Israels Regierung zerbricht – Neuwahlen in Sicht


Eigentlich sollten sich Israels Premier Benjamin Netanjahu und Finanzminister Yair Lapid zusammenraufen. Doch ihr Treffen endet im Eklat. Ihre Koalition ist am Ende, Neuwahlen sind in Sicht.

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Spätestens wenn man so über seinen Boss spricht, ist klar, dass man seinen Hut nehmen will. Premier Benjamin Netanjahu handle „ohne jede Rücksicht auf nationale Interessen. Die Bedürfnisse der weiten Öffentlichkeit stehen auf seiner Prioritätenliste an letzter Stelle.“ Diese Worte stammen nicht von Israels Oppositionsführer, sondern von Finanzminister Yair Lapid – Gründer und Vorsitzender der Partei Yesch Atid.

Bis Montagnacht war sie der größte und wichtigste Koalitionspartner Netanjahus. Der sparte nach dem lang erwarteten Treffen mit seinem Schatzmeister ebenfalls nicht an Kritik: Die schlimmste aller Optionen sei es, „eine Regierung aufrechtzuerhalten, deren Politik von ihren eigenen Ministern untergraben wird“, gab der Premier bekannt. Zumindest in einer Sache waren Lapid und Netanjahu sich einig: Die Regierung ist nach knapp zwei Jahren an ihrem Ende angelangt.

Israel steuert schnurstracks auf Neuwahlen zu, die spätestens in fünf Monaten stattfinden müssen – außer Netanjahu gelingt es noch in letzter Sekunde, einen neuen Koalitionspartner zu gewinnen, um Lapids Stimmen zu ersetzen. Doch die meisten Beobachter halten das für unwahrscheinlich.

Widersprüche der Parteien belasteten das Verhältnis

Die Krise bahnte sich seit langer Zeit an, schließlich war die Zusammensetzung der Koalition für Netanjahu nie leicht. Von Anfang an drohten die Widersprüche in den Programmen der fünf Partner das problematische Bündnis zum Platzen zu bringen. Auf der einen Seite lautete das Motto der national-religiösen Partei Jüdisches Heim, dass es nie einen Palästinenserstaat geben dürfe. So forderte sie folgerichtig den massiven Ausbau der Siedlungen.

Andererseits waren die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern und die Zwei-Staaten-Lösung der wichtigste Programmpunkt von Justizministerin Tzipi Livni und ihrer „Bewegung“. Zuletzt explodierten die Spannungen rund um ein Gesetz, mit dem Netanjahu Israel zum Nationalstaat des jüdischen Volkes erklären wollte – wohl auch, um seine rechte Wählerschaft kurz vor Vorwahlen zu besänftigen. Die ist sehr von ihm enttäuscht: Auf Druck Livnis und Lapids schränkte Netanjahu bislang den Siedlungsbau ein und entließ zig palästinensische Häftlinge.

Nun drohte die dezidiert säkulare Agenda Yair Lapids, der dafür sorgen will, dass auch ultraorthodoxe Juden Wehrdienst leisten, das historische Bündnis zwischen Netanjahu und den Ultraorthodoxen endgültig zu zerstören. Ohne deren Unterstützung kann der Premier jedoch nicht darauf hoffen, auch Israels nächster Regierung vorzustehen. Und so entschied Netanjahu sich anscheinend, dem langen Leiden ein Ende zu machen und Israels Wähler an die Urnen zu bitten.

Versöhnungstreffen wird zu Kriegserklärung

Das spätnächtliche Treffen mit Lapid im Amt des Premiers in Jerusalem, ursprünglich als versöhnliche Geste beschrieben, mutierte binnen weniger Minuten zu einer offenen Kriegserklärung an Netanjahus charismatischsten Widersacher. Der Premier stellte seinem Finanzminister fünf Ultimaten, von denen jedes allein wahrscheinlich genügt hätte, um Lapid dazu zu bewegen, seinen Hut zu nehmen.

So soll der Schatzmeister unverzüglich der Armee Gelder zur Verfügung stellen und jede Kritik am Bau von Wohneinheiten im umstrittenen Ostjerusalem fortan für sich behalten. Deren Bau hatte zuletzt das Verhältnis zu den USA erheblich beeinträchtigt. Zudem soll Lapid das Nationalstaat-Gesetz Netanjahus kritiklos unterstützen – obschon er gefordert hatte, die Rechte und Gleichheit nicht jüdischer Staatsbürger explizit festzuhalten.

Doch am schwierigsten dürfte Netanjahus Forderung gewesen sein, Lapids Leuchtturmprojekt auf Eis zu legen: Lapid, der in den Wahlen als Verteidiger des israelischen Mittelstands aufgetreten war, wollte kommendes Jahr junge Paare beim Kauf ihrer ersten Wohnung von der Mehrwertsteuer befreien, um so die Wohnungsnot in Israel zu lindern. Ohne diesen Programmpunkt kann Lapid kaum Erfolge vorweisen.

