MK-ULTRA: Diese Verschwörungstheorien stellten sich als wahr heraus


Oft im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien: die Illuminaten

Meist sind Verschwörungstheorien einfach nur Quatsch der ohne Beweise und Belege in die Welt gesetzt wird. Doch oftmals können sie auch gute Hinweise auf die wahren Umstände geben. Die nachfolgenden drei Verschwörungsheorien stellten sich später als weitgehend wahr heraus und offenbarten Unglaubliches.

MK-ULTRA

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Die gruselige Idee, dass Regierungen die völlige und alleinige Kontrolle über unsere Gedanken erlangen könnten, ist seit jeher ein Lieblingsthema von Science-Fiction-Autoren und Verschwörungstheoretikern. Die Rockefeller-Kommission deckte 1975 auf, dass man sich bei der CIA (Central Intelligence Agency) in der Tat mit Methoden der Bewusstseinskontrolle beschäftigt hatte. Im Mittelpunkt des Projekts MK-Ultra (1953 bis 1973) stand die Untersuchung von Methoden der Beeinflussung des Bewusstseins und der Erlangung der Kontrolle über Gedanken. Das Projekt wurde hauptsächlich in den USA und Kanada, aber auch in Europa betrieben. Der wissenschaftliche Leiter war Donald Ewen Cameron, die Gesamtleitung hatte Sidney Gottlieb. MKULTRA umfasste nach Aussage des damaligen CIA-Direktors Admiral Stansfield Turner im Jahr 1977 vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats insgesamt 149 Unterprojekte − wovon „mindestens 14 sicher Menschenversuche waren“, weitere 6 Projekte Versuche an unwissenden Menschen sowie 19 Projekte eventuell mit Menschenversuchen.

Erforscht wurden unter anderem die Wirkungen von Drogen (vor allem LSD und Mescalin), Giften, Chemikalien, Hypnose, Psychotherapie, Elektroschocks, Gas, Krankheitserregern, Erntesabotage, künstliche Gehirnerschütterung und Operationen. Die Experimente liefen an 44 Universitäten, 12 Krankenhäusern, 3 Gefängnissen und 15 nicht näher bezeichneten „Forschungseinrichtungen“. Es ist erwiesen, dass zahlreiche Versuchspersonen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden bis hin zum Tod, beispielsweise in der Olson-Affäre, davontrugen. Die Praxis von Entführungen zu Versuchszwecken, zumindest für das MKULTRA-Projekt, bestätigte die CIA später selbst.

Auch Fälle von Kindesmissbrauch sind bekannt.

Operation Ajax

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Es ist ein weitverbreiteter und oft bestätigter Vorwurf, dass sich westliche Regierungen immer wieder in Angelegenheiten unliebsamer Länder einmischen um an deren Rohstoffe zu kommen oder um eigene politische Entscheidungen durchzusetzen. Ein Paradebeispiel für diese Strategie war die 1953 durchgeführte Operation Ajax, bei der die Geheimdienste der USA und Großbritanniens zusammenarbeiteten, um einen Umsturz der iranischen Regierung herbeizuführen. Im Rahmen der Operation zahlte ein CIA-Geheimagent Bestechungsgelder an verschiedene Mitglieder der iranischen Regierung, um die Absetzung des damaligen Premierministers Mohammad Mosaddeq zu erleichtern. Dieser hatte nämlich geplant, die Anglo-Iranian Oil Company (später BP) zu verstaatlichen.

1984 – NSA?

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“1984” hieß das Buch das George Orwell verfasst hatte. Der Inhalt: Ein Totalitäres Regime überwacht das eigene Volk. Beobachtet auf Schritt und Tritt leben die Bürger schließlich nach der Maxime des Diktators. 2013 war das Jahr in dem Edward Snowden seine “Top-Secret” Dokumente veröffentlichte. Der Ex-NSA Mitarbeiter verkündete vor den Augen und Ohren der Welt, wie sich US-amerikanische und britische Geheimdienste das Internet und die weltweite Kommunikation zu Eigen gemacht haben, und somit millionenfach Bürger weltweit ausspähten. Auch die Theorie der Massenüberwachung galt 2012 noch als Verschwörungstheorie. 2 Jahre später sieht sich die Welt mit der eiskalten Realität konfrontiert.

Quelle: http://www.neopresse.com/politik/mkultra-nsa-gesteuerter-putsch-diese-verschwoerungstheorien-stellten-sich-als-wahr-heraus/

Gruß an die, die den Umfang des Wahnsinns im Ansatz erahnen

TA KI

 

 

 

 

 

 

 

TTIP: Tausche Äpfel und Birnen gegen Gentechnik


freihandelsabkommen

Die EU will mehr Obst in die USA verkaufen, stößt dabei aber auf Hindernisse. Doch sie könnte Washington bei der Gentechnik ködern: Zulassung von acht in der Warteschleife steckenden Gentech-Pflanzen, dafür sollen die europäischen Exporteure mehr Äpfel und Birnen über den Atlantik schicken können. Das könne auch die Verhandlungen über das TTIP-Abkommen neu beleben, erklärte der bald aus dem Amt scheidende Handelskommissar Karel De Gucht seinen Kollegen im September.

Der Regierung in Washington ist es ein Dorn im Auge, dass US-Konzerne wie Monsanto, Dow oder Dupont vergleichsweise lange warten müssen, bevor ihre Gentechnik-Pflanzen auch von der EU zugelassen werden. Hier will De Gucht ansetzen: laut Sitzungsprotokoll sagte er den übrigen EU-Kommissaren, die TTIP-Verhandlungen könnten neuen Schwung bekommen und europäische Obstexporteure bessere Geschäfte machen, wenn die acht genmodifizierten Pflanzen durchgewunken würden. Dabei handelt es sich um zwei Mais-, vier Soja-, eine Raps- und eine Baumwollpflanze, die als Futtermittel genutzt werden.

Er habe schon mit Präsident Obamas Handelsberater, Michael Froman, gesprochen. Der sei bereit, sich die Exportlizenzen für Obst und Gemüse noch mal anzusehen, so De Gucht. Seine Einschätzung: eine EU-Zulassung für die Gentechnik-Pflanzen werde auch die Bereitschaft Washingtons erhöhen, mehr Obst ins Land zu lassen.

Auch die europäische Agrarindustrie drängt vehement auf eine Genehmigung für die acht gentechnisch veränderten Futterpflanzen. Ansonsten drohe eine „Selbstmordsituation für das europäische Wachstum“, schrieben mehrere Lobbyverbände letzte Woche. Der Verein Testbiotech aus München hatte zuvor gewarnt, die Risikobewertung sei bei einigen dieser Pflanzen unvollständig gewesen. [dh]

Quelle: http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/29906.html

Gruß an die Gentechverweigerer

TA KI

Polizei darf Nummernschilder scannen


Kennzeichenerfassung während des Münchner OPktoberfests, 2009

Mit solchen mobilen Kameras scannt die Polizei die Kennzeichen vorbeifahrender Autos – hier eine Kontrolle in München aus dem Jahr 2009.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

  • Das Bundesverwaltungsgericht hat das automatische Scanning von Autokennzeichen in Bayern für rechtens erklärt.
  • Mit stationären und mobilen Kameras erfasst die Polizei damit etwa acht Millionen Nummernschilder im Monat.
  • Zwar gibt es dabei viele Fehler – doch sei sichergestellt, dass Nichttreffer sofort wieder gelöscht würden, argumentieren die Richter.

In Bayern darf die Polizei weiterhin Millionen von Autokennzeichen automatisch erfassen und abgleichen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Es wies die Klage eines Autofahrers aus Bayern ab. Er wollte erreichen, dass seine Nummernschilder nicht mehr automatisch erfasst und überprüft werden dürfen. Er sieht damit sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt.

Der Kläger will nun nach Karlsruhe gehen

Der Kläger äußerte sich enttäuscht. Das sei sehr ärgerlich, sagte er. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde er nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Das Bundesverwaltungsgericht sah keinen Eingriff, wenn ein Fahrzeug-Kennzeichen erfasst und abgeglichen wird, ohne dass ein Treffer erzielt wird. Bei dem Verfahren in Bayern sei gesichert, dass die Daten anonym bleiben, sofort spurlos gelöscht werden und sich kein Bezug zu Personen herstellen lasse.

Bayern scannt seit 2006 in großem Stil Autokennzeichen. Dazu setzt die Polizei zwölf stationäre und auch mobile Erfassungsgeräte ein. Letztere nutzt sie etwa vor Fußballspielen. Laut Gericht werden auf bayerischen Autobahnen monatlich acht Millionen Kennzeichen erfasst und mit Datenbanken der Polizei abgeglichen. Die Geräte registrieren 50 000 bis 60 000 vermeintliche Treffer. Ein Großteil davon stellt sich dann jedoch als Irrtum heraus. Nur 500 bis 600 Mal gibt es echte Treffer.

Auch andere Länder nutzen solche Systeme

Auch andere Bundesländer haben automatische Erfassungssysteme. Der Anwalt des Klägers sagte, wenn an den Rand der Autobahnen Polizisten gesetzt würden, die Kennzeichen notierten, würde man sagen, das ist ein Polizeistaat. Bei der Kennzeichenerfassung erfolge die Kontrolle unsichtbar. Auch der Unverdächtige müsse durch die Kontrolle.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßte das Urteil. Die automatisierte Kennzeichenerkennung bleibe ein wichtiges polizeiliches Einsatzmittel. Sie sei wichtig, um Gefahren abzuwehren und Straftaten zu unterbinden. Als Beispiele nannte Herrmann verhinderte Verschiebungen gestohlener Autos ins Ausland und den Aufgriff von Schleusern. „Hier dient die automatisierte Kennzeichenerfassung auch dem Opferschutz, wenn wir die schmutzigen Geschäfte der Menschenhändler unterbinden, bevor sie ihr Werk vollenden.“ (Az.: BVerwG 6 C 7.13)

Kennzeichen Kamera

Diese Kamera in einem Hamburger Parkhaus ist Teil eines Systems zur Erfassung von Kennzeichen.

(Foto: NDR/C. Baars)

  • An Hunderten Orten in Deutschland setzen Unternehmen Kameras und spezielle Software ein, um Kennzeichen durchfahrender Autos zu erfassen.
  • Kaum eine der Anlagen ist von Datenschützern geprüft.
  • Nummernschilder gelten als personenbezogene Daten – wie Name oder Telefonnummer – und damit als besonders sensibel.
  • Nur langsam werden die Datenschutzbehörden aktiv.
Von Christian Baars, Jannis Brühl und Christian Deker

Der Gast fährt, die Daten bleiben – und niemand weiß, was mit ihnen geschieht. An Parkhäusern, Campingplätzen und Waschanlagen filmen Kameras Nummernschilder ein- und ausfahrender Autos und gleichen sie mit Datenbanken ab. Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR wird die so genannte Kennzeichenerfassung an Hunderten Zufahrten in Deutschland eingesetzt.

Datenschützer sind misstrauisch geworden. Denn Autokennzeichen gelten als personenbezogene Daten – wie Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse auch. Sie massenweise zu erfassen ist so heikel, dass das Bundesverfassungsgericht sie 2008 der Polizei untersagt hat. Private Anbieter der Technik wurden bisher nur in Einzelfällen überprüft. Dutzende Firmen verkaufen sie in Deutschland. Ein Hersteller erklärt, bereits 200 Parkhäuser und -plätze mit Systemen ausgerüstet zu haben – allein in diesem Jahr.

Die Kameras sind an Zufahrten meist auf Höhe der Scheinwerfer montiert und werden aktiv, sobald sich ein Fahrzeug nähert. Mit Infrarotlicht leuchten sie die Nummernschilder aus. Eine Software erkennt das Nummernschild und gleicht es mit einer Datenbank ab. Ein Hersteller wirbt: „Erkennungsrate min. 95%“ – „Erkennungsdauer 1-9 Sekunden“. Sinnvoll ist das für Speditionen, die so ihren Fuhrpark besser koordinieren können. Wer auf der „Whitelist“ steht, dem öffnen sich die Schranken, eine „Blacklist“ verwehrt Fahrzeugen mit bestimmten Kennzeichen die Zufahrt. Mietwagenfirmen können so genau registrieren, wann Kunden Autos zurückgeben. Aber an öffentlich zugänglichen Orten, an denen Bürger im Privatauto unterwegs sind, wirken die Systeme wie Datenstaubsauger: Tausende werden erfasst, meist ohne es zu merken.

Und wo ständig neue Daten anfallen, steigt auch das Risiko des Missbrauchs. Deshalb prüft der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar derzeit das erste Parkhaus in seiner Zuständigkeit – am Flughafen. Den Einsatz der Erfassungstechnik hält er für problematisch. Beispielsweise liege von den Dauerparkern keine Einwilligung zur Speicherung ihrer Daten vor.

Ein Nummernschild sei besonders schutzwürdig, sagt auch Nils Schröder von der nordrhein-westfälischen Datenschutzbehörde. Mit dem Kennzeichen lassen sich über das Straßenverkehrsamt der Name des Halters und weitere Daten über diesen herausfinden. Schröders Behörde prüft drei Objekte, darunter den Parkplatz des Aachener Klinikums. Er sieht die Erfassung kritisch, will sie aber nicht generell verteufeln. Denn die Datenschützer der 16 Bundesländer haben noch keine gemeinsame Linie. Manche Länder wie Berlin oder Bayern haben vereinzelt Systeme überprüft und unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig befunden – zum Beispiel, um Manipulationen von Parkzeiten zu unterbinden. Schröder sagt: „Wir wollen einen deutschlandweit einheitlichen Standard.“ Bis dahin bleibt das Feld in der Praxis ein datenschutzrechtlicher Graubereich.

„Dann kommen Sie weder rein noch raus“

Dass Daten wohl nicht immer umgehend gelöscht werden, zeigt sich auf einem Campingplatz in Hamburg. Reiner Tietjen, Geschäftsführer der Betreiber-Kette, sagt: „Über die Zeit der Speicherung haben wir noch keine Entscheidung getroffen.“ In Hamburg setzt sein Unternehmen die Technik zur Zufahrtskontrolle ein. Kleine Kästchen mit Kameras sind in die Schranken an Ein- und Ausgang eingebaut. Mitarbeiterin Christiane Schulz erklärt: „Wenn einer nicht bezahlen möchte, dann nehmen wir einfach ein Häkchen raus im System, dann kommen Sie weder rein noch raus.“

Ein Problem wird im Fall von Campingplatz- und Parkhausketten offensichtlich: Die Unternehmen können Daten eines Autos an verschiedenen Orten verwenden. Schulz erklärt es so: „Wenn Sie jetzt zum Beispiel nach Nürnberg zum Campingplatz fahren und Ihren Namen sagen, dann finden die Kollegen dort die Daten, die Sie mir gegeben haben, sofort wieder.“ Das ist faktisch ein kleines Bewegungsprofil, vor dem Datenschützer warnen. Der Weg eines Autos kann zumindest grob nachvollzogen werden.

Der Vergnügungspark weiß, woher seine Besucher kommen

Der Erfassung ihrer Daten müssen Bürger zustimmen. Zwar informieren einige Parkhausbetreiber auf Tafeln, aber reicht das? „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man an so einer Einfahrt einwilligen könnte“, sagt Datenschützer Schröder. Zudem hätten Autofahrer keine wirkliche Wahl: Wenn sie in das Parkhaus wollten, müssten sie sich auch erfassen lassen.

Auch der Vergnügungspark Phantasialand in Brühl bei Köln nutzt Kennzeichenerfassung. Von einer Brücke über die Zufahrtsstraße aus erfassen zwei Kameras alle Nummernschilder von Autos, die auf der öffentlichen Straße Richtung Parkplatz fahren. „Marketingerfolgskontrolle“, sagt Geschäftsführer Ralf-Richard Kenter. Er will prüfen, wie erfolgreich seine Werbekampagnen in den jeweiligen Gegenden waren. Er hält das für datenschutzrechtlich unbedenklich, weil er sich vom Hersteller eine Anonymisierung hat einbauen lassen: Das System erfasst die ganzen Kennzeichen, am Bildschirm kann das Marketing-Team aber nur die ersten Buchstaben lesen. Der Rest wird anonymisiert: „LEV X000“ – steht da etwa für einen Wagen aus Leverkusen. Aber auch Kenter kann nicht sagen, ob sein System im Moment der Erfassung nicht doch noch das voll lesbare Kennzeichen speichert – und was mit dieser Aufnahme passiert.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/urteil-polizei-darf-nummernschilder-scannen-1.2187322

Danke an Denise

Gruß an die Autofahrer

TA KI

Weg mit dem Mobilfunkturm!


Lesen Sie hier den praxiserprobten Leitfaden, wie man eine Handy-Antenne verhindern oder wieder beseitigen kann.

gefahren des mobilfunksIn vielen Ländern wächst stetig der Protest gegen neue Mobilfunkantennen. Praktisch kein Baugesuch wird eingereicht, ohne daß nicht Hunderte protestieren. Große Teile der Bevölkerung sind völlig zu Recht wegen der von den Antennen ausgehenden elektromagnetischen Strahlung besorgt. Doch wie in vielen anderen Bereichen, diktiert auch beim Mobilfunk die Wirtschaft. Moral und Ethik scheinen in einem Bereich, der ein großes Wirtschaftswachstum aufweist, unter den Tisch gefallen zu sein. Da zur Zeit leider auch die Gesetzesgeber keinen Willen zeigen, Mensch und Umwelt besser vor der schädlichen Strahlung zu schützen, muß das Volk für sein Recht einstehen. Zu diesem Zweck entstehen laufend neue lokale Gruppierungen.

Damit auch Sie in Ihrer Gemeinde gerüstet sind, zeigen wir Ihnen hier, wie Sie mit hoher Erfolgsaussicht lokal gegen geplante und bestehende Mobilfunkantennen vorgehen können. Es gibt jedoch kein Standardrezept; jede Situation muß individuell betrachtet werden. Auch sind die rechtlichen Grundlagen und die politischen Eingreifmöglichkeiten je nach Land verschieden. Wir haben jedoch darauf geachtet, Ihnen Empfehlungen zu geben, welche in jedem Land anwendbar sein sollten.

Greifen Sie möglichst früh ein

Versuchen Sie, sich möglichst früh in den Planungsprozeß einzuschalten. Es ist nämlich leichter, eine Antenne zu verhindern, die noch nicht steht! Dazu gehört ‚stete Wachsamkeit‘, sprich, man sollte die offiziellen Publikationsorgane regelmäßig nach neuen Baugesuchen durchsehen. Setzen Sie alles daran, daß keine neuen Antennen errichtet werden – es gibt nämlich absolut keinen Bedarf dafür. Die Netzabdeckung ist in den meisten Ländern beinahe zu hundert Prozent erreicht. Heute kann man praktisch im hintersten Winkel der Erde mobil telefonieren; sei es auf einer Bergspitze oder auf einer kaum bewohnten Insel im Mittelmeer. Trotzdem sollte man auch vor bestehenden Antennen nicht zurückschrecken, denn es gibt eindeutig zu viele davon. Jeder Betreiber baut sein eigenes landesweites Netz auf. Dementsprechend überlagern sich die vielen Strahlen.

Der persönliche Kontakt kann oft den entscheidenden Unterschied ausmachen, im guten wie im schlechten. Ein direkter Kontakt ermöglicht es Ihnen, jemandem direkt in die Augen zu schauen, was einen ehrlicheren Austausch bedeutet und Ausflüchte des Gegenübers schwieriger macht. Auch dem Telefon ist gegenüber dem Brief der Vorzug zu geben. Es erlaubt Ihnen – im Gegensatz zu einem Brief – direkt auf gewisse Argumente des Gesprächspartners einzugehen. Dabei ist die persönliche Haltung entscheidend. Immer wieder habe ich festgestellt, daß jeder Mensch eigentlich genau weiß, was richtig und was falsch ist. Viele Menschen sind einfach so sehr in ihren Alltagszwängen verhaftet, daß sie sich nicht mehr getrauen, für die einfachen Grundwerte des Lebens einzustehen. Außerdem wird unser gesellschaftliches Leben ständig unnötig verkompliziert; der Sinn fürs Wesentliche scheint dadurch vielen abhanden gekommen zu sein. Es ist daher entscheidend, daß Sie immer eine positive, offene und verständnisvolle Haltung einnehmen.

Suchen Sie Verbündete

Suchen Sie nach dem Prinzip „Gemeinsam sind wir stark“ Verbündete, die ein besonderes Interesse daran haben, sich gegen eine Antenne einzusetzen. Die beste Unterstützung können Sie natürlich von Menschen erwarten, die bereits für die Thematik sensibilisiert sind – meist Leute, die persönlich betroffen sind oder es schon einmal waren. Die stärksten Motive dafür, sich gegen eine Mobilfunkantenne einzusetzen, sind der Selbstschutz sowie der Schutz der Kinder, bzw. der kommenden Generationen. Kontaktieren Sie:

1. Anwohner im näheren Umkreis einer Antenne: Meistens befinden sich in unmittelbarer Nähe eines Antennenstandorts kinderreiche Wohnquartiere. Nehmen Sie Kontakt mit den dortigen Anwohnern auf.

2. Vereine: Dies kann der Quartierverein, dem eine hohe Wohnqualität am Herzen liegt; der Elternverein, der sich für das Wohl der Kinder einsetzt; der Hauseigentümerverein, der keine Wertverluste an Liegenschaften durch die Mobilfunkantenne riskieren will; der Naturschutzverein, der sich dem Schutz der Umwelt widmet oder sonst irgendein gemeinnütziger Verein sein. Die meisten Gemeinden führen auf ihrer Homepage ein Vereinsverzeichnis mit den zuständigen Kontaktpersonen.

3. Parteien: Geben Sie auch den verschiedenen Parteien – egal wie deren politische Ausrichtung ist – die Gelegenheit, zur Thematik Stellung zu beziehen und Ihr Anliegen im besten Falle sogar zu unterstützen. Das Thema ist so weitgreifend, daß man es auf die politische Agenda einer jeden Partei setzen kann. Es eignet sich außerdem zur Profilierung bei der Bevölkerung. Die Unterstützung der Parteien kann Ihnen wiederum helfen, eine größere Medienaufmerksamkeit zu erlangen und somit mehr Menschen zu erreichen.

4. Behörden: Finden Sie heraus, wie die Haltung Ihrer lokalen Behörde zu diesem Thema ist. Wenn diese auf Ihrer Seite steht, wird die Verhinderung einer Antenne leichter sein. Leider ist es an manchen Orten noch nicht so weit. Das Recht auf Leben und auf Unversehrtheit sind Grundrechte des Menschen. Damit sind sie allen anderen Gesetzen übergeordnet. Diese Grundrechte werden in der heutigen Anwendung der Mikrowellentechnologie massiv verletzt. Machen Sie Ihre Behörden, falls sie nicht einsichtig sind, darauf aufmerksam, daß sie als Volksvertreter verpflichtet sind, die Grundrechte zu wahren und im Interesse der Bevölkerung zu handeln. Sie dürfen ruhig sagen, daß Sie nicht bereit sind, einer Behörde, die sich nicht für den Schutz des Lebens einsetzt, bei der nächsten Wahl ihre Stimme zu geben, und daß Sie dafür sorgen werden, daß dies Ihr Bekanntenkreis auch nicht tut.

Informieren Sie die Bevölkerung

1. Straßenaktion: Eine solche erlaubt den persönlichen Kontakt zu Menschen, die bisher vielleicht noch nicht sensibilisiert waren. Straßenaktionen eignen sich insbesondere auch zum Sammeln von Unterschriften. Erstellen Sie dazu eine Standortkarte mit den bestehenden und den geplanten Antennen. Die meisten Leute sind schockiert über die hohe Antennendichte. Die Standorte, ungefähre Leistungsstärke sowie der Sendestandard können länderspezifisch jeweils auf einer Online-Datenbank eingesehen werden:
Deutschland: bundesnetzagentur.de
Österreich:
senderkataster.at
Schweiz: 
funksender.ch

2. Infoveranstaltung: Laden Sie Experten als Referenten für eine Infoveranstaltung ein. So können Sie in kurzer Zeit große Menschenmassen erreichen. Wichtig für den Erfolg der Veranstaltung ist eine breite und rechtzeitige Streuung der Ankündigung (durch Aufhängen von Plakaten, Verteilen von Broschüren in Briefkästen und Auflegen in Arztpraxen, Medienmitteilungen, persönliche Einladungen).

3. Briefkastenaktion: Sie ist eine zwar zeitaufwendige, aber sehr effektive Möglichkeit, flächendeckend Informationen zu streuen. Eine Briefkastenaktion, bei der freiwillige Helfer Broschüren in jeden Briefkasten legen, eignet sich ebenfalls zum Sammeln von Unterschriften.

4. Medien: Je größer der Protest der Bevölkerung, desto interessanter wird es auch für die Medien, das Thema aufzugreifen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Medien (lokale Tageszeitungen und Anzeiger, Lokalradio, Lokal-TV-Sender) über geplante Antennen, Ihre Aktivitäten und beobachtete Auswirkungen zu informieren. Wichtig ist, den Medien die Brisanz des Themas zu vermitteln. Am besten funktioniert ein direkter Kontakt zu einem Journalisten, der persönlich an der Sache interessiert ist. Sie können in schwierigen Fällen, und wenn Sie die Unterstützung der Bevölkerung haben, auch selbst für Brisanz sorgen: Protestaktionen vor dem betreffenden Mobilfunkbetreiber, Mahnwachen am zukünftigen Standort und ähnliches liefert die Bilder, welche die Medien lieben. Und da die Medien gern mit Bildern arbeiten, lohnt es sich, jeweils gutes Bildmaterial zur Dokumentation an die Redaktionen einzusenden.

Erheben Sie Einsprache bei Antennenbaugesuchen

Jeder Bürger hat das Recht, sich Einsicht in die Bauvorhaben seiner Wohngemeinde zu verschaffen. Informieren Sie sich über das Vorgehen bei baurechtlichen Fragen und über allenfalls für Sie anfallende Kosten, wenn Sie eine Einsprache gegen die Mobilfunkantenne planen. Diese senken sich natürlich beträchtlich, wenn Sie viele Verbündete haben, die Sie unterstützen. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

1. Meist sind Einsprachefristen sehr kurz angesetzt und werden bewußt in die Zeit der Sommerferien gelegt, weil dann die meisten Leute weg sind. Klären Sie bei der Gemeinde deshalb schnellstmöglich die genauen Standortangaben des laufenden Bewilligungsverfahrens, weiterer geplanter Mobilfunkantennen sowie die rechtlichen Grundlagen ab.

2. Suchen Sie sich bei rechtlichen Vorstößen einen auf diese Thematik spezialisierten Anwalt und reichen Sie nach Möglichkeit eine Sammelklage ein, indem Sie so viele Unterschriften wie möglich sammeln.

3. Lassen Sie das Standortdatenblatt von einem Fachmann prüfen. In der Regel werden die bestehenden Vorschriften verletzt. Doch wo kein Kläger, da kein Richter.

4. Reichen Sie bei Behörden und Standortgebern immer reichlich Beweismittel (neueste Studien) ein.

5. Argumentieren Sie mit möglichst vielen Einwänden (Ortsbildschutz, Schutz empfindlicher Personengruppen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, unwissenschaftliche Grenzwerte, Wertminderung von Liegenschaften, fehlende Haftpflichtversicherung der Mobilfunkfirma und des Standortgebers). Geben Sie aber je nach dem nicht alle Argumente auf einmal preis, damit Sie das Bewilligungsverfahren allenfalls zusätzlich verzögern können.

6. Fordern Sie Ihre Behörden auf, ihre eigenen Gebäude und Liegenschaften nicht als Antennenstandorte zuzulassen und verbindliche Richtlinien (z. B. Antennenverbot in Wohnzonen, Minimalabstand zu Schulen, Landwirtschaftsbetrieben, etc., Einschränkung der gewerblichen Nutzung von Dächern, Begrenzung von Bauobjekten auf Dachfirsthöhe, usw.) über das ganze Gemeindegebiet festzulegen.

7. Verlangen Sie auf jeden Fall ein Antennenmoratorium (einen sofortigen Stop von jeglichen weiteren Antennenbewilligungen). Dies zeigt, daß die Anlagen sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der Gemeinde unerwünscht sind.

handyboom

Wichtige ­Grundsätze

Das Gesetz von Petkau: „Eine kleine Dosis über lange Zeit ist schädlicher, als eine große Dosis über kurze Zeit.“ Dieses Gesetz macht die Grenzwert-Diskussion hinfällig. Es gibt keinen Grenzwert, der ein Null-Risiko gewährleisten würde.

Das Gesetz der Resonanz (Induktion): Schwingungen übertragen sich. Die gepulste Mobilfunkstrahlung überträgt sich auf alles Leben. Das bedeutet, daß der Mensch, Tiere (Haare, Nerven) aber auch Pflanzen (insbesondere Nadelbäume) selbst zu Mobilfunk Antennen werden. Die Mobilfunkstrahlung greift somit bis in die Erbsubstanz der gesamten belebten wie auch in die sogenannt unbelebte Natur ein.

Mobilkommunikation vs. Biokommunikation: Zellen sind in ständiger Kommunikation miteinander. Sie tauschen nonstop lebenswichtige Informationen mit feinsten elektromagnetischen Signalen aus. Wird ein biologisches System durch die künstliche Mikrowellenstrahlung beeinflußt, hat dies in jedem Fall negative Auswirkungen auf den lebendigen Organismus.

Qualität, Quantität: Natürliche Strahlung ist technisch erzeugter Strah­lung nicht gleich: Sonnenstrahlung bringt Leben hervor, Mikrowellenstrahlung zerstört Leben. Ohne die natürliche Strahlung können wir nicht überleben. Mikrowellenstrahlung überlagert diese natürliche Strahlung.

Fazit: Alle Bestrebungen sollten kurzfristig auf eine drastische Reduktion des Mobilfunks (sowohl durch eine Grenzwertsenkung als auch durch eine Reduktion der Antennenanzahl) und langfristig auf die Ablösung der Mikrowellentechnologie durch eine ungefährliche Technologie abzielen

Nehmen Sie Kontakt zum Standortgeber auf

In der Regel werden Standortgeber durch die Mobilfunkbetreiber nur einseitig und teilweise falsch informiert, um sie dazu zu bringen, ihre Liegenschaft für einen Sendemasten zur Verfügung zu stellen. Es gilt deshalb, diesen die Kehrseite der Medaille möglichst ungeschminkt aufzuzeigen.

Rufen Sie den Standortgeber an und bitten Sie ihn um ein Treffen. Wichtig: Nehmen Sie unbedingt ein bis zwei Zeugen zu einem solchen Treffen mit.

Zeigen Sie dem Standortgeber, was ihm blüht:

Er wird sich in der gesamten Nachbarschaft sehr unbeliebt machen und mit erheblichen juristischen Eingaben zu kämpfen haben.

presse mobilfunkEr wird für allfällige Schäden haften, die an Mensch und Umwelt entstehen, jedoch keine Haftpflichtversicherung abschließen können, welche Schäden und Forderungen (Krankheit, Arbeitsausfall, Lohnausfall, Wertminderungen an benachbarten Grundstücken usw.) deckt und deshalb selbst dafür aufkommen müssen. Allein schon diese Tatsache sollte ihm zu denken geben. Julius von Rotenhahn, Sprecher der deutschen Frankona-Rückversicherung, drückte es in aller Deutlichkeit aus: „Sollte die biologische Gefahr durch elektromagnetische Mobilfunkstrahlung nachgewiesen werden, wäre dies das größte Schadenspotential, das die Versicherungswirtschaft je zu bewältigen hatte.“ Mehrere Verfahren sind zu diesem Thema beim Europäischen Gerichtshof hängig. Auch in den USA und anderen Ländern gehen die Leute bis vor die obersten Gerichtsinstanzen. Es erfordert nur einen Präzedenzfall, um das ganze Kartenhaus zum Einstürzen zu bringen. Deshalb scheut die Industrie einen wissenschaftlichen Nachweis der Schädlichkeit wie der Teufel das Weihwasser.

Der Standortgeber wird mit Einnahme-Einbußen rechnen müssen. Entweder weil die Kunden sein Geschäft boykottieren oder weil Mieter ausziehen bzw. eine Mietzinsreduktion fordern werden. Ein Zitat des Münchner Rechtsanwalts Frank Sommer dazu: „Viele Menschen, die sich eine Antenne aufs Dach haben installieren lassen, fühlen sich von den Betreibern deshalb getäuscht, weil sie nicht damit gerechnet haben, daß ihre Umgebung derart negativ auf diese Standorte reagiert; das geht so weit, daß in den Geschäften der Vermieter von Funkanlagen nicht mehr eingekauft wird, daß in Banken Konten gekündigt werden und dergleichen mehr.“

Die Angehörigen des Standortgebers (bei Landwirten auch der Viehbestand) müssen durch die Strahlung mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst mit gesundheitlichen Problemen rechnen.

Oft geht man einen sehr einseitigen Vertrag mit den Mobilfunkbetreibern ein: Die Mobilfunkfirma kann jederzeit aus dem Vertrag aussteigen, Standortgeber hingegen sind über Jahre daran gebunden. Je nach Art des Vertrages ist es für einen Standortgeber leichter, wieder auszusteigen.

Als Firmen tragen Standortgeber Verantwortung für die Gesundheit der Angestellten. Aufgrund der zu erwartenden gesundheitlichen Auswirkungen (Konzentrationsstörungen, Gedächtnisverlust, erhöhte Krankheitsanfälligkeit der Angestellten usw.), ist es in ihrem eigenen Interesse, keine Antenne auf ihrem Gelände zuzulassen.

Sie sollten daher umgehend aus dem Vertrag aussteigen. Wie erwähnt, ist dies einfacher, solange die Antenne noch nicht steht und der Betreiber keine Verluste geltend machen kann.

Wenn all diese Argumente den Standortgeber nicht beeindrucken, können Sie in einem zweiten Schritt immer noch ‚ungemütlich‘ werden. Zum Beispiel mit einem Protestschreiben durch die Anwohner. Dabei ist es hilfreich, eine Vorlage zu verfassen, die dann in die Briefkästen verteilt wird oder im Rahmen einer Infoveranstaltung unterschrieben werden kann. Machen Sie darin den Standortgeber darauf aufmerksam, daß Sie, sollte er nicht aus dem Vertrag aussteigen, ab sofort ihr gesundheitliches Wohlbefinden regelmäßig von Fachpersonen prüfen und dokumentieren lassen werden, um ihm für allfällige Beeinträchtigungen, welche ab dem Betrieb der Anlage entstehen und in Zusammenhang mit der davon ausgehenden Strahlung gebracht werden können, die Arztrechnung zukommen zu lassen. Des weiteren würden Sie sich vorbehalten, Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Wenn der Standortgeber dennoch nicht einwilligt, aus dem Vertrag auszusteigen, versuchen Sie, ihn wenigstens dazu zu bringen, den Vertrag nach Ablauf nicht mehr zu erneuern.

Ohne Druck von seiten der Bevölkerung scheint im Moment nichts zu geschehen. Wagen Sie es deshalb, ein wenig ‚frech‘ zu sein, ohne an Sachlichkeit zu verlieren und versuchen Sie stets, einen Schritt voraus zu denken.
Dokumentieren Sie alle Maßnahmen. Dies ist wichtig, damit zu einem späteren Zeitpunkt alle, die jetzt nicht handeln, zur Rechenschaft gezogen werden können.

Protokollieren Sie neu auftretende gesundheitliche Störungen, wenn Sie sich längere Zeit in der Nähe von Antennen aufhalten müssen.
Fordern Sie von den Mobilfunkbetreibern unabhängige Studien an, welche die Unschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung belegen (Umkehr der Beweislast).

Die meisten Menschen unterschätzen noch das Ausmaß der schäden dieser Technologie. Auch wenn es einigen übertrieben scheinen mag, versuchen Sie, das Gefühl für die Tragweite dieser widernatürlichen Technologie (siehe auch Grundsätze unten) zu vermitteln.

„Die Mikrowellen des Mobilfunks mit Abermillionen von Handys und den Funkwellen der Basisstationen sind der größte und uneinschätzbarste physikalische Eingriff in die natürliche Umwelt seit Menschengedenken (…) Es liegt eine uneinschätzbare Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlage vor.“ (Aus dem Buch Gesundheitsrisiko Elektrosmog)

Beispiele, die Mut machen

Dank vielen aufmerksamen Bürgern und Bürgerinnen konnten schon unzählige geplante Antennen verhindert werden. Die folgenden Beispiele zeigen, daß auch bei bestehenden Antennen durchaus Chancen bestehen.

Schwarzenburg/Schweiz: Es handelte sich dabei zwar um einen Kurzwellensender, die Menschen wurden jedoch bei Feldstärken krank, die mit dem Mobilfunk vergleichbar sind. Als eine Petition an den damaligen Bundesrat Adolf Ogi mit der Forderung nach einer Studie, welche die Mißstände aufzeigen würde, keinen Erfolg zeigte, bildete man den Verein Schwarzenburg ohne Kurzwellensender. Am 29.3.1998 wurde der Sender nach jahrelangen Kämpfen, vor allem durch Hans Ueli Jakob, stillgelegt.

