Der CIA und die UFOs – Das Ende der Geheimhaltungs-Legende 2


Im Sommer 1955 noch eröffneten die Amerikaner am Schwarzen Meer bei Diyarbakir in der Türkei eine von mehreren großen Radarstationen zur Verfolgung sowjetischer Raketenstarts, die in Kapustin Jar durchgeführt wurden (diese Anlage war nur für kleinere, im allgemeinen nichtmilitärische Weltraummissionen zu verwenden). Doch dieses Verfahren war ungeeignet, um Aktivitäten in den zentraler, landeinwärts gelegenen Zonen der UdSSR zu erfassen, was dem militärischen Verständnis nach eine Sicherheitslücke bedeutet. Aufklärungsflugzeuge (sogenannte „Überflieger“) mußten also her, die hoch genug flogen, um dem sowjetischen Radarzaun unbemerkt zu überwinden und um selbst damit quasi-unsichtbar zu sein und darüber hinaus selbst Langstrecken-Flüge absolvieren konnten. Hierfür gab Eisenhower grünes Licht. Lockheed konstruierte dann in den 50er Jahren als Nachfolger für die Aufklärungs-Stratosphärenballone die mindestens 21.000 Meter hochfliegende U-2(Utility-2)-Flugzeuge, die kurzfristig sogar bis in 30.000 m Höhe steigen konnten und von amerikafreundlichen Anrainerstaaten der Sowjetunion aufstiegen. Wo Aufklärungsflugzeuge fliegen, herrschen Lebensbedingungen wie im All: Minus 60 Grad, Luftdruck und Sauerstoff gleich Null. Ohne Druckanzug würde das Blut in den Adern kochen. Der CIA suchte bei der USAF geeignete Piloten aus, die man mit dem dreifachen Air Force-Gehalt für die Spionage anwarb. Mittels der fotografischen Aufklärungs-Technik an Bord dieser als „Wetterforschungs-Flugzeuge“ ausgegebenen Maschine wurde der Westen schockiert. Die Auswertungen des Filmmaterials ergaben, dass die Sowjetunion ein weitaus größeres Militärpotential besaß, als man angenommen hatte! Konkret: Mitte 1957 fotografierte eine in Pakistan gestartete U-2 erstmals ein kurz zuvor von elektronischen Horchposten entdecktes neues Raketentestgelände, das in den nächsten Jahren immer größere Bedeutung bekam – Tjuratam, welches später durch Plesetsk abgelöst werden sollte aber durch den SPUTNIK-Start im darauffolgenden Herbst weltberühmt werden sollte. Doch der Traum vom unentdeckten Spionageflugzeug endete am 1. Mai 1960, als Francis Gary Powers U-2 über Swerdlowsk mit neuartigen Flugabwehr-Raketen abgeschossen worden war und Kreml-Chef Chruschtschow die Amerikaner der Lüge überführte, weil man dort behauptet hatte, dass die U-2-Maschinen nur zur Wettererforschung dienten und Powers sich nur irrtümlich auf dem Weg nach Tjuratam befunden habe. Das Pentagon hatte Hinweise bei einem Spionageflug am 9.April darauf erhalten, dass man in Tjuratam neue Konstruktionen errichtete, die offenbar in Verbindung mit dem Einsatz von Interkontinentalraketen (ICBM) standen; Powers sollte am 1.Mai dann weitere Informationen über die Fortschritte dort liefern… 

Eisenhower chruschtschov

 

Auf einer am 16. Mai in Paris einberufenen Gipfelkonferenz sollte sich Eisenhower bei Chruschtschow entschuldigen, weil die USA Aufklärungsflüge über der Sowjetunion unternahmen. Eisenhower weigerte sich und der Gipfel platzte. Warum sich Eisenhower querstellte ist heute bekannt. Nur zwei Monate später gab es eine weitere Schmach für die USA, als eine USAF RB-47 knapp am sowjetisch-nationalen Luftraum abgeschossen wurde, was zum Tod von vier Mannschaftsmitgliedern und der Verhaftung von zwei weiteren führte, die man ins Moskauer Lubjanka-Gefängnis des KGB steckte und erst nach sieben Monate freiließ. Eindeutig waren Amerikaner die Aggressoren und die Sowjets die Verteidiger ihrer Heimat. Auch deswegen gab es den Kalten Krieg, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Amerika dagegen sah, dass Moskau einen atomaren Test nach dem anderen durchführte und massiv in die Raketenentwicklung investierte. Der Wahnsinn des Aufrüstungswettlaufs setzte ein. Die Amerikaner gaben nicht auf und nur drei Monate später setzte eine neue Ära und Dimension der Fernspionage ein, das der amerikanischen Satellitenaufklärung. Den ersten Schritt dazu ermöglichte Jim Baker, der eine Kamera mit einer großen Brennweite schuf, da die kurzbrennweitigen Kameras der vorherigen Generation sich für Aufklärungszwecke aus dem erdnahen Weltraum als ungeeignet erwiesen, weil sie die zu überfliegenden Gebiete viel zu klein abbildeten. Das Discoverer-Programm diente zur Erprobung des technischen Verfahren, das eigentliche erste Aufklärungsprgramm nannte sich „Samos“ und war mit dem Midas-Programm gekoppelt, welches zur Frühwarnung vor feindlichen Raketenangriffen diente. Nach eingehenden Untersuchungen entschloß sich das Pentagon zwei verschiedene Satellitentypen zur Aufklärung einzusetzen. Die eine Version sollte die mit einer Filmkamera erhaltenen Erdaufnahmen per Funk zur Erde übermitteln. Dabei entsprach aber die Qualität zunächst nicht unbedingt den allerhöchsten Anforderungen im Hinblick auf Detailfülle, reichte aber aus, um einen groben Überblick über die Verteilung der Raketeninstallationen und Flughäfen in der Sowjetunion zu verschaffen. Hierbei wird das Bildmaterial an Bord entwickelt und anschließend Zeile für Zeile und Punkt für Punkt abgetastet und diese einzelnen Bildinformationen wurden dann per Funk zur Erde übertragen, so wie es später in den 60ern auch mit den Lunar Orbiter-Satelliten gelang, Bilder vom Mond zu übertragen. Diesen Satelliten-Typ konnte man relativ lange in einer Umlaufbahn halten. 