Nur wenige hatten damit gerechnet, dass die Koalition schon jetzt auseinanderbricht, denn eigentlich sollte keiner der Koalitionspartner Wahlen anstreben. Meinungsumfragen sagen fast allen erhebliche Stimmenverluste voraus – allen voran Netanjahu, dessen Beliebtheit mit 38 Prozent einen Tiefpunkt erreicht hat. Doch Lapid – noch vor einem Jahr Hoffnungsträger der Opposition – ist noch unbeliebter. Und dem Oppositionsführer und Vorsitzenden der Arbeiterpartei, Jitzchak Herzog, trauen nur 19 Prozent zu, Netanjahu zu ersetzen.

Bleiben zwei potentielle Nutznießer von Neuwahlen. Der eine ist Naftali Bennett, Netanjahus ehemaliger Bürochef und heute Vorsitzender der Siedlerpartei Jüdisches Heim. Ihm soll der Premier bereits den prestigeträchtigen Posten des Verteidigungsministers versprochen haben. Und der ehemalige Kommunikationsminister Mosche Kahlon, der bereits jetzt als „Wunderkind“ der nächsten Wahlen gehandelt wird. Der Falke wurde dank seiner Reform des Handymarktes einer der beliebtesten Politiker im Land und verabschiedete sich am Höhepunkt seiner Popularität aus Netanjahus Regierung und Partei.

Nun will er mit einer eigenen Partei kandidieren, vielleicht sogar mit der Unterstützung anderer beliebter Funktionäre, die Netanjahus Likud aus Frust über dessen Kurs in den vergangenen Monaten verließen. In der Opposition befürchten deswegen viele, Israel könnte auch nach den nächsten Wahlen kein wirklicher Wandel bevorstehen – sondern nur ein weiterer Ruck nach rechts.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article134922121/Israels-Regierung-zerbricht-Neuwahlen-in-Sicht.html

Gruß an den Wandel

TA KI

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Familienclans bedrohen Polizisten und Richter


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Sie sollen Schutz bieten gegen Kriminelle und werden selbst unter den Schutz ihrer eigenen Kollegen gestellt. An mehreren Orten in Niedersachsen müssen Polizeibeamte nach NDR Informationen vor Bedrohungen sogenannter Familienclans geschützt werden. Das Thema kam am Montag bei der Vorstellung des „Lagebildes Organisierte Kriminalität“ des niedersächsischen Innenministeriums zur Sprache. Dort geht es in der Regel um die Bedrohung durch professionell ausgerichtete Gruppierungen. Zum ersten Mal aber enthält dieser Lagebericht auch ein Kapitel, das sich ausschließlich mit dem Verhalten der „Familienclans“ beschäftigt. Gemeint sind damit Großfamilien, mit Wurzeln im kurdisch-libanesischen Raum oder in türkisch-kurdischen Regionen. Als ein wesentliches Betätigungsfeld wird in dem Lagebericht der Handel mit und der Schmuggel von Rauschgift genannt.

Repressionen gegen Polizisten

Was nicht in dem Bericht zu finden ist, sind die Repressionen, denen Polizeibeamte ausgesetzt sind, wenn sie – wie im September in Lüneburg – blutige Fehden zwischen solchen „Familienclans“ schlichten wollen oder selbst in diesem Milieu ermitteln.

Friedrich Niehörster, Polizeipräsident in Lüneburg, erinnert sich noch gut an den Vorfall im Frühherbst, als bei einer Schießerei vor dem Klinikum mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt wurden und in den Folgetagen die Polizei nicht nur das Krankenhaus, sondern auch die Wohnhäuser bewachte: „Bei der Aktion wurde der Inspektionsleiter bedroht mit der Aussage: ‚Wir wissen, wo Du wohnst‘ – das war eine ganz klare Bedrohung“, sagt Niehörster im NDR Interview. Im Laufe der Ermittlungen sei auch eine Polizeibeamtin ähnlichen Worten ausgesetzt gewesen. „Man fragt sich natürlich: ‚Wie können die an Wohnungsadressen von Beamten kommen?'“ So etwas gehe natürlich auch nicht spurlos an den Beamten vorüber.

Richter und Staatsanwalt im Prozess eingeschüchtert

sarstedt177_v-zweispaltigDass solche Drohungen keine hohlen Worte sind, sondern ernst genommen werden müssen, zeigt das Beispiel des sogenannten Sarstedter Ampelmordprozesses. Noch im laufenden Verfahren gab es so massive Einschüchterungsversuche an die Adresse eines Richters und eines Staatsanwaltes, dass beide sofort unter Polizeischutz gestellt werden mussten.

