich nie, dass er nicht selber beschenkt werden wollte.
Was die Alten sagen, darüber sollst du nie lachen, denn oft ist es gut und verständig.
Auf die frühe Saat ist kein Verlas. Auch deinem Sohn sollst du nicht zu früh vertrauen. Das Wetter herrscht über den Acker, und die Seele über den Sohn. In beiden kannst du dich täuschen.
Es kennt keiner den Tag, ehe die Sonne untergeht. Dein Schwert sollst du nicht loben, ehe du es gebraucht hast, das Eis nicht, bevor du das Ufer erreichst, das Bier erst, wenn es getrunken ist.
Früh aufstehen muss, wer Leben und Reichtum gewinnen will. Selten reißt der ruhende Wolf ein Lamm, selten wird dem Schlafenden der Sieg zuteil.
Dumm ist es, mit Dummen zu streiten. Verschwende keine drei Worte an nutzlosen Zwist. Der Kluge gibt nach, wo der Törichte zuschlägt.
Vertraust du dich einem andern an, so vergiss nicht: Was einer weiß, bleibt zweien nicht verborgen, und was drei wissen, wissen alle.
Sei klug genug, doch nicht allzu klug. Am leichtesten lebt, wer nur weiß, was ihm gut tut. Wer aber allzu gescheit ist, dessen Herz ist selten von Sorgen frei. Am fröhlichsten ist einer, der sein Schicksal nicht im Voraus kennt.
Niemand soll auf das Wort eines Mädchens bauen. Eine Frau ändert leicht ihren Sinn. Doch Wankelmut ist auch Männern nicht fremd. Keiner redet so falsch wie der Schönredner. Die nüchternsten Mädchen lassen sich durch süße Worte betören.
Willst du die Liebe einer Frau gewinnen, gib ihr Geschenke und schöne Worte und sage, wie schön du sie findest. Mit Schmeichelei haben schon viele gewonnen.
Eines anderen Frau sollst du nicht verlocken und heimlich zu deiner Freundin machen.
Ruhe nie im Schoß einer Trollfrau.
Keiner soll einen andern tadeln, wenn ihm zustößt, was so manchem widerfährt. Leicht macht sich auch der Klügste zum Narren, wenn die Liebe ihn überfällt.

Diese Ratschläge und viele andere gab Odin den Menschen. Weitererzählt und aufgeschrieben werden sie auf vielerlei Weise, aber ihr Sinn bleibt bestehen. Havamal werden sie genannt, und das heißt die Hohe Rede, weil sie aus dem Mund des Götterkönigs kommen.

 

Es sind wahrhaftig sonderbare Zeiten. Der Herbst war kein richtiger Herbst, der Winter kein richtiger Winter, und jetzt, wo der Frühling da ist, bleibt alles fahl und bleich.
Ein Schlitten fährt vor, von zwölf Rappen gezogen, mit einem Gefolge von allerhand Dienerschaft und geleitet von einer Kriegerschar aus Asgards eigener Reiterei.
Es ist Rinde, die in die Götterburg gekommen ist. Odin heißt sie willkommen. Er sieht ihr an, dass sie bald sein Kind zur Welt bringen wird. Doch sie ist unbeugsam wie eh und je. „Du hast mich holen lassen“, schnaubt sie. „Glaub nur nicht, dass ich aus freien Stücken gekommen bin.“ Noch am selben Abend fangen die Wehen an. Lange bevor der Morgen graut, hat sie einen Sohn geboren. Er ist groß und wohlgestalt, und im Nu kann er gehen und sprechen. Noch hat ihn die Mutter nicht gewaschen und gekämmt, da gibt Odin ihm ein Messer in die Faust und deutet auf Hod. Der Blinde steht ruhig da und wartet auf den Neugeborenen, der ihm entgegenstapft. Ohne ein Wort lässt er sich niederstechen.
„So ist es vorhergesagt, und so ist es geschehen“, spricht Odin und nimmt den Kleinen in den Arm. „Er ist mein Sohn! Er soll Wole heißen. Aus ihm wird einst ein mutiger Krieger und ein guter Bogenschütze werden. Hier in Asgard will ich ihm und seiner Mutter eine eigene Wohnstatt geben. Von heute an sollen sie beide als Asen gelten.“
Rinde aber reißt ihm das Kinde aus den Armen. „Was bist du für ein Mann?“ ruft sie wütend. „Was bist du für ein Vater?“ Sie fühlt, dass Odin sie und ihren Sohn missbraucht hat. Doch am Ende nimmt sie seinen Vorschlag an und bleibt bei den Göttern. Zeit ihres Lebens wird sie Russland nicht wiedersehen.
Auf diese Weise, mit List und Scharfsinn, hat Odin endlich Baldur gerächt. „Aber war es wirklich nötig, ein kleines Kind vorzuschicken?“ fragt Loki und spielt den Entsetzten. Doch weiß er so gut wie jeder andere, dass einer wie Wole vonnöten war, wenn die Blutrache ein Ende haben sollte. Er ist Odins Sohn und hat ein Recht auf Sühne. Doch was er tun muss, tut er, kaum dass er zur Welt gekommen ist, und das heißt, bevor er zählt, bevor er in die Schar der Asen aufgenommen worden ist, bevor die andern ihn als ihren Bruder anerkannt haben.
In dieser Nacht weint Odin um seinen Sohn Hod. In dieser Nacht muss Frigga ihn fest in ihre Arme schließen. Noch ist es lange bis zum Morgen.

 

Auf einer einsamen Insel weit draußen steht ein furchtbares Wesen angekettet, ein Untier mit Augen so groß wie Schilde und mit Zähnen so scharf wie lange Messer. Kaum dass der Wolf sich regen kann, so streng sind seine gewaltigen Tatzen gefesselt. Ein riesiges Schwert steckt mit der Spitze nach oben und dem Griff nach unten in seinem Rachen. Deshalb muss er immer seinen Schlund aufsperren, so weit es nur geht, so, dass ihm der Schleim wie ein Bach aus den Mundwinkeln rinnt.
Plötzlich stellt er die Ohren auf. Was ist das für ein Geräusch? Sind es Ruderschläge? Er reißt die großen, gelben Augen auf. Ein Mann kommt über die schwarze See gerudert und geht an Land. Der Wolf erkennt ihn wohl. Vorsichtig wedelt er mit dem Schwanz. „Vater“, röchelt er, „löse meine Fesseln! Binde mich los!“ Aber der Mann schüttelt den Kopf.
„Bald, mein Junge, bald“, sagt er. „Bald darfst du laufen, wohin du willst.“ – „Nein“, ächzt der Wolf. „Jetzt!“ Das Schwert in seinem Rachen zuckt. Das Zahnfleisch blutet. „Bald“, lächelt der Mann und krault das Untier hinter den Ohren. „Bald ist die Wolfszeit gekommen.“
Das Tier knurrt, aber der Mann lacht. Zusammen stehen die beiden unter den Sternen, der Fenriswolf und sein Vater Loki. Erst im Morgengrauen reitet er nach Haus.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Geschichtenliebhaber

TA KI

Der Samstagsfilm: Die Wendeltreppe


Robert Siodmaks DIE WENDELTREPE (The Spiral Staircase) gehört zu den schönsten, atmosphärischsten und spannendsten Filmen aller Zeiten, ich persönlich würde ihn auch ohne Zögern in die Liste der Top 50-Filme aller Zeiten aufnehmen, und wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte dies schnell nachholen.