Biel/Schweiz: Der Betreiber Orange gab vor, im Rahmen der Schweizer Landesausstellung Expo 02 eine provisorische Anlage zu erstellen, die keiner Bewilligung bedurfte, unter 5 Watt senden würde und nach drei Monaten abzubrechen wäre. Wie sich aber herausstellte, wurde die Antenne fix montiert und strahlte mit einer normalen Leistung von ca. 400 Watt pro Senderichtung. Die Baudirektion verfügte den Abbruch auf Ende Juli 2002. Ein gutes Beispiel, das zeigt, wie gemogelt wird und wie wichtig es ist, den Betreibern und den Behörden auf die Finger zu schauen.

Valladolid/Spanien: Als in einer Schule in Valladolid mehrere Fälle von Kinderkrebs in Zusammenhang mit den auf dem Schulhausdach montierten Mobilfunkantennen gebracht wurden, mußte die Schule auf Druck der Bevölkerung geschlossen werden. In Spanien breitete sich der Protest derart aus, daß bis Ende 2000 für rund 5’000 Anlagen Stillegungsverfügungen erlassen wurden und über 2’000 Sendemasten stillgelegt werden mußten.

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Ihnen weitere Fälle bekannt sind, bei welchen Antennen auf Druck der Bevölkerung abgebrochen werden mußten!

Beginnen ist alles!

Das Wichtigste ist, einfach zu beginnen. Der Einsatz für eine gute Sache beflügelt und man kommt plötzlich in Kontakt mit interessanten Menschen und neuen Themenfeldern. Versuchen Sie trotz des leidigen Themas Spaß an der Sache zu haben. Experimentieren Sie und probieren Sie verschiedene Wege aus. Es bedarf der Zeit und Muße, sich in die recht komplexe Thematik einzuarbeiten. Doch bleiben Sie dran. Es erfordert Ausdauer, doch steter Tropfen höhlt den Stein.

Sehen Sie Ihren Sieg voraus und beanspruchen Sie ihn für sich!
Eine Welt, in der viele Dinge nicht mehr in Göttlicher Ordnung sind, braucht Pioniere, die sich selbstlos für die Gesundheit von Mensch und Natur einsetzen. Wenn Sie mit dieser Motivation für eine gute Sache kämpfen, wird der Sieg in jedem Fall Ihrer sein. The World Foundation for Natural Science bietet Ihnen gerne Unterstützung an!

— Ende des Artikelauszugs —
Gruß an die Schöpfung
TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 8


Gott und Troll in einer Gestalt

Von Tor Åge Bringsværd

ägir

Es ist Herbst geworden. Draußen an der Küste, zwischen Schären und Strandfelsen, dort wo König Raudung sein Reich hat, sind zwei Brüder zum Fischfang aufs offene Meer gefahren. Es sind Agnar und Gerod, die Söhne des Königs. Der ältere ist zehn, der jüngere acht Jahre alt.
Eine starke Strömung hat sie weit hinaus vor den Fjord getragen. Nun kommt auch noch ein starker Wind auf. Es herrscht ein starker Seegang und der Regen peitscht ihnen ins Gesicht.
Sie rudern aus Leibeskräften, aber es hilft ihnen nichts; Gegen Wind und Wetter kommen sie nicht auf , und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich auf den Boden ihres Bootes zu kauern, eng aneinandergeschmiegt, und darauf zu hoffen, dass der Sturm sich legt. Die Nacht bricht über sie herein wie ein Riesenvogel mit dunklen, nassen Schwingen.
Aber sie haben Glück im Unglück. Das Boot kentert nicht, und als sie am Morgen erwachen, ist der Wind umgeschlagen und hat sie in eine kleine Bucht getrieben. Noch dämmert es, doch das Unwetter hat sich verzogen. Agnar und Gerod waten an Land. Sie wissen nicht, wo sie gestrandet sind, aber in der Ferne sehen sie in einem kleinen Haus ein Licht. Dorthin wenden sie sich, durchnässt und zerzaust wie zwei halb ertrunkene Katzen. Ein armer Kleinbauer wohnt mit seiner Frau in der Kate. Das alte Ehepaar nimmt die beiden Jungen freundlich auf. „So bald werdet ihr wohl nicht heimfahren können“, sagen sie, „denn unsere Insel liegt weit draußen vor der Küste, viel weiter, als ihr denkt. Und bei diesem Wetter ist es nicht ratsam, eine so weite Strecke zu rudern. Der Herbststurm, den ihr erlebt habt, wird nicht der letzte bleiben. Bald wird es Winter, und dann erstarrt die Welt in Schnee und Eis. Nein, es ist besser, wenn ihr hier bleibt, bis der Frühling kommt.“
Und so ist es geschehen. Der Bauer und seine Frau haben sich herzlich gut um die beiden Königssöhne gekümmert. Auf diese Weise hatte jeder von ihnen einen Zögling: die Frau sorgte vor allem für Agnar, und Gerod hielt sich an den Alten, wenn er etwas brauchte oder Rat suchte. Die beiden Jungen mussten freilich im Haus und Hof mithelfen, draußen und drinnen, von früh bis spät. Oft waren sie am Abend so müde, dass sie am Tisch einschliefen. Trotzdem gefiel es ihnen auf der Insel. Jeden Tag gab es etwas Neues zu lernen. Es ging ihnen so gut, dass sie gar kein Heimweh spürten.
Auf diese Weise verging der Herbst und auch der lange, strenge Winter. Als aber endlich die Eiszapfen am Dachfirst schmolzen, da führte sie der Bauer hinunter zum Strand. Dort lag ein Boot und wartete auf sie. Es war größer und schöner als die alte Schaluppe, die der Bauer täglich brauchte, und viel besser als der alte, undichte Prahm, auf dem sie so weit hinausgerudert waren. Außen war es frisch gemalt und innen tüchtig geteert. Auch die Segel waren schon gesetzt und blähten sich fröhlich im Wind.
Da stehen die beiden nun und wundern sich. „Nur zu“, sagt der gastfreie Bauer. „Es ist alles bereit. Ihr könnt einsteigen. Wir haben frisches Wasser an Bord gebracht und soviel Wegzehrung, wie ihr für eure Reise braucht.“ Auch die alte Frau kommt herbeigehumpelt. Alle umarmen einander und nehmen Abschied.
Der Bauer flüstert zum Schluss seinem Liebling Gerod noch etwas ins Ohr. „Dieses Fahrzeug ist etwas Besonderes“, sagt er. „Kein anderes Boot kommt ihm gleich, denn ich habe es so gebaut, dass es dir wie ein Hund gehorcht und dich dorthin bringt, wo du willst. Es kennt deine Stimme und folgt dir aufs Wort. Es hört auf keinen andern als dich, mag er noch so laut rufen. Du allein kannst es steuern!“
Die beiden Königskinder legen ab. Agnar fragt seinen Bruder: „Aber wo in aller Welt ist denn das Ruder?“ – „Hier braucht es keine Pinne“, antwortet Gerod lachend, „und auch um das Segel brauchen wir uns nicht zu kümmern. Bring uns nach Hause“, ruft er und schlägt mit der Faust an den Mast.
Sogleich erhebt sich ein Windstoß und füllt das rotbraune Tuch, so dass die schwarzen Runenzeichen, die es trägt, erbeben. Das Boot flitzt davon, es tanzt über die Wellen, und die Insel verschwindet hinter ihnen in der Ferne. „Bring uns nach Hause“ Agnar kann es gar nicht fassen, dass das Boot gehorcht, und sein Bruder schüttet sich aus vor Lachen.

 

Die beiden Alten stehen immer noch am Ufer und winken, so lange, bis von dem Segel nur noch ein roter Punkt zu sehen ist. Dann wendet der Bauer sich seiner Frau zu, und auf einmal ist es, als fielen die Jahre von den beiden ab. Sie richten sich auf und wischen sich die Runzeln vom Gesicht. Aus dem Greis wird ein Mann im besten Alter, und auch die Frau sieht nun viel jünger aus.
„Es wird Zeit, dass auch wir nach Hause fahren“, sagt er und sie nickt. Der Bauer steckt zwei Finger in den Mund und pfeift. Sogleich ist hoch über den Wolken ein Wiehern zu hören, und im Galopp erscheint ein riesiger Hengst mit acht starken Beinen in der Luft. Dröhnend schlagen seine Hufe auf dem Hofplatz auf, und das Pferd hält vor den beiden inne. Der Bauer und seine Frau reißen sich ihre Lumpen vom Leib, und aus den Satteltaschen ziehen sie prächtige Gewänder hervor. Nun sind sie endlich wieder sie selber: Odin und Frigga, der König und die Königin der Asen.
Sie steigen auf den Rücken Sleipnirs, der sie über Land und See, über tiefe Wälder und hohe Berge davonträgt, nach Hause: Pfeilschnell bringt er sie über die schimmernde Regenbogenbrücke nach Asgard, in die große Götterburg im Zentrum der Welt.
Es geschah nicht zum ersten Mal, dass Odin und Frigga Menschengestalt angenommen haben. Odin ist immer ein Wanderer gewesen, und in letzter Zeit hat auch Frigga Lust gehabt, ihn auf seinen Streifzügen zu begleiten. Sie weiß, dass der Götterkönig sich danach sehnt, die Menschen zu verstehen. Er möchte wissen, was sie denken, glauben und meinen. Er will begreifen, wovor sie sich fürchten und worüber sie sich freuen. Wohl weiß er, dass ihr Leben nicht lange währt, dass es so kurz ist, dass sie beinahe mit dem Sterben anfangen, noch bevor sie gelernt haben, zu laufen und zu sprechen; aber dennoch kommt es ihm so vor, als gebe es keine anderen Geschöpfe auf der Welt, die so rätselhaft sind und so viele Widersprüche in sich tragen wie die Menschen. Einmal benehmen sie sich fast wie die Asen und dann gleichen sie wieder den Trollen. „Verstehe sie, wer kann“, sagt Odin oft. „Wie ist das nur möglich, dass es Wesen gibt, die zugleich Trolle und Götter sind, in ein und derselben Gestalt?“ Dann schüttelt er den Kopf und wundert sich.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, reist er immer öfter nach Mitgard und es freut ihn, dass Frigga neuerdings gerne mitkommt. Dass die andern Asen sich über die Ausflüge der beiden lustig machen, merkt Odin nicht. „Frigga ist eifersüchtig auf die Menschentöchter“, flüstert einer dem andern zu. „Deswegen will sie Odin nicht aus den Augen lassen. Seine Abenteuer sind ihr nicht verborgen geblieben. Sicher glaubt sie nicht, dass es nötig ist, mit den Menschenkindern ins Bett zu gehen, nur um sie zu verstehen.“
Daran ist etwas Wahres, denn Frigga hat sich allerlei Gedanken gemacht über die Reiselust ihres Mannes. Aber nachdem sie ein paar dieser heimlichen Wanderungen und Maskeraden mitgemacht hat, muss sie sich eingestehen, dass ihr solche Abenteuer gefallen. Nicht nur, weil sie dabei manches Neue erfährt, sondern auch weil Odin und sie, als Fischer und Bauern verkleidet, zu einem neuen Einvernehmen gekommen sind; ja, sie sind sich vielleicht näher denn je zuvor.

 

Das verrät sie manchmal ihren Mägden, wenn sie im Bad sitzt und sich von ihnen am ganzen Leib waschen und bürsten lässt. Es sind drei, die sie bedienen: Fulla mit ihrem Goldreif um die Stirn und Haaren, die ihr bis ins Kreuz fallen; Hlin, die Friggas Schützlingen unter den Menschen beisteht; und Gnau, die immer, wenn es eilt, als Botin bereitsteht, denn als Reiterin stellt sie die meisten Männer in den Schatten, und ihr Pferd holt so leicht keiner ein.
Jetzt reibt Fulla die Füße ihrer Herrin mit dem Bimsstein ab. „Und jedes Mal wählt ihr eine neue Verkleidung, wenn ihr auf Reisen geht?“ fragt sie. „Wo denkst du hin!“ antwortet Frigga. Sie lacht – einmal, weil es sie kitzelt, aber auch, weil ihr eines dieser Abenteuer einfällt. „Damals zu Beispiel, im Süden…“ – „Erzähle!“ bitten die Mädchen, und sie fängt an: „Wir sind in ein Land gekommen, in dem Krieg herrschte. Zwei Völker lagen miteinander in Fehde, die Vandalen und die Vinilen. Wir hatten uns nicht vermummt, und so erkannten uns die Menschen gleich. Die Vandalen wandten sich an Odin und baten ihn um Hilfe. Aber er antwortete ihnen, siegreich würden die sein, die er morgens bei Sonnenaufgang als erste erblickte.“ Die Mädchen nicken. „Ja“, sagen sie, „Odin ist der Gott des Sieges. Er allein kann bestimmen, wer gewinnt und wer verliert.“ – „Aber zu mir sind sie auch gekommen“, erwidert Frigga. „Es war Gambara, die Mutter der beiden Vinilen – Häuptlinge. Sie kam in der Nacht, während Odin schlief. Sie hat mir vertraut. Warum hätte ich sie enttäuschen sollen? Ich gab ihr einen Rat, der nicht so schlecht war. Morgen früh, so sagte ich ihr, müsst ihr euer Haar lösen, alle Frauen der Vinilen. Dann bindet ihr es unter dem Kinn zusammen, so dass es aussieht, als trügt ihr einen Bart. Dann stellt ihr euch in Reih und Glied vor dem Haus auf, an der Seite, wo die Sonne aufgeht. Dort, wo Odin schläft, gibt es einen Fensterspalt. Sobald es hell wird, wird er hinausschauen und euch sehen.“ – „Und haben sie deinen Rat befolgt?“ wollten die Mädchen wissen.
Frigga lächelt. „Als Odin die Augen aufschlug, erblickte er draußen eine sonderbare Schar. Was sind das wohl für Langbärte, rief er, es sieht ganz so aus, als hätten sie ihre Greise in den Kampf geschickt. Mit grabeseiserner Miene stehen sie da, und manchen reicht der Bart bis auf die Knie.“ – „Hat Odin sich an sein Wort gehalten?“ wollen die Mägde wissen.
„Was blieb ihm anderes übrig? Ich habe ihn an sein Versprechen erinnert, und so musste er wohl oder übel die Vinilen siegen lassen. Von diesem Tag an gaben sie sich einen neuen Namen. Seitdem heißen sie Langobarden, und das heißt: die mit den langen Bärten.“ Frigga lacht und spritzt ihr Badewasser auf die Mägde.

 

Aber was ist unterdessen aus den beiden Seefahrern geworden? Ihr Boot bringt sie sicher nach Hause an König Raudungs Hof. Am Bootssteg springt Gerod als erster an Land. Aber statt anzulegen, schiebt er das Boot, in dem sein Bruder Agnar zurückgeblieben ist, wieder hinaus aufs Wasser. „Was fällt dir ein?“ ruft Agnar, aber der Bruder lacht ihm ins Gesicht und sagt: „Fahr wohin du willst! Meinetwegen sollst du bei den Trollen landen!“ Sogleich gehorcht ihm das Boot und sticht in See, so rasch, dass es vor dem Bug nur so schäumt. Agnar jammert und weint, aber es hilft ihm nichts, er wird davongetragen: Gerod aber steigt ganz allein zum Königshof empor. Dort wird er mit großen Ehren empfangen, denn Raudung, sein Vater, ist gestorben, und nun tritt Gerod seine Nachfolge an.
Odin und Frigga ahnen nichts von alledem. Sie haben ganz andere Dinge im Kopf, denn an diesem Abend soll in Asgard wieder einmal ein großes Fest gefeiert werden. Auf der großen Wiese sind Tische und Bänke aufgestellt, und die Asen sitzen im Schatten der großen Weltesche Yggdrasil. Durch das immergrüne Laub können sie die ersten Sterne funkeln sehen.
Alle sind froh, dass Frigga und Odin wieder nach Hause gekommen sind. Die beiden Raben Hugin und Munin haben sich auf den Schultern des Götterkönigs niedergelassen und reiben ihre Schnäbel an seinen Wangen. Zu seinen Füßen liegen die beiden Wölfe und wedeln wie zahme Hunde mit dem Schwanz. Aber am meisten freut sich Thor über die Rückkehr. Denn jedes Mal, wenn der Häuptling nicht zur Stelle ist, trägt er in Asgard die Verantwortung, und das ist ihm eine wahre Last. Nun kann er endlich wieder am Morgen ausschlafen und so viel Met trinken, wie er will.
Das Fest dauert die ganze Nacht. Die meisten Asen sind schon satt und zufrieden eingeschlafen und liegen unter dem Tisch. Andere tanzen und spielen noch, bis sie so müde geworden sind, dass sie kaum mehr wissen, wie sie heißen und wo sie sind.
Nur Odin behält einen klaren Kopf. Er will den Sonnenaufgang erwarten, und Heimdall, der Gott mit den goldenen Zähnen, soll ihn begleiten. Sie steigen auf den Himmelsberg, wo Heimdall seinen Wachtturm hat. Von dort aus hält er Tag und Nacht Ausschau, damit kein Feind sich unbemerkt an Asgard heranschleichen kann. Kein Troll soll unbemerkt über die Mauern der Götterburg klettern.
Heimdall hat immer eine Lure bei sich. Dieses gewaltige Horn setzt er an den Mund, wenn Gefahr droht. Sein dröhnender Ruf wäre über die ganze Welt zu hören, wenn er sein Alarmsignal bliese. „Eines Tages wird es soweit sein“, sagt Odin leise. Heimdall sieht ihn zweifelnd an. „Das sagst du so oft, dass ich dir bald glauben muss“, antwortet er, „aber mir gefällt dieser Gedanke ganz und gar nicht.“ Die beiden Götter sitzen beieinander und schweigen. Der Sonnenwagen rollt hoch über den Horizont.
Auf dem Heimweg hört Odin, wie hinter den Sträuchern und Bäumen jemand kichert und lacht. Es ist Frühling geworden, und überall regt sich ein neues Leben. Hie und da sieht er, wie sich hinter den grünen Zweigen, eine bloße Brust oder ein nackter Schenkel regt. Dort im Gebüsch blitzt ein heller Hintern auf. Er weiß dass es Freia ist, die Liebesgöttin, die hinter ihm her ist. Dauernd hört er ihre Katzen zischen und miauen. Aber Odin hat keine Lust, sich mit ihr einzulassen. Er wendet ihr sein blindes Auge zu und macht sich aus dem Staub. Vielleicht wird sie das kränken, aber er glaubt ihr keine Rechenschaft schuldig zu sein. Es ist zu spät für solche Spielchen, und das, was einmal war, ist nun Vergangenheit. Er hat nichts mehr übrig für durchsichtige Schleier und reizende Blumenkränze. Er hat ganz andere Dinge im Sinn. Zu Hause erwartet ihn Frigga. Er bettet sein Haupt in ihren Schoß und streicht ihr übers Haar. Nach so vielen unsicheren Jahren haben die beiden wieder zueinander gefunden.

 

Um die Mittagszeit sieht Odin in Walhall nach dem Rechten. Hier sind seine Untoten dabei, für künftige Kämpfe zu üben. Den ganzen Tag lang gibt es dort ein Hauen und Stechen, das kein Ende nimmt. Abends, wenn Andrimne, der Koch, sie zum Essen ruft, stehen die Gefallenen wieder heil und unversehrt auf. Odin schaut den Kriegern bei ihrem Treiben gerne zu. Er braucht sie, denn in Zukunft muss er auf alles gefasst sein. Es fällt ihm schwer, sich auf andere zu verlassen. Er selber muss sich um alles kümmern; sonst geht es in Asgard bald drunter und drüber. Was soll aus seinem Heer werden, wenn er kein Auge darauf hat? Doch er merkt auch, dass er nicht mehr der Jüngste ist. Oft wird er jetzt schon am Nachmittag müde. Es gilbt so viele Aufgaben, die ihn erwarten, und nicht einmal er kann überall zur gleichen Zeit zur Stelle sein.
Deshalb hat er in letzter Zeit Tyr und Thors Stiefsohn Ull damit beauftragt, das Waffenspiel der Untoten zu leiten, wenn er nicht da ist. Mutiger als Tyr, der seine Hand aufs Spiel setzte, um den Fenriswolf zu fesseln, ist keiner unter den Asen, und einen besseren Bogenschützen als Ull findet so leicht niemand auf der Welt. Tyr ist der große Heerführer, um den sich alle scharen, und wenn es um den Kampf Mann gegen Mann geht, weiß Ull mehr Kniffe und Tricks als irgendein anderer.
Anfangs fanden die beiden Asen wenig Geschmack an der Aufgabe, mit der Odin sie betraut hat. Doch mit der Zeit haben sie Blut geleckt, und jetzt gehen sie jeden Tag gerne auf den Kampfplatz. Ull ist nicht nur ein erfahrener Ringer und Faustkämpfer, er versteht sich auch auf andere Künste. Den ganzen Winter hindurch hat er den Untoten beigebracht, wie man sich auf Skiern bewegt, und nun wissen sie, wie man auf dem Schild in Schussfahrt einen steilen Hang hinabrast. Odin ist sehr zufrieden mit seinen Männern, die ihn mit lauten Zurufen feiern.

 

Thor sitzt unterdessen in seinem Wagen und lässt die Beine baumeln, während seine Böcke ruhig auf der Wiese grasen. „Hör mal, Vater“, sagt er, als Odin vorbeikommt, „was hast du dir nur dabei gedacht, als du mich zu deinem Stellvertreter gemacht hast? Dazu tauge ich doch am allerwenigsten! Das nächste Mal solltest du einen anderen unter deinen Söhnen aussuchen. Warum fragst du nicht Baldur? Er ist redegewandt und weiß immer, was er sagen soll, während ich jedes Wort dreimal im Mund herumdrehe, bevor ich es über die Lippen bringe. Du weißt doch, ich bin auffahrend und hitzig. Er ist mild und verständig. Jeden Streit renkt er wieder ein. Unfrieden und Zank weiß er zu vermeiden, und unter uns allen ist er gewiss der Gerechteste.“
Odin hört ihm lächelnd zu. „Du hast recht“, sagt er, „über Baldur kann man nur Gutes sagen. Aber du weißt auch, dass sich die Menschen immer an dich wenden, wenn sie Hilfe brauchen.“ – „Du, immer mit deinen Menschen!“ ruft der Donnergott und rauft sich die Haare. „Ich weiß nicht, was du mit denen hast. Nicht, dass du meinst, ich hätte etwas gegen sie, aber kannst du nicht zu Abwechslung einmal an etwas anderes denken? Sind sie denn wirklich so wichtig?“ – „Ja“, antwortet Odin mit ernster Miene und damit will er sich auf den Weg machen. Doch nun kommt Loki angerannt und ruft: „Warte doch auf mich, Milchbruder!“ Aber Odin geht ungerührt weiter. „Warum hast du nie Zeit für mich?“ jammert Loki, „wie lange ist es her, dass wir das letzte Mal miteinander auf Fischfang gingen?“ Odin tut so, als hätte er ihn nicht gehört, und lässt ihn stehen.

 

Viele Stunden verbringt er auf seinem Häuptlingssitz. Von dort kann er über die blauen Berge sehen. Nicht der kleinste Ort entgeht seinem Blick. Jede Grotte und jede Schneehöhle in Utgard und in Jotunheim, wo die Trolle umherschleichen, kann er unterscheiden. Sein Auge reicht bis zum großen, Gischt sprühenden Weltmeer, wo die Mitgardschlange sich träge um die ganze Erde ringelt, sich in den Schwanz beißt und lauert und lauert.
Aber am liebsten schaut er dem Treiben der Menschen zu. Nie wird er müde, die grünen Wiesen von Mitgard zu betrachten, die gelben Kornfelder und die emsigen Fischerdörfer. Er weiß sehr wohl, dass viele Menschen keinen klaren Begriff vom Leben und vom Tod haben. Meistens glauben sie, dass es große und geheimnisvolle Mächte sind, die ihr Schicksal lenken – manche, die hilfreich sind, und andere, die alles zerstören wollen. Und wo sind die Mächte zu finden? Wo lassen sich ihre Absichten entziffern? In Sonne und Wind, Donner und Feuer, Stein und Holz, im Rauschen der Wasserfälle und in den Tiefen der Gebirge. Oft schneiden sie Zeichen in Baumstämme oder ritzen sie in die Felsen ein. Das häufigste dieser Bilder ist das Rad, ein Zeichen für die Sonne. Nichts ist mächtiger als die Sonne, hört Odin sie flüstern. Ohne die Sonne kann es kein Leben geben. Der Götterkönig lächelt über das, was die Menschen glauben.
Viele tragen zum Beispiel einen kleinen silbernen Hammer um den Hals, als Schutz vor Gefahren. Damit wollen sie den Donnergott beschwören, vor dem sich alle unheimlichen Mächte, die Trolle und die Unterirdischen, fürchten. Andere suchen Beistand bei den anderen Asen. Der Bauer wendet sich an Frei, der Fischer und der Jäger an Njord, und wer sich nach Liebe sehnt, ruft Freia an. Alle halten sich an den Gott, der ihnen am besten helfen kann. Auch Holzfiguren schnitzen die Menschen, die sie an heiligen Orten unter offenem Himmel aufstellen. Dort schlachten sie Schafe und Ziegen und opfern sie. so dass ihr Blut über die Standbilder fließt. Ein Teil des Fleisches wird auf hohen Säulen den Göttern dargebracht; was übrigbleibt, essen die Leute, die am Opferfest teilnehmen. Dabei fehlt es nie an Met und Bier. Der erste Trinkspruch gilt immer Odin. Der Götterkönig auf seinem Thron sieht das alles und lächelt.
Aber an manchen Orten werden nicht nur Schafe und Lämmer geschlachtet. Odin sieht wie da und dort auch Hunde und Pferde mit Schlingen erwürgt werden. Es gibt Lichtungen und Haine, die nach Tod und Verderben stinken. Dort baumeln tote Menschen an den Ästen. Er sieht leibeigene Frauen, die vergewaltigt und erwürgt werden. Unglückliche, die ihren Herren auf die Scheiterhaufen folgen müssen, oder bei lebendigem Leibe von großen, brennenden Schiffen aus ins Meer geworfen werden. Das alles geschieht im Namen der Asen, und Odin auf seinem Hochsitz muss es mit ansehen. Immer öfter nimmt auch Frigga neben ihm Platz und schaut zu. Die Asen wundern sich. Hat Odin nicht allen verboten, auf dem Thron zu sitzen? Nur mit Frigga macht er eine Ausnahme.

 

Ron

Loki will sich nicht geschlagen geben. Er will unbedingt, dass Odin mit ihm fischen geht. Jeden Morgen steht er vor dem Spalt der Bettkammer, in der Odin ruht. und führt einen Tanz mit der Angelrute auf seiner Nase auf. Eines Tages sind es sogar zwei Ruten, die da draußen zappeln. Loki hat den armen Huhne mitgebracht, der immer so schüchtern ist, dass er kaum ein Wort über die Lippen bringt. Weil er so vorsichtig ist, halten ihn viele für einen Angsthasen. Doch Odin hat ihn immer gern gehabt. „Also gut, meinetwegen“, ruft er den beiden zu. „Hört auf zu drängeln. Ich komme mit.“
„Endlich“, freut Loki sich. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die drei Asen etwas gemeinsam unternehmen. Viele Abenteuer haben sie früher miteinander geteilt. Schon haben sie die Regenbrücke hinter sich und durchwandern Mitgard. Der reißende Fluss dem sie folgen, windet sich durch eine hügelige Landschaft. Plötzlich erblicken sie einen Otter, der am Ufer sitzt, mit einem großen Lachs in den Fängen, den er gerade verschlingen will. Er hat in seiner Vorfreude auf den guten Bissen die Augen geschlossen. Da schleicht Loki sich an ihn heran und erlegt in mit einem Steinwurf. „Zwei auf einen Schlag“, prahlt er, nimmt die doppelte Beute mit, und sie wandern weiter.
Gegen Abend erreichen sie einen kleinen Bauernhof. Der Hausherr heißt Reidmar und versteht sich auf allerlei Zauberkünste. Die Asen bitten ihn um ein Nachtlager. „Wir haben genug zu essen mitgebracht“, sagen sie und zeigen ihre Beute her. Als der Bauer aber den Otter sieht, erbleicht er. Seinen Söhnen ruft er zu. „Dort liegt euer Bruder, der Otter! Und diese drei sind es, die ihn umgebracht haben.“ Ehe sie sich´s versehen, liegen die Asen gefesselt am Boden. „Wie kann das sein,“ fragt Loki, „dass euer Sohn ein Otter ist?“ – „Oh“, antwortet Reidmar, „hier im Haus verwandelt sich jeder, der Lust hat, in ein Tier. Was soll ich nur mit euch anfangen. Am einfachsten wäre es, ich schnitte euch die Kehle durch.“
Die Asen sehen ein, dass der Mann gefährlich ist. Zwar wäre es ihnen ein leichtes, ihn außer Gefecht zu setzen: Doch Odins Wille ist es, dass die Asen, wenn sie nach Mitgard gehen, auf ihre Macht verzichten und sich wie gewöhnliche Sterbliche verhalten sollen. Also schweigt Odin und harrt der Dinge, die da kommen werden. Huhne summt verängstigt vor sich hin. Nur Loki findet sich nicht so leicht damit ab, dass ein Bauer ihm droht. Er versucht es mit einer List. „Aber mein Lieber“, sagt er, „wir werden uns doch wohl handelseinig werden? Sag mir, was du als Wehrgeld verlangst, und ich will zahlen.“ – „So viel Gold habt ihr nicht, um mich zu versöhnen“, schnaubt Reidmar. „Sag das nicht“, lächelt Loki, denn nun weiß er, dass der Köder sitzt. „Über den Preis werden wir uns schon einigen können.“ – „Versprecht ihr, uns soviel Gold zu geben, wie wir verlangen?“ fragt der Bauer. „Das schwören wir“, antworten die drei Asen.
Die beiden Söhne binden sie los. Nun wird dem Otter das Fell abgezogen, und Reidmar hält es in die Höhe. „Hier, diese Haut sollt ihr mit dem rötesten Gold füllen“, sagt er. „Und dann sollt ihr sie von außen vergolden, bis kein Schnurrhaar mehr zu sehen ist.“ Die Asen finden den Preis recht hoch, doch versprochen ist versprochen, und so machen sie sich bereit zum Aufbruch. Aber die beiden Söhne versperren ihnen den Weg. „So haben wir nicht gewettet“, ruft der Bauer. „Ihr seid nicht die ersten, die versucht haben mich hereinzulegen. Zwei von euch will ich hierbehalten, bis der dritte mir das Gold gebracht hat.“ Die Asen beschließen, dass Loki gehen soll, er hat sich den Plan schließlich ausgedacht.
„Du weißt wohl, wie es deinen Freunden hier ergehen wird, wenn du nicht wiederkommst“, mahnt ihn Reidmar, und damit alle verstehen, wie er es meint, fährt er sich mit der flachen Hand über die Kehle.
Loki schreitet weit nach Osten aus. Er sucht den Meerestroll Ägir auf, der schon immer ein Freund der Asen war. Odin hat mit einer seiner Töchter ein Kind gezeugt, und das große Fest, das er den Asen gegeben hat, ist noch in bester Erinnerung. Nur mit Ägirs Frau Ron ist nicht gut Kirschen essen. Sie hat ja dieses große Netz, mit dem sie nicht nur Hummer und Fische fängt, sondern auch Seeleute und sogar ganze Schiffe! Nun bittet Loki sie, ihm dieses berühmte Netz zu leihen. Als sie das hört, schaut sie mit ihren kalten Dorschaugen mürrisch drein. Erst als Loki ihr versichert, dass es Odin ist, der das Netz braucht, wagt sie es nicht länger, ihm seine Bitte abzuschlagen.
Loki weiß, dass es einen Wasserfall gibt, in dem ein ungeheuer reicher Zwerg haust. Dieser Gnom heißt Andware und plätschert am liebsten in der Gestalt eines Hechts unter dem Wasserfall herum. Dort wirft Loki sein Netz aus, und wahrhaftig, bald hat er den mächtigen Fisch gefangen. „Zeige deine wahre Gestalt!“ ruft er, und sogleich verwandelt der Hecht sich in einen runzeligen Knirps mit Warzen auf der Nase und Haaren in den Ohren. Er zappelt hilflos in den Maschen und schnappt nach Luft. „Wenn dir dein Leben lieb ist, dann gib mir augenblicklich dein ganzes Gold heraus, das du im Berg versteckt hast“, Der Zwerg begreift, dass ihm keine andere Wahl bleibt.
Der Weg in seine Höhle ist eng und dunkel, und Loki kommt nur gebückt voran. Endlich aber langen sie in einer hohen Grotte an, in der es wie tausend Sterne glitzert. Andware fängt an, das Gold in einen großen Sack zu stopfen. Aber Loki hat ein wachsames Auge auf ihn und er bemerkt, dass der Zwerg versucht, einen kleinen Ring auf die Seite zu bringen. „Nichts da!“ ruft er. „Alles kommt mit!“ – „Lass mir wenigstens diesen Ring“, fleht der Zwerg, aber Loki bleibt hart, und so wandert auch der Ring in den Sack.
Als sie wieder ans Tageslicht treten, hält es Andware nicht länger, und er bricht in Klagen aus. „Wie soll ich nur ohne meinen Ring weiterleben“, jammert er. „Stell dich nicht so an! Er wiegt doch kaum ein halbes Lot“, sagt Loki. „Aber ich brauche nur an ihm zu drehen und einen Spruch aufzusagen, dann schafft er mir Gold herbei, soviel ich will. Mehr als du mir abgenommen hast!“ Der Zwerg schüttelt seine Faust und schwört: „Niemandem will ich meinen Zauberspruch verraten! Und ein Fluch soll über jeden kommen, der sich an dem Gold bereichert, das du mir geraubt hast. Tod und Verderben dem, der meinen Ring an den Finger steckt!“ Das kleine Gesicht ist rot vor Wut, doch Loki zuckt nur die Schultern und lacht ihn aus. „Mir soll es recht sein“, wirft er ein. „Ich richte es gern dem aus, bei dem die Beute landet. Ich selber brauche dein Gerümpel nicht, das kannst du mir glauben.“
Mit diesen Worten dreht er sich um und macht sich auf den Rückweg. Es geschieht dem wilden Bauern ganz recht, denkt er, wenn der Fluch des Zwerges über Reidmar kommt.
Als er aber das ganze Gold vor dem Geiselnehmer ausschüttet, nutzt Odin die Gelegenheit, den kleinen Ring zu stibitzen. Loki merkt es wohl, aber er sagt kein Wort. Nun fangen Reidmar und seine Söhne an, das Otterfell zu füllen, bis es ganz mit dem kostbaren Metall ausgestopft, aufrecht stehen kann. Es gilt, soviel Gold aufzuhäufen bis das ganze Tier bis zum Schädel darin verschwindet. Als es soweit ist, bleibt kein einziger Klumpen Gold übrig. Der Sack ist leer. Doch Reidmar ist immer noch nicht zufrieden. Er deutet auf ein winziges Schnurrhaar, der aus dem großen Haufen hervorguckt, und verlangt, dass die Asen es mit Gold bedecken. Odin zögert eine Weile, weil er den Ring am liebsten behalten hätte, aber am Ende weiß er keinen anderen Rat, als ihn herauszurücken.
Nun ist von dem Fell des Otters nichts mehr zu sehen. Die Asen haben ihr Versprechen gehalten. Aber bevor sie das Haus verlassen, wiederholt Loki den Fluch, mit dem der Zwerg seinen Schatz auf die Reise geschickt hat. „Tod und Verderben dem, der sich meinen Ring an den Finger steckt!“ Doch der Bauer und seine Söhne sind zu sehr damit beschäftigt, in ihrem Gold zu wühlen, als dass sie auf ihn gehört hätten.
Auf dem Heimweg macht Odin sich seine Gedanken über das, was in Reidmars Haus vorgefallen ist. Wenn ich nun den kleinen Ring behalten hätte, fragt er sich – was hätte Loki dazu gesagt? Vielleicht hätte er mir verschwiegen, wie gefährlich dieser Ring ist. Oder tue ich Loki Unrecht mit meinem Verdacht? Schließlich war er es, der sie durch eine List befreit hat. Immer dieser Loki, denkt Odin – nie werde ich ganz klug aus ihm! Genau in diesem Moment begegnen sich ihre Blicke, und Loki bricht in ein herzliches Lachen aus, dem weder Odin noch Huhne widerstehen können. Niemand auf der Welt hat ein so ansteckendes Lachen wie Loki. Dagegen, denkt Odin, ist kein Kraut gewachsen.
Plötzlich hören die drei ein lautes Grunzen. Ein riesengroßes Schwein kommt auf sie zu gerannt. Seine Borsten glänzen und schimmern, und auf dem Rücken trägt es einen geharnischten Reiter. Es ist Frei!
„Thor hat mich ausgesandt“, ruft er. „Wir fingen an, uns Sorgen zu machen, wo ihr bleibt. Sitzt auf! Gullborste trägt uns leicht alle vier nach Hause. Ihr müsst euch nur an den Borsten festhalten!“ Odin, Huhne und Loki steigen auf den gewaltigen Eber, und der rennt los, dass ihnen die Ohren sausen.