Der wohl spektakulärste Fall ereignete sich Anfang November in Peine, als eine Gruppe aufgebrachter Männer im örtlichen Polizeikommissariat aufmarschierte und massiv gegen die Beamten vor Ort vorging. In einem internen Polizeivermerk heißt es dazu: „Die Personen konnten durch die anwesenden Polizeikräfte schließlich aus dem Gebäude gedrängt werden, wobei diese die Polizeibeamten permanent aufforderten, in eine offene Auseinandersetzung mit ihnen einzutreten. Ferner kündigten die Personen unverhohlen Gewalt bei künftigen Zusammentreffen mit der Polizei an.“

BDK: „Die Politik hat es verbockt“

Ulf Küch, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Niedersachsen und seit Jahrzehnten Ermittler bei der Polizei, nennt das einen „Sturm auf das Kommissariat“. Ein solcher Fall sei ihm in rund 40 Jahren Dienstzeit noch nicht auf den Schreibtisch gekommen. Anlass für die Übergriffe auf die Beamten war eine Hausdurchsuchung bei einem Tatverdächtigen.

Über die Ursachen solcher Übergriffe gibt es mehr Vermutungen als gesicherte polizeiliche und kriminalwissenschaftliche Erkenntnisse. Küch sagt es pointiert: „Die Politik hat es verbockt.“ Sein Credo: Bei vielen dieser Clans handele es sich ursprünglich um Familien, die in den 1980er-Jahren vor den Wirren des Bürgerkriegs nach Europa geflohen sein. Man habe es aber unterlassen, sie in ausreichendem Maß in die westliche Gesellschaft zu integrieren, sagt der BDK-Mann. Stattdessen hätten sich diese Familien zusammengeschlossen und Parallel-Strukturen aufgebaut. Dieser Fehler dürfe nicht wiederholt werden, sagt Küch.

gewalt285_v-zweispaltigWas tun? Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der mitgliederstarken Gewerkschaft der Polizei sieht vor allem einen Weg: „Bildung, Arbeit und Integration – zum Beispiel in Vereinen. Das sind wichtige Bestandteile bei der Prävention.“ Egal von welcher Seite Drohungen ausgesprochen würden, sie seien nicht zu akzeptieren: „Auch wenn einzelne Polizeibeamte angegriffen werden – es handelt sich immer um Angriffe auf den Rechtsstaat an sich.“

Polizeipräsident Niehörster aus Lüneburg hat festgestellt, dass viele dieser Clans „die Autorität des Staates und damit der Polizei überhaupt nicht anerkennen.“ Es komme darauf an, dass die Polizei deutlich mache, dass man sich in diesem Staat an Recht und Gesetz zu halten habe, und dieses Gesetz werde ausschließlich vertreten durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht. Im Konfliktfall, so Niehörster, könnten diese Gruppierungen in kurzer Zeit eine große Zahl von Verwandten und Freunden mobilisieren: „Das ist dann ein ganz eindrucksvoller Auflauf.“ Zugleich spricht er eine deutliche Warnung aus: „Die Polizei sorgt für Sicherheit – und im Zweifel haben wir immer mehr Personal als die streitenden Parteien, das wir in die Waagschale werfen können.“

Solche Ankündigungen allein aber dürften das Problem nicht lösen, davon ist auch der Lüneburger Polizeipräsident überzeugt. Die Angelegenheit habe das Zeug, zum Dauerthema zu werden: „Ich denke, dass es nicht verschwinden wird, sondern eher zunimmt“, sagt Niehörster. Darauf müsse die Polizei sich in Zukunft einstellen.

Quelle: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Familienclans-bedrohen-Polizisten-und-Richter,familienclans112.html

Gruß an unsere Migrations-PO-litikAlles-fuer-n-Arsch

TA KI

 

Gamma Ray Bursts und kosmische Strahlung


Grazyna Fosar / Franz Bludorf

So etwa kann man sich das „Aussehen“ eines Gamma Ray Burst vorstellen (der normalerweise nicht im Bereich des sichtbaren Lichts strahlt). Computer-Visualisierung der NASA.

Gibt es so etwas wie das „kosmische CERN“? Einen riesigen Teilchenbeschleuniger im Kosmos? Alles, was uns auf der Erde aus dem Kosmos erreicht, beweist, dass im Universum etwas vor sich gehen muss, was immense Energie erzeugen kann. Die Frage ist nur: Wo und wie? Es ist etwas da draußen.

Es gibt manche Informationsträger, die für uns besonders interessant sind innerhalb der kosmischen Strahlung, die die Erde erreicht. Hierzu gehören die gewaltigen Gamma Ray Bursts, ein besonders faszinierendes Phänomen, aber auch – ganz am anderen Ende der Größenskala – die Neutrinos, die kleinen subatomaren Satansbraten.

Kosmische Strahlung

Woher kommt zu uns die kosmische Strahlung? In jeder Minute schießen ca. 200 aus dem Kosmos stammende Teilchen durch unseren Kopf. Obwohl sie fast mit Lichtgeschwindigkeit reisen, schenken wir ihnen normalerweise keine Aufmerksamkeit. Generell kann man sagen, sie kommen zu uns aus der Tiefe des Weltalls, und bis vor Kurzem war ihre Herkunft tatsächlich ein ungelöstes Rätsel. Dieses Rätsel verdanken wir dem Abenteurer, Physiker und Astronomen Victor F. Hess.

