Die Schuld der anderen


360986-STasiNach dem Freudenjubel über den Mauerfall kam der Kater. Auch damals vor 25 Jahren begann mit dem Ende der DDR die Aufarbeitung der Vergangenheit. Zentrales Thema sind die berüchtigten Stasi-Akten – zumindest das, was nicht Windeseile vernichtet wurde. Es bleiben viele Fragen über die Schuld und Unschuld ehemaliger Stasi-Mitarbeiter, die bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Die+Schuld+der+anderen+de+/644821/detail.html

Gruß an die Stasi

TA KI

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Nato wirft Russland massiven Aufmarsch vor


Die Nato wirft Russland eine massive Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine vor. „Wir sprechen von Truppen, Ausrüstung, Artillerie und sehr modernen Flugabwehrsystemen“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande eines Treffens mit EU-Verteidigungsministern in Brüssel. Es handele sich um einen ernstzunehmenden Aufmarsch.russische-soldaten-in-der-naehe-der-ukrainischen-grenze

Der Nato-Chef warf dem Kreml erneut vor, mit Streitkräften auch direkt in der Ostukraine zu operieren. „Wir sehen, dass Russland die Ukraine weiter destabilisiert.“ Mit Blick auf eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts forderte Stoltenberg Russland dazu auf seine Truppen wieder zurückzuziehen.

Zu Lösungsmöglichkeiten für den Konflikt sagte Stoltenberg: „Die Krise ist durch Handlungen Russlands verursacht worden. Russland hat die Wahl – es kann zu einer friedlichen Lösung auf dem Verhandlungsweg beitragen oder es kann weiter den Weg der Isolation gehen.“

Lob für Kanzlerin Merkel

Sowohl die Europäische Union als auch die Nato würden sich weiter für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen. Dabei hob der Generalsekretär des westlichen Verteidigungsbündnisses besonders das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Versuche auf Russland einzuwirken hervor.

Die Nato und die Ukraine werfen Russland seit Wochen vor, die prorussischen Rebellen im Osten des Landes mit Waffen und Soldaten zu versorgen. Die Regierung in Moskau bestreitet

Unterdessen wollte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstag in Kiew und Moskau für die Einhaltung der Anfang September vereinbarten Waffenruhe werben. Sein russischer Kollege Sergej Lawrow machte allerdings schon vor dem Besuch klar: „Niemand erwartet einen Durchbruch.“

Rückkehr zum Abkommen von Minsk

Steinmeier forderte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk eine Rückkehr zum Abkommen von Minsk. Kern der Anfang September getroffenen Vereinbarung zwischen der Ukraine, Russland und der OSZE ist eine Waffenruhe, die aber nie eingehalten wurde.

Am Wochenende hatte unter anderem Bundeskanzlerin Merkel am Rande des G20-Gipfels in Brisbane mehrere Stunden mit Russlands Präsident Wladimir Putin über die Ukraine-Krise gesprochen. Steinmeier sagte, er wolle in Moskau ausloten, ob die Gespräche von Brisbane eine Atmosphäre erzeugt hätten, „in der wir wieder konkreter an der Minsker Vereinbarung arbeiten können“.

Russland wiegelt ab

Merkel hatte Putin nach dem Gespräch allerdings eine Politik vorgeworfen, die auf das Recht des Stärkeren setze. Zudem hatte sie davor gewarnt, dass Putin diese Politik auch auf andere Länder wie Georgien, Moldawien und Serbien anwenden könnte.

Putins Außenminister Lawrow dämpfte die Erwartungen an das Treffen mit Steinmeier, der erstmals seit Beginn der Ukraine-Krise im Februar nach Moskau reist. Russland werde den Westen nicht anflehen, die Beschränkungen aufzuheben. Russland wolle keine Konfrontation mit der EU, werde ihr aber klarmachen, dass die Sanktionen nirgendwohin führten.

Der ukrainische Regierungschef Jazenjuk hat Russland nach den Steinmeier-Besuch „ernsthafte Verhandlungen auf neutralem Gebiet“ vorgeschlagen. Wie die Nato warf er dem russischen Präsidenten vor, die Lage im Konfliktgebiet zu eskalieren, indem er mehr Truppen in die Ukraine schicke. Wenn Putin gewillt sei, „den Krieg gegen die Ukraine zu beenden“, sei Kiew bereit, die Verhandlungen fortzusetzen.

Kämpfe gehen weiter

Moskau wies den Vorschlag bereits zurück und verlangte von Kiew Verhandlungen mit den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk in der Ostukraine. Lawrows Vize Grigori Karassin wertete gegenüber Nachrichtenagentur RIA Nowosti Jazenjuks Vorstoß als Versuch, sich hinter einem „Nebelvorhang von Verhandlungsformaten“ zu verstecken, die zu nichts führten.

In der Ostukraine gehen die Kämpfe derweil weiter. Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, binnen 24 Stunden seien durch Artilleriebeschuss und Minen fünf Soldaten getötet und acht verletzt worden. In dem Konflikt sind seit April rund 4000 Menschen ums Leben gekomm

indexQuelle: http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_71835164/an-der-grenze-zur-ukraine-nato-wirft-russland-massive-aufruestung-vor.html

Putin: USA werden bei Versuchen von Unterwerfung Russlands scheitern


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Die USA wollen Russland nach Worten von Präsident Wladimir Putin nicht erniedrigen, sondern unterwerfen. „Aber das ist bislang niemandem gelungen und wird auch niemandem gelingen“, erklärte der Staatschef am Dienstag in Moskau bei einem Forum der Vereinigten Volksfront.

„Die USA wollen ihre Probleme auf unsere Kosten lösen. Sie wollen uns unterwerfen. Aber das ist in der Geschichte bislang niemandem gelungen.“

Zugleich wies Putin darauf hin, dass es den USA ganz gut gelingt, ihre Verbündeten zu beeinflussen. Grund dafür sei, dass mehrere Verbündete fremde nationale Interessen verteidigten, die unklare Perspektiven hätten – und zwar auf Kosten ihrer eigenen nationalen Interessen. „Das ist offenkundig“, betonte Putin.
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_11_18/Putin-USA-werden-bei-Versuchen-von-Unterwerfung-Russlands-scheitern-4077/

Quelle: http://german.ruvr.ru/news/2014_11_18/Putin-USA-werden-bei-Versuchen-von-Unterwerfung-Russlands-scheitern-4077/

Gruß nach Rußland

TA KI

Mikrowellen


Dieser Beitrag stammt aus der Seite „Biology Online“, wo Biologen sich u.a. auch über die MD (Morgellons-Krankheit) streiten. Es gibt harte Auseinandersetzungen. Aber hier schrieb ein Forumsmitglied vor einiger Zeit etwas über Mikrowellen, das sich interessant und auch besorgniserregend liest:

„Die unzensierten Dokumente legen offen, dass Wissenschaftler in der Sovietunion mit Erfolg Mikrowellen zur Schwächung der Blut-Gehirnschranke Mikrowellen eingesetzt hatten vom gleichen Typ, der bei Mobiltelefonen gebraucht wird. Wissenschaftler der US Army waren im Jahr 1977 erfolgreich bei der Wiederholung der Soviet-Experimente – acht Jahre bevor Mobiltelefone in Britannien allgemein erhältlich waren. Diese Arbeiten begründeten sich einerseits auf den Mikrowellen-Bombardements der amerikanischen Botschaft in Moskau und zum anderen auf den Forschungsberichten der Soviets. Zu dieser Zeit waren die Sicherheitsstandards bei der Bestrahluung mit Radiofrequenz-wellen in der Sovietunion wesentlich strenger als in den Vereinigten Staaten und zwar um beinahe das Tausendfache. Die Sicherheitsstandards in Russland und anderen osteuropäischen Ländern bei Strahlungsmengen für Radiofrequenz- und Mikrowellen-strahlung sind viel strenger als in den USA oder Westeuropa.

Diejenigen westlichen Organisationen, die den Standard bestimmen legen das Gewicht auf den Schutz der RF/MW vor der thermalen Wirkung… während der strengere Standard Russlands auch die Sorge über nicht-thermale Wirkungen und die subjektiven Symptome zum Ausdruck bringt. Biologische Untersuchungen von Enzymen und menschlichen Zellen zeigen eine Anzahl von Auswirkungen, die sich nicht einfach mit den Wärmewirkungen der Strahlung erklären lassen, auf denen unser jetziger Standard beruht. Diese umfassen Veränderungen in der Durchlässigkeit der Zellmembran gegenüber Kalium, Natrium und Kalzium; ferner Veränderungen in der Zusammen-setzung oder dem Verhalten von blutbildenden und immunologischen Zellen,

Veränderungen des Kalzium-Ionen-Austausches im Nervengewebe , Veränderungen im Muster feuernder Neuronen sowie Veränderungen in der Menge von krebsbedingten Enzymen.  Die Bestrahlung eines Mikrowellensenders für Mobiltelefone aus nächster Nähe vergrößert die Wirkung eines chemischen Mutagens auf menschliche Blutzellen, was zur Vermehrung von Anomalien im Chromosom führt.

Quelle: http://www.morgellons-faserkrankheit.de/strahlung-chemtrails/mikrowellen.html

Gruß an die Aufdecker

TA KI

Gutachten: TTIP steht besserer Gentechnik-Information im Weg


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Die geplanten Freihandelsabkommen werden keine Auswirkungen auf Verbraucherrechte in Europa haben? Von wegen! In einem Gutachten kommt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages zu einem anderen Ergebnis. Demnach könnten TTIP und CETA zum Beispiel eine bessere Gentechnik-Kennzeichnung verhindern.

Mehrere Medien berichteten über ein vertrauliches Gutachten der Parlaments-Wissenschaftler, in Auftrag gegeben vom Grünen-Abgeordneten Harald Ebner. Die Einschätzung ist offenbar hinreichend klar: Die geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA, bereits ausgehandelt) und den USA (TTIP, noch in Verhandlungen) sind völkerrechtliche Verträge – und als solche stechen sie EU-Sekundärrecht aus. Was sperrig klingt, hat so konkrete wie brisante Folgen: Künftige Gesetze müssen kompatibel mit den Abkommen sein oder auf Zustimmung beim Freihandelspartner stoßen. Andernfalls werden sie ausgehebelt.

Verbesserte Gentechnik-Kennzeichnung unmöglich?

foodwatch liegt das Gutachten im Original zurzeit nicht vor. Stimmt es, was etwa Spiegel Online und die Berliner Zeitung schreiben, dann macht die Analyse am Beispiel Gentechnik klar, welche Folgen TTIP und CETA für die Verbraucherpolitik haben könnten.

Denn hier haben die USA und die EU unterschiedliche Traditionen. Während jenseits des Atlantiks Agrargentechnik bei Lebensmitteln nicht gekennzeichnet werden muss, so müssen in Europa genveränderte Pflanzen als solche deklariert werden. Immerhin – denn unklar bleibt auch hier, bei welchen Tierprodukten gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt wurden. Verbraucher tappen mangels Kennzeichnung im Dunkeln. Allerdings gibt es immer wieder Bestrebungen, dies zu ändern und eine umfassende Kennzeichnungspflicht für Agrargentechnik vorzuschreiben. Entsprechend legte sich auch die schwarz-rote Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag fest.

Risiko für Klagen aus Kanada und den USA

Ob eine solche Regelung möglich ist, stellt das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes den Berichten zufolge in Zweifel. Es bestünde das „Risiko entsprechender Klagen der USA bzw. Kanadas“, falls Fleisch, Milch, Käse oder Eier von Tieren, die mit genveränderten Mais- oder Sojapflanzen gefüttert wurden, kennzeichnungspflichtig würden, zitiert Spiegel Online aus der Expertise. Eine Verbesserung der Kennzeichnung könne mit „völkerrechtlichen Verpflichtung der EU und ihrer Mitgliedstaaten im Rahmen des TTIP-Abkommens bzw. des CETA kollidieren“. Und die Position der US-Amerikaner ist klar: Sie sehen schon in den bisherigen Kennzeichnungspflichten für genveränderte, pflanzliche Lebensmittelzutaten vor allem eines: ein Handelshemmnis für amerikanische Produkte.

(…)

Quelle: https://www.foodwatch.org/de/informieren/freihandelsabkommen/aktuelle-nachrichten/gutachten-ttip-steht-besserer-gentechnik-information-im-weg/

Gruß an die Autarken

TA KI

Die gefälschten Riesen I.


Fakes und Flops im Visier der Gigantenforschung

(bb) Wenn wir bei Atlantisforschung.de betonen, dass es eine große Menge interessanter, beachtens- und prüfenswerter Indizien für die rezente Existenz einer – oder mehrerer – extrem großwüchsiger Menschen- oder Hominden-Form/en gibt, müssen wir uns natürlich auch mit der Tatsache auseinandersetzen, dass beileibe nicht jede Fund-Meldung oder Beschreibung „authentischer“ Riesen, Hünen und Giganten auf Tatsachen beruht.

