Endlich! Nun gibt’s auch in Deutschland Fernsehen für Hunde


dog tv

Darauf hat die Medien-Welt seit Jahrzehnten gewartet: Mit „Dog TV“ geht ein Sender an den Start, dessen höchstes Ziel die Zerstreuung von Vierbeinern ist. Angeblich beruht das Programm auf seriösen Studien von US-Wissenschaftlern.

Trost für „Bello“ und „Waldi“, wenn Herrchen mal fort ist: In Deutschland gibt es jetzt ein eigenes Fernsehprogramm für Hunde. „DogTV“ ist künftig Teil von Entertain, dem Fernseh-Angebot der Deutschen Telekom, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte.

Das in den USA entwickelte Programm sei „auf die Bedürfnisse von Hunden ausgerichtet“ und beruhe auf „wissenschaftlichen Erkenntnissen“, wie die Anbieter herausstellen. „Gezeigt wird etwa ein Ball in Bewegung oder über Wiesen tollende Hunde. Untermalt wird das Programm von sanften Melodien eines einzigen Instruments.“ Hunde reagierten am stärksten auf Bewegung, Artgenossen und andere Tiere.

Mehr als eine Million Abonnenten in den USAJahrelang haben Entwickler das Verhalten von Hunden beobachtet, darunter auch Forscher der Tufts-Universität in Boston, um „Dog TV“ in den USA auf solide vier Beine zu stellen. In Dutzenden Wohnungen filmten Überwachungskameras, was der beste Freund des Menschen so tut, wenn er stundenlang allein bleibt.

Der Sender wurde 2012 in Kalifornien gegründet und zählt den Angaben zufolge bereits mehr als eine Million Abonnenten. „DogTV“, das es auch im Netz gibt, strahlt bereits in den USA, in Südkorea, in Japan und in Israel aus. Nach Deutschland sollen Großbritannien, Irland und Frankreich folgen. (dpa)

Quelle: http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/endlich-nun-gibts-auch-in-deutschland-fernsehen-fuer-hunde-id10052490.html#plx155566025

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Anmerkung:

iCH habe „Günni“ schon die Fernbedienung weggenommen

günni

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Gruß an die blöden Hunde. die so einen Mist verbreiten
TA KI
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USA liefern Militärausrüstung an Ukraine


usa liefern waffen an ukraine

Die Nato mischt sich offiziell nicht in den Kampf der Zentralregierung gegen die Separatisten in der Ostukraine ein – Waffen- und Munitionslieferungen sind tabu. Bei seinem Besuch bringt der US-Vizepräsident allerdings offenbar Ausrüstung anderer Art mit.

Die ukrainische Armee erhält für ihren Kampf gegen prorussische Separatisten Kriegsgerät aus den USA. Washington liefere dem krisengeschüttelten Land unter anderem Radareinrichtungen zur Artillerieaufklärung sowie Nachtsichtgeräte und Schutzwesten, berichteten Medien in Kiew. Einen Teil der Ausrüstung habe US-Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in der früheren Sowjetrepublik am Freitag übergeben, hieß es. Die Ukraine hatte den Westen um Kriegsgerät für die Gefechte gegen die Aufständischen im Osten des Landes gebeten. Die Nato lehnt die Lieferung von Waffen und Munition ab.

In der Krisenregion Donbass kam es trotz einer offiziellen Waffenruhe erneut zu Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und Rebellen. Dabei seien innerhalb von 24 Stunden mindestens vier Soldaten getötet worden, teilte die prowestliche Führung in Kiew mit. Zehn Armeeangehörige wurden zudem verletzt. Der Sicherheitsrat der Regierung warf Russland erneut vor, mit tausenden Soldaten die Lage im Osten zu destabilisieren. Moskau weist solche Anschuldigungen stets zurück.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow beschuldigte die USA und die EU, mit ihren Strafmaßnahmen in der Ukraine-Krise einen Sturz der Führung in Moskau zu beabsichtigen. Mit den Sanktionen sollten die russische Wirtschaft zerstört und Straßenproteste provoziert werden, sagte Lawrow der Agentur Tass zufolge in Moskau. Der Westen wolle damit auch seine „falsche Taktik“ in der Krise verdecken. „Unsere Partner haben in der Ukraine Extremisten unterstützt und ihre eigenen demokratischen Prinzipien mit Füßen getreten“, sagte Lawrow.

Russland wolle zwar nicht auf die Zusammenarbeit mit der EU verzichten. Eine baldige Rückkehr zu den früheren, besseren Beziehungen sei aber unmöglich. Russland arbeite auf eine Freihandelszone zwischen der EU und der von Russland dominierten Zollunion mehrerer Ex-Sowjetrepubliken hin, sagte Lawrow. Einen Vorschlag dazu wolle er bei der Sitzung der OSZE-Außenminister Anfang Dezember in Basel präsentieren. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier habe während seines jüngsten Moskau-Besuchs vorgeschlagen, einen Dialog zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion zu beginnen, sagte Lawrow.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/USA-liefern-Militaerausruestung-an-Ukraine-article14015741.html

Gruß nach Rußland

TA KI

Ein Schattenpapst im Vatikan?


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Diskussion um Benedikt

Ein Schattenpapst im Vatikan?

Trotz seines Rücktrittes im Februar 2013 lebt der emerierte Papst im Vatikan. Das sorgt für Verwirrung: Er empfängt Besucher und verfasst Kommentare zu aktuellen Diskussionen. Kritiker vermuten, der Ehemalige ziehe noch immer im Hintergrund die Strippen.

Öffentliche Auftritte des emeritierten Papstes Benedikt sind seit seinem Rücktritt im März 2013 selten. Nur wenige Male hat sich Joseph Ratzinger in der Öffentlichkeit gezeigt. Dennoch lebt der 87-Jährige weiter im Vatikan, empfängt Besucher und veröffentlicht Schriften. Genau darin sehen Kritiker Probleme. Sie werfen nach gut eineinhalb Jahren mit der in der Neuzeit einmaligen Situation zweier Päpste im Vatikan die Frage auf: Ist Ratzinger eine Art Schattenpapst, gibt es eine Doppelherrschaft in der katholischen Kirche, hintertreibt er die Bemühungen seines Nachfolgers Franziskus um Reformen und mehr Offenheit?

Befeuert wurde diese Diskussion durch eine Neuauflage der „Gesammelten Schriften“ von Benedikt XVI. im Herder-Verlag. Sie enthält einen aktualisierten Aufsatz aus dem Jahr 1972, in dem es um den Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen geht – ein durch die Familiensynode im Vatikan aktuelles und brisantes Thema. Während der Theologe Ratzinger damals eine Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion nach einer Art Bewährungszeit durchaus für möglich hielt, verwirft er nun diese Möglichkeit.

Kritiker werfen ihm deshalb Einmischung in aktuelle Debatten vor – was nicht zu dem zurückgezogenen Leben passen würde, das er sich selbst bei seinem Rücktritt auferlegt hat. Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf hält Benedikts Verhalten für problematisch und stellt die Frage nach dem Motiv. „Ist es einfach Zufall, dass es jetzt passiert ist, während die Synode im September in Rom zum Thema Familie und Sexualmoral tagte? Oder wird er instrumentalisiert von Kreisen im Vatikan, die gegen die Reformschritte von Franziskus sind?“, sagte er.

Zwei konkurrierende Machtzentren?

Für Pater Bernd Hagenkord, den Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, ist die Veröffentlichung des Textes wenige Wochen nach der Synode „unglücklich, aber kein großes Problem“. „Der Artikel ist am 4. August eingereicht worden, lange vor der Synode war er fertig“, sagte er. „Ich sehe nicht, dass Benedikt seinem Nachfolger Probleme machen oder sich in eine aktuelle Debatte einmischen will.“ Auch Marco Politi, Papst-Biograf und Kommentator für die Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“, hält den Text und seine radikale Änderung in der Schlussfolgerung für unproblematisch: „Diese Änderung hängt damit zusammen, dass Benedikt sich geändert hat seit den Zeiten, als er ein sehr radikaler reformfreudiger Theologe war.“

Klar ist jedoch: Benedikt empfängt Besucher und publiziert Grußworte und Texte, die als Kommentar zu aktuellen kirchenpolitischen Diskussionen gewertet werden können. So dürfte Konservative und Traditionalisten erfreut haben, als er vor einiger Zeit ausdrücklich den alten lateinischen Messritus lobte, den vor allem diejenigen ablehnen, die für eine offene, dem Volke zugewandte Kirche plädieren. „Damit positioniert er sich eindeutig in der aktuellen Debatte“, schrieb Wolf, der an der Uni Münster lehrt und Mitglied des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ ist, zuletzt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Es gebe seit längerem Befürchtungen, es könnten „zwei konkurrierende Machtzentren in der Kurie entstehen, mit Papst und Gegenpapst an ihrer Spitze“. Seiner Ansicht nach hätte Benedikt sich nach seinem Rücktritt in den Rang eines Kardinals zurückbegeben sollen. „Die Menschen sehen im Vatikan zwei in Weiß gekleidete Männer und denken, es gibt zwei Päpste.“ Das sorge für Irritationen. Hagenkord hingegen meint: „Jede Äußerung würde genauso unter die Lupe genommen, ob er nun Weiß trägt oder Schwarz.“ Seiner Ansicht nach leistet Ratzinger einen großen Dienst, da er nach dem Rücktritt zeige: „Es geht, es funktioniert.“

Papst Franziskus verfolgt Debatte entspannt

Ähnlich sieht es Vatikanist Politi: „Vom persönlichen Standpunkt muss ich sagen, dass Benedikt sich von Anfang an, seit seiner Abdankung, immer absolut korrekt verhalten hat.“ Das Entscheidende aus seiner Sicht: „Dass es für Franziskus kein Problem ist.“ Politi sagte: „Papst Franziskus will, dass man sich daran gewöhnt, dass es ganz normal ist, ein emeritierter Papst zu sein.“ Wolf warnt hingegen, genau das verhindere Benedikt mit seinem Verhalten: „Das ist Wasser auf die Mühlen derer, die einen Papstrücktritt prinzipiell ausschließen wollen“, meinte er.

Zumindest nach außen hin entspannt verfolgt Papst Franziskus selbst die Debatte. Benedikt sei für ihn wie ein „weiser Großvater“ in der Nachbarschaft, sagte der Argentinier vor einigen Wochen. Seinen Entschluss zum Rücktritt bewertete er als Zeichen für kommende Päpste. „Er hat damit die Tür geöffnet für emeritierte Päpste, die es zuvor nicht gegeben hat“, sagte Franziskus. „Ich würde das Gleiche tun.“

Quelle: http://www.n-tv.de/panorama/Ein-Schattenpapst-im-Vatikan-article14016936.html

Anmerkung:

Das Wichtigste wird in diesem Artikel außen vor gelassen:

Franziskus IST Jesuit!

Jesuiten dürfen KEIN weltliches Amt bekleiden!!

Ergo:

Im Vatikan herrschen mindestens zwei  Mächte.

Gruß an die gläubigen Schlafschafe

TA KI

Wer bist du, Schütze? Gespräch mit Igor Strelkow


Was die Süddeutsche Zeitung und von dort abschreibend T-Online daraus machen, ist einfach nur eine Schande.

Da es ein langes Interview ist, beginne ich wieder schrittweise zu übersetzen. Die noch unübersetzten Teile verbleiben im Original.


Ein Gespräch zwischen dem Chefredakteur der Zeitung “Sawtra” (Morgen) und dem ehemaligen Verteidigunsminister der Donezker Volksrepublik.

Alexander Prochanow: Igor Iwanowitsch, ich war gerade in Neurussland. Und bei der Rückkehr habe ich begonnen zu zählen, Zeuge von wie vielen Kriegen ich war. Ich kam auf sechzehn. Beginnend mit Damansk, Dshalanaschkol, Afghanistan … Donezk, Lugansk ist der sechzehnte. Und jeder dieser Kriege hat sein eigenes Gesicht (wie eine eigenen Charakter – jeder Krieg). Und das ist irgendeine Substanz, die ihre Subjektheit hat, ihr Schicksal, ihre Entwicklung, ihre Erinnerung. Fühlen Sie auch, dass der Krieg gewisse Züge hat, die über die Technologie des Krieges hinausgehen? Wie würden Sie den Donezker Krieg in seinen Phasen, Etappen, Emotionen beschreiben?

Igor Strelkow: Das ist mein fünfter Krieg. Es gab zwei tschetschenische, Pridnestrowje und Bosnien. Ich würde seine Ähnlichkeit – szenarische Ähnlichkeit – mit dem Bosnien-Krieg hervorheben. Als Jugoslawien zerfiel und die Parade der Souveränitäten der serbischen Republiken begann, wollten einige Regionen nicht in die moslemisch-kroatische Föderation und begannen einen Aufstand. Diese Republiken unterdrückten die bosnischen Muslime und Kroaten mit militärischer Gewalt. Und, als ihnen die jugoslawische Armee zu Hilfe kam, wurde sie vor Sarajewo, Vukovar und Dubrovnik angehalten. Sie hielt nicht deswegen an, weil sie auf ernsthaften Widerstand traf, sondern weil das das direkte Eingreifen der NATO hätte auslösen können. Die Armee wurde abgezogen, überließ aber ihre Waffen den Serben. Die Situation ist jetzt sehr ähnlich. Und möge Gott helfen dass sie nicht genauso endet. Weil, als die Armee abgezogen war, konnten sich die Serben nicht organisieren. Es folgte ein langer Abnutzungskrieg. Und dann ging er schnell zu Ende – die Kroaten zerschlugen alle der Reihe nach.

Alexander Prochanow: Aber da gab es den Faktor der Gewalt. NATO-Truppen und Kontingente, Bombardierungen … In welchen Phasen entwickelte sich der jetzige Krieg?

Igor Strelkow: Zuerst wollte niemand kämpfen. Die ersten zwei Wochen verliefen unter Versuchen beider Seiten, einander zu überzeugen. In den ersten Tagen in Slawjansk waren sowohl wir als auch sie extrem vorsichtig mit der Anwendung von Waffen. Die erste Auseinandersetzung gab es mit SBU-Leuten, die uns zu kriegen versuchten, aber in einen Hinterhalt gerieten. Nicht mal ein Hinterhalt, einfach nur Gegenwehr, auf die sie nicht gefasst waren. Sie erlitten Verluste und verschwanden. Danach war Ruhe. Die Ukrainer begannen, Kontrollposten zu errichten, in unserer Umgebung machte das die 25. Luftlandebrigade. Aber die waren auch nicht scharf darauf zu kämpfen. Wir konnten zuerst eine Aufklärungstruppe entwaffnen, dann eine Kolonne. Das war wirklich eine Entwaffnung. Unter der Bedrohung durch Maschinenpistolen, unter der Gefahr, dass die Technik abgefackelt wird, schreckten sie vor einem Kampf zurück und wurden von uns entwaffnet.

Trotzdem ließen wir lange ihre Kontrollposten in Ruhe, und sie zeigten keine Aggressionen. Das waren die ersten Schritte.

Dann begann der “Rechte Sektor” Diversantengruppen zu uns zu schicken – es begannen Schusswechsel. Die Nationalgarde gab es noch nicht – nur den “Rechten Sektor”. Die ukrainische Seite ging sehr vorsichtig vor, Schritt für Schritt tastete sie sich vor, und beobachtete wie sich Russland verhält. Im ersten Monat gab es keinen Beschuss von Städten. Der erste Beschuss von Slawjansk fand Ende Mai statt. Vorher beschossen sie nur Dörfer, ließen Slawjansk jedoch in Ruhe. Aber nachdem sie erkannten, dass Russland nichts tut, wurde der Beschuss stärker, die Aktionen von Panzertechnik und Luftwaffe immer massiver. Anfang Juni hatten sie sich davon überzeugt, dass sich Russland nicht direkt einmischen wird, und legten voll los. Die erste massive Attacke auf Slawjansk gab es am 2. Mai. Die nächste – mit Anwendung aller Kräfte und Waffen, Panzerfahrzeugen und Panzern – fand am 3. Juni statt. Zwischen diese Angriffen gab es kleinere lokale Auseinandersetzungen.

Juni und Juli waren am schwersten. Wenn im April-Mai alles aufwärts ging, also sich das Gebiet des Aufstands vergrößerte, wir allmählich die Ortschaften der Donezker Republik kontrollierten, und die Bewegung sich ausweitete, so begannen wir im Juni, uns zurückzuziehen. Man begann, uns von allen Seiten zu bedrängen, die Kräfte des Gegners überstiegen unsere in allem. Und beim Gegner begann eine Motivation für den Kampf zu entstehen. Die Propaganda begann zu wirken. Und je weiter, umso stärker wurde die Motivation. Die Bataillone der Nationalgarde trafen auf dem Kampffeld ein. Sie waren von vornherein motiviert: Sie betrachteten den Gegner, also uns, als Moskauer Söldner. Sie waren überzeugt, dass wir aus Russland geschickt worden sind. Und dass bei uns in Slawjansk 90% aus der Umgebung, aus dem Donbass kommen, wollten sie nicht einmal glauben.