DIE WENDELTREPPE spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein unheimlicher Serienkiller hat es auf behinderte Frauen abgesehen, gleich zu Beginn erleben wir ihn bei der Arbeit (eine der schaurigsten Szenen der Filmgeschichte). Sein nächstes Opfer soll die stumme Helen (Dorothy McGuire) werden, die in einem abgelegenen Herrenhaus arbeitet. Als die Nacht hereinbricht und ein Gewittersturm ums Haus tobt, muss die allein gelassene Helen um ihr Leben kämpfen, und der Mörder ist ihr näher als sie ahnt…

Angelehnt an den Expressionismus des deutschen Stummfilms
schaffen Regisseur Robert Siodmak und sein Kameramann Nicholas Musuraca unvergessliche Szenen und Bilder, ihr Spiel mit Licht und Schatten war selten in derartiger Perfektion und Schönheit zu sehen. Als Vertreter des „Damsel in Distress“-Genres, in welchem stets unschuldige, hilflose Frauen das Opfer hinterhältiger Machenschaften und Mordpläne wurden (wie z.B. „Das Haus der Lady Alquist“ oder auch der spätere „Warte, bis es dunkel ist“) weidet sich DIE WENDELTREPPE an den reißerischen Elemente des Plots und kostet die Angst der stummen Heldin genüsslich aus, hinterlässt dabei aber keinen zynischen Eindruck.
Dorothy McGuire spielt die sanftmütige Helen mit großem Sympathie-Effekt, aber niemals bemitleidenswert oder übertrieben süßlich. Man hofft und bangt als Zuschauer mit ihr, gleichzeitig ist man durchgehend auf der Suche nach der Identität des Mörders. Somit ist DIE WENDELTREPPE zusätzlich ein erstklassiger Whodunit und bietet reichlich Verdächtige an.

Neben McGuire brillieren noch weitere Damen. Die großartige Ethel Barrymore spielt die bettlägerige Hausherrin, der man alles zutraut, und als alkoholisierte Haushälterin und ‚Comic Relief‘ stiehlt Elsa Lanchester alle Szenen. Die schöne Rhonda Fleming ist von ihrem ersten Auftritt an verdammt, ein weiteres Opfer des Killers zu werden. Von den Herren begeistert der sonst oft uncharismatische George Brent (häufig als Partner von Bette Davis zu sehen) als zwielichtiger Wissenschaftler, den sympathischen Part übernimmt der nette Kent Smith aus Tourneurs „Katzenmenschen“.

Unvergesslich bleiben jedem Zuschauer die Sequenzen im stockfinsteren Keller des Gebäudes (in welchen die titelgebende Wendeltreppe führt), sowie die Aufnahmen des Killers im Gedächtnis, von dem wir lediglich ein aufgerissenes Auge zu sehen bekommen, das plötzlich aus Kleiderschränken herausschaut oder hinter Treppengeländern hervorlugt. Seine Motivation für die Morde besteht in dem Wahn, alles Unperfekte in der Welt auszulöschen, entprechend verzerrt ist seine Subjektive.

DIE WENDELTREPPE würde demzufolge nicht zu seinen Opfern zählen, denn selten ist ein Film der Perfektion näher gekommen als Siodmak mit seiner Schauermär. Ein Klassiker und Meisterwerk, durch und durch. Sehr empfohlen!

Gruß an die Klassiker

TA KI

Chirurgen verpflanzen erstmals „tote“ Herzen


Organtransplantation: Chirurgen verpflanzen erstmals "tote" Herzen. Ein Operationsteam bei einer Herz-Operation im Deutschen Herzzentrum in Berlin (Quelle: dpa)

Australische Chirurgen haben nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich Herzen verpflanzt, die zuvor aufgehört hatten zu schlagen. Den Experten aus Sydney gelang es in drei Fällen, „tote“ Herzen wiederzubeleben und nach einem langen Transport den Patienten einzusetzen. „Zum ersten Mal auf der Welt ist dies von einem entfernten Krankenhaus aus gelungen“, sagte der Direktor der Transplantationseinheit der St.-Vincent-Klinik in Sydney, Peter MacDonald.

Gemeinsam mit Experten des Victor-Chang-Herzforschungsinstituts nutzte MacDonalds Team eine besondere Technik: Die Herzen, die maximal 20 Minuten aufgehört haben zu schlagen, werden nach der Entnahme in eine tragbare Maschine mit einer Speziallösung gelegt. Sie werden an einen neutralen Kreislauf angeschlossen und wieder zum Schlagen gebracht, bis sie wieder eingesetzt werden. Die Maschine wird auch „Herz in der Box“ genannt.

Bis auf die ersten Transplantationen in den 60er Jahren und drei Fällen bei Kindern seien bislang stets Herzen verpflanzt worden, die im Körper ihres Spenders nach dessen Hirntod noch schlugen, sagte MacDonald. Die noch lebenden Herzen werden dann auf Eis gelegt und mit größter Eile zum wartenden Patienten gebracht.

Herz in der Box

Mit seinem „Herz in der Box“ konnte das Team nicht nur schon stillstehende Herzen verwenden, sondern diese auch über eine längere Strecke und Zeit transportieren. Für die drei Patienten seien die Spenderorgane jeweils in entfernten Kliniken entnommen worden, der Transport habe fünf bis acht Stunden gedauert. Zwei der drei Patienten sind demnach auf dem Weg der Besserung, der dritte ist noch auf der Intensivstation.

Die drei Transplantationen seien derzeit die einzigen auf der Welt mit „wiederbelebten“ Organen, sagte Kumud Dhital von der Universität New South Wales in Sydney. Der Leiter des Victor Chang Instituts, Bob Graham, sagte, die Technik erlaube es in Australien, 20 bis 30 Prozent mehr Transplantationen vorzunehmen. „Außerdem können wir besser beurteilen, ob ein Herz für die Verpflanzung geeignet ist, weil wir uns in der tragbaren Herzmaschine die Funktionen ansehen können, bevor wir es wieder einpflanzen.“

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_71527952/organtransplantation-chirurgen-verpflanzen-erstmals-tote-herzen.html

Gruß an die Frankensteine

TA KI

Großrazzia gegen illegale Zuwanderer in Bulgarien


Bulgariens Polizei hat rund 1500 Unterkünfte bei einer Razzia gegen illegale Migranten durchsucht. Das ärmste EU-Land ist seit Langem mit den über die Türkei einreisenden Flüchtlingen überfordert.


Dieser im Juli 2014 fertiggestellte Grenzzaun zwischen Bulgarien und der Türkei soll illegale Zuwanderer von der Einreise in die Europäische Union aufhalten

Das EU-Land Bulgarien geht mit einer landesweiten Razzia gegen illegale Migranten aus Krisengebieten vor. Dabei handelt es sich vor allem um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan, die über die Türkei illegal in das südosteuropäische Land gelangt waren.