Abb. 1 Ein Größen-Vergleich diverser (vermutlich) "echter" und (vermutlich) "falscher" Riesen aus Mythologie und "archäologischen" Berichten. (Graphik: nach Steve Quale)

Abb. 1 Ein Größen-Vergleich diverser (vermutlich) „echter“ und (vermutlich) „falscher“ Riesen aus Mythologie und „archäologischen“ Berichten. (Graphik: nach Steve Quale)

Gerade, wenn man sich tiefgreifender mit dem historischen Hintergründen solcher Berichte befassen will, sollte man sich daher zunächst etwas eingehender mit den Fälschungen beschäftigen, die es in diesem Bereich immer wieder gegeben hat. Auch wir wollen daher an dieser Stelle einen kleinen Exkurs in die ‚wunderbare Welt‘ der Riesen-Fakes und Pseudo-Giganten machen. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf eine Grafik (Abb. 1), die der amerikanische Journalist Steve Quale auf seinen Webseiten vorstellt. Diese graphische „Gegenüberstellung“ präsentiert uns eine Reihe von Riesen-Skeletten, deren Größen-Angaben entweder aus mythologischen Quellen stammen, oder aus Fundberichten, deren Authentizität auf dem Prüfstand steht.

Specimen A stellt das Skelett eines „normalen“, etwa sechs Fuß großen Menschen dar. Bei Exponat B handelt es sich um die Darstellung eines 15 Fuß großen Skelettes, das angeblich in den späten 1950er Jahren im Euphrat-Tal, in der südöstlichen Türkei entdeckt worden sein soll. Exemplar (C) repräsentiert das Skelett des römischen Kaisers Maximinus Thrax (235 – 238 n. Chr.), der eine Größe von 8 Fuß 6 Inches erreicht haben soll. (D) soll das Skelett des biblischen Riesen Goliath abbilden, der etwas mehr als 9 Fuß groß gewesen sein soll (I Samuel 17:4). Ebenfalls im Alten Testament wird König Og (E) erwähnt (Deuteronomium 3:11), der eine Größe von mindestens 12 Fuß groß aufgewiesen habe.

Skelett (F) ist einem Bericht über die Entdeckung der sterblichen Überreste eines 19 Fuß, 6 Inch großen Monsters nachempfunden, die im Jahr 1577 n. Chr. unter einer Eiche im Schweizer Kanton Luzern erfolgt sein soll. Noch unglaublichere 23 Fuß groß soll das Skelett (G) gewesen sein, auf das man nach alten Berichten 1456 n. Chr. an einem Fluss bei Valence in Frankreich stieß. Ebenfalls aus Frankreich soll auch (H) stammen. Dieses monströse Skelett von 25 Fuß, 6 Inch soll 1613 n. Chr. in der Nähe der Burg Chaumont in Frankreich gefunden worden sein. Gänzlich unglaubwürdig erscheint der angebliche Fund (I) zweier 36 Fuß großer Specimen, die zwischen 600 und 200 v. Chr. von Karthagern entdeckt worden sein sollen. [1]

Abb. 2 Ein Beweis für die archäologische Ausgrabung des 'Riesen aus dem Euphrat-Tal?' Leider handelt es sich bei diesem "Beweis", der im Internet kolportiert wurde, um eine brillante computertechnische Bild-Montage (die von ihrem Schöpfer bei der Erst-Veröffentlichung auch so vorgestellt wurde!)

Abb. 2 Ein Beweis für die archäologische Ausgrabung des ‚Riesen aus dem Euphrat-Tal?‘ Leider handelt es sich bei diesem „Beweis“, der im Internet kolportiert wurde, um eine brillante computertechnische Bild-Montage (die von ihrem Schöpfer bei der Erst-Veröffentlichung auch so vorgestellt wurde!)

Wir finden hier offenbar eine bunte Mischung historischer und fiktionaler Giganten vor, die recht gut den verwirrenden Gesamteindruck widerspiegelt, mit dem man sich zu Beginn jeder gigantologischen Studie konfrontiert sieht. Manche solcher Meldungen (G, H, I) lassen sich zwar bereits aufgrund der völlig unglaubwürdigen Größen-Angaben leicht als Märchen oder schamlose Übertreibungen klassifizieren. In anderen oben angesprochenen Fällen ist es schon schwieriger, sie zu verifizieren oder falsifizieren. Dies gilt zum Beispiel für den angeblichen Fund des „Riesen aus dem Euphrat-Tal“ (B), der gerade im Internet immer wieder als „Beweis“ für die historische Existenz der Riesen herangezogen wird.

Dabei sind es vor allem Anhänger monotheistischer Religionen (z.B. Christen und Muslime), die dieses Phantom aus der Türkei bemühen, um die Authentizität der Schöpfungsberichte ihrer „heiligen Bücher“ zu demonstrieren. Die biblische Schöpfungsgeschichte beweisen möchte man z.B. bei genesispark.com. Dort stellt man uns folgenden Kurzbericht vor: „In den späten 1950ern, würden bei Straßenbau-Arbeiten im Euphrat-Tal in der süd-östlichen Türkei viele Gräber entdeckt, welche Überreste von Riesen enthielten. Die Vermessung der Bein-Knochen an den Fundstätten ergab [eine Länge von] 120 cm (47.24 Inches).

Joe Taylor, Direktor des Mt. Blanco Fossil Museums, war beauftragt [sic!; von w e m ?], den menschlichen Femur nachzuformen. Dieser Gigant war etwa 14-16 Fuß groß. Genesis 6:4 sagt: „Es gab in jenen Tagen Riesen auf Erden“; Das Deuteronomium 3:11 erklärt, dass das Bett von Og, Köng von Bashan, 9 Cubits mal 4 Cubits maß (annähernd 14 Fuß Länge mal 6 Fuß Breite). In seinem Buch Fossils Facts & Fantasies, zitiert Joe Taylor diverse Berichte von gigantischen menschlichen oder Abbildungen, die in Ägypten, Italien, Patagonien, in Argentinien und im Westen der USA entdeckt wurden…[2]

Auf der Suche nach weiteren Quellen oder Belegen im Zusammenhang mit dieser Geschichte stoßen wir schnell auf Angaben, die bei Pharyngula im Internet dokumentiert werden – und die Plausibiltät der bisher kennen gelernten Aussagen völlig unterminieren. Vor allem J. Taylor selber, der in seiner Funktion als Museumsdirektor als Zeuge benannt wird, war (unfreiwillig?) dabei behilflich, die Angelegenheit ‚vom Kopf auf die Füße‘ zu stellen. Er schrieb nämlich folgendes darüber: „Mr. Jack Wagner sandte mir 1996 den folgenden Artikel und bat mich, einen menschlichen Femur von der Größe desjenigen zu modellieren, der in der Fundstätte in der Türkei entdeckt wurde. Als Richtschnur für dieses Modell verwendete ich den Femur von einem der weiblichen Malachit-Menschen [sic!].“ Wie Taylor selber unumwunden feststellt, stammt alles „was wir über diesen Fund wissen aus [einem] Brief des Mannes, der ihn gemacht hat.“ [3]

Abb. 3 Beeindruckend, aber als Beweis für die vorgeschichtliche Existenz humanoider Giganten von 5 m - 6 m Körpergröße untauglich: Das Femur-Imitat des "Riesen aus dem Euphrat-Tal" als Exponat bei einer Ausstellung.