Sie starteten mittels einer Trägerrakete den Aufklärungssatelliten Keyhole One in den Erdorbit (ein wahres Satelliten-Ungeheuer vergleichbar mit dem heutigen Hubble-Space-Telescope: 13 Tonnen schwer, 15 Meter lang, drei Meter breit), der den Auswertern im Pentagon bzw seinem National Photographic Interpretation Center (NPIC) ein Fünftel der Sowjetunion auf Film bannte und damit das brisanteste Fotomaterial für den Geheimdienst lieferte; natürlich hatte die unterirdische verbunkerte Zentrale des Nordamerikanischen Luftverteidigungs-Kommandos NORAD in Colorado Springs bei Denver als auch das Strategische Luftkommando von General LeMay darauf Zugriff. Hierbei trat der zweite Satellitentyp (auch unter dem Namen Big Bird bekanntgeworden) in den Einsatz: Um an das Fotomaterial des Satelliten zu kommen, hatten sich die Konstrukteure eine abenteuerliche Technik einfallen lassen. Die Kapsel mit der Filmrolle wird vom Satelliten abgesprengt und schwebt an einem Fallschirm zur Erde, um diese Fracht abzuliefern, welche wesentlich mehr Details zeigte! Durch die Wahl möglichst niedriger, erdnaher Umlaufbahnen von 140 bis 170 Kilometern Höhe (weswegen aber diese Satelliten weitaus schneller wieder von der Erde angezogen wurden und als Re-Entry in der Atmosphäre verglühten) und den damit verbundenen größeren Abbildungungsmaßstab der Bilder wurde der Informationsumfang noch einmal gesteigert. Speziell ausgerüstete Flugzeuge (erst C-119, dann C-130 und schließlich Hubschrauber) von Hickam Field auf Hawaii mit Fangvorrichtungen und Netzen mußten dann die herabschwebende Kapsel punktgenau im Zielgebiet nordwestlich von Hawaii einfangen, ehe sie im Meer versinken von von russischen U-Booten abgefangen werden würden. Das Kontrollzentrum dieser Operation lag in Sunnyvale, Kalifornien. Dieses Verfahren brauchte eineinhalb Jahre, bis die Amerikaner es in den Griff bekamen, alles andere zuvor war von Fehlschlägen gekennzeichnet. So kam es vor, dass die Kapsel von Discoverer 2 beispielsweise bei Spitzbergen niederging, während die Suchmannschaften bei Hawaii im Einsatz waren, da die Kapsel nur um wenige Sekunden zu spät zum Landemanöver angesprengt worden war und damit die Eintauchzone verpaßt wurde. Auf Spitzbergen jedenfalls sah man die Kapsel herabkommen, aber sie konnte niemals aufgefunden werden, möglicherweise fiel sie in russische Hände. Das große Meeresgebiet um Hawaii war dementsprechend eine sicherheitsempfindliche Zone, in der z.B. sich dramatisch-anhörende UFO-Sichtungsberichte von herumsausenden Fremdkörpern schon Nervosität hervorrufen konnten. Wir erinnern an den Fall eines Boliden vom 11. Juli 1959, der sich stark nach einem Analogfall zur berühmten Rocketship-Sichtung Montgomery-Sichtung vom 24. Juli 1948 anhört, der wiederum zur berühmten Estimate of the Situation durch das Project Saucer/Sign, weil die Analysten in einer Fehleinstufung des Objekt tatsächlich als interplanetarisches Raumfahrzeug interpretierten und seine wahre Natur nicht erkannten. 

Am 31. Januar 1960 entdeckte eins der kurz zuvor entlang des 32. Breitengrades in den USA intsallierten Radargeräte, die der Identifizierung und Bahnverfolgung von Satelliten im Weltraum dienten, ein nicht katalogisiertes Objekt, das die Erde in polnaher Bahn umkreiste. Man hielt es zunächst für einen unbekannten sowjetischen Satelliten, doch diese Vermutung stellte sich wenige Tage später als Irrtum heraus. In Wirklichkeit war dieses unidentifizierte fliegende Objekte (UFO) nämlich die Kapsel des am 13. August 1959 gestarteten Discoverer 5, die man längst auf der Erde wähnte. Pünktlich war damals die Trennung vom Satelliten erfolgt, aber dann hatte man sie aus den Augen verloren und dachte sie sei irgendwo unbemerkt niedergegangen. Die Rückrechnung der Bahn des UFOs ergab, dass offenbar das Orientierungssystem von Discoverer 5 versagt hatte. Dadurch war die Kapsel, anstatt zur Erde zurückzukehren, nach der Trennung vom Satelliten durch die Zündung des Raketenmotors in eine höhere Umlaufbahn gelangt, als herabgesenkt zu werden! Wie Philip J. Klass [sic] in seinem 1971er Buch „Secret Sentries in Space“ berichtete, wurde mit der Kapsel von Discoverer 13 erstmals am 11. August 1960 dann ein von Menschen hergestellter Gegenstand geborgen, der wieder aus dem Weltraum zurückkehrte. Damit begann der wahre Aufmarsch im Weltraum, die eigentliche Epoche der Satellitenaufklärung, um den Blick hinter den Eisernen Vorhang zu werfen und um hauptsächlich geheime, militärische Aktivitäten auszuspähen. Mit dem Discoverer-Programm war es möglich aus 200 km Höhe eine Detailschärfe bei 30 Zentimetern am Boden feszumachen, alsbald stellte sich aber auch heraus, dass mit dem unheimlichen SR-71-Flugzeug in sicheren 30 km Höhe schon eine Auflösung von vier Zentimetern zustandegebracht werden konnte, weswegen der Black Bird natürlich neben der U-2 von signifikanter Bedeutung für die Geheimdienste wurde. Was die USA mit Hochleistungstechnologie erreichten, machten die Russen durch Masse wett. Sie waren in der Lage jederzeit beliebig viele Fotosatelliten hochzuschießen (Beispiel: Als 1973 der Nahost-Krieg ausbrach, war nur ein Sowjet-Spion im All – zwei Wochen später zogen bereits sechs ihre Bahnen über Israel, dazu war Washington nicht imstande). 