1912 arbeitete der damals noch junge Wissenschaftler beim Wiener Radiuminstitut. Um die radioaktive Strahlung in großer Höhe zu untersuchen, plante er mehrere Ballonfahrten. In Begleitung seiner Mitarbeiter flog er bei Tag und bei Nacht, einmal sogar während einer Sonnenfinsternis. Erstaunlicherweise entwickelte er dabei sogar eine Begeisterung für die Ballonfahrten, obwohl er immer sehr stark unter Höhenkrankheit litt. Das Wichtigste aber waren die Mess­ergebnisse, die auf solchen Fahrten gewonnen wurden. Auf diese Weise entdeckte er die kosmische Strahlung. 1936 erhielt er dafür den Nobelpreis.

Kosmische Strahlung besteht hauptsächlich aus Protonen und Alphateilchen (das sind die ionisierten Atomkerne des Heliums), es sind aber auch Atomkerne schwererer Elemente darunter. Diese Primärteilchen, wie man sie auch nennt, erreichen in der Regel nicht den Erdboden, sondern stoßen bereits in den oberen Schichten der Atmosphäre mit Luftmolekülen zusammen, wobei ganze Kaskaden von Bruchstücken entstehen, sogenannte Sekundärteilchen, die in tieferen Atmosphärenschichten nachgewiesen werden können. Aus ihrer Zusammensetzung und Einfallsrichtung kann man auf die auslösenden Primärteilchen zurückschließen.

Am Beispiel der vor über 1000 Jahren explodierten Supernova SN 1006 und ihrer seither beobachteten Nachwirkungen konnten die Wissenschaftler jetzt erstmals Einzelheiten über die Entstehung der kosmischen Strahlung rekonstruieren.
Bild oben links: Ein Stern stirbt und sendet dabei Strahlung in verschiedenen Frequenzbereichen aus: Radiowellen (rot), Röntgenstrahlung (blau) und sichtbares Licht (gelb).
Bild oben rechts: Das von der Supernova ausgestoßene Material gerät in Wechselwirkung mit Materie im interstellaren Raum. Aus den Vergrößerungen (Bilder unten) konnten die Wissenschaftler nachvollziehen, wie die extrem schnellen Protonen entstehen, die anschließend ihre Reise durch das Universum antreten.

Die kosmische Strahlung darf nicht verwechselt werden mit der bekannten „kosmischen Hintergrundstrahlung“. Dabei handelt es sich um eine schwache elektromagnetische Strahlung im Mikrowellenbereich, die isotrop (d. h. aus allen Richtungen des Weltalls gleich stark) zu uns kommt. Wissenschaftler interpretieren sie auch als Echo des (hypothetischen) Urknalls.

Die aus dem Universum einfallenden Primärteilchen der kosmischen (Teilchen-)Strahlung, um die es uns hier geht, sind unglaublich energiegeladen. Ihre Energien bewegen sich zwischen 1015 und 1020 GeV (Gigaelektronenvolt) und darüber hinaus, sind also hundert Millionen Mal höher als die von unseren Teilchenbeschleunigern erzielbare Energie. Das „kosmische CERN“ scheint also eine andere Generation zu sein.

Der magnetische Schutzschirm

Das Erdmagnetfeld (rechts, blau) schützt uns vor der Strahlung des Sonnenwindes, der seinerseits große Teile der kosmischen Strahlung von uns fernhält.

Obwohl die kosmische Strahlung zum größten Teil vom Erdmagnetfeld (Van-Allen-Gürtel) und vom Sonnenwind abgeschirmt wird, hat sie einen großen Einfluss auf uns. Am Protonensynchrotron (PS) beim Kernforschungszentrum CERN läuft z. B. derzeit das Projekt CLOUD. Man erforscht dort den Einfluss der kosmischen Strahlung auf die Art und Weise, wie sich Wolken formen. Es ist momentan eine der wichtigsten Untersuchungen im Bereich der Klimaforschung.

Seit der Mensch Weltraumfahrt betreibt, kann man die kosmische Strahlung auch direkt beobachten, nicht nur über die von ihr in der Erdatmosphäre erzeugten sekundären Teilchenschauer. Hierzu installierte man Teilchendetektoren an Bord von Raumschiffen bzw. der im Orbit befindlichen Raumstation. Auch sehr hoch fliegende Stratosphärenballons sind für direkte Beobachtung der kosmischen Strahlung geeignet. Diese sind aber heute natürlich unbemannt.

Wozu aber brauchen wir die Erforschung der kosmischen Strahlung, auch wenn wir nicht den Enthusiasmus eines Victor Hess aufbringen können? Aus zweierlei Gründen.

Zum einen treffen kosmische Strahlung und ihre Nebenprodukte die Erde, so dass wir alle davon „betroffen“ sind. Speziell die Besatzungen hochfliegender Flugzeuge müssen sich dessen bewusst sein, dass sie einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Diese ist besonders stark, wenn auf der Flugroute der Pol überquert wird. Auf der Nordatlantikroute nach Amerika etwa ist die Strahlendosis fast drei Mal höher als z. B. bei einem Flug von Deutschland nach Südafrika. Dies hat damit zu tun, dass entlang des Äquators die Magnetfeldlinien fast parallel zur Erdoberfläche verlaufen, während sie an den Polen fast senkrecht in die Erde eintreten. Das Erdmagnetfeld schirmt also an den Polen nicht so gut ab.

