Die Atommüll-Lagerung ist ein Skandal


atommüll

Deutschland will aus der Atomenergie aussteigen, doch was passiert mit dem Atommüll der abgeschalteten AKWS? Die Menge des atomaren Mülls wurde bis vor kurzem anscheinend noch viel zu niedrig geschätzt. Einen Versuch mit einer Lebenslüge aufzuräumen, so nannte das Bundesumweltministerium die neuen Zahlen. Wie sich diese Zahlen zusammensetzen und was nun geschehen sollte, darüber sprach Bolle Selke mit dem Atomexperten von Greenpeace Heinz Smital.

Mit einem Schlag hat sich der Atommüll in Deutschland auf 600.000 Kubikmeter verdoppelt, wie kam es denn dazu? 

Es ist so, dass Atommüll immer schöngerechnet wurde. Weil man auch der EU-Kommission nächstes Jahr eine Meldung geben muss, wie die Bestandsaufnahme des Atommülls ist, hatte man jetzt ein paar Sachen klar gestellt. Das eine sind einmal die Reststoffe, die bei der Urananreicherung entstehen, das angereicherte Uran, das Abfallprodukt, ist jetzt auch tatsächlich als Atommüll deklariert. Da entstehen hunderttausend Kubikmeter, und seit 2009, hat das Bundesamt für Strahlenschutz, bei der Asse einen Optionenvergleich durchgeführt, und eigentlich die einzige Möglichkeit, dass ganze sicherer zu gestalten, ist dass Ganze heraus zu holen. Auch diesen Atommüll, der dann zusätzlich anfällt, hat man jetzt nach fünf Jahren als Atommüll in die Liste aufgenommen. So entsteht dieser enorme Zuwachs.

Ist denn jetzt der aktuelle Entsorgungsplan für diese Menge überhaupt praktikabel?

Es ist sozusagen mal ein Schritt, dass man einen besseren Überblick hat, was an Atommüll vorhanden ist. Es ist aber immer noch nicht vollständig. Es wird zum Beispiel Atommüll aus den Leistungsreaktoren, die sozusagen aber Versuchsreaktoren waren, noch immer nicht aufgeführt. Hier werden Optionen verfolgt, dass vielleicht auch ins Ausland zu verschicken, was illegal wäre. Die andere Problematik ist, dass das für den schwachen- und mittelradioaktiven Atommüllschacht Konrad angedacht war, der aber für diese Menge nicht genehmigt ist.

Wenn man aber Schacht Konrad für größere Mengen neubewertet, dann stellt sich fest, dass das eigentlich gar nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Es ist ja auch ein altes Bergwerk, das man zu einem Endlager umgebaut hat. Es hat sich gezeigt, dass alle diese alten Bergwerke eigentlich viel schneller einstürzen und viel schneller zu Sicherheitsproblemen führen. Das war bei der Asse so, das war auch bei Morsleben so, also da ist noch eine sehr schwierige Situation, die auf uns zukommt.

Haben Sie von Greenpeace denn einen Vorschlag, wie die Bundesregierung am besten damit verfahren sollte?

Ja, Greenpeace hat bereits 2012 einen Vorschlag gemacht, wie man im Prinzip mit dem Atommüll umgehen muss, und der erste Schritt ist erst einmal, die Fehler der Vergangenheit tatsächlich einzugestehen. Es hat keinen Sinn Atommüll einfach nicht in die Listen mit aufzunehmen, denn letztlich ist er ja da, und insofern muss man auch erstmal diese Liste von dem Atommüll vollständig machen, weil danach richten sich ja auch die Kriterien für ein Endlager. Also, je nachdem was für einen Atommüll ich da unterzubringen habe, werde ich auch andere Anforderungen an diese Lager haben.

Der erste Punkt ist diese Listen wirklich vollständig zu machen und nicht schönzurechnen, und der zweite Punkt ist, dass man Gorleben aus diesem Verfahren heraus nehmen muss. Denn bei Gorleben hat man zum Beispiel festgestellt, dass eine notwendige Gebirgsschicht fehlt, nämlich eine wasserundurchlässige Schicht, die dann den Salzstock schützt. Und wenn Gorleben in dem Verfahren bleibt, sind die Gorleben-Befürworter und -Experten dann auf einmal der Meinung, man braucht diese Schicht eigentlich gar nicht.

Solange Gorleben in diesem Verfahren drinnen ist wird man nicht wirklich sachlich über die Anforderungen eines Endlagers sprechen können, sondern es wird sich immer danach ausrichten, was hat man denn bei Gorleben gefunden, und wird die notwendigen Kriterien so lange abschwächen, bis sie auf Gorleben passen.

Gibt es denn noch weitere Mängel bei der Liste? Es gab zum Beispiel auch Meldungen, dass Atommüll-Fässer lecken. 

Ja, das ist im Prinzip ein anderes Problem, jetzt nicht von der Menge her, sondern von der Art und Weise wie das behandelt wird. Es ist tatsächlich ein Skandal, muss man sagen, dass so viele Atommüllfässer durchgerostet und beschädigt sind. In Brunsbüttel ist etwa jedes dritte Fass beschädigt. Mittlerweile hat man etwa 2.000 Fässer, die beschädigt sind, gefunden, das ist sicherlich noch lange nicht die Endsumme, denn viele Fässer lassen sich gar nicht bewerten, die sind sozusagen unzugänglich.

Und wenn man sich jetzt vorstellt, jemand ist verantwortlich für die sichere Lagerung und macht das derartig nachlässig, so jemandem müsste man die Lizenz entziehen, eine Atomanlage zu betreiben. Wenn man sich vorstellt in einem produzierenden Gewerbe, dass jedes dritte Produkt derartig fehlerhaft ist, man würde das nicht weiter dulden. Insofern müsste man wirklich fragen, ist die Zuverlässigkeit der Atomkraftbetreiber noch gewährleistet?

Frankreich ist ja als Hauptproduzent von Kernenergie in der EU bekannt. Wissen Sie, wie der Entsorgungsplan da aussieht? Kann man etwas davon lernen, oder gibt es da ähnliche Probleme?

Also insgesamt ist das Atommüllproblem auf der ganzen Welt nicht gelöst. Es ist schon ein Skandal, dass man Atomkraftwerke jetzt schon 50, 60 Jahre betreibt und immer noch keine Lösung für Atommüll gefunden hat, und dennoch in manchen Ländern weiter auf Atomkraft setzt. Frankreich hat das Problem des Atommülls auch nicht gelöst, die haben eine bisschen andere Unterteilung, da gibt es sozusagen sehr schwach strahlenden Atommüll und Atommüll mit kürzerer Halbwertszeit, also der schneller zerfällt. Mit dem kann man dann etwas anders umgehen, aber letztlich gibt es dort auch keine ordentlich Lösung für den Atommüll.
Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_11_19/Die-Lagerung-des-Atommulls-ist-ein-Skandal-6147/

Gruß an die Entsorger

TA KI

 

Ein Kommentar zu “Die Atommüll-Lagerung ist ein Skandal

  1. Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Kein Skandal, das ist Chupse, siehe, wir erfinden den Drehstrom und machen den zum Volkseigentum, dann kommen die Befreier, klauen unsere Heimat und verkaufen uns billigen Strom, der so viele Geier in deren Verwaltung wachsen lßt, das wir den Strom, erfunden nun auch wieder zurück bekommen, hier macht etwas daraus, damit Ihr billiger leben könnt! Glück, Auf, meine Heimat! Die Befreiung ist dan 1 Meter x zei Meter oder gar eine kleine Vase!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.