Amerika stand vor der Angst der „Raketenlücke“ und fürchtete sich vor einem übermächtigen sowjetischen Waffen-Arsenal. Moskau spielte mit dieser Furcht und stellte sich mächtiger dar, als es jemals war. Als dann 1961 die Berlin-Krise eintrat, verschärften sich die Spannungen und die Sowjets setzten auf die Karte „Angst des Westens vor den nicht existierenden sowjetischen Raketen“. Die Samos-Aktivitäten nahmen deswegen zu und brachten den Herrschern im Kreml viel Ärger ein, weil die sowjetische Militärtechnik noch nicht auf Gegenmaßnahmen betreffs der amerikanischen Weltraumaufklärung setzen konnte. Generalmajor Boris Teplinski nannte die Aufklärungsflüge via Satellit dann auch „barbarische Wahnideen“ und „Weltraumschändung“. Um die Sowjets nicht weiter zu reizen, wurde das Samos-Programm von der Kennedy-Regierung im Bereich der militärischen Raumfahrt „eingestellt“, aber unter unverfänglichen Codenummern weitergeführt. Dies hört sich zwar vielleicht heute kindisch an, machte aber aus taktischen Gründen damals Sinn. 1962 lösten die Spionagesatelliten die Kubakrise aus, als sie beobachteten, wie sowjetische Tank-Schiffe Raketen und Raketenausrüstung nach Kuba bringen. Detailaufnahmen der U-2 lieferten den Beweis: Die Sowjetunion wollte Kuba Atomraketen liefern. Da Satelliten a) hoch im Orbit fliegen sind sie mit Flugzeugen und Raketen so gut wie unangreifbar und b) aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit zusätzlich geschützt. Natürlich werden heutzutage schon lange keine Filmkapseln mehr geborgen, sondern via Funk werden hochauflösende Digitalbilder zeitverlustfrei in die Auswertungszentren geschickt… Übrigens war es Arthur C.Lundahl gewesen, der am 14.Oktober 1962 als bester Fotointerpreter der USA die Satelliten-Aufklärungsfotos von Kuba als Beweis für die Richtigkeit der Annahme bestätigte, dass die Russen hier, quasi vor der Haustüre der Vereinigten Staaten, einen Stützpunkt mit Atomraketen aufbauen wollten. Das Strategic Air Command (SAC) wurde in Alarmbereitschaft versetzt und Kennedy verhängte eine Blockade Kubas. Mittelstrecken auf Kuba, da hörte der Spaß auf und für das SAC war dies eine ernste Lage. Der US-Präsident versetzte die US-Streitkräfte rund um die Welt in höchste Alarmbereitschaft. B-52-Bomber mit Wasserstoffbomben an Bord waren einsatzbereit gemacht worden – für einen Krieg! Viele Piloten der B-52er beim SAC gestanden später ein, dass ihnen die Nerven damals flatterten und sie höllische Angst davor hatten, einen nie wieder gutzumachenden Befehl zu bekommen. Immer wenn Startkommandos kamen, schluckten sie unwillkürlich. Im Kreml lenkte man ein und zog das gefährliche Militärgut wieder ab. So nahe stand die Welt zuvor und danach nicht am nuklearen Abgrund. In Ost und West waren die führenden Politiker besonnen genug und erkannten, dass die Kommunikation zwischen ihnen deutlich verbessert werden mußte – und damit begann die Laufbahn des berühmten „Roten Telefons“.