Im Juni-Juli, als es nur extrem wenig Hilfe gab, hat der Gegner riesige Kräfte herangekarrt. Und auch der Zuwachs der Kräfte war unverhältnismäßig. Beispielsweise, wenn zu uns 40 Freiwillige kamen, kamen zum Gegner 80 Maschinen. Was da drin war, ist eine andere Frage. Aber in jeder Maschine war mindestens ein Mann.

Im August, auf dem Höhepunkt der Krise, kämpften wir fast unter Bedingungen der Agonie. Wir stopften dauernd Löcher, verschlossen irgendwelche Durchbrüche. Wir waren in völliger operativer Einkreisung und konnten sie nicht zerschlagen. Und man begann schon, wie im klassischen Kessel, uns in kleinere Kessel zu zerschneiden. Allmählich wurde Gorlowka eingekreist….

Alexander Prochanow: Sie sprechen über die Phase, als Sie aus Slawjansk nach Donezk kamen?

Igor Strelkow: Ja. In dieser Phase gab es auch zwei Teile. Als mir aus Slawjansk nach Donezk kamen, gab es eine Phase der völligen Verwirrung der ukrainischen Seite. Sie hatten ihr Szenario bis ins Detail ausgearbeitet, aber wir spielten nicht mit, brachten alles durcheinander. Und nach diesem Szenario passte alles verdächtig gut zusammen für sie. Sehr verdächtig.

Was die Situation in Slawjansk betrifft …. Nachdem die ukrainische Seite die Front bei Jampol durchbrochen hatte, hingen wir schon an einem Faden, das Loch zwischen uns und Mosgowoi zu stopfen war unmöglich, dazu reichten die Kräfte nicht – mindestens eine Brigade wäre nötig gewesen. Aber wir hatten keine Reserven.

Und als sie Nikolajewka einnahmen, hatten wir keine Chancen mehr. Wir hätten eine Chance gehabt, wenn man uns massenweise Technik bereitgestellt hätte, Bewaffnung. Ich hatte drei Panzer, einer war völlig kaputt und hat keinen einzigen Schuss gemacht, nur zwei Panzer waren kampffähig. Mit ihrer Hilfe zerstörten wir einen Kontrollposten. Aber gleich nach der Zerstörung dieses Postens hat der Gegner auf alle Kontrollposten vier Panzer hingestellt. In Slawjansk hatten die Ukies sieben Kontrollposten, auf jedem vier Panzer. Jeder Kontrollposten war nach der technischen Ausrüstung und der Besatzung stärker als die gesamte Slawjansker Garnison. Am Ende der Belagerung hatte ich 9 Panzerfahrzeuge, einschließlich dieser zwei Panzer, und der Gegner hatte auf jedem Posten 7-8 Stück, einschließlich 4 Panzer. Und ich hatte die Alternative: Entweder in einer völligen Belagerung ohne Versorgung sitzenbleiben, oder abziehen. Und als der Gegner Nikolajewka eingenommen hatte, blieb uns nur ein Feldweg, und auch der wurde abgeschnitten: Wenn wir nachts auf dem Weg durchbrachen, gab es am Tag schon Posten.

Also, die Varianten. In der Einkreisung sitzen. Munition für die Schusswaffen hatten wir für härtere Kämpfe für zwei Tage, bei mittlerer Intensität – für eine Woche. Und nach den Kämpfen vor Nikolajewka blieben mir für 8 Granatwerfer 57 Granaten – weniger als für zehn Minuten pro Granatwerfer. Auch alles andere reichte nicht: Für die schweren Waffen fehlte Munition, am schlimmsten war es mit den Panzerabwehrwaffen. Die Kämpfe waren hart, es wurde viel verbraucht, und es kam kein Ersatz. Das war am 5. Juli. Die “Urlauber” kamen 40 Tage später. Wir hätten es bis zu ihrem Eintreffen nicht ausgehalten. Nicht mal die Nahrung hätte ausgereicht. Und das Wichtigste: Die ukrainische Armee vermied Kontaktkämpfe. Wenn wir selbst ihnen einen Kontaktkampf aufdrängten, dann hatten sie Verluste. Sie hatten seit der Zeit von Jampol eine andere Taktik: Sie gingen Schritt für Schritt vor, und setzten nur Panzerfahrzeuge ohne Infantrie ein. Vor den Panzerfahrzeugen gab es einen Feuerwall. Wenn die Panzerfahrzeuge auf Widerstand trafen, zogen sie sich zurück. Wieder ein Feuerwall. Und wieder Panzerfahrzeuge. Wieder ein Feuerwall – und wieder Technik.

Im Ergebnis zerstörten sie Nikolajewka systematisch. Sie beschossen mit Uragans, mit Grads, mit schwerer Artillerie. Niemand hatte so einen massiven Beschuss erwartet. Einige Wohnblöcke in der Stadt fielen einfach in sich zusammen. Die wirklichen Verluste unter der Zivilbevölkerung kennen wir nicht einmal – sie sind gewaltig.

Danach umging der Gegner Nikolajewka einfach, und ich musste die Reste der Garnison abziehen. Es war klar, dass dasselbe in Slawjansk wiederholt werden würde – es wurde schon ohne jedes Mitleid beschossen. Und ich konnte ihnen nicht antworten, weil ich keine Munition hatte. Sie hätten uns mit Stacheldraht eingeschlossen, mit Bomben zugedeckt, wie sie es mit anderen gemacht haben, die sie eingekreist haben. Und würden warten, bis wir entweder verrecken oder auszubrechen versuchen. Und ein Ausbruch unter solchen Bedingungen ist mit riesigen Verlusten verbunden, und es ist unklar, ob er gelungen wäre oder nicht. Aber in Slawjansk war der Kern unserer Brigade – eineinhalb tausend Leute, von ihnen tausend Kämpfer. In Kramatorsk waren 400 Kämpfer, in Konstantinowka etwas mehr als hundert, in Drushkowka 50, woanders gab es kleine Garnisonen von 20-30-50 Leuten. Und ich wusste, dass sich von außen keiner zu mir durchschlägt. Weder Oplot noch Wostok unterstanden mir. Besler, der in Gorlowka basierte, hatte damals etwa 350-400 Leute. Wenn ich den Kessel mit meinen eineinhalb tausend nicht durchbrechen kann, konnte er es noch weniger. Es ergab sich daraus folgendes: Wenn ich unter der Belagerung bleibe, machen mich die Ukies nach einiger Zeit fertig, und dann nehmen sie einen Ort nach dem anderen ein. Was ja faktisch schon begonnen hatte: Ich war noch nicht draußen, als sie schon Artjomowsk eingenommen hatten, wo sie ihren Mann hatten. Und Artjomowsk haben sie an einem Tag völlig gesäubert.

Zum Zeitpunkt als wir aus Slawjansk rausgingen, deutete sich schon eine zweite Umzingelung mit dem völligen Abschneiden von Kramatorsk, Drushkowka und Konstatinowka an. Das dazu, warum ich, nachdem ich aus Slawjansk raus bin, nicht Kramatorsk verteidigt habe: Da gab es auch keine Munition. Mit Berücksichtigung des tiefen Durchbruchs des Gegners nach Artjomowsk (er kam praktisch schon an Gorlowka heran, in unserem tiefen Hinterland) hatte es keinen Sinn, sich an Kramatorsk zu klammern. Wir hätten noch drei bis vier Tage gewonnen, aber im Endergebnis trotzdem abziehen müssen. Jeder Ausbruch, umso mehr ein unorganisierter, ist mit Verlusten verbunden.

Obwohl wir aus Slawjansk sehr organisiert abzogen, ist unsere Panzergruppe gefallen. Ein tragischer Zufall. Sie sollten zusammen mit der Artillerie die Aufmerksamkeit auf sich lenken, vom Rand von Slawjansk. Und dann, nachdem alle Autokolonnen durch sind, als letzte abziehen, als Abschlusskolonne. Aber hier hat der menschliche Faktor versagt, und die Panzergruppe unternahm einen direkten Durchbruch.

Um keinen Stau zu verursachen, wurde alles auf sechs Kolonnen verteilt. Jede Kolonne sollte nach einer halben Stunde losziehen. Ich machte den schweren Fehler, dass ich mich der zweiten Kolonne mitfuhr, und nicht bis zum Ende blieb. Ich hatte meine Gründe: In Kramatorsk habe ich gleich den Stab organisiert. Aber ich hätte, natürlich, als Letzter gehen müssen.

Das wäre nicht passiert, wenn ich selbst vor Ort gewesen wäre. So kann man jetzt gegen mich sagen, er ist ausgebüchst, hat sich beeilt, rauszukommen.

Allerdings hätten unsere Verluste sehr viel größer sein können. Aber die ukrainische Seite hat es nie gemocht, nachts zu kämpfen, weswegen wir die Artillerie vollständig abziehen konnten, und auch 90% der Infanterie und sonstigen.

Wir hatten als Waffen 11 Granatwerfer und zwei Nonas. Die berühmte Nona mussten wir dalassen, weil sie, obwohl die Ukies sie nie getroffen haben, völlig von Splittern übersäht war. Durch die Dauerbelastung war ihr Fahrwerk kaputtgegangen. Sie wurde andauernd hin- und hergeschafft, und am Ende hat auch die Kanone versagt. Wie die ukrainischen Kämpfer, die zu uns übergelaufen waren, gescherzt haben, hat sie in ihrem ganzen Leben nicht so viel geschossen wie in Slawjansk.

Also, die Panzergruppe ging direkt los, und wurde völlig vernichtet. Der Weg war versperrt. Der erste Panzer fuhr auf eine Mine, der zweite versuchte ihn zu umfahren und stürzte in einen Graben. Der Rest wurde mit Granatwerfern abgeschossen. Ein paar Leute überlebten – sprangen raus und brachen durch. Wenn wenigstens die Technik durchgekommen wäre, hätte man noch irgendwas tun können, aber die gesamte Panzerkraft war verbrannt. In Kramatorsk hatte ich drei BMP und zwei BTR. Das ist zu wenig – gegen uns standen zwei mechanisierte taktische Bataillonsgruppen und ein Panzerbataillon. Und auch wenn wir im bebauten Gebiet hätten agieren können, konnten wir dem Gegner nicht auf offenem Feld gegenüberstehen.

In Jampol wurde unsere Befestigung an einem Tag durchbrochen, obwohl wir uns dort eingegraben hatten, Feuerpunkte hatten Unterstände. Wir hatten Mangel an Panzerabwehrwaffen – wir hatten keine einzige Panzerabwehrkanone. Hätten wir damals eine einzige Panzerabwehrkanone gehabt, wenigstens eine Rapira, hätten sie unsere Verteidigung nicht durchbrochen, trotz aller Artillerievorbereitung. Aber nur mit ein paar Panzerfäusten konnten wir nicht richtig kämpfen. Ich hab damals verstanden, dass den Kampf auf offenem Gelände aufzunehmen nur zum Verlust von Leuten führt.

Alexander Prochanow: Sie sagten, dass für den Gegner ihr Ausbruch aus Slawjansk völlig unerwartet war.

Igor Strelkow: Ja, das hat sie verwirrt. Schließlich hatte ich einen kategorischen Befehl – Slawjansk nicht aufzugeben. Und als ich mitteilte, dass ich plane, auszubrechen, hat man mir mehrfach den Befehl, nicht abzuziehen, und Slawjansk bis zum letzten Mann zu verteidigen, wiederholt. “Sie werden auf jeden Fall rausgehauen, verteidigen Sie Slawjansk”. Ich frage “Womit?” Schweigen. Und ich habe tausend Leute und tausend ihrer Familienangehörigen. Sie zu opfern hatte ich kein Recht. Darum hab ich mich für den Ausbruch entschieden.

Noch so ein Moment. Als ich auf der Krim war, während der Krimereignisse, besuchte ich die 35. Batterie. Hat einen gewaltigen Eindruck auf mich gemacht. Tschaly ist ein Klassemann, er hat faktisch alles mit seinen eigenen Kräften geschafft. Einen genauso starken Eindruck hat auf mich gemacht, dass alle Kommandeure der ukrainischen Verteidigung von Sewastopol abgehauen sind: Alle Admirale, Generale, Piloten sind abgehauen. Sie haben an ihrer Stelle die Kommandeure von Bataillonen dort gelassen, zum Sterben zusammen mit den Soldaten. Und als ich in Slawjansk war, hab ich mich entschieden: Entweder ich gehe gar nicht raus, oder zusammen mit der ganzen Garnison. Ich hab die Entscheidung getroffen, rauszugehen, und halte sie für richtig.

Ich bin fest überzeugt, wenn wir nicht aus Slawjansk rausgegangen wären, hätten wir Donezk nicht halten können. Als wir in Donezk eintrafen, war dort alles fantastisch. Dort saß ein Kiewer Bürgermeister, die Polizei gehorchte nach wie vor Kiew, eine klassische Doppelherrschaft. Die Stadt war völlig unvorbereitet auf eine Verteidigung. Die Kontrollposten schlecht ausgestattet, die Straßen nicht blockiert, man konnte reinkommen wo man wollte. Und Kräfte gab es dort wenig, sie waren zersplittert, verstreut, niemand hatte das Kommando: Es gab eine separate orthodoxe Armee, extra das Bataillon “Wostok”, extra “Oplot”. Jede Abteilung verteidigte ihr Gebiet, ein einheitliches Kommando gab es nicht.

Das Problem war nicht einmal, dass Donezk vom Süden her fast umzingelt war, und der Gegner Amwrosijewka eingenommen hatte. Er hatte uns im Prinzip schon von der Grenze abgeschnitten. Die DVR war völlig unter der Kontrolle des Gegners. Es gab nur einen Punkt, Iswarino, wo eine meiner Kompanien aus Kramatorsk hinging, und sie verstärkten die Verteidigung dort erheblich.

Und man hätte Donezk im Ergebnis einfach von Schachtjorsk abschneiden können, vom Gebiet Tarajewski-Schachtjorsk-Antrazit. Auf diesem Abschnitt gab es nur wenige nicht besonders starke Kontrollposten auf dem Weg nach Saur-Mogila. Und zwischen ihnen gab es riesige Lücken, wo man angreifen konnte. Ilowaisk war leer – es gab keine Garnison. In Ospino gab es weder eine Garnison noch Kontrollposten.

Als ich in Donezk ankam, ließ ich in der Stadt nur den Stab, die Kompanie des Kommandanten. Ein Bataillon verlegte ich in den Petrowski-Bezirk – das ist das südwestliche Ende, was leer war. Die restlichen Kräfte, aus Kramatorsk und Slawjansk, kamen in eine Brigade, unterteilt in drei Bataillone und eine Aufklärungsabteilung. Sie wurden sofort nach Ilowaisk und Ospino geschickt. Und ich schaffte eine Frontlinie.

Alexander Prochanow: Aus den eigenen Kräften?

Igor Strelkow: Ja, wirklich aus den eigenen Kräften. Weil sich “Wostok” mir nicht unterstellte. Auf persönlicher Ebene konnten wir mit ihnen eine Zusammenarbeit herstellen. Sie verteidigten das Gebiet Awdejewka, Peski, Karlowka. In Karlowka war ein buntes Gemisch: Zuerst waren da Beslers Leute, dann gingen sie weg und ich musste dort eigene Leute hinschicken. Dann befahl ich, von dort abzuziehen, von dort durchzubrechen, weil man sie von uns abgeschnitten hatte, es wäre sinnlos gewesen in der Umzingelung zwei Kompanien zu verlieren.

Wenn wir die Südflanke nicht formiert hätten, denke ich, dass alles sehr schnell zu Ende gegangen wäre. Wären wir in Slawjansk geblieben, wäre Donezk nach einer, maximal zwei Wochen gefallen. Dadurch, dass wir rausgingen, haben wir Donezk bis zum Eintreffen der “Urlauber” halten können. Obwohl die letzten Tage einfach nur verzweifelt waren. Als wir aus Donezk rausgingen, schufen wir uns Korridore nach Russland im Gebiet Marinka, Koshewino, Browki. Gleichzeitig schlugen wir Korridore für unsere Versorgung und schnitten in Jakowo die gesamte Gruppierung des Gegners ab.

Wir haben den Korridor unter großen Verlusten gehalten, die Elite des dritten Sturmbataillons fiel in diesen Kämpfen. Als wie den Korridor schufen, verloren wir in den Kämpfen vor Marinka 120 Leute an Toten und Verwundeten in zwei Tagen – im wesentlichen durch Artilleriebeschuss und Luftangriffe. Es gab mehr als 30 Tote. Für mich sind das gigantische Verluste.

Im Augenblick des Durchbruchs der “Urlauber” war mein Bataillon KEP in zwei Teile geteilt: Ein Teil verteidigte sich in Sneshny, und ein Teil war, zusammen mit der Aufklärungsabteilung, an der Grenze abgeschnitten.