Abb. 3 Beeindruckend, aber als Beweis für die vorgeschichtliche Existenz humanoider Giganten von 5 m – 6 m Körpergröße untauglich: Das Femur-Imitat des „Riesen aus dem Euphrat-Tal“ als Exponat bei einer Ausstellung.

Hier der Wortlaut dieses Briefes: „Liebe christliche Freunde, ich wurde im Mittleren Osten geboren und lebte dort von 1938 bis 1968. Ich war Ingenieur bei den Ain-Tell und Euphrat-Wasserwerken, sehr an Archäologie und Geschichte interessiert und habe einige sehr interessante Funde gemacht, von denen einige unglaublich klingen mögen. Ich habe ein paar Silex-Pfeilspitzen, etc., von exakt jenem Schlachtfeld mitgebracht, wo König Nebukadnedzars und Pharao Nechos Armeen miteinander kämpften. Und was ist mit den Riesen, die in der Genesis erwähnt werden? In der südöstlichen Türkei im Euphrat-Tal und in Homs und bei Uran-Zohra existierten einst Gräber von etwa vier Meter langen [Riesen], aber jetzt haben Straßen[-bau] und andere Konstruktions-Arbeiten die Stellen zerstört.

An zwei Orten ergaben Messungen von Bein-Knochen bei ihrer Ausgrabung anlässlich der Bauangaben eine Länge von 120 cm (47.24 Inches). Es klingt unglaublich. 14 Jahre lang habe ich mit meiner Familie bei Ain-Tell an exakt der Stelle gelebt, wo König Nebukadnezar nach der Schlacht von Charcamish sein Hauptquartier hatte, und wo ich die Gräber königlicher Offiziere und ihre schwammartigen Skelette ausgrub, die wenn man sie berührt, zu etwas wie weiße Asche werden, und beiliegende Speere und Silex- sowie Obsidian-Werkzeuge und Munition.“ [4]

Tatsächlich handelt es sich also bei diesem „Riesen-Femur“ (Abb. 3), der seither auf Ausstellungen gezeigt wird, durch´s Internet geistert und von Taylor angeblich zum Stückpreis von $ 450.- vertrieben wird, natürlich nicht um ein originales Fundobjekt – das offenbar außer Mr. Wagner, dem angeblichen Finder, niemand zu Gesicht bekommen hat – sondern um eine, willkürlich NACH EINEM ANDEREN VORBILD gefertigte, Kopie, deren Beweiskraft selbstredend gegen Null tendiert. Das hindert religiöse Fundamentalisten offenbar nicht daran, die vorgebliche Authentizität dieser und ähnlicher Stories ‚mit Zähnen und Klauen‘ zu verteidigen, wie das folgende Zitat zeigt, das bei Pharyngula reflektiert wird: „Ich weiß, dass einige dieser Meldungen etwas weit hergeholt scheinen, aber sie sind in der Tat wahr. Die Medien verbergen das Übernatürliche oder Geheimnisvolle generell vor unseren Augen.

Denkt daran, dass die Feinde des Herrn selbiges bezüglich der Realitäten behaupten, die in der Bibel beschrieben werden. Die Tatsache, dass etwas seltsam klingt, bedeutet nicht im mindesten, dass es irreal ist. Schließlich befinden wir uns in der Endzeit und die Dinge werden sogar noch seltsamer und viel desaströser werden, bevor der Herr erscheint, um allem ein Ende zu machen und eine neue, perfekte und schöne Welt zu schaffen. Was für ein wundervoller Tag das sein wird! Ich bete darum, dass Ihr alle vermögt, in diesen Nachrichten [über Riesen] die wirkliche Erfüllung vieler Prophezeiungen zu erkennen, welche viele Generationen von Christen zu erleben […] erstrebt haben…[5]

Abb. 4 Der so genannte "Amerikanische Goliath" aus Cardiff, Iowa, löste einen der größten Wissenschafts-Skandale des 19. Jahrhunderts aus.

Abb. 4 Der so genannte „Amerikanische Goliath“ aus Cardiff, Iowa, löste einen der größten Wissenschafts-Skandale des 19. Jahrhunderts aus.

Welchen Schaden angebliche Riesen-Funde und Fälschungen im Bereich wissenschaftlicher Forschung allgemein, und insbesondere für die Gigantologie, angerichtet haben, zeigt anschaulich das Beispiel des ‚Giganten von Cardiff‘, oder auch ‚Gips-Riesen‘ (Abb. 4), der in den späten 1860er Jahren in den USA einen ungeheuren Wissenschafts-Skandal auslöste. Hier war es allerdings – vice versa – ein „Rationalist“ und Kritiker bibelfester Riesen-Freunde, der für einen echten Skandal sorgte. C. W. Ceram (Kurt W. Marek) schilderte diese „wahre, moralische und ergötzliche“ Begebenheit 1971 in seinem Werk „DER ERSTE AMERIKANER“:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1866 merkwürdigerweise [6] als theologischer Streit zwischen einem Tabakpflanzer und einem Pfarrer in einem kleinen Städtchen in Iowa. Der Pfarrer Turk behauptete steif und fest, daß es in alten Zeiten Riesen gegeben habe – denn es stünde in der Bibel (Riesen werden tatsächlich viermal erwähnt), und was dort stünde, sei buchstäblich wahr. Diese Behauptung, ebenso wie die Begründung, hielt der Pfarrer und Zigarettenfabrikant George Hull für baren Unsinn. Mann könnte die beiden in heutiger Terminologie einen Fundamentalisten und einen Agnostiker nennen – Begriffe, die ihnen fremd waren; Hulls Ansicht wurde erst 1870 von T.H. Huxley als >Agnostizismus< gekennzeichnet, und der Fundamentalismus wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg in den USA wieder bedeutenden Anhang. Wie dem auch sei, den Agnostiker Hull packte derart die Wut über den >unverbesserlichen< Pfarrer, daß er etwas ganz Unglaubliches beschloß: Wenn der Reverend auf Riesen bestand, so sollte er einen haben!

Hull ließ sich Zeit. Erst seit dem Juni 1868 wurden er und ein Freund in den Gipsbrüchen bei Fort Dodge in Iowa gesehen, wo sie einen gigantischen Block herausschlugen und unter größten Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen wegtransportieren. Um diesen monströsen Gipsblock von fünf Tonnen Gewicht zu transportieren (unterwegs gab er ihn abwechselnd als ein Lincoln-Denkmal aus oder als Probestück des >besten Bausteins der Welt< für eine Washingtoner Ausstellung), nahm Hull schwerste Strapazen auf sich: Allein auf den vierzig schlechten Wegmeilen zur nächsten Eisenbahnstation zerbrach der Gipskoloss mehrere Wagen, und eine Brücke brach unter ihm zusammen. Auf der Eisenbahn gab es weitere Schwierigkeiten, doch Hull brachte den Block in heilem Zustand nach Chicago, wo der Steinmetz Edward Burckhardt unverzüglich an die Bearbeitung ging. Das Resultat war ein liegender Riese von 3,17 Meter Länge, der immer noch nicht weniger als 2719 Pfund wog.