Die Polizei durchsuchte mehr als 1500 Ein-Sterne-Hotels, Herbergen und andere Unterkünfte, teilte Interimsinnenminister Jordan Bakalow in einer Zwischenbilanz am Freitag mit. Von den 118 Festgenommenen seien 107 in Sofia gefasst worden. Die bulgarische Hauptstadt sei ein Ausgangspunkt für die Weiterreise illegaler Migranten nach Westeuropa, erklärte Bakalow.

Knapp 14.000 Migranten haben seit Anfang 2013 bis September 2014 nach amtlichen Angaben in Bulgarien einen Flüchtlingsstatus beantragt. Damit wurde das ärmste EU-Land – besonders im vergangenen Jahr – überfordert. Um den unkontrollierten Zustrom von Migranten über die „grüne Grenze“ zur Türkei zu verringern, hatte das Balkanland im Juli einen 30 Kilometer langen Zaun auf dem besonders kritischen Grenzabschnitt fertiggestellt.

Türkei nimmt kaum illegale Migranten zurück

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die Türkei einem EU-Bericht zufolge bisher kaum illegale Migranten zurücknimmt, die durch ihr Staatsgebiet hindurch in ein EU-Land gereist sind. Das Bosporus-Land müsse in dieser Hinsicht noch „erhebliche Anstrengungen“ unternehmen, heißt es in dem Dokument, das EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Montag in Brüssel vorlegte.

EU und Türkei hatten Ende 2013 ein sogenanntes Rückübernahmeabkommen vereinbart. Die EU stellt der Türkei visafreies Reisen für eigene Bürger in Aussicht, sobald die Türkei in großem Umfang irreguläre Einwanderer aus Drittländern zurücknimmt. Bis zur Erfüllung des Abkommens ist es aber offenbar noch ein weiter Weg.

Die Türkei sei spätestens ab Oktober 2017 zur umfassenden Rücknahme verpflichtet, erläuterte Malmström. Bis dahin müsse sie die nötigen Behördenverfahren und Kapazitäten einrichten – was bis jetzt noch kaum geschehen sei. Mit den Behörden des EU-Nachbarlandes Griechenland arbeite die Türkei kaum zusammen, obwohl schon seit vielen Jahren ein bilaterales Rückübernahmeabkommen existiere. Die Zusammenarbeit mit Bulgarien auf diesem Gebiet habe Ankara kürzlich sogar aufgekündigt.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article133641381/Grossrazzia-gegen-illegale-Zuwanderer-in-Bulgarien.html

Gruß an die Initiatoren dieses Desasters

TA KI

Schäuble verteilt um: Banken-Rettung in Europa mit deutschem Steuergeld


Von der Öffentlichkeit unbemerkt, schickt sich die Bundesregierung an, den ESM zur direkten Bankenrettung umzuwidmen. Danach stehen dem Finanz-Vehikel 60 Milliarden Euro an europäischen Steuergeldern zur freien Verfügung, um marode Banken zu retten. Das ist ein glatter Wortbruch: Noch vor zwei Jahren hatten Schäuble und die CDU versprochen, der ESM werde niemals zur Banken-Rettung herangezogen.

Sieg für Frankreich: Paris (hier Finanzminister Michel Sapin mit Wolfgang Schäuble) hatte von allem Anfang an darauf gesetzt, dass der ESM auch zur Bankenrettung herangezogen werden soll. Jetzt muss der Bundestag die Kröte schlucken. (Foto: dpa)

Die Bundesregierung hat am 22. September einen Entwurf zur Änderung des ESM-Finanzierungsgesetzes eingereicht. Künftig soll der ESM direkt an Banken ausgezahlt werden. Der Grund: Die verschuldeten öffentlichen Haushalte sollen nicht noch zusätzlich mit den Krisen der Banken belastet werden. Weil sich im Zuge der Wirtschafts-Krise alle Staaten weiter verschuldet haben, könnten sie heute kaum noch Banken retten, ohne das gesamte Maastricht-Gesetzeswerk zu einem Comic zu degradieren.

Die Südstaaten der EU haben diese Veränderung in weiser Voraussicht von allem Anfang an verlangt. Doch Deutschland hat sich geweigert, weil es damals in der deutschen Öffentlichkeit noch so erschien, als könne Deutschland die Verwendung seiner Steuergelder beeinflussen.

Im Juni 2012 hatte der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, dem Handelsblatt gesagt, dass es keine direkten Finanzhilfen des Euro-Rettungsfonds an Banken geben dürfe:

Die finanzielle Stützung eines nationalen Finanzsektors soll nur mittelbar über den Antrag des betreffenden Mitgliedstaates erfolgen. Damit soll gewährleistet sein, dass ein Reform- und Anpassungsprogramm vereinbart werden kann und Hilfen nur unter strikten Auflagen gewährt werden.“

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte die Verwendung des ESM zur Bankenrettung in der Öffentlichkeit und innnerhalb der Fraktion immer wieder ausgeschlossen. Noch im Dezember 2013 hatte Schäuble gesagt, dass es auch in Zukunft keine Bankenrettung durch den ESM geben werde:

Notwendiges Kapital zur Abwicklung einer Bank wird nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auch in Zukunft nicht direkt aus dem ESM stammen. „Heute Nacht haben wir vereinbart, dass das nicht über den ESM geschehen kann“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochvormittag in Brüssel nach Beratungen mit seinen Kollegen aus der Eurozone.

Nun haben die  Staaten allerdings klammheimlich damit begonnen, diese gravierende Änderung in ihre nationale Gesetzgebung einzubauen. In Österreich ging die Umwidmung der ESM-Gelder vergleichsweise unspektakulär über die Bühne. Hier heißt es im Entschließungsantrag für den Nationalrat lapidar:

„Der Bundesminister für Finanzen wird ersucht, jede vom österreichischen Vertreter im Gouverneursrat des ESM zur Beschlussfassung stehende institutsspezifische Vereinbarung dem Nationalrat vorab auf dieselbe Weise vorzulegen wie eine Finanzhilfevereinbarung.“

Doch genau um diese Struktur geht es: Der jeweilige Gouverneur – also Finanzminister Wolfgang Schäuble – muss von seinem Parlament ermächtigt werden, die Gelder für die Banken-Rettung freizugeben. Im Gesetzesentwurf der Bundesregierung heißt es zur Begründung der Umwidmung der Gelder:

„Im Zuge der Bewältigung der Staatsschuldenkrise hat sich…gezeigt, dass die Krise der öffentlichen Haushalte einzelner ESM-Mitgliedstaaten eng mit der Krise ihres jeweiligen Finanzsektors verbunden ist. So kann es möglich werden, dass im Einzelfall ein ESM-Mitgliedstaat nicht dazu in der Lage ist, erforderliche Finanzhilfen für seine Finanzinstitute in voller Höhe bereitzustellen, ohne dass dies sehr nachteilige Auswirkungen auf die Tragfähigkeit seiner öffentlichen Haushalte hat bzw. seinen dauerhaften Zugang zum Kapitalmarkt gefährden und somit eine Finanzierung des gesamten staatlichen Finanzbedarfs über den ESM erforderlich machen würde.