Vom CIA-Chef zum UFO-LobbyistenFournet

**= Hillenkoetter taucht bekanntlich in den MJ-12-Papieren als MJ-1, also als Chef der Geheim-Truppe auf. Später, nach seinem Pensions-Antritt, mischte er aktuell bei NICAP mit. Hierzu ist vielleicht der Artikel „Space Travel May Answer Saucers“ von Douglas Larsen im Moring Star aus Casper in Wyoming vom 29. November 1957 interessant zu erwähnen. Es war die Zeit, als Amerika unter dem russischen Sputnik-Schock stand und diese Schlappe zu verdauen hatte. Im Gespräch mit Larsen hatte Admiral R.H. Hillenkoetter in Anbetracht des Aufbruchs der Menschheit in den Weltraum erklärt: „Satelliten- und die Weltraumerkundungs-Programme könnten uns neue, wertvolle Informationen betreffs UFOs liefern, ja vielleicht sogar einen Beweis ihrer Realität erbringen. Ähnliches erwarte ich auch in Anbetracht der gewaltigen Zunahme der Himmelsüberwachung durch Radar und teleskopischen Bahnverfolgungs-Systemen, sowie durch die zunehmende Beobachtung des Himmels von immer mehr astronomisch interessierten Menschen. Dadurch ist zu erwarten, dass wir einen Anstieg von detailierten UFO-Berichten von ausgebildeten Beobachtern erfahren, die uns Informationen über Kurs, Geschwindigkeit, Höhe, Manöver sowie Größen und Gestalten dieser Objekte geben können.“ Auch Major Dewey Fournet, ehemaliger Pentagon-Projekt-Offizier für UFOs und in jener Zeit Mitglied des NICAP-Führungsstabs, äußerte sich erwartungsvoll über das von zahlreichen Amateur-Astronomen und einigen profi-Astronomen getragene Projekt Moonwatch, weswegen er sogar von einer „Armee von Idealisten“ sprach, die man dazu verwenden könne, um mehr über Untertassen zu erfahren. Darüber hinaus warf er einen Blick in die Zukunft und erwartete, dass durch den Einsatz von großen Erdbeobachtungs-Satelliten ein Instrument der Wissenschaft in Händen fallen werde, welches imstande sein sollte, UFOs zu orten und zu dokumentieren. Keyhoe unterstützte diese Ansicht mit seinen Worten: „Es ist sicher möglich, dass die ersten Satelliten oder auch Raumschiffe Begegnungen mit interplanetarischen Maschinen, bemannt oder unbemannt, haben werden…“ Aus diesem Grunde forderte er von den Verantwortlichen, dass alle in den Weltraum gebrachten Geräte automatische Kommunikationseinrichtungen auf der Basis von Licht- oder Funk-Signalen an Bord tragen sollten, um anzuspringen, wenn sich UFOs ihnen nähern. „Alle zurückgehenden Antworten sollten dann automatisch zur Erde geschickt werden, um daraufhin eine direkte Kommunikation von Erdstationen aus zu übernehmen. Da die USA sowie Rußland Mondstationen planen, ist es durchaus denkbar, das bereits eine Rasse von einem anderen Planeten auf dem Mond eine derartige Station unterhält“, schwadronnierte Keyhoe abschließend. Im Innern der Firma Das aus all diesen von Hoffnung getragenen Wünschen an die Zukunft nichts wurde, wissen wir inzwischen nur zu genau. Diese Hoffnungen und Erwartungen, welche sich nicht erfüllten, gehen Pari mit einer Kette weiterer derartiger Wunschvorstellungen, die sich schlußendlich als ufologische Seifenblasen herausstellten – das UFO-Phänomen als solches zieht der menschlichen Erwartungshaltung gegenüber nicht mit. Eines ist darüber hinaus zudem mehr als bedeutend für jegliche Vorstellung über eine UFO-Vertuschung und dem ganzen Kontext von MJ-12: Hillenkoetter als ehemaliger CIA-Chef wußte genauso viel oder genauso wenig über reale UFOs wie alle anderen auch. Nicht umsonst war er dann beim NICAP gelandet, um in einer privat-organisierten UFO-Forschungsgruppe vielleicht mehr zu erfahren, als die US-Regierung imstande war. 

Zurück zur CIA-Verwicklung in Zeiten der UFO-Wirrnis. Eine besondere Aufgabe für einen Nachrichtendienst ist die Sammlung und Auswertung von „geheimen“ Informationen, an die man eher schlecht herankommt, hierzu benötigt man nämlich verdeckt arbeitendes Personal im „feindlichen Lager“ (dies ist recht brisant, da aufgedeckte Agenten in aller Regel als Verräter an die Wand gestellt werden). Daher ist die Hauptquelle von Daten das offizielle Spektrum an Nachrichtenmedien im Feindesland, d.h. Tageszeitungen, Magazine, Illustrierte und elektronische Medien wie Radio und Fernsehen, natürlich auch Bücher und wissenschaftliche Fachpublikationen. Die großen Geheimdienste unterhalten deswegen aufwendige Abteilungen, in denen tagein, tagaus Übersetzer und Sprachspezialisten tätig sind und so die Weltnachrichten aufbereiten. Es wird Sie in Staunen versetzen, aber im Grunde sind es genau diese öffentlich zugänglichen Informationen, die zu aktuellen Lagebeurteilungen herangezogen werden und jeden Morgen in einer Analyse dem US-Präsidenten vom CIA-Chef zum Breakfast gereicht werden. In einer sich immer schneller drehenden Welt ist dies bisweilen noch die beste Art, um Informationen zu erlangen, alsdass man auf verschlungene Pfade lange Zeit auf „Agentenberichte“ warten muß. Im heutigen Zeitalter der elektronischen Kommunikation ist dies natürlich etwas anderes, aber wir stehen ja in unserer Erörterung noch im Nebel der Historie. Klären wir also die Atmosphäre.Will man die Arbeit eines Nachrichtendienstes schildern, dann muß man begriffen haben, welche Aufgaben diese Geheimdienste haben. Ein solcher wie der CIA arbeitet auf drei Hauptebenen. Er muß Nachrichten sammeln und analysieren, er muß seine eigene Integrität mittels der Spionageabwehr schützen und er befasst sich mit politischen Interventionen. Diese drei Funktionen werden von einer Behörde wahrgenommen, die unter der Leitung eines Mannes steht, und jede dieser Funktionen hat ihren eigenen Zweck und dementsprechend ihre eigenen Methoden. Nachrichtendienste existieren nicht im luftleeren Raum. Ein Staat, der weder ein Heer noch Feinde hat, braucht auch keine Spione. Wenn es beides aber gibt, dann muß es auch einen Nachrichtendienst geben. Die Entwicklung der Fernlenkwaffen nach dem Bau der deutschen V-Waffen im 2.Weltkrieg zeigt uns besonders deutlich, dass es zwischen den Streitkräften und dem Nachrichtendienst eine fast unvermeidbare Symbiose gibt. 