Außerdem musste ich dauern Kompanien aus Donezk abziehen, sie an andere Abschnitte werfen. Beispielsweise musste ich zuerst eine Kompanie von Bergleuten und eine Panzerabwehrabteilung nach Debalzewo verlegen. Dann musste ich dasselbe mit Krasny Lutsch machen. Dann begannen die Kämpfe vor Ilowaisk. Zum Zeitpunkt des Durchbruchs waren wir so verbraucht, dass schon die Militärpolizei mitkämpfte – sie kämpfte in Schachtrjorsk. In Donezk war von unserer Slawjansker Brigade nur noch ein Bataillon aus zwei Kompanien, welches den Bezirk Petrowski abdeckte. Das Bataillon von Kamensk war schon fast völlig aus Donezk verschwunden. Und die Etappe – Versorgung, Kommandantenkompanie, die aus Alten und Unausgebildeten bestand, die nur in der Stadt in Straßenkämpfen eine Kampfkraft hätten, aber nicht bei aktiven Kampfhandlungen.

Ein paar Reserven hatte auch Oplot und Wostok, aber Oplot akzeptierte nur teilweise mein Kommando, Wostok überhaupt nicht. Man beschuldigt mich, dass ich dort keine Ordnung geschaffen hätte. Aber als ich aus Slawjansk kam, stand ich vor einer einfachen Alternative: Entweder eine Front gegen den Feind schaffen, oder einen Umsturz organisieren. Donezk war zu diesem Zeitpunkt eine völlig friedliche Stadt. Das Volk sonnte sich, badete, die Sportler trainierten, die Leute gingen ins Cafe zum Kaffeetrinken. Wie in Moskau im Sommer, so war es in Donezk. Und niemand hätte mich verstanden. Obwohl meine Soldaten darauf brannten, all diese Etappenhengste zu verhaften und zu verjagen. Aber mir war klar: Wenn man einen Bürgerkrieg beginnt, dann wird man uns sofort fertigmachen! Ich entschied mich, dass ein schlechter Frieden besser ist als ein guter Krieg, und nahm bewusst davon Abstand.

Quelle: http://www.vineyardsaker.de/novorossiya/wer-bist-du-schuetze-gespraech-mit-igor-strelkow/#more-1508

Gruß an das russische Volk

TA KI

Die Riesen von Amberg: Die Breitenwinner-Höhle


Ein Bericht aus dem Jahr 1535

von Bartholdt Puchner, Rentmeyster zu Amberg

Abb. 1 Der Eingang zur Breitenwinner-Höhle auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1990.

Abb. 1 Der Eingang zur Breitenwinner-Höhle auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1990.

Bemerkenswerte Mär´ vom St. Peter-und-Pauls-Tag im Jahre [15]35! Fünfundzwanzig Bürger der Stadt Amberg machten sich auf in ein bergiges Gebiet drei Meilen von Amberg entfernt. Bei der Ortschaft Predenwind betraten sie einen riesigen, hohlen Berg, etwa 900 Klafter [1700 m] tief, und durchquerten ihn bis zur anderen Seite. Die Wunder, welche sie sahen, sind von Bartholdt Puchner [moderne Namens-Form: Berthold Buchner; d. Ü.] niedergeschrieben worden. Der Ignorant wird diese Geschichte nicht glauben, die Kundigen werden sie nicht für möglich halten. Aber wir haben´s mit eigenen Augen gesehen, und es ist die Wahrheit. – 1535

Am Abend des Tages von St. Peter und St. Paul zogen die oben erwähnten 25 Männer von Amberg mit einem Fuhrwerk mit Leitern, Material zum Feuer machen, Gerät zum Stein-Brechen, Seilen, Wein, Brot, und anderen für solch eine Unternehmung nützlichen Dingen aus. Sie gingen zum Markt-Platz von Hohenburg und blieben über Nacht dort. Am nächsten Tage brachen sie in aller Frühe auf und um 5 Uhr nachmittags kamen sie am Eingang des gewaltigen Berges an und beratschlagten sich. Zwei von uns wurden zum Anführer bestimmt, denen die anderen Gehorsam etc. gelobten. Dann machten wir uns bereit, in das Loch zu steigen, das so breit ist, dass eine Wagenladung Heu hindurch passen würde. (Abb. 1) Jeder von uns musste etwas tragen: ein Stück Tau, ein Licht, Laternen, Hacken, Wein, Brot etc. Und wir sangen fröhlich: ‚In Gottes Namen reisen wir!‘

Einer der Führer ging zuerst hinein, der andere Führer zog das Seil hoch. Er sicherte den Eingang mit Tau und markierte es mit Bann-Zeichen gegen Gefahr, da es für uns unmöglich gewesen wäre wieder hinauszu gelangen, wenn wir die Spur der Taue verlieren würden. Nachdem wir die Taue an einem Felsen befestigt hatten, stiegen wir 500 Klafter [950 m] tief hinab. Vier wehrhafte Männer wurden ausgewählt, um am Höhleneingang Wache zu halten. Sehr bald erreichten wir eine sehr schmale Kluft.

Einer unserer Gefährten, ein Goldschmied, der daheim erpicht darauf gewesen war, der erste in der Höhle zu sein, befiel nun, als er sie sah, eine solche Angst, dass er uns, ungeachtet seines Vorsatzes, in Stich ließ. Aber wir krochen auf dem Bauch etwa fünfzig Klafter [95 m] durch diese schmale Kluft. Es gab eine breitere Öffnung in ihrer Nähe, aber sie erstreckte sich nicht sehr weit. Zunächst kamen wir in einen Raum, der so groß wie eine Tanz-Halle war. Als wir hineinkrochen, fanden wir so viele Knochen, dass wir sie erst einmal an einer Stelle aufschichten mussten, um Platz zu schaffen, damit wir hineinkamen. Die Knochen waren sehr groß, so als stammten sie von Riesen.

Dann erreichten wir eine sehr schmale Höhlung und mussten uns auf dem Bauch hindurch-zwängen. Bei 200 Klaftern [380 m] gelangt man in etwas hinein, was wie ein bewundernswert geräumiger Palast erscheint, der groß genug ist, um dort 100 Pferde unterzubringen. Er ist an der Spitze sehr hübsch mit ‚gewachsenen‘ Steinen [speleothems] gesäumt. (Abb. 2) Es gibt dort acht oder zehn ‚gewachsene‘ Säulen und gute Sitzplätze an den Seiten. Hier fanden wir zwei Schädel, welche zu unserer Überraschung so in das Gestein eingeschlossen waren, dass wir sie mit unseren Werkzeugen kaum heraushacken konnten. Jede Person nahm ein Stück, einer das Cranium, einer die Zähne, etc. Es gab dort und überall im Berg viele Passagen; einige davon wurden erforscht. All die Höhlen und Durchgänge waren voller großer Knochen. Etwa eine Stunde lang suchten wir nach einem Loch, das weiter hinein führte. Schließlich fand unser Führer eines und wir alle folgten ihm. Die anderen Tunnels liefen nun in dem Berge zusammen. Wir waren immer noch vom Anblick dieses Palastes fasziniert.

Abb. 2 Die "Palasthalle" in der Breitenwinner-Höhle. Erschienen solche Geofakte den frühen Bewohnern oder Nutzern der Höhle als übermenschliche Bauwerke?

Abb. 2 Die „Palasthalle“ in der Breitenwinner-Höhle. Erschienen solche Geofakte den frühen Bewohnern oder Nutzern der Höhle als übermenschliche Bauwerke?

Nach 150 Klaftern [285 m] durchquerten wir eine sehr schmale Höhle und wir hatten Schwierigkeiten, uns hindurchzuzwängen. Dort hörten wir ein seltsames Grollen, Knistern und Rasseln, und mehr als einer von uns wünschte, er wäre zu Hause bei seiner Frau geblieben. Unvermittelt erweiterte sich die Höhle, sodass wir nebeneinander gehen konnten. Wir beratschlagten uns und beschlossen weiterzugehen und herauszufinden, worum es sich bei diesen wilden Geräuschen handelte. Unser Führer ging uns wieder voran. Wir gelangten in einen weiteren großen Raum, welchen wir sorgsam examinierten. Er sah wie ein Domkapitel aus, mit Kirchenbänken an der einen Seite und einer Galerie darüber. Es war schwer, dort hinaufzukommen und ich blieb unten. In all den Höhlen fanden wir viele Knochen. Wir kamen zu einem schmalen Gewölbe, wo wir einen Schädel fanden, der größer als irgendeiner war, den wir je zuvor gesehen hatten. Als wir versuchten, ihn durch die schmale Öffnung zu zerren, zerbröselte er wie Asche.

Durch einen schmalen Eingang gelangten wir etwa 200 Klafter [380 m] tiefer hinab. Das Grollen und Rasseln nahm immer mehr zu, bis wir auf eine recht breite Öffnung stießen, wo ein enormer Wasserfall zwischen zwei Felsen mit solcher Macht hinunter-rauschte, dass sie ausgereicht hätte, um zwei Mühl-Räder zu betreiben. Der Strom floss durch die Öffnung hinab. Wir waren erpicht darauf herauszubekommen, wo dieser Strom herkam, oder seine Quelle zu finden, da er so eiskalt war, aber wir konnten ihm nicht folgen. Unser Führer klemmte sich dort in einer Höhle ein; er musste herausgezogen werden, da er anderenfalls gestorben wäre. Das selbe widerfuhr auch mir, und ich fühlte mich danach sehr schwach, und der Apotheker gab mir ein Stärkungsmittel.

Neben dieser geräumigen Höhle war ein ziemlich dreieckiges Gewölbe. Dort fanden wir eine Stein-Skulptur. Sie ähnelte einer Gottheit, die mit einem Stroh-Gebinde auf ihrem Kopf auf einem Thron saß. Das Stroh war schwarz und sehr brüchig. Ich und ein paar andere nahmen etwas Stroh mit nach Hause. Wir fanden eine andere Stein-Skulptur, die an einer hohen Wand hing. Wir ließen ein Licht vor ihr flackern. Bei 200 Klafter [380 m] fanden wir lose Erde mit vielen großen Knochen. Wir krochen und gingen weiter und folgten dem Tau, und bei 250 Klafter [475 m] kamen wir zu einem höchst wunderbaren Palast.

Auf der anderen Seite, zwischen dem südlichen und westlichen Punkt, fanden wir einen Springbrunnen mit vier steinernen Säulen rings herum, und dort scheint es zu irgendeiner Zeit Sitzplätze gegeben zu haben. Die Fontäne war sehr kalt. Wir hängten unsere Wein-Flaschen hinein und der Wein wurde schnell gekühlt. Während wir uns an dem Springbrunnen erfrischten, vernahmen wir ein lautes Geräusch in dem Kliff, wo der Strom endet. Unser Anführer war dreist genug hinein zu klettern, aber er wurde geschlagen und durchnässt. Als wir ihm zu Hilfe eilten wurde einer von uns, Burckstaller genannt, [von etwas] am Kopf getroffen, wobei ein Auge geschädigt worden sein könnte. Wir waren der Meinung, eine weibliche Person sei die Werferin gewesen. Burckstaller war sehr abergläubisch, und so war es vielleicht ein Geist. Wir haben sonst nichts weiter gesehen.

Es war sehr seltsam, dass das tropfende Wasser, welches an 60 Stelen in diesen Berg hinabfällt, zu einem äußerst harten, glatten Fels und zu lichtdurchlässigem Stein gefriert. Aus einigen Höhlen rieselt ein weißer, salz-ähnlicher Stoff; er sieht wie Glas aus und wir hielten ihn für Salpeter. In einem Felsen-Kliff fand einer unserer Gefährten ein seltsames graues, gelocktes Haar, welches er für eines aus einem Bart hielt. Wir alle waren begierig, mehr über den ‚Geist‘ herauszubekommen und hätten [dazu] auch weiteren Abenteuern und Gefahren ins Auge geschaut. Doch wir fanden die Passagen und Höhlen, wo wir den ‚Geist‘ sahen, nicht wieder und waren gezwungen, an dem Seil zur Oberfläche zurückzuklettern und erreichten bald wieder das Tageslicht. Just in diesem Moment passierte ein Cuirasslet [Gespann?; d. Ü.] mit zwei Pferden den Höhleneingang und wir riefen ihm zu, hineinzukommen. Als [der Fahrer] uns jedoch sah, eilte er schleunigst davon. Wir alle sahen verfärbt aus und und erschreckten uns gegenseitig mit unserer Erscheinung. Wir sahen wie Leichen aus und machten den Wachen am Eingang Angst.

Aber, Gott sei Dank, wurde niemand verletzt. Gelobt sei Gott, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Dies wurde niedergeschrieben von Bartholdt Puchner, der [daran] teilgenommen hat, und ist vom Kämmerer von Amberg beglaubigt.

Quelle: http://atlantisforschung.de/index.php?title=Die_Riesen_von_Amberg:_Die_Breitenwinner-H%C3%B6hle

Gruß an die Legenden

TA KI

 

Der Tod ist nicht der Tod: Instrumentelle Transkommunikation als Draht zur Ewigkeit


1959 fing der Schwede Friedrich Jürgenson auf einem Tonbandgerät Signale ein, die sich als die Stimmen Verstorbener zu erkennen gaben. Seitdem hat das Gebiet der „instrumentellen Transkommunikation“ immer wieder neue Forscher angezogen. Wenn auch die Herkunft der Stimmen aus wissenschaftlicher Sicht weiterhin spekulativ bleibt, so ist ihre Botschaft doch eindeutig: Es geht ihnen um einen Bewusstseinswandel der Menschheit.


Anm. d. Red.: Den Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

„Vieles über den Zustand des Menschen nach dem Tode ist mir geoffenbart worden, damit man wisse, dass der Mensch nach dem Tode lebt“, schrieb im 18. Jahrhundert der schwedische Naturwissenschaftler und Seher Emanuel Swedenborg, der behauptete, in zahlreichen Visionen den Himmel geschaut zu haben.

„[Die Verstorbenen] baten mich zu sagen, dass sie nicht tot seien, sondern jetzt ebenso als Menschen lebten wie zuvor.“1

Die Vorstellung einer eigenständigen, den Körper überdauernden Seele ist so alt wie das menschliche Selbst-Bewusstsein. Schon die Bestattungsriten des „Pekingmenschen“, eines gut 500.000 Jahre alten Vorfahren des heutigen Menschen, deuten auf einen Jenseitsglauben hin. Der Versuch, mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten, ist die natürliche Konsequenz dieses Glaubens und wurde erstmals schriftlich im Gilgamesch-Epos fixiert, dessen Ursprung im 24. Jh. v. Chr. vermutet wird.2 Bei Platon gilt der Tod gar als Transzendierung des Menschen, als die Befreiung und Läuterung der Seele, die den Menschen erst zur ultimativen Einsicht bringe:

„Solange wir nämlich einen Leib haben und solange unsere Seele mit einem solchen Übel vermengt ist, werden wir niemals wirklich besitzen, wonach wir streben. Das aber ist, wie wir sagen, das Wahre.“3

Hier taucht die Vorstellung auf, dass der Körper dem eigentlichen Kern des Menschen nur als Vehikel diene, um ihn am Ende seiner Daseinszeit freizugeben und seine „Wahrheit“ entdecken zu lassen – eine Wahrheit, die laut Platon wirklicher ist als die Welt der Dinge. „Wir haben einen Körper, doch wir sind Bewusstsein“, brachte in jüngster Zeit der niederländische Kardiologe und Autor Pim van Lommel die platonische Auffassung auf den Punkt.4 Konform dazu betonte Swedenborg, dass der Himmel weniger ein Ort als vielmehr ein „Zustand“ sei, der weder Raum noch Zeit kenne:

„Der Himmel ist nämlich im Menschen, und in den Himmel kommt, wer den Himmel in sich hat.“5

Nun ist der Glaube eine Sache. Wie aber verhält es sich mit der wissenschaftlichen Seite, sprich: mit Fakten? Gibt es Beweise für ein Fortbestehen des sich seines Selbst bewussten Kerns des Menschen über den Körper hinaus – gibt es Beweise für ein Leben nach dem Tod? Der amerikanische Naturwissenschaftler Frank J. Tipler hat der Bejahung dieser Frage ein ganzes Buch mit dem Titel „Die Physik der Unsterblichkeit – Moderne Kosmologie, Gott und die Auferstehung der Toten“ gewidmet.6 Seine in Fachkreisen kontrovers diskutierte Omegapunkt-Theorie postuliert die virtuelle „Auferstehung“ des Menschen auf Grundlage nicht seines Lebens-Substrats (biologische Ebene), sondern seines Lebens-Musters (Informationsebene). Tipler definiert Leben vor allem als codierte Information und ein Fortbestehen des Lebens dementsprechend als Fortbestehen dieser Information.7 Daraus lässt sich folgern: Besteht die „Information“ weiter, besteht der Mensch weiter – in Form von Bewusstsein, denn dieses ist die Ebene, auf der Information letzten Endes „stattfindet“.