Durch diese Gewährung von Finanzhilfen des ESM direkt an Finanzinstitute soll ein Beitrag dazu geleistet werden, Krisen im Bankensektor eines Mitgliedstaats stärker von einer Krise der öffentlichen Haushalte zu entkoppeln. Indem am Ende einer Haftungskaskade Hilfen des ESM für Finanzinstitute – anders als bei Finanzhilfen zur indirekten Rekapitalisierung von Finanzinstituten – nicht in Form eines Darlehens an den betreffenden Mitgliedstaat, sondern unmittelbar an ein Finanzinstitut vergeben werden, können im Einzelfall besonders negative Auswirkungen auf den Schuldenstand eines Mitgliedstaats vermieden werden. Daher gilt aber weiterhin ein Vorrang der indirekten vor der direkten Bankenrekapitalisierung.“

Ursprünglich war der ESM geschaffen worden, um Staatspleiten zu verhindern. Doch seit Mario Draghi mit der umfassenden Manipulation der Zinssätze für Staatsanleihen das Risiko einer Staatspleite auf Kosten der europäischen Sparer faktisch auf Null gesenkt hat, können die ESM-Gelder nun zur Bankenrettung verwendet werden.

Doch schon wenig später haben die Euro-Finanzminister offiziell beschlossen, dass der ESM auch bei der Abwicklung von Banken als Financier fungieren solle. Wolfgang Schäuble hatte zunächst gegen die Pläne protestiert, sie am Ende aber doch mitgetragen. Schäuble hatte gesagt, Deutschland könne erst zustimmen, wenn die EZB die Bankenaufsicht übernehme. Das ist nun ebenfalls beschlossen. Ein kleiner Schönheitsfehler: Eigentlich hätte die heimliche Banken-Rettungs-Gesetzgebung bereits vergangene Woche im Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen werden sollen. Doch die EU war bis dahin nicht in der Lage, mit den Banken ein endgültige Einigung über den von den Banken zu finanzierenden Bankenabwicklungsfonds SRM zu finden. Dies ist erst in dieser Woche geschehen.

Nun soll der Beschluss am Bundestag am 6. November fallen. Dies wird mit breiter Mehrheit geschehen. Nun die Partei die Linke ist dagegen – aus den anderen Parteien gibt es keine Abweichler mehr. Sie sind entweder nicht mehr im Bundestag (wie der FDP-Mann Frank Schäffler) oder wurden diszipliniert, wie der CDU-Mann Klaus-Peter Willsch, den Merkel nach 14 Jahren knallhart aus dem Haushaltsausschuss entfernt hat. Von SPD und Grünen hat es ohnehin nie auch nur den geringsten Widerstand gegeben.

Die Zweigleisigkeit von SRM und ESM für die Bankenrettung zeigt, dass die EU im Fall der Bankenrettung bereits wieder hinter alle Pläne zurückgefallen ist: Denn beim SRM müssen eigentliche die nachrangigen Anleihebesitzer an einer Restrukturierung mitwirken (Bail-In). Das sind in der Regel andere Banken. Um die Banken aber zu schonen, gibt es jetzt auch die Möglichkeit des ESM. Dort ist ein Bail-In nicht vorgesehen.

Das Gesetz, wenn es so durchgeht, macht direkte Banken-Rettungen in allen Euro-Ländern mit deutschen Steuergelder in der Höhe von bis zu 60 Milliarden Euro möglich. Die Rettungsaktionen werden, wie dem Entwurf zu entnehmen ist, strengster Geheimhaltung unterliegen – angeblich, um keine Bank-Runs und Markt-Irritationen zu erzeugen.

Die Gelder an die maroden Banken dürfen nur unter strengsten Auflagen ausbezahlt werden. Diese Auflagen sind in einem “Memorandum of Understanding” (MoU) zu vereinbaren: Dumm nur, dass dieses MoU nicht zwischen dem Deutschen Bundestag und der Bank geschlossen wird – sondern zwischen dem jeweiligen Staat und seiner Bank: Also zwischen Italien und einer maroden italienischen Bank, zwischen Frankreich und einer maroden französischen Bank etc. Man kann sich ausrechnen, welch strenge Auflagen die Regierungen ihren Haus- und Hofbanken erteilen werden. 

Immerhin hat der Gesetzesentwurf auch eine belletristische Note: Erstmals wird jener brillante Gedanke von Angela Merkel wörtlich zitiert, mit dem die Kanzlerin bereits den ESM durchgeboxt hatte.

Unter Punkt C der Einleitung steht schwarz auf weiß:

“Alternativen: Keine”

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/25/schaeuble-verteilt-um-banken-rettung-in-europa-mit-deutschem-steuergeld/

Gruß an die Bezahler

TA KI

 

EU plant Patienten das Recht am eigenen Körper zu entziehen


Sollen Finanzinteressen der Pharmaindustrie Vorrang vor Grundrechten haben?

Wien (23.10.2014) — Es ging durch alle Medien – ein querschnittgelähmter Patient lernt nach einer Zelltherapie wieder gehen. Ein sensationeller Erfolg, der vielen Menschen Hoffnung gibt. Doch so ein Behandlungserfolg engagierter Ärzte könnte bald in der EU illegal sein, weil er nicht mit einem „zugelassenen“ Zellpräparat erfolgte:

Die EU bereitet nämlich im Stillen einen weitgehenden Einschnitt in die menschlichen Grundrechte vor:

Menschen sollen bald nicht mehr frei über ihren Körper und ihre Körperzellen – konkret zu Heilzwecken – verfügen dürfen, sondern Pharmafirmen könnten ein faktisches Monopol auf die Verwendung von menschlichen Zellen zu Heilzwecken erhalten. Nur „zugelassene“ Zellpräparate wären dann noch bei Stammzelltherapien und anderen Behandlungen erlaubt. Diese strengen Formalvorschriften würden künftig auch für körpereigene Zellen gelten, wenn Patienten sie für eine Behandlung am eigenen Körper verwenden wollen. Damit würde Patienten u.a. die Verwendung ihrer körpereigenen Stammzellen zur Behandlung bestehender eigener Krankheiten durch Normierung kostspieliger bürokratischer Hürden faktisch unmöglich gemacht.

Ist der EU „Investorenschutz“ der Pharmaindustrie wichtiger als das Recht des Patienten auf Behandlung und Heilung mit seinen körpereigenen Zellen? Stammzelltherapien und andere Therapien mit Zellen scheinen aus Sicht der EU-Kommission offenbar so spannend, dass sie für milliardenschwere Pharmafirmen „reserviert“ werden sollen.

Das am 20.6.2014 im Auftrag der EU-Kommission vorgelegte „Reflection Paper“ der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sieht eine Verschärfung einer seit 2007 geltenden EU-Verordnung in diesem Sinn vor. Würde dieser Vorschlag umgesetzt, müsste ein Patient, der seine eigenen Zellen für eine Therapie an sich selbst nutzen will, diese Zellen erst bei der EMA wie ein Medikament zulassen, ein Prozess, der sehr zeitaufwendig und teuer wäre und die Vorlage klinischer Studien erfordern würde. In der Praxis ein Ding der Unmöglichkeit, gerade für kranke Menschen.