 

Als Frigga hört, was ihnen zugestoßen ist, fragt sie Odin: „Musst du dir solche Unverschämtheiten gefallen lassen? Dieser Reidmar – warum hast du ihn mitsamt seinen Söhnen nicht einfach wie ein paar Mücken an die Wand geklatscht?“ Odin zuckt mit den Achseln. Er ist müde und möchte schlafen, aber Frigga will ihm in dieser Nacht auf den Zahn fühlen. „Bist du nicht der Allvater?“ sagt sie. „Bist du nicht Herr über alles, was geht, kriecht und fliegt?“
Odin fallen schon die Augen zu. Er wendet sich ab, doch Frigga gibt nicht auf. „Nimm dir ein Beispiel an Thor. Auch der hat gerade einen kleinen Ausflug nach Mitgard gemacht“, sagt sie. „Ja, aber nur um zu raufen, wie es seine Art ist.“ – „Nein, sondern weil ihn ein König um Hilfe gebeten hat“, sagt Frigga.
„Ein Meersestroll hat ihm die Tochter geraubt. Dieser Riese ist ein Ungeheuer mit acht Armen, und er kann vier Schwerter auf einmal schwingen.“ – „Ja, ich weiß. Thor hat ihn dann mit seinem Hammer erledigt“, murmelt Odin müde. „Aber lass mich endlich schlafen!“ – „Der wagt es wenigstens einzugreifen“, fährt Frigga fort. „Er lässt sich eben nicht alles gefallen.“ – „Ein alter Raufbold ist er“, seufzt Odin. „Und warum solltest du dir weniger Respekt verschaffen als dein Sohn?“ fragt Frigga.
„Weil ich mehr Verstand im Kopf habe“, antwortet ihr Mann. „Übrigens wärst du nicht so begeistert von seinen Abenteuern, wenn er dein eigener Sohn wäre. Dann hättest du sicher mehr Angst um ihn.“
Thors Mutter ist nämlich nicht Frigga, sondern Jord, von der man nicht recht weiß, ob sie zu den Asen oder zu den Trollen gehört. Davon will Frigga aber nichts wissen. Schon ist sie drauf und dran, ihrem Mann all die Seitensprünge und Liebschaften vorzuhalten, die er sich im Lauf der Zeit geleistet hat, aber dann schluckt sie ihren Ärger hinunter und schläft ein. Odin aber wälzt sich im Bett hin und her und grübelt. Sie tut mir Unrecht, denkt er, Schließlich habe ich mich oft genug in das Leben der Menschen eingemischt. Aber was hat es genützt? Vielleicht habe ich mehr Unheil als Nutzen gestiftet? Natürlich, es ist für unsereinen ein leichtes, mit ihnen fertig zu werden, den Tisch umzuschmeißen, und wie Thor die Muskeln spielen zu lassen. Aber das Richtige zu tun, die Lösung zu finden, das ist schwer… Er seufzt. Er zählt die Balken an der Decke. Wie oft hat er seine schützenden Hände über die Leute gehalten! Sogar seinen Speer hat er ihnen geliehen. Ihr liebeskrankes Jammern hat er geduldig mit angehört, und manchen toten Helden hat er aus Walhall noch ein letztes Mal nach Hause ziehen lassen, damit er von seiner weinenden Geliebten Abschied nehmen konnte. Aber hat er damit klug gehandelt?
Die Geschichte von König Rehre und seiner Frau fällt ihm ein. Die haben ihn und Freia um Hilfe angefleht, weil sie kinderlos waren. Odin hat damals eine seiner Walküren an den Königshof geschickt. Sie flog in Gestalt einer Krähe hin und ließ einen Zauberapfel in den Schoß des Königs fallen, als er niedergedrückt auf einem Hügel saß. Rehre gab den Apfel seiner Frau. Sie aß ihn und wurde schwanger. Aber es zeigte sich, dass das Kind ihren Leib nicht verlassen wollte. Sechs Jahre verstrichen, ohne dass sie gebären konnte. Unterdessen war König Rehre auf einem seiner Kriegszüge gefallen. Die lebensmüde Königin ließ sich am Ende den Bauch aufschlitzen, damit das Kind endlich das Licht der Welt erblicken sollte. Es war ein Sohn, wohlgestaltet und groß. Er konnte gerade noch seine Mutter zum Abschied küssen, bevor sie starb. Wälsung haben sie ihn genannt, und er wurde König im Land seines Vaters. Später heiratete er die Walküre, die Odin mit dem Apfel gesandt hatte, und mit ihr zeugte er eine Tochter und zehn Söhne. Odin seufzt und stöhnt, als er daran denkt. Warum muss das Gute, das er tut, so schlimm enden? Warum kann er das Knäuel dieser Welt nicht lösen?

 

Am Morgen fütterte Frigga die Schwäne am Brunnen Urds, wo die drei Nornen wohnen. Es sind Urd, Werdande und Skuld, die Wissenden. Sie können alles sehen, was gewesen ist, was da ist und was da kommen wird. Das Wasser in Urds Brunnen ist heilig. Alles, was in diese Quelle eintaucht, wird so rein wie die weißeste Eierschale. Jeden Morgen sprenkeln die Nornen etwas von diesem Wasser Yggdrasil, damit die große Esche immer frisch und grün bleibt. Heute ist Frigga gekommen, um ihnen zur Hand zu gehen. Aber sie hat noch etwas anderes im Sinn. Es geht um Odin. „Wie schwer er es hat“, sagt sie. „Immer will er alles verstehen, und so grübelt er die ganze Nacht hindurch und findet kein Ende.“ Aber die Nornen schütteln nur lächelnd den Kopf. „Dann weiß er nicht mehr aus und ein“, sagt Frigga. Die Nornen lachen. „Es ist wahr“, sagt Urd, „keiner tut mehr für die Menschen als Odin.“ – „Ja“, sagt Frigga, „doch kostet es ihn große Mühe, sie zu verstehen. Bald weint er mit ihnen, bald lacht er sie aus, aber immer kümmert er sich um sie. Aber die Menschen sind nicht wie wir. Sie sind anders!“ – „Er hat sie doch selber erschaffen“, wirft Werdande ein. „In seinem Kopf geht es zu wie in einem Ameisenhaufen“, sagt Frigga. „Aber er ist der Albvater“, hält ihr Skuld entgegen und lächelt. Die drei Nornen wenden ihren Blick von Frigga ab und schweigen. Sie weiß sehr wohl, dass nichts und niemand sie zum Reden bringen kann, wenn sie ihre Geheimnisse wahren wollen.
Als sie nach Hause kommt, ist Odin fortgegangen. Sie findet ihn in Walhall. Dort sitzt er mit seinen Untoten Kriegern am Tisch und trinkt mit ihnen. Auch ein paar andere Asen haben sich eingefunden. Sie sehen auf, als Frigga eintritt, und sie hört, wie sie miteinander tuscheln.
Auch Freia ist da. Sie hat eine Katze auf beiden Schultern, und ihr Haar züngelt wie rotes Feuer über ihrem Kopf. Sie steht auf, als sie Frigga sieht, wirft ihr Trinkhorn zu Boden und läuft aus dem Saal. Nun setzt Frigga sich zu Odin, der ihr den Arm um die Schulter legt. Erst jetzt merkt sie, wie ihr die Knie zittern. Doch sitzt sie erhobenen Hauptes da; niemand soll merken, wie elend ihr zumute ist.

 

In Asgard verlief die Zeit langsamer als in Mitgard. Während im Leben der Menschen viele Jahre verstrichen sind, sind für die Asen kaum ein paar Tage vergangen. Auch darüber spricht Frigga, mit ihrem Mann. Wenn sie von ihrem Hochsitz aus auf Mitgard blicken, wundern sie sich, wie rasch dort alles hüpft und springt und zappelt. Selbst das langwierigste Drama ist da unten im Nu vorbei!
So geht es auch mit dem Goldschatz, den der habgierige Reidmar sich ausbedungen hat. Er hat sich geweigert, ihn mit seinen Söhnen zu teilen. Nun sehen sie, wie Fowne, der ältere der beiden, seinen Vater im Schlaf erschlägt. Schon kommt der jüngere dazu und verlangt seinen Anteil, aber der Mörder denkt nicht daran, etwas von seiner Beute abzugeben. Er droht seinem Bruder, und Regin, der jüngere, fürchtet um sein Leben und flieht. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte; denn Fowne hat Angst, dass ihm jemand seinen Schatz rauben könnte. Deshalb verwandelt er sich in einen Drachen und baut sich ein Nest auf der Heide. Dort sitzt er auf seinem Haufen Gold und brütet vor sich hin.
Das alles sehen Odin und Frigga von ihrem Hochsitz aus. Sie sehen wie Regin einen Zögling in sein Haus aufnimmt, der Sigurd heißt. Den hetzt Regin nun gegen seinen Bruder auf. Den hetzt Regin nun gegen seinen Bruder auf. Er zeigt ihm, wo der Drache zu Tränke geht. „Dort musst du einen Stollen graben, in dem du dich versteckst. Dann wartest du, bis mein Bruder, das Ungeheuer, Durst hat, und sobald über den Pfad zum See kriecht, stichst du ihm von unten her mitten ins Herz!“ Sigurd folgt diesem Rat, und als der schwere Drache sich, Gift und Galle speiend, über sein Versteck wälzt, so massig, dass die Erde bebt, stößt er sein Schwert tief in Fownes schuppigen Leib.
Erst als der Drache tot ist, verrät Regin ihm, dass das Ungeheuer sein eigener Bruder war. Er möchte Fownes Herz, und er bittet seinen Zögling, es für ihn zu braten. Sigurd steckt den blutigen Klumpen auf einen Pfahl und hält ihn über das Feuer. Aber sobald er das Drachenblut schmeckt, versteht er, was die Vögel einander zuzwitschern. Sie sagen, dass Regin ihn betrügen will. Auf diese Warnung hört Sigurd. Er tut was die Vögel ihm raten, und bringt seinen Pflegevater um.

 

Odin, der das alles gesehen hat, seufzt. Es ist doch immer dieselbe Geschichte mit den Menschen, denkt er. auch Frigga ist es müde, immer auf denselben Fleck zu starren. „Vielleicht geht es anderswo weniger sinnlos zu?“ fragt sie. Odin lässt seinen Blick wandern. Wie ein Habicht schweift er über alle Dörfer in Mitgard, und plötzlich bricht er in ein größtes Gelächter aus. „Siehst du die beiden dort drüben?“ sagt er. „Das sind Agnar und Gerod. Erinnerst du dich an die beiden kleinen Jungen, die wir einst einen Winter lang auf einer Insel weit draußen im Meer auf einer Bauernkate aufgezogen haben? Jetzt sind sie schon erwachsen! Rate was aus ihnen geworden ist!“
Frigga beugt sich nach vorn, kneift die Augen zusammen und späht in die Tiefe. Ja, dort wohin Odin zeigt, erblickt sie Gerod, der es weit gebracht hat und als König auf einem prächtigen Hof sitzt. Aber wo ist Agnar, sein Bruder? Weit im Osten sitzt er in einer engen feuchten Höhle. Er ist schmutzig und trägt Lumpen. und verheiratet ist er mit einer zahnlosen Trollfrau. Seine Kinder spielen mit Würmern und Spinnen. „Siehst du, Frigga, was für ein erbärmliches Ende dein Ziehsohn genommen hat? Da ist der meine doch aus anderem Holz geschnitzt!“ Da ärgert sich Frigga über soviel Überheblichkeit, und sie fängt an, auf Gerod zu schimpfen. „Ja, er hat es geschafft zum König zu werden. Aber was ist er für ein unbeherrschter, ungehobelter Kerl. Zu alledem ist er auch noch ein übler Geizhals. Ich wette, dass er seinen Gästen nur Wasser und Brot anbietet.“ Das alles saugt sie sich aus den Fingern, um Odin zu necken, obwohl sie keine Ahnung davon hat, wie es im Hause Gerod zugeht. Ein Wort gibt das andere und am Ende beschließt Odin, selber zu seinem Ziehsohn zu fahren, um dort nach dem rechten zu sehen.
„Und du kommst mit“, sagt er zu Thor. Der hört es seufzend, denn er möchte lieber mit seinen Kämpfern in Walhall bleiben. „Frag doch Baldur“, der hat ohnehin nichts Besseres zu tun.“ Doch Odin winkt ab. „Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe“, brummt der Götterkönig, und sein Wort ist in Asgard nun einmal Gesetz.
Jetzt ist Frigga in der Klemme. Wenn es nicht so stimmt, was sie über Gerod gesagt hat, wird Odin ihr auf die Schliche kommen. Was kann sie tun, um ihn abzuschrecken oder wenigstens dafür zu sorgen, dass Gerod ihn übel aufnimmt? Sie ruft ihre Magd Fulla und trägt ihr auf, sogleich zu Odins Ziehsohn zu eilen. „Du musst meinem Mann zuvorkommen. Sobald du da bist, erzählst du Gerod, dass ein gefährlicher Landstreicher auf dem Weg zu ihm ist, ein Zauberer, der einen Fluch über ihn und seine Leute bringen will.“
So geschieht es auch, und Gerod dankt der Magd für ihre Warnung. „Aber woran kann ich diesen bösartigen Fremden erkennen?“ fragt er. „Ganz einfach“, antwortet Fulla. „Kein Hund auf der Welt, und sei er noch so scharf, wird es wagen, auf ihn loszugehen.“
Kaum hat sie sich aus dem Staub gemacht, da wird es sonderbar still auf dem Hof. Eine Gestalt im blauen Umhang steht vor dem Haus. Seinen Hut hat der Fremde tief in die Stirn gezogen. Die großen bissigen Hofhunde liegen flach vor ihm auf dem Boden und wedeln mit den Schwänzen. Dem König Gerod läuft es bei diesem Anblick kalt den Rücken hinunter. „Wie heißt du und wer bist du?“ fragt er den Fremden. „Grimme heiße ich, und Grimme bin ich“, antwortet der Mann, und das ist alles, was er sagen will. „Was willst du hier?“ fragt Gerod ihn, aber der Fremde gibt keine Antwort. Da wird der Hausherr zornig. „Ich werde dich wohl noch zum Reden bringen“, ruft er. „Bindet ihn und setzt ihn zwischen zwei Feuer, bis er den Mund auftut!“
König Gerod und seine Männer lachen sich ins Fäustchen. Sie schauen zu, wie die Flammen um das Gesicht des Gefangenen spielen. Schon raucht der Saum seines Mantels, und die Krempe seines Hutes ist angesengt. „Hast du bald genug? „rufen sie. „Gibst du endlich auf?“ Aber Grimme sitzt schweigend da, unbeweglich wie ein Stein.
Nun springt ein kleiner Junge herbei. Es ist König Gerods Sohn. Zehn Winter ist er alt, und er heißt Agnar, nach seines Vaters Bruder, den alle tot glauben. Vor langer, langer Zeit hat Gerod diesen Bruder verraten und ganz allein auf seinem Zauberboot ausgesetzt, weil er den Thron nicht mit ihm teilen wollte.
Nun aber steht der junge Agnar im Saal seines Vaters und sieht zu, wie der fremde Gast misshandelt wird. Das gefällt ihm nicht, obwohl es heißt, der Besucher sei vielleicht ein gefährlicher Zauberer. Er weiß, dass das, was er vorhat, seinem Vater ganz und gar nicht passen wird. Trotzdem füllt er nun ein ganzes Trinkhorn mit Wasser und reicht es dem Gefangenen, der es in einem Zug leert.
Da bricht der seltsame Gast endlich sein Schweigen. „Nie wirst du für einen Trunk schöner belohnt werden, Agnar“, sagt er. „Du aber, Gerod, hast sehr unklug gehandelt, und das wird dir übel bekommen. Ich war dir immer wohlgesinnt, aber du hast meine Gunst verscherzt.“ Mit einem Ruck erhebt er sich und sagt: „Hast du vergessen, wer dir das Leben gerettet und dich aufgezogen hat? Viele gute Ratschläge habe ich dir gegeben, doch du hast sie in den Wind geschlagen.“ Er wirft seinen Hut ab, und nun sehen alle, wie seine Augen funkeln. „Ich bin Odin“, ruft er. „Komm her zu mir, wenn du es wagst!“
Gerod ist die ganze Zeit mit dem Schwert auf den Knien dagesessen. Als er begreift, dass er fast den ganzen Bart des Götterkönigs verbrannt hätte, springt er auf um Odin loszubinden. Aber indem er aufsteht fällt sein Schwert zu Boden, die scharfe Spitze richtet sich auf, er stolpert und stürzt in die Klinge. Vom eigenen Schwert durchbohrt, stirbt König Gerod. Die beiden Feuer sind erloschen, und der Götterkönig ist verschwunden. Der junge Agnar tritt die Nachfolge seines Vaters an. Ob es ein Zufall ist, dass er auf den Tag genau zehn Jahre alt ist, ebenso alt wie sein Vatersbruder war, als er verschwand, damals, vor langer Zeit.
Frigga hat auf ihrem Hochsitz alles mit angesehen. Nun folgen ihre Augen Odin, wie er sich zornig auf den Weg macht. Hat sie nicht recht gehabt mit allem, was sie über Gerod gesagt hat? Ohne es zu ahnen, hat sie mit ihrer Lüge die Wahrheit gesagt. Sie weiß, dass der Götterkönig ihr diesen kleinen Triumph übelnimmt. Er wird nicht so bald nach Hause kommen. Wieder einmal zieht er nach Osten, in die wilden Berge von Jotunheim. Traurig verlässt sie die weite Aussicht und schließt sich in ihr Zimmer ein.

 

Was aber hat Odin vor? Er sucht eine Quelle auf. Der Weg dahin ist schwer zu finden und voller Rätsel. Er aber kennt jeden Stein und jeden Baumstumpf in der Einöde, und bald hat er gefunden, wonach es ihn verlangt.
Am Rand des Wasserlaufs, liegt der Kopf eines Mannes. Als Odin näher kommt, schlägt der Kopf die Augen auf und lächelt.
Es ist der Riese Mime, der hier liegt. Er und Odin sind Freunde aus alten Zeiten. Damals hatte Mime noch Beine, mit denen er gehen und Arme die er ausstrecken konnte. Aber im großen Krieg zwischen Asen und Wanen wurde er geköpft. Damals hat Odin ihm die stärksten Zauberlieder über sein entstelltes Gesicht gesungen und seinen Kopf mit heilenden Kräutern gesalbt, und so ist das Licht in Mimes tote Augen zurückgekehrt.
Bis heute lebt er in der Einsamkeit und bewacht die Quelle, die man Mimes Brunnen nennt. Ihr Wasser gibt jedem, der davon trinkt, Weisheit und Einsicht. Mime war immer schon der Klügste unter den Trollen, und jedes Mal wenn er seinen Durst an der Quelle stillt, wird er noch klüger als zuvor. Immer wenn Odin nicht mehr aus und ein weiß, kommt er zu ihm und sucht seinen Rat.
Eine ganze Nacht lang reden die beiden Freunde miteinander. Wie soll es weitergehen mit der Welt? Was hat die Mitgardschlange vor, die immer weiter wächst, und wer soll den Fenriswolf bändigen, der heult, als wolle er alles, was da lebt, verschlingen?
Aber auch über die Menschen zerbrechen sie sich den Kopf. „Dieser Gerod zum Beispiel“, sagt Odin. „Ich habe ihn doch selber erzogen. Alles was ich konnte, habe ich für ihn getan, damit ein aufrechter Mann aus ihm wird. Und was hat er getan? Seinen Bruder hat er verraten und ein böses Ende genommen.“
„So sind sie eben, die Menschen“, seufzt Mime. „Nicht einmal auf meinen Milchbruder kann ich mich verlassen“, fährt Odin fort. „Ich werde einfach nicht klug aus ihm.“ Er meint Loki. „Er kommt mir vor wie ein Mensch. Weder Fisch noch Fleisch! Gott und Troll in einer Gestalt!“
Odin ballt die Fäuste. „Und doch sind sie etwas Besonderes, die Menschen. Weißt du was mir an ihnen gefällt? Sie sind voller Leben. Bei uns in Asgard werden ja gar keine Kinder mehr geboren. Alles steht still. Wir bleiben unter uns. Das ist ein schlechtes Zeichen!“ – „Du hast recht“, nickt der Kopf. „Es kommt wohl vor“, sagt Mime, „aber selten genug.“
Odin wiegt den Kopf und meint: „Das hat nichts Gutes zu bedeuten. Ich fürchte, dass es die Menschen sind, in deren Händen die Zukunft liegt.“ Er brummt wie ein alter Bär. „Unsere Zeit neigt sich dem Ende zu. Fühlst du es nicht?“
Odin hat Mimes Kopf in seinen Schoß gebettet. Die beiden schweigen. Der Wind flüstert in den Kiefern. Die Sterne leuchten weiß. Auf dem Grund der Quelle glitzert etwas Helles. Das ist Odins Auge, das er einst zum Pfand geben musste, um aus Mimes Brunnen zu trinken. Es geschah vor langer Zeit. Damals waren sie beide jung und wussten nichts voneinander, und die Welt war neu.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Geschichten

TA KI

 

War Made Easy – Wenn US-Präsidenten lügen


war made easy

Die folgende Doku zeigt die Medientaktiken und die Lügen der USA seit Ende des zweiten Weltkriegs bis heute. Dabei wird klar, dass die USA nicht erst seit dem Irakkrieg die Welt hinters Licht führen, um Kriege aus geopolitischem Interesse zu führen. Unzählige Tote, vor allem Zivilisten sind Opfer dieser imperialistischen Kriege. Trotz aller Lügen, hat die Welt nichts gelernt und glaubt bis heute jeden Fetzen der US-Kriegspropaganda.

Quelle: http://www.seite3.ch/War+Made+Easy+Wenn+US+Praesidenten+luegen+de+/540172/detail.html

Gruß an die Ehrlichen

TA KI

50 Kärntner Pilger aus Petersdom gejagt


Ärger und Enttäuschung bei 50 Teilnehmern einer Pilgerreise der Diözese Gurk nach Rom. Die Gruppe, die durchwegs aus Rentnern bestand, war in der Vorwoche per Bus nach Italien gereist und die letzten 80 Kilometer zu Fuß gegangen.

Im Petersdom angekommen gab es kein spirituelles Erlebnis, sondern die Gruppe wurde nach wenigen Minuten unsanft ins Freie bugsiert. Grund: Reiseleiter Pater Josef Allmaier, aus der Pfarre Berg im Drautal, wurde der „Schwarzarbeit“ beschuldigt.

Der Priester wollte den Kärntner Pilgern, von denen viele zum ersten Mal im Petersdom waren, die Geschichte des Gotteshauses erklären.

„Nach zwei Minuten wurden wir von der Security hinausbefördert“, so ein Teilnehmer, der Villacher Banker Christian Ertl. Der skurrile Grund: Der Pater hatte kein Fremdenführerpatent und war dort damit als Pfuscher am Werk. Ertl: „Wir hätten eine Schutzgebühr zahlen oder einen Fremdenführer buchen sollen.“ Darauf haben die Pilger dann aber verzichtet.

Quelle: http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/kaernten/50-Kaerntner-Pilger-aus-Petersdom-gejagt/161830333

Gruß an die Kirchentreuen Schlafschafe

TA KI

 

 

Zuwanderungswahnsinn – MADE IN GERMANY


Augen auf „Neues“ – (158) – Zuwanderungswahnsinn – MADE IN GERMANY

Da dieses Thema in den Medien tot geschwiegen wird und es auf der sog. „Friedensdemo“ so gut wie kein Gehör findet, brennt es mir auf der Seele diesen hochbrisanten Artikel
vorzutragen, denn wenn wir hier weiterhin „friedlich“ bleiben, dann wird sich das wiederholen, was u.a. mit Konstantinopel, der heutigen Türkei, geschah und die Idiologie des Islam wird abermals ein christliches Land bzw. Länder erobern!
Ich sehe starke Parallelen dazu, denn einst wurden die Christen dort abgeschlachtet und hier
nun werden wir finanziell ausgeschlachtet!
Jeder, ganz gleich welcher Abstammung er angehört und nur etwas Vernunft walten lässt, wird dieses Geschehen für sein eigenes Volk auch niemals für gut heissen können….

Wir brauchen die Freiheit und nicht den sog. Frieden, den wir schon seit 70 jahren hier haben!
Meine Schwestern, meine Brüder:
Geht mit Grimm auf die Strasse, aber niemals mit Hass!
Egal ob Links, Rechts oder welche Gruppierung ihr angehört: Schliesst euch alle zusammen…
Gegen den deutschen Völkermord…
Habt keine Angst das auszusprechen was ihr denkt!

Es ist eine Sekunde vor Zwölf für das Deutsche Volk!

PS: Jeder der sich jetzt negativ angesprochen fühlt, muss sich nur einmal in unsere Lage versetzen: Könntet Ihr all diese Drangsal, die Übervölkerung , Raub und Verdrängung der eigenen Kultur ertragen?
Würde es Euch gefallen im eigenen Land als Mensch zweiter Klasse zu gelten?

***Fehlerfreie Rhetorik ,(Vor)lese und Rechtschreibfehler natürlich ohne Gewähr***

Quelle:
http://journalistenwatch.com/cms/2014…

Vielen Dank an Renate Sandvoß
wie auch an Ernie 😉

LG Chembuster33

Danke Dir

Grüße nach Bottrop

TA KI

Waffenentwicklung wo stehen wir wirklich?


Waffenentwicklung wo stehen wir wirklich?

Es gibt kein richtig oder falsch, gut oder böse, der mit der größten Kanone bestimmt was richtig oder falsch, gut oder böse ist. – Machiavelli

Selbst wenn du fähig bist, erscheine unfähig. Selbst wenn du tätig bist, erscheine untätig. Bist du tapfer, erscheine ängstlich. Bist du stark, erscheine schwach. Bist du ordentlich, erscheine chaotisch. – Tzun Zu

Übersicht:

1. Einleitung

2. Nachlassende Bedeutung bestehender Technik und Wandel der Kriegsführung

3. Umfang militärischer Forschung und Entwicklung

4. Phasen Militärtechnische Innovation

5. Ziele militärischer Forschung und Entwicklung

6. Berühmte Beispiele aus der Vergangenheit

7. Unterschied „white projects“ – „black projects“

8. Entwicklungen

Einleitung

Angefangen mit dem ersten Weltkrieg gibt es spätestens seit dem kalten Krieg einen strategischen Rüstungswettlauf, in dem neue Technologien die zentrale Rolle spielen.Die meisten Informationen über tatsächliche technische Entwicklung, Rüs­tung und Krieg werden jedoch von der Regie­rung und den Medien unter­drückt.

Tatsächlich ist es beabsichtigt uns in einer künstlich geschaffenen Vergangenheit leben zu lassen und uns Angst vor der Zukunft zu machen. Wir betrachten Mobilfunk und Verbrennungsmotoren als den Stand der Technik, dabei bekommen wir nur die Technologien die wir haben sollen, alles andere wandert in den Giftschrank der Konzerne, Geheimdienste und superreichen Eliten.

Kein Konzern würde eine Krebsheilung auf den Markt bringen wo sich so viel mit der Behandlung der Krankheit verdienen lässt, keiner hat ein Interesse daran günstige Energiequellen oder sogar freie Energie auf den Markt zu bringen, weil es die Bevölkerung aus dem Griff der Hochfinanz, der Regierungen und Konzerne befreien würde.

Bei Waffentechnik ist die Situation teilweise anders, wir dürfen zwar die neuen Technologien nur zum Teil kennen, dennoch werden sie entwickelt, gebaut und vor allem eingesetzt, hier gilt „plausible denial“ oder Salamitaktik (zugeben was sich nicht mehr verheimlichen lässt). Den international operierenden Terrorismus sollte man hierbei außer Acht lassen, da dieser zwar über erhebliche Geldmittel zum Kauf von Waffen verfügt, nicht jedoch über die Infrastruktur, sie zu entwickeln.

Dass das Militär normalerweise an Waffensystemen arbeitet, riesige Anlagen eher zu militärischen Zwecken betreibt, für eine effektivere Kriegsführung forscht, sollte jedem einleuchten. Dabei bin ich überzeugt, dass es bei der der gewaltigen Forschungsetats in diesem Bereich Menschen gibt, die über Wissen verfügen, auf welches die bekannten zivilen Wissenschaftler keinen Zugriff haben. Militär hat eben genau ein Ziel: Kriege gewinnen, die Mittel haben dabei noch nie interessiert.

Das Thema ist sehr umfangreich, hier soll nur ein kurzer Ein- und Überblick geliefert werden, was möglich und was wahrscheinlich ist, man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Informationen die verfügbar sind (wenn überhaupt) der tatsächlichen Entwicklung um Jahrzehnte hinterherhinken. Es sind daher teilweise nur Stichworte gegeben.

Nachlassende Bedeutung bestehender Technik und Wandel der Kriegsführung

Die USA besitzen Militärbasen in 130 Ländern und haben einen jährlichen Militärhaushalt von ca. 700 Mrd. Dollar. In diesem Themenbereich kommt man nicht an den USA vorbei, die sich nach Ende des kalten Krieges in eine Hegemonialmacht (d.h. Vorherrschaft in politischer, militärischer, wirtschaftlicher, religiöser und/oder kultureller Hinsicht) verwandelt haben. Diesen Vorsprung beabsichtigen sie zu halten, bzw. auszubauen, den militärischen Vorsprung u.a. durch die Qualität der Ausrüstung.

Gleichzeitig bleibt der alte Spruch bestehen „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, der „information warfare“, die psychologische Kriegsführung/die Beeinflussung eine grundsätzliche Waffe, die in der in der modernen globalen Kriegsführung eine große Bedeutung gewonnen hat. So erklärte die US Administration nach 911 sogar „Die Waffe der Desinformation sei im Krieg gegen den Terror unverzichtbar!“

MI6 und die CIA beherrschen einen Großteil des weltweiten Drogenhandels (der einen Wert von mindestens 500 Milliarden Euro pro Jahr hat – und dies ist mehr als der Wert des globalen Öl-Handels), und diese Organisationen bringen die Mehrheit der illegalen Straßendrogen in die USA und nach Großbritannien. Sie benutzen diese Drogengelder zur Finanzierung von Projekten die als ‘oberhalb streng geheim’ (‘above top secret’) eingestuft sind, z.B. für die Erstellung und den Unterhalt der tiefen unterirdischen Militärbasen (DUMBS). Es gibt über 4000 dieser Basen weltweit, die in einer durchschnittliche Tiefe von mehreren Kilometern liegen und im Mittel die Größe einer mittleren Stadt haben.

Für den Normalbürger gelten Nuklearwaffen immer noch als die schwersten Kaliber der Militärarsenale, jedoch ist die Technologie der Atomwaffen mittlerweile über 70 Jahre alt und hat aus verschiedenen Gründen für Militärs ihren Reiz verloren. Sie sind u. a. schlecht militärisch einzusetzen (Ausnahme Mininukes), der elektromagnetische Puls beschädigt auch eigene Kapazitäten, die eigenen Truppen können die Gebiete nach dem Einsatz nicht einnehmen, sie sind sehr teuer im Unterhalt, es passieren viele Pannen (bspw. hatte Clinton seine Codes verloren und es konnten über längere Zeit keine neuen erstellt werden), die Wartung passiert oft ungenügend, Atomwaffen kommen abhanden (wie auch immer-eigenes Thema), es gibt mittlerweile viele Abwehrmöglichkeiten (Raketen, Laserwaffen und vor allem elektromagnetisch).

In der Folge wird eher auf andere Taktiken und neue Technologien gesetzt und versucht Atomwaffen abzurüsten um die eigenen Vorteile bei anderen Technologien besser zum Tragen zu bringen. Zum Beispiel wird versucht gegnerische Ziele wie Füh­rungs­zen­tra­len, Infra­struk­tur– und Industrie-Anlagen mit tau­sen­den Flü­gel­ra­ke­ten auf ein­mal anzu­grei­fen, um diesen zur Kapi­tu­la­tion zu zwin­gen. Bspw. sind Atom-U-Boote der Ohio– und der Virginia-Klasse umge­rüs­tet wor­den, um jeweils 158 Tomahawk-Flügelraketen anstatt von Atom­ra­ke­ten zu tra­gen. Die US-Navy verfügt der­zeit über 4.000 hoch­prä­zise Flü­gel­ra­ke­ten. Man entwickelt auch eine neue Überschall-Version mit einer Reich­weite von mehr als 5.000 Kilo­me­ter. Nie­mand ist zur­zeit tech­nisch in der Lage, sich vor sol­chen Hyperschallflü­gel­ra­ke­ten zu schützen.

Die Zukunft besteht aus hyperschnellen Waffen die wie im Projekt „Prompt Global Strike“ (Indien, China und Russland entwickeln ähnliches) die Möglichkeit schaffen jeden Punkt des Planeten innerhalb einer Stunde anzugreifen. Durch die hohe Geschwindigkeit des Angreifers verringert sich die Reaktionszeit zur Abwehr, falls die Waffe überhaupt noch vorher erkannt wird.[1]

Es wird vermutet, dass sich das US-Haupt­quar­tier für Klimawaffen auf Ber­muda befindet, die Auf­gabe bestehe darin, geo­phy­si­ka­li­sche Waf­fen zu ent­wi­ckeln. Diesem Pro­jekt seien ver­schie­dene Anla­gen unter­ge­ord­net – wie­ bei­spiels­weise Haarp auf Alaska sowie meh­rere Kriegs­schiffe mit einem Virginia-Atomkreuzer an der Spitze.[2]

Ein weiterer Trend geht zu Waffen im Weltraum, der offiziell mit der Abwehr von Asteroiden (white Tech) begründet werden wird aber das bleibt denen vorbehalten die dahin kommen. Wie Waffen mit hoher nichtnuklearer Sprengkraft (auch Lanzen Gottes).

Abschließend sollte der Bereich der elektromagnetischen Waffen (Strahlen und Geschoss) nicht vergessen werden, die teilweise bereits seit Jahrzehnten eingesetzt und trotzdem oft für Science Fiction gehalten werden.

Umfang militärischer Forschung und Entwicklung

In den USA werden nur für militärische Forschung und Entwicklung ca. 85 Milliarden Dollar jährlich ausgegeben. Dies sind etwa 65% der weltweiten Ausgaben. Im Vergleich gibt Deutschland nur etwa 2 Milliarden aus, hierzulande werden fast ausschließlich zivile Forschungsergebnisse genutzt. Das heißt der Umfang der Forschungsmittel ist in den USA etwa 40 mal so hoch wie in Deutschland. Dabei kann ein hohes Maß an Geheimhaltung erreicht werden, da keine Ergebnisse nach außen dringen.

Die meisten Superflugzeuge wurden bspw. erst öffentlich bekannt, als das Militär kurz davor war, sie ins Museum zu schicken.

„In the box und out of the box”

Forschung in Naturwissenschaft und Technik spaltet sich dabei in zwei Bereiche auf. Man kann als Forscher zu allen Ehren kommen, sogar Nobelpreise gewinnen. Voraussetzung ist allerdings, man verlässt nicht den Rahmen allgemein akzeptierter Erkenntnisse und Gesetze der Naturwissenschaft. Kurz gesagt – um als Forscher in der Wissenschaftsgemeinde anerkannt zu sein, sollte man innerhalb dieser Box bleiben.

Um aber zu wirklich epochalen Erkenntnissen zu gelangen, muss ein Wissenschaftler seine Gedanken außerhalb der „Box“ lenken. Wenn ein Wissenschaftler die allgemein anerkannte Box verlässt, kann er noch so faszinierende Entdeckungen machen – in der Schulwissenschaft wird er auf Widerstand stoßen.

Wer immer sich heutzutage mit einem der hier angesprochenen Forschungsgebieten beschäftigt, muss die Box verlassen.

Das ist auch der Grund warum bspw. eine renommierte Person wie US-airforce Teamdirektor Kenneth Edwards bereits im März 2004 im März auf einer NASA Konferenz in einer Rede über mögliche praktische Anwendungen von Antimaterie einen Antimaterieantrieb in 15 Jahren (2019) für machbar hielt. Mr. Edwards ist es wahrscheinlich gewohnt außerhalb der box zu denken, während die wahrnehmende Öffentlichkeit nur in der Box denkt. Entsprechend harsch war die nachfolgende öffentliche Kritik an dieser Aussage, sie zeigt aber wie rückständig uns die Wissenschaftsdogmen wirklich halten!

Militärtechnische Innovation: Phasen

a)Forschung

b)Entwicklung

c)Erprobung

d)Beschaffung

e)Modernisierung während Nutzung

Forschung dient immer zur Gewinnung neuen Wissens

Entwicklung ist die Erzeugung nutzbarer Stoffe, Geräte, Systeme oder Methoden, einschließlich von Prototypen

Erprobung (auch Test): gezielt Erfahrungen mit den neu entwickelten Dingen sammeln, ggf. weiter entwickeln (siehe Afghanistan). Dies ist extrem wichtig, da neue Technologien oft Kinderkrankheiten haben die zu völlig unerwünschten Ergebnissen führen können.[3]

Ziele militärischer Forschung und Entwicklung

USA: „Das DoD-Forschungs-und Technikprogramm muss Technologien schaffen, demonstrieren, anwenden und Partner im Übergang zur Einsatznutzung sein, um bezahlbare und entscheidende militärische Überlegenheit zu ermöglichen, um jeden Gegner auf jedem Schlachtfeld zu besiegen.“[4]

Systematische Information sind hier natürlich nicht (leicht) zugänglich, im Gegensatz zur universitären Forschung ist Geheimhaltung bei Unternehmen wie Raytheon leichter (need to know Prinzip).