Die Rüstungskapazität eines potentiellen Gegners richtig einzuschätzen ist eine der beiden Hauptfunktionen des traditionellen Nachrichtendienstes; die zweite besteht darin, die Absichten des Gegners auszukundschaften. Da Spione nur selten eindeutige Angaben machen können, muß jeder Nachrichtendienst die Wahrheit aus einer Vielzahl zunächst nebensächtlich erscheinenden Informationen herausfiltern. Diese Informationen werden zu einem guten Teil über geheime Kanäle gesammelt. Ein Geheimdienst gehört zu den unausweichlichen Realitäten der modernen Politik, er arbeitet in der Grauzone zwischen offizieller Diplomatie und offenen militärischen Interventionen als außénpolitischer Arm der jeweiligen Regierung. Der amerikanische CIA ist das Werkzeug mit dem der Präsident überall auf der Welt versucht, seinen Willen durchzusetzen. Der CIA ist das geheime Machtinstrument des amerikanischen Präsidenten. In aller Regel fühlen sich die CIA-Beamten mit jenen Ländern verbunden, in denen sie tätig sind, sie beherrschen die Landessprache und sind gute Kenner der jeweiligen Nationalliteratur, aber dennoch – sie sind doch nur Beamte einer fremden Macht. Der Direktor der CIA ist befugt vor höchsten Untersuchungsgremien nicht jede beliebige Frage zu beantworten. Nach dem Gesetz zur Wahrung der nationalen Sicherheit von 1947 war es seine Pflicht die Nachrichtenquellen und die Methoden der Nachrichtenbeschaffung durch die CIA NICHT preiszugeben. Im grunde handelt es sich dabei um die einfache Tatsache, dass geheime Nachrichten nur so lange etwas nutzen, wie deren Weg geheim bleibt auf dem sie beschafft wurden. Die größte Bedrohung, die ein Geheimdienstler erfahren kann ist die Preisgabe seiner Informationsquellen. Wie auch immer, in der ersten Zeit der Behörde unter Admiral Roscoe Hillenkoetter war der Dienst wenig erfolgreich und man ließ sich dort wieder und wieder durch falsche Berichte narren. Gleichsam gab es besondere Probleme – die Papierflut wuchs ins Unermessliche und wurde unübersichtlich. So brauchte ein Analyst u.U. einen ganzen Tag, um den Namen eines potentiellen Informanten und die seinen Fall betreffenden Unterlagen zu finden. Alsbald waren die Karteien völlig durcheinandergeraten und die Akten verschwanden buchstäblich in einem Meer von Papier. Brenzlig wurde die Lage im Sommer 1952, als an zwei heißen Wochenenden das Capitol von einer wahren „UFO-Invasion“ erschüttert wurde (worüber an anderer Stelle noch mehr zu erfahren ist) und die Öffentlichkeit schier in Panik verfiel. In den Lagezentren brach die Kommunikation wegen UFO-Meldungen völlig zusammen*, was natürlich eine heiße Affäre für den Sicherheitsdienst darstellt. Kaum wegen den UFOs selbst, sondern weil die „nationale Sicherheit“aufgrund der UFO-Meldungen an sich bedroht war. Alle anderen Meldungen (darunter auch über mögliche russische Angriffe) waren hinsichtlich der verstopften Kommunikationsbahnen untergegangen bzw drangen erst gar nicht mehr durch! Der CIA fürchtete, dass z.B. die Sowjetunion Berichte durch Agenten ausstreuen und lanzieren könnte, um eine Hysterie zu erzeugen, mittels der dann im Sinne der „psychologischen Kriegsführung“ die Kommunikationskanäle verstopft würden. In einer Flut falscher UFO-Meldungen könnten die echten unidentifizierten Flug-Objekte, nämlich authentische russische Bomber, untergehen. 

Tatsächlich meldeten Beobachter an Posten des Ground Observer Corps bereits seit April 1952 in arktischen Regionen wiederholt Kondensstreifen hoch am Himmel, die von russischen Aufklärungsmaschinen stammten, welche sich erstmals Nordamerika annäherten! Ein weiteres Vordringen der Russen wurde befürchtet und wie bekannt stand das Luftverteidigungssystem mit Lücken da. Dies führte dann zum berühm ten Robertson-Forum, wo auf Drängen der CIA-Führung die besten wissenschaftlichen Kapazitäten sich in Klausur begaben, um den vorliegenden UFO-Nachweis zu prüfen. Ergebnis: Die UFOs an sich stellten keine Bedrohung der nationalen Sicherheit da, aber man empfahl dringlichst, in einer öffentlichen Aufklärungskampagne, den Schleier des Geheimnisvollen rund um die Tassen zu durchtrennen und damit die öffentliche Aufmerksamkeit vom Thema wegzulenken. In ufologischen Kreisen wirft man seither den Verantwortlichen in Regierungen, Militär und Geheimdiensten vor, sie hätten ein „Debunking-Programm“ entwickelt, um die realen Tatsachen betreffs UFOs (ist gleich: Besuch außerirdischer Raumschiffe) zu verdecken. Übersehen wird hierbei freilich, dass die Empfehlung des wissenschaftlichen CIA-Ausschußes nie belegbar umgesetzt wurde. Wichtig schien es zu sein, dass die Schwemme von UFO-Berichten über das Ground Observer Corps auch eingedämmt wird, in welchem zahlreiche ungeübte Freiwillige eingesetzt waren, die nun erstmals konzentriert den Himmel absuchten und da natürlich erstmals füpr sie seltsame Dinge sahen, die in Zeiten der Fliegenden Untertassen-Hysterie für sie einfach zu den UFOs zählten. Die Washingtoner-UFO-Invasion kam also zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt und es wird aufgrund der Komplexität der realen Probleme deutlich, dass die oberen Herren im Pentagon durchaus ins Schwitzen gerieten, weil die Lage so unübersichtlich und verworren wurde. *= Timothy Good beschreibt in „Jenseits von Top Secret“ eine ähnliche Situation in England. 1953 sah sich Luftwaffenminister Ward direkt gezwungen einzugreifen und die UFO-Thematik in der öffentliche Diskussion kurz zu halten. Dies in Folge der Ereignisse vom 3. November 1953 in West Malling (ein Wetterballon von 23 Meter Durchmesser und angehängter Radiosonde war über der Grafschaft Kent aufgetaucht und von einer RAF-Maschine sowie von Offizieren des Flugabwehrkommandos am Boden aus gesehen und als Fliegende Untertasse eingestuft worden, was in der Presse zu einem Berichtesturm führte), die sogar zu einer Anfrage im englischen Unterhaus führten. Damals war Whitehall unter den Anrufen zusammengebrochen, sodass sogar ein Cousin von Sir Winston Churchill nicht mehr zu seinem gewünschten Gesprächspartner durchkam. Die Behörde war völlig paralysiert und von der Welt abgeschlossen. Ward befahl daraufhin allen Piloten, nichts mehr in Sachen Untertassen an die Presse weiterzugeben oder dazu etwas in der Öffentlichkeit zu sagen. Er erklärte: „Schauen Sie, ich versuche, eine Luftwaffe zu betreiben. Wenn eine Geschichte wie diese bekanntgegeben wird, wird der arme diensthabende Offizier zur Raserei gebracht. Sein Telefon ist mit Anrufen blockiert, und er kann der Aufgabe, einen leistungsfähigen Flugplatz zu betreiben, nicht mehr gerecht werden. Was glauben Sie was los ist, wenn gar das Verteidigungs-Ministerium deswegen blockiert wird?“ Der Mann erklärte übrigens ebenso, warum eine Regierung wie die Ihrer Majestät nicht einfach so die Existent der Fliegenden Untertassen zugeben könne: „Ohne Beweismaterial zu liefern, das die breite Öffentlichkeit wirklich anfassen kann, würden die Leute glauben, dass die Regierung verrückt geworden wäre und das Vertrauen zu ihr verlieren.“ Als Folge dessen versuchte die US Air Force ihr UFO-Nachforschungsprogramm etwas anders auszulegen und dementsprechend auch ihre Public Relations-Arbeit mehr auf den Aspekt zu verlegen, zu verdeutlichen, dass die UFOs nur Unsinn darstellen und man sie nicht ernstnehmen solle. Damit sollte das öffentliche Interesse reduziert werden, aber aufgrund mancher Flops, die gerade in den 60er Jahren passierten, geschah genau das Gegenteil, aber dies ist wieder eine andere Geschichte aus dem Land der unerwarteten UFO-Möglichkeiten. 