Damit würde man Menschen das Grundrecht entziehen, ihren eigenen Körper und ihre eigenen Zellen für sich selbst, z.B. zur Therapie von Gelenksabnutzung oder einer chronischen Erkrankung, nutzen zu dürfen. Dies betrifft unzählige chronisch Kranke, die an ALS, Arthrose, Multipler Sklerose, Durchblutungsstörungen, Sklerodermie etc. leiden und durch eine Stammzelltherapie mit ihren körpereigenen Stammzellen Besserung erfahren könnten.

EU-Kommission und EMA leihen ihre Ohren offenbar Lobbyisten der einschlägigen Industrie, die gerne Wünsche hinsichtlich neuer Restriktionen zu ihrem Vorteil äußern. Haben diese EU-Institutionen aber je mit betroffenen Patienten oder deren Ärzten gesprochen?

Weitere Informationen unter http://aestheticpractitioner.org/.

Kontakt:
Association of Aesthetic Practitioners (AAP)
E-Mail: info@aestheticpractitioner.org
Web: http://aestheticpractitioner.org/

Quelle: http://aestheticpractitioner.org/blog/2014/10/eu-plant-patienten-recht-am-eigenen-koerper-zu-entziehen/

Gruß an die Drecks-EU

TA KI

 

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 9


Baldur

Von Tor Åge Bringsværd

baldur

Ganz sonderbare Winde fegen auf einmal über die Welt. Im Winter fällt kein Schnee mehr. Der Sommer ist verregnet. Wo sind die Fische im Meer geblieben? Und warum liegt ein gelber Schleim auf den Klippen am Strand? Das Vieh vergisst zu schlafen, Bäume stürzen um oder suchen einer beim andern Halt. So geht es in Mitgard zu und in Jotunheim, und sogar die Götter bleiben nicht verschont.
Die Asen sind beunruhigt. Sie haben sich an Urds Brunnen versammelt, um Rat zu halten. Aber keiner weiß eine Erklärung für die Unordnung, die über die Welt gekommen ist. Jeden Morgen setzt Odin sich unter den größten Weltenbaum, und Hugin und Munin, seine beiden Raben, hüpfen von Zweig zu Zweig. Er fürchtet, dass bald auch das Laub Yggdrasils anfangen könnte zu verwelken. Doch bisher ist die große Esche grün und saftig geblieben. Solange sie ihre Äste über die Welt ausbreitet, gibt es noch Hoffnung auf bessere Zeiten. So lauten die Weissagungen, und so steht es in mächtigen Runen geschrieben. Jede Nacht liegt Odin wach und lauscht den Wölfen, die den Mond anheulen. Unter seinen vielen Söhnen ist Baldur der jüngste. Er ist so schön, dass er beinahe an ein junges Mädchen erinnert, auch ist er von allen der sanfteste und der freundlichste. Breidablick heißt sein Hof und dort wohnt er mit Nanna, der treuesten aller Frauen, und ihrem Sohn Vorsete.
Früher haben manche sich über Baldur lustig gemacht, weil er so vorsichtig ist. Einen Schwächling haben sie ihn genannt, denn für Kampf und Streit hatte er nie viel übrig. Am liebsten wollte er mit allen in Frieden leben. Doch jetzt, da eine graue, hoffnungslose Decke wie ein großer Sauerteig, über der Welt liegt, betrachten ihn viele mit neuen Augen.
Jetzt heißt es auf einmal; Gut, dass wir Baldur haben. Solange er, der unschuldig ist wie ein Kind unter uns ist, können Gewalt und Bosheit nicht siegen. Es geht ein Leuchten von diesem hellen Gott aus, und alle, die in seiner Nähe sind, steckt er mit seiner freundlichen Miene an. Selbst die unverbesserlichen Lügner und Intriganten schweigen, wenn er kommt, und schlagen ihre Augen nieder.
Auch Odin möchte alles schützen, was auf der Erde lebt, aber vertraut am ehesten auf sein Schwert und seinen Speer, wenn es darum geht, der Gemeinheit und dem Verrat zu wehren. Ein freundliches Lächeln, denkt er, war noch nie imstande, einen gierigen Feind aufzuhalten. „Wenn ihr Frieden haben wollt“, brummt er, „müsst ihr euch auf den Krieg gefasst machen.“ Das sagt er allen, die es hören wollen. Aus diesem Grund war Baldur nie ein Sohn nach seinem Geschmack. Doch in der letzten Zeit sehen die Asen den Götterkönig immer öfter nach Breidablick reiten. Frigga, die immer eine Schwäche für Baldur hatte und ihn stets in Schutz genommen hat, freut sich sehr darüber, dass Odin sich ihm zuwendet.
Ja, die Zeiten haben sich geändert. Nichts ist mehr so, wie es war. Odin fühlt sich bedroht. Überall sieht er das Unheil mit bösen Augen und scharfen Zähnen lauern. Da kann es nicht schaden, auf der Hut zu sein. Vieles versteht Odin, aber manches ist ihm rätselhaft geblieben. Nun will er auch dahinterkommen, wie Baldur denkt. In Breidablick ist er immer willkommen. In letzter Zeit sitzen Vater und Sohn öfter beieinander, und ganze Abende lang gibt ein Wort das andere.
Warum ist Baldur immer so bleich und abgespannt? Ist er krank? Es sind die Albträume, die ihn heimsuchen. Er sieht, wie die Berge aufbrechen, als hätten sie offene Wunden. Er sieht brennende Wolken. Er sieht einen Winter, der nie zu Ende geht. Er sieht seinen eigenen Namen mit Blut geschrieben. Mitten in der Nacht wacht er schweißgebadet auf und erstickt einen Schrei mit der Bettdecke.
Von den anderen will er sich nichts anmerken lassen. Aber endlich wird es ihm zuviel, und er muss zugeben, dass er von schlimmen Ahnungen geplagt wird. Die Asen hören es nicht gerne; Denn Baldur war immer eine Lichtgestalt in Asgard, und wenn sogar er finster dreinblickt, ist das ein schlechtes Zeichen.
Auch Frigga ist bekümmert. Sie zieht nach Osten und Westen, Norden und Süden. Keiner soll Baldur etwas antun! Dafür will sie sorgen. Jeden Stein wendet sie um und untersucht jede Höhle. Allem, was da kriecht und läuft, fliegt und schwimmt, nimmt sie ein Versprechen ab: niemand soll Baldur etwas zuleide tun. Sogar Feuer und Wasser, Bäume und Felsen, Pest und Krankheit müssen ihr hoch und heilig schwören, dass sie ihren Liebling verschonen. Die Asen sind erleichtert, und Baldur ist froh. Zwar quälen ihn immer noch böse Träume, aber was sie ankündigen, hört sich wie eine leere Drohung an. Er kann hoffen, dass sie bald verfliegen werden, wie ein Schatten vor der Sonne.