Der Tod als endgültige Vernichtung des Lebens ist eine Vorstellung, die spätestens seit den medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen durch Raymond A. Moody, Bruce Greyson, George Ritchie, Kenneth Ring und Michael B. Sabom im Bereich der Nahtoderfahrung als überholt gelten darf. Wenngleich wissenschaftliche Studien, wie beispielsweise die Langzeitstudie Dr. Pim van Lommels,8 keine greifbaren Beweise liefern können, so geben sie dem Un(be)greifbaren doch Konturen und führen zu der Erkenntnis, dass „die Entwicklung der Seele, besonders ihrer geistigen Fähigkeiten der Liebe und des Wissens, nicht mit dem Tode [endet]. Vielmehr geht sie weiter auf der anderen Seite, vielleicht ewiglich […]“, wie Moody zusammenfassend schreibt9 – denn „[d]er Tod ist nicht der Tod“.10

Aber gibt es eine Verbindung zwischen „Diesseits“ und „Jenseits“? Sprechen die vermeintlich Toten zu uns? Und wird der Kontakt zu uns Erdgebundenen auf „der anderen Seite“ vielleicht sogar angestrebt?

„Friedrich, du wirst beobachtet“:

Ominöse Stimmen auf dem Tonband

Der 12. Juni 1959, ein Freitag, ist kein besonderer Tag im abgeschiedenen schwedischen Örtchen Mölnbo. Der Kunstmaler und ehemalige Opernsänger Friedrich Jürgenson und seine Frau besitzen hier ein Sommerhäuschen und verbringen die Wochenenden des kurzen schwedischen Sommers zumeist auf dem Land. Am 12. Juni hat Jürgenson sein Tonbandgerät mitgenommen, das er am Fenster der Dachstube in der etwas abseits gelegenen Waldhütte aufbaut, um Vogelstimmen aufzunehmen. Doch als er das Band später abhört, ertönt nicht etwa das Gezwitscher des Buchfinken, sondern ein Rauschen, aus dem sich vage Ausschnitte einer norwegischen Radiosendung über nächtliche Vogelstimmen heraushören lassen. Jürgenson ist verblüfft und versucht in den folgenden Wochen, weitere „Sendungen“ zu empfangen, zunächst aber erfolglos. Dann, einen Monat später, am 12. Juli 1959, leuchtet plötzlich die Kontrolllampe am aufnahmebereiten Tonbandgerät und signalisiert damit das Einströmen elektromagnetischer Impulse. Das Abhören gestaltet sich schwierig; Jürgenson braucht einige Zeit, bis er durch die Störgeräusche hindurch eine männliche Stimme identifizieren kann, die in behäbigem Englisch sagt: „Friedrich, du wirst beobachtet.“11

Weitere Einspielungen folgen; inhaltlich stehen sie alle in Zusammenhang mit einem kulturhistorischen Aufsatz, an dem Jürgenson im Auftrag des schwedischen Rundfunks arbeitet. Dies und die Tatsache, dass „die Stimmen“ Schwedisch, Russisch, Deutsch, Polnisch und Italienisch zu einem Sprachkonglomerat vermischen, spricht gegen die Annahme, dass es sich um zufällig empfangene Radiostimmen handelt. Jürgenson hat keine Erklärung für dieses Phänomen, ist aber so beeindruckt, dass er sich künftig ganz der Untersuchung dieser Tonbandstimmen widmet.

Immer öfter empfängt er Botschaften dieser „unsichtbaren Intelligenzen“,12 wie er sie nennt, und stets nehmen sie Bezug auf aktuelle Geschehnisse im Umfeld Jürgensons, sodass dieser sich schließlich tatsächlich beobachtet fühlt. Nach und nach erfährt Jürgenson, dass es sich bei seinen „Freunden“ angeblich um eine Gruppe Jenseitiger handelt, die mit ihm in Kontakt zu treten versuchen. Mittlerin hierbei scheint eine Stimme zu sein, die sich selbst „Lena“ nennt und die Jürgenson als seine „Radioassistentin“ bezeichnet.13

Spielt Jürgenson zunächst nur mit einem handelsüblichen Tonbandgerät ein, nimmt er später direkt über Radio auf, indem er das Tonbandgerät über den Buchsenanschluss mit diesem verbindet. „Ich weiß nicht mehr, wieso ich auf den Gedanken kam“, schreibt er, aber er hat Erfolg: „Halten, halten!“, vernimmt er die Stimme seiner „Radioassistentin“ Lena, und bei einer späteren Einspielung: „Durchs Radio […] viel mehr wird hereinkommen …“14

Jürgenson spielt hauptsächlich auf einer bestimmten Stelle der Mittelwellenskala ein, die bei etwa 1.485 kHz liegt und heute noch die „Jürgenson-Welle“ genannt wird. Über den Umfang seines zusammengetragenen Materials sagt er:

„Wenn ich das Ergebnis dieser Forschungsarbeit ungekürzt wiedergeben wollte – schon allein die Länge der Spuren auf den Tonbändern beträgt zusammen über 140 Kilometer! –, so müsste mein Buch den Umfang der Bibel überschreiten.“15

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Aufnahme durch Ernst Senkowski in Mainz (links Original, rechts bearbeitet) – direkte Stimme vom Lautsprecher im eindeutigen Zusammenhang mit einem familiären Ereignis in Berlin. Das auf Kurzwelle spontan aufgetretene Signal war unmittelbar verständlich. (© Dr. Ernst Senkowski)

Tonbandstimmen als neue „Wissenschaft“

Der Sommer 1959 kennzeichnet die Geburtsstunde eines Forschungsbereichs, der heute als instrumentelle Transkommunikation (ITK) bezeichnet wird – ein Begriff, den der Diplom-Physiker Dr. Ernst Senkowski geprägt hat. Senkowski versteht ihn als Oberbegriff, „in dem die Silbe ‚trans‘ auf das Jenseits unserer Raumzeit deutet und ‚Kommunikation‘ zunächst in einfachster Weise als Empfang oder Austausch von ‚Information‘ verstanden sei“.16 Den Begriff Forschung sieht er in Bezug auf die ITK allerdings kritisch: „Ich wehre mich gegen die Benutzung des Begriffs ‚Forschung‘ in diesem Zusammenhang“, sagt er im NEXUS-Interview, „da es sich bei den Experimentatoren mit wenigen Ausnahmen um Laien handelt und die Stimmen weitgehend spontan auftreten, das heißt nur eingeschränkt reproduzierbar sind.“17 Senkowskis Buch mit dem Titel „Instrumentelle Transkommunikation“ ist zugleich Überblick, Dokumentation und wissenschaftlicher Erklärungsversuch und kann gleichsam als Kompendium der Materie betrachtet werden. Dort heißt es einführend:

„Die intersubjektive Wirklichkeit audio-visueller, technisch verifizierbarer Signale mit sinnvollen Inhalten ist als Faktum zu akzeptieren. […] Wegen der ungeklärten Herkunft und den unverständlichen Entstehungsbedingungen handelt es sich in üblicher Sprechweise um paranormologische18 (parapsychologische, paraphysikalische) Effekte, die nicht in den derzeit als verbindlich deklarierten Rahmen naturwissenschaftlicher Vorstellungen eingeordnet werden können. […] Eine unübersehbare Zahl eindeutig interpretierbarer sprachlicher Signale, seit Jahrzehnten auf magnetischen Tonträgern dokumentiert, in jüngster Zeit ergänzt durch dialogfähige elektroakustische Stimmen sowie durch Transvideo und Transtext, verweist in Inhalt und Form mit permanenter Hartnäckigkeit auf verstorbene Menschen, sogenannte ‚Tote‘, als primäre Verursacher, die im wie immer vorzustellenden Jenseits unseres wachbewusst erfahrbaren Diesseits, in Transbereichen, bewusst zu leben vorgeben.“19

Und in Bezug auf den als „verbindlich deklarierten Rahmen naturwissenschaftlicher Vorstellungen“ fährt er an späterer Stelle fort:

„Skeptiker seien daran erinnert, dass physikalische ‚Gesetze‘ letztlich auf Erfahrungen beruhen. Theoretisch begründete Behauptungen der Unmöglichkeit bestimmter Phänomene sind logisch unhaltbar und geeignet, die Wahrnehmungsfähigkeiten ihrer Verfechter einzuengen […].“20

Dr. Ernst Senkowski wurde erstmals im Jahr 1974 im Rahmen einer ZDF-Sendung auf die Tonbandeinspielungen aufmerksam. Was ihn letztlich von der Echtheit des Phänomens überzeugte, schildert er im Interview:

„Ich schaltete 1974 die von Ihnen erwähnte ZDF-Sendung ‚zufällig‘ ein und wurde Zeuge einer kontroversen Diskussion zwischen Friedrich Jürgenson, der als Entdecker der außergewöhnlichen Stimmen auf Tonbändern gilt, und mehreren Gesprächspartnern, die – mit Ausnahme des Parapsychologen Prof. Bender – versuchten, die Aussagen des Experimentators abzuwerten.

Als Physiker, Kurzwellenamateur und Nachrichtensoldat während des Krieges war ich von der Angelegenheit so fasziniert, dass ich beschloss, mich mit eigenen Mitteln von der eventuellen Existenz des Phänomens zu überzeugen. Tatsächlich konnte ich bei der Wiedergabe der ersten Aufzeichnungen Ende 1976 hinreichend deutliche Stimmen hören, die nicht auf normale Ursachen zurückzuführen waren und sich als ‚verstorbene Menschen‘ bezeichneten.

Meine in der Folge durchgeführten messtechnischen Analysen bestätigten grundsätzlich die Behauptungen Jürgensons sowie die anderer Experimentatoren, sodass ich die Realität dieser Anomalien nicht bezweifle.“21

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Photo des Bildschirms eines C64 mit der Ankündigung eines Fernsehkontaktes. Die paranormal eingeschobene markierte Zeile: „1120FERNSEHWOHNZ“ bezieht sich auf das Wohnzimmer, in dem sich das FS-Gerät befand. Experimentator Adolf Homes, Rivenich. (© Dr. Ernst Senkowski)

Der Begriff ITK stellt zugleich eine Erweiterung des Bezugsrahmens dar, da mit der ursprünglichen, von Jürgenson geprägten Bezeichnung „Tonbandstimmen“ längst nicht mehr der gesamte Bereich des Phänomens abgedeckt wird, der heute auch die Einspielung mittels Telefon, Radio, Fernseher und Computer umfasst, also neben akustischen „Stimmen“ auch solche in Bild und Text.22,23

Streng genommen begann das Phänomen des Einfangens von Stimmen ungeklärter Herkunft nicht bei Jürgenson, sondern in den 1920er Jahren. Kein Geringerer als der amerikanische Erfinder Thomas Edison war es, der 1921 äußerte, er halte eine technisch gestützte Kommunikation mit dem Jenseits für möglich.24 Eine entsprechende Kaliumpermanganat-Apparatur war angeblich in Arbeit.25

Der britische Geist- und Jenseitsforscher Arthur Findlay gab an, am 24. Januar 1924 während einer Sitzung mit dem Medium John Campbell Sloan von einem Kontaktwesen namens „Greentree“ auf seine Frage, ob eine Methode der Kontaktaufnahme ohne Medium denkbar sei, die Antwort erhalten zu haben, dass dies möglich sei, und zwar „dadurch, dass sich auf Erden etwas findet, das für die höheren Schwingungszahlen der geistigen Welt empfindlich ist. Wissenschaftler unserer Welt versuchen, euch dahin zu beeinflussen […].“26

1937 fing das amerikanische Medium Attila von Szalay während spiritistischer Sitzungen mittels eines Plattenschneiders und -spielers unerklärliche Stimmen ein, die jedoch aufgrund der schlechten Qualität kaum verständlich waren. Ab 1950 arbeitete von Szalay mit einem Magnetbandrekorder, der bessere Ergebnisse lieferte.27 Der italienische Benediktinerpater Alfredo Pellegrino Ernetti berichtete, im Jahr 1952 Zeuge von Tonbandstimmen geworden zu sein, die Padre Agostino Gemelli eingespielt habe. Beide berichteten Papst Pius XII. davon,28 und angeblich regte der Vorfall Ernetti zum Bau eines sogenannten „Chronovisors“ an, der „Bilder und Töne von Ereignissen über die Raumzeit hinweg empfangen“ könne.29 Der nächste, der sich nach Jürgenson in der Aufzeichnung von Tonbandstimmen versuchte, war der lettische Schriftsteller Dr. Konstantin Raudive. Wie Jürgenson war auch ihm daran gelegen, das Stimmenphänomen wissenschaftlich objektiv anzugehen. Die Einzigartigkeit und Bedeutung des Phänomens beschreibt er wie folgt:

„All jene merkwürdigen Erscheinungen wie Hellsehen, Telepathie, Präkognition, Psychokinese sind nur Prädikate der Seele. Das Stimmenphänomen dagegen konfrontiert uns mit der Seele selbst: Aus dem Inhalt der Stimmentexte können wir eine Vorstellung von der Psyche als objektive Realität gewinnen. Es ist also möglich geworden, sich die Seele als eine unverlierbare geistige Einheit vorzustellen, die sich jenseits des Mysterium mortis manifestieren kann.“30

Auch in Österreich, der Schweiz, Großbritannien und in den USA liefen Forschungen im Bereich der ITK an. In Österreich entwickelte Dr. Franz Seidl 1967 das „Psychophon“, das gleich drei Aufnahmemethoden ermöglicht: Breitbandempfang, Selbstsendermethode und die Aufnahme per Mikrophon.31 In der Schweiz widmete sich Pfarrer Leo Schmid ab 1968 der Tonbandstimmenforschung. In Großbritannien experimentierten in den 1970er Jahren u. a. Raymond Cass und Gilbert Bonner mit der Einspielung von Stimmen.

Elektroakustische direkte Stimmen:

Verbesserte Zweiwegkommunikation

Das Einspielen von Stimmen auf Tonband ist zum einen mühselig und zeitaufwändig, da das Band mehrfach abgehört werden muss, und hat zum anderen den Nachteil, dass die Kommunikation recht einseitig verläuft. Zwar kann der Einspielende sich mit Fragen an seinen Kontakt richten und findet beim Abhören mit etwas Glück eine entsprechende Antwort auf dem Tonband, doch ein „Gespräch“ findet nicht statt. Ziel der frühen Experimente war es daher, einen direkten Kontakt zum Ursprung des Stimmenphänomens herzustellen.

Angeblich schon im Jahr 1970 begannen die Italiener Marcello Bacci und Luciano Capitani mittels eines Radioempfängers Stimmen unbekannter Herkunft zu erhalten, „wobei die Stimmen direkt aus dem Lautsprecher“ kamen.32

Im Jahr 1981 gelang es dem amerikanischen Elektroniker William O’Neil eigenen Angaben zufolge, mittels einer elektromagnetisch-akustischen Apparatur Dialoge mit einer Wesenheit zu halten, die sich als der verstorbene Elektroingenieur Dr. George J. Mueller ausgab. Diese „Spiricom Mark IV“ (für „Spiritual Communication“) genannte Anlage und die damit ermöglichten Dialoge waren das Ergebnis der zehnjährigen Bemühung einer Gruppe von Ingenieuren und Elektronikern unter der Leitung von George W. Meek, mit verstorbenen Wissenschaftlern in Kontakt zu treten. 1982 trat Meek, Präsident der amerikanischen (nicht mehr aktiven) Metascience Foundation, mit dieser Mitteilung an die Öffentlichkeit.33 Die Echtheit der erzielten Ergebnisse ist allerdings nicht unumstritten.34

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Bilder des Pioniers der Tonbandstimmen Friedrich Jürgenson. Links ein unbearbeitetes paranormales FS-Bild, rechts ein Photo zu Lebzeiten. Experimentator Adolf Homes, Rivenich. (© Dr. Ernst Senkowski)

Die Anlage „Spiricom Mark IV“ umfasste einen Klanggenerator, einen Hochfrequenzgenerator, einen Empfänger für amplitudenmodulierte Signale, Lautsprecher, Mikrophon und ein Aufzeichnungsgerät (z. B. Kassettenrekorder).35 „Ein Gemisch aus 13 von Mueller vorgeschlagenen Tönen (131 bis 701 Hz) modulierte einen hochfrequenten Träger von 29,57 MHz, der mit einigen MW im Labor ausgestrahlt, empfangen und demoduliert wurde“, so beschreibt Dr. Ernst Senkowski die Funktionsweise der Anlage. „Muellers Stimme erschien dem Tongemisch überlagert.“36

„Otto König macht Totenfunk“

1984 gründete der Mönchengladbacher Elektroakustiker Hans-Otto König die „Forschungs-Gemeinschaft für Tonbandstimmen“ (FGT), die später zur „Forschungs-Gemeinschaft für Transkommunikation“ umgetauft wurde.37 Schon seit 1974 soll er sich an Einspielungen versucht haben, zunächst mit der Absicht, diese als vom Experimentator selbst verursachtes animistisches Phänomen entlarven zu können. Dies gelang ihm nicht; dafür erhielt er eigenen Angaben zufolge Kontakt zu seiner verstorbenen Mutter sowie zu verstorbenen Freunden und Bekannten.38

Am 15. Januar 1983 präsentierte er seine ersten Entwicklungen in der von Rainer Holbe moderierten und von Millionen Hörern verfolgten Sendung „Unglaubliche Geschichten“ bei Radio Luxemburg. Die „Stimmen“, die er bei dieser Gelegenheit empfing, wiesen „eine bis zu diesem Zeitpunkt unerreichte Lautstärke“ auf. „Otto König macht Totenfunk“, lautete ein Kommentar von „drüben“.39 1984 stellte er den „Generator“ und 1986 bestimmte Infrarotsysteme vor, die „mit relativ hoher Verlässlichkeit ortsunabhängig kurze paranormale Passagen und eingeschränkte Dialoge“ mit Transwesenheiten40 ermöglichten.41