Abb. 5 Auch Phineas T. Barnum, der Zirkus- und Schausteller-König, wollte mit dem 'Riesen von Cardiff' ein Geschäft machen. Ein Plakat wirbt für eine seiner Ausstellungen des 'Cardiff-Giganten'.

Abb. 5 Auch Phineas T. Barnum, der Zirkus- und Schausteller-König, wollte mit dem ‚Riesen von Cardiff‘ ein Geschäft machen. Ein Plakat wirbt für eine seiner Ausstellungen des ‚Cardiff-Giganten‘.

Hull >behandelte< ihn. Mit einem Spezialhammer, der mit Nägeln bespickt war, hämmerte er dem Riesenleib >Poren< ein, dann wusch er ihn in Säuren, um ihm ein >ehrwürdiges Alter< zu verleihen, und dann transportierte er ihn in eisenbeschlagener Kiste per Bahn und per Wagen, via Detroit und Syracuse bis in das Städtchen Cardiff, südlich von Syracuse im Staat New York, auf die Farm seines Verwandten William C. Newell, der sein Komplice war. Dort wurde der Gigant begraben. Diese ganze Geschichte, eingeleitet durch den streitbaren Pfarrer Turk, hatte Hull bis zu diesem Zeitpunkt 2200 Dollar gekostet! […]

Am Morgen des 16. Oktober 1869, ein Jahr nach der >Beerdigung<, befahl Mr. Newell zweien seiner Arbeiter beiläufig, ihm hinter der Scheune einen Brunnen zu graben. In einem Meter Tiefe stießen die Arbeiter auf einen menschlichen Fuß und rannten voller Schrecken ins Haus. In wenigen Stunden wußte die Nachbarschaft von dem Fund, in wenigen Tagen strömten Tausende (tatsächlich: Tausende) herbei, um den Giganten zu sehen, der sich nun, wohl ausgegraben, in all seiner Größe und blassen Schönheit offenbarte.[7]

Natürlich wurde der Fund heiß diskutiert – und die Meinungen dazu waren durchaus geteilt. „Doch dominierte„, wie Ceram weiter notiert, „anfangs die etwas vage Ansicht eines angesehenen Geschäftsmannes: >Das hat kein Sterblicher geschaffen, sondern dies ist das wahrhaftige Abbild und Kind Gottes, wie es einst auf Erden wandelte.< Ein anderer indessen erklärte es als vergessenes Denkmal von George Washington, ein Dritter als Standbild, das die ersten eingewanderten Jesuiten errichtet hätten, um die Indianer zu schrecken. Doch die Stimmen mehrten sich, die behaupteten, es handle sich zweifellos um die Jahrtausende alte Versteinerung eines riesigen Urmenschen – was Hull ja bezweckt hatte.

Der Gelehrtenstreit brach aus, als James Hall, der geachtete Direktor des New York State Museums, erklärte: >… das bemerkenswerteste Objekt, das bisher in diesem Land zutage gefördert wurde<, womit er nicht Unrecht hatte. Doch zwei Yale-Professoren erklärten kategorisch: >Humbug!< Für die Zeitungen war das Für und Wider eine Sensation. Und für Hull und Newell buchstäblich über Nacht ein Geschäft; sie nahmen Eintritt für die Besichtigung des >Amerikanischen Goliath<, Buden entstanden um die Farm, und von Syracuse mußte ein Extra-Pferdeomnibus-Dienst zum Transport der Neugierigen eingerichtet werden. Nach wenigen Wochen wurden zwei neue Restaurants eröffnet, >The Giant Saloon< und >The Goliath House<, wo nicht weniger als drei verschiedene >e i n z i g authentische und zuverlässige< Beschreibungen des Riesen verkauft wurden.

Abb. 6 Hull´s "Gipsriese" wird im FARMER´S MUSEUM in Cooperstown, New York, in einer humorigen Zeremonie "zur letzten Ruhe" gebettet.

Abb. 6 Hull´s „Gipsriese“ wird im FARMER´S MUSEUM in Cooperstown, New York, in einer humorigen Zeremonie „zur letzten Ruhe“ gebettet.

Um die lange Geschichte kurz zu machen: Man kann nicht sagen, daß sich die junge amerikanische Forschung an dem Giganten nur blamiert hätte. Zu scharf war von Beginn an Kritik geübt worden, und nach relativ kurzer Zeit bestand unter ernsthaften Männern kein Zweifel mehr, daß der Gigant ein gigantischer Humbug war. Erstaunlich ist nur folgendes: Als Hull unter Druck der Kritik die Katze aus dem Sack lassen mußte und die ganze Vorgeschichte des Falles aufdeckte, da verstummten die Stimmen, die in dem Riesen partout einen versteinerten Urmenschen sehen wollten, keineswegs!

Kein geringerer als Oliver Wendell Holmes, der große Arzt und Essayist, bohrte dem Gipskörper ein Loch hinters Ohr und erklärte, er sei von wunderbarer anatomischer Beschaffenheit. Und der kritische Philosoph Ralph Waldo Emerson gab bekannt: >Über jedes Begreifen hinaus sehr wundervoll und unzweifelhaft alt.< Vielleicht hatten beide nichts von Hulls öffentlichem Bekenntnis gehört, ebenso wie der Yale-Student, der in einem 17-Seiten-Referat den Riesen zu einem uralten Abbild des phönizischen Gottes Baal erklärte und zwischen Ellbogen und Schulter sogar Hieroglyphen entdeckte, >die allerdings niemand außer ihm sah<.

Die Geschichte hat ein Ende, das aus einer Comedia dell´arte stammen könnte. Der große Phineas T. Barnum, der Zirkusgigant, offerierte für den Gipsgiganten 60 000 Dollar. Nach einigem Hin und Her gewann das Rennen ein anderer Schausteller, brachte den Riesen nach New York und stellte ihn am Broadway aus – nur, um nach wenigen Tagen zu entdecken, daß der fixe Barnum ein paar Häuserblocks weiter, im Wood´s Museum, die Stirn hatte, eine genaue Kopie des Riesen vorzuzeigen, eine Fälschung der Fälschung, mit der unverschämten Anpreisung: >Das Original aller Cardiff-Riesen<.

Natürlich strengte der Besitzer der e r s t e n Fälschung einen Prozess an. Aber unter den Anwürfen des empörten Publikums, die sich nun gegen b e i d e Riesen richteten, wurde das New Yorker Pflaster zu heiß – und für den >echten< Giganten begann seine Reisezeit. Er wurde ausgestellt, bis das Interesse erlahmte, dann jahrzehntelang vergessen, noch einmal für einen Film >The Mighty Barnum< 1934 >ausgegraben< und fand schließlich seine wohlverdiente Ruhe in The Farmer´s Museum (Abb. 6) in Cooperstown im Staat New York.[8]

Abb. 7 Mit einiger Sicherheit hat sich auch dieser, nach den Sittlichkeits-Vorstellungen des 19. Jahrhunderts bekleidete (!), "Gigant" niemals aus eigener Kraft bewegt: Vermutlich war er ebenfalls ein "Gips-Riese".