Zum zweiten sind die Teilchen, aus denen die „cosmic rays“ zusammengesetzt sind, kosmische Globetrotter. Sie sind Botschafter aus den entferntesten Regionen des Universums und können uns über ihre Herkunft Erkenntnisse liefern. Die Untersuchung der kosmischen Strahlung ist deshalb besonders schwer, weil die Teilchen in sich als Information nicht nur ihre Herkunft tragen, sondern auch ihre Reise zu uns. Unzählige Male wurden sie durch die Magnetfelder von Sternen, Planeten oder Galaxien abgelenkt, so dass wir sie vielleicht aus einer ganz falschen Richtung beobachten. Am leichtesten ist es noch im Fall der Neutrinos. Da diese sehr klein und elektrisch neutral sind, wechselwirken sie mit anderer Materie und mit Kraftfeldern am wenigsten.

Allerdings kann man aus der Energie eines Teilchens der kosmischen Strahlung zumindest ein wenig auf seine Herkunft schließen. Diejenigen mit geringerer Energie stammen zumeist von der Sonne. Wenn die Energie nicht einige Millionen GeV übersteigt, so kommen sie zumindest aus unserer Galaxis, aus Bereichen, die höhere Energien freisetzen als unsere Sonne. Das können etwa Stoßfronten von Supernova-Explosionen sein oder auch sogenannte Galactic Interacting Binaries. Das sind Doppelsternsysteme, bei denen ein Partner zu einem schwarzen Loch mutierte und den anderen durch seine Gravitation langsam ausschlürft. Dadurch entstehen zwischen den beiden Sternen Bahnen von Materiestrahlen, sogenannte Jets, die geeignet sind, Elektronen und andere Partikel enorm zu beschleunigen.

Ganz selten jedoch – pro Quadratkilometer Atmosphäre etwa einmal im Jahr – trifft ein Teilchen ein, dessen Energie noch um einige Zehnerpotenzen höher ist, bis hin zu den höchsten bislang beobachteten Energien von rund zehn Milliarden GeV. Diese Teilchen können, so die allgemeine Auffassung der Wissenschaftler, nicht mehr aus unserer Galaxis stammen. Die Energie dieser Teilchen ist so hoch, dass sie durch die uns bekannten kosmischen Magnetfelder kaum noch abgelenkt werden können. Ihre Einfallsrichtung weist daher ziemlich genau auf ihre Herkunft hin, und sie erreichen die Erde aus so unterschiedlichen Richtungen, dass sie nicht galaktischen Ursprungs sein können. Außerdem kennen wir innerhalb unserer Galaxis auch keine Energiequellen, die geeignet wären, die Teilchen dermaßen zu beschleunigen.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS ist einer 200-300fach höheren Strahlung ausgesetzt als ein Mensch auf der Erdoberfläche. Das dauerhafte Bombardement mit Elementarteilchen aus dem Kosmos kann zu genetischen Schäden führen.

Gamma Ray Bursts – entdeckt aus der Angst

Was sind Gamma Ray Bursts? Wie entstehen sie, und was bedeuten sie für uns? Fangen wir zuerst mit dem Design an. Gamma Ray Bursts sind seit einigen Jahren in Mode. Warum eigentlich sollte man etwas mehr über sie wissen? Weil man versucht uns einzureden, sie würden uns helfen, unsere Traumata zu erkennen, und für einen „immensen Bewusstseinssprung“ sorgen. Die Verbindung zwischen etwas Kosmischem und unseren irdischen Problemen klingt spannend und verkauft sich immer gut. Insbesondere, wenn dieses „Kosmische“ ein gewaltiger Energieausbruch ist, der von einem ganz speziellen Ort kommen soll – dem Zentrum unserer Galaxis.

Nur leider ist das so nicht ganz korrekt.

Das Zentrum der Galaxis liegt – von der Erde aus gesehen, im Sternbild Schütze. Die Himmelskoordinaten sind: Rektaszension 17 h 45 m 40,04 s, Deklination −29° 00′ 28,1″. Wenn man sich die Gamma-Ray-Burst-Meldungen des SWIFT-Observatoriums ansieht (siehe Premium-InfoCenter auf unserer Website), dann erkennt man, dass die meisten Gamma Ray Bursts nicht aus dem Zentrum der Galaxis stammen.