In den 30ern und 40ern des letzten Jahrhunderts war es durchaus Methode unliebsame Regierungen in Mittelamerika und der Karibik einfach mittels militärischer Interventionen aus dem Amt zu jagen. Aber aus unterschiedlichen Gründen hielt man es in den 50ern nicht mehr für angebracht unschickliche Leute dadurch zu entmachten indem man ihnen einfach die Marineinfanterie ins Land schickte. Man beauftragte dann den CIA um mittels komplexen Plänen im Bereich der Propaganda und psychologischen Kriegsführung das selbe Ziel zu erreichen. Der US-Kongress setzte immer wieder einmal einen CIA-Generalinspekteur ein, der die höchste Befugnis bekam alle CIA-Geheimnisse einsehen zu dürfen und über sie informiert zu werden. Als es 1967 eine politische Kontroverse rund um das Wirken des CIA gab wurde Jack Earman in diese Position berufen und der damali ge CIA-Chef Helms mußte sich ihm offenbaren. Es gelang ihm aber das am strengsten gehütete Geheimnis zu verbergen – die Versuche zur Ermordung ausländischer Staatsmänner. Dies war nur deswegen möglich, weil das oberste Gesetz der Geheimdienste es ist, eben keine Akten über solch brisante Vorgänge anzufertigen. Papiere können verlorengehen und in unliebsame Hände gelangen, sie können gestohlen werden oder tauchen irgendwann auf, um zum Bumerang zu werden. Sollte also das Geheimnis einer abgestürzten Fliegenden Untertasse durch die so genannten MJ-12-Papiere aufgedeckt worden sein, rein theoretisch, dann kann dieser Vorfall niemals jene Bedeutung gehabt haben, um daraus das oberste Staatsgeheimnis zu machen – allein schon aufgrund der simplen Tatsache, dass die Papiere überhaupt existieren. Zu den Aktivitäten der ‚Firma‘ gehören ganz selbstverständlich der „psychologischen Kriegsführung“. Kuba war eines der CIA-Ziele, genauso wie viele Staaten Lateinamerikas und der Karibik, die nach US-Verständnis den „Hinterhof der USA“ ausmachen und wegen ihrer oftmals revolutionären Regimes als Unruheherde gelten in denen Moskau mitmischt. Die schützenden Arme des Erzfeindes UdSSR ließen aber Kanonenboot-Politik selten zu, auch der Blick der Weltöffentlichkeit in diese Gegend der Welt wurde geschärft, sodass früher eingesetzte Brachialgewalt-Methoden nicht mehr so offen anzuwenden waren. Einem CIA-Plan nach wollte man die römisch-katholische Bevölkerung Kubas davon überzeugen, das Castro nicht mehr das Vertrauen Gottes besass. Dazu wurde ein kühner Plan umgesetzt: man verbreitete auf Kuba das Gerücht vom Anbruch des Jüngsten Gerichts und das Christus über Kuba erscheinen werde. Dies sei nur zu verhindern, wenn man Castro beseitige. Dazu wurde das Projekt „Elimination durch Illumination“ in Gang gebracht, wie Thomas Powers in seinem Buch „CIA – Ein Insider-Bericht“ ausführte: In einer Nacht erschien ein US-U-Boot vor der kubanischen Küste und schoß leuchtende Raketen in den Himmel, die dann ein spektakuläres Schauspiel quasi aus dem Nichts heraus lieferten. Dies sollte die Kubaner dazu drängen anzunehmen, dass das Jüngste Gericht alsbald anstehe. Das Feuerwerk wurde zwar geliefert, bewirkte aber nichts. 