König wies nach, dass seine Stimmeneinspielungen von Ultraschallsignalen begleitet wurden:

„Er verknüpfte diese Beobachtungen mit der Vorstellung der primären Entstehung der paranormalen Stimmen im Bereich 20 – 40 kHz und sah im Überlagerungsprinzip eine Möglichkeit, die für das menschliche Ohr unhörbaren Signale in den Hörbereich zu transportieren.“42

Dementsprechend erzeugte sein „Generator“ ein Gemisch von Ultraschall- bzw. elektromagnetischen Schwingungen, die ihm zufolge von den „Jenseitigen“ moduliert werden konnten, um hörbare Stimmen zu formen. Später arbeitete König ein Infrarotsystem aus, das eine rückgekoppelte Schleife bildete und mehr Stabilität bei den Durchgaben gewährleistete. Das eingespielte Ergebnis wurde aufgezeichnet und konnte mittels eines Oszillographen sichtbar gemacht werden.43,44

„Eine uns unbekannte Art von selbstloser Liebe“:

Die „Gruppe Zeitstrom“ meldet sich

Ende Juni 1985 begann die Luxemburger Lehrerin Maggy Harsch-Fischbach mit Mikrophon-Einspielungen. Ihr Mann Jules glaubte, nur medial veranlagte Menschen könnten Kontakt zum Jenseits herstellen, weshalb er sich zunächst nicht an dem Experiment beteiligte. Als seine Frau nach fünf Tagen die ersten Stimmen empfing, schlug er einen Kontrollversuch im Freien vor, denn „es war immerhin möglich“, berichtete Maggy Harsch-Fischbach, „Stimmen von irdischen Hausbewohnern zu empfangen oder Störungen von elektrischen Kabeln“.45 Nachdem auch der Verdacht des zufälligen Einfangens von Funkübertragungen ausgeschlossen war, widmete sich das Ehepaar mit wachsender Begeisterung der Transkommunikation und gründete im Sommer 1986 den „Cercle d’etudes sur la Transcommunication Luxembourg“ (CETL) zur Erforschung des Phänomens.46 Den beiden Luxemburgern gelangen technische Verbesserungen; der ersten Apparatur mit der Bezeichnung „Eurosignalbrücke“ (ESB) folgte die „Gegensprechanlage 1“ (GA1), die relativ flüssige Dialoge ermöglichte: „Die vorangegangenen ESB-Kontakte erlaubten nur in sehr seltenen Fällen Dialoge“, erklärte Maggy Harsch-Fischbach, wohingegen „beim GA1-Verfahren […] diese Möglichkeit endlich gegeben [war].“47 Diese wurde 1987 von der „Burton-Brücke“ abgelöst.48

Kontakt hatte das Luxemburger Ehepaar vor allem zu der Transgruppe „Zeitstrom“, zu der der verstorbene Dr. Konstantin Raudive und die Wissenschaftlerin Swejen Salter gehörten, wobei Letztere angab, in einer Parallelwelt der Erde gelebt zu haben.49 Zudem meldete sich ein Wesen, das behauptete, nie inkarniert gewesen, aber „für den Planeten Erde zuständig“ zu sein.50 „Eine uns unbekannte Art von selbstloser Liebe geht von ihm aus“, schreibt Maggy Harsch-Fischbach, „und in seinen Worten erkennen wir die Wahrheit, das Positive, die Ehrfurcht und Sorgfalt für alles Leben.“51 Das Wesen „verblüffte durch außergewöhnliches Wissen über Elektrotechnik, Physik, Mathematik, Astronomie, Naturwissenschaften, Zukunft und Vergangenheit“ und verfügte über „eine beeindruckende Vielsprachigkeit und das Gedächtnis eines Computers“.52 Es gab Hinweise zur Verbesserung der Kommunikationsanlage und zeichnete sich durch „[g]eistig und ethisch hochstehende Durchsagen“ aus.53

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Paranormales FS-Bild bei Adolf Homes, Rivenich. Nach Angabe der bezugnehmenden Stimmen handelt es sich um ein Bild der Mutter des Experimentators, die 1936 bei seiner Geburt starb. Es existiert kein Vergleichsbild, da im Zweiten Weltkrieg alles verloren ging. (© Dr. Ernst Senkowski)

Weder Maggy noch Jules Harsch-Fischbach besaßen vor Beginn ihrer ITK-Experimente besondere technische Kenntnisse. Sie gaben an, zahlreiche versuchsspezifische Informationen medial empfangen zu haben und von den Transwesenheiten mit technischen Hinweisen und Tipps unterstützt worden zu sein: „Die Funktion der Anordnungen ist weder im Einzelnen noch insgesamt physikalisch-technisch verständlich“, schien aber für die „andere Seite“ des Transkontakts von Bedeutung zu sein.54 Die erste, als „Eurosignalbrücke“ bezeichnete Verbindung zur Transwelt erhielt ihren Namen aufgrund der Radiofrequenz, auf der die Kontakte empfangen wurden, nahe dem Eurosignal bei etwa 87 MHz. Die Anlage bestand aus zwei Radiogeräten, einem Schwarzweißfernseher plus parametrischem Filter und Frequenzverstärker, einem Feldgenerator, zwei UV-Lampen und einem Lautsprecher mit Filter. Mittels Mikrophon wurden die Durchgaben aus dem Lautsprecher auf einem Kassettenrekorder aufgenommen und abgehört. Die „Gegensprechanlage 1“ umfasste u. a. ein Radio mit Antenne aus Diodenschaltungen, eine Lampe, ein Mikrophon und einen Frequenz-Translator.55 Die „Burton-Brücke“ hatte ihren Namen von dem verstorbenen britischen Forscher Richard Francis Burton, der sich ab Ende 1987 bei den Harsch-Fischbachs gemeldet haben soll. Sie bestand aus einem nicht funktionsfähigen Fernseher, einem König-Feldgenerator, zwei UV-Lampen, deren Strahlen sich kreuzen, einem Tonbandgerät und einer Videokamera.56

„Der Anfang ist gemacht“:

ABX-JUNO meldet sich in Darmstadt

In Darmstadt unternahmen Tontechniker Peter Härting und Jochem Fornoff ab 1983 Versuche mit Tonbandstimmeneinspielungen. Am 21. April 1987 schließlich gelang ihnen der Empfang einer direkten elektroakustischen, wenn auch schwer verständlichen Stimme, die sich als „ABX-JUNO“ bezeichnete. Die Stimme blieb auch bei nachfolgenden Übertragungen schleppend und qualitativ minderwertig, was die beiden Experimentatoren frustrierte. „Glauben Sie mir, es soll so sein“, entgegnete die Transwesenheit daraufhin. „Der Anfang ist gemacht.“57 Gefragt, wofür „ABX-JUNO“ stehe, antwortete das Wesen:

„Nehmen Sie das A für außen oder außerhalb Ihrer irdischen Umgrenzung. Das B für biologisch, das X für Experiment. […] JUNO ist mein Name, mit dem Sie mich ansprechen können.“58

Es betonte, das Projekt ABX diene allein „der Kommunikation zweier verschiedener Lebensformen“, und man werde „nicht direkt in Ihren irdischen Lebensweg eingreifen. Das soll für Sie alle unmissverständlich sein.“59 Die Wesenheit erstaunte durch umfangreiches Wissen über private Angelegenheiten der bei den Sitzungen Anwesenden, äußerte sich des Öfteren zur allgemeinen Situation der Menschheit und auch zum Leben nach dem Tod:

„Die menschliche Seele unterliegt nicht der Auflösung. Sie kann weder von selbst noch von irgendeiner anderen Macht zerstört werden.“60

Auch ermahnte „JUNO“ die Experimentatoren, die Kontaktherstellung mit der richtigen Geisteshaltung zu betreiben, denn „Technik ersetzt nicht die Macht des Gedankens.“61

Härting / Fornoff arbeiteten mit den gleichen Apparaturen wie CETL, also mit einem Radio, das im UKW-Bereich etwas versetzt zum Eurosignal bei etwa 87,5 MHz eingestellt wurde, einem Fernseher, der auf den leeren Kanal 21 eingeschaltet wurde, Feldgenerator, parametrischem Filter, Infrarotlampe, Leuchtstofflampe, blinkender Glühbirne und Taschenlampe; sie änderten diese Anordnung aber später dahingehend, dass Glühbirne, Taschenlampe, Filter und Feldgenerator verworfen und stattdessen zwei Radioapparate, zwei Psychophone, ein Mischpult und ein Mikrophon-Vorverstärker verwendet wurden.62

Vom Herbst 1987 bis zu seinem Tod im Oktober 1997 soll auch Adolf Homes aus dem rheinland-pfälzischen Rivenich gemeinsam mit Friedrich Malkoff zahlreiche Einspielungen getätigt haben. Ebenfalls meldeten sich Verstorbene und andere Transwesenheiten über Telefon, Computer, Fernsehen und per automatischem Schreiben bei ihm. Die „Gruppe Centrale“ bemühte sich um eine Verbesserung der technischen Voraussetzungen für den Kontakt, beantwortete aber auch Fragen zu Gott und den Jenseitsebenen. „Gott ist Geist, der alles durchdringt, in allem ist“, hieß es in einer Durchgabe.63

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Tochter Heli der Experimentatorin und Autorin Hildegard Schäfer, links paranormales, rechts Lebzeitenphoto. Spiegelungen sind mehrfach beobachtet worden. Experimentator Klaus Schreiber, Aachen. (© Dr. Ernst Senkowski)

„Die Post kann uns nicht hören“:

Die Telefonstimmen bei Manfred Boden

„Tote“ telefonieren auch – zu diesem Schluss kamen die beiden Amerikaner Dr. Scott Rogo und Raymond Bayless, die sich zwischen 1956 und 1965 mit Tonbandstimmen befassten und sich schließlich der Erforschung paranormaler Telefonanrufe widmeten. Sie befragten Zeugen, dokumentierten jeden der über 70 zusammengetragenen Fälle64 akribisch und kamen zu dem Ergebnis, dass sich meist tatsächlich keine wissenschaftlich-technische Erklärung finden ließ.65 Im Gegensatz zu Tonbandstimmen oder direkten elektroakustischen Stimmen zeichneten sich die Anrufe oft, aber nicht immer, durch eine Dauer von nur wenigen Sekunden aus. Ein grundlegendes Muster existierte nicht; kurze Ausrufe oder ein Gruß durch den „Toten“, zu Lebzeiten verwendete typische Redewendungen oder Bemerkungen, die Bezug auf das frühere Leben nahmen, waren nur einige Facetten des Telefon-Phänomens. Immer aber war die Botschaft sinnvoll und intelligenzgesteuert, wenn auch aufgrund der Kürze selten aussagekräftig.66 Rogo und Bayless brachten 1979 ein Buch mit dem Titel „Phone Calls from the Dead“ heraus, in dem sie die zusammengetragenen Fälle schildern.67

Ein besonderer Fall waren die Anrufe, die der Statiker Manfred Boden zwischen 1981 und 1983 erhielt. Denn die „Stimmen“, die aus dem Hörer drangen, sich penetrant in Gespräche einmischten und regelrecht Telefonterror betrieben, gaben an, Energiewesen aus der siebten Dimension zu sein. Sie sprachen u. a. Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch und meldeten sich entweder während eines laufenden Gesprächs oder per Direktanruf zu Wort.68,69 Boden behauptete, von den Wesenheiten Antworten auf Fragen erhalten zu haben, bevor er diese laut stellen konnte. Meist hörte nur er, nicht aber der (irdische) Gesprächspartner die Stimmen.70 „Wie kommt ihr in die Telefonleitung?“, fragte Boden die Stimmen. „Durch Energieübertragung“, lautete die Antwort. „Kommt ihr direkt in die Leitung?“, wollte Boden wissen. „Ja“, antworteten die Wesen. „Die Post kann uns nicht hören.“71 Boden schnitt die Kontakte mit, protokollierte und archivierte sie und erstattete schließlich, als der psychologische Druck unerträglich wurde, Anzeige gegen Unbekannt. Die Telefonanlage wurde überprüft, ein technischer Defekt nicht festgestellt.72

Ganz anderer Natur waren dagegen die „Jenseits-Anrufe“, die das Luxemburger Ehepaar Harsch-Fischbach 1988/89 erhielt. Als Kommunikatoren gaben sich dieselben Wesenheiten zu erkennen, die Maggy und Jules Harsch-Fischbach auch über andere Medien kontaktierten, also „Konstantin Raudive“, „Swejen Salter“ und der „Techniker“. Zudem meldete sich eine kürzlich verstorbene Freundin Maggys namens Margret Mackes. Es kam zu längeren Dialogen, und auch auf dem Anrufbeantworter fanden sich mehrmals Botschaften.73 Die Telefonkontakte zeichneten sich durch eine gute Verständlichkeit aus und waren manchmal so deutlich, dass „man sie nicht mehr von einem irdischen Telefongespräch unterscheiden“ konnte. Die Botschaften wiesen zumeist kritisch auf soziale und ökologische Missstände auf Erden hin, aber auch Freude über das Zustandekommen einer „direkten Leitung“ wurde geäußert: „Das gibt doch einen ungeheuren Aufschwung, eine so große Freude, einen Impuls ohnegleichen. […] Ich empfinde es so, und ich glaube, euch geht es nicht viel anders“, begeisterte sich die Stimme Margret Mackes’.74

Botschaften aus dem Cyberspace

Noch bevor Manfred Boden ab 1981 per Telefon von Stimmen unbekannter Herkunft terrorisiert wurde, erhielt er angeblich im Dezember 1980 unheimliche Botschaften auf dem Computer eines Bekannten, die in dem Satz gipfelten:

„Du stirbst Manfred 1982 Unfall 16.8.1982.“75

Als „Absender“ erschien der Name eines verstorbenen Bekannten Bodens. Von da ab änderten sich Texte des Öfteren selbsttätig und ergaben auf dem Ausdruck einen völlig neuen Sinn; manchmal „schmuggelten“ sich zusätzliche Worte ein, die zusammen gelesen eine semantisch stimmige Mitteilung ergaben.76 Im Februar 1981 analysierte Dr. Ernst Senkowski die Botschaften und kam zu dem Schluss:

„Aufgrund des Gesamtbildes wird die Erklärung des zeitlichen Ablaufs der Veränderungen und ihrer semantischen Gehalte als Folge einer technisch bedingten Computersystemstörung nicht akzeptiert. Das Geschehen ist daher als paranormal zu klassifizieren […].“77

Boden überlebte sein angebliches Todesdatum.78

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Bilder von Alois Wiesinger, der zu Lebzeiten Abt des Klosters Schlierbach/Österreich war (links: Original, rechts: paranormal). Experimentator Klaus Schreiber, Aachen, arbeitete mit einem optisch-elektronisch-rückgekoppelten System, bei dem die Kamera auf den FS-Bildschirm zeigt. Schreiber kannte Wiesinger weder persönlich noch auf Photo. Die Identität stellte sich bei Senkowski „zufällig“ anhand einer Festschrift der Internationalen Interessengemeinschaft IMAGO MUNDI (Prof. Dr. Dr. Andreas Resch, Innsbruck) heraus. Klaus Schreiber schrieb automatisch mehrere Daten von Wiesingers Lebenslauf, die sich im Text der Festschrift voll bestätigten. (© Dr. Ernst Senkowski)

Ein besonderer Fall war der, der sich 1984 im Hause des britischen Lehrers Ken Webster ereignete: Auf seinem Computer meldeten sich eine „Gruppe 2109“ sowie ein gewisser Tomas Harden, der angab, zur Zeit Heinrichs VIII. zu leben – nicht etwa gelebt zu haben, sondern sein Haus mit dem als „Eindringling“ empfundenen Webster zu teilen, mit dem er, wie er mitteilte, über einen „Lichtkasten“ (Websters Computer) kommuniziere. Die Botschaften waren in archaischem Englisch verfasst, das der Anglist Peter Trinder auf das 14. bis 16. Jahrhundert datierte, und enthielten wenig bekannte Einzelheiten aus der englischen Geschichte, die Webster recherchieren musste und die sich als zutreffend herausstellten. Auch die Existenz eines Tomas Harden im 16. Jahrhundert ließ sich anhand alter Dokumente nachweisen.79,80 „Es war ein großes Verbrechen, mein Haus gestohlen zu haben“, echauffierte sich „Harden“ beispielsweise, äußerte sich aber durchaus wohlwollend über Websters Frau Debbie, die er als „phantastisch“ bezeichnete.81 Einen besonderen Stellenwert nahm dieser Fall dadurch ein, dass „Harden“ angab, während der Kommunikation noch am Leben zu sein und nicht etwa vom „Jenseits“ aus zu schreiben.