„Berühmte“ Beispiele aus der Vergangenheit

Elektromagnetische Wellen – Entwicklung des Radar im 2. Weltkrieg

Kernphysik – Kernspaltung 1938, Spaltbombe 1945

Laser 1960 – bald darauf Arbeit für Waffen, Uran-Anreicherung

Kernfusion mit Trägheitseinschluss – H-Bomben-Physik Operation Ivy. 1952

Entwicklung von Neutronenbomben in den 70er Jahren, wurde währenddessen immer abgestritten

Magnetohydrodynamische panzerbrechende Munition wie Wolframgeschosse oder abgereichertes Plutonium

Unterschied „white projects“ – „black projects“

Black Projects: Folge dem Geld

Black Projects werden „black“ genannt, weil sie versteckt sind, sozusagen im Dunkeln. Diese Projekte sind vor der Öffentlichkeit so weit es geht verborgen, laufen über verdeckte Finanzierung und meist abgeschotteten Basen/Dumbs. Es gilt das need 2 know Prinzip. Der genaue Entwicklungsstand ebenso wie die Forschungsfelder sind nahezu unbekannt. Es wird immer nur das auch zugegeben was sich entweder nicht länger verheimlichen lässt (weil offensichtlich), man jemanden wissen lassen will das man diese Technologie hat oder man gibt teilweise Einblicke um von den noch bedrohlicheren Dingen abzulenken. Trotz der hohen Geheimhaltung werden Projekte oder einzelne Details manchmal aber auch durch Whistleblower, Zufall oder Fehler bei der Geheimhaltung bekannt.

Da es immer wieder passiert, dass Informationen durch einzelne Personen aus den „black projects“ in die Öffentlichkeit durchsickern, werden viele dieser Informationen für die Öffentlichkeit zur Schadensbegrenzung und mit Programmen zur psychologischen Kriegsführung aufgedeckt, was man als „Chickenfeed“ (Hühnerfutter, Lappalie) bezeichnet.

Jegliche Details über herausgesickerte verdeckte Projekte werden bspw. in einen Film umgewandelt oder in Teile von Filmen hineingepackt, so dass die unaufgeklärte Öffentlichkeit die ganze Information unter Science Fiction fehldeutet.

White Projects: Sind sozusagen die Leinwand hinter der die wirklich Interessanten Dinge ablaufen, den bellenden Hund (Interesse der Öffentlichkeit) stellt man am besten mit einem Knochen ruhig.

Beispiele: etwa die Hyperschalldrohnenentwicklung die man bekanntmacht, während man im Hintergrund mit ziemlicher Sicherheit schon elektromagnetische Antigravitationsantriebe (Bspw. Tr-3-B[5]) o.ä. testet. Dies gibt einem auch die Möglichkeit bei ungewöhnlichen Vorfällen auf das „White Project“ zu verweisen.

Anderes Bsp. wäre der Rosswell Wetterballon (was tatsächlich passierte durfte nicht mal US Präsident Clinton erfahren).

Entwicklungen

Nicht-tödliche Waffen

Informationskriegführung (IT Waffen-Stuxnet)

Bewusstseinskontrolle:

Antigravitation

Laserwaffen:

Im Jahr 2010 testeten sowohl MBDA Germany als auch Rheinmetall Defence unabhängig voneinander 10-kW-Laser-Systeme. Diese sollen zur Flugabwehr und als C-RAM-Systeme (= Counter Rocket, Artillery, Mortar) verwendet werden können. Das System von Rheinmetall konnte dabei erfolgreich gegen nicht-gehärtete Ziele – eine Drohne in Flug und ein Schlauchboot – testweise eingesetzt werden. Der Konzern gab an, dass ein 100-kW-System in drei bis fünf Jahren einsatzbereit sein könnte. Im November 2012 gab die Firma Rheinmetall an, erfolgreich ein 50-kW-System getestet zu haben. Dabei handelte es sich ein Vebundsystem aus zwei – mit einem Feuerleitgerät verbundenen – Waffen: einer 30-kW-Laserwaffe und einer 20-kW-Laserwaffe, die per „Beam Superimposing Technology (BST)“ dazu geschaltet wurde. Durch die Überlagerung der Strahlen, erreicht die Wirkung – im Ziel – die addierte Wirkung der Teilsysteme. Technisch könnte somit auch eine 100-kW-Laserwaffe realisiert werden. Auf eine Entfernung von 1000 m soll bei dem Waffentest ein 15 mm starker Stahlträger zerteilt und eine Drohne aus zwei Kilometern Entfernung zerstört worden. Im April 2013 kündigte die US Navy auf ihrer Homepage an, auf der USS Ponce – sie operiert in der Straße von Hormus (Persischer Golf) – einen Prototyp einer Laserkanone zu installieren. Das System kann Patrouillenboote und Drohnen ausschalten und soll später auch angreifende Raketen und Kampfflugzeuge zerstören können. Auch weltraumgestützte Laser (Space Based Laser, SBL) befinden sich in der Entwicklung. Führend ist hier unter anderem der US-Rüstungs– und LuftfahrtkonzernLockheed Martin.[6] Alleine der Hinweis, dass sie potent genug sind das sie “versehentlich” Satelliten oder Flugzeuge abschießen könnten, welches Militär will solche Waffen nicht haben?[7]

Laser zur Kampfmittelbeseitigung

Das ZEUS-HLONS dient auch zur sicheren und raschen Sprengung oberirdisch verlegter Landminen und ist das Nachfolgesystem des Mobile Ordnance Disrupter System (MODS). Das System wurde bereits im Ernsteinsatz getestet. Im Jahr 2003 wurde es auf die Bagram Air Base in Afghanistan gebracht, wo es während 6 Monaten zur Beseitigung von über 200 Blindgängern und Altmunition eingesetzt wurde. Die hohe Effektivität wurde unterstrichen, als innerhalb von 100 Minuten 51 Geschosse zerstört wurden. Im Jahr 2005 wurde es in den Irak verlegt.[8]

Plasmawaffen:

Beim Pulsed Energy Projectile (kurz: PEP) handelt es sich um ein Projekt einer „nicht-tödlichenEnergiewaffe die gegen Aufständische oder Demonstranten eingesetzt werden soll und über Entfernungen von bis zu zwei Kilometern wirkt. Sie beruhen auf einem Laser, der in rascher Abfolgekurze Stöße energiereicher Lichtstrahlen abfeuert. Beim Auftreffen auf ein Ziel verdampfen sie dessen Material und ionisieren es zugleich, so dass eine Wolke elektrisch geladener Teilchen um die Stelle des Einschlags entsteht; Physiker sprechen von einem Plasma. Wird ein Mensch getroffen, prallen solche Plasmawolken wie eine Geschosssalve heftig gegen die Haut und lösen dabei in den Nervenzellen starke Schmerzreize aus.

Das PEP wurde bereits im Jahr 2006 eingeführt. Es ist geplant, die Waffe (sofern erforderlich) an Stelle klassischer Maschinengewehre auf Geländewagen, an Flugzeugen oder in Helikoptern zur Vertreibung von gewalttätigen Demonstranten, Scharfschützen oder feindlicher Soldaten zu montieren. Das Gewicht beträgt knapp 230 kg. „Pulsed Energy Projectiles wurden ursprünglich als tödliche Waffe von den US-Militärs entwickelt – und diese Waffe soll jetzt mit dem Etikett ´nicht-tödlich´ versehen werden, um sie international hoffähig zu machen.[9]

Gyrotrons für neue Beschleuniger – mm-Wellen für Hitzeschmerz

Femtosekunden-Laser – Plasmakanal für Teilchenstrahl-/Mikrowellenwaffen

Neue biochemische Waffen

Autonome Systeme/Kampfroboter

Mikrosystemtechnik, Nanotechnik

Biologisch inspirierte Systeme

Neue Luftschiffe

Das US Militär revolutioniert das Luftschiff (Aeros). Aeroscraft ist ein Hybrid aus Luftschiff und Flugzeug, es trägt 3x mehr Ladung als Transportflugzeuge (bspw. ca. 300 t A 380), verbraucht aber nur 1/3 des Treibstoffs, benötigt keine Start- oder Landebahn, kein Umladen für Transportmediumwechsel und soll ca. 140 m lang werden.

Antimaterie:

Physiker wissen über Positronen oder „Antielektronen“ seit den frühen 1930er Jahren, aus den Forschungen der Wissenschaftler Carl Anderson und Paul Dirac. Wenn Elektronen oder Protonen mit ihren Antimateriegegenstücken kollidieren löschen sie sich gegenseitig aus, dabei entfesseln sie mehr Energie als jede andere Energiequelle, sogar mehr als thermonukleare Bomben. Die Energie ist 10 Milliarden mal so hoch wie die Energieentwicklung bei militärischem Hochleistungssprengstoff. Schon ein millionstel Gramm Antimaterie reicht aus, um eine Detonation von solcher Energie auszulösen, dass die Explosion einer Atombombe dagegen nur ein schwacher Funke wäre. Zu glauben dass sich das Militär nicht für ein solches Potential interessiert wäre mehr als naiv. Eine solche Energiequelle wäre revolutionär für die Kriegsführung und ein Albtraum für die Energiekonzerne!

Möglichen Anwendungen reichen von Mini-Bomben über Waffen mit dem Potential ganze Kontinente zu vernichten bis hin zu extrem effizienten Triebwerken. Entwicklung bspw. von Antimateriebomben, die alles spaltbare Material in Energie umsetzen und damit die hundertfache Wirkung einer Wasserstoffbombe entfalten, aber gleichzeitig keinen radioaktiven Fallout produzieren.

Eine solche „saubere“ Nuklearwaffe wäre schon alleine deshalb furchtbar weil es wahrscheinlicher wäre, dass sie eingesetzt würde, allein weil sie keine Strahlung produziert.

Eine andere Möglichkeit besteht in Nuklearwaffen die durch Antimaterie ausgelöst werden. Auch ist es denkbar mittels Antimaterie einen elektromagnetischen Puls zu erzeugen um feindliche Strom- und Kommunikationsnetze zu rösten und ihn so sprichwörtlich in die Steinzeit zurückzuversetzen und weder die Gesellschaft noch das Militär wären noch in der Lage zu funktionieren.

Bereits in den 1960er Jahren warnte Theodore B. Taylor – ein anerkannter Atomwaffenexperte vor den Möglichkeiten von Superwaffen aus Antimaterie. Während des kalten Krieges finanzierte die Airforce zahllose Grundlagenforschungen zur Antimaterie, d.h. die Forschung in diesem Bereich existiert auch schon 60 Jahre! Und dies ohne praktische Ergebnisse? Kaum vorstellbar, wenn man sich den enormen Druck vorstellt unter dem Entwicklungsabteilungen stehen. Was den Einsatz von Anti-Wasserstoff angeht, ließe sich eine schier unbegrenzte Energie auf allerkleinstem Raum speichern. Im Gegensatz zu anderen Energieformen wäre ein „Anti-Wasserstoff-Tank“ mikroskopisch klein, würde aber ein Fahrzeug über lange Zeit antreiben können. „Wenn das funktioniert, dann hätten wir reine Energie. Das könnte das sauberste Antriebsmittel werden, das es je gegeben hat, und zu einer sehr billigen Ressource werden“, schwärmt Kenneth Edwards, Direktor der Abteilung für „Revolutionary Munitions“ beim Pentagon. Um 2004 kam einiges zu Forschungen der US-Airforce an die Öffentlichkeit, bspw. erwähnte Kenneth Edwards auf einer NASA Veranstaltung die Möglichkeit mit 2 Milliarden Forschungsgeld innerhalb von 15 Jahren (2019) einen Antimaterieantrieb zu entwickeln, doch kurz darauf kam ein umfassendes Redeverbot und über den tatsächlichen Stand kann man derzeit nur spekulieren. Für interstellare Flüge oder Antimaterie-Waffen müssten unvorstellbare Mengen an Antimaterie hergestellt werden, nach unseren „in the box“ Kenntnissen eigentlich unmöglich. Dennoch sehen die Wissenschaftler keinen Grund zum Verzagen: In den 1940er Jahren sei es mit dem angereicherten Uran für Atombomben ähnlich gewesen, argumentieren bekannte Forscher. Es ist nun schon 77 Jahre her, seit Dirac zum ersten Mal über diese rätselhafte Materie nachgedacht hat. Heute wird sie in Labors routinemäßig hergestellt.

Man sollte aber folgende Aussage des Physikers Kelvin Lynn aus 2004 im Kopf behalten: „Wenn wir weitere 10 Milliarden zur Entwicklung gewöhnlicher chemischer Techniken ausgeben, bekommen wir bessere Sprengstoffe, aber der Erkenntnisgewinn ist überschaubar, weil wir nahe an die theoretischen Grenzen der chemischen Energie gelangen.“ [10],[11]

Kleinstsatelliten

Ad-hoc-Kommunikationsnetzwerke

Quantencomputing – Entschlüsselung, sichere Übertragung, künstliche Intelligenz

Adaptive Optik – Astronomie und Laserwaffen – Kampffahrzeuge Luft, Weltraum

Nicht nukleare Großexplosionen:

Mit Ausbringen von Aluminiumstaub (0.025mg/m3) oder der elektromagnetischen Umwandlung von Stickstoff lassen sich großräumige Explosionen herbeiführen die sonst nur mit Nuklearwaffen möglich wären, zünden lassen sich diese elektromagnetisch (erzeugen von Plasma über große Entfernung vergleichbar einem elektrostatischem Funken – Lowther Patent).

Hyperschnelle Raketen/Drohnen

Im Herbst 2011 flog Bspw. das von Lockheed gebaute Falcon-Experimentalvehikel kurzzeitig mit 20.900 (Fehler: 42.666 km/ Stunde) Stundenkilometer. In neun Minuten wurden bei der Gesamtmission 6.400 Kilometer zurückgelegt. Die Außentemperatur erreichte über 1900 Grad Celsius.

Geplant sind auch hyperschnelle Drohnen, die mit eigenem Antrieb von U-Booten oder Flugzeugen starten. Währenddessen arbeitet China auch an Hyperschall-Flugkörpern mit einem eigenen Antrieb. Die Flugkörper könnten acht bis zwölffache Schallgeschwindigkeit erreichen und wären damit eine Bedrohung für das Raketenabwehrsystem der USA, heißt es.[12]

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage ob solche Geschwindigkeiten tatsächlich noch mit alter Technologie machbar sind, bzw. in wie weit sich die Vermutungen zu Drohnen der TR Serie als richtig erweisen (Trägheits- und Schwerkraftaufhebung).

Materialien mit negativem Brechungsindex – „Tarnkappe“

Mikrowellenwaffen

USA die Ent­wick­lung einer ther­mi­schen elek­tro­ma­gne­ti­schen Kanone, die zur Demonstranten-Zerstreuung ange­dacht ist, abge­schlos­sen. Die nicht tödliche Waffe sen­det eine starke Ther­mo­welle bis zu 1 km Ent­fer­nung aus. Anfang 2011 schlug das US-Unternehmen Ray­theon sei­nen „Schmer­zens­strahl“ dem indi­schen Mili­tär vor.[13]

Magnetfluss-Kompressions-Generatoren(künstlicher EMP)

Der Flusskompressionsgenerator, in Umgangssprache auch FLUX genannt, ist eine Anordnung mit dem Ziel, einen elektromagnetischen Puls (EMP) zu erzeugen. Er basiert darauf, dass ein magnetisches Feld bei Kompression stärker wird, da eine Kraft aufgewendet werden muss. Erzeugt wird diese Kraft mit Hilfe einer Detonation von herkömmlichem Sprengstoff.

Der Flusskompressionsgenerator besteht aus einer Spule, die in ihrem Inneren von einem mit Sprengstoff gefüllten Kupferrohr durchzogen ist. Der Zwischenraum ist mit Luft gefüllt. Um die Spule mit Strom zu versorgen, verwendet man eine Kondensatorbatterie. Vom Prinzip her gibt die Explosion also ihre Energie an das Magnetfeld ab, enorme magnetische Feldstärken werden so für eine sehr kurze Zeit möglich. Durch die hohe Energie wird allerdings die Anordnung rasch zerstört. Die Vorgänge laufen in Zeiträumen, die kleiner als Millisekunden sind, ab, wodurch Frequenzen bis in den Megahertzbereich entstehen. Das schnelle An- und Absteigen der Stromstärke tritt als elektromagnetischer Puls (10 Gigawatt) in Erscheinung. Dieser ist in der Lage komplexe technische Geräte auszuschalten, im Test wurde ein schwedisches Jagdflugzeug, nukleare oder andere elektrische Kraftwerke, Banken, Züge, Telefone usw. ausgeschaltet. So genannte E-Bombs (Geschosse die beim Auftreffen einen EMP generieren) sind in der Entwicklung.[14] Hochzündende Nuklearwaffen beeinflussen eine Fläche von 2.500 Km, wenn sie in 500 km Höhe gezündet werden.[15]

Verbundwerkstoffe mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen – Kampffahrzeuge Luft, Weltraum

Elektromagnetische Geschosswaffen

Railgun

Die Motivation in der Entwicklung solcher elektromagnetischer Waffen liegt in den Vorteilen, die prinzipiell gegenüber den konventionellen Feuerwaffen bestehen: die Austrittsgeschwindigkeit unterliegt nur aerodynamischen Grenzen, wohingegen konventionelle Munition nie schneller sein kann als das expandierende Treibladungsgas (im Allgemeinen ist dies die Schallgeschwindigkeit in dem jeweiligen Gas).

Die höhere Geschwindigkeit bringt ein Vielfaches an Zerstörungskraft mit sich, da die kinetische Energie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst. Außerdem beschränkt sich die Geräuschentwicklung auf den Überschallknall, was militärisch von Vorteil ist. Zudem gibt es weniger bewegliche Teile, was den möglichen Verschleiß und Ausfall auf wenige Teile verringert und sie so wartungsärmer macht. Im momentan bekannten Entwicklungsstand sind die meisten elektromagnetischen Waffen allerdings noch mindestens genauso schwer wie konventionelle.

Die Railgun (genauer Electromagnetic Railgun/EMRG, dt. Schienengewehr oder Schienenkanone), ist eine Waffe, die Projektile mittels eines stromführenden Schlittens entlang zweier parallel laufenden Schienen beschleunigt. Die beschleunigende Kraft wird dabei durch das entstehende Magnetfeld erzeugt, dabei sind sehr hohe Geschwindigkeiten möglich. Konventionelle Schusswaffen erreichen Mündungsgeschwindigkeiten von etwa 2 km/s. Bei Experimenten mit Railguns während der Strategischen Verteidigungsinitiative der USA wurden Geschwindigkeiten von mehr als 35 km/s erreicht. Die erste Patentanmeldung erfolgte bereits 1918 durch den Franzosen Louis Octave Fauchon-Villeplee.[16] Bereits während des SDI Programms gab es Pläne diese Waffen in Satelliten einzubauen.

Ein Einsatz von Railguns erscheint insbesondere dort interessant, wo hohe Feuerraten und Reichweiten erwünscht sind, z. B. als Flugabwehrgeschütz, da die Feuerrate durch den Ersatz der Treibladung nicht begrenzt ist und die Geschossgeschwindigkeit bei entsprechend hohem Strom (Größenordnung 1 Megaampere) nur durch die Luftreibung begrenzt wird. Bei einem Test am 10.12.2010 (Naval Surface Warfare Center ) gelang es 33 Megajoule-Schüsse abzugeben und Ziele in einer Entfernung von mehr als 200 km und mit einer Geschwindigkeit von Mach 5 zu treffen.[17]Derart schnelle Railgun-Projektile verfügen über ein so hohes Maß an kinetischer Energie, dass sie auch ohne Sprengkopf eine bemerkenswert zerstörerische Wirkung entfalten. Offizielles Ziel der Navy ist es, einen voll funktionsfähigen Prototyp, der mit einer Energie von 64 Megajoule arbeitet, eine Entfernung von mehr als 350 km und eine Geschwindigkeit von Mach 7 bei maximal 5.000 Schuss je Minute (das sind ca. 8.575,2 km/h zum vgl. ein normales Schiffsgeschütz der Arleigh-Burke-Klasse kommt nur auf 3.000 Km/h und 24 Km Reichweite, ein Meteorit schlägt mit maximal 260.000 km/h ein) erreicht bis 2018 fertig gestellt zu haben. Der Einsatz in Form von Bordkanonen könnte nach diesem Zeitplan ab dem Jahr 2020 beginnen, als Schiffsgeschütz getestet wurde die Waffe im Februar 2012.[18][19]

Gaußgeschütze

Das Gaußgewehr, auch bekannt unter den englischen Bezeichnungen Coilgun oder Gaussrifle, ist ein elektromagnetischer Beschleuniger für Wuchtgeschosse, bei dem – anders als bei der ebenfalls magnetisch arbeitenden RailgunSpulen zur Erzeugung der Magnetfelder verwendet werden.[20]

Öffentlich bekannt wurden einige Tests, der prinzipiell neuen Waffenart, von US-Seestreitkräften im März 2012. Die Waffe, die der Mehrheit von Computerspiel-Anhängern unter dem Titel die „Gauss-Kanone“ bekannt ist, erwies sich als gar nicht so fantastisch. Wie der Pressedienst der US-Kriegsmarine berichtete, seien die Tests des Kanonenprototyps auf dem Schießgelände in Dahlgren begonnen worden.

Die Schussenergie beträgt 33 MJ. Zum Vergleich entspricht 1 MJ der Energie, die beim Aufprall eines LKW gegen die Mauer mit der Geschwindigkeit 160 km/h freigesetzt wird. Wenn man aus Vorberechnungen ausgeht, könne die Flugweite des aus solcher Kanone abgefeuerten Geschosses mindestens 200 Seemeilen erreichen. In der US-Militärbehörde wird darauf gerechnet, dass dieEntwicklung dieser Waffenart gegen 2017 abgeschlossen sein werde.[21]

Robotik

Die Entwicklungen im Bereich der Robotik gehen mit einem so erschreckenden Tempo voran, dass selbst die Medien dies nicht mehr verheimlichen. Prototypen wie Petman (mechanische Packesel), Big Dog, Atlas oder Cheetah (ein „Robotergepard“) erinnern erschreckend an Filmscenen aus Terminator.

„Bei der US-Armee gibt es bereits rund 7000 Roboter, die mit Hilfsfunktionen wie Entminen oder Transport beauftragt sind. Bis 2020 will das Pentagon die amerikanischen Truppen zu 30 Prozent mit Roboten ausstatten. Um mit Washington Schritt zu halten, richtet Russland ein Zentrum für Robotertechnik ein, das 2014 mit der Entwicklung von Militärrobotern für die eigene Armee beginnen soll.” Russland selbst will bis 2025 soweit sein.”[22]

Derzeit scheint gerade Google an diesem Bereich besonderes Interesse zu entwickeln, nachdem der Konzern bereits Boston Dynamics und sieben weitere Roboterfirmen innerhalb eines halben Jahres aufgekauft hat[23] wurde zuletzt für 500 Millionen Dollar einer der ersten Quantencomputer und für 400 Millionen Dollar das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen DeepMind gekauft.[24] Die Aussage es würde dabei um bessere Suchmaschinen gehen oder Datenauswertung wirkt in diesem Zusammenhang nicht glaubhaft, denn es ist sicher nur einen Teil der Wahrheit. Wenn ein solcher Konzern Milliarden investiert dann erwartet er dafür auch ein entsprechendes Ergebnis, ein solcher Konzern kauft keine „nicht funktionierenden“ Quantencomputer für eine halbe Milliarde.

Die Gründe warum diese Entwicklung so stark forciert wird liegen auf der Hand, Roboter hinterfragen keine unethischen Befehle, haben keine psychischen Beschwerden, lassen sich im Zweifel auch gegen das eigene Volk einsetzen und es gibt keinen Aufschrei wenn man sie in Gefechten verliert. Gleichzeitig bieten sie enormes Kampfpotential, werden nicht müde, können auch in biologisch, chemisch und atomar verseuchten Gebieten eingesetzt werden und würden in Massenproduktion sicherlich günstiger sein als die derzeitigen Einsatzkosten eines Soldaten (ca. 2 Millionen US-Dollar). Aufschreie von dieversen Menschenrechtsorganisationen werden hier genauso wenig gehör finden wie beim Drohneneinsatz.

Cybersicherheit/-angriffe

Kampfanzüge

die USA entwickeln eine Art von Hightechkampfanzug Namens „TALOS“ oder Hilfsskelette mit muskelverstärkenden Eigenschaften namens “Hulc”, Vorbild könnte der Film „Ironman“ gewesen sein. „In der Expertenwelt herrscht die Meinung vor, dass der Soldat der Zukunft ein gepanzerter und bis auf die Zähne bewaffneter Cyborg mit Exoskelett sein muss.“[25]

Ethnowaffen:

Genetisch selektive biologische Kampfstoffe, krank­heits­er­re­gende Bak­te­rien und Viren mit hoch dif­fe­ren­zier­ten Fähig­kei­ten in Bezug auf mensch­li­che Ras­sen. Das heißt, krank­heits­er­re­gende Mikro­or­ga­nis­men sol­len nur für eine kon­krete Men­schen­gruppe je nach Rasse gefähr­lich sein. Sol­che For­schun­gen lau­fen schon seit vielen Jahren in den USA und Israel.

Verbundwerkstoff mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen bspw. für steuerbare Tarnbeschichtung Hirn-Computer-Schnittstelle[26]

Schallwaffen (Unter Wasser)

Die US-Navy erprobte schon seit l ihre Schallwaffen im Atlantik. Sie donnert Schallwaffen im Infraschallbereich in Gebiete,in denen Wale ihre Gründe haben. Von solcher Wucht getroffen,verlieren die Säuger ihre Orientierung und stranden an Küsten,an denen sie sonst nie verkehren.

Infraschallwaffen

ent­wi­ckeln die Ame­ri­ka­ner im Rah­men des Pro­gramms MEDUSA (Mob Excess Deter­rent Using Silent Audio) eine soge­nannte „Telepathie-Waffe“. Die von der neuen Waffe erzeug­ten Schall­wel­len sol­len bei einem Men­schen ein Furcht­ge­fühl sug­ge­rie­ren. Kaum ortbar gegenüber Mikrowellen-Skalarwaffen und sie sind aus nahem Umfeld verheerend, da sie alle wasserführenden Zellen, Gefässe und Kapillare förmlich zerreißen, das schmerzt nicht nur ungemein, sonder Hirn, Augen, Blut, Leber etc. werden extrem geschädigt

Weather Warfare

Das Wetter ist die mächtigste Gewalt auf diesem Planeten, wer es kontrolliert kann Staaten wirtschaftlich und sozial zusammenbrechen lassen. Wenn Ernten wegen Dürren oder Überschwemmungen ausfallen, Wirbelstürme große Städte zerstören sind diese Staaten plötzlich auf Hilfe angewiesen, ein Staat der um Hilfe ruft ist schwach und kann sich nicht mehr mit anderen anlegen. Der Grund warum ich überzeugt bin, dass es klimatische Kriegsführung gibt, ist dass die Streitkräfte bisher jeden Vorteil und jede Möglichkeit zur Nutzung von Technik zu militärischen Zwecken genutzt haben. Warum sollten sie ausgerechnet beim Wetter aufhören?

Das es alles andere als aus der Luft gegriffen ist, zeigt ein Video von ”Prof. Heinz Haber” aus 1968.[27] Wenn es damals Theorie war, das Wetter zu beeinflussen, dann ist es heute fast 50 Jahre später sehr wahrscheinlich Realität. So ist Wettermodifikation in militärischen Operationen während des Vietnamkrieges zur Störung der Bewegung des Feindes (Ho Chi Minh-Pfad) eingesetzt worden.[28]

Die Diskussion über „Chemtrails“ sollte auch immer unter diesem Aspekt sowie dem kürzlich bekannt gewordenen Effekt des „global dimming“ gesehen werden.

Der Einsatz von Geo-Engineering-Technologien als Erdbebenwaffe, Wetterwaffe oder rein elektromagnetische Wellenwaffe wie Skalarwellen ist aus offensichtlichen Gründen nicht vollkommen Beweisbar und eröffnet dem Aggressor unendliche Möglichkeiten als Täter unerkannt davonzukommen. Denn wenn der Angegriffene nicht weiß, dass er angegriffen wird, wird er auch nicht wissen, dass er sich überhaupt im Krieg befindet, bis er ihn verloren hat.

Die gezielte Manipulation lokaler Wetterereignisse wird als Wettermodifikation bezeichnet, dies ist jedoch kein Geoengineering. Wettermodifikation wird bereits heute nahezu flächendeckend auf der Welt eingesetzt.[29]

Die Intentionen für eine Anwendung können äußerst vielfältig sein und umfassen heutzutage ökonomische (Niederschlagserhöhung und Abwenden von Starkhagel in der Landwirtschaft) wie auch politisch-symbolische Zwecke (Anwendung durch China bei den Olympischen Sommerspielen 2008).

Geoengineering ist damit Fakt, lediglich der Umfang ist unklar.[30]

Tektonische Waffen

Die Erdoberfläche ist kein starres Gebilde – sie bewegt sich. Nicht immer sind es Naturgewalten wie etwa Erdbeben, die deutliche Auswirkungen auf die betroffene Region haben. Auch rutschende Berghänge, absinkendes Grundwasser und Einflüsse durch den Bergbau („sinkholes“) können Bodenbewegungen verursachen. Mit Hilfe der so genannten Radarinterferometrie ist es möglich, kleinste Bodenbewegungen durch satellitengestützte Fernüberwachung zu registrieren. Dabei strahlt ein Sender aktiv Mikrowellen auf ein Geoobjekt aus, welche reflektiert werden.[31] Es kommt auch in einem Teilbereich der angewandten Geophysik Radartechnik zum Einsatz, als so genanntes Bodenradar. Dies wird z. B. zur Rohstoffexploration sowie im Berg- und Tunnelbau eingesetzt.[32]Der Einsatz von Radartechnik ist zum Beispiel auch in der Erdölbranche schon seit Jahrzehnten Standard und findet beispielsweise Anwendung um die Erde in Erschütterung zu versetzen und damit Erdölfelder besser entölen zu können.

Missbrauch zu militärischen Zwecken

Doch existiert die Möglichkeit Erdbeben künstlich herbeizuführen? Wie bereits erwähnt wäre es naiv anzunehmen, das Militär würde in diesem hochbrisanten Bereich keine Entwicklungen vorantreiben, denn der Anreiz ist zu hoch, irgendwo auf der Welt große Zerstörungen anrichten zu können und danach alles auf ein „zufälliges“ Naturereignis zu schieben.

Es steht dabei außer Frage, dass die Energien, die bei Erdbeben freigesetzt werden, durchaus schon in Reichweite heutiger Technologien liegen. Nachweislich haben russische Techniker bis Anfang der neunziger Jahre Versuche unternommen, mit Hilfe von unterirdischen Atomexplosionen gezielt Erdbeben auszulösen und deren zerstörende Kraft für militärische Zwecke zu nutzen. [33]Ein solches Beben mittels Nuklearwaffen auszulösen ist sicherlich möglich, eine solche Methode ist allerdings zu grob, unpraktisch und entspricht eben nicht mehr dem Stand der Technik. Hierbei könnte die Eigenschwingungsfrequenz der Erde (Schumann-Frequenz) ausgenutzt werden oder Wasser in tiefen Erdschichten manipuliert werden.

„Andere engagieren sich sogar in einem Öko-Typ des Terrorismus, wobei sie das Klima ändern, Erdbeben auslösen und Vulkane aus der Ferne ausbrechen lassen können, durch den Gebrauch elektromagnetischer Wellen… So gibt es reichlich geniale Geister da draußen, die daran arbeiten, Wege zu finden, wie sie anderen Nationen Terror bringen können… Es ist real, und das ist der Grund, weshalb wir unsere Anstrengungen verstärken müssen.“ [34]

Diese Aussagen machte der ehemalige US-Verteidigungsminister William Cohen auf einer Anti-Terror-Konferenz im April 1997, die vom ehemaligen Senator Sam Nunn gesponsert wurde.[35]

Wie auch bereits bei der Wettermanipulation, ist zwar nichts bewiesen aber es häufen sich die Hinweise, die Merkwürdigkeiten wie der plötzliche Anstieg von Erdbeben.[36][37] Und wo Rauch ist, ist eben auch Feuer, wenn es DEN „öffentlichkeitswirksamen“ Beweis gäbe wäre die Waffe nutzlos.

-18.01.2010: Hugo Chavez beschuldigt USA eine Erdbebenwaffe gegen Haiti eingesetzt zu haben.

-Rosalie Bertell: Alternative Nobelpreisträgerin schrieb das Buch Kriegswaffe Wetter

-Die US Air Force entwirft 1996 ein Strategiepapier „Weather as a force multiplier – owning the Weather in 2025“

-Die Environmental Modification Convention von 1977 untersagt jede Form von Wetterbeeinflussung zu militärischen Zwecken.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterbeeinflussung – cite_note-5#cite_note-5http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterbeeinflussung als Einleitung

http://de.wikipedia.org/wiki/Geo-Engineering

-Dem Senat sowie dem Repräsentantenhaus der USA wurden im Jahr 2005 Gesetzesanträge zur Autorisierung experimenteller Wetterveränderung vorgelegt, aber nicht bewilligt.

-Einsatz von Silberjodid in Vietnam und GB

-Versuche des Alfred-Wegener-Instituts in den Jahren 2000 (Experiment EisenEx) und im Frühjahr 2009 (Experiment LOHAFEX) haben allerdings ergeben, dass der Effekt nur sehr gering ist, da die Algen vor dem Absterben fast vollständig von tierischen Organismen gefressen werden, die das CO2 dann wieder ausatmen.[18] Diese Experimente stießen auf heftige Kritik von Umweltschutzorganisationen, da unerwünschte Nebeneffekte auf die Meeresfauna befürchtet wurden und darüber hinaus gegen das, auf der COP 9 beschlossene, Moratorium zur Ozeandüngung verstoßen würden.[19]

-Planungsamt der Bundeswehr Dokument „Streitkräfte, Fähigkeiten und Technologien im 21. Jahrhundert“ – Future Topic Geoengineering auf Seite

-»Com­mit­tee on For­eign Affairs, Secu­rity and Defence Policy,« 1998 im Euro­päi­schem Par­la­ment begon­nen wurde und in der Annahme der “Reso­lu­tion on the Environ­ment, Secu­rity and For­eign Policy” am 14 Januar 1999 sei­nen Höhe­punkt erreichte.

unbemannten Space Shutles, mobilen Lasern, Killersatelliten, Antikommunikationssystemen sowie Hyperschallbomben

Fazit:

Es bleibt wie immer die Frage des warum und wozu, jedes Ding hat zwei Seiten. Die Menschheit verfügt heute bereits über ein Wissen welches sich die Normalsterblichen nicht vorstellen können. Man kann es mit einem Theaterstück vergleichen, bei dem uns suggeriert wird, dass bspw. Pferdekutschen der aktuelle Stand der Technik sei, während im Hintergrund für uns unsichtbar Autos mit Verbrennungsmotoren fahren.

Die Hegemonialmacht USA braucht eine neue Art von Waffen und mit diesen Waffen meint sie sich zumindest für den Rest unserer Welt unangreifbar machen zu können. Das Wissen außerhalb der Box bleibt meist geheim, doch gezielte Indiskretionen sind erwünscht um die Box zu beeinflussen. Das Problem ist zum Einen das dieses (militärische) Forschungswissen nicht zum Nutzen der Menschen sondern zu ihrem Schaden verwendet wird (ein System der Ungerechtigkeit, Ausbeutung und künstlichen Verknappung wird damit aufrecht erhalten und intensiviert) zum anderen der Zugang zu diesem Wissen verhindert wird (Entwicklungen des Militärs bleiben in der Regel so lange dort bis es sich nicht mehr verhindern lässt, große Konzerne verheimlichen Entwicklungen die sich finanziell negativ auswirken könnten!).

Homo homini lupus est, sagt der Lateiner: Der Mensch ist des Menschen Wolf.

Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man schon hundertmal gehört hat, als eine Wahrheit, die man noch nie gehört hat.