Anfang 2013 überraschte die Wissenschaft die Weltpresse mit einer Meldung, deren Tragweite wohl nur wenigen bewusst wurde. Man hatte herausgefunden, dass die Erde etwa im Jahre 774 oder 775 von einem der stärksten Gamma Ray Bursts der Geschichte frontal getroffen wurde. Dendrochronologen hatten dies herausgefunden. Das sind Leute, die sich mit der Untersuchung von Baumringen beschäftigen und daraus unsere Vergangenheit rekonstruieren, und das in mancherlei Hinsicht. Für den genannten Zeitraum vor über 1200 Jahren entdeckten sie eine vollkommen anormale Erhöhung der Konzentration des radioaktiven Kohlen­stoffisotops C14. Als Ursache kommt tatsächlich nur ein Gamma Ray Burst in Frage, denn selbst die stärksten Sonneneruptionen sind nicht stark genug, um derartige Wirkungen hervorzubringen, und eine Supernova-Explosion im fraglichen Zeitraum hätte noch andere bis heute erkennbare Spuren hinterlassen müssen.

Seltsam ist nur, dass weltweit keine Chronik aus dem 8. Jahrhundert auch nur mit einem einzigen Wort erwähnt, dass in den genannten Jahren irgend etwas Außergewöhnliches passiert wäre. Kein Wunder, sagen die Wissenschaftler. Damals hatten die Menschen noch keine Satelliten oder Funkverbindungen, die der Gamma Ray Burst hätte stören können. Für ein Massensterben auf der Erde war er wohl nicht energiereich genug. Auf jeden Fall ist über einen Bewusstseinssprung der Menschheit im 8. Jahrhundert nichts bekannt.

Wie kommen pseudowissenschaftliche Autoren eigentlich dazu, derartige Zusammenhänge herzustellen? Meist ist es eine atemberaubende Argumentationskette: Eine Verstärkung der Sonnenaktivität führt – statistisch nachweisbar – zu erhöhtem Aufkommen an Selbstmorden, psychischen Erkrankungen und ähnlichen Einwirkungen auf das menschliche Bewusstsein. Gammastrahlen sind auch elektromagnetischer Natur – ergo müssen auch sie unser Bewusstsein beeinflussen. Mit dem gleichen Recht könnte man auch behaupten, dass Fernsehen klüger macht.

Übrigens – dass Gamma Ray Bursts generell aus dem Zentrum der Galaxis kommen, ist auch ein Märchen. Einige vielleicht schon, denn dort befindet sich ein schwarzes Loch, das möglicherweise als Ursache in Frage kommen könnte. Aber auf jeden Fall bei weitem nicht alle. Die NASA führt täglich Buch über beobachtete Gammastrahlenblitze, die Ergebnisse sind öffentlich und jedermann zugänglich: Gamma Ray Bursts kommen von überall her aus dem Weltraum.

Und nun kommen wir zur anfangs gestellten Frage: Was sind Gamma Ray Bursts? Wie entstehen sie, und was bedeuten sie für uns?

Im Gegensatz zur „kosmischen Strahlung“, die eigentlich ein Teilchenstrom ist, erreicht die Erde eine „richtige“ elektromagnetische Strahlung aus dem Weltall, die nicht weniger geheimnisvoll ist – die kosmische Gammastrahlung.

Unter Gammastrahlung versteht man die härteste bekannte Form radioaktiver Strahlung, oberhalb einer Energie von 200 keV. Das gilt aber nur für unsere irdische Gammastrahlung. Kosmische Gammastrahlung ist eine interessante Art von etwas Außerirdischem, was zu uns kommt. Nicht direkt als ein Alien, aber nicht weniger geheimnisvoll. Wie es sich für kosmische Impulse gehört, ist kosmische Gammastrahlung viel energiereicher als irdische – genau wie es auch bei den kosmischen Teilchenschauern der Fall war. Die kosmische Gammastrahlung fängt erst bei 300 keV an, und die stärksten bekannten Impulse liegen im Bereich von 1012 eV, also 1 TeV bzw. 1000 GeV. Im Gegensatz zu den Teilchen der kosmischen Strahlung werden Gammastrahlen nicht durch kosmische Magnetfelder abgelenkt, und das heißt, sie kommen relativ geradlinig aus dem All zu uns. Man kann also aus ihrer Richtung gut auf ihre Quelle schließen. Die „üblichen Verdächtigen“ sind in der Regel Pulsare, Quasare oder schwarze Löcher.

Allerdings kann man kosmische Gammastrahlung von der Erde aus nur schwer beobachten, da sie durch die Atmosphäre weitgehend abgeschirmt wird. Deshalb muss man Gammastrahlenteleskope entweder auf hohen Bergen errichten, wie etwa das La-Silla-Observatorium auf dem gleichnamigen Berg im Norden Chiles, oder man geht in den Weltraum. Inzwischen haben die raumfahrenden Staaten der Erde satellitengestützte Gammastrahlenteleskope im Weltall installiert, die von dort ihre Beobachtungsdaten zur Erde funken. Ein Beispiel ist das Compton Gamma Ray Observatory der NASA.