Die „Gruppe 2109“ soll mitgeteilt haben, bei dem Webster-Harden-Kontakt handele es sich um ein Zeit-Manipulations-Experiment, wobei die Gruppe ihre eigene Seinsebene als „Tachyonen-Universum“ beschrieb.82 Untersucht wurde das Phänomen von einem gewissen John Bucknall und einigen anderen Männern, die sich als Angehörige der Londoner Society for Psychical Research (SPR) ausgaben, was sich später nicht bestätigte.83 Webster selbst empfand die überirdische wie die irdische Heimsuchung zunehmend als Plage. Er

„entwickelte eine mittelstarke Aversion gegen die von ihm so empfundene ‚unmenschliche‘ Art [der Gruppe 2109], obwohl er ähnliche Gefühle mit ihnen in Bezug auf die tatsächlichen und angeblichen Untersucher der SPR teilte, die in hervorragend intellektueller Weise herausgefordert wurden, z. B. indem 2109 einem von ihnen die Beantwortung spezieller Fragen gegen Aufgabe seines Seelenheils zusagte, da er ja das Ganze ohnehin für Betrug hielte. Danach verschwanden die Psychobillies auf Nimmerwiedersehen.“84

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Labor Klaus Schreiber, Aachen. Erscheinung „Albert Einstein“ in Anwesenheit des Teams von Radio Luxemburg unter Rainer Holbe. (© Dr. Ernst Senkowski)

Die sich als „Gruppe Zeitstrom“ identifizierenden Wesenheiten, die das Luxemburger Ehepaar Harsch-Fischbach erstmals 1985 kontaktierten, meldeten sich ab Januar 1988 auch über Computer. Insbesondere die Wissenschaftlerin Swejen Salter hinterließ lange Botschaften, die sich meist in Abwesenheit der Harsch-Fischbachs auf der Festplatte ihres Computers manifestierten. Großenteils handelte es sich um wissenschaftliche Ausführungen, die sich an Dr. Ernst Senkowski richteten. Erschwert wurde die Kommunikation offenbar dadurch, dass sich irdische und jenseitige Wirklichkeit erheblich unterscheiden: „Die Angleichung des Materials gestaltet sich schwieriger, als ich vermutet hatte“, erklärt „Salter“ in einer Übertragung.

„Die Bewohner Ihrer Welt haben nicht nur ein anderes physikalisches Weltbild, sondern wirklich eine andere Physik.“85

Die computergestützte Übertragung revolutionierte Senkowski zufolge die Transkommunikation:

„Obwohl die tatsächlichen Werte ungewiss sind, erkennt man die im Vergleich zur Transaudiomethode geradezu unheimliche Überlegenheit dieses Verfahrens hinsichtlich des Datenflusses. Es bedarf dazu ‚nur‘ der exakten Synchronisation schneller digitaler Impulsfolgen während sehr kurzer Zeiten.“

Könnte man „transtechnische“ und irdische Geräte miteinander koppeln, so würde die Übertragung praktisch nur noch durch Verständnisprobleme aufgrund der begrenzten menschlichen Aufnahmefähigkeit gehemmt, so Senkowski.86

„Wir kommen über Fernsehen“:

Das Jenseits geht auf Sendung

Doch es blieb nicht bei bloßen Stimmenphänomenen; auch das Fernsehen wurde im wahrsten Sinne zum „Medium“. Der erste, durch Zeugen beglaubigte Fall von Verstorbenen, die sich auf dem Fernsehbildschirm zeigten, ereignete sich in Italien, wo Gigliola Della Bella im Oktober und November 1978 die Einspielung mehrerer Gesichter gelang, nachdem die Übertragung zuvor über Tonbandstimmen angekündigt worden war. Conte Mancini Spinucci, Gründer und Leiter der „Associazione Italiana scientifica di Psicofonia“ (AISP), verbürgte sich mit einer eidesstattlichen Erklärung für die Echtheit der Aufnahme.87

Der nächste gut dokumentierte Fall ereignete sich in Aachen, wo der gelernte Sattler und pensionierte Feuerschutztechniker Klaus Schreiber eine Reihe von Schicksalsschlägen zu ertragen hatte. 1960 starb seine erste Frau Gertrud, 1968 sein 22-jähriger Sohn Robert, 1977 seine Mutter, ein Jahr darauf seine erst 18-jährige Tochter Karin und 1986 seine zweite Frau Agnes. Bereits 1982 begann Schreiber mit dem Einspielen von Tonbandstimmen mittels Breitbandempfänger und Feldgenerator, und so soll es ihm gelungen sein, die Stimmen „seiner“ Verstorbenen hörbar zu machen. Immer wieder erhielt er Hinweise auf die Einspielung von Bildern aus dem Jenseits. „Wir kommen über Fernsehen“, soll beispielsweise seine Tochter Karin gesagt haben. Auch Begriffe wie „Television“, „Bildschirm“ und „Video“ fielen immer wieder, weshalb Schreiber sich Videorekorder und Kamera zulegte. Mit der Kamera nahm er den Laborraum auf, aber die ersten Einspielversuche scheiterten. „Klaus, wir kommen im Fernsehen, leerer Kanal“, hieß es bei den Tonbandeinspielungen, woraufhin Schreiber begann, die Videokamera auf den Fernsehbildschirm zu richten. Und tatsächlich: Am 30. September 1985 sah Schreiber angeblich parallel zu einer laufenden „normalen“ Sendung seine Tochter Karin, die die rechte Hand hob. „Papa, siehst du mich?“, fragte sie. „Ich bin hier.“88,89

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Experimentalanordnung aus der aktiven Tonbandstimmenzeit von Ernst Senkowski. (© Dr. Ernst Senkowski)

Zum technischen Aufbau Schreibers gehörten ein Schwarzweißfernseher, mehrere Videorekorder, eine Videokamera und zwei Überspiel-Verstärker.90 Als Lichtquellen dienten ihm zwei UV-Strahler, die Deckenbeleuchtung und normales Tageslicht. Er zeichnete Sequenzen von jeweils einer bis drei Minuten Dauer auf, die er dann teils in Zeitlupe auf Einspielungen prüfte. Deutliche Passagen hielt er im Standbild fest. Neben Prominenten wie Romy Schneider und König Ludwig von Bayern zeigten sich angeblich auch seine verstorbene Frau Agnes sowie sein Sohn Robert auf dem Bildschirm.91

Im Gegensatz zur Bildeinspielungsmethode Schreibers erschienen die Fernsehbilder bei CETL in Luxemburg ab dem 4. Oktober 1986 direkt auf dem Bildschirm. Die Anlage der Harsch-Fischbachs bestand aus einem Fernsehgerät, einem Videorekorder und einer Kamera.

„Das Fernsehgerät ist weder an eine Zimmer- noch Gemeinschaftsantenne angeschlossen. Es ist defekt und normalerweise unbrauchbar. Im UHF-Bereich soll die Skala zwischen 20 und 60 manuell abgetastet werden. Die Kamera erfasst nun ein neutrales Zeilenbild. […] Nach etwa zehn Minuten wird die Aufzeichnung beendet. Es gilt nun, die bespielte Videokassette in Zeitlupe, also Bild für Bild, abzuspielen.“92

Die ersten Versuche brachten qualitativ unbefriedigende Ergebnisse; erst eine Ergänzung der Anlage um zwei direkt auf das Fernsehgerät gerichtete UV-Lampen zeitigte Erfolg: Es zeigte sich die 1984 verstorbene ITK-Forscherin Hanna Buschbeck, die anhand der Videoaufzeichnung von Verwandten identifiziert wurde, sowie der 1881 verstorbene französische Chemiker Henry Sainte-Claire Deville. Diese wie auch nachfolgende Einspielungen wurden, wie bei Schreiber, zuvor über Tonband angekündigt.93

Am 21. April 1987 erfolgte im Beisein von Dr. Ernst Senkowski und seiner Frau Adelheid die Einspielung einer langen Bildsequenz, die laut dem „Techniker“ der „Gruppe Zeitstrom“ u. a. Landschaften „von einer so unbeschreiblichen Schönheit“ zeigt, „wie irdische Menschen sie mit ihren sterblichen Augen nicht zu schauen imstande sind“.94 Senkowski stellte die qualitative Entwicklung der Übertragung heraus:

„Im Gegensatz zu den zeitlich vorlaufenden Experimenten Schreibers, bei denen die visuelle Beobachtung eines ‚vorüberhuschenden‘ oder ‚aufblitzenden‘ Einfallbildes nur selten und mit geübtem Auge möglich war […], hatten die Transvideosequenzen bei CETL von Anbeginn ‚Standzeiten‘, die ein unmittelbares Erkennen, wenn auch nicht aller Einzelheiten, der Szenen erlaubten […].“95

Wie die Bilder zustande kommen, ist unklar. „Etwaige Vermutungen“, schließt Senkowski, blieben bis auf Weiteres „spekulativ“.96 Vielleicht greift hier, was die sich als „Konstantin Raudive“ ausgebende Transwesenheit bei einer später ermöglichten kombinierten Transvideo-Audio-Übertragung erklärte, dass es nämlich eine „kausale Verbindung“ und rein technische Erklärung nicht gebe:

„Der Grundirrtum der bisher vorherrschenden materialistischen Wissenschaft bei Ihnen besteht darin, dass Sie versuchen, das Gesetz von Ursache und Wirkung […] auf alle Erscheinungsformen zu übertragen, auch auf solche, wo es keine Gültigkeit hat.“97

Oder, wie es eine „Parastimme“ auf die Frage, welche Gesetze auf ihrer Seite gelten würden, anschaulich formulierte: „Zwei mal zwei = nichts.“98

„Ökonomisiere die Sprache!“

Dass die „Toten“ das irdische Bezugssystem verlassen haben, zeigt sich auch an ihrem Gebrauch der Sprache: Die bei Tonbandeinspielungen hörbar werdenden Worte sind meist knapp, bar unnützen Beiwerks und ganz auf den Zweck der Aussage konzentriert. Als „Telegrammstil“ beschreibt die Sprachwissenschaftlerin und Ehefrau Raudives Dr. Zenta Maurina die „Sprache der Stimmenwesenheiten“.99 Die – nach irdischen Maßstäben korrekte – Grammatik wird häufig aufgelöst; Wortverstümmelungen oder -neubildungen (z. B. „Magicokratie“ für wissenschaftlich betriebene Magie)100 sind kennzeichnend. Oft ertönt nur ein einzelnes Wort, ein einzelner Name, Satzgefüge fallen ebenso weg wie Artikel, Präpositionen und Füllwörter.101 „Raudive grüßt“, „Ich lebe“ oder „Totenreportage!“ sind hierfür typische Beispiele.102 Üblich für Tonbandeinspielungen ist stets eine „komprimierte, kondensierte, verdichtete Sprache, in der mit einem Minimum von Silben […] ein Maximum an Inhalt vermittelt werden soll“. Dies steht dem Stil der direkten elektroakustischen Stimmen gegenüber, die unmittelbar aus dem Lautsprecher zu hören sind und die „eher normal [erscheinen], insbesondere die längeren Durchsagen während der letzten Jahre“.103

Bemerkenswert an den auf Tonband erscheinenden Stimmen ist die oft polyglotte Struktur – selten wird nur eine Sprache gesprochen, weit häufiger setzen sich die Botschaften aus zwei oder mehr Sprachen zusammen: „Wir venci!“ – „Wir gewinnen!“, heißt es beispielsweise in einer Mischung aus Deutsch und Latein, oder: „Senza gulam te“ – „Ohne zu schlafen sind wir hier“, ein Satz, in dem sich Italienisch und Lettisch mischen.104 „Trotz der verworrenen Ausdrucksweise der Totensprache“, schreibt Friedrich Jürgenson, „schien diese doch mit einer eigenen Logik erfüllt zu sein. Man könnte hier vielleicht von einer ‚irrationalen Konsequenz‘ sprechen, die, von den Schranken des Großhirns befreit, sich von der ‚Wahrheit des Gefühls‘ tragen und leiten lässt!“105 Er bezeichnet diese Ausdrucksweise als „Bildersprache des Unterbewusstseins“,106 deren Aussage von bemerkenswerter Reinheit sei:

„Die Toten hielten keine langen Ansprachen, sie klagten auch niemanden an. Das Wenige aber, was sie sagten, oder richtiger: wie sie das Gesagte vortrugen, war so menschlich und schlicht, dass man von dem brennenden Wunsch erfüllt wurde, den Tempel unserer verlogenen Doppelmoral so rasch wie möglich in die Luft zu sprengen.“107

Und eben dies fordern die Transwesenheiten von den irdischen Kommunikatoren, deren „langwierige Diskussionen“ von ihnen oft als „pures Geschwätz“ empfunden wird: „Kosta Raudive, ökonomisiere die Sprache!“, wies eine der Stimmen Dr. Konstantin Raudive zu dessen Lebzeiten an.108 Zugleich erscheint die „Sprache der Toten“ aber auch verspielt und humorvoll; fremd anmutende, aber treffende Metaphern und Neologismen überwinden die „fade Trockenheit unserer irdischen Verstandesherrschaft“,109 wie Jürgenson es ausdrückt. Er beschreibt die Sprechweise der Verstorbenen als „spontan, freundlich, symbolisch“.110 „Das ist der Totensender“ und „Ihr braucht den Parafortschritt, Ernst“, heißt es beispielsweise in Einspielungen Senkowskis.111

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Dr. Ernst Senkowski, 1990. (© Dr. Ernst Senkowski)

Ein stilistischer Wandel vollzog sich mit dem Fortschritt von bloßen Tonbandeinspielungen zu direkten elektroakustischen Stimmen, die nicht nur den Dialog mit den Transwesenheiten, sondern auch die Durchgabe längerer Mitteilungen ermöglichten. Insbesondere CETL empfing zwischen 1985 und 1988 umfangreiche, wie ein „normales Gespräch“ anmutende Botschaften der „Gruppe Zeitstrom“, in der diese auf technische Verbesserungen der bestehenden Anlage hinwies, vor allem aber auf die Beschaffenheit der jenseitigen Welt und den notwendigen Bewusstseinswandel der Menschheit einging:

„[N]eue Ideen werden von den meisten nur angenommen, wenn sie sie in ihr Weltbild passend erkennen [sic]. Unsere Aufgabe soll es sein, das Weltbild zu erweitern, ein neues zu schaffen, in dem viele Wahrheiten Platz haben werden.“112

Zur Natur der direkten Stimmen äußerte sich laut Senkowski eine der Transwesenheiten wie folgt:

„Alles, was immer ihr von uns hört, ist rein künstliche Schwingung. Die Übertragung von Gedanken in Laute ist nahezu automatisch.“

Die Tonbandstimmen werden als „Kunstsprache“ bezeichnet: „Instrumentelle Transinformationen bei CETL“, schreibt Senkowski, „verweisen auf computerähnliche Strukturen, in denen die Phoneme irdischer Sprachen gespeichert sind, sodass die für uns hörbare Sprache synthetisiert werden kann. Danach ist die vielfache Aussage ‚die Toten sprechen‘ metaphorisch.“113 Die „Sprachmaterialisierung“ erfolgt den Transwesenheiten zufolge mittels geistiger Energie:

„Der Gedanke steht über der akustischen Sprache. […] Das gesprochene Wort wird zuerst gedacht. […] Es entsteht ein Gedankenstrom aus vielen Impulsen, der unter besonderen Bedingungen auf ein Tonband manifestiert werden kann.“114

Bei der Stimmenformation ist es offenbar von Vorteil, wenn bereits eine Trägerwelle, also „akustisches Material“ vorhanden ist, das moduliert werden kann. So erscheint eine Botschaft oft im gesungenen oder gesprochenen Text einer Rundfunkübertragung, wobei die Radiostimme quasi mitten im Satz zur „Parastimme“ wird, um nach übermittelter Nachricht den ursprünglichen Gesang bzw. Sprechtext wieder aufzunehmen.115

Die Stimmen wahren ihr Geheimnis

Wo nun kommen die Stimmen her? Sind es tatsächlich Botschaften von „drüben“, aus einer Welt jenseits der unseren? Die Parapsychologie hält, grob gegliedert, zwei Erklärungsansätze bereit, den animistischen und den spiritistischen. Das animistische Lager sieht die Ursache der „Stimmen“ in der menschlichen Psyche, also im Experimentator selbst, angesiedelt, wohingegen die spiritistische Seite ein „Jenseits“ als Quelle betrachtet. Auf die Schwierigkeiten der animistischen Argumentation weisen Andreas / Kilian hin:

„Da [der Animist] alles aus der menschlichen Psyche erklärt, muss er dem viel strapazierten Unbewussten jetzt unterstellen, dass es vielsprachige Automatismen bildet und sie mittels telekinetischer Energie an die elektronische Tonbandaufnahmeapparatur weitergibt. Er müsste weiter unterstellen, dass das unbewusste Gedächtnis des Experimentators und anderer Teilnehmer die persönlichen Namen, Kosenamen und Lebensdaten liefert, mit denen die ‚Stimmen‘ sich oft zu erkennen geben.