(Robert Lynd)

(…)

Quelle: http://homment.com/JWa8csGgqT

Gruß an die Erkennenden

TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 7


Die bärtige Braut

Von Tor Åge Bringsværd

muttergöttin freyja

Wie wenn ein Schwert die Welt entzwei spaltet, wie wenn große Steine über die Wolken rollen, wie wenn der Himmel selber Purzelbäume schlägt – bis es plötzlich still wird und alles Lebendige den Atem anhält, bevor die Wolken einen mächtigen Wind aufschrecken und ein Regen niederfährt wie eine Wand: So ist es, wenn Thor vorbeizieht; wenn der Donnergott mit seinen Böcken dahergerast kommt.
Trotzdem wissen die Menschen, dass er ihnen wohl will. Sie sehen ihn als ihren Freund und Beschützer. Alle wissen, dass nicht er, sondern Odin der mächtigste von allen Asen ist. Er ist ihr Häuptling. Aber er lässt sich selten blicken. Meistens bleibt er auf seinem Hochsitz und grübelt, weit weg, auf der gewaltigen Götterburg Asgard, auf der anderen Seite des Regenbogens. Es sieht ganz so aus, als wäre er sich selbst genug.
Thor dagegen – mit dem kann man immer rechnen. Wenn jemand Hilfe braucht, wenn die Riesen den Menschen drohen, wenn dunkle Kräfte Mitgard bedrängen, um zu plündern und zu brandschatzen, dann rufen die Leute Thor herbei. Viele machen sich sogar einen kleinen Hammer aus Silber, den sie an einer Kette um den Hals tragen, als Zeichen dafür, dass Thor es ist, dem sie vertrauen.
Sein Hammer heißt Mjölner, und er ist die stärkste und gefährlichste Waffe, die es gibt. Wenn Thor ihn wirft, trifft er immer sein Ziel, und sei es noch so klein, und dann kehrt der Hammer von selber in seine Hand zurück. Er zermalmt alles, was ihm in den Weg kommt. Weder der härteste Fels, noch der dickste Riesenschädel kann Mjölner widerstehen.
Aber die Asen haben noch ganz andere starke Waffen. Hinter den mächtigen Mauern von Asgard lagern Berge von Schwertern, Streitäxten, Speeren und Bogen. Odin rechnet nämlich damit, dass ein großer Krieg bevorsteht. Deshalb lodert in den Schmieden Tag und Nacht das Feuer. Niemand weiß, wie viele dort für ihn arbeiten.
Doch nicht nur Waffen hat die große Götterburg zu bieten. Über die Jahre hinweg, haben es die Götter auch verstanden, erlesene Schätze aufzuhäufen: Idunas berühmte Äpfel, die den, der sie kostet, verjüngen und ihm neue Kräfte geben, Skidbladner, ein Schiff, das nicht nur zu Wasser, sondern auch zu Lande segeln kann, und nach dem Ende der Fahrt lässt es sich zusammenfalten zu einem kleinen Tuch; ferner das Pferd mit den acht Beinen und das Schwein, das im Dunkeln leuchtet.
Auch viele schöne und kostbare Schmuckstücke haben sie sich angeschafft. Alle beneiden Odin um seinen schweren Goldring, der Draupne heißt und so wunderbar beschaffen ist, dass in jeder Nacht acht gleich große Ringe aus ihm tropfen. Aber das berühmteste aller Juwelen ist doch der Brisingam. Dieses funkelnde Schmuckstück haben vier liebestolle Zwerge einst für Freia, der Göttin der Liebe, geschmiedet und sie trägt es immer, ob sie schläft oder wacht, am Hals. Keine magischen Runen zieren diesen Schmuck, und er scheint keine geheimen Kräfte zu haben. Aber heißt es nicht, der stärkste Zauber ginge von der Schönheit aus? Gibt es etwas Gefährlicheres als ihren Anblick? Bleibt nicht vielen das Wort im Halse stecken, wenn sie ihr begegnen? Manche verlieren sogar den Verstand. Und alle sind sich einig, dass es nichts Schöneres gibt, weder auf noch unter der Erde, als den Brisingam, Freias Schmuck. Wie viele gibt es, Götter und Trolle, die ihn kaufen wollten. Aber Freia denkt nicht daran, ihn herzugeben. Um keinen Preis!
Einer, der ihn gesehen hat, träumt seitdem davon, ihn sein Eigen zu nennen. Er ist ganz besessen von dem Wunsch. Und es gibt nur einen Weg, seine Gier zu stillen, er muss den Brisingam stehlen.

 

Die Nacht ist mondlos und dunkel. Über den Hofplatz von Folkwang schleicht ein Mann. Freia, die Hausherrin schläft ruhig, denn in ganz Asgard gibt es kein Haus, das so feste und starke Türen hat, wie das ihre. Aber der sich da in der Nachtkälte heranpirscht, ist kein gewöhnlicher Dieb, er ist ein Meister seines Faches. Schwarz gekleidet ist er, und das Gesicht hat er sich mit Ruß beschmiert. Er tastet vorsichtig an den Türklinken. Nein! Die Schlösser sind mit Bolzen gesichert. Das hat er sich gedacht. Und auch die Fenster sind mit dicken Platten verrammelt. Doch der Schwarzgekleidete gibt nicht so leicht auf Im Nu hat er sich in eine Fliege verwandelt. Jetzt sucht er eine Ritze. Hoch oben, unter dem Dachfirst, findet er ein winziges Loch, kaum größer als ein Nadelöhr. Er presst die Flügel dicht an den Leib, und so gelingt es ihm durchzuschlüpfen.
Erst überzeugt er sich davon, dass Freias Töchter und die Dienstmädchen schlafen. Dann fliegt er summend und munter in Freias Bettkammer. Er fühlt sich sicher, weil er weiß, dass alle ihre Katzen draußen streunen, auf der Suche nach Freiern und auf der Jagd nach Mäusen.
Der Dieb lässt sich auf einem Bettpfosten nieder. Wunderbar sieht Freia aus, wie sie so daliegt. Den Brisingam trägt sie am Hals, doch die Schließe ist unter ihrem Nacken verborgen. Er muss sie dahin bringen, dass sie sich umdreht. Einen Augenblick lang besinnt er sich. Dann verwandelt er sich in eine Laus. Wie angenehm es ist, über Freias weiche Brüste zu wandern. Langsam klettert er an ihrem Kinn hoch. Er holt Atem, schließt die Augen, und beißt zu, so fest er nur kann. Da erwacht Freia und schlägt um sich. Sie murmelt zornig vor sich hin und wendet sich auf die Seite. Er wartet geduldig, bis sie wieder eingeschlafen ist.
Da nimmt der Lausekerl wieder seine wahre Gestalt an. Er beugt sich über die Schlafende, öffnet mit spitzen Fingern das Schloss und zieht ihr den Schmuck vom Hals. Dann geht er ruhig zur Tür, zieht den Riegel heraus und verschwindet in der Dunkelheit.
Als die Katzen in der Morgendämmerung heimkommen, finden sie die Tür sperrangelweit offen. Sie sind es gewohnt, draußen auf der Schwelle zu warten, bis ihnen jemand aufmacht. Diesmal aber laufen sie schnurrend und miauend durch das schlafende Haus. Doch als sie auf das Bett ihrer Herrin springen, um ihr an Kinn und Hals zu schmeicheln, verjagt sie Freia, mit einem schrillen Schrei und mit zornfunkelnden Augen.
Wer ist der Schuldige an dem Debakel?
Freia nimmt sich nicht einmal die Zeit, um sich zu kämmen. Sie spannt die Katzen vor ihr Fuhrwerk und fährt im Galopp zum Himmelsberg. Dort haust Heimdall, der Wächter der Götter. Er bewacht Bifrost, die weite Regenbogenbrücke, die einzige Verbindung der Götter zum Rest der Welt. Niemand kommt nach Asgard herein, niemand von dort heraus, ohne dass Heimdall es merkt.
„Hier ist kein Riese und auch kein Zwerg vorbeigekommen“, sagt Heimdall. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“
„Also muss der Dieb einer der Unseren sein!“ ruft Freia. Heimdall nickt. „Dann finde ihn gefälligst“, knurrt sie. Sie wartet die Antwort nicht ab, knallt mit der Peitsche und die Katzen stieben davon.
Noch dämmert es, und bevor die anderen Asen erwachen und sie zu Gesicht bekommen, muss sie sich zurechtmachen und ein wenig Wangenrot auflegen. Denn die Liebesgöttin muss die Schönste von allen sein, mit oder ohne den Brisingam.
Aber Heimdall macht sich seine eigenen Gedanken. Er glaubt zu wissen, wer der Übeltäter ist. Denn ganz früh, bevor die Sonne aufging, ist einer der Götter von Asgard ausgeritten. „Wo willst du denn hin, so früh am Tag?“ hat Heimdall ihn gefragt. „Das siehst du doch“, hat der andere geantwortet und ihm seine Angelschnur gezeigt. Aber ich weiß Bescheid, denkt Heimdall, mich legst du nicht herein!
Er weckt Tyr, seinen Gefährten, und bittet ihn, die Wache zu übernehmen. Der hat nur eine Hand, aber er ist der tapferste aller Asen. Sogleich sattelt Heimdall sein Pferd, das Gulltopp heißt, und setzt dem Dieb nach.
Der andere hat einen großen Vorsprung. Aber Gulltopp ist ein schnelles Pferd, und da es angefangen hat zu schneien, hat Heimdall keine Mühe, ihm zu folgen. Er ist ein guter Spurenleser, und er kann sehen, was sich hundert Meilen weit entfernt bewegt, in der schwärzesten Nacht so gut wie mitten am Tag. Er hat so gute Ohren, dass er nicht nur das Gras, sondern auch die Wolle der Schafe wachsen hört.

 

Über Berg und Tal reiten die beiden, durch weiße Wälder und an gefrorenen Wasserfällen vorbei. Bis ans stürmische Meer folgt Heimdall den Spuren des Diebes. Hier am Strand hat der andere sein Pferd gelassen. Die Angelrute hat er auf die Klippen geworfen. Heimdall setzt die Hand an die Stirn und späht aufs Meer hinaus. Weit draußen, zwischen schwarzen Wellen, treibenden Eisschollen – was ist das für eine graue, fleckige Gestalt, die da auftaucht und wieder verschwindet? Der Dieb hat sich in einen Seehund verwandelt!
Aber auch Heimdall versteht sich auf die Kunst der Verwandlung. Im Nu ist auch er zum Seehund geworden, der sich ins kalte Wasser stürzt.
Diesmal sollst du mir nicht entkommen, denkt er. Wie oft hast du, wie alle andern, auch mich überlistet! Aber jetzt kriege ich dich. Ich kenne dich, und weiß dass deine Zunge glatt wie ein Aal ist. Doch nun nützt dir keine Ausrede mehr, Loki. Der Dieb bist du.
Denn kein anderer als Loki ist es, der da draußen schwimmt. eigentlich gehört er gar nicht nach Asgard, denn seine Eltern sind keine Asen. Er stammt von den Riesen ab. Aber als Loki klein war, hat sich Odin mit ihm angefreundet, und seitdem hält der König der Götter immer seine schützende Hand über ihn, ganz gleich, was für Streiche sich Loki im Lauf der Zeit geleistet hat., Viele meinen, dass Odins Gutmütigkeit zu weit geht, dass Loki soviel Schonung nicht verdient, dass er in Asgard nichts zu suchen hat, und dass man diesen Taugenichts schon längst hätte verjagen sollen. Das meint auch Heimdall, aber wer hört schon auf ihn, den treuen Wächter?
Die beiden Seehunde schwimmen aus Leibeskräften. Der Dieb hat gemerkt, dass er verfolgt wird, aber er kann Heimdall, der mit jedem Flossenschlag näher kommt, nicht entgehen. An einer steilen Klippe versucht er, seine Beute loszuwerden. Er will Freias Schmuck verstecken, aber da hat ihn Heimdall bereits eingeholt. Und nun ringen die beiden Seehunde miteinander.
Es ist ein ungleicher Kampf. Bald hat Heimdall den Dieb auf die Klippe geworfen und ihm den Brisingam entrissen. Beinahe wäre der Schmuck in den Wellen verschwunden. Nun fängt Loki an zu jammern und zu heulen. „Es ist nicht meine Schuld“, behauptet er, „es war nicht meine Idee!“
Sie haben beide wieder ihre wahre Gestalt angenommen. Heimdall hält Lokis Nacken fest im Griff und schüttelt ihn. „Ich habe deine Lügen satt“, ruft er. „Diesmal kannst du dich nicht herausreden. Warte nur bis Odin davon erfährt!“
„Aber mein Liebe“, stöhnt Loki, „du glaubst doch nicht, dass ich mich aus eigenen Stücken auf eine so riskante Sache eingelassen hätte? Ich bin doch nicht blöd! Odin selber war es, der mich dazu angestiftet hat. Was blieb mir anderes übrig, als ihm zu gehorchen?“
„Du lügst!“ schreit Heimdall voller Wut. Aber Loki bleibt steif und fest bei seiner Geschichte. Alle hätten es doch gemerkt, sagt er, dass Odin in der letzten Zeit übergeschnappt ist. „Du weißt doch, wie er sich aufführt! Jeden Tag wird er mürrischer, unberechenbarer, herrschsüchtiger.“
Doch – das kann Heimdall nicht leugnen. Es ist ihm nicht entgangen, dass Odin sich oft merkwürdig benimmt in letzter Zeit. „Allmächtiger, will er sein und ganz allein herrschen“, sagt Loki. „Er kann es nicht ertragen, wenn jemand etwas besitzt, was schöner ist als alles, was er selber hat.“
„Halts Maul!“ murmelt Heimdall. „Alles, was dir einfällt, sind Lügen und Schweinereien.“ Aber er hat doch einen Schrecken bekommen. Auf dem Heimweg wollen ihm Lokis Worte nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht ist doch etwas Wahres daran? Keiner von beiden spricht, bis sie die Pforte von Asgard erreichen. Aber Loki merkt doch, dass Heimdall Zweifel gekommen sind, und das erfüllt ihn mit heimlichem Behagen.

 

In der Burg der Götter herrscht ein Durcheinander, wie es noch niemand gesehen hat. Alle suchen verzweifelt, klettern auf die Bäume, tauchen in die Brunnen, kriechen unter die Häuser, wenden jeden Stein um und um. Heimdall triumphiert. „Da, schaut her“, ruft er lachend. „Ich hab´s gefunden!“ Er hält den Asen Freias Schmuck hin. Alle halten inne und schauen hin, aber dann wenden sie sich gleich wieder ab und suchen weiter. „Versteht ihr denn nicht?“ ruft Heimdall, „Hier ist er doch! Ich habe den Brisingam! Ihr braucht nicht weiter zu wühlen.“
Aber Odin blickt ihn mit seinem einen Auge zornig an: „Hier geht es nicht um ein paar bunte Steine. Den Glitzerkram kannst du vergessen!“ Denn an diesem Morgen ist nicht nur der Brisingam verschwunden. Viel schlimmer! Thor vermisst seinen Hammer – die stärkste und gefährlichste Waffe im Himmel und auf Erden. Was soll ohne ihn, den Mjölner, aus der Burg der Götter werden? Wie wird es den Asen ergehen, wenn ihre Feinde ihn in die Klauen bekommen?
„Wahrscheinlich willst du mir auch an dieser Katastrophe die Schuld in die Schuhe schieben“, flüstert Loki und stößt Heimdall in die Seite. Der schiebt ihn knurrend zur Seite und schweigt verbittert. Diesen Auftritt hat er sich ganz anders vorgestellt. Er war auf Lob und Ruhm gefasst und nun scheint sich niemand um ihn und Loki zu kümmern.
Nur Freia freut sich von Herzen: „Habt ihr den Dieb erwischt?“ fragt sie. Heimdall kratzt sich am Kopf und überlegt. „Nein“, sagt er, denn er fühlt, dass dies nicht der rechte Augenblick ist, um Unfrieden zu stiften. Jetzt gilt es zusammenzuhalten, denkt er. Und Loki sieht Freia mit schmelzendem Blick an und erklärt: „Wir haben deinen Schmuck einfach gefunden.“
„Vielen Dank euch beiden“, zwitschert die Liebesgöttin und küsst sie auf den Mund, „Hauptsache ich habe meinen Brisingam wieder.“ Sie legt sich den Schmuck um den Hals und tanzt summend davon. Loki und Heimdall wechseln einen langen, ernsten Blick. Dann zuckt Loki auf einmal mit den Schultern und schüttet sich aus vor Lachen.
Odin war schon drauf und dran, verärgert fortzugehen, doch jetzt besinnt er sich und ruft von weitem Loki zu: „Gut, dass du wieder da bist, mein Lieber. Du hast immer eine gute Idee, und jetzt brauche ich dringend deinen Rat.“ Da lacht Loki noch übermütiger als zuvor und wedelt mit beiden Händen. Odin schwitzt vor Aufregung und kommt ihnen entgegen. Ohne Heimdall auch nur einen Blick zu gönnen, legt er den Arm um Lokis Schulter und schleppt ihn mit sich. Heimdall wendet sich ab. Er weiß jetzt nicht mehr, was er von dem Ganzen halten soll. Am Ende stimmt es, was Loki ihm erzählt hat?

freyr

Auf Thors Hof in Trudwang steht alles kopf. Das große Haus wird vom Dach bis zum Keller durchsucht, aber es gibt dort fünfhundertvierzig Zimmer, und die suche nach dem Hammer will kein Ende nehmen.
Als Odin mit Loki eintritt, finden sie Thor, der auf dem Boden sitzt und sich die Haare rauft. Er glotzt vor sich hin und rührt sich nicht. Siv, seine Frau hockt neben ihm und hält seine Hand. Nicht einmal begrüßen will er die Gäste. Erst nach langem Hin und Her bringen sie ihn zum Reden. „Oi, oi, oi“, jammert er und schüttelt den Kopf. „Wenn ich nur wüsste, wo ich ihn hingelegt habe! Irgendwo muss das verdammte Ding doch sein. Wie kann ich nur so dumm sein!“
„Na, ja“, meint Loki. „Aber bist du denn sicher?“ Der Donnergott zuckt zusammen: „Wie meinst du das?“ Loki lacht. „Bist du denn sicher“, sagt er, „dass dein Hammer noch in Asgard ist?“ Thor kratzt sich am Kinn. „Wo soll er denn sonst sein?“ – „Kannst du dich erinnern, wann du ihn zum letzten Mal gebraucht hast?“ fragt Loki. „Gestern Nachmittag“, murmelt Thor. „Auf dem Heimweg habe ich zwei Riesen getroffen und sie aufs Haupt geschlagen. Ich weiß es noch genau. Sie hatten zwei kleine Kiefernbäume auf der Nase.“
„Und dann? Hast du den Hammer später noch gesehen?“ Der Donnergott schüttelt betrübt den Kopf.
„Wie bist du nach Hause gekommen? Mit deinen Böcken und dem Fuhrwerk?“ fragt Loki.
„Bist du hoch über den Wolken gefahren?“ Thor nickt. „Aha! Dabei ist vielleicht der Hammer herausgefallen. Das kann doch sein.“
Odin hat schweigend zugehört, doch jetzt schlägt er mit der Faust auf die offene Hand. „Loki hat recht“, sagt er, „so muss es gewesen sein.“
„Ich habe ihn also gar nicht verschlampt“, murmelt Thor und steht auf. „Natürlich nicht“, sagt Odin und klopft ihm auf die Schulter. „Ich habe ihn bloß verloren“, brummt Thor, als wäre das eine Entschuldigung. Aber Loki fängt zu kichern an. „Wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, dass Mjölner überall sein kann – weiß der Himmel wo! Da könnt ihr lange nach ihm suchen.“

 

Da hält es Odin nicht länger. Er will sogleich die Walküren an alle Ecken und Enden der Welt losschicken. Er will, dass alle Asen laufen und reiten, segeln und schwimmen. Er will ein ganzes Totenheer aussenden, von Süd bis Nord, von Ost bis West. Aber Loki warnt ihn. „Wir dürfen kein Aufsehen erregen“, sagt er, „sonst wissen alle, dass wir ohne Thors Hammer dastehen. Das wäre gefährlich. Weißt du was? Am besten, ich ziehe allein los. Wenn Freia mir ihre Falkengestalt leiht, habe ich eine Chance.“
„Wie du willst“, sagt Odin und umarmt ihn. „Ich sage es ja, auf dich ist Verlass. Was sollte ich ohne dich anfangen, mein Milchbruder.“
Freia ist einverstanden. „Natürlich leihe ich euch mein Falkenkleid“, sagt sie, „selbst wenn mein Federgewand aus reinem Gold und jede Daune aus Silber wäre, ich gäbe es gerne her. Viel Glück und Geschick wünsche ich dem, der damit davonfliegt!“
Schon zieht Loki sich die großen Flügel über und versucht zu flattern. Er nimmt einen Anlauf und schwingt sich empor in die Lüfte. Vor ihren Augen verwandelt er sich in einen Vogel. Immer höher und höher steigt er. „Hoffentlich findet er ihn“, flüstert Freia. „Ohne Mjölner sieht es finster aus für uns. Er war unsere beste Verteidigung. Und wenn er jetzt in die Hände der Trolle gefallen ist…“ Sie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Über ihren Köpfen kreist der große Vogel. „Such zuerst in Jotunheim bei den Riesen“, ruft Odin ihm zu. „Zieh nach Nordosten!“ Und der Falke krächzt zurück: „Nord und Ost, Nord und Ost!“ Odin, Thor und Freia stehen oben auf der Burgmauer und blicken ihm nach, bis er nur noch ein kleiner schwarzer Punkt ist, der in der Ferne verschwindet.

 

Trym, der König der Riesen, sitzt hoch auf einem Hügel. Er hat die Mähne seiner Pferde gestutzt und flicht goldene Bänder für seine Hunde. Sehr vergnügt sieht er aus. „Aber das ist doch Loki, der da oben herumflattert“, ruft er und lacht. „Mich kannst du nicht täuschen, mein Kleiner! Komm herunter und ruh dich ein wenig aus!“
„Danke“, antwortet Loki und landet neben dem Riesen. „Nun, wie steht´s mit den Asen und den Alben?“ fragt Trym. „Gibt es was Neues?“
„Das kann man wohl sagen“, erwidert Lok, „Da du schon danach fragst: Schlecht steht´s in Asgard und in Alfheim, ganz schlecht sieht es aus.“
„Oh, das tut mir aber leid.“, sagt Trym und lacht so unbändig, dass er fast den Hügel heruntergekollert wäre. „Tors Hammer ist uns abhanden gekommen“, sagt Loki. „Na so was!“ gluckst Trym. „Ich kann es gar nicht glauben.“ Er hält sich den Bauch und wiegt sich hin und her.
„Doch“, sagt Loki ernst. „So ist es. Und nun frage ich dich, Trym, könnte es nicht sein dass du…“ Trym nickt und nickt. „Doch“, sagt er und lacht. „Das könnte gut sein.“
„Ich meine nur“, sagt Loki. „Natürlich“, unterbricht ihn Trym, „natürlich habe ich ihn. Und ich habe ihn gut versteckt, an einem Ort wo ihr ihn nie und nimmer finden werdet.“
„Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit ihn zurückzubekommen?“ fragt Loki vorsichtig. „Tja“, murmelt Trym, „vielleicht. Wir könnten ja einen kleinen Tauschhandel machen, oder?“ und lacht wieder so hemmungslos, dass der ganze Hügel bebt und Pferde und Hunde sich losreißen und in alle Richtungen davon stieben. „Hör mir gut zu“, brüllt er. Und Loki lauscht.

 

In Asgard rennt Thor inzwischen hin und her, wie ein Tier im Käfig. Viele Tage lang hat er schon gewartet, und es ist nichts passiert. Er ist rastlos und ungeduldig. Als er Loki von weitem her kommen sieht, ruft er ihm zu, so laut er nur kann: „Was ist? Hast du ihn gefunden?“ – „Was heißt schon gefunden“, krächzt der Falke. „So rede doch!“ ruft Thor. „Wo ist er? Was hat deine Reise gebracht?“
„Was heißt schon gebracht“, krächzt der Falke zurück. „Nun lass Loki doch erst einmal landen“, sagt Siv und zupft ihren Mann am Ärmel. Aber Thor ist außer sich und hört nicht auf sie. „Wer sich niederlässt, vergisst oft, was er sagen will. Und wer sich ausruhen darf, hat Zeit, sich Lügen auszudenken“, brummt er.
Endlich schwebt Loki über die Burgmauer herein. „Erzähl mir alles, solange du noch in der Luft bist!“ brüllt Thor. „Heraus mit der Sprache! Weißt du wo mein Hammer ist, oder weißt du es nicht?“ Er rennt dem Vogel entgegen. Der landet auf einem Ast der Esche Yggdrasil, dem gewaltigen Hausbaum der Asen, der immer grün bleibt.
„Was heißt schon wissen“, murmelt er und schält das Falkenkleid von seinen Schultern. Er weigert sich vom Baum herunter zu klettern. Thor springt wie ein gereizter Bär unter ihm hin und her. Aber Loki fürchtet, dass ihm der Donnergott in seiner Wut etwas antun könnte, und deshalb bleibt er einfach auf seinem Ast sitzen und schweigt. „Heraus damit, du Unglücksrabe.“ – „Nicht ehe du mir geschworen hast, dass du mich nicht erschlägst“, antwortet Loki. „Was ich dir zu sagen habe ist starke Kost, salzig und hart, stinkend und ranzig ist sie, und es tut weh, sie hinunterzuschlucken.“
„Ich schwöre“, brummt Thor. „Komm herunter, du Ungeziefer!“
Loki tut es und sagt: „Trym ist es, der deinen Hammer hat. Und er hat ihn acht Klafter tief in der Erde versteckt.“ Thor knirscht mit den Zähnen, und in seine Augen treten Tränen. „Dann ist alle Hoffnung vergebens.“
„Was heißt schon vergebens“, sagt Loki gedehnt. „Vielleicht hätte Trym gegen ein kleines Tauschgeschäft nichts einzuwenden.“
„Meinetwegen kann er alles haben, was er will.“ Thor zählt seine Reichtümer an den Fingern her: Gold, Silber, Pferde, Kühe…. Doch Loki lässt ihn nicht ausreden. „Von alldem hat der König der Riesen selbst mehr als genug“, wirft er ein. „Dann sag mir endlich, was er haben will.“ Thor schlägt sich auf die Brust und verspricht: „Ich werde es ihm verschaffen, koste es was es wolle.“
„Oh, du kannst deinen Hammer jederzeit wiederhaben. Unter einer Bedingung.“ Loki scharrt mit den Füßen. „Und die wäre?“
Loki räuspert sich. „Dass Trym…. dass Trym…. dass Trym Freia zur Frau bekommt.“
Thor bleibt die Luft weg. Auf einmal wirkt er beinahe klein und schäbig, wie er so dasteht. Beide wissen, dass eine solche Hochzeit unmöglich ist. Loki schaut weg. „Immerhin, fragen könnte man sie ja. Das kann doch nicht schaden“, bringt Thor endlich hervor. „Nein, direkt schaden kann es kaum“, antwortet Loki, und so brechen die beiden auf nach Folkwang.
Aber dort haben sie noch weniger Glück, als sie dachten. Freia gerät außer sich vor Wut. „Habt ihr denn ganz und gar den Verstand verloren?“ heult sie. „Glaubt ihr, ich ginge mit dem nächstbesten Idioten ins Bett?“ Ihre Augen funkeln. „Sehe ich so aus, als ob ich es nötig hätte, mich einem dreckigen Troll an den Hals zu werfen?“ „Aber Freia bedenk doch…“, wagt Thor zu sagen. Doch die Liebesgöttin zeigt ihm ihre Krallen und faucht wie zwanzig Katzen. „Du hältst mich also für so blöd, so geil und blind, dass ich nach Jotunheim pilgern muss, um mir einen Bräutigam zu suchen? Nie wird es soweit kommen!“
„Natürlich nicht“, versichert Loki ängstlich. „Es war ja nur eine Frage.“
„Eine Unverschämtheit!“ Freia stampft mit dem Fuß auf, dass das ganze Haus bebt. Ihr Hals wird so steif wie ein Mastbaum, und ihr großer Schmuck, der Brisingam, springt auf und fällt klirrend gegen die Wand.
„Gut“, sagt Loki rasch. „Du bleibst also bei deinem Nein? Dann lassen wir die Sache vorerst auf sich beruhen.“ Er verbeugt sich und geht rückwärts hinaus. Thor folgt ihm murrend, und Freia wirft hinter ihnen die Türe zu.

 

Eine Stunde später versammeln sich die Asen zur großen Beratung. Denn den Hammer müssen sie zurückgewinnen, so oder so. Nur wie? Kein Ausweg ist in Sicht, denn Freia bleibt dabei – auf Tryms Ansinnen einzugehen, das kommt gar nicht in Frage. „Lieber sterbe ich!“ schnaubt sie und wirft den Kopf in den Nacken. „Darauf wird es womöglich für uns alle hinauslaufen“, seufzt jemand auf der hintersten Bank. „Ohne Thors Hammer Mjölner kann uns das schneller blühen, als wir denken“, flüstern andere. Aber Freia denkt nicht daran nachzugeben, und Odin kann und will sie nicht zwingen.
Endlich hat Heimdall die rettende Idee. „Thor muss sich verkleiden“, sagt er. „Als Frau. Wir ziehen ihm das Brautleinen an und hängen ihm den Brisingam um den Hals!“
Die Asen schauen sich an. Alle sind verblüfft. Das kann doch nicht Heimdalls Ernst sein. „Doch“, sagt er. Mit einem Schleier vor dem Gesicht wird ihn niemand erkennen. Wir geben ihm ein Kopftuch und Weiberkleider, die bis zu den Knöcheln reichen, und im Gürtel soll er einen klirrenden Schlüsselbund tragen.“
„So, und du glaubst, dass das alles ist, was eine Frau braucht?“ ruft eine der Göttinnen und hält ihm ihren Busen unter die Nase. „Wenn es nur das ist“, antwortet Heimdall. „Ein paar Steine tun es auch. Man muss sie nur richtig festbinden, dann glaubt der Troll, er hätte die verlockendsten Brüste vor sich.“ – „Ob man das riskieren kann?“ Loki ist begeistert von diesem Plan, aber Thor hat keine Lust mitzuspielen. „Wie sieht das denn aus?“ brummt er. „Ein Mann in Weiberkleidern! Wenn ich das Brautleinen anlege, werde ich zum Gespött der Leute. Mein Leben lang werden mich alle auslachen, die davon gehört haben.“ Aber hat er denn die Wahl?
„Not kennt kein Gebot!“ ruft Loki. „Schließlich ist es dein Hammer, und deshalb musst du ihn selber zurückholen. Wenn du dich nicht allzu ungeschickt anstellst – einen Versuch ist es jedenfalls wert.“
„Du musst es versuchen“, beschwört ihn Odin. „Sonst wird bald ganz Asgard den Riesen in die Hände fallen. Wir haben keine Zeit zu verlieren!“
Also wird Thor geschmückt, von vorn bis hinten. Freia stellt ihr Haus zur Verfügung. In ihrem großen Saal helfen alle Frauen mit. „Schleier hier und Schleier dort“, beschwert sich der Donnergott. „Ich sehe bald nichts mehr. Ich sehe ja schon aus wie eine Schneiderpuppe!“
„Wir sollten ihm auch den Bart abnehmen“, meint Freia. „Nur das nicht!“ ruft Thor erschrocken und schlägt die Hände vors Gesicht. „Ohne Bart würdest du aber viel süßer aussehen“, lacht Siv. „Das hat mir gerade noch gefehlt“, murrt Thor. Auch Loki ist jetzt in den Saal gekommen. „Einfach entzückend“, ruft er. „Du bist ja die hübscheste Braut, die man sich wünschen kann, lieber Thor.“
„Hübsch kannst du selber sein, verdammter Wicht!“ brüllt Thor und schlägt nach ihm. „Daran will ich es nicht fehlen lassen“, sagt Loki. „Du glaubst wohl nicht, dass ich dich alleine ziehen lasse? Ein solches Abenteuer lasse ich mir nicht entgehen.“
„Wie meinst du das?“ fragt Thor misstrauisch. „Du kannst doch nicht ohne Dienstmagd auf die Brautfahrt gehen, oder?“ Loki macht einen Knicks und zwinkert ihm zu: „Ich werde die Brautjungfer spielen.“ Und so geschieht es. Noch am selben Tag werden Thors Ziegenböcke von der Koppel geholt, vor den Wagen gespannt, und mit Blumen und Kiefernzweigen geschmückt.
Endlich ziehen sie los. Thor beißt die Zähne zusammen und flucht. Er sieht weder nach links, noch nach rechts. Nur Loki jubelt und lacht. Zum Abschied wirft er den Zuschauern Kusshände zu. Thor aber treibt die Böcke an, dass die Berge Risse schlagen und die Erde Funken sprüht. „Immer mit der Ruhe“, ermahnt ihn Loki, aber der Donnergott hört nicht auf ihn.

 

Trym steht schon den ganzen Tag vor seinem Haus und hält Ausschau. Endlich! Da sind sie! „Beeilt euch!“ schreit er die Dienstboten an. „Legt Stroh auf die Bänke! Ist alles blitzblank geputzt und geschrubbt? Sie kommt! Freia, meine Braut ist da!“ Er schlägt sich auf die Brust und prahlt. „Kühe mit goldenen Hörnern kann ich ihr bieten. Schätze von denen jedem schwindlig wird, der sie zu Gesicht bekommt. Nur Freia hat mir noch gefehlt, die Schönste im Himmel und auf Erden!“
Es ist Abend geworden und die Gäste setzen sich um den langen Tisch in der großen Halle. Thor schlingt einen ganzen Ochsen hinunter und lässt ihm acht Lachse folgen. Dann macht er sich über die Süßigkeiten her. Drei Fässer Met hat er schon geleert. Die Trolle schauen ihm mit aufgerissenen Augen zu.
„Noch nie habe ich eine Braut gesehen, die einen solchen Heißhunger hat“, sagt Trym. „Dass eine Frau so hart zugreifen und trinken kann, das hätte ich mir nicht träumen lassen.“
Aber die kichernde Brautjungfer Loki ist nicht auf den Mund gefallen. „Du magst recht haben“, sagt er, „doch musst du bedenken, dass die Braut seit acht Tagen nichts gegessen hat.“
„Was? Acht Tage lang hat sie gefastet?“ wundert sich Trym. Loki nickt ernst. „Ja, sie hat die ganze Woche nichts gegessen und getrunken, so sehr hat sie sich nach dir und nach Jotunheim gesehnt.“
„Die arme Kleine“, murmelt Trym. Er streckt den Kopf unter ihren Schleier, denn er will seiner Braut einen Kuss geben. Aber als er in Thors Augen schaut, erschrickt er so, dass er bis zum anderen Ende des Saales zurückweicht. „Oi“, ruft er. „Nie hätte ich gedacht dass eine Braut so grimmig dreinblicken kann. Was für scharfe Augen sie hat!“
Aber auch darauf weiß Loki eine Antwort. „Was heißt schon scharf“, sagt er. „Gerötete Augen hat die Arme, weil sie acht Nächte lang wach gelegen hat. Du verstehst!“ Jetzt ist der König der Riesen erst recht verwirrt. „Warum denn?“ fragt er. Loki zwinkert ihm zu und stößt ihn in die Seite. „Ja, kein Auge hat sie zugetan, so heiß war ihr im Bett vor lauter Sehnsucht.“ Er macht die Braut nach, seufzt und verdreht die Augen. Trym bläht sich stolz auf, und die anderen Trolle grinsen und trinken ihm zu.
Aber da kommt Tryms große Schwester an den Tisch und stellt sich vor das Brautpaar hin. Von allen Riesinnen ist sie die abscheulichste. „Sicher hast du ein Brautgeschenk für mich mitgebracht?“ sagt sie und zerrt an Thors Rock, um sich bei ihm einzuschmeicheln. „Was für schöne goldene Armreife du hast! Gib sie mir, wenn du willst, dass wir Freundinnen werden.“ Thor grunzt ärgerlich, aber sie hängt sich an ihn wie eine Klette.
Doch nun hat Trym lange genug gewartet. Jetzt muss geheiratet sein! “Bringt den Hammer herein“, ruft er, und sogleich wird Mjölner herbeigeschafft. Vier Trolle schleppen ihn auf einem großen Schild in den Saal. Trym greift nach dem Hammer und hält ihn hoch. An der großen Hochzeitstafel wird es ganz still. Nur Loki kann es nicht lassen. Er fragt: „Und wann gibst du ihn den Asen zurück?“ Tryms Augen blicken finster drein. „Nie und nimmer!“ ruft er. „Es ist aus mit Odins Macht, aus und vorbei. Nie wieder werden die Asen uns mit dem Hammer drohen.“ – „Aber es war doch abgemacht“, wendet Loki ein. „Ach was! Ich pfeife auf diese Abmachung.“
„So? Dann bist du ein elender Betrüger und dein Wort ist nichts wert“, empört sich Loki. „Du willst mir vorwerfen, dass ich lüge?“ brüllt der Riese. „Wer glaubst du wohl, dass du bist?“
„Ach, nur eine kleine Brautjungfer“, antwortet Loki schnell. „Na also!“ grunzt Trym. „Statt Thor den Hammer zurückzugeben, gehen wir zum Angriff über“, ruft er in den Saal. „Und Asgard schlagen wir kurz und klein.“
„Ja! Recht so!“ schallt es aus den Reihen der Trolle. „Nieder mit den Göttern!“ schreit Trym. „Auf sie mit Gebrüll!“ rufen seine Leute. „Eine schönere Hochzeitsreise kannst du dir nicht wünschen“, lacht der Riese und blickt seiner verschleierten Braut ins Gesicht, und Thor bleibt nichts anderes übrig, als ihm brummend zuzustimmen.
„Hier habe ich ihn“, ruft Trym und schwenkt den großen Hammer. „Mjölner, die stärkste Waffe der Welt. Bei diesem Hammer nehme ich dich, Freia zu Frau.“ Er hält inne und verneigt sich vor Thor. „In deinen Schoß lege ich ihn zum Zeichen dafür, dass wir nun Mann und Frau sind.“
Endlich! Thor kann es kaum fassen, dass der Schaft zum Greifen nah vor ihm liegt. Lange genug hat er stillgehalten. Er hat es satt sich zu drehen und zu knicksen. Damit ihn niemand erkannte, musste er an sich halten und durfte kein Wort reden. Aber jetzt ist seine Stunde gekommen! Nie wieder wird er den Hammer aus der Hand geben. Er lacht, dass es im ganzen Saal dröhnt, wirft den Tisch um und reißt sich den Schleier vom Gesicht.
„Oi!“ ruft Trym. „Selber oi!“ lacht Thor. Jetzt ist er wieder ganz der Donnergott. Er wirft den Riesen zu Boden. Dann geht er auf die andern los. Wild schlägt er mit dem Hammer um sich. Die Schädel der Trolle bersten. Niemand wird verschont. Zu guter Letzt erschlägt er auch Tryms große Schwester.
Dann regt sich nichts mehr in dem riesigen Saal, und Thor kann aufatmen. Loki kriecht unter dem großen Fass, wo er sich versteckt hat, hervor. „Jetzt ist es wohl Zeit, nach Hause zu gehen?“ fragt er. „Das will ich meinen“, sagt Thor und lächelt zufrieden. Die beiden heben ihre Röcke auf und setzen sich wieder in den Wagen, der sie hergebracht hat. „Hü, meine Böcke“, ruft Thor. „Auf im Galopp!“
So hat Thor seinen Hammer wiederbekommen. Und nun liegt der Frühling in der Luft. Auf dem Heimweg schmelzen Schnee und Eis, und der Winter hat endlich seine Herrschaft über die Welt eingebüßt.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Mythologie

TA KI

Die Vatikanverschwörung – Sex, Intrigen und geheime Konten


vatikanverschwörung

Sexueller Missbrauch, Vertuschung, Geldwäsche, Korruption in der Vatikanbank und schliesslich der Verrat durch engste Vertraute: Vatileaks brachte Dokumente an die Öffentlichkeit, die Vetternwirtschaft, Machtkämpfe und Erpressungsversuche am Heiligen Stuhl beschreiben. Diese Doku offenbart die Skandale und die Bedrohungen, wegen denen Bendedikt XVI. als erster Papst seit mehr als 600 Jahren zurückzutreten ist.