Ein anderer Schachzug, insbesondere in den 60ern, war die Unterwanderung von Massenmedien in Südamerika, um dort „Schwarze Propaganda“ über die CIA-Abteilung „Psychological Warfare in the Media“ auszustreuen. Hierbei wurden falsche Meldungen in Presse, Rundfunk und TV lanciert um Differenzen in der Bevölkerung zu schaffen und Unsicherheitsgefühle betreffs der nationalen Sicherheit zu erzeugen. Dabei wurde das gesamte Instrumentarium religiöser, ethnischer, politischer, ökonomischer und anderer Themen wie übernatürliche Ereignisse und himmlische Weissagungen sowie Greuelgeschichten eingesponnen um Unruhe und Unsicherheit zu erzeugen, wenn plötzlich kleine lokale Geschehnisse und „merkwürdige Dinge“ zu ungeheuren Ereignissen aufgemotzt werden die schier schon nationale Krisen hervorrufen und die Menschen auch ablenken sollen, indem sie sich mit etwas unwichtigem beschäftigen, während gleichsam im Hintergrund ganz andere wichtige Dinge laufen. Damit sollten nicht unmittelbar Volksaufstände mobilisiert werden, sondern Unsicherheiten zwischen dem militärischen und politischen Bereich im jeweiligen Zielgebiet. Noch in den 70er Jahren sollen 200 Zeitungen so vom CIA kontrolliert worden sein. Es würd emich nicht wundern, wenn so auch UFO-Geschichten produziert worden sind, welche regelmäßig ganz Südamerika in Aufregung versetzten. Bedenken wir, dass dieser Kontinent ganz seltsame und bizarre UFO-SAbenteuer zu vermelden hat, wie sie sonst kaum in der Welt bekannt werden. Das „UFOs“ gerne als Deckmantel für geheimdienstliche Aktivitäten etc genutzt werden wird klar wenn man sieht, was im Fall Roswell und Mantell passierte und wie man selbst in Russland die hochgeheimen Raketenstarts vom supergeheimen Raketenzentrum Plesetsk als UFOs durchgehen ließ. 

Bereits im März 1980 hielt ich Dank der Vermittlung des deutschen Botschafters in Washington, D.C. jene 879 Seiten CIA-Papiere in der Hand, welche via der „Gesetzgebung zur Freiheit der Information“ (FOIA, Freedom of Information Act) inzwischen vom CIA betreffs UFO-Unterlagen öffentlich zugänglich gemacht worden sind. Wer ebenso daran interessiert ist, schreibe diesbezüglich unter Berufung auf FOIA an: Central Intelligence Agency, Office of FOIA-Affairs, Acting Information and Privacy Coordinator, Washington, DC 20505, USA. Alle bisher kursierenden Spukgeschichten zerplatzten wie Seifenblasen, worüber ich bereits im Journal für UFO-Forschung Nr. 1/1981 im dem Leitartikel „Nichts Neues vom CIA“ berichtete. Die CIA-Dokumente enthielten bis auf ganz wenige Ausnahmen keine direkten eigenen Untersuchungs- und Nachforschungs-Berichte, sondern nur aufgezeichnete Übersetzungen fremdsprachiger Zeitungsartikel und Rundfunkmitschnitte über UFO-Meldungen und der allgemeinen Diskussion hierzu, wie sie auch im Westen geschehen. Eine Bewertung der Inhalte und ihre Glaubwürdigkeit gab es jedoch nicht. Man sprach weder mit den Zeugen, noch gab es Recherchen und Erhebungen. Keine Ermittlungen und keine Spezialanalysen. Der Besuch jedes besseren deutschen Pressearchivs einer großen Zeitung oder Illustrierten würde kaum ertragreicher sein. Nur die Zahl der UFO-Sichtungsmeldungen für den vollen Zeitraum der 50er Jahre aus Russland, Asien und dem Nahen wie Fernen Osten sowie Europa schwoll an. Insbesondere der afrikanische Kontinent stand Anfang der 50er Jahre unter starker Beachtung des CIA. Warum ist historisch begründet und kein Zufall. Während des Kalten Kriegs standen sich die westliche und kommunistische Welt als Feinde gegenüber. Eines der am wenigsten Kapitel dieser Geschichte spielte sich auf afrikanischem Boden ab. Die Kolonialherrschaft war gefallen und das arme, schwache Afrika damit dem Spiel der Kräfte ausgesetzt. Dies weckte Begierlichkeiten auf ein Territorium voller wertvoller Rohstoffe. Und 1955 nahm eine Bewegung der blockfreien Staaten ihren Anfang – sollte es eine Dritte Macht geben? In der KPdSU sah man die nationalistischen Führer Afrikas bis dahin als unfähig an, die dortigen Länder zu führen – zudem standen sie im Dienste des Imperialismus. Die Sowjetunion engagierte sich und der Rote Bär streckte seine Arme aus – und dann gab es die Sichtungen unidentifizierter Flug-Objekte. 

Einige Beispiele sollen zur Einsicht genügen: * Bericht Nr.00-W-24639. Datum der CIA-Registrierung; 24. November 1952. Zusammenfassung von Zeitungsberichten aus Marokko, Algerien, Tangier, französisch West-Afrika im Zeitraum 17. Juli bis 8. Oktober 1952: Sichtungen von unidentifizierten Flug-Objekten über Spanien und Afrika, Juli-Oktober 1952. Ein Diskus erschien über Marrakech. Rabat, L’Echo du Maroc, 17. Juli 1952. Um 21 h sahen viele Leute ein großes, leuchtendes Diskus-Objekt horizontal dahinfliegend. Dann zerbrach es in einem Lichtschein. Ein zweiter, kleinerer Diskus erschien dann und zog rasch gegen Südwesten. Zusammen dauerte es etwa eine Minute. Diese beiden Phänomene wurden von verschiedenen Punkten aus in Marrakech gesehen und als leuchtende Diskuse mit schwindelerregender Geschwindigkeit berichtet. Am 14.Juli bereits wurden Fliegende Untertassen über der Ifrana-Region auf Meknes gesehen. Leuchtender Diskus oder Ball über Moulay Bousselham gesichtet. Rabat, L’Echo du Maroc, 5. August 1952. Am 2. August, gegen 20:45 h, sichtete eine Gruppe von fünf zuverlässigen Zeugen einen leuchtenden Diskus oder Ball am Himmel über Moulay Bousselham in französisch Marokko. Das Objekt war rot im Zentrum und bläulich am Rand, es flog sehr schnell von Südost nach Nordwest, wobei es für ca. 20 Sekunden in Sicht blieb bevor es über dem Horizont verschwand. Leuchtende Objekte über Algerien gesehen. Oran, Oran Republician, 16. August 1952. In Ain Sefra observierte in der Nacht des 12. August ein Eisenbahnbeamter einen Feuerball, welcher plötzlich hinter einigen Wolken hervorkam, quer über den Himmel von Ost nach West zog und einen leuchtenden, rosafarbenen Schweif hinter sich herzog. Das Objekt schien herabzukommen, nahm dabei an Umfang zu und explodierte plötzlich ohne jegliches Geräusch. Um 21:45 h des 14. August sahen zwei Personen in der Stadt Constantine ein leuchtendes Objekt, welches mit hoher Geschwindigkeit gegen Guelma flog. Gemäß den Zeugen hatte der Apparat keine Ähnlichkeit mit einer Fliegenden Untertasse, emittierte jedoch ein sehr helles Licht. Zur Sichtungszeit hatte das örtliche Wetterbüro keinen Wetterballon aufgelassen. Am selben Tag, jedoch bereits um 19:20 h sahen viele Leute an den Docks von Philippeville am Himmel einen enormen, roten Diskus von Nord nach West ziehen, welcher einen grünlichen Schweif hinter sich herzog. Tausende Zeugen sahen Untertasse über Marokko und Tangier. Casablanca, Maroc-Press, 22. September 1952. 