Abb. 7 Mit einiger Sicherheit hat sich auch dieser, nach den Sittlichkeits-Vorstellungen des 19. Jahrhunderts bekleidete (!), „Gigant“ niemals aus eigener Kraft bewegt: Vermutlich war er ebenfalls ein „Gips-Riese“.

Angesichts dieses – im wahrsten Sinne des Wortes – ‚Riesen-Reinfalls‘ kann man verstehen, dass die bloße Erwähnung von Giganten-Funden in späteren Zeiten ausreichte, um Fachwissenschaftlern entweder Schweißperlen oder Tränen der Heiterkeit ins Gesicht zu zaubern! Von Stund´ an waren Riesen, zumindest an amerikanischen Universitäten, kein Thema mehr, dem sich ein „anständiger“ Forscher widmen konnte, ohne seine akademische Karriere auf´s Spiel zu setzen.

Aber auch ein europäischer ‚Kollege‘ des Gips-Riesen von Cardiff machte damals Schlagzeilen und sorgte für einige Verwirrung. Ein Photo dieses Exemplars (Abb. 7) erschien im Dezember 1895 im britischen Magazin Strand, und W. G. Wood-Martin berichtet in seinem Buch „Traces of the Elder Faiths of Ireland“ über die angebliche Fund-Geschichte des Giganten bei Bergbau-Aktivitäten im irischen Landkreis Antrim, wozu er – vermutlich aus dem Strand – zitiert: „Herausragend unter den seltsamsten Gegenständen, die je im Besitz einer Eisenbahn-Gesellschaft waren, ist der versteinerte irische Riese, der im Moment im Warenlager der North-Western Railway Company auf der Broad Street in London liegt, und von dem eine Photographie hier reproduziert ist… Diese monströse Figur soll von einem Mr. Dyer ausgegraben worden sein, während er im Antrim County nach Eisen suchte.

Die Haupt-Messergebnisse sind: Gesamt-Länge, 12 Fuß 2 In.; Brustumfang, 6 Fuß 6 In.; und Länge der Arme, 4 Fuß 6 In. An seinem rechten Fuß befinden sich sechs Zehen [9] Das Gesamt-Gewicht beträgt 2 Tonnen u. 15 cwt.; und so wurden ein halbes Dutzend Männer und ein kraftvoller Kran benötigt, um [ihn] für den Künstler des Strand-Magazins in Position zu bringen.

Offensichtlich übernahm der Finder dieses schwergewichtige Objekt später von der Company, um wie Hull in Amerika als Schausteller Kapital aus dem damaligen Massen-Interesse an „echten“ Riesen der Vorzeit zu schlagen: „Dyer kam, nachdem er den Giganten in Dublin gezeigt hatte, mit seinem sonderbaren Fund nach England und stellte ihn in Liverpool und Manchester für [einen Eintritt von] sechs Pence pro Kopf aus, wo er Männer der Wissenschaft ebenso wie gaffende Bummler anzog. Das Geschäft wuchs und der Schausteller veranlasste einen Mann namens Kershaw, Anteile an dem Unternehmen zu erwerben. 1876 schickte Dyer diesen Giganten mit der Eisenbahn von Manchester nach London; Die Summe von £4 und 2 Shilling 6 Pence wurde von der Company in Rechnung gestellt, aber nie bezahlt.

Abb. 8 Das Death-Valley in Colorado. In dieser Gegend sollen vor 80 000 Jahren Riesen von mehr als drei Meter Körpergröße gelebt haben.

Abb. 8 Das Death-Valley in Colorado. In dieser Gegend sollen vor 80 000 Jahren Riesen von mehr als drei Meter Körpergröße gelebt haben.

Offenbar wußte Kershaw nichts von dieser Verlegung der ‚Show‘, da er, als er das herausfand, in großer Hast hinterher reiste, und, nach einer Londoner Anwalts-Kanzlei, das Gericht [orig: „Court of Chancer“; d. Ü.] anrief, damit dieses eine Order herausgeben solle, welche die Company daran hindern sollte, den Giganten herauszugeben, bis die Besitz-Verhältnisse zwischen Dyer und ihm geklärt seien. Diese Klage führte jedoch zu keinem Ergebnis. Unglücklicherweise ist (so weit der Autor [Wood-Martin] weiß), nichts mehr von dem Antrim-Giganten oder seinen Besitzern zu hören gewesen.[10] Ein großer Verlust für die Erforschung prä- und proto-historischer Riesen dürfte durch das Verschwinden dieser Figur wohl kaum entstanden sein…

Auch im 20. Jahrhundert sorgten angebliche Funde riesenhafter Skelette oder Knochenreste – vor allem in den USA – immer wieder für Schlagzeilen. Abschließend wollen wir hier noch eine dieser „Entdeckungen“ besprechen, die ebenfalls einer besonders kritischen Betrachtung bedarf. Im Februar des Jahres 2002 wies das Magazin Atlantis Rising aus den USA in einem Beitrag auf eine online-Veröffentlichung hin. Dort hieß es: „Die Internet-Seite von […] Jeff Rense (http://www.rense.coin/general15/hiss.htm) hat einen mysteriösen, unerklärten, aber äußerst provokativen Auszug aus der Ausgabe der ‚San Diego Union‘ vom 5. August 1947 ausgegraben. Der Notiz zufolge, hatten Forscher, nahe der Arizona-Nevada-California [Grenz-]Linie, die mumifizierten Überreste von seltsam kostümierten Riesen freigelegt, welchen die Entdecker ein Alter von etwa 80 000 Jahren zuschrieben.

Die ‚Union‘ berichtete, dass Howard E. Hill aus Los Angeles das Werk von Dr. F. Bruce Russell vorstellte, einem pensionierten Arzt aus Cincinnati, der bereits 1931 den ersten von mehreren Tunneln in der Nähe des Death Valley ausgemacht hatte, aber bis 1947 nicht in der Lage gewesen war, wieder in diese Gegend zu kommen. Mit der Hilfe von Dr. Daniel S. Bovee, der mit Hill’s Vater einst dazu beitrug, New Mexicos Kliff-Siedlungen zugänglich zu machen, hatte Russell die Überreste von mehreren Männern von 8 bis 9 Fuß Höhe entdeckt. >Diese Giganten<, sagte Hill, >sind in Kleider gehüllt, die aus einer mittellangen Jacke und Hosen bestanden, die knapp bis unter die Knie reichten. Über die Textur des Materials hieß es, sie ähnele grau gefärbtem Schafsleder, aber vermutlich stammte es von einem Tier, das heute unbekannt ist.