Ferner müsste man annehmen, dass das Unbewusste die Gedanken des zu ihm gehörenden Gehirns ‚mitliest‘ und sich einen Spaß daraus macht, sich sozusagen selbst die Zukunft vorauszusagen […].“116

Angesichts einer solch kuriosen These erscheint ein transzendenter Ursprung des Stimmenphänomens vergleichsweise vernünftig. Locher lehnt die animistische Theorie u. a. mit dem Argument ab, dass sich oft Stimmen bzw. Bilder von Personen manifestierten, die dem Experimentator bis dahin nicht bekannt seien.117

Eine dritte Möglichkeit – die Einwirkung von außen mit Hilfe herkömmlicher technischer Methoden, sprich: Betrug – konnte durch ein Experiment im Faraday-Käfig ausgeschlossen werden, dass am 26. März 1971 im abgeschirmten Labor der Firma Belling & Lee im britischen Enfield durchgeführt wurde. Anwesend waren der Physiker und Elektroingenieur R. T. Lovelock sowie A. P. Hale, einer der damals führenden britischen Experten für elektronische Abschirmung.118 Experimentator am Tonbandgerät im Faraday-Käfig war der lettische Literaturwissenschaftler Dr. Konstantin Raudive. Nach dem Abhören der Einspielergebnisse berichtete Hale:

„Angesichts der Versuche […] kann ich nicht in gewöhnlichen physikalischen Begriffen erklären, was geschah.“

Und der ebenfalls anwesende Ingenieur Ken Attwood räumte ein:

„Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan, um das Geheimnis der Stimmen zu lüften – ohne Erfolg: das Gleiche gilt für andere Experten. Ich vermute, dass wir lernen müssen, sie zu akzeptieren.“119

Gegen das „zufällige“ Einfangen von Radioübertragungen spricht zudem die Vielsprachigkeit der Durchgaben – denn welcher Rundfunksender bedient sich schon eines chaotischen Stimmenkonglomerats? Auch wurden Vorwürfe laut, die Tonbandeinspielungen kämen durch bewusstes / unbewusstes Flüstern des Experimentators zustande oder verständliche Worte würden in neutrales Rauschen „hineinprojiziert“. Beide Argumente wurden von dem Freiburger Parapsychologen Prof. Dr. Dr. Hans Bender widerlegt – Ersteres durch Anlegen eines Mundmikrophons an den Experimentator, Letzteres durch eine Audiospektographen-Analyse durch die Akustik-Forschungsgruppe des fernmeldetechnischen Zentralamts der Bundespost in Berlin.120

Manche Zweifler aus den Reihen des spiritistischen Lagers mahnen an, dass es sich bei den Stimmen auch um „Truggeister“ handeln könnte – niedere Wesen, die „durch telepathisches Anzapfen eines Hinterbliebenen die Stimme eines verstorbenen Angehörigen treffend nachahmen können und ebenso die für diesen typischen Worte wiederzugeben vermögen“.121 Dagegen spricht, dass sich die „Stimmen“ oft emotional involviert zeigen und dass ihnen daran gelegen ist, den Hinterbliebenen Trost zu spenden und / oder hilfreiche Botschaften zu übermitteln. Was nicht heißt, dass es sich in Einzelfällen nicht um einen Foppgeist oder eine gezielte Irreführung von jenseitigen Kräften handeln könnte.122

Andreas / Kilian betrachten gerade bruchstückhaft anmutende Tonbandeinspielungen skeptisch und halten sie eher für „Treibgut aus dem Astralen“:

„Sprach- und Gedankenfetzen, die eigentlich bereits der Vergangenheit angehören, aber noch eine Restintelligenz besitzen. Ein wenig wie Funksignale einer schon längst erloschenen Zivilisation, die noch immer den Raum durcheilen.“123

Eine endgültige Antwort steht bis auf Weiteres aus. Zur Problematik der Klärung des Stimmenphänomens sagt Dr. Senkowski im Interview:

„Die meisten Versuche, das Phänomen mit bestimmten Techniken und Geräten in den Griff zu bekommen, sind gescheitert. Augenscheinlich sind uns die erforderlichen Bedingungen zur Verwirklichung nicht vollständig bekannt. Auf der Basis der mir zur Verfügung stehenden Erfahrungen nehme ich an, dass es sich nicht um ein rein technisches Problem handelt, sondern dass die bewusste oder unbewusste Einstellung des Experimentators die wesentliche Rolle spielt. Es handelt sich also um eine verhältnismäßig seltene Wechselwirkung von Geist und Materie, wie sie sich auch in anderen ‚paranormalen‘ Erscheinungen zeigt. Einige transkommunikative Beobachtungen lassen sich erweiterten quantentheoretischen Vorstellungen zuordnen, dazu gehört die nichtlokale Verschränkung getrennt erscheinender informativer Strukturen.“124

Vielleicht aber liegt das „Problem“ auch weniger in der Beweisbarkeit als vielmehr im herrschenden physikalischen Denkkonzept und der darauf basierenden eingeschränkten Weltsicht. Dazu Senkowski:

„Die zahlenmäßige Erfassung (Messung) physikalischer Größen und die mathematische Darstellung ihrer reproduzierbaren Verknüpfungen in Regeln und ‚Gesetzen‘ haben sich in der Beschreibung der ‚unbelebten Natur‘, für die sie konzipiert waren, im technischen Sinn so gut ‚bewährt‘, dass sie weitgehend unreflektiert, unbedacht und bedenkenlos auf die ‚Beherrschung‘ biologischer und psychischer Strukturen bzw. Vorgänge angewandt wurden.“125

Diese Verlagerung einer Untersuchung ins reine „Außen“ birgt die Gefahr einer Wahrnehmungsverfälschung, denn „[t]atsächlich erfährt ein menschliches Wesen niemals irgendwelche äußeren ‚physikalischen‘ Ereignisse, sondern ausschließlich seine inneren geistigen Phänomene (Bearden). Alle Betrachtungen und Überlegungen werden innerpsychisch realisiert […].“126 Seit Planck und Einstein ist das menschliche Bewusstsein als eigenständige Größe aus der Physik nicht mehr wegzudenken, aber „auch die Vorstellungen von der Struktur der physikalisch beschriebenen Außenwelt mussten revidiert werden. Die neue ‚Physik jenseits des Quants‘ sagt nicht mehr oder weniger aus, als dass die sogenannte reale Welt überhaupt nicht objektivierbar ist […].“127 Dazu eine Transwesenheit:

„Materie formt sich dem Willen entsprechend.“128

Dass Bewusstsein keineswegs körperverhaftet ist, sondern sehr wohl ohne physische Gestalt „agieren“ kann, zu diesem Schluss kam der niederländische Kardiologe Dr. Pim van Lommel, nachdem er sich acht Jahre lang im Rahmen einer Langzeitstudie mit dem Phänomen Nahtoderfahrung klinisch toter Patienten befasst hatte. Sein Fazit:

„Ein klares Bewusstsein ist offenbar unabhängig vom Gehirn und damit unabhängig vom Körper erfahrbar.“129

Nicht zuletzt wendet sich das Argument der Nicht-Beweisbarkeit, das der materialistisch ausgerichtete Skeptiker ins Felde führt, gegen eben diesen, denn wo ein „Phänomen“ nicht bewiesen werden kann, bleibt auch seine Unmöglichkeit unbelegt. Letztlich triumphiert immer die Tatsache: „Die Schwierigkeiten der Einordnung eines Phänomens oder seiner Erklärung innerhalb eines vorgegebenen Systems berechtigen nicht zur Leugnung oder Verdrehung der Tatsachen, die man ohnehin auf die Dauer dadurch nicht los wird. Letztendlich haben sich nicht die Phänomene den Methoden, sondern die Methoden den Phänomenen anzupassen“, so Senkowski.130

Geradezu anekdotenhaft mutet es vor dem Hintergrund der allgemeinen Skepsis dem Phänomen gegenüber an, dass sich diese scheinbar über den „Tod“ hinaus hartnäckig zu halten vermag, wie die Transwesenheit „Swejen Salter“ CETL mitteilte:

„Ja, viele hier glauben nicht einmal an die ‚Jenseitskontakte‘, und wir, unsere Gruppe [Zeitstrom] hier, können sie nicht von der Echtheit der TK überzeugen.“131

In punkto Zweifel findet sich der irdische Mensch offenbar höchst real im „Jenseits“ gespiegelt – an das er doch gar nicht so recht glauben mag.

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Ernst Senkowski besucht Klaus Schreiber in Aachen. (© Dr. Ernst Senkowski)

Einspielen heißt, die „Kunst des Lauschens“ beherrschen

Die technische Vorbereitung für eine Einspielung ist simpel: Für die klassische Methode benötigt man einen Kassettenrekorder mit (eingebautem oder externem) Mikrophon, einige Leerkassetten und wahlweise ein Radiogerät, das entweder über Kabel mit dem Kassettenrekorder verbunden ist oder in Nähe des Mikrophons aufgestellt wird. Bei der Mikrophonmethode werden Fragen an die Jenseitigen auf eine Leerkassette gesprochen, mit Pausen dazwischen, in die die „Jenseitigen“ eine Antwort einfügen können. Die Radiomethode bedient sich zusätzlich zu dieser Grundmethode einer Trägerwelle in Form der Radioübertragung, die von den Transwesenheiten moduliert werden kann, vom Experimentator jedoch auch mehr Konzentration beim Abhören verlangt. Als Trägerwelle eignen sich sowohl das „weiße Rauschen“ zwischen zwei Sendern als auch ein verständliches Programm. Manche Experimentatoren schwören auf die „Jürgenson-Welle“ im Mittelwellenbereich bei etwa 1.485 kHz.132 Jedes Hintergrundgeräusch, selbst das Plätschern eines Springbrunnens, kann als Trägerwelle dienen, wobei das „akustische Rohmaterial“ zwar hörbar, aber nicht zu laut sein sollte.133 Wer nicht im Besitz eines altertümlichen Rekorders ist, kann das Mikrophon auch an den Computer anschließen.134 Man kann einen Verstorbenen direkt ansprechen und konkrete Fragen stellen oder aber gar nichts sagen und den Inhalt der Botschaften den Transwesenheiten überlassen. Im Grunde kann „jedes elektroakustische / optoelektrische (Audio-, Video-, Computer-) System […] paranormale Signale vermitteln“;135 zugleich gilt aber, dass auch ein noch so ausgetüfteltes technisches System kein Garant für Erfolg ist.

„Im Laufe der Zeit entwickelt eigentlich jeder Praktiker sein eigenes Verfahren“, so Dr. Ernst Senkowski auf die Frage, welche Einspielmethode er bevorzuge.

„Ich wusste zu Beginn nur, dass ein Gemisch fremdsprachlicher Stimmen von Radiostationen die Entstehung der – wie ich sie nenne – Transstimmen begünstigen kann. Ich habe dazu im Allgemeinen mehrere, sich überlagernde Kurzwellensendungen eingestellt und damit die besten Ergebnisse erzielt. Zur Absicherung der Paranormalität sind insbesondere jene Stimmen wichtig, die als unmittelbare Reaktionen oder Antworten auf Fragen oder Anrufe auftreten.“136

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Klaus Schreiber und Ernst Senkowski bei Radio Luxemburg. (© Dr. Ernst Senkowski)

Wer einspielen möchte, sollte vor allem Geduld aufbringen und Ausdauer beweisen. Es empfiehlt sich eine Aufnahmedauer von nur wenigen Minuten, da das anschließende Abhören ein Vielfaches an Zeit erfordert.137

Das Abhören stellt dann auch die eigentliche Herausforderung dar. „Die Kunst des Lauschens ist eine schwere Kunst“, schreibt Friedrich Jürgenson, denn sie „erfordert vier Dinge: Gelöstheit, Wachsamkeit, das Schweigen der Gedanken und innere Stille“.138 Der größte Feind des Experimentators, sagt er, sei „unser eigenes von Wünschen beseeltes Denken! Man hört zu gerne das, was man sich sehnlichst wünscht.“139 Gelöst, entspannt und zwanglos sollte seiner Meinung nach das Einspielen vorgenommen werden, und das Abhören sollte mit „nüchterner Sachlichkeit“ erfolgen, um nicht die eigenen Projektionen das tatsächlich Gesagte übertönen zu lassen. Auch einen Kontakt erzwingen zu wollen, sei eher hinderlich als fördernd.140

„Liebe ist Leben für immer“:

Das Plädoyer der Jenseitigen

Was aber könnte die „Jenseitigen“ dazu bewegen, den Kontakt mit den Erdenbewohnern zu suchen? Glaubt man den Durchsagen, so deutet vieles darauf hin, dass die Transwesenheiten eine seelisch-geistige Förderung des Menschen bezwecken:

„Wenn ihr wollt, seht uns als moderne Propheten, die euch das Licht näher zu bringen versuchen.“141

Die Voraussetzung dafür sei die Bereitschaft zu innerem Wachstum, denn „[e]rst wenn die letzten Reste der kleinlichen Emotionen und Feindseligkeiten abgestreift sind, ist der Geist in der Lage, kosmische Bereiche kennenzulernen und sie zu verstehen“.142 Immer wieder wird herausgestellt, wie wichtig ein friedliches, harmonisches Miteinander nicht nur für eine erfolgreiche Transkommunikation, sondern auch für die „Entwicklung des menschlichen Bewusstseins aus dem Dämmerschlaf“143 ist:

„Ein jeder Mensch, wo er auch steht, hat sein Äußerstes herzugeben, um Harmonie und Frieden herzustellen. Aus Ihrem Mund sollte kein Wort kommen, das den Nächsten irgendwie verletzen könnte. Worte der Güte: (damit) wird Harmonie herrschen.“144

Der Mensch solle aus der „Verweltlichung [seines] Bewusstseins, das nur im körperlichen Dasein allein Leben […] vermutet“,145 zu seinem ureigenen Wesen zurückfinden.146 Hierzu müsse er seine Unsterblichkeit erkennen: „[E]s wird höchste Zeit, dass der Tod verstanden wird als Eintritt in eine andere sogenannte Zeitzone für eine weitere Runde des Lernens in der seelischen Entwicklung“147 und „dass der Mensch erkennt, dass seine Seele bewusst weiterlebt“.148

Dementsprechend empfinden sich die vermeintlich Toten als höchst lebendig – lebendiger gar als zu ihren erdgebundenen „Leb“zeiten: „Wir sind nicht tot“, empfing CETL eine Botschaft der sich als „Raudive“ ausgebenden Transwesenheit.

„Sie sind tot, denn Sie sind Behinderte. Wir leben in einer Welt der Liebe, der Harmonie […].“149

Das Fortbestehen des Bewusstseins bzw. der „Seele“ herauszustellen ist, wie aus vielen Übertragungen zu entnehmen ist, das vorrangige Anliegen der „Jenseitigen“:

„Helft bitte, allen Menschen dies zu vermitteln, dass es ein nachtodliches Leben gibt. Glaubt mir, es ist wichtig.“150

Ein rein materialistisches, „entseeltes“ Weltbild stehe, so die Botschaft, der Entwicklung des Menschen im Wege: „Solange Sie das Problem des Todes nicht gelöst […] haben, ist der ganze Fortschritt der Menschheit nicht viel wert. Sie bleiben bis zu diesem Zeitpunkt halbbewusste Tiere“151 und „Todesangst ist […] der Beweis für einen wurzellosen Geist, für ein Geistwesen, das sich […] von seinem höheren Selbst weit entfernt hat“.152

Schon Jürgenson erkennt:

„Wenn wir das große Leid, die Qual und die würgende Angst, die mit dem Tode verbunden sind, endgültig verscheuchen wollen, so müssen wir [uns] der uralten Verzerrung in unserem Innern bewusst werden, die unser Denken und Fühlen in den Teufelskreis von Zeit, Raum und Kausalität verstrickt hat. Wir müssen alle eine Art Götter- und Dämonendämmerung durchmachen und trotz aller geborstenen Illusionen den Weg zum menschlichen Herzen wiederfinden.“153

Inwieweit die Befreiung von der Todesangst das menschliche Bewusstsein tatsächlich „revolutionieren“ kann, zeigt die oftmals feststellbare Veränderung an Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten: Innere Gelöstheit, ein starkes Gerechtigkeitsempfinden, Streben nach Harmonie und bedingungsloser Liebe, ein intensiveres Lebensgefühl und das Empfinden, eng mit den anderen Menschen und / oder der Schöpfung allgemein verbunden zu sein, mehr Mitgefühl und Fürsorglichkeit, Distanzierung von materiellem Besitz und der Wettbewerbsstruktur der Gesellschaft, Offenheit sowie eine größere Wertschätzung des Lebens sind nur einige der Eigenschaften, deren Entwicklung Dr. Pim van Lommel an den Teilnehmern seiner NTE-Langzeitstudie beobachtete.154

Schlussendlich verweisen alle Transbotschaften auf die Kernessenz aller Existenz – Liebe und Bewusstheit: „Die Liebe ist außer der Tatsache, dass wir alle leben, die große Wahrheit. […] Alle Realitäten sind grundsätzlich formbar, und euer Geist beeinflusst alle euch bekannte Materie“155 – die „große Wahrheit“ der Liebe als Grundsubstanz der Ewigkeit also, und Unsterblichkeit nicht etwa als zeitlich-lineare Endlosschleife, sondern als Synonym für Bewusst-Sein. Oder, wie es eine Transwesenheit mit schlichter, aber eindringlicher Klarheit formuliert: „Liebe ist Leben für immer.“156

„Benzicum acidum“:

Tonbandstimmen in der medizinischen Therapie

Dass die Durchsagen „Jenseitiger“ auch im medizinischen Bereich von Nutzen sein können, bewies Dr. Dieter Kaempgen, Chemiker und Heilpraktiker aus Bad Sooden-Allendorf, der 1985 die „Forschungsstelle für medizinische Transkommunikation“ ins Leben rief. Im Bewusstsein der Grenzen paranormaler Ratschläge, die die Diagnosemethoden der Schulmedizin und Naturheilkunde keinesfalls ersetzen sollten, erzielte Kaempgen gute Resultate mit seiner Methode:

„[D]ie Trefferquote [betrug] bisher ca. 40 Prozent. Das ist enorm hoch, wenn man bedenkt, welche Mühen und Schwierigkeiten die Arzneimittelsuche selbst einem versierten Homöopathen bereitet […].“157

Ratschläge wurden grundsätzlich nur erfragt, wenn alle konservativen Mittel erfolglos ausgeschöpft worden waren:

„Es sind keine Abnutzungskrankheiten, zum Beispiel Arthrose, kein Krebs, keine Multiple Sklerose, keine unheilbaren Krankheiten, sondern solche, die trotz aller Bemühungen in ihrer Ursache ungeklärt und wo Therapien unwirksam sind, weil das Grundleiden nicht erkennbar ist.“158

Jeder Ratschlag von „drüben“ wurde kritisch geprüft, eine empfohlene (rein homöopathische) Medikation nur dann angewandt, wenn diese für den Patienten risikolos war.