Quelle: http://www.seite3.ch/Die+Vatikanverschwoerung+Sex+Intrigen+und+geheime+Konten+de+/641914/detail.html

 

Niedrige Abschiebezahl lockt Flüchtlinge nach Deutschland


Die Zahl der Asylbewerber steigt 2014 auf rund 200.000. Das Innenministerium geht davon aus, dass auch deshalb so viele Flüchtlinge kommen, weil Deutschland nur wenige abschiebt. Das soll sich ändern.

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Deutschland schiebt nach Angaben der Bundesregierung zu wenige Flüchtlinge ab. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte auf Anfrage der „Welt“: „In der Durchsetzung der Ausreisepflicht besteht derzeit ein erhebliches Vollzugsdefizit.“ Viele Menschen würden „dauerhaft im Bundesgebiet verbleiben, auch wenn sie unter keinem Gesichtspunkt – auch nicht humanitär – für ein Aufenthaltsrecht infrage kommen“.

Die geringe Zahl der Abschiebungen ist nach Angaben des Ministeriums ein Hauptgrund für die stark angestiegenen Flüchtlingszahlen. In Übereinstimmung mit Erkenntnissen auf EU-Ebene gehe man davon aus, dass das „bestehende Vollzugsdefizit im Bereich der Aufenthaltsbeendigung ein wesentlicher Sog-Faktor nach Deutschland ist“. Auch Schleuser würden raten, einen Asylantrag in der Bundesrepublik zu stellen, weil Abschiebungen hierzulande „oftmals nicht durchgesetzt“ werden.

Ende Juni hielten sich nach Angaben des Sprechers rund 143.000 Ausreisepflichtige in der Bundesrepublik auf, obwohl ihr Asylantrag bereits abgelehnt wurde. Laut Statistik der Bundespolizei wurden im ersten Halbjahr 2014 dagegen nur etwa 5700 Personen abgeschoben. Laut Innenministerium werden in Deutschland in etwa so viele Personen zurückgeführt wie in Norwegen. In Großbritannien erfolgten hingegen mehr als doppelt so viele Abschiebungen wie hierzulande.

Gesetz soll bis Ende des Jahres kommen

Das Innenministerium von Thomas de Maizière (CDU) möchte schnell handeln. Laut eines Sprechers wird ein Kabinettsbeschluss zum Gesetzentwurf zur Neubestimmung der Aufenthaltsbeendigung und des Bleiberechts noch in diesem Jahr angestrebt. Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach, sagte der „Welt“, man müsse „jetzt zügig daran arbeiten, dort, wo wir es können, die vielfältigen Abschiebungshindernisse zu beseitigen“. Ansonsten, so erklärte der CDU-Politiker, „bleibe die rechtskräftige Feststellung, dass kein Recht zum weiteren Aufenthalt in Deutschland besteht, in der Praxis folgenlos“.

Für Donnerstag hat Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) die Staatskanzleichefs der Länder zum Flüchtlingsgipfel nach Berlin eingeladen. In der vergangenen Woche hatten sich die Innenminister von Bund und Ländern bereits darauf geeinigt, eine Koordinierungsstelle zur Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern einzurichten.

Innenpolitiker sehen verschiedene Gründe für die niedrige Abschiebequote. Eines der größten Hindernisse ist demnach, dass oftmals die Identität der Flüchtlinge nicht festgestellt werden kann. Zudem seien die Anforderungen für die Beantragung von Abschiebungshaft hoch.

Bund macht Länder mitverantwortlich

Das Bundesinnenministerium macht für die Diskrepanz zwischen der Zahl der Abschiebepflichtigen und den tatsächlichen Rückführungen die Länder mitverantwortlich: „Es liegt nahe, dass diese enorme Lücke ihre Gründe auch in der Vollzugspraxis der Länder hat“, so das Innenministerium.

„Besonders problematisch“ seien pauschale Winterabschiebestopps in einigen Bundesländern sowie das Fehlen von Abschiebehaftanstalten, sagte der Sprecher. Die Länder sind für den Vollzug der Aufenthaltsbeendigung zuständig.

Mehrere Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein, Thüringen und Rheinland-Pfalz, haben in der Vergangenheit in den Wintermonaten davon abgesehen, „besonders schutzbedürftige“ Flüchtlinge in Balkanländer zurückzuschicken. Nach Informationen der „Welt“ erwägen einige Länder einen solchen Schritt auch in diesem Jahr, obwohl sich der Gesetzgeber dazu entschlossen hat, die drei Westbalkanstaaten Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien als sogenannte sichere Herkunftsstaaten einzustufen und Asylbewerber aus diesen Ländern bis auf Ausnahmen abzuweisen.

Union und SPD streiten über Vorschläge

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag zwar vereinbart, das Ausweisungsrecht weiterzuentwickeln. Über die konkrete Umsetzung ist man sich aber noch nicht einig: Zu einer Ausweisung soll es laut den Plänen des Innenministeriums kommen, wenn das öffentliche Ausweisungsinteresse das private Bleibeinteresse überwiegt. Künftig soll es zudem möglich sein, eine Wiedereinreisesperre zu verhängen, wenn ein Flüchtling nicht rechtzeitig ausreist oder „missbräuchlich“ Asyl beantragt.

Ausländerbehörden sollen darüber hinaus besser aufgestellt werden, um die Identität von Asylbewerbern schneller zu klären. „Wir sind großzügig in der humanitären Aufnahme – wenn aber das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen ist und kein Aufenthaltsrecht infrage kommt, muss die Person das Land auch wieder verlassen“, sagte der Sprecher des Innenministeriums.

Die SPD lehnt es bislang jedoch ab, umfassend Wiedereinreisesperren zu verhängen oder Asylsuchende leichter in Haft nehmen zu können. Während Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und de Maizière viele Vorhaben bereits geräuschlos umgesetzt haben, stockt es bei der Änderung des Asylgesetzes deutlich.

Bleiberechtsreform muss warten

Auch die in dem Paket vorgesehene Reform des Bleiberechts wird somit verschoben. Sie will gut integrierten Ausländern eine Perspektive in Deutschland eröffnen. Laut Schätzungen gibt es hierzulande Zehntausende Menschen, deren Aufenthalt immer wieder nur für eine gewisse Zeit geduldet wird.

Als Grundlage war ein Gesetzentwurf aus dem Bundesrat vorgesehen, wonach derjenige eine Aufenthaltserlaubnis erhalten soll, der seit mindestens acht Jahren allein oder seit sechs Jahren mit seinem Nachwuchs in Deutschland lebt. Kinder und Jugendliche sollten eine Aufenthaltsgenehmigung bereits dann bekommen, wenn sie seit vier Jahren hier leben, eine Schule besuchen oder einen Schul- oder Berufsabschluss erworben haben.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article133533153/Niedrige-Abschiebezahl-lockt-Fluechtlinge-nach-Deutschland.html

Gruß an die Sozialdemokraten, sie haben die Deutschen schon immer verraten

TA KI

Moskau beschuldigt Niederlande


Moskau beschuldigt Niederlande. Die Suche nach dem unbekannten Schiff, das vor der Küste Stockholms aufgenommen wurde, geht weiter. (Quelle: AFP)

Die mögliche Sichtung eines ausländischen U-Bootes in schwedischen Gewässern wird immer rätselhafter. Russischen Angaben zufolge soll es sich bei dem Unterwasserobjekt vor der Küste von Stockholm um das U-Boot „Bruinvis“ aus den Niederlanden gehandelt haben.

Den Angaben aus Moskau zufolge hatte die „Bruinvis“ in der vergangenen Woche vor der schwedischen Küste „Übungen“ vorgenommen, darunter das schnelle Auftauchen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Quellen im Moskauer Verteidigungsministerium und meldete weiter, die „Bruinvis“ sei am Freitag im Hafen der estnischen Hauptstadt Tallinn eingelaufen und werde vermutlich am Montag wieder Richtung Niederlande auslaufen. Die schwedische Regierung solle zur Aufklärung der Frage Kontakt mit der niederländischen Marine aufnehmen, empfahl die Quelle im Moskauer Verteidigungsministerium demnach.

Niederlande dementieren

Diese Darstellung hat das niederländische Militär jedoch dementiert. Das niederländische U-Boot sei weder in den Fall verwickelt, noch beteilige sich die Armee an den Suchmaßnahmen vor der schwedischen Küste, erklärte eine Sprecherin des niederländischen Verteidigungsministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Zwar habe sich die Armee an einer Übung mit Schweden beteiligt, wobei auch das niederländische U-Boot „Bruinvis“ zum Einsatz gekommen sei. Diese habe aber bereits am Dienstag vergangener Woche geendet. .Die „Bruinvis“ habe sich daraufhin in den Hafen der estnischen Hauptstadt Tallinn begeben, wo es sich auch am Wochenende befunden habe.

Foto zeigt fremdes Schiff

Die schwedische Armee hatte im Zuge ihrer Suche nach dem mysteriösen Objekt ein Foto des mutmaßlichen U-Boots veröffentlicht. „Das ist ein fremdes Schiff“, erklärte der schwedische Konteradmiral Anders Grenstad vor Journalisten und zeigte auf ein körniges Bild, das am Sonntagmorgen gemacht worden sein soll. Darauf ist in weiter Entfernung ein schwarzes Objekt zu sehen. Wegen der unzureichenden Qualität der Aufnahme sei es aber nicht möglich, die Herkunft des Schiffs zu bestimmten, sagte Grenstad.

Der Konteradmiral wies zudem Medienberichte zurück, wonach sich das schwedische Militär auf der „Jagd auf ein U-Boot“ befinde. Vielmehr gehe es darum, zunächst Geheimdienstinformationen zu den Hinweisen auf eine „fremde Unterwasseraktivität“ zu sammeln. Ähnlich hatte sich zuvor bereits ein Armeesprecher geäußert.

Großeinsatz der schwedischen Armee

In schwedischen Medien war über einen russischen Geheimdiensteinsatz in der Nähe der Inseln um Stockholm spekuliert worden. Russland dementierte das. Die schwedische Armee versucht seit dem Wochenende mit einen Großeinsatz, das Rätsel um das unbekannte Objekt zu lösen. Mehr als 200 Soldaten sowie mehrere Schiffe, Minensuchboote und Hubschrauber waren im Einsatz.

In der Vergangenheit hatte sich die schwedische Marine vergeblich bemüht, vermutete U-Boote aus der Sowjetunion beziehungsweise Russland aufzuspüren. Besonderes Aufsehen erregte ein Fall im Oktober 1981, als ein sowjetisches U-Boot in einem militärischen Sperrgebiet vor der Küste von Karlskrona im Süden des Landes sank.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_71464718/moskau-beschuldigt-niederlande.html

Gruß an die, die hier noch durchblicken

TA KI

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 6


Die Reise ans Ende der Welt

loki

Weit, weit drinnen in Jotunheim liegt eine große Burg, die in Fels und Eis gehauen ist. Nur im Sommer, wenn es taut, ist sie von Wald und grünen Wiesen umgeben. Dort herrscht der berühmte Geirröd. Er hat nur einen Kopf, der aber ist so groß und hässlich, dass nur seine beiden Töchter, die hässliche Greip, und die abscheuliche Galp, seinen Anblick ertragen können.
Wie die drei Riesen da oben sitzen und sich anglotzen, kommt auf einmal ein Falke geflogen. Der lässt sich hoch oben an der Mauer nieder und späht durch einen Spalt hinein.
„Fangt ihn!“ ruft Geirröd, denn er hat sich schon lange einen Jagdfalken gewünscht, den er zähmen möchte, um ihn am Handgelenk zu halten auf der Jagd nach Hasen und anderem Kleinwild.
Die Töchter strecken sich nach der Decke, sie hüpfen und springen und steigen auf Leitern, aber umsonst, sie erreichen den Falken nicht. Der sitzt jetzt ganz oben auf dem Dachbalken, und es sieht ganz so aus, als mache er sich über die Riesentöchter lustig.
Als er aber fortfliegen will, merkt er, dass seine Klauen in einer Ritze fest hängen. Der Vogel flattert und schreit, und nun sind es die Riesen, die ihn auslachen.
Geirröd packt ihn am Hals und sagt: „Du bist mir ein schöner Vogel, und ich glaube, du wirst mir viel Freude machen.“
Aber der Falke fasst ihn kalt ins Auge, und Geirröd erschrickt. „Du blickst mich nicht wie ein Vogel an“, sagt er. „Du trägst ein Federkleid, aber deine Augen verraten dich.“
Der Vogel schweigt. „Entweder bist du ein Mensch oder einer von den Asen, die sich einbilden, dass sie alles können und alles am besten wissen!“
Aber der Falke hält seinen Schnabel geschlossen. „Na ja“, grunzt Geirröd. „ich habe Zeit. Früher oder später werde ich dich schon zum Reden bringen.“ Und er sperrt den Falken in eine Truhe und wirft den steinernen Deckel zu.
All das sieht auch Odin, oder besser gesagt; er hätte es mit ansehen können. Denn wenn der Götterkönig auf seinem Thron sitzt, kann er die ganze Welt überblicken, und merken, was Asen und Trolle, Zwerge und Alben, Menschen und Tiere treiben. Aber es gibt Wichtigeres auf der Welt als einen Falken, der sich verflogen hat. Odin richtet sein Augenmerk auf die finsteren Mächte, die sich sammeln. Er denkt an den drohenden großen Krieg. Er hält Ausschau nach Hels Heerscharen aus dem Totenreich. Er verfolgt, wie eine Schlange, an der Wurzel der Weltesche nagt, und wie eine Riesin weit im Osten im Eisenwald immer mehr Junge wirft. Es sind Wölfe, die sie gebiert. Einer von ihnen heißt Skoll und jagt hinter der Sonne her, ein anderer heißt Hate und hetzt den Mond.
Odin hat die Welt erschaffen, und er ist ihr Schutzherr. Deswegen sucht er seinen Hochsitz auf und hält Ausschau. Von dort kann er alles sahen, was er sehen will. Nur nicht alles auf einmal. Geirröd und dem Falken schenkt er keinen Blick.

 

Drei Monate lang bekommt der Vogel weder Wasser noch Brot. Er sitzt im Dunkeln und schnappt nach Luft. Am Ende hält er es nicht länger aus. „Lasst mich raus!“ ruft er. Da hebt Geirröd den Deckel, und wer sitzt in der Truhe? Kein anderer als Loki, einer der Asen, der noch dazu Odins Milchbruder ist.
„Wenn du schwörst, dass du nicht versuchst zu fliehen, und machst was, ich verlange, dann lasse ich dich raus“, brummt Geirröd. „Ich schwöre es“, antwortet Loki, richtet sich auf und streckt seine Glieder. Das zerfledderte Falkenkleid fällt von ihm ab und bleibt auf dem Boden der Truhe liegen.

 

Endlich bekommt der arme Gott etwas zu essen und zu trinken. Geirröd will wissen, was es in Asgard Neues gibt, und Loki berichtet ihm vom Klatsch der Götter. Der Riese schenkt ihm ein Glas nach dem andern ein, und bald ist Loki sturzbetrunken – kein Wunder nach seiner langen Hungerkur.
Sie sprechen von alten Zeiten. Damals herrschte noch eitel Freundschaft zwischen Asen und Trollen, und sie gingen miteinander zur Jagd und zum Fischen. „Aber wir sind die Ältesten“; trumpft Geirröd auf. „Die Riesen waren ja die allerersten Geschöpfe. Unsere Sippe ist älter als die Berge und älter als das Meer. Hat er das vergessen, euer einäugiger Götterhäuptling? Hat er vergessen, wie wir einmal fast Blutsbrüder geworden wären, damals in der Urzeit, als die Riesenmutter Besla ihm ihre Zitzen hinhielt?“
„Davon will er schon lange nichts mehr hören“, seufzt Loki und Geirröd brüllt: „Dann solltet ihr euch lieber einen andern Häuptling wählen! Einen, der sich noch daran erinnern kann, wo er herkommt! Loki, wie wär’s mit dir? Deine Eltern waren Trolle, und zwei von deinen Brüdern leben hier in Jotunheim. Du und kein anderer sollte König und Häuptling in Asgard sein!“
„Das meine ich auch“, greint Loki. Da fällt Geirröd ihm ins Wort: „Aber solange Thor, der Donnergott, wie ein Wilder mit seinem verdammten Hammer herumtobt, kann es mit euch keinen Frieden geben.“ – „Das meine ich auch“, seufzt Loki. „Trink noch ein bisschen Met“, sagt Geirröd und schenkt ihm nach. Doch da ist Loki schon eingeschlafen. Der Kopf ist ihm auf die Tischplatte gesunken, und er schnarcht so laut, dass der ganze Saal davon widerhallt.
Am andern Morgen fliegt Loki davon. „Aber vergiss nicht, was du mir geschworen hast“, ermahnt ihn Geirröd. „Habe ich dir etwas geschworen?“ fragt Loki, denn er kann sich an nichts erinnern, so dröhnt ihm der Schädel. „Ich habe versprochen, dir zu helfen, damit du König in Asgard wirst.“, sagt Geirröd ernst, „Und dafür hast du versprochen, dass du mir Thor herbeischleppst – wie, das ist deine Sache! – damit ich ihm alle Knochen brechen und ihn einsperren kann – in dieselbe steinerne Truhe, in der du so lange gewohnt hast.“
Und Geirröd droht ihm mit seinem Zeigefinger, der voller Warzen ist: „Dass er mir aber ja ohne seinen Hammer kommt, und ohne seinen Zaubergürtel, und ohne seine eisernen Handschuhe!“
„Das soll ich dir versprochen haben?“ fragt Loki und wird bleich. „Du hast es geschworen“, knurrt Geirröd und seine beiden Töchter nicken dazu; sie seien dabei gewesen, sie hätten es selbst gehört, sie seien Zeugen.
Auf dem Heimweg fliegt Loki vorsichtig und nur knapp über den Baumwipfeln, denn er hat einen gewaltigen Kater. Was habe ich nur getan, denkt er. Doch er weiß auch: Versprochen ist versprochen. Derjenige, der seinen Eid bricht, hat den Tod verdient. So hat Odin es bestimmt.

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Als Loki nach Hause kommt, mit kalten Füßen und Reif am Schnabel, wird er von Sygin, seiner Frau, und seinen Söhnen freudig empfangen. Sie sind erleichtert, ihn nach so langer Zeit wiederzusehen. Aber niemand fragt ihn, wo er sich aufgehalten hat. Sie sind daran gewöhnt, dass Loki kommt und geht, wie es ihm passt, und dass er nie mehr erzählt, als er will. Diesmal aber sagt er nichts.
Am andern Tag schleicht er sich in die große Küche von Walhall, um sich umzuhören. Neugierig war Loki schon immer, und er weiß, dass es die Köche und die Mägde sind, die man fragen muss, wenn man erfahren will, was es am Sitz der Götter Neues gibt. Zum Beispiel, dass Thor gerade von einer Seefahrt heimgekehrt ist, mit ein paar bösen Schrammen, weil ihn auf einer Insel im Nordmeer eine Horde von Wolfsfrauen mit Eisenstangen überfallen hat.
Aber auch aus Mitgard gibt es Neuigkeiten. Die Dienstboten haben gehört, dass immer mehr Huldren auftauchen, die die Menschen aufsuchen und allerlei Unheil stiften. Alle schütteln den Kopf und fragen sich, was wohl aus dem Menschengeschlecht werden soll, wenn das so weiterginge. Vielleicht würden die Leute in Mitgard bald selber wie die Huldren aussehen, mit langen Kuhschwänzen und einem Rücken, der so hohl war wie ein Viehtrog?
„Ach was“, sagt Loki und steht auf. „Soweit kann es nicht kommen, genauso wenig wie die Menschen je zu Göttern werden. Und es ist schließlich kein Wunder, dass sich Gegensätze anziehen, auch wenn es Odin nicht passt. Er will uns verbieten in Jotunheim Liebkosungen zu sammeln, wie wir es seit eh und je getan haben.“
„Vielleicht will er die Riesentöchter nur für sich behalten“, grinst einer der Küchenjungen. „Das glaube ich kaum“, sagt ein anderer. „Es ist ja schon ewig her, dass der einäugige Ziegenbock, dort in Jotunheim ins Bettstroh gehüpft ist.“
„Früher“, ruft Loki, „da war Odin der geilste und wildeste von uns allen.“ – „Oh“, sagt eine von den Mägden, „feurig und verrückt ist er immer noch.“ Es ist das Kammermädchen, das bei Frigga im Dienst steht, Odins Frau, und sie weiß alles, was im Haus der Häuptlinge vorgeht. „Jedes Mal, wenn es ihm passt, verschwindet er ein paar Tage lang. Dann geht er nach Mitgard zu den Menschentöchtern. Wenn ihr wüsstet, wie er sich aufführt, sobald er merkt, dass er sich nicht mehr beherrschen kann!“ Sie wird rot und schlägt die Augen nieder. „So wie damals, als er sich an die Tochter von Billing herangemacht hat“, lacht der Koch und trocknet sich die Hände an der Schürze ab. „Ich weiß nicht mehr, von wem ich es gehört habe, aber jedenfalls hat sich unser Odin bei dieser Gelegenheit ziemlich blamiert. Er hat sich bei ihr eingeschmeichelt. Als er aber wie verabredet, zum Stelldichein kam, hitzig wie ein Ofen und geil wie ein Stier, da stürmten plötzlich ein paar Krieger mit brennenden Fackeln ins Schlafzimmer und fielen über ihn her. Sie hatte eben noch Zeit ihm ins Ohr zu flüstern: … komm wieder, mein Schatz, wenn sie fort sind. Und er ist darauf hereingefallen. Er verband seine Wunden und wartete draußen bis zum ersten Hahnenschrei. Dann schlich er sich über den Hof, an den schlafenden Wächtern vorbei, ins Haus und in ihr Bett. Es war ganz dunkel im Zimmer. Er flüsterte ihr heiße Worte ins Ohr, doch er konnte nicht sehen, wen er umarmte. Aber dann merkte er doch, dass es nicht Billings Tochter war, was sich dort auf dem Fell drehte und wand – sondern eine große Hündin, die man an den Bettpfosten angebunden hatte. und von allen Seiten hörte er Gekicher und Gelächter.“ Jetzt lacht auch der Koch und schlägt sich mit der großen Holzkeule auf die Schenkel. „Das hatte er nun davon!“
„Eine scheußliche Geschichte“, sagt Loki und spuckt auf den Boden. „Mir wird ganz schlecht, wenn ich hören muss, wie sich die Götter mit den Menschen einlassen. Das sind doch Wesen, die wir selbst erschaffen haben, kleines Kroppzeug, das wir nur in die Welt setzten, weil uns langweilig war. Mit denen ins Bett zu gehen, dass ist nicht viel besser, als schliefe man mit den eigenen Kindern.“
„Sehr richtig! Einverstanden!“ rufen die Köche, die Mägde und die Kammermädchen. „Dagegen die Riesen! Das ist etwas anderes. Die sind wie wir, die sind uns ebenbürtig. Mit einer Riesentochter ginge ich allemal ins Bett.“
„Aber Odin kann die Riesen nicht leiden. Er will nichts mehr mit ihnen zu tun haben, und wir, sagt er, sollen gefälligst auch die Finger von ihnen lassen.“
„Der soll vor seiner eigenen Tür kehren“, antwortet Loki. „Und wir sind schön feige, wenn wir es nicht wagen, ihm zu widersprechen. Erst gestern bin ich von einem Besuch bei Geirröd nach Hause gekommen. Das ist ein erstklassiger Riese, und auf seinem Hof leben zwei der herrlichsten Geschöpfe, auf die je der Mond geschienen hat. Das sind seine Töchter, die zarte Greip und die schöne Galp. Mich wollten sie ja leider nicht haben, und ich weiß auch von anderen Freiern, denen sie die Tür gewiesen haben. Die beiden Schwestern träumen nämlich von ein und demselben Mann.“
„Von wem denn?“ rufen die Mägde wie aus einem Mund. „Ist es jemand, den wir kennen?“ Loki sieht sich triumphierend um und erst nach einer langen Pause sagt er leise: „Es ist Thor, der Donnergott. Ihn wollen sie haben und keinen anderen. Und sie haben sich in den Kopf gesetzt, ihn zu teilen, so lange, wie er es aushält. Aber wir wissen ja, was aus ihm geworden ist. Ein Angsthase, der einknickt, sobald Odin, mit den Fingern schnippt. Also werden die beiden Mädchen wohl Jungfrauen bleiben, bis ihnen das Moos zwischen den Beinen wächst. Aber er weiß nicht, was er sich da entgehen lässt, der Dummkopf.“
Loki lacht höhnisch, rollt mit den Augen und schnalzt mit der Zunge wie ein Kenner, und dann geht er ohne ein weiteres Wort nach Hause. Denn er weiß genau, dass kein Tag vergehen wird, bis die Mägde herum getratscht haben, was er ihnen anvertraut hat, und bald würde es Thor zu Ohren kommen.
Und richtig, als Loki am andern Morgen, munter vor sich hin pfeifend, über den Hof geht, da springt ein Riese mit rotem Bard und wirrem Haar vor ihm aus dem Gebüsch und brüllt. „Wer behauptet hier, dass ich ein Angsthase bin?“ Es ist Thor. „Ich doch nicht“, flötet Loki. „Das muss ein Missverständnis sein. Ich habe genau das Gegenteil gesagt. Thor, habe ich gesucht, der ist nicht wie die anderen. Der lässt sich nicht von Odin herumkommandieren. Den führt keiner an der Leine! Er ist schließlich der Donnergott, der keinen fragt, wen er umarmen darf.“ Und Loki redet so lange auf ihn ein, bis er Thor besänftigt hat.
„Du hast recht<, sagt der Donnergott schließlich. „Ich mache, was ich will, und ich will sie nun einmal haben, diese beiden Schwestern. Noch heute Nacht breche ich auf nach Jotunheim. Mein Knecht Tjalve soll mich begleiten. Und du Loki, kommst auch mit und zeigst mir den Weg.“
„Aber du darfst deinen Hammer nicht mitnehmen, und auch den Zaubergürtel und die eisernen Handschuhe musst du zu Hause lassen, denn so war es mit Geirröd abgemacht.“

 

Gesagt, getan. Sie reiten heimlich in die Dunkelheit hinaus, damit niemand erfahren soll, was sie vorhaben. Aber der Weg nach Jotunheim ist weit, und so müssen sie auf halbem Weg bei einer Riesin namens Grid übernachten, die den Asen wohlgesinnt ist. Als sie hört, wo sie hinwollen, runzelt die Gastwirtin die Stirn. „Dieser Geirröd“, sagt sie, „ist ein schlauer Hund. Er hat es faustdick hinter den Ohren. Wo hast du denn deinen Hammer gelassen, den Gürtel und die Handschuhe?“ Und als sie hört, dass er mit bloßen Händen gekommen ist, schüttelt sie den Kopf. „Was fällt dir ein? Zu Geirröds Töchtern willst du? Dass die so schön sein sollen, ist mir neu. Aber bitte! Jedem seine Lust. ich will nichts gesagt haben. Nur, wie soll ich Odin unter die Augen treten, wenn ich dich mit leeren Händen zu den Riesen gehen lasse? Das ist unmöglich. Wenn du willst, borge ich dir ein paar Sachen, die ich hier im Schrank habe.“ Und sie gibt ihm ihren Zaubergürtel, ihren Stab und ein Paar eiserne Handschuhe.
Am andern Morgen kommen die drei zu einem Fluss, der unbegreiflich breit ist. Ihre Pferde müssen sie am Ufer zurücklassen und hinüberwaten. Zum Glück ist der Fluss ziemlich seicht, aber die Strömung ist stark, und es gibt gefährliche Schnellen. Thor stützt sich auf den Stab, den Grid ihm geliehen hat, und Loki und Tjalve halten sich an seinem Gürtel fest. Aber als sie in der Mitte des Flusses angekommen sind, fängt das Wasser an zu steigen.
Thor schaut sich um. Was ist geschehen? Weiter oben, wo der Fluss durch eine enge Klamm führt, steht Galp, eine von Geirröds Töchtern, mit einem Bein auf beiden Seiten der Kluft und lässt ihr Wasser rinnen. Da hebt Thor einen riesigen Felsbrocken aus der Flut, zielt, wirft und trifft mitten ins Ziel. Aber unterdessen ist das Wasser so gestiegen, dass sie das Gleichgewicht verlieren. Die Strömung reißt sie fort, sie taumeln und rudern mit Armen und Beinen. Endlich gelingt es ihnen, am andern Ufer Fuß zu fassen, wo ein Vogelbeerbaum steht. Thor ergreift ihn und zieht die beiden anderen an Land.
Nach ein paar Stunden kommen sie endlich ganz durchnässt auf Geirröds Hof an. Der Hausherr heißt sie willkommen und weist ihnen das Gästehaus zur Unterkunft an. Dort ist es kalt und dreckig, und es gibt nur einen einzigen Stuhl zum Sitzen. Thor ist einigermaßen überrascht, aber Loki lacht nur und zuckt mit den Schultern. Doch als Thor sich setzen will, merkt er, dass der Stuhl sich unter ihm rührt und zur Decke steigt. Was kann das sein? Er greift nach dem Stab, dem Grid ihm geliehen hat, und stemmt ihn mit aller Kraft gegen die Dachbalken, bis er wieder auf dem Boden gelandet ist. Da hört er ein knirschendes Geräusch und einen lauten Schrei. Das waren Galp und Greip, die beiden Töchter, die sich unter dem Stuhl versteckt hatten. Thor hat sie derart zusammengequetscht, dass sie mit verstauchtem Rücken hervor kriechen.
Tjalve schaut die beiden an und verzieht das Gesicht. „Wegen diesen beiden sind wir den langen Weg gekommen?“ sagt er. „Na ja“, gibt Loki zur Antwort, „das ist wohl Geschmackssache.“ Aber man merkt ihm an, dass ihm bei dem Ganzen nicht wohl ist; denn auch Thor runzelt jetzt die Stirn, und es ist klar, dass er Loki am liebsten eins mit dem Hammer über den Schädel gegeben hätte. Aber seinen Hammer hat er ja nicht dabei. Ein Diener kommt und meldet, dass Geirröd wünscht, seine Gäste im großen Saal zu sehen. Und zwar will er sie zu einem Kräftemessen einladen. An der Längswand hat er ein riesiges Feuer anzünden lassen, und er selbst sitzt am anderen Ende des Saals und wartet auf Thor, der ihm, ohne eine Miene zu verziehen, entgegengeht. Plötzlich nimmt der Riese eine Zange zur Hand, holt ein glühendes Eisen aus dem Feuer und schleudert es Thor entgegen. Aber der Donnergott hat eiserne Handschuhe an und fängt den feurigen Brocken auf, als wäre es ein Ball. Geirröd will sich hinter einem Balken verstecken, aber zu spät! Thor wirft die glühende Kugel zurück, mit solcher Wucht, dass das Metall durch den Balken schlägt, ein Loch durch Geirröd brennt und durch die Wand nach draußen fliegt.
„Hier haben wir nichts mehr verloren“, brummt Thor. „Und das war das letzte Mal, dass ich auf dich gehört habe, Loki, ganz gleich, ob du mir eine Liebschaft einreden willst oder einen anderen von deinen Tricks probierst!“
„Schade, dass du es so siehst“, murmelt Loki. „Obwohl ich, wie gesagt, finde, dass…“
„Halt das Maul!“ brüllt Thor. Aber so schlecht gelaunt, wie er sich anhört, ist er gar nicht. Denn nichts auf der Welt, gefällt dem Donnergott besser als eine richtige Rauferei.
So endete Lokis Gefangenschaft und Thors Brautschau, und niemand soll sagen, dass es zu ihren Zeiten soviel friedlicher als heute zugegangen ist auf der Welt.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an die Neugierigen

TA KI

Es geht und ging immer nur um Oel!


oilwarDas 20. Jahrhundert wird in die Geschichte als das Jahrhundert des Öls eingehen. 1928 besiegelten die Chefs der «7 Schwestern» durch ein Abkommen die Aufteilung der weltweiten Öllagerstätten. Heute ist die ganze Welt abhängig gemacht von diesem Grundstoff. Der Krieg um diese Ressourcen ist schon lange in vollem Gange und wird immer verzweifelter. Sehen Sie in dieser ARTE-Doku wie aus dem schwarzen Gold blutige Realität wurde.

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Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Es+geht+und+ging+immer+nur+um+Oel+/626011/detail.html

Gruß an die, die begreifen

TA KI

Merkel: EU-Steuerzahler sollen Schulden der Ukraine finanzieren


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zugestimmt, dass die EU-Steuerzahler für die Schulden der Ukraine bei Gazprom aufkommen dürfen. Dies soll zunächst durch einen Übergangskredit geschehen. Wie hoch dieser ist und wann die bankrotte Ukraine den Kredit zurückzahlen wird, soll am Dienstag in Brüssel beraten werden.

Angela Merkel beim Slowakei-Besuch mit Kollege Robert Fico am Montag: Beide Regierungschefs verlangen, dass Kiew mehr Verantwortung übernehmen müsse. Dabei soll unter anderem ein Überbrückungskredit helfen. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel wertet die Übergangslösung zwischen der Ukraine und Russland als wichtigen Schritt für eine Lösung des Gasstreits. „Wir haben ein gutes Stück der Wegstrecke bewältigt, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagte Merkel am Montag auf einer Pressekonferenz in Bratislava. Nun müsse für die Ukraine ein Überbrückungskredit bereitgestellt werden, um Gaslieferungen bezahlen zu können. Darüber werde es in den kommenden Tagen weitere Gespräche geben. „Es gibt noch Klärungsbedarf, wenngleich es auch schon schlechter aussah“, sagte Merkel bei einem Treffen mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico.

Beide Regierungschefs verlangten gleichzeitig, dass Kiew mehr Verantwortung übernehme. „Wir sind uns mit der Slowakei einig, dass jeder seinen Beitrag leisten muss“, so Merkel.

Fico sagte: „Wir haben mit der Sicherstellung des sogenannten Reverse-Flow von Gas in die Ukraine (Umkehr des Gastransits von West nach Ost) unseren Teil der Verantwortung übernommen. Aber es wird nicht so funktionieren, dass die Ukraine erwartet, alle werden etwas zur Lösung der ukrainischen Probleme tun, nur die Ukraine selbst nicht.“ Es dürfe nicht erwartet werden, dass die EU die ukrainischen Gasschulden bei Russland übernehme. Ficos Unmut ist verständlich: Die Russen hatten erst vor wenigen Tagen durchgesetzt, dass die Slowakei die Umleitung von russischem Gas in die Ukraine stoppt.