Abb. 9 Der Original-Artikel aus dem San Diego Union vom 5. August 1947.

Abb. 9 Der Original-Artikel aus dem San Diego Union vom 5. August 1947.

Hill sagte außerdem, der ‚Union‘ zufolge, dass in einer anderen Kaverne die Ritual-Halle der altertümlichen Menschen entdeckt wurde, zusammen mit Gerätschaften und Markierungen, ähnlich denen, die heute vom Freimaurer-Orden verwendet werden. In einem langen Tunnel waren wohlerhaltene Überreste von Tieren entdeckt worden, darunter Elefanten und Tiger. Bislang, fügte Hill hinzu, sei keine Frau gefunden worden. Er sagte, die Forscher seien der Meinung, das, was sie gefunden hätten, sei die Beerdigungs-Stätte der Stammes-Hierarchie gewesen„.

Aus alternativ-historischem Blickwinkel erscheint der Text zunächst relativ unverfänglich. Er weist bis hierher lediglich einen Punkt auf, der uns stutzig machen sollte: Die skurrile Erwähnung der Freimaurer-Symbole bei unseren 80 000 Jahre alten Riesen aus Colorado! Schön und gut, setzten wir hier – zumindest für den Moment – einfach voraus, dass Dr. Russel oder Dr. Bovee sich tatsächlich in einer Höhle durch irgendetwas an die Freimaurer erinnert fühlten, und kommen wir schnell zum nächsten Satz, der es allerdings in sich hat: „Die Hieroglyphen, ergänzte er, bergen eine Ähnlichkeit mit dem, was über den verschwundenen Kontinent von Atlantis bekannt ist. Sie sind […] in sorgfältig polierten Granit gemeißelt.“ [11]

Si tacuisses, Mr. Hill, gigantologus mansisses„, möchte man als Atlantisforscher ausrufen, denn selbst für nicht besonders fachkundige Atlantologen wird mit diesem einen Satz deutlich, dass an der Geschichte dieses Riesen-Fundes irgend etwas nicht stimmen kann. Zunächst ist es abstrus, dass Hill und/oder Bovee eine neu entdeckte Schrift aus unbekannten Glyphen [12] so schnell entziffert haben könnten – aber das nur am Rande. Zu behaupten, sie wiesen „eine Ähnlichkeit mit dem“ auf, was „über den verschwundenen Kontinent von Atlantis bekannt“ sei, ist schlichtweg dummdreist. Schließlich ist der Forschung kein einziges konkretes Detail über Atlantis, über seine Geographie seine historische Zeitlinie sowie über Kultur und Geschichte AUS ERSTER HAND bekannt.

Alles was wir über „Atlantis“ (zumindest unter dieser Bezeichnung) wissen, stammt bekanntlich aus der Feder des hellenischen Philosophen und Staatskundlers Platon, der in seinem Atlantisbericht (in den Dialogen Timaios und Kritias) Material aus Ägypten und alte Überlieferungen der Griechen bearbeitete und zusammenfasste. Jeder rechtschaffene Atlantologe wird also grundsätzlich feststellen, dass er zwar viel über Platons Bericht, dessen Inhalt und Hintergründe WEISS, über den historischen Charakter von Atlantis selber aber nur eine mehr oder weniger fundierte MEINUNG äußern kann. Außerdem hätte JEDER ernstzunehmende Atlantisforscher, wohl wissend, dass eine derartige Behauptung – unbelegt – sofort einen Sturm des Gelächters in der „Welt der Wissenschaft“ provozieren musste, wenigstens ein paar nähere Details genannt, um die Übereinstimmung zwischen der Atlantida und dem Inhalt eines solchen Petroglyphen-Texts substantiell zu untermauern.

Wenn wir also zur Kenntnis nehmen, dass die historische Existenz von Atlantis bisher nicht durch harte Evidenzen zweifelsfrei bewiesen, sondern lediglich mit empirischen Methoden und über Indizien belegt werden konnte, ist es schlichtweg leeres Geschwätz und Phrasen-Drescherei, was uns Hill hier mit seiner Bemerkung über angebliche Zusammenhänge dieses angeblichen Fundes mit Atlantis weismachen will! Aber könnte es nicht sein, dass hier eine verfälschende Berichterstattung erfolgt ist? Konnten der Journalist des LA UNION oder spätere Chronisten und Kommentatoren ihn nicht bewusst falsch zitiert haben, um der ganzen Story einen noch sensationelleren Anschein zu verleihen?

Glücklicherweise liefert Atlantis Rising den Original-Artikel [13] aus dem UNION (Abb. 9) gleich mit – und wir stellen bei der Lektüre fest, dass er auf einer Presse-Meldung der Agentur Associated Press (AP) beruht, die sich von einer Yellow-Press-Postille sicherlich keinen Fake auf ihre Kosten hätte bieten lassen. Und auch die viel gescholtenen Alternativ-Historiker der atlantologischen Fach-Zeitschrift Atlantis Rising haben hier nichts dazu erfunden oder ‚verbogen‘. Dagegen wird der Sachverhalt bei genauerem Hinsehen und anhand eines Textvergleichs mit der Original-Quelle noch dubioser:

Da ist vor allem die Datierung der Skelette auf ein Alter von 80 000 Jahren – die angeblich zwei Tage nach ihrem Abtransport aus dem Höhlensystem erfolgt sein soll. Wie, bittesehr, soll dies möglich gewesen sein? Eine geologische Datierung war in diesem Fall eindeutig nicht möglich. Die C-14 Methode jedoch (damals eine NOCH UNSICHERERE Angelegenheit als heutzutage) zur Altersbestimmung organischen Materials wurde erst 1947 von W.F. Libby entwickelt bzw. präsentiert (siehe: Gesicherte Altersbestimmung? Datierungsmethoden auf dem Prüfstand), also im selben Jahr, in dem der vorgebliche Höhlen-Fund erfolgt sein soll. Es ist kaum anzunehmen, dass Russel/Bovee/Hill von Libby oder irgendjemand anderem damals INNERHALB VON ACHTUNDVIERZIG STUNDEN irgendein C-14-Ergebnis hätten erhalten können!

Und – natürlich – finden sich auch NIRGENDWO irgendwelche späteren Berichte, Protokolle oder Arbeiten betreffend weiterer Untersuchungen („Dr. Pettit“), die im UNION vollmundig angekündigt wurden. Alles in allem dürfte damit klar sein, dass wir die „Russel-Funde“ von 1947 guten Gewissens von der Liste ernst zu nehmender Berichte über Riesen-Funde streichen können. Bemerkenswert an dieser Story ist allenfalls die Dreistigkeit, mit der sie in die Welt gesetzt wurde (vergl. dazu: „Aaron DuVal und die Scott-Steine„) und die bedauerliche Tatsache, dass sie auch heute noch in alternativ-historischen Kreisen von manchen Leuten ernst genommen und als „Beleg“ für die historische Existenz von Riesen herangezogen wird.
Fortsetzung:

  • Die gefälschten Riesen – Teil II … ‚Photoshop-Riesen‘ unter die Lupe genommen (red)

Anmerkungen und Quellen

Fußnoten.