Manchmal jedoch können kosmische Gammastrahlen sogar das Militär in Alarmbereitschaft versetzen…

Am 2. Juli 1967 schlug der US-Spionagesatellit Vela Alarm, der eigentlich zum Aufspüren gegnerischer Atomwaffentests in der Atmosphäre in den Orbit geschossen worden war. Seltsamerweise ergaben sonstige geheimdienstliche Quellen keinerlei Hinweise, dass tatsächlich irgendein Land der Erde eine Nuklearexplosion gezündet hätte. Der Fall blieb zunächst mysteriös (man wusste nicht, auf wen man schießen sollte), und es dauerte sechs Jahre, bis es Wissenschaftlern des Los Alamos National Laboratory gelang, das Rätsel zu lösen. Der geheimnisvolle Strahlenblitz war aus dem Weltall gekommen.

An diesem Tag erfuhr die Menschheit erstmals über ein bis heute unerklärtes Phänomen – die kosmischen Gammastrahlenblitze oder – populärer – Gamma Ray Bursts (GRB) – entdeckt aus der Angst. Der Name klingt schon mal gut, doch was steckt dahinter?

Genau weiß das noch niemand, aber immerhin ist man schon rund 30 Jahre dabei, die Gamma Ray Bursts zu beobachten und zu studieren. Und das ist faszinierend genug. Gamma Ray Bursts sind so etwas wie die Leuchttürme des Universums. Es sind mit Abstand die hellsten Gamma- und Lichtquellen am Himmel. Ihre Leuchtkraft übersteigt die unserer Sonne um das 1016fache (das sind 10 Billiarden!).[1]

Es dauerte bis zum Jahre 1997, bis der italienisch-niederländische Satellit BeppoSAX erstmals das in der Theorie bereits vorhergesagte Nachglühen eines GRB registrierte, den sogenannten Afterglow. Heute weiß man: Diese optischen Afterglows eines Gamma Ray Bursts können für Minuten oder sogar Stunden andauern und um drei bis vier Größenordnungen leuchtkräftiger sein als die hellsten bekannten Ia-Supernovas im Strahlungsmaximum. Damit gibt es im Grunde keine bekannten Objekte im Universum, die energiereich genug wären, um derartige Strahlungsausbrüche verursachen zu können.

Man weiß nur, dass sie von sehr, sehr weit her kommen können. Gamma Ray Bursts können aus kosmologischen Entfernungen stammen, die einem Weltalter von weniger als einer Milliarde Jahre nach dem Urknall entsprechen. Wenn sie also so lange zu uns unterwegs waren, stammen sie von Orten weit außerhalb unserer Galaxis. Da sie auf ihrem Weg zu uns praktisch nicht beeinflusst werden, stellen sie – genau wie unsere kleinen Freunde, die Neutrinos – geradezu ideale Zeitkapseln dar.

Astrophysiker unterscheiden zwei Klassen von Gamma Ray Bursts, die mit kurzer Dauer (weniger als zwei Sekunden) und die länger andauernden. Die langzeitigen gehen auf den Gravitationskollaps massereicher Sterne in fernen Galaxien zurück, wobei vermutlich ein schwarzes Loch entsteht. Die kurzen können beim Verschmelzen zweier kollidierender Neutronensterne bzw. eines Neutronensterns mit einem schwarzen Loch entstehen.

Heutigen Theorien zufolge ist nicht das schwarze Loch selbst Erzeuger der Gamma Ray Bursts. Vielmehr kommt es im Moment der Entstehung eines schwarzen Lochs zu einem zeitweiligen Energieausfluss, dem sogenannten Jet. Dieser Jet ist extrem energiereich (relativistisch) und wird nach Ansicht der Wissenschaftler als Ursache für die Gamma Ray Bursts gesehen.

Das SWIFT-Observatorium der NASA

Es gibt zwei Arten, Gamma Ray Bursts zu beobachten. Die weltraumgestützten Gammastrahlenteleskope, etwa das SWIFT-Observatorium der NASA, dienen nur zur bloßen Registierung der Ausbrüche, deren Lokalisierung, Stärke und Dauer. SWIFT aktualisiert täglich den öffentlich zugänglichen Katalog der Gamma Ray Bursts.

Ergänzt wird diese Forschungsarbeit durch bodengestützte Detektoren, zu denen z. B. der GROND-Detektor des Max-Planck-Instituts in Garching gehört. Diese Geräte sind für die Nachbeobachtungen des Afterglows zuständig und können daher aussagekräftige Daten über die möglichen Ursachen der Gamma Ray Bursts liefern.

Insgesamt steht die wissenschaftliche Erforschung der Gamma Ray Bursts noch am Anfang, sowohl was die Ursachen als auch die möglichen Auswirkungen auf die Erde betrifft. Das bedeutet aber nicht, dass man sich an einer Diskussion über sie nicht beteiligen kann. Wichtig ist, dass man sachlich informiert ist und die Fakten kennt. Man muss dazu nicht unbedingt Bewusstseinssprünge machen.

Bei Astrophysikern gelten folgende Steigerungsregeln:

Spekulation – Spekulation2 – Kosmologie

Quellen:

Fosar/Bludorf: Der Denver-Plan. Peiting 2014.

Aartsen, M. G., R. Abbasi u. a.: Search for Galactic PeV Gamma Rays with the IceCube Neutrino Observatory. Phys. Rev. D87, 2013.