Die Ukraine und Russland verhandeln ab Dienstagvormittag in Brüssel weiter über eine Lösung im Streit um Gaslieferungen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger versucht dabei, zwischen dem ukrainischen Energieminister Juri Prodan und seinem russischen Gegenüber Alexander Nowak zu vermitteln. Die Ukraine hofft auf eine Einigung mit dem wichtigen Gaslieferanten Russland noch vor dem Winter. Moskau beharrt auf der Begleichung ukrainischer Schulden für frühere Lieferungen.

Strittig ist nach Angaben der EU-Kommission, wie viel die Ukraine für schon erfolgte Gaslieferungen zahlt und wann dies geschehen soll. Auch wie viel Gas das Land den Winter über aus Russland erhält und zu welchen Konditionen, ist noch unklar.

Petro Poroschenko hatte am Wochenende eine Einigung mit Russland auf einen „Winterpreis“ von 385 Dollar je 1000 Kubikmeter verkündet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte in Moskau der Agentur Interfax zufolge, dass über einen Preis für die kommenden fünf Monate gesprochen worden sei. Russland verlangt von der Ukraine bis zum Jahresende 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) für frühere Lieferungen, zweifelt aber an der Zahlungsfähigkeit Kiews.

Putin und Poroschenko hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, dass die EU eigentlich am besten geeignet sei, die ukrainischen Schulden bei Gazprom zu bezahlen. 

Diese Idee hatte Oettinger bereits im August ins Gespräch gebracht.

Vertreter Kiews und Moskaus wollen an diesem Dienstag unter Vermittlung der EU-Kommission in Brüssel über den Gasstreit weiterverhandeln. Auch die EU-Außenminister wollten nach Aussagen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über die mögliche Einigung auf einen Gaspreis in Luxemburg beraten. „Wir werden das nachprüfen, ob das den Tatsachen entspricht“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor dem Treffen am Montag.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/21/merkel-eu-steuerzahler-sollen-schulden-der-ukraine-finanzieren/

Gruß an die Bezahler

TA KI

Ukraine soll Streubomben eingesetzt haben


Offenbar hat die ukrainische Armee im Kampf um die Stadt Donezk Streubomben eingesetzt. Menschenrechtler beschuldigen zudem die prorussischen Separatisten, ebenfalls die geächteten Waffen zu benutzen.

Feuerwehrmänner nach einem Angriff auf Donezk am 5. Oktober. Am selben Tag soll die ukrainische Armee Streubomben eingesetzt haben

Die ukrainische Armee soll im Kampf um die von prorussischen Separatisten besetzte Stadt Donezk im Osten des Landes Streubomben eingesetzt haben. Das berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf materielle Beweise sowie Interviews mit Zeugen und Opfern.

Streubomben zerteilen sich vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze, sogenannte Bomblets. Sie verminen damit praktisch ganze Landstriche. Vor allem Kinder werden oft auch noch Jahre nach dem Abwurf zu Opfern, wenn die Munition explodiert. Der Einsatz der Bomben ist international geächtet.

Die Einschlagstellen von Raketenangriffen am 2. und 5. Oktober zeigten deutlich, dass Streumunition von Territorium abgefeuert worden sei, das von der Armee gehalten wird, berichtete die Zeitung. Dorfbewohner hätten auch Raketen mit Bomblets in ihren Feldern gefunden.

Bei den beiden Angriffen wurde den Angaben zufolge ein Schweizer Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet. Sechs Menschen seien verletzt worden. Zwischen dem ukrainischen Militär und den Separatisten herrscht seit einem Monat offiziell eine Waffenruhe, die aber immer wieder verletzt wird.

Human Rights Watch beschuldigt auch Separatisten

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte den Einsatz der Streubomben. „Es ist ziemlich offensichtlich, dass Streumunition in Wohngebieten eingesetzt wurde, besonders bei den Angriffen im frühen Oktober in Donezk“, sagte HRW-Waffenexperte Mark Hiznay. Vor allem bei Angriffen auf das Stadtzentrum von Donezk Anfang Oktober gebe es besonders deutliche Hinweise für die Verantwortung der Regierungstruppen. Hiznay: „Die militärische Logik hinter diesen Angriffen ist nicht offensichtlich, und diese Angriffe sollten aufhören, weil sie zu viele Zivilisten gefährden.“

In einem eigenen Bericht kommen die Menschenrechtler zu dem Schluss, dass Streubomben mindestens zwölf Mal gegen bewohnte Gegenden in der Ostukraine eingesetzt worden sind. Die Zahl solcher Schläge könnte aber auch höher sein.

HRW beschuldigte zudem die Separatisten, ebenfalls Streubomben eingesetzt zu haben. Beide Seiten des Konflikts seien schuldig, Angriffe durchgeführt zu haben, die „sich als Kriegsverbrechen herausstellen“ könnten.

Sollten sich die Vorwürfe gegen die ukrainische Armee bestätigen, stünde die von den USA und der EU unterstützte Regierung in Kiew unter Erklärungsdruck. Sprecher der Armee haben bislang bestritten, dass diese Streubomben einsetzt. Sie betonten, die Separatisten hätten Zugriff auf Raketensysteme aus Russland, mit denen sie Streumunition abfeuern könnten. In den beiden Vorjahren war Syrien das einzige Land weltweit gewesen, das diese Art von Waffe einsetzte.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article133494674/Ukraine-soll-Streubomben-eingesetzt-haben.html

Gruß an die Vertreter der Halbwahrheiten

TA KI

Zwei Vögel für ein Halleluja


Vögel sind auch nur Menschen – auch wenn sie nicht Auto fahren, kein Sparkonto haben und nicht jedes Wochenende shoppen gehen. Vielleicht sind sie etwas glücklicher und freudiger als wir. Und was wir schon gar nicht wahrhaben wollen: Sie sind zu unserer Freude da!

Von: Ursula Seiler

Einer der größten Philosophen der arabischen Welt heißt Abu Markub. Fast den ganzen Tag steht er irgendwo an den Ufern des Nil und denkt nach. „Ich stehe ganz friedlich, meist auf einem Bein, in der Gegend herum und lasse die Dinge um mich herum geschehen“, erläutert Abu. Dafür, dass er nur rumsteht und scheinbar nichts tut, hat er kein schlechtes Gewissen, im Gegenteil: „Große Denker waren niemals große Flitzer“, verteidigt er sich. „Wenn man in der Gegend rumflitzt, kann man nicht so gut nachsinnen.“

zuversicht

Abu steht also da – gern auch in den Papyrussümpfen und sinniert. Beispielsweise über die Zusammenhänge zwischen den Religionen – und ganz besonders innig über die Beziehung zwischen dem Judentum, dem Islam und dem Christentum. Das tut er, weil all diese Religionen gewissermaßen in seiner Heimatgegend entstanden sind. Hören wir einmal, zu welchen Schlüssen Abu Markub gekommen ist: „Ihr vergesst alle, bei diesen eher patriarchalischen Religionen, das Weibliche. Das Weibliche kommt in diesen Religionen fast nur im Jungfräulichen und im Hurenhaften vor. Die Frau hat in diesen Religionen keine sehr große Wertschätzung. Das ist nicht richtig. Das hatte die Kultur am südlichen Nil, am Weißen Nil, begriffen. Sie hat die matriarchalischen und die patriarchalischen Strukturen in einer guten Weise verknüpft. Darüber sinne ich nach.“

Abu Markub hat Kenntnis von der siebenhundertjährigen, matriarchalischen Kultur im Reiche Kusch, das in vorchristlicher Zeit im Bereich des heutigen Sudan am Nil blühte. Dort herrschten Pharaoninnen und es gab auch Pyramiden, wenn auch nicht ganz so große wie die patriarchalischen im Norden Ägyptens.

Abu Markub wüsste auch, wie die drei monotheistischen Weltreligionen sich mit dem Ur-Weiblichen wieder versöhnen könnten – würde man ihn nur um Rat fragen: „Indem ihr einen anderen Umgang mit der Sexualität lernt. Das wird das Entscheidende sein, denn Sexualität ist eine Angelegenheit, die weder nur heilig noch nur verwerflich ist, sondern sie gehört zu den normalen Lebensbedingungen der Menschen; und zwar noch eine ganze Weile. Durch eure Fixierung auf dieses Thema – entweder in der Ablehnung auf der einen Seite oder aber in der Gier auf der anderen – kommt die Missachtung der Frau in die Religion hinein, auch in das übrige Leben.“ Das Männliche und das Weibliche, so Abu Markub, müssten endlich als gleichwertig erkannt werden. „Dann würde die Fixierung auf die männliche Seite normalisiert und die Frau mehr wertgeschätzt werden. Dann würde es nicht mehr so wichtig sein, dass der Mann in Bezug auf die Frau behauptet: Sie ist mein! Eigentlich wird damit auch der Wert der Frau, wenn auch in übersteigertem Sinn, angedeutet. Denn wenn die Frau wertlos wäre, gäbe es keinen Grund, sie als Besitztum des Mannes zu bezeichnen. Insofern solltet ihr erkennen, dass die Frau sehr wertvoll ist, aber ihr solltet sie auf die gleiche Stufe wie den Mann stellen.“

Abu Markub kennt sich auch mit Tabus aus. Er sagt, die in Afrika noch immer weit verbreitete Genitalverstümmelung habe nichts mit dem Islam gemein, sondern stamme aus viel älteren Quellen. „Es geht darum, dass man das, was eigentlich einen hohen Wert hat, verstümmelt. Das kommt daher, dass die Frau und ihre Scheide als besonders magisch angesehen wurden. Da man der Frau aber diese Magie nicht gegönnt hat, hat man durch die Genitalverstümmelung die Magie auf den Mann übertragen. Die Genitalverstümmelung ist eine widerliche Praxis, die mit Kultur nichts zu tun hat.“

Der deutsche Abenteurer und Extremsportler Rüdiger Nehberg hat sich bei diesem Thema besondere Verdienste erworben. Er reiste nach Äthiopien, rief alle islamischen Würdenträger und Stammesführer zusammen und erklärte ihnen, dass die Genitalverstümmelung überhaupt nichts mit dem Islam zu tun habe und dass auch nichts dergleichen im Koran enthalten sei – und erreichte damit, dass man offiziell feststellte, Genitalverstümmelung sei Gottesanmaßung. Schließlich hat Allah die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, und das Herumschnippeln am Menschen bedeutet, dass man sich über Allah erhebt. Nehberg erreichte sogar, dass dies von den obersten Geistlichen des sunnitischen Islam in Kairo an der Al-Azhar-Universität entsprechend festgestellt wurde. Die Stammesführer sind nun gehalten, dies den Menschen in ihrem Bereich mitzuteilen.

Abu Markub gibt preis, dass er versucht habe, Nehberg unbewusst für diese grandiose Leistung zu inspirieren. „Ich habe ihm die Zugänge zu diesem Thema und zu den entsprechenden Menschen geschaffen.“

Abu Markub ist für die Afrikaner ein Heiliger. Das ist auch der Grund, weshalb er nicht gejagt wird. Im Übrigen ist er ein „Mann“ der Tat, nicht nur der Worte. Selbst lebt er die Gleichberechtigung in vollkommener Weise: Einmal brütet er, einmal seine Frau. Denn Abu Markub ist von Beruf Schuhschnabel (das ist die deutsche Übersetzung seines arabischen Namens) und gehört zur Gattung der Schreitvögel.

Wenn Sie, lieber Leser, nun denken, die ZeitenSchrift spinnt, dann kann ich das gut nachvollziehen. Wobei ich den Ball weitergeben müsste und sagen, die Flensburger Hefte spinnen. Stammen die Informationen doch aus deren drittem Band der Gespräche mit Tieren. Eigentlich sind wir allen Kommunikationen mit höheren Wesen oder Welten gegenüber extrem kritisch – das meiste davon ist nicht, was es vorgibt zu sein. Einiges spricht dafür, dass Verena Staël von Holstein keine abgedriftete Spiritismus-Tante ist, hat sie doch so Bodenständiges wie Vermessungswesen und Hydrographie studiert und arbeitete als Programmiererin und in der Seevermessung. Dass sie schon als Kind Naturwesen sehen konnte, erschien ihr als normal und sie macht in keiner Form ein Geschäft aus ihrem „Gewerbe“ – auch nicht in Sachen Ruhm. Sie scheut jede Form der Öffentlichkeit und möchte ein so unbehelligtes Leben wie möglich führen.

Wenn sie mit einem Tier spricht, dann wendet sie sich an die Seele dieses Tieres, die bei höher entwickelten Spezies durchaus individuelle Züge aufweist. Eine Seele, die „eigentlich ein ziemlich hochstehendes geistiges Wesen“ ist. „Eine solche Seele“, so Staël von Holstein, „hat auch ein einzelnes Tier. Mit dieser Seele kann man sprechen. Und diese Seele kann auch nicht vergessen. Die äußere wissenschaftliche Forschung hat schon mehrfach belegt, z.B. bei Elefanten, dass Tiere nicht vergessen können. Das ist eigentlich der schlüssige Beweis, dass Tiere am Allwissen teilnehmen. Normalerweise brauchen sie, um ihren Alltag zu bewältigen, das Allwissen nicht.“ Denn natürlich denkt ein Schuhschnabel nicht pausenlos über die von ihm erwähnten Themen nach. „Wenn sie aber in eine solche Sondersituation kommen, dass sie für Menschen, sogar zur Veröffentlichung, interviewt werden, dann schließen sie sich blitzschnell an das Allwissen an, denn auch jedes höher entwickelte Tier ist nicht dumm. Jeder Besitzer einer Katze oder eines Hundes weiß, dass diese Tiere eigentlich ziemlich schlau sind. Mit einem Regenwurm funktioniert das allerdings nicht. Der hat zwar auch eine Seele, aber die ist fast genauso weit weg wie sein Ich. Wenn wir mit niederen Tieren sprachen, so hat sich meist das Tier-Ich, also das Große Tier oder der Engel eingeschaltet. Denn die einzelne Seele eines niederen Tieres bekomme ich nur sehr schwer zu packen.“

Befragt, ob die Seele eines solch höheren Tieres dann einfach in der ätherischen Welt, dem Allwissen und in der Akasha-Chronik nachschaue, wenn sie durch eine entsprechende Menschenfrage auf etwas verwiesen werde, antwortet Staël von Holstein, dass es sich dabei um drei verschiedene Bereiche handle: „Die ätherische Welt ist nicht unbedingt identisch mit der Akasha-Chronik, auch nicht identisch mit dem Allwissen. Das Allwissen und die Akasha-Chronik sind Geschwister. Die Akasha-Chronik ist das Archiv des Allwissens. Das Allwissen selbst ist die Sphäre des Wissens, die die Erde umgibt, die auf der einen Seite von den Menschen angezapft werden kann, andererseits genauso von den Menschen bestückt wird. Genauso wird die Sphäre des Allwissens aber auch von höheren Naturwesen und von geistigen Wesen – bildlich von oben – bereichert. In dieser Sphäre sind die Ideen, die um die Welt schweben und in das Bewusstsein einzelner Menschen treten – im Guten wie im Bösen. Die Sphäre des Allwissens ist moralfrei. Diese Sphäre kann sowohl von der guten als auch von der schlechten Seite genutzt werden. Moral bringen erst wir Menschen dort hinein. Die ätherische Welt ist diejenige Welt, in der die Lebenskräfte weben.“

„Viele Menschen haben an mich die Frage: Wie machen Sie das eigentlich? Dabei schwingt auch immer ein gewisser Zweifel mit. Wenn ich Besuch habe, kommen die Leute oft mit dieser Frage auf den Lippen. Wenn sie dann einmal miterlebt haben, wie ich mit den Naturwesen spreche, ist diese zweifelnde Frage verschwunden. Das habe ich bis jetzt niemals anders erlebt.“ Im Übrigen würden die Gespräche für sich sprechen.

Wenn sie mit einer einzelnen Tierseele spreche, so Staël von Holstein, dann geschehe es schon ab und zu, dass auch das „Große Tier“ hinzukomme. Als „Großes Tier“ bezeichnen wir jenes Wesen aus der Naturengel-Hierarchie, welches die Gesamtheit seiner Tierart beseelt, lenkt und leitet. Dieser Naturengel ist in Wahrheit das, was die Wissenschaft „Instinkt“ nennt. Der Naturengel – meist mit dem Sanskrit-Wort „Deva“ bezeichnet – ist es, der den Zugvögeln den richtigen Zeitpunkt vermittelt, wann und wo sie sich zu versammeln und gen Süden zu ziehen haben. Er begleitet sie auch auf ihrem Weg – und er, sein Wesen und seine Energie sind es, die sich auch im Einswerden des Schwarms manifestieren: Jeder Vogel ist dann nur noch eine zentral gelenkte Zelle im großen Schwarm-Organismus. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Schwarmvögel sehr oft, wenn sie landen, sich schütteln und plustern – sie gehen von der Zelle im Gesamtorganismus wieder in ihre Individualität über. Die Schwarm-Kommunikation findet auf elektromagnetischer Ebene statt und kann daher durch eine gewisse Menge an Elektrosmog in der Luft auch gestört werden.

Wenn sich also ein Tier beim „Interview“ etwas überfordert fühlt, kommt das Große Tier hinzu und hilft beim Beantworten der Fragen. Wie beim Menschen ist die Intelligenz der Tiere unterschiedlich ausgebildet. Während beispielsweise der tanzbegabte Paradiesvogel und der Strauß nicht gerade Intelligenzbestien seien, sind Spechte oder Raben ziemlich klug, aber lange nicht so intelligent wie Papageien.

Wie der Papagei plappern lernt

„Wir sind die klügsten Vögel“, sagt denn auch Ferdi, ein hellroter Ara, stolz von seiner Art. Wie hoch entwickelt Papageien sind, zeigt sich auch in ihrem Sozialverhalten. „Wir haben keinen Chef und benehmen uns auch ohne Chef gut. Wir sind der durchlichtete Freundesverband, wir sind alle Gleiche unter Gleichen. Wir ehren das Alter, lassen die alten Aras immer vor und trotzdem gibt es unter uns keine Streitigkeiten, weil jeder von uns genügend eigenständige Persönlichkeit hat und nicht dauernd etwas von einem anderen abgucken muss. Ein solches Sozialverhalten gibt es sehr selten unter Vögeln“. Aras haben auch kein festes Revier. Warum das so ist, erklärt Ferdi so: „Wir sind Weltbürger! Die ganze Welt ist unser Revier! Wir sind überall dort, wo das Licht hinscheint. Am liebsten sind wir aber dort, wo das Licht einmal am Tag direkt von oben kommt. Überall dort, wo die Sonne einmal am Tag den Boden küsst, sind die Aras zu Hause.“ Diese starke Lichteinstrahlung in der Äquatorgegend sei auch der Grund für die Buntheit seines Gefieders. „Da die Farbigkeit in den Tropen einmal pro Tag um die Mittagszeit direkt von oben in die Erde eintätowiert wird, ergeben sich bei den Aras diese wunderschönen Farben.“ Diese Beziehung zum Licht, das immer auch eine inspirative Qualität habe, sei auch der Grund dafür, dass die Aras „sprechen“ lernen können. Wobei es sich dabei lediglich um ein Nachahmen handelt.

Ferdi: „Ich kann auch einen Staubsauger nachmachen. Wenn ein Mensch eine Katze im Haus hat und ich einen Staubsauger nachmache, ist die Katze verschwunden. Katzen mögen keine Staubsauger. Katzen finden Staubsauger grässlich. Wenn wir einen Menschen sprechen hören und dies nachsprechen wollen, müssen wir üben. Wir beginnen immer mit Teilen des Lautgebildes und setzen mit der Zeit alles richtig zusammen. Wir können nicht gleich das gesamte Wortgeräusch nachahmen. Wir hören immer wieder hin, dann üben wir, wie es den Vögeln allgemein zu Eigen ist. Auch eine Amsel nimmt Melodien anderer Vögel oder Geräusche von Menschen in ihren Gesang auf, wenn sie diese regelmäßig hört.“ Wobei der Ara durchaus unterscheiden kann, ob er etwas richtig oder falsch nachspricht – „sonst könnte ich ja durch Üben nicht besser werden. Den Sinn verstehe ich nicht.“

Die Reaktion der Menschen ist ihm dabei keineswegs egal: „Nein, das ist mir nicht egal, weil ich ein geselliges Tier bin. Und so suche ich durch meine Äußerungen, die Wesen um mich herum zu motivieren, dass sie sich mit mir beschäftigen. Normalerweise sind wir ja viele, sitzen nebeneinander und kuscheln miteinander und deswegen schmusen wir auch mit Menschen. Wir brauchen Körperkontakt. Wie gesagt, den Sinn des Wortes verstehe ich nicht, ich merke aber schon, ob ein Mensch darauf positiv oder negativ reagiert. Wenn ihr mir ein übles Wort beibringt und darauf positiv reagiert, werde ich meinen, dass dies etwas Positives ist. Ich spreche nicht bedeutungs-, sondern nur situationsbezogen. Ich kann wissen, wenn ich jeden Morgen zu einem Menschen immer das Gleiche sage, dass er dann positiv reagiert.“ (Hierbei sei angefügt, dass die Kommunikation mit Verena Staël von Holstein auf einer Ebene stattfindet, die über der Wörtersprache liegt. Sie geschieht sehr schnell und in übersprachlichen Begriffen oder Gedanken. Es ist an ihr, das Empfangene jeweils in menschliche Sprache zu kleiden.)

Da die Aras so gesellige Vögel sind, brauchen sie unbedingt Gesellschaft, wenn sie vom Menschen gehalten werden. „Deswegen sind Käfige mit einsamen Aras, um die sich niemand kümmert, etwas ganz Hässliches“, sagt Ferdi. „Dann beginne ich, mir die Federn auszureißen. Denn dann werde ich melancholisch und will nicht mehr schön sein. Wenn man mir aber einige Gesellen in den Käfig gibt oder ein Mensch sich sehr intensiv um mich bemüht und eine Freundschaft zwischen Papagei und Mensch entsteht, dann bin ich auch dem Menschen ein guter Gefährte – und der Mensch mir. Denn der Mensch tut viele verrückte und spannende Sachen für mich. Außerdem hat der Mensch keinen Schnabel. Warum habt ihr keinen Schnabel? Warum habt ihr einen so unpraktischen Mund?“

Wolfgang Weirauch (der Interviewer): „Das weiß ich nicht.“

Ferdi: „Ihr könnt euch nicht am Mund aufhängen, ihr könnt damit keine Nüsse knacken. Außerdem habt ihr nicht eine so kräftige Zunge wie wir. Wir sind nämlich sehr bewusste Vögel und ein Teil dieses Bewusstseins geht in unsere Zunge hinein.“

Papageienpärchen bleiben übrigens das ganze Leben zusammen. Und unter den Männchen gibt es auch keine Rivalenkämpfe. „Organisiert euch Menschen doch auch so, wie wir es tun“, rät Ara Ferdi. „Dann wird es unter euch kaum noch Streit geben. Unser einziger Feind ist der Mensch.“

Was die Amsel unanständig findet

raubvögelPapageienpärchen bleiben übrigens das ganze Leben zusammen. Und unter den Männchen gibt es auch keine Rivalenkämpfe. „Organisiert euch Menschen doch auch so, wie wir es tun“, rät Ara Ferdi. „Dann wird es unter euch kaum noch Streit geben. Unser einziger Feind ist der Mensch.“ Das ist besonders tragisch, da das Vogelreich dem Menschen ein Freund sein will und sein Lied meist für den Menschen singt. Zwar sind die Morgengesänge der Vögel eine Hymne an die Sonne – das Göttliche – das einen neuen Tag schenkt, doch ansonsten singt ein Vogel zu des Menschen Erquickung. Das sagt auch die Amsel, deren Gesang fast nur noch von der Nachtigall übertroffen wird. Meist ist es der Amselmann, der singt, weil das Weibchen ja mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt ist. Und singen und brüten geht nicht zusammen, jedenfalls nicht im Vogelreich. „Das Singen ist uns so wichtig, dass wir während dessen alles andere lassen. Nach euren wissenschaftlichen Vorstellungen ist das Singen sehr unnütz, nach unseren Vorstellungen ist alles andere unnützer als das Singen“, stellt Amseldame Nanine für ihre Gattung im Gespräch klar.

Die Amsel ist dem Menschen sogar aus dem Wald in seine Wohngebiete gefolgt, damit sich der Mensch an ihrem herrlichen Gesang erfreuen kann: „Mein Gesang wird erst dann richtig gut, wenn er wahrgenommen wird. Du würdest ja auch nicht im Wald einen Vortrag halten, da dort keine Menschen sind, die dir zuhören. Wir singen für das Herankommen des Ichs, und das Menschen-Ich ist gegenwärtiger als unser Ich.“ Sprich, die Amsel ehrt mit ihrem Gesang das im Menschen, was göttlich ist.

Wobei sie gelegentlich auch dem Schabernack nicht abgeneigt ist. Nanine beispielsweise ahmt gerne den Klang einer Fahrradklingel nach: „Ich wohne hier bei der Wassermühle und der Sohn dieses Hauses findet es sehr spannend, mit seiner Fahrradklingel zu klingeln. Ich habe gelernt, das Klingeln der Fahrradklingel nachzumachen. Deshalb singe ich inmitten meines Gesangs auch wie eine Fahrradklingel. Ich kann natürlich auch sehr amselig singen, vor allem auch sehr melodiös; aber immer wieder baue ich in meine Melodiebögen ein Fahrradklingeln ein. Das ist deswegen relativ nett, weil die Menschen sich dann immer umschauen und das Fahrrad suchen.“

— Ende des Artikelauszugs —

Die wilden Götter Sagenhaftes aus dem hohen Norden – Kapitel 5


Der Donnergott

Nach Odin ist Thor der mächtigste unter den Göttern. Wenn er mit seinen Böcken über den Himmel fährt, dann bebt die Erde, und die Berge erzittern. Thor ist der Gott des Donners. Aber er ist auch der Beschützer der Menschen. Er hilft ihnen, wenn ihnen die Riesen drohen. In der Stunde der Gefahr wenden sich die Menschen an Thor.
Es sind aber nicht nur die fremden Ungeheuer, mit denen Mitgard zu kämpfen hat. Mit den langen Jahren des Friedens und des Vertrauens unter den Menschen ist es nämlich vorbei. Ein neues Geschlecht ist, wie Odin es wollte, herangewachsen; stärker und ausdauernder als seine Vorfahren, aber auch gnadenloser und gefährlicher. Jetzt weiß Thor nicht mehr, wem er trauen und an wen er sich halten soll, Denn jetzt kämpfen Menschen gegen Menschen; die Kinder nehmen es mit den Eltern auf, und Brüder stechen auf Brüder mit dem Messer ein.

midgardschlange

Eine wilde und kriegerische Zeit ist angebrochen. Die Leute haben sich voneinander abgewandt. Jeder zieht eine Grenze zwischen sich und andern. Alle versuchen, soviel Hab und Gut wie möglich an sich zu raffen. In kleinen und großen Banden ziehen sie in Mitgard umher und schlagen sich um Felder und Weideland. Sie streiten sich um Wälder und Bootsplätze, ja sogar wegen öder Klippen und nackter Felskuppen geraten sie sich in die Haare. Mein und dein- darum geht es ihnen, und um nichts anderes.
Doch wenn dann endlich die Schwerter und Streitäxte ihr Werk getan haben, wenn die Überlebenden davon gehinkt oder fortgesegelt sind und die Toten verlassen auf der Walstatt zurückbleiben oder wie leere Säcke auf dem Wasser schwimmen, dann kreisen nicht nur die Geier und Raben über dem Schlachtfeld. Etwas Neues und Unerhörtes ist auf der Welt erschienen; eine Schar von himmlischen Reiterinnen, welche die gefallenen Krieger heimsuchen. Frauen in eiserner Rüstung sind es, die zu den Toten niederfahren.
Das sind die Walküren, von Odin, dem König der Götter, gesandt um unter den Gefallenen die Besten, die Mutigsten, die Stärksten zu suchen. Sie betten die Toten vor sich auf den Rücken ihrer Pferde und ziehen mit ihnen davon durch die Lüfte. Über die große Regenbogenbrücke bringen sie ihre Beute nach Asgard, der Götterburg, die wie ein Berg im Zentrum der Welt hochragt.
Odin erwartet sie und nimmt die Toten entgegen. Sie haben bewiesen, dass sie tapfere Krieger sind, dass sie wenn es um den Kampf Mann gegen Mann geht, vor keiner Gefahr zurückschrecken. Deswegen erweckt Odin sie zu neuem Leben. Von nun an sollen sie in seinem Dienst stehen, ein gewaltiges Heer von Untoten, die jedem Feind gewachsen sein werden: Die eine Hälfte soll in Walhall wohnen, die anderen werden bei Freia in Folkwang hausen.
Damit sie nicht aus der Übung kommen, leitet Odin selber seine Truppe an. Morgens legen die Kämpfer Helm und Harnisch an, dann stellen sie sich auf dem Hofplatz von Walhall auf, und das Hauen und Stechen nimmt seinen Anfang. Aber ob es ihnen damit tödlicher Ernst ist? Sie lachen und scherzen, während sie miteinander kämpfen; denn das Spiel mit Speer und Axt ist ihre größte Freude. Um die Mittagszeit, wenn Andrimne, der Koch sie zum Essen ruft, zeigt sich, dass der blutige Streit ihnen nichts anhaben konnte. Zwar haben sie einander manchen Arm und manches Bein abgehackt, aber die fehlenden Glieder werden einfach wieder zusammengefügt, das ganze Heer stürmt freudig den Festsaal, und die Gegner lassen sich als Freunde brüderlich nieder, um zu essen und zu trinken.
Jeden Tag lassen sie sich dasselbe Gericht servieren: gekochtes Schweinefleisch mit Speck. Das ist ihnen ganz recht, denn es ist ihre Lieblingsspeise, Sonderbar ist nur, dass ein und dasselbe Schwein ist, das sie tagaus, tagein verzehren. Es ist nämlich der berühmte Eber Särimne, den der Koch Andrimne jeden Morgen von neuem schlachtet und kocht, und er steht am Abend jedes Mal wieder springlebendig da und grunzt fröhlich und zufrieden in seinem Koben.
Die schönen, stolzen Walküren schenken den Helden Met ein, soviel sie nur haben wollen. Den Met liefert eine Ziege, die Heidrun heißt; sie steht auf dem Dach Walhalls und nährt sich vom Laub der Weltesche Yggdrasil. Aus ihrem Euter rinnt der Met in Strömen. Man darf nur nicht vergessen, immer genug Eimer und Kessel unter sie zu stellen!
Odin ist immer in der Nähe. Mit seinen beiden Wölfen Geri und Freke bei Fuß und den zwei Raben Hugin und Munin auf den Schultern spaziert er in seinem gewaltigen Heerlager herum. Die von den Toten auferstandenen Kämpen sehen zu ihm auf. Sie bewundern ihn; denn sie wissen, dass sie sich keinen besseren Häuptling wünschen könnten. Sie geben ihm viele neue Namen. Einmal nennen sie ihn den Rabengott, dann wieder nennen sie ihn Ygg oder Flammenauge, Herjan oder Walvater. Das gefällt Odin sehr. Er redet von nichts anderem mehr als vom großen Krieg, der bevorsteht, der letzten Auseinandersetzung mit den Mächten der Finsternis. Früher oder später wird es soweit sein, denn die Nornen haben diesen Kampf vorhergesagt, und die Nornen irren sich nie. Auch alle Stern – und Mondzeichen deuten darauf hin. Wer in den Eingeweiden der Tier zu lesen versteht, der weiß, dass dieser Krieg unvermeidlich ist. Jedes Mal, wenn Odin die Augen schließt, sieht er den Untergang der Welt vor sich. Drachen, Lindwürmer, Trolle und Wölfe, suchen ihn im Schlaf heim.
Auch die andern Asen wissen, dass es gilt, auf der Hut zu sein, und dass sie so viele Hilfstruppen brauchen, wie nur aufzutreiben sind. Doch nach und nach bringen die Walküren immer mehr Kämpfer mit nach Asgard. Das Heer der Untoten wächst und wächst, und fast wird es den Asen zuviel. Es wird eng auf der Götterburg. Vorbei sind die schönen Zeiten, wo jeder genug Platz hatte. Damals konnte man nach Herzenslust Feste feiern, ohne dass einem die Menschen auf die Zehen traten!