  1. Quelle: Steve Quale, unter: http://www.stevequayle.com/Giants/charts/charts.html
  2. Quelle: http://www.genesispark.com/genpark/giant/giant.htm
  3. Quelle: Joe Taylor, online unter http://www.mtblanco.com/html/giant_tale.html, übersetzt nach: http://pharyngula.org/comments/329_0_1_0_C/
  4. Quelle: ebd.
  5. Quelle: Anonymus, “What Darwinian „scientists“ do not want you to know”, übersetzt nach http://pharyngula.org/comments/329_0_1_0_C/
  6. Anmerkung: Der Verfasser hält diesen Sachverhalt keineswegs für „merkwürdig„, sondern im Gegenteil für typisch. Auch heute tobt in den USA wieder die ideologische Auseinandersetzung zwischen den Repräsentanten eines „wissenschaftlichen“ (darwinistischen) und eines „religiösen“ (kreationistischen) Verständnisses der Erd- und Menschheits-Geschichte – eine Kontroverse, deren Wurzeln in die Zeit des „Gips-Riesen“ zurückreichen.
  7. Quelle: C.W. Ceram, Der erste Amerikaner – Das Rätsel des vor-kolumbischen Indianers, Rowohlt, 1972, S. 253 bis 255
  8. Quelle: ebd.
  9. Anmerkung: … was – sofern es stimmt – daruf schließen ließe, dass der Bildhauer in diesem Fall über einige ‚gigantologische‘ Fachkenntnisse verfügt haben muss. (Vergl. dazu: ‚Homo sapiens gigantus orientalis‚ – Die Riesen des Alten Testaments und der Apokryphen) Allerdings können wir – auch mit der Lupe – die angeblichen sechs Zehen dieses „Riesen“ nicht erkennen! (Siehe Abb. 7)
  10. Quelle: OOPARTS, unter http://s8int.com/giants2.html
  11. Quelle: „MYSTERIOUS l947 NEWS REPORT OF GIANT DESERT MUMMIES SURFACES“ aus: Atlantis Rising, January / February 2002, Number 31, p. 11; online unter: http://www.stevequayle.com/Giants/N.Am/Death.Valley.html
  12. Anmerkung: Es erscheint zumindest unwahrscheinlich, dass Hill hier tatsächlich HIEROGLYPHEN (aus Ägypten) gemeint haben könnte; in diesem Fall wäre sicher mehr ‚Brimborium‘ um einen solchen Aspekt der Story gemacht worden.
  13. Anmerkung; der Text aus dem UNION lautet übersetzt: „LOS ANGELES, Aug 4. (AP)– Wie ein Mitarbeiter heute erklärte, hat ein pensionierter Doktor aus Ohio in der Wüste von Colorado, nahe der Arizona-Nevada-California-Linie, Relikte einer alten Zivilisation entdeckt, deren Menschen 8 oder 9 Fuß groß waren. Howard E. Hill. aus Los Angeles, der vor dem Transportation Club eine Ansprache hielt, enthüllte, dass mehrere wohlerhaltene Mumien gestern aus Höhlen in einem Gebiet von etwa 180 Quadrat-Meilen geholt wurden, die sich vom Death Valley, Kalifornien, durch einen großen Teil des südlichen Nevada, über den Colorado River hiweg bis nach Arizona hinein erstrecken. Hill sagte, der Entdecker sei Dr. F. Bruce Russell, ein pensionierter Arzt aus Cincinnati, der 1931 über den ersten von mehreren Tunneln stolperte, bald nachdem er in den Westen gekommen war und aus Gesundheitsgründen Höhlengänge versuchte.“ Erst in diesem Jahr gelangte Dr. Russell jedenfalls in die Örtlichkeit hinein, sagte Hill […] Mit Dr. Daniel S. Bovee, aus Los Angeles – der mit Hill’s Vater einst dazu beitrug, New Mexicos Kliff-Siedlungen zugänglich zu machen – hat Dr. Russell mumifizierte Überreste zusammen mit implements einer Zivilisation gefunden, welche Dr. Bovee vorsichtig auf ein Alter von etwa 80,000 datiert hat. >Diese Giganten sind in Kleider gehüllt, die aus einer mittel-langen Jacke und Hosen bestanden, die knapp bis unter die Knie reichten. Über die Textur des Materials hieß es, sie ähnele grau gefärbtem Schafsleder, aber vermutlich stammte es von einem Tier, das heute unbekannt ist<, sagte Hill. Hill sagte, dass in einer anderen Kaverne die Ritual-Halle der altertümlichen Menschen entdeckt wurde, zusammen mit Gerätschaften und Markierungen, ähnlich denen, die heute vom Freimaurer-Orden verwendet werden. In einem langen Tunnel waren wohlerhaltene Überreste von Tieren entdeckt worden, darunter Elefanten und Tiger. Bislang, fügte Hill hinzu, sei keine Frau gefunden worden. Die Forscher glauben, so sagte er, dass das, was sie gefunden haben, die Beerdigungsstätte der Stammes-Hierarchie war. Hieroglyphen, fügte er hinzu, weise eine Ähnlichkeit mit dem auf, was über den verlorenen Kontinent von Atlantis bekannt ist. Sie sind, wie er hinzufügte, in sorgfälig polisierten Granit gemeißelt. Er sagte, dass Dr. Viola V. Pettit aus London, die Ausgrabungen in der Arabischen Wüste bei Petra gemacht hat, in Kürze mit einer Inspektion der Überreste beginnen wird.“ Quelle: ‚San Diego Union‘, 5. August 1947, nach: Atlantis Rising, January / February 2002, Nr. 31, S. 11, online unter http://www.stevequayle.com/Giants/N.Am/Death.Valley.html

Bild-Quellen:

1) http://www.stevequayle.com/Giants/charts/charts.html (Bearbeitung durch atlantisforschung.de)
2) http://www.rogott.de/article/Fossilien-Skelette/1059484500.html
3) http://pharyngula.org/comments/329_0_1_0_C/
4) http://skepdic.com/cardiff.html
5) Links: http://www.nodanw.com/shows_b/barnum.htm
5) Rechts: http://home.new.rr.com/bmarx/The%20Cardiff%20Giant.htm
6) http://home.new.rr.com/bmarx/The%20Cardiff%20Giant.htm
7) http://s8int.com/giants2.html
8) http://www.stevequayle.com/Giants/N.Am/Death.Valley.html
9) http://s8int.com/giants9.html

Quelle: http://atlantisforschung.de/index.php?title=Die_gef%C3%A4lschten_Riesen

Gruß an die Riesen

TA KI