 

Um seine Genesung zu feiern, richten die Götter ein großes Fest ein. Einer von ihnen kommt auf die Idee, das Schicksal auf die Probe zu stellen. Baldur soll als Zielscheibe dafür dienen. Alle werfen Steine auf ihn und beschießen ihn mit Pfeil und Bogen. Doch alle Geschosse prallen von ihm ab. Baldur lacht nur über den Hagel. Er ist unverwundbar. Die Götter jubeln.
Nur einer hält sich zurück und stimmt nicht in die Freudenrufe ein. Einer der die Fäuste ballt und sich davonschleicht. Es ist Loki. Voll Neid und Eifersucht schnaubt er: „Warum machen alle soviel Aufhebens wegen Baldur? Alle haben einen Narren an ihm gefressen. Und was ist mit mir?“ Die Wahrheit ist, dass die beiden sich nie leiden konnten. Aber nun hat Loki wohl den Kopf verloren. Als altes Weib verkleidet, sucht er Frigga auf. „Was ist denn mit Baldur geschehen“, fragt er sie. „Haben sich wirklich alle Dinge auf der Welt verschworen, ihn zu hätscheln?“ – „Ja“, antwortet Frigga stolz. Loki schlägt die Hände über dem Kopf zusammen vor Verwunderung. Frigga lächelt. Sie ist gut gelaunt, denn dies ist ein großer Tag für sie. Außerdem findet sie das alte Weib, das vor ihr steht, ziemlich komisch. „Bis du sicher?“ fragt Loki mit dünner, pfeifender Stimme und legt den Kopf schräg. „Jedes winzig kleine Bisschen soll dir versprochen haben, dass Baldur nichts geschieht?“ – „Fast“, sagt Frigga. „Nur im Westen Walhalls, da wächst eine kleine Mistel. Die kam mir so klein und unahnsehnlich vor, dass es lächerlich gewesen wäre, ihr einen Eid abzufordern. So ein winziges Zweiglein, dachte ich, kann doch keinen Schaden anrichten.“
Schon macht Loki sich auf den Weg, um die Mistel zu suchen. Er hat Glück und findet sie. Gleich bricht er den Zweig ab und nimmt ihn mit auf die große Wiese, wo die Götter immer noch bei ihrem Schützenfest sind.
Einer von den Asen, aber steht in der Ecke und nimmt an ihrem Spiel nicht teil. Er heißt Hod und ist ein Halbbruder Lokis. In den großen Kriegen hat er nie eine Rolle gespielt, und auch jetzt hält er sich im Hintergrund. Das hat einen einfachen Grund. Hod ist blind. Scheinheilig fragt Loki ihn. „Was ist mit dir mein Freund? Warum machst du nicht mit. Alle schießen auf Baldur und du siehst doch, dass ihm nichts geschieht.“ – „Du weißt wohl, dass ich blind bin und ihn gar nicht sehen kann“, sagt Hod. „Oh“, flüstert Loki ihm ins Ohr, „daran soll es nicht fehlen. Ich zeige dir, wie du zielen sollst.“ – „Ich trage keine Waffe“, antwortet Hod. „Dann nimm diesen Bogen und die Mistel hier, alle erweisen Baldur die Ehre, da kannst du nicht beiseite stehen.“ – „Gern“, ruft der Blinde dankbar und ergreift den Bogen. Loki führt seinen Arm. „Ein bisschen weiter nach rechts…. Noch ein bisschen…. So!“ Und Hod ruft: „Schau nur Baldur! Jetzt bin ich auch dabei.“ Baldur lacht und streckt ihm seine Arme entgegen. „Jetzt!“ flüstert Loki – und Hod lässt die gespannte Saite los.
Der Pfeil trifft Baldur, der einen hellen Schrei ausstößt und zu Boden sinkt. Der Pfeil hat ihn mitten in der Kehle getroffen. Baldur ist tot.
Es wird ganz still auf der großen Wiese. Die Asen trauen ihren Augen nicht. Dann erst bricht der Jammer los. Das, was sie um jeden Preis verhindern wollen, jetzt ist es geschehen. Nie hat ein schlimmeres Unglück Götter und Menschen getroffen.
Viele umringen Hod, um Baldur zu rächen. Einige deuten auch auf Loki. Aber Odin greift ein. „Haltet ein“, ruft er. „Dies hier ist ein geheiligter Ort. Es ist genug Blut vergossen worden an diesem Tag. Baldur war mein Sohn. Hod ist mein Sohn und Loki ist mein Milchbruder. Es ist sinnlos Vergeltung zu üben.“ Nie sahen ihn die Asen so alt und müde.
„Es war alles nur ein Missverständnis“, wimmert Loki und legt den Arm um Hods Schulter. „Keiner von uns hat das gewollt!“ Dann wendet er sich mit harten Worten Frigga zu: „Dir haben wir vertraut. Hast du uns nicht versichert, dass Baldur kein Leid geschehen kann? Wie sollten wir ahnen, dass du so leichtfertig warst und hier einen Strauch und dort einen Zweig auf Baldurs Heil einzuschwören vergessen hast? Es ist deine Schuld, dass es ein böses Ende mit ihm nahm!“ Loki hat sich in Hitze geredet, und er ist ein Meister darin, die Wörter so zu drehen, wie es ihm passt. Frigga wendet sich schluchzend von ihm ab. „Es ist Schicksal“, murmelt einer. „Was geschehen soll, geschieht“, sagt ein anderer. „Niemand kann sein Schicksal ändern. Baldurs Träume hätten uns eine Warnung sein sollen.“ – „Er ist tot“, weint Nanna, seine Frau. „Wir werden ihn nie wiedersehen.“ Aber da richtet Frigga sich auf. Der Trotz leuchtet aus ihren Augen. „Nein“, ruft sie, „ich gebe nicht auf. Ich will ihn wiederhaben. Wer von euch, wer von Odins Söhnen will mein Sendbote sein? Wer will meine ewige Dankbarkeit gewinnen und ins Totenreich reiten? Wer von euch spricht mit Baldur? Wer fragt Hel, die Herrin über das Totenreich, um welchen Preis sie ihn freigibt, so dass er zu mir nach Asgard heimkehren kann?“

 