 

Loki, Frei, Thor und sein Stiefsohn Ull sind eines Morgens zur Jagd gegangen, und es gibt für sie nur ein Thema, das Gedränge, das neuerdings in Asgard herrscht. Die vier Götter sind weit nach Norden geritten, und jetzt sind sie am Meeresstrand angekommen. Der Winter ist früh hereingebrochen und der Fjord ist zugefroren. Wie immer ist es Loki, der einen kühnen Einfall hat. „Wenn wir schon in unserer eigenen Burg nicht mehr in Ruhe feiern können- wie wäre es, wenn wir uns an den Meeresriesen Ägir hielten? Vielleicht können wir ihn dazu bringen, dass er ein großes Fest für alle Asen ausrichtet? Keiner soll besseres und stärkeres Bier brauen als er, und er wohnt nicht weit von hier.“
Thor will dieser Vorschlag ganz und gar nicht gefallen. „Die Zeit, da Asen und Riesen miteinander am Tisch saßen, ist längst vorbei.“, murmelt er, „Und es ist auch gar nicht sicher, ob er Lust hat, uns einzuladen.“
„Aber mein Lieber“, lächelt Loki und klopft ihm auf den Rücken, „du wirst doch wohl stark genug sein, um ihm klarzumachen, dass ihm nichts anderes übrigbleibt!“
Die vier Götter springen von Eisscholle zu Eisscholle über den weiten Fjord. Aber in der Mitte klafft eine Lücke. Die See rings um die Insel. auf der Ägir wohnt, friert nie zu. Deshalb wird sein Hof auch Unkühle genannt, will heißen, der Ort, an dem es nie friert. Aber einer von den vieren, nämlich Frei, weiß Rat. Er zieht etwas Kleines aus dem Sack, das wie eine Nussschale aussieht. Aber kaum setzt er es aufs Wasser, da wird es größer und größer, und am Ende wächst es sich zu einem großen Schiff aus. Er hat mit Vorbedacht den Skidbladner mitgebracht, das magische Fahrzeug, da immer Wind in den Segeln hat, dasselbe, das einst zwei Zwerge für die Asen gebaut haben. Die vier gehen an Bord und steuern auf die Insel des Seeriesen zu.
Nun ist Ägir ein sehr mächtiger Troll. Seine Brüder sind Wind und Feuer. Ein Feind der Götter ist er nie gewesen, und so nimmt er die Gäste freundlich auf. Nur Ron, seine Frau, wirft ihnen scheele Blicke zu. Jeder kennt sie und weiß, wie böse und gefährlich sie ist. Ihr größtes Vergnügen ist es, Seeleute in ihrem großen Netz zu fangen, um sie dann mit sich in die Tiefe zu ziehen. Das Trollpaar hat neun Töchter, jede von ihnen ist eine Welle, und allesamt sind sie ebenso schön, wie ihre Mutter hässlich ist, Sogar Odin, heißt es, habe sich in eine von ihnen verliebt, damals, als die Welt noch jung und unschuldig war. Auch will es ein Gerücht, dass er mit ihr ein Kind gezeugt hat, nämlich seinen Sohn Heimdall, den geheimnisvollsten unter den Asen, der manchmal verkündet: „Neun Mütter habe ich, und neun Schwestern haben mich geboren.“ Aber wie soll das zugegangen sein? Wer in aller Welt kann so viele Mütter haben? Ägirs Töchter wollen nichts davon wissen, und auch Odin schweigt sich, wie es seine Art ist, darüber aus.
Besonders angetan ist Ägir nicht von dem Vorschlag, die Asen zu einem Fest einzuladen. „Es sollte euch doch nicht schwerfallen, andere und bessere Wirtsleute zu finden“, sagt er. Doch die Asen bleiben bei ihrem Wunsch und am Ende muss der Troll nachgeben; denn schon hat er gemerkt, dass Thor mit seiner Geduld am Ende ist. Seinen Augenbrauen, die sich drohend zusammenziehen, sieht man es an. „Also meinetwegen“, sagt Ägir, „aber nur unter einer Bedingung!“ – „Wenn es etwas Einfaches ist, warum nicht.“, die Götter nicken.
„Wenn Thor wirklich durstig ist, leert er ganz allein die tiefsten Brunnen aus. Das weiß doch jeder! Kein Kessel ist groß genug für seinen Durst. Wie soll ich euch da bewirten? Ich brauch einen Trog, der so riesig ist, dass ich das ganze Bier für euer Fest auf einmal brauen kann. Das ist doch nicht zuviel verlangt.“
Die Götter sehen sich an. Wie sollen sie diese Bedingung erfüllen? Es ist doch klar, dass es einen so großen Kessel nicht geben kann. Der Seeriese lacht. „Wenn ihr fertigbringt, was ich verlange, dann gebe ich nicht nur in diesem Winter ein Fest für euch; ihr könnt jedes Jahr wiederkommen!“ Mit diesen Worten winkt er ihnen zum Abschied.
Als die vier aber in Asgard ankommen, fragen sich die Asen, warum Thor wohl so grimmig dreinblickt.
„Was hast du nur? Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?“ Aber Thor schweigt. Nur Loki findet nichts dabei, zu berichten wie Ägir sie zum Narren gehalten hat.
Selbst Odin lächelt, als er die Geschichte hört. Doch Tyr eilt dem Donnergott zu Hilfe. „Wir werden diesem Riesen schon noch zeigen, wer hier den Kürzeren zieht! Ich glaub, ich weiß, wo wir einen so riesigen Braukessel finden können.“, sagt er leise. „Als ich klein war, hat Hyme, der Riese – ihr kennt ihn doch! – einen Kessel haben soll, der ein paar Meilen tief ist. Den wollen wir uns holen. Aber allein werde ich das nicht schaffen. Wer will mich begleiten?“ Da zögert Thor keinen Augenblick. Er will unbedingt mit von der Partie sein.
Sogleich spannt er die Böcke vor sein Fuhrwerk, und die beiden machen sich auf den Weg. Tyr weiß, wohin sie sich wenden müssen, nach Nordosten. Die Räder schlagen Funken, und sie fahren mit Dröhnen und Grollen über den Himmel. Tief unter ihnen liegt ein kleiner Hof im Gebirge. „Dort sollten wir landen und die Böcke absetzen“, sagt er, „denn sonst sieht Hyme uns schon von weitem kommen, und mir wäre es lieber, wenn wir ihn überraschen.“
Die Leute auf dem Hof haben sich versteckt. Aber als sie sehen, dass es Tyr ist, der auf dem Hofplatz steht, kommt der Bauer mit seinen beiden Töchtern herbeigelaufen. Er verspricht, die beiden Böcke gut zu hüten, und leiht den beiden Asen Skier, damit sie gut über die hohen Berge hinweg weiterkommen.
„Du kennst dich ja erstaunlich gut aus hier in der Gegend“, sagt Thor, als sie eine Weile gelaufen sind.
„Ich bin doch hier aufgewachsen“, antwortet Tyr, „und was man als Kind gesehen hat, vergisst man nie wieder.“ Weiter geht es an gefrorenen Wasserstellen und Gletschern vorbei. Keiner von beiden sagt ein Wort. Erst als der Abend anbricht und sie sich durch eine Schneehöhle gegraben haben, in der sie übernachten wollen, sagt Tyr: „Morgen sind wir da. Dann werde ich meinen Vater und meine Mutter wiedersehen, zum ersten Mal, seit ich erwachsen bin.“ – „So?“, sagt Thor. „Wie kann das sein? Ich habe immer gedacht, wir wären Brüder?“ – „Dass ich nicht von Friggas Fleisch und Blut bin, das ist doch kein Geheimnis“, erwidert Tyr mit einem schiefen Lächeln, „nur glauben alle, dass Odin mein Vater ist. Wenn es nur so wäre! Aber meine Mutter die Riesenfrau, hat sich zwar mit ihm ins Bett gelegt, aber Kinder hat sie keine von ihm bekommen. Übrigens konnte ich schon laufen, als sich die beiden zum ersten Mal trafen. Ich weiß noch, wie sie Odin beschworen hat, er möge mich nach Asgard mitnehmen und wie seinen eigenen Sohn erziehen. Das sei für alle das Beste, hat sie gesagt. Und so ist es dann auch gekommen.“
Thor nickt, aber weiß vor Verlegenheit nicht, was er sagen soll. „Weißt du“, sagt Tyr. „es ist nicht wahr das alle Trolle Übeltäter sind. Unsereins kann so gut wie ihr unterscheiden zwischen Gut und Böse. Es kommt nur darauf an, wie sich einer entscheidet. Und du wirst zugeben, dass ich es verdient habe, einer von den Asen zu sein.“ Er weist auf seinen verstümmelten Arm, der am Handgelenk endet. „Ja“, sagt Thor mit ernster Miene, „deine beste Hand hast du geopfert, um den Fenriswolf zu fesseln. Keiner von uns ist tapferer als du.“ – „Ihr habt es gut.“, gibt Tyr ihm trocken zurück, „Ihr habt nie beweisen müssen, auf welcher Seite ihr steht – obwohl es wahrhaftig Asen genug gibt, deren Mütter irgendwo in Jotunheim zu Hause sind. Nur dass ich der einzige bin, der ganz und gar von den Trollen abstammt.“
Thor will ihn trösten und legt ihm beide Hände auf die Schultern. „Mach dir nichts daraus.“, sagt er. „Das alles bleibt unter uns. Du kannst mir alles sagen.“
Tyr schaut ihm fest in die Augen und erklärt: „Der Riese Hyme, den wir Morgen aufsuchen, das ist mein Vater. Und was meine Großmutter angeht, so hat sie neuhundert Köpfe.“ – „Und wenn sie tausend hätte, was geht mich das an!“ brummt Thor.
„Du bist immer mein Bruder gewesen, und Brüder wollen wir auch in Zukunft bleiben.“
Aber in dieser Nacht kann keiner von beiden schlafen. Tyr denkt an seine Kindertage auf Hymes Hof, und Thor grübelt, wie sonderbar es mit der alten Feindschaft zwischen Asen und Trollen bestellt ist. Das sind doch beides uralte Geschlechter, älter als die Menschen und Tiere, älter als die Berge und das Meer. Wann mögen sich ihre Wege getrennt haben, und warum? Solche Fragen könnte höchstens Odin beantworten. Er wüsste, warum die Asen stets alles ordnen wollen, aufbauen, etwas Neues schaffen, während die Riesen immer nur alles durcheinanderbringen, einreißen und zerstören. Die Trolle, denkt Thor, haben ein kaltes Herz, sie sind im Dunkeln zu Hause. Manche von ihnen scheuen das Licht der Sonne und können es nicht ertragen. Wenn es ihnen zu hell wird, erstarren sie zu Stein.
Doch dann fällt ihm wieder sein Blutsbruder Tyr ein, und er muss ihm recht geben. Nicht alle Riesen sind böse und grausam. Immer noch kommt es vor, dass Asen und Trolle einander in Freundschaft begegnen. Thor weiß, dass Odin so etwas nicht gerne sieht. Der Götterkönig hat sie gewarnt. Er sagt, die Zeit, da Asen und Riesen einander vertrauen konnten, neige sich ihrem Ende zu. Und trotzdem kommt es wie in alten Zeiten vor, dass ein Ase sich auf Freiersfüßen nach Jotunheim schleicht. Wer sagt denn, dass die Riesenfrauen alle hässlich sind? Thor denkt an die Trolltochter Eisenscher, die er, kaum ein Jahr ist´s her, gekannt hat. Ihr Bauch ist warm wie eine Schäre in der Sonne, und ihre Schenkel sind stark, wie zwei Türpfosten. Nie hat er eine Frau geliebt, die so stolz und lüstern war wie sie.

 

Am andern Tag kommen sie auf Hymes Hof an. Schon in der Halle erwartet sie die Großmutter mit den neunhundert Köpfen – ein wahres Monster. Aber auch Tyrs Mutter ist da. Sie weint vor Freude über das Wiedersehen mit ihrem Sohn. Hyme kommt erst am Abend zurück von der Jagd. „Versteckt euch dort drüben hinter dem Pfosten“, rät sie den Asen. „Mein Mann kann ziemlich heftig werden, wenn er Gästen begegnet, die er nicht erwartet hat.“
Mit so schweren Schritten, dass die Bohlen dröhnen, tritt der Riese ein. Eiszapfen klirren in seinem gefrorenen Kinnbart. „Willkommen zu Hause, mein Lieber“, ruft Tyrs Mutter mit einem Lächeln. „Wir haben Besuch bekommen, als du fort warst. Unser Sohn, an den wir so oft gedacht haben, hat eine lange Reise angetreten, um uns aufzusuchen, und er hat den Donnergott persönlich mitgebracht, den Beschützer der Menschen und Feind aller Unholde. Dort sitzen die beiden, hinter dem Pfosten.“ Aber als Hyme das hört, wird er rot vor Zorn, denn auf Thor ist er nicht gut zu sprechen. Er wirft einen so scharfen, bösen Blick auf die Gäste, dass der Pfosten splittert und der Querbalken bricht. Acht Pfannen stürzen von der Wand auf die Köpfe der Götter und zerspringen an ihren Schädeln.
Schon springt Thor auf und will zurückschlagen. Der Schaft Mjölners, seines Hammers, zuckt in seiner Hand. Aber Tyr legt ihm die Hand auf die Schulter. „Erst müssen wir ihn soweit bringen, dass er uns verrät, wo er seinen großen Kessel hat“, flüstert er. Die Asen wissen sich zu beherrschen. So gelassen bleiben sie, dass sich am Ende auch Hyme beruhigt. Aber nach wie vor glotzt er Thor böse an. Dieser Besuch ist ihm gar nicht recht, und von seinem Sohn will er offenbar auch nichts wissen. Trotzdem befiehlt er, drei Kälber zu schlachten.
„Gäste hin oder her, ein bisschen was zu essen müssen wir haben!“ sagt er mürrisch. Im Nu hat Thor ganz allein zwei Kälber verschlungen.
„Wie soll ich derart verfressene Gäste füttern?“ fragt sich Hyme am nächsten Morgen, und er beschließt, dass es von nun an nur noch Fisch geben wird. Er macht sein Boot bereit, um auf Fang zu gehen. „Ich komme mit!“ ruft Thor. „Wenn es sein muss“, brummt Hyme. „Aber für deinen Köder musst du selber sorgen.“ Da geht Thor in den Stall und dreht dem größten Ochsen mit einer Hand den Hals um, schleppt den Kopf ins Boot und rudert, dass es um den Bug nur so schäumt. Bald sind sie so weit draußen auf dem Meer, dass Hyme anfängt, sich zu ängstigen. Weit und breit ist kein Land mehr in Sicht, und wenn das Boot kentern sollte, wäre es zu weit, um schwimmend das Ufer zu erreichen.
Da tauchen vor dem Boot plötzlich zwei Wale auf. Hyme wirft seine Angelschnur hinaus und fängt beide. Er lacht und sieht Thor herausfordernd an, als wollte er sagen: Mach es nach, wenn du kannst! Thor hat sich achtern hingesetzt. Er befestigt den Ochsenkopf an der Angelrute und wirft ihn hundert Faden weit hinaus. Sogleich beginnt das Meer zu kochen. Wogen, so hoch wie Berge, schütteln das Meer, und aus der See erhebt sich ein fürchterliches Haupt. Es ist der Kopf der Mitgardschlange, die Thor am Haken hat. Das Ungeheuer brüllt, dass das Meer erzittert, und giftige Flammen züngeln aus seinem Maul, aber Thor holt mit letzter Kraft die Schnur ein. Als der Schlangenkopf an der Dollbord schlägt, hebt er seinen Hammer und trifft das Ungeheuer zwischen die Augen. Durch ganz Jotunheim dröhnt das Geheul der Schlange. Hyme ist so erschrocken, dass er sich fast die Zunge abbeißt. Als Thor zum zweiten Mal mit dem Hammer ausholt, hält es den Riesen nicht mehr. Er zieht sein Messer aus der Scheide und kappt die Schnur. „Warte nur, Thor, es kommt die Zeit, wo ich dich besiegen werde!“ gurgelt die Schlange. Der Donnergott winkt ihr zum Abschied mit dem Hammer, und sie ruft ihm zu: „So wird es geschehen, denn so ist´s gewahrsagt und so steht´s geschrieben!“ Stöhnend und seufzend versinkt das Monster im Meer. „Nach Hause“, ruft Hyme, der an diesem Fischzug wenig Gefallen gefunden hat.

 

Als das schwere Boot knirschend den Sand des Ufers streift, sagt der Riese: „Was ist dir lieber, Thor? Willst du unsern Fang nach Hause tragen oder mein Boot an Land ziehen?“ Thor würdigt ihn keiner Antwort, hievt den Kahn samt Ruder und Schöpfeimer – und den beiden Walen – aus dem Wasser und trägt ihn auf den Schultern über Stock und Stein bis vor die Haustür.
Hyme sieht es mit Neid und will dem Donnergott am Zeug flicken. „Rudern kannst du“, sagt er, „Lasten schleppen auch, aber das ist noch lange keine wirkliche Kraftprobe. Schau dir diesen Becher an! Glaubst du, dass du den zerbrechen kannst? Versuch es doch, wenn du Muskeln in den Knochen hast und nicht nur Fett!“
Das lässt sich Thor nicht zweimal sagen. Er drückt und presst, aber der Becher bleibt ganz. Er schmettert ihn mit voller Wucht gegen einen steinernen Pfeiler, aber nicht der Becher zerbricht, sondern der Pfeiler stürzt ein. Tyrs Mutter, die ihm zugeschaut hat, flüstert ihm ins Ohr: „Der größte Dickschädel auf der Welt, das ist mein Mann. Wirf den Becher gegen seine Stirn, und du wirst sehen, was geschieht.“ Das tut Thor und diesmal zerbricht der Becher in tausend Stücke.
Hyme ist benommen. Der Kopf schwindelt ihm. Er ist wütend darüber, dass er den stärksten Becher eingebüßt hat, den er je besaß und brüllt: „Das ist noch gar nichts! Ich weiß eine Probe, die du nie und nimmer bestehen wirst.“ Auf diese Herausforderung haben die Asen nur gewartet, denn jetzt zeigt Hyme ihnen, wo er seinen riesigen Braukessel versteckt hat. „Wer ihn haben möchte, der kann ihn meinetwegen mitnehmen“, ruft er lachend. Er ist fest davon überzeugt, dass keiner das Monstrum von der Stelle bewegen kann.
Tyr versucht es, aber auch beim zweiten Mal rührt sich der Kessel nicht vom Fleck. Dann ist Thor an der Reihe. Im Spagat stellt er sich über das Gefäß und spannt die Beine so weit, dass er kopfüber in den Kessel fällt. Mit letzter Kraft erhebt er sich, und nun ruht das Beutestück auf seinen Schultern. Wankend, macht er sich auf den Weg. Tyr bleibt gerade noch Zeit, seine Mutter zum Abschied zu umarmen, dann eilt er seinem Blutsbruder nach.
Weit sind die beiden aber nicht gekommen, da hören sie in ihrem Rücken Waffenlärm. Hyme setzt ihnen mit einem ganzen Heer von vielköpfigen Trollen nach. Aus jeder Geröllhalde stoßen neue Riesen zu seiner Schar. Thor legt den Kessel weg und greift zu seinem Hammer. Mjölner ist eine furchtbare Waffe, denn er trifft stets sein Ziel und kehrt jedes Mal in die Hand, die ihn geworfen hat, zurück. Es dauert nicht lange, bis die Verfolger den aussichtslosen Kampf aufgeben. Nun können die beiden Asen ihren Weg in aller Ruhe fortsetzen. Wenn es bergab geht, setzen sie sich auf den hinteren Henkel und rutschen auf dem Kessel zu Tal.
Dann aber geraten sie in ein Nebelfeld, und auf der Suche nach dem Bauernhof, wo Thor seine Böcke gelassen hat, verirren sie sich. Nachdem sie stundenlang umhergetappt sind, lichtet sich der Nebel, und sie merken, dass sie weit draußen an der Küste angekommen sind, nicht weit von der Stelle, wo der Riese Ägir wohnt. „Das trifft sich gut“, sagt Tyr. „Dort soll der Kessel hin, damit Ägir keine Ausrede mehr bleibt. Hier hast du ihn, du Meerestroll“, ruft er über den Fjord. „Fang nur beizeiten an zu brauen. Die Asen sind durstig!“ Mit diesen Worten schleudert er den Kessel über das Wasser, mit solcher Kraft, dass er über die glatte Fläche springt und springt, bis er auf Ägirs Insel landet, als wäre er einer von den Steinen, wie sie die Kinder am Strand auf die See hinauswerfen.

 

Nun trennen sich die beiden Weggefährten. Tyr will auf dem schnellsten Weg zurück nach Asgard, aber Thor muss noch seine beiden Böcke abholen. Unterwegs in den Bergen hört er einen Mann um Hilfe rufen. Auch der hat sich im Nebel verirrt. Im Schneesturm ist er im Geröll gestürzt und hat sich verletzt. Wenn Thor ihm nicht geholfen hätte, wäre er verhungert oder erfroren. „Wie heißt du?“ fragt er ihn. „Aurwandil ist mein Name“, flüstert der Mann und zeigt auf seine Zehe, die sich schon blauschwarz verfärbt hat. Thor versteht sogleich, dass der Wundbrand auf das ganze Bein übergreifen wird, wenn er nicht sofort handelt.
„Es geschieht zu deinem Besten“, sagt er und bricht ihm die verletzte Zehe ab, so dass das Blut sauber und frisch aus der Wunde fließen kann. Damit das Opfer nicht umsonst ist, wirft er die Zehe hoch in den Nachthimmel und erschafft aus ihr einen neuen Stern. Der heißt seitdem Aurwandils Zehe, aber heute nennen ihn viele den Orion.
Erst am Nachmittag des folgenden Tages erreichen die beiden den Bauernhof, wo Thor zu seiner großen Freude die beiden Böcke bei bester Gesundheit antrifft. Warum schlachtet er sie dann, zieht ihnen das Fell ab und kocht sie? Warum bittet er alle am Hof, sich an den Tisch zu setzen und mitzuessen? Das sagt er nicht. Doch die Ziegenhäute legt er sorgsam vor den Kamin zum Trocknen und von allen, die mitessen, verlangt er, dass sie alle Reste auf die Felle werfen. „Dass ihr mir vorsichtig mit den Gebeinen umgeht!“, ruft er, „Nicht einmal das winzigste Knöchelchen darf zerbrechen.“ Aber der Bauer hat zwei Kinder, einen Sohn, der Tjalve, und eine Tochter, die Roskva heißt, und die beiden hören nicht auf Thor.
So kommt es, dass Tjalve, der an einer Keule nagt, vor lauter Hunger mit dem Messer darauf einhackt, weil er das Mark aus dem Knochen schlürfen will.
Noch bevor der Morgen graut, steht Thor auf, nimmt seinen Hammer zur Hand und schwingt ihn über den Ziegenfellen. Sofort stehen die beiden Böcke wieder auf, so lebendig wie eh und je. Allerdings- einer von ihnen lahmt am Hinterlauf. Thor wird rot im Gesicht vor Wut, und die Knöchel seiner Hand werden weiß, so fest hält er den Hammer, denn er versteht sehr wohl, was geschehen ist. Einer der Schmausenden hat sich nicht an seinen Befehl gehalten! Der Bauer und seine Leute flehen um Gnade. Als er die Angst in ihren Augen sieht, lässt Thors Zorn nach, doch um eine Buße sollen sie nicht herumkommen. Der Bauer muss ihm seine beiden Kinder, Tjalve und Roskva, überlassen. Von nun an sollen sie ihm folgen. ganz gleich, wo er hingeht! Und so kommt es auch.
Zu dritt nehmen sie nun Abschied und fahren nach Asgard. Thor führt den Wagen an, Tjalve und Roskva nehmen die Böcke an die Leine. So schnell geht es voran, dass die Kinder gar nicht auf die Idee kommen, zu jammern. Sie denken an das Abenteuer, das vor ihnen liegt. Hat der Donnergott ihnen nicht versprochen, dass sie beim großen Fest dabei sein dürfen, das bei Ägir stattfinden soll?

 

regin der mächtige

Unterdessen hat sich Odin wieder auf eine seiner Reisen begeben. Jedes Mal wenn ihn seine grüblerischen Gedanken heimsuchen, setzt er sich auf sein achthufiges Pferd Sleipnir, das ebenso leicht auf dem Wasser, wie in den Lüften dahingaloppiert, und reitet so schnell davon, dass nicht einmal der Wind es mit ihm aufnehmen kann. Diesmal führt in sein Ausflug weit nach Jotunheim, ins Land der Riesen. Als er gerade umkehren will, tritt ihm ein Riese namens Rugne in den Weg. Auch er kommt hoch zu Ross daher, und er ist berühmt für sein Geschick im Umgang mit den Pferden.
Die beiden Reiter wechseln ein paar Worte. Beide behaupten, ihr Pferd sei das Beste auf der Welt. „Nicht umsonst heißt meines Gullfachse“, prahlt der Riese. „sieh nur wie sein Fell glänzt!“ – „Du kennst meinen Sleipnir nicht“, antwortet Odin. „was gilt die Wette, dass er schneller ist als deine Mähre?“
„Das wird sich zeigen! Ich halte dagegen“, ruft Rugne und gibt seiner Gullfachse die Sporen.
Aber Odin überholt ihn und hält seinen Vorsprung auf dem ganzen Weg nach Asgard. Rugne ist so hitzig, dass er gar nicht merkt, wohin die Reise geht, bis auch er mitten in der Götterburg angekommen ist. Schon eilen die Asen mit Speer und Axt herbei, doch Odin lächelt und sagt: „Diesmal soll der Troll nicht wie ein Feind, sondern wie ein Gast aufgenommen werden.“
Also wird Rugne nach Walhall eingeladen, und die Asen setzen ihm die großen Hörner vor, aus denen Thor zu trinken pflegt. Der Riese leert sie, eins nach dem andern, mit einem Zug, und bald ist er ziemlich betrunken. Nun nimmt er, wie es seine Art ist, große Worte in den Mund. „Wartet nur“, schreit er, „wenn ich nach Hause gehe, nehme ich euer ganzes Walhall unter dem Arm mit nach Jotunheim. Dort soll mir euer Haus als Hundehütte für meine Jagdmeute dienen. Und euer Asgard will ich im Meer ersäufen. Mit jedem von euch werde ich fertig, Keinen Gott und keine Göttin will ich am Leben lassen. Nur Siv und Freia, die will ich verschonen, und jede zweite Nacht will ich sie im Bett haben!“
Er säuft und säuft, während er seine Drohungen brüllt. Anfangs lachen die Asen und ihre Kämpfer über ihn, doch allmählich wird ihnen seine Prahlerei zu dumm. Freilich, er ist immer noch ein gefährlicher Gegner, und nur Freia wagt es, ihm nachzuschenken.
In eben diesem Augenblick kommt Thor von seiner weiten Reise nach Hause. Er ist ziemlich schlecht gelaunt, und was er in Walhall sieht, ist nicht dazu angetan, ihn aufzuheitern. „Wer hat diesem widerlichen Troll erlaubt, unser Haus zur Bude eines Säufers zu machen?“ ruft er „Und wie kommt Freia dazu, dem Schwätzer die Hand zu geben?“ – „Odin selber hat mich eingeladen“, antwortet Rugne. „Trotzdem wirst du es noch bereuen, dass du zu uns gekommen bist“, brummt Thor und greift nach dem Hammer in seinem Gürtel. „Du hast wohl für uns Riesen nichts übrig“, lacht Rugne, „dein Hass sitzt tief, wie mir scheint. Aber wie war das im vergangenen Frühjahr, als du die Trolltochter Eisenscher getroffen hast? Da saß wohl etwas anderes noch tiefer als der Hass, denn nun läuft sie mit dem dicksten Bauch von ganz Jotunheim herum.“
Thor steht der Zorn ins Gesicht geschrieben: denn es gefällt ihm nicht, dass die Asen von dieser Liebschaft hören. Vor allem ärgert es ihn, dass seine Frau Siv davon erfährt. Schon wiegt er seinen Hammer in der Hand, und es hat nicht viel gefehlt, da hätte er ihn dem Riesen an den Kopf geworfen. Aber Rugne ruft ihm zu; „Ehrlos ist es, einen waffenlosen Gegner umzubringen. Du weißt genau, dass ich zu Hause meinen Schild und meinen Wetzstein liegen habe. Hätte ich ihn mitgebracht, dann würde ich über deinen Hammer nur lachen. Auf der Stelle würde ich dich zum Zweikampf fordern.“ – „Wann und wo du willst“, sagt Thor. „Gut“, brüllt der Troll, “du triffst mich auf halber Strecke am Wegweiser zu meinem Hof.“
Noch nie hat jemand gewagt, Thor zum Zweikampf herauszufordern. Er ist so überrascht von dieser Dreistigkeit, dass er sofort einwilligt. Rugne ist derart betrunken, dass er sich kaum aufrecht halten kann; die Gastgeber müssen ihm helfen und ihn auf sein Ross setzen. So schaukelt der Riese nach Hause.

 

Die beiden Kinder vom Bauernhof haben dem Spektakel atemlos zugesehen. Nun bringt sie Thor in ihr neues Heim, nach Trudwang, wo Siv sie erwartet. Mit großen Augen schauen sie sich um, denn Thors Haus ist größer als alles, was sie sich bisher träumen ließen. Fünfhundertvierzig Zimmer hat es. „Kein Wunder“, murmelt Roskva, „dass ihr jemanden braucht, der hier Ordnung hält.“ Die goldhaarige Siv nimmt die beiden freundlich auf. Bald, denkt sie, werden sie sich auch mit ihren eigenen Kindern, Trud, der Tochter, und Mude, dem Sohn, gut verstehen.
Alle in Trudwang hüten sich, auch nur ein Sterbenswörtchen über Eisenscher zu verlieren. Nur Loki, der wie immer Bescheid weiß, kann seine Zunge nicht im Zaum halten. Sein alter Groll gegen Thor will sich Luft machen, und hier sieht er eine gute Gelegenheit, dem Hausherrn einen Streich zu spielen. Sogleich macht er sich auf den Weg ins Land der Riesen, um Eisenscher zu besuchen. „Weißt du, wer mich zu dir geschickt hat? Thor! Er vergeht vor Sehnsucht nach dir. Du sollst sobald wie möglich nach Trudwang kommen, damit dein Kind dort zur Welt kommen kann.“
Und weil Eisenscher ihm Glauben schenkt, klopft sie eines schönen Tages an der Pforte von Trudwang an. Siv ist von diesem Besuch keineswegs erbaut, und sie ist drauf und dran, der Fremden die Tür zu weisen. Aber dann bemerkt sie, dass Loki in der Ecke steht und sich ins Fäustchen lacht. Den Triumph, sie gekränkt zu sehen, will sie ihm auf keinen Fall gönnen. Lieber öffnet sie und lässt die Trollfrau ins Haus. Noch in derselben Nacht gebiert Eisenscher ihren Sohn Magne.
Sie weiß zu berichten, dass es in Jotunheim nur noch ein Gesprächsthema gibt: den Zweikampf zwischen Thor und Rugne. Alle rätseln darüber, wer ihn gewinnen wird, denn schließlich ist Rugne der stärkste Riese, den die Trolle je hatten.
„Sein Kopf ist aus Stein“, behauptet Eisenscher, „genau wie sein Herz, das zackig ist und drei Ecken hat. Und damit nicht genug! Die Riesen haben sich zusammengetan, um ihm einen Helfer zu machen, der ihn auf dem Kampfplatz begleiten soll, und zwar ist das ein Mann aus Lehm, neun Meilen hoch und drei Meilen breit über der Brust. Den haben die Trolle zum Leben erweckt und ihm das Herz einer Stute eingepflanzt.“
Als das die Asen hören, wird ihnen zweierlei zumute. Nur Loki lacht. „Na ja“, sagt er, „wer weiß, vielleicht wird unser Fest bei Ägir mit einem Leichenschmaus enden; fragt sich nur für wen.“ – „Sei still!“ ruft Odin, der das Schicksal nicht herausfordern möchte. „Übrigens, wenn Rugne mit einem Knappen anrückt, bringen wir auch unsere Helfer mit. Das ist nur recht und billig.“ Und er zeigt stolz auf das gewaltige Heer der Untoten. „Bessere Krieger gibt es auf der ganzen Welt nicht.“ Das wiederum hört Thor nicht gern. „Mag mein Vater es mit den Untoten halten; ich jedenfalls habe für lebendige Menschen mehr übrig. Ich nehme den jungen Tjalve mit.“ – „Was?“, fragt Loki grinsend. „Mit einem kleinen Jungen willst du den Riesen besiegen?“
Als der Tag der großen Kraftprobe gekommen ist, haben sich viele Asen und Trolle am Schauplatz versammelt. Der wilde Rugne ist mit einem starken steinernen Schild angetreten und hat seinen gewaltigen Wetzstein mitgebracht. Neben ihm ragt einer in die Höhe, der fast noch gefährlicher aussieht; ein enormer Riesenkerl aus Lehm mit Füßen wie Felskuppen und einem Dickschädel, der bis in die Wolken ragt.
Aber wo bleibt Thor? Ein Junge kommt über das Feld gelaufen, und ruft dem Troll zu. „Ich habe dir etwas Wichtiges zu sagen!“ Der Riese weiß nicht, wer Tjalve ist, und er ist überrascht, dass sich ein kleiner Mensch zu ihm auf den Kampfplatz wagt. Er beugt sich zu ihm hinab, um besser zu hören. „So wie du deinen Schild vor dich hinhältst, wirst du sicher den Kürzeren ziehen“, sagt Tjalve ihm ins Ohr. „denn Thor hat schon von weitem gesehen, wie du dastehst. Ich weiß was er vorhat. Er hat sich nämlich einen Stollen unter der Erde gegraben, und wenn er in deiner Nähe angekommen ist, greift er dich von unten an:“ – „Das soll ihm nichts nützen“, brüllt Rugne, legt seinen Schild auf den Boden und springt mit beiden Beinen darauf. Aber da hört man ein Donnern und ein Dröhnen und schon zeigt sich Thor, Odins Sohn. Aus einer dunklen Wolke schießt er hernieder, aufrecht im Wagen stehend, die Zügel in der einen, den Hammer in der andern Hand. Sein roter Bart leuchtet wie Feuer, und ein Sturmwind peitscht seine Böcke voran.
Jetzt greift Rugne wutentbrannt nach seinem Wetzstein. Der Goliath aus Lehm aber erschrickt so sehr über den rollenden Donner, dass er das Wasser nicht halten kann. Nach allen Seiten sprudelt es heraus, und auf dem Leib des Riesen zeigen sich nasse Flecken.
Jetzt schleudern die beiden Kämpfer einander ihre Waffen entgegen. Thor seinen Hammer, Rugne seinen Wetzstein. Dröhnend prallen Eisen und Stein aufeinander. Der Wetzstein zerspringt in tausend Scherben, die wie ein Hagelschauer über der ganzen Welt zu Boden fallen. Heute noch kann man an allen Küsten sehen, wo sie niedergegangen sind, an den spitzen Schären, die aus dem Meer ragen.
Einer der Splitter aber hat Thor am Kopf getroffen, mit solcher Wucht, dass er aus seinem Wagen stürzt. Den Treffer überlebt er, bleibt aber benommen liegen, und kriechend versucht er, wieder in die Höhe zu kommen. Siv und ihre Kinder kreischen vor Angst, und Eisenscher, die ihrem Säugling Magne die Brust gibt, jammert. Aber mit Rugne nimmt es ein viel schlimmeres Ende. Thors Hammer spaltet ihm den Schädel, und der Riese fällt tot um. Jetzt jubeln Siv und Eisenscher und reichen sich vor Freude die Hand.
Doch der gefällte Riese stürzt so, dass einer seiner schweren Füße quer auf den Hals des Donnergottes zu liegen kommt. Thor ist eingeklemmt und kann sich nicht mehr rühren. Tatenlos muss er zusehen, wie der junge Tjalve nun ganz allein den Kampf mit dem Goliath aus Lehm aufnimmt. Aber der zeigt sich ebenso ängstlich und feige, wie er groß und abscheulich ist, und der Junge bringt es fertig ihn umzulegen. Daran kann man wieder einmal sehen, dass es in dieser Welt nicht auf den Brustumfang und die Schuhgröße ankommt. Als die Trolle sehen, wie das Monster in Stücke springt, schlagen sie sich in die Büsche, und manche, die einen Schwanz haben, schleifen ihn mutlos hinter sich her.

 

Nun kümmert sich Tjalve um seinen Herrn Thor, der immer noch unter dem Fuß von Rugne daliegt. Er versucht, das Bein des Gefallenen hoch zu heben, aber das geht über seine Kräfte. Die Asen eilen herbei, um ihm zu helfen, aber der Riesenfuß bewegt sich nicht; es ist als wäre er festgenagelt. Alle kratzen sich am Kopf und überlegen, was sie tun sollen. Auch Siv und Eisenscher sind herbeigeeilt. Der kleine Magne, Eisenschers Sohn, der erst drei Tage alt ist, findet, dass er nun genug Milch getrunken hat. Er lässt die Brust der Mutter los, wischt sich zufrieden den Mund ab, und springt aus ihren Armen. Dann krabbelt er zu Thor hin und greift nach dem Fuß des Riesen. Mit einem Ruck hat er ihn in die Höhe gehoben und seinen Vater befreit. „Schade, dass ich so durstig war“, sagt er, „sonst hätte ich den dummen Troll mit meinen bloßen Fäusten erschlagen.“
Thor ist so stolz auf seinen kleinen Sohn, dass er ihm auf der Stelle Rugnes Pferd, die herrliche Gullfachse zum Geburtstag schenkt. Das will Odin nur halb gefallen. Er räuspert sich und sagt: „Wäre es nicht besser, ein so wunderbares Ross mir zu überlassen? Soll sie denn wirklich in die Hände eines hergelaufenen Trollkindes fallen?“ Aber Thor lacht nur über diesen Einfall und drückt den kleinen Magne an sein Herz. „Mag schon sein, dass er ein Trollkind ist, aber wer sein Vater ist, das steht fest!!“ Odin macht sich wortlos auf den Heimweg, doch Thor und Tyr, die Blutsbrüder, zwinkern sich verständnisinnig zu. Sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können.
Thor ist immer noch halb betäubt vom Schlag des Wetzsteins, der in seinem Kopf festsitzt, und niemand weiß wie man ihn herausholen soll. Er legt einen Arm um Siv, und den andern um Eisenscher. Auf sie gestützt, kehrt er heim nach Trudwang, gefolgt von den Kindern. „Du warst auch nicht schlecht“, sagt Magne, spuckt weit aus und klopft Tjalve anerkennend auf den Rücken.
Unterwegs begegnet ihnen eine alte Frau, die berühmt ist für ihre magischen Künste. Sie legt ihre Hand auf den Wetzstein und singt und kräht die stärksten Zauberreime, die sie kennt. Nach einer Weile spürt Thor, wie der Stein sich langsam löst. Da fällt ihm ein, dass auch er der Alten etwas zu bieten hat. Denn sie ist mit Aurwandil verheiratet, dem Wanderer, den Thor hoch im Norden verwundet im Eis gefunden und gerettet hat, „Du hast dir sicherlich Sorgen um ihn gemacht“, sagt er, „aber keine Angst! Er wird sicherlich bald gesund nach Hause kommen.“ Da ist die Alte außer sich vor Freude, dass sie darüber die letzten Strophen ihres Zauberreims vergisst und nicht mehr weiterweiß. Und so bleibt der Wetzstein wieder stecken.
Solange er lebt, wird Thor nun mit diesem Andenken an den Kampf mit Rugne herumlaufen müssen. Deshalb heißt es bis auf den heutigen Tag, dass man nie einen Wetzstein fortschleudern darf, denn dann rührt sich der Riesensplitter in Thors Stirn, und der Geplagte fängt an zu wüten. Mit einem Donnergott der Kopfweh hat, ist aber nicht zu spaßen. Freund und Feind tun gut daran, sich vor ihm zu hüten.
Trotz allem steht es nicht so schlecht um Thor, dass er nicht von Herzen gern mitgekommen wäre, als Ägir endlich sein Bier im Kessel des Riesen fertig gebraut hat und die Asen zum großen Fest lädt. Alle finden sich ein, sogar Odin lässt sich zu diesem Ausflug überreden.
Der Festsaal auf Ägirs Hof heißt Brime, und das heißt soviel wie „Der Schäumende“. Er macht seinem Namen alle Ehre, denn zu trinken gibt es mehr als genug. Die Biertonnen gleiten auf den Tischen hin und her und schenken ganz von selbst nach, sobald ein Becher geleert ist. Um den großen Saal zu erleuchten, braucht es kein Feuer und keine Fackeln, denn Ägir hat ihn mit Gold verkleidet, das so rein ist, dass es im Dunkeln leuchtet. Auch Tjalve und Roskva sind eingeladen, und der kleine Magne sitzt auf Thors Schoß und trinkt mit seinem Vater um die Wette. Selten haben die Asen ein so vergnügliches Fest gefeiert.

 

Quelle:
Den Text stellte Peter Trouvain vom Forum „Nordische Mythologie“ dankenswerterweise zur Verfügung.
Website: nordische-mythologie.aktiv-forum.com

Quelle: http://www.manfrieds-trelleborg.de

Gruß an das Mystische

TA KI

Im Dickicht der Spendenindustrie


spendenindustrieAlleine in Deutschland und Frankreich werden jährlich rund 8 Milliarden Franken gespendet. Aber wie viel von diesem Geld kommt tatsächlich bei den Bedürftigen an? Und wer verdient noch an der Spendenbereitschaft der Menschen? Die Dokumentation folgt konsequent dem Fluss des Geldes von der Spende bis zum Empfänger. Dabei hinterfragt Filmemacher Joachim Walther die Strukturen einer ganzen Industrie, die vom Mitleid lebt.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Im+Dickicht+der+Spendenindustrie+de+/641584/detail.html

Gruß an die, die überlegen wem sie helfen

TA KI