Abbasi, R. u. a.: An Absence of Neutrinos Associated with Cosmic Ray Acceleration in Gamma-Ray Bursts. Nature 484 (2012), pp. 351-354.

Abbasi, R. u. a.: Observation Of Anisotropy In The Galactic Cosmic Ray Arrival Directions At 400 TeV With IceCube. Astrophysical Journal 746, 2012.

Greiner, Jochen und Thomas Krühler, Sandra Savaglio, Sylvio Klose: Kosmische Gammabursts – die hellsten Leuchtfeuer im Universum. Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft 2009.

Kosmische Strahlung und die energiereichsten Himmelskörper. Welt der Physik. Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. 27. 8. 2007.


[1]               Greiner, Jochen u.a.: Kosmische Gammabursts – die hellsten Leuchtfeuer im Universum.

Quelle: http://www.fosar-bludorf.com/menu-oben/publikationen/artikelordner/artikeldetailseite/gamma-ray-bursts-und-kosmische-strahlung/

Gruß an die kosmischen Geheimnisse

TA KI

Hiobs Fußabdruck in Salalah, Oman


hiobs fußabdruck

Im Dezember 2008 führte mich eine Reise in das Zentrum des Südlichen Oman, nach Salalah. Nördlich der Stadt, in rund 30 km Entfernung, im Jabal al-Qara Gebirge, befinden sich Grab und Mausoleum des Propheten Hiob. Hiob ist jener Prophet aus dem Alten Testament, der, obgleich er alles was er besaß, verlor, dennoch seinen Glauben an Gott nie aufgab. Das Grab ist eine Pilgerstätte für Muslime. Im Koran lautet Hiobs Name, Nabi Ayoub.

Im natürlichen Bodengestein, wenige Schritte vor der Grabstätte, ist der Abdruck eines menschlichen Fußes zu sehen (Abb. 1), der Fußabdruck des Propheten Hiob. Er wird geschützt durch eine quadratisch umlaufende, ca. 1 m hohe Mauer. Als ich über den Mauerrand schaute, entfuhr mir der laute Ausruf, „das muss ja ein Riese gewesen sein!“. Der Fußabdruck wies die stattliche Länge von geschätzten 40 cm auf, mit einer entsprechenden Breite. Von einer Mitreisenden wurde der Abdruck sogar auf 45 cm geschätzt. Diesem riesigen Fußabdruck entsprechend, hat auch das Grab Hiobs eine stattliche Länge von rd. 4 Metern. (Abb. 2) Fast wunderlicher als diese überdimensionierten Größenverhältnisse, war der Umstand, das selbige von den meisten anderen Mitreisenden gar nicht als solche wahrgenommen oder thematisiert wurden.

(Abb. 2) Auch Hiobs Grabstätte ist mit ca. 4 m Länge 'überdimensional'. (Foto: © Dr. Renate Schu- kies)

(Abb. 2) Auch Hiobs Grabstätte ist mit ca. 4 m Länge ‚überdimensional‘. (Foto: © Dr. Renate Schu- kies)

Für unseren omanischen Fahrer schien das alles keine große Sache zu sein. Nach seiner Auskunft kennt die omanische Geschichte noch viele andere Propheten von riesenhaftem Wuchs. Informationen darüber finden sich in den alten omanischen Schriften, die aber der Allgemeinheit nicht zugänglich sind, sondern von der Sultansfamilie im Palast verwahrt werden. Da die vormalige Existenz von riesenhaften Menschenrassen von der konventionellen westlichen Wissenschaft in das Reich der Fabel verwiesen wird, überrascht es nicht, in der westlichen Fachliteratur oder in gängigen Touristenbroschüren, keinerlei Angaben über die spektakuläre Größe von Fußabdruck und Grab zu finden. Nach dem Motto, „was nicht sein kann, das nicht sein darf“, nimmt die westliche Interpretation des Gesehenen, merkwürdige Formen an. So soll der Teufel selbst seinen Fußabdruck hinterlassen haben, oder absurder noch, es handele sich hier um den Fußabdruck von Hiobs Kamel!

Es wäre unter vielerlei Aspekten wünschenswert, diesen wirklich außeror- dentlichen „Fußabdruck Hiobs“ genau zu vermessen, wissenschaftlich zu untersuchen und für die Pilger aller Konfessionen zu konservieren. Vom menschlichen Auge direkt im Original vor Ort betrachtet, ist der Eindruck eines menschlichen Fußes überdeutlich, das Erkennen auf einer Fotografie mag erschwert sein. Das es sich aber nicht um den Fußabdruck eines Kamels handelt, sollte allerdings auch das letzte „Kamel“ bemerken!

Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Renate Schukies © wurde im April 2009 für Atlantisforschung.de verfasst.

Bild-Quelle

Bildarchiv Dr. Renate Schukies, Hamburg

Quelle: http://atlantisforschung.de/index.php?title=Hiobs_Fu%C3%9Fabdruck_in_Salalah%2C_Oman

Gruß an die Kamele

TA KI