Alle schweigen. Sogar Odin zögert und Thor schaut betreten zu Boden. Doch dann tritt Hermut hervor, der sich immer zurückgehalten hat. Man hat wenig von ihm gehört, obwohl er auch einer von Odins Söhnen ist, denn er ist zwar ein guter Kämpfer und berühmt für seine Reitkunst, doch drängt er sich niemals vor und lässt andere das große Wort führen. Nun aber sagt er. „Ich reite für Baldurs Mutter zu Hel ins Totenreich. Ihr müsst mir nur das beste Pferd gebe, das es gibt.“ Der Götterkönig nickt. Er befiehlt, dass Sleipnir, sein eigenes Pferd, gezäumt und gesattelt wird.
Hermut steigt auf den achtbeinigen Hengst und sprengt über die Regenbogenbrücke davon. Wie ein Gewitter dröhnt das Echo von Sleipnirs Hufen den Asen in den Ohren, bis es in der Tiefe des Nordens verhallt.
Nun müssen die Götter Baldur bestatten. Sie tragen seine Leiche zur Küste. Dort liegt ein großes Schiff vor Anker. Schon ist ein gewaltiger Scheiterhaufen auf dem Deck errichtet. Doch als sie versuchen, das Schiff aufs Wasser zu schieben, rührt es sich nicht von der Stelle. Nicht nur den Asen steht der Schweiß auf der Stirne, auch aus Mitgard und aus Jotunheim sind viele gekommen, um Baldur die letzte Ehre zu erweisen. Doch sosehr sie sich auch anstrengen, das Schiff liegt wie festgenagelt im Sand. Nicht einmal Thor gelingt es, den schweren Rumpf zu bewegen. Da stößt eine Riesin zu den Versammelten. Sie kommt auf einem Wolf geritten, den sie mit zwei Kreuzottern lenkt. Sie sieht, wie sich die Asen vergeblich abmühen, springt ab, spuckt in die Hände und schiebt das Schiff an. Wie durch Zauberei gleitet der schwere Rumpf so rasch über die Rundhölzer ins Wasser, dass er Funken schlägt.
Thor muss zusehen, wie ihn eine Riesin auf dem Feld schlägt. Wütend ruft er: „Das ist alles nur ein fauler Trick dieser Hexe. Der werde ich den Schädel mit meinem Hammer zertrümmern!“ – „Lass das“, sagen die Asen. „Was hat sie dir getan? Danken sollten wir ihr, dass sie uns geholfen hat.“ Und die Riesin steht breibeinig daneben und stützt die Hände auf ihre wuchtigen Hüften. „Seid froh, dass ich etwas für die Asen übrig habe“, sagt sie gelassen und zwinkert dem Donnergott zu, der sich am Bart zupft und grollt. Aber seinen Hammer muss er wieder einstecken.
Nun wird Baldurs Leichnam an Bord gebracht. Als seine Frau Nanna es sieht, bricht ihr das Herz vor Kummer. Auch sie wird tot aufs Schiff getragen und neben ihren Mann gelegt. Baldurs Pferd steht an den Mast gebunden, gebürstet und gestriegelt mit vollem Sattelzeug. Nun streift Odin sich Draupne, seinen wertvollen Ring vom Finger. Es ist sein kostbarster Goldschmuck, die Unterirdischen haben ihn einst, vor langer, langer Zeit, geschmiedet. Er hat Zauberkräfte. Jede Nacht träufeln aus ihm acht neue Ringe. Odin kniet neben Baldur nieder und legt Draupne auf seine Brust. Alle sehen, wie die Tränen ihm am Bart herab rinnen.
Dann wird ein großes Feuer entzündet. Thor tritt hervor und schwenkt seinen Hammer über den Flammen, um sie zu segnen. Ein Zwerg hat sich unter dem Kiel des Bootes versteckt. Thor versetzt ihm einen Tritt, so dass er kopfüber ins Feuer stürzt und wie ein kleiner trockener Zweig verbrennt. Die Taue werden gekappt und das Schiff gleitet endlich hinaus aufs Meer.
Am Strand schauen die Asen und die Walküren zu, wie es feurig in die offene See hinaustreibt. Odin hat seine beiden Raben auf den Schultern und hält Frigga an der Hand. Auch Freia ist, von ihren Katzen gezogen, mit ihrem Wagen gekommen. Frei kam auf Gullborste, dem riesigen Eber mit den schimmernden Borsten, geritten, und aus Walhall haben die Untoten sich eingefunden. Sogar die Riesen sind zur Stelle, und alle blicken dem brennenden Schiff nach, bis es wie ein kleiner Funken am Horizont verglüht.

 

hodur

Unterdessen ist Hermut auf dem Weg nach Niflheim. Neun Tage und neun Nächte reitet er durch dunkle, tiefe Täler, bis er den wilden, eiskalten Fluss erreicht, dort wo die Welt der Lebenden an die der Toten grenzt. Weit vorn sieht er es funkeln. Das ist die Brücke aus Gold, die er überqueren muss, um ins Totenreich zu kommen. Kaum ist er angekommen, da ruft eine Stimme „Halt!“ und der Schatten eines jungen Mädchens tritt ihm in den Weg. Ihre Aufgabe ist es, die Brücke zu bewachen. „Wie heißt du, von welchem Stamm bist du, und was begehrst du?“ fragt sie und tritt näher. „Du siehst gar nicht aus wie ein Toter! Und warum machst du soviel Lärm? Gestern sind fünf Scharen Gefallener über meine Brücke geritten und heute donnert sie unter dir, als wäre ein ganzes Heer unterwegs.“ – „Ich habe es eilig“, ruft Hermut. „Lass mich vorbei! Den, der vor mir kam, will ich einholen, bevor es zu spät ist.“ – „Wen meinst du? Ist er nicht einer von uns?“ – „Ja“, antwortet Hermut ihr. „Er ist tot wie du.“ – „Hat er einen Namen?“ fragt das Mädchen. „Baldur ist es. Himmel und Erde vermissen ihn. Ich habe seiner Mutter versprochen, bis nach Niflheim zu reiten, um nach ihm zu suchen. Ist er bei dir vorbeigekommen?“
Da legt die bleiche Jungfer ihm ihre eiskalte Hand aufs Knie und lacht mit gelben Zähnen. „Alle müssen diesen Weg gehen“, sagt sie. „Lass mich“, ruft Hermut und streift ihre Hand ab. „Gut“, sagt sie. „Ich erlaube dir, das Reich der Toten zu betreten. Aber woher willst du wissen, dass du es wieder verlassen darfst? Von hier aus ist noch keiner zurückgekehrt.“ – „Kommt Zeit, kommt Rat“, antwortet Hermut und sprengt über die leuchtende Brücke nach Niflheim.
Hier ist alles kalt, dunkel und klamm. Er kommt an einem See vorbei, an dessen Ufern verwesende Leichen liegen. Ihr Gestank steigt ihm in die Nase. Schwer zu sagen, ob es Menschen oder Tiere waren, was da verrottet. Hermut hat von diesem Ort gehört; er weiß, dass hier eine der drei Wurzeln der Weltesche Yggdrasil endet, und dass in der tiefe des Sees, eine wilde Schlange haust, die an dieser Wurzel nagt und nagt.
Er wagt es nicht, sich umzusehen, und reitet weiter, bis vor ihm auf der Straße eine turmhohe, unheimliche Barrikade aufragt, die aus morschen Gebeinen und wurmzerfressenen Schädeln aufgeschichtet ist. Er gibt Sleipnir die Sporen, und das achtbeinige Pferd springt mit einem großen Satz über die Sperre.
Nun ist der Hof der Herrscherin über das Totenreich nicht mehr weit. Er steigt vom Pferd und tritt ein. Hel empfängt ihn selbst. Sie ist groß und hager von Gestalt. Die eine Seite ihres Gesichts ist bleich wie Kreide, die andere blauschwarz wie ein Rabe. Weit hinten im Saal glaubt er zwei Tote zu erkennen, die dort aufgebahrt sitzen. Es sind Baldur und Nanna, seine treue Frau.
Hermut sagt nichts von seinem Anliegen. Er bleibt über Nacht, und erst am andern Morgen wendet er sich höflich an Hel, um seine Bitte vorzutragen. „Ich weiß wohl, warum du gekommen bist“, sagt sie. „Und was ist dein Bescheid?“ – „Die Antwort ist: Nein!“ – „Aber bedenke doch, die ganze Welt trauert um Baldur.“ Hel runzelt die Stirn. „Meine Aufgabe ist es nicht, der Welt eine Freude zu machen“, antwortet die Herrin über das Totenreich. „Was habt ihr nur mit euerm Baldur? Ist er so wichtig?“
„Keiner ist so geliebt worden wie er“, ruft Hermut. „Wir, die Asen, verlangen, dass du ihn uns zurückgibst.“ Hels Augen verdunkeln sich, als sie das hört. „Ihr verlangt etwas von mir, der Herrscherin über den Tod?“ – „Ich wollte sagen: wir bitten dich“, sagt Hermut rasch. „Wir flehen dich an.“ Hel ist aufgestanden. Sie wendet sich den beiden Toten zu, die stumm wie Steine dabeigesessen sind. „Hörst du Baldur? Die Götter flehen mich an.“, sagt Hel, und nun schnurrt sie wie eine Katze vor Behagen. „Was sollen wir ihnen antworten? Das will gut überlegt. O ja, ich weiß, wie man mit solchen Bittstellern umgeht.“ Langsam tritt sie Hermut entgegen und blickt ihm in die Augen. „Also gut, du sollst sie haben, alle beide. Aber nur unter einer Bedingung.“ Hermut traut seinen Ohren kaum. Freudig verspricht er ihr, auf alles einzugehen, was sie verlangt. Die Königin des Totenreichs streckt ihre blauen Nägel von sich und sagt mit einem boshaften Lächeln: „Es gibt mir zu denken, was du gesagt hast. Neugierig bin ich, ob es wahr ist, dass Baldur wirklich so vermisst wird, wie du behauptest. Ich nehme dich beim Wort, ich will dich auf die Probe stellen.“ – „Auf welche Probe? Was meinst du?“ fragt Hermut. „Pass auf und höre gut zu. Wenn die ganze Welt Baldur beweint, dann mag er samt seiner Frau nach Asgard zurückkehren. Aber freue dich nicht zu früh! Denn wenn es nur ein einziges Wesen auf der Welt gibt, das ihn nicht beweint, sei es ein Ase oder ein Mensch, ein Tier oder eine Pflanze, oder auch nur ein Stein – dann werden beide ewig dort bleiben, wo sie sind: bei mir! Nun geh, bevor ich es mir anders überlege!“
Hermut macht sich auf den Weg. Baldur und Nanna dürfen ihn ein Stück weit begleiten. Den Zauberring Draupne übergibt Baldur seinem Retter; er soll ihn Odin wiederbringen, als ein Andenken, und Nanna gibt ihm Geschenke für Frigga mit. „Bald werden wir dich abholen“, sagt Hermut und umarmt seinen Bruder. Aber der schüttelt den Kopf und antwortet ihm: „Das glaube ich nicht. Mein Mund ist voll von Asche.“ Hermut gibt seinem Pferd die Sporen, doch bevor er den Hof verlassen hat, bellt Hel ihm nach: „Du kannst ganz sicher sein, dass ich Gerechtigkeit walten lasse.“ Hermut reitet über die beinerne Sperre und überquert die goldene Brücke, bis er ins lichte Reich der Lebenden kommt. In Asgard angekommen, berichtet er, was er gesehen und gehört hat.