Die Befragung der „Jenseitigen“ führte nicht immer zur Heilung des Patienten, doch konnte Kaempgen einige erstaunliche Ergebnisse vorweisen. Zu den Erfolgsfällen ist der eines 60-jährigen Patienten zu zählen, der aufgrund der Durchgabe „Rhus tox“ und der daraufhin erfolgenden Gabe des homöopathischen Mittels Rhus toxicodendron von einer hartnäckigen Neurodermitis befreit wurde.159 Ein anderer Patient kam nach einer wahren Odyssee durch verschiedene Arztpraxen wegen neuralgischer Schmerzen zu Kaempgen. Eine erfolgende Befragung der „Jenseitigen“ zeitigte den Rat: „Benzicum acidum!“ Nach Einnahme des Mittels wurde der Patient schmerzfrei; bei Kongressen und Vorträgen hat Dr. Kaempgen diese „Stimme“ mehrmals demonstriert.160

„Wir haben einen Körper wie ihr“:

Die Beschaffenheit des „Jenseits“

Schon Jürgenson ist davon überzeugt, dass Diesseits und Jenseits „nur imaginär voneinander getrennt zu sein [scheinen], durch Grenzen, die nur unsere an Raum und Zeit gebundene Vorstellungskraft geschaffen hat. So ungefähr wie Eis und Dampf sich voneinander unterscheiden, obwohl beide nur Wasser sind, so besteht der Unterschied zwischen Diesseits und Jenseits lediglich in der Verschiedenheit der Schwingungsfrequenzen […].“161 Dementsprechend ist die Beschreibung der von den Transwesenheiten geschilderten „jenseitigen Welt“ eng mit einer Definition unserer eigenen „Wirklichkeit“ verknüpft:

„Es sei gesagt, dass alles, was euch als Materie erscheint, ein Bewusstseinsbild der persönlichen Vorstellung ist. […] Der Geist ist die Ursache, dass der Körper ist, nicht der Körper ist die Ursache, dass der Geist ist. […] Der dreidimensionale Aspekt ist das Leben der Menschen, dort wo sie sind, aber der Geist ist zu diesem selbigen Zeitpunkt nicht dort, wo der Körper ist.“162

Immer wieder taucht in den Transinformationen der Verweis auf die Macht des Bewusstseins auf:

„Konzentrierte Energie schafft Muster und Formen. Hierbei gezielte [sic] Vorstellungen können pseudophysische Gestalt annehmen. Ein Teil von euch kann also im gesamten Universum sein, ohne dass es euch bewusst ist.“163

Die Grenze zwischen „Diesseits“ und „Jenseits“ erscheint demnach eher als innere denn als äußere Barriere, denn die „dritte Jenseitsebene ist eine Reproduktion des menschlichen Geistes, jedoch genauso Realität wie die Erde“:164

„Wir haben einen Körper wie ihr. Er entsteht auf einer anderen, feineren Schwingungsbasis als in eurer grobstofflichen Welt. […] Persönlichkeit und Charakter des hier ankommenden Menschen werden nicht durch den Sterbevorgang verändert.“165

Aus den Transübertragungen geht hervor, dass sich das, was im irdischen Sprachgebrauch mit dem Einzelbegriff „Jenseits“ beschrieben wird, in Wahrheit ein komplexes, aus vielen Ebenen bestehendes Gespinst ist, wobei sich „[d]ie dritte Ebene [nach F. W. H. Myers] auf einem Planeten [befindet], den wir Marduk nennen. Marduk ist durch Zeit und Raum von der Erde getrennt und kann im irdischen Sonnensystem nicht räumlich geortet werden.“166 Eine Existenz auf der dritten Jenseitsebene führe den Menschen „zu seinem eigenen Selbst“, zu seinem „ureigene[n] Ich“ zurück.167 Der Aufstieg in höhere Ebenen sei mit der eigenen seelisch-geistigen Entwicklung verbunden und werde angestrebt: „Nach dem Übergang in die vierte Ebene ist der Mensch dem Reinkarnationsgesetz enthoben. […] Nur die Gedanken an die Aufgaben, die ich noch zu beenden habe, halfen mir, mich loszureißen und wieder in die Transkommunikationsstation der dritten Ebene zurückzukehren“, berichtet die Transwesenheit „Swejen Salter“ und nimmt damit Bezug auf den Einblick, den sie eigenen Angaben zufolge in die vierte Ebene erhalten hat.168

Die Beschreibungen der jenseitigen Struktur erscheinen mal phantastisch, mal vertraut irdisch. Aussagen wie „Es existieren in unserer Realität viele Entitäten, die Euch unbekannt sind. Es existieren Außerirdische in großer Zahl“169 stehen beinahe profan anmutenden Mitteilungen wie „Wir leben in schönen Gebäuden, andere leben in Zelten oder auch im Freien“170 gegenüber. Offenbar herrscht ein anderes Zeit-Empfinden:

„Für Sie sind es 24 Stunden, für uns ist es […] nur ein Impuls.“171

Und bei aller Ähnlichkeit im Hinblick auf körperliche und geographische Strukturen dominiert doch der Unterschied auf der Ebene der Wahrnehmung, bedingt durch die beschränkten menschlich-irdischen Sinne: „Unser Universum ist von dem Ihren verschieden, und wir können Ihnen nur ein Abbild dessen zeigen, was auch in Ihrer Welt vorkommt, um Sie davon zu unterrichten, wie Sie es sehen würden, wären Sie hier auf dieser Seite“, lautet ein Kommentar zu einer Transvideoübertragung.172

„Wem kannst du das schon erzählen?“:

Auch „drüben“ wird gelacht

„Die humoristische Art der Toten hat mir öfters über so manche Schwierigkeiten hinweggeholfen“, schreibt Friedrich Jürgenson.173 Dass die „Jenseitigen“ durchaus für Ironie und Albernheiten zu haben sind, beweisen Aussagen wie „Das ist der Totensender“ oder die Selbstbetitelung der Transwesenheiten als „Medizinaltote“.174 In seinem Humorverständnis wirkt das „Drüben“ herzlich menschlich. So scheint beispielsweise selbst in der „Ewigkeit“ Geduld kein endloses Gut zu sein: „Ihr könntet euren Verstand schon etwas mehr gebrauchen“, so die entnervte Reaktion einer Transwesenheit auf die Fragen einiger Experimentatoren.175

Eine allzu stabile Leitung zum „Jenseits“ hinderte Maggy Harsch-Fischbach eines Tages an einem irdischen Telefonat. Kurz zuvor hatte sie einen Anruf der Transwesenheit „Swejen Salter“ erhalten, und als sie erneut den Hörer abnahm, um einen Verwandten anzurufen, hatte die verblüffte Experimentatorin noch immer das „Jenseits“ am Telefon, da, wie ihr erklärt wurde, die jenseitige Kommunikationsanlage noch nicht abgeschaltet worden war. „Aber wem kannst du das schon erzählen?“, bemerkt „Salter“ lachend.176 In der Tat recht unwahrscheinlich, dass der Kundenservice des betreffenden Telefonanbieters sich aufgrund einer solchen Erklärung zu einem technischen Einsatz hätte überreden lassen.

Eher unfreiwillig komisch wirkt dagegen die Szene, die der spanische Philosophie- und Psychologieprofessor Germán de Argumosa schildert. Der Fernmeldeingenieur Ramón Roldán, ein Bekannter De Argumosas, der sich mit ITK befasste, erhielt eines Tages Besuch von einem Verwandten, der ihn aufforderte, zusammen eine Einspielung vorzunehmen. Aufgrund der wenig respektvollen Haltung seines Verwandten willigte Roldán nur zögerlich ein, weigerte sich dann jedoch, eine Einleitung auf Band zu sprechen, woraufhin sein Verwandter diesen Part übernahm – auf ironisch überzogene Weise. Als die beiden das Tonband schließlich abhörten, war eine männliche Stimme zu hören, die sich empörte: „Barbaren! Was treibt ihr da, ihr Barbaren! Was glaubt ihr denn, was dies hier ist?“, um dann noch ein indigniertes „Unglaublich!“ hinterherzuschicken.177

„Die Transkommunikation ist real“:

Gegenwart und Zukunft der ITK

Wie steht es nun mit gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich der ITK? Gibt es auch heute „Brennpunkte“, um die herum sich die ITK konzentriert? „Eine der jüngeren Kontaktgruppen hat sich um Dr. Anabela Cardoso in Vigo / Spanien gebildet, deren Transpartner sich als ‚Zeitstrom‘ bezeichnen“, so Dr. Ernst Senkowski.

„Von dem Luxemburger Ehepaar, bei dem sich ‚Zeitstrom‘ jahrelang manifestiert hat, sind mir aus der letzten Zeit keine Ergebnisse bekannt geworden.“178

Seit März 1998 empfängt Dr. Anabela Cardoso direkte Stimmen mittels der Radiomethode; davor spielte sie mit Tonband ein. Ihren Kontakt zur „Station Zeitstrom“ bezeichnet sie als eine „Begegnung in Herz und Geist“. Die Gemeinschaft der ITK-Experimentatoren und -Forscher fordert sie auf, sich im Hinblick auf eine ernsthaft betriebene Transkommunikationsforschung um eine Annäherung an die wissenschaftliche Gemeinde zu bemühen, damit „Experimente unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen stattfinden“ können.179 Erst im September 2005 nahm sie gemeinsam mit Dr. Ernst Senkowski in Wesel an einer Einspielung Hans-Otto Königs teil.180

Der 1975 gegründete „Verein für Transkommunikations-Forschung“ mit seiner regelmäßig erscheinenden Zeitschrift VTF-Post ist nach wie vor eine Plattform für Austausch rund um das Thema ITK, informiert über Forschung und Technik, gibt Ratschläge zu Einspielungsmethoden und hält Erfahrungsberichte bereit.181 Hörproben aus Einspielungen hält die (englischsprachige) Website www.worlditc.org bereit. Interessante Beiträge zum Thema Jenseitsforschung und ITK finden sich zudem unter www.rodiehr.de.

Und die Zukunft der ITK? Die liegt vielleicht gar nicht so sehr im instrumentellen Aspekt, da ihre „epochale Aufgabe […] durch die innerpsychischen Entwicklungen überholt werden [könnte], in denen bewusst erfahrbare und verlässlich steuerbare zwischenmenschliche telepathische Kommunikation, medial-spirituelle Transkommunikation mit Verstorbenen und nicht-menschlichen Wesenheiten […] vereinheitlicht würden, um denen zu gleichen, die wir den Verstorbenen der mittleren Ebene zuschreiben dürfen“, so Senkowski. Denn der „beste Transducer bleibt einstweilen das menschliche Gehirn, dessen Möglichkeiten nach Ansicht von Experten bei Weitem nicht ausgeschöpft sind“182 – die bereits erwähnte Macht des Gedankens, die durch Technik nicht ersetzt werden kann. Denn vorrangig geht es um Bewusstsein, Bewusstheit, Bewusstwerdung; um transzendierte, den Grenzen der semantischen Verortung im Irdischen enthobene Liebe; und um die Überwindung eines Weltbildes, das beide Aspekte ausschließt.

Als Fazit dieses Artikels sei die Antwort Dr. Ernst Senkowskis auf die abschließende Interview-Frage angeführt, welche Botschaft er für sich persönlich aus der ITK ziehe. Botschaft sei in diesem Zusammenhang vielleicht nicht ganz das richtige Wort, wendet er ein, doch „nüchtern betrachtet“ könne er drei Punkte nennen:

„Erstens: Die Transkommunikation ist real. Ihre Existenz als Anomalie ist eine wissenschaftliche Herausforderung, die die Allgemeingültigkeit des mechanistischen Weltbildes in Frage stellt und auf eine Erweiterung der gängigen Weltsicht drängt.

Zweitens: Obwohl wir keine direkten Beweise haben, sind die Stimmen ein unüberhörbares Argument für das bewusste Fortleben nach dem Tod. Darüber hinaus vermitteln sie – unabhängig von der jeweils aufscheinenden Quelle – Denkanstöße zur Bewusstmachung des Hintergrundes unseres Lebens.

Drittens: Die eigenen ITK-Ergebnisse und die anderer Experimentatoren haben meine Beschäftigung mit den Grenzgebieten der Wissenschaft ausgelöst und gefördert. Ich halte eine grundlegende Revision unseres Weltbildes und Verhaltens für notwendig.

‚Alles was ist, ist Bewusstsein; ohne Bewusstsein ist alles nichts.‘ (Brenda Dunne, Princeton) Die uns in Raum und Zeit materiell erscheinende Welt entspricht einer bestimmten Bewusstseinsstruktur als Ausschnitt einer universalen geistigen Gesamtheit. Die Nicht-Zeit dieses ‚Jenseits‘ ist der Schlüssel zur Zeit des Diesseits. Leben lässt sich als Kommunikationsgeschehen beschreiben. Ziel der Evolution ist die Verwirklichung von Erkenntnis und Liebe. Liebe ist Leben für immer.“

Der Tod ist nicht der Tod.

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Dieses alte Flugblatt zeigt den Durchbruch in eine Transwelt. Eine interessante Analogie dazu ist ein Tonbandstimmenversuch in Darmstadt in Anwesenheit einer Mutter, bei dem eine helle Kinderstimme auf die Bitte sich zu melden mit dem unerwarteten Satz antwortet: „Ich winke euch“. (© Dr. Ernst Senkowski)

Weiterführende Literatur

Dieser Artikel ist als Einführung in das Thema ITK zu sehen und stellt lediglich einen unvollständigen Abriss der Materie dar. Die im Folgenden aufgeführten Werke ermöglichen einen tiefergehenden Einblick. Die Auflistung ist alphabetisch geordnet; die Reihenfolge stellt keine Wertung dar.

Literatur zum Thema instrumentelle Transkommunikation

  • Jürgenson, Friedrich: „Sprechfunk mit Verstorbenen“ (München: Goldmann-Verlag, 1992)
  • Knirschnig, Ernst: „Phänomen Tonbandstimmen“ (Wien: Verlag Liber Libri, 2002)
  • Locher, Theo: „Jenseitskontakte mit technischen Mitteln. Ergebnisse der instrumentellen Transkommunikation“ (Groß-Gerau: Ancient-Mail-Verlag, 2007)
  • Raudive, Konstantin: „Unhörbares wird hörbar“ (Bietigheim: Otto-Reichl-Verlag, 1968)
  • Raudive, Konstantin: „Überleben wir den Tod? Neue Experimente mit dem Stimmenphänomen“ (Bietigheim: Otto-Reichl-Verlag, 1989)
  • Schäfer, Hildegard: „Stimmen aus einer anderen Welt. Chronik und Technik der Tonbandstimmenforschung“ (Freiburg im Breisgau: Verlag Hermann Bauer, 1991, 3. Auflage)
  • Schäfer, Hildegard: „Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Theorie und Praxis der Transkommunikation“ (Freiburg im Breisgau: Verlag Hermann Bauer, 1996)
  • Schmid, Leo: „Wenn die Toten reden“ (Luzern: Rex-Verlag, 1992)
  • Seidl, Franz: „Das Phänomen der Transzendentalstimmen“ (Stuttgart: Frech-Verlag, 1982)
  • Senkowski, Ernst: „Instrumentelle Transkommunikation. Dialog mit dem Unbekannten“ (Frankfurt am Main: Verlag R. G. Fischer, 2000, 4. Auflage)

(…)

Quelle: http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/der-tod-ist-nicht-der-tod-instrumentelle-transkommunikation-als-draht-zur-ewigkeit?context=category&category=17

Gruß an die ewig lebenden Seelen

TA KI