 

Nun senden die Asen Boten in die ganze Welt aus und bitten alles, was da lebt und webt, um Hilfe. Alles trauert: Menschen und Tiere klagen um Baldur. Selbst den Wölfen und den Hasen werden die Augen feucht, wenn sie an ihn denken, und die Trolle verbergen ihr Gesicht in den Händen. Sogar die ältesten Feinde der Asen vergießen ein paar höfliche Tränen, denn Baldur war etwas ganz Besonderes, und nie hat sich jemand um ihn beklagt. Himmel und erde laufen über von Tränen. Von Bäumen und Sträuchern rinnt das Nass. Die Steine schluchzen und die Berge stöhnen.
Als aber die Boten ihren Auftrag erfüllt haben und auf dem Heimweg sind, da begegnen sie einem alten Trollweib, das sich Tokk nennt. Auch sie wird gebeten, die Totenklage um Baldur anzustimmen. Doch sie zuckt nur die Schultern und sagt: „Was geht es mich an, dass einer der hohen Herren in Asgard gestorben ist? Lasst mich zufrieden mit eurem Baldur!“ Die Boten bitten Tokk, sich ihre Antwort noch einmal zu überlegen. „Weißt du was das bedeutet? Wenn du nicht um ihn weinst, kann er nie zurückkehren.“ – „Glaubt ihr Frigga, würde weinen, wenn ich einen meiner Söhne verlöre? Ich müsste lügen, wenn ich um den ihren jammern sollte. Hier, seht her!“ ruft sie und zieht ihr Augenlid herunter. „Meine Augen bleiben trocken. Ich habe in meiner Zeit schon zuviel geweint. Ich bin es leid das Klageweib zu spielen! Mag Hel ihre Beute behalten. Mir soll es recht sein!“
Und so kam es, dass Baldur bei den Toten bleiben musste. Aber wer war diese Tokk? War sie wirklich eine Trollfrau, die niemand kennt, oder einer, der berüchtigt ist für das Unheil, das er so oft gestiftet hat? War es nicht Loki, von dem es heißt, dass er sich mit Vorliebe in Frauenkleidern herumtreibt, wenn er etwas Böses im Schilde führt?
Er war es, und kein anderer. Von seiner eigenen Macht berauscht, glaubt er, kein anderer habe einen besseren Kopf, eine geschmeidigere Zunge als er. Warum soll immer Odin der Häuptling sein, denkt er, warum nicht ich? Er bildet sich ein, alle seien gegen ihn. Immer fühlt er sich zurückgesetzt. Er ballt die Fäuste, wenn er daran denkt. Aber dann lächelt er wieder selbstzufrieden und sagt sich: Habe ich nicht drei wunderbare Kinder? Den Fenriswolf, die Mitgardschlange, und vor allem Hel, die Herrscherin über die Toten! Ja, beschließt er dann, ich will ihnen ein guter Vater sein und es an nichts fehlen lassen, dass sie zu ihrem Recht kommen. Ich und meine Kinder, uns soll nichts und niemand im Wege stehen, denn wir sind mächtiger, als ihr alle ahnt!
Es wird Nacht, und lachend wandert Loki unter den Sternen.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Götter

TA KI

Das Geheimnis der 7 Schwestern


sieben schwestern

Wer sind überhaupt diese „Sieben Schwestern“, die 1928 das Erdöl dieser Welt unter sich aufteilten? Auf einem Jagdschloss in Schottland verschwörten sich damals ein paar superreiche Industrielle zu einem politischen Supercoup; sie gründeten ein Ölkartell, das die Welt beherrschen wird. Aus den ursprünglich Seven Sisters sind heute vier Supermajors geworden: ExxonMobil, Chevron, Royal Dutch Shell und BP.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Das+Geheimnis+der+7+Schwestern+de+/614020/detail.html

Gruß an die Gierigen

TA KI