Am 21. September 1952, gegen 18:20 h, flog ein ungewöhnliches Objekt, vielleicht eine Fliegende Untertasse, mit großer Geschwindigkeit über Casablanca. Kurz danach erreichten uns 15 Telefonanrufe von Anwohnern und von unseren Tangier-Korrespondenten. Alle beschrieben das selbe Objekt um 18:20 h von Ost nach West fliegen aus Richtung Rabat kommend. Es war leuchtend, zigarrenförmig und zog einen silbernen Rauchschweif nach sich; in anderen Beschreibungen sprach man von einem leuchtenden, weißlichgrünen Globus mit einem nachgezogenen Konus. Von Bord eines außerhalb Casablanca ziehenden Flugzeugs wurde eine kugelförmige Masse mit einem weißen Rauchschweif geschildert, die kurz darauf in einer Explosion verging und einen Funkenschauer hinterließ. Über 6.000 Zuschauer eines Boxkampfes in Casablanca sahen das Objekt über die Arena dahinfliegen. In Louis Gentil meldeten es ebenso viele Menschen. Aus Marrakech kamen Meldungen herein, wonach es sich um einen Meteor handelte, der dort ebenso von mindestens drei Personen gesehen worden war. Bericht über ein fremdes Objekt in Tangier und Fes. Fes, Le Courrier du Maroc, 22. September 1952. Am 21. September, um 18:15 h, sahen viele Menschen in einer 17 km vor Tangier liegenden Bucht einen leuchtenden Diskus vom Durchmesser der untergehenden Sonne. Dieser Diskus schoß horizontal von Ost nach West dahin. Nachdem er sich fast 12 Sekunden auf seinem Kurs gehalten hatte, zerbrach er in zwei große Flammen-Schweife und verging. Zurück blieb ein leuchtender, weißer Streifen am Himmel. Pilot bekam für kurze Zeit Sicht auf Untertasse. Casablanca, Maroc-Press, 23.September 1952. Der Pilot eines Touristen-Flugzeugs meldete am 21. September, dass er für 10 Sekunden und über 50 Meter hinweg in die gleiche Richtung wie eine Fliegende Untertasse flog. Pilot Creze, ehemaliger Militärflieger, befand sich im Landeanflug auf den Flughafen von Casablanca, als das fremde Objekt links an seiner Maschine vorbeiflog, dies mit vielleicht doppelter Geschwindigkeit als er selbst. Die Entfernung betrug gerade 30 Meter. Ein Mechaniker auf dem Flugfeld sah dies ebenso. Das Objekt sah wie eine hellblaue, ins grünliche gehende Flamme von länglicher, zigarrenähnlicher Gestalt aus. Es gab kein wahrnehmbares Geräusch von sich. Creze: „Nachdem es das Flugzeug passsiert hatte, verschwand es in Richtung offene See.“ Creze erinnerte sich noch an die Geschichte des US-Piloten Captain Mantell und zog es vor, dieser Untertasse nicht zu folgen. Zur selben Zeit sahen ein französisches Ehepaar und ihre Landarbeiter in Azemour, französisch Marokko, ein fremdes Objekt vorbeisausen und in einer dumpfen Explosion vergehen. Dies ist das erste Mal, wo bei diesen Objekten ein Geräusch gehört wurde. Angenommenes Objekt über Marokko war nur ein Meteor. 

Rabat, L’Echo du Maroc, 22. September 1952. Gestern, am frühen Abend, wurde um 18:15 h ein mysteriöses Objekt überall in Marokko gesehen und sogar über Rabat observiert. Es sah mehr einem Meteoren ähnlich, als einer Untertasse. Es bewegte sich geradlinig und war weißglühend. Gelegentlich wurde das Objekt als ein orangefarbener Feuerball, als ein Pfeil oder als konusförmiges Ding mit grün-blauer Rauchwolke beschrieben. Gemeldet wurde auch, dass es von Ost nach West flog und parallel zur Küste; man ging von der Geschwindigkeit eines konventionelles Flugzeugs in 1.000 Metern Höhe aus. Dieses Objekt war nur für Sekunden sichtbar, während sein Schweif bis zu fünf Minuten verblieb und sich dann auflöste. – E N D E – Soweit also der erste Bericht auf einem CIA-Formpapier. Hier wird deutlich, um welche Art von Qualität die CIA-Überwachung hatte und dass die gemeldeten Objekte überall auf der Welt in der gleichen Form auftreten und fast identisch beschrieben werden, meistens mit schwerem Verdacht auf Meteore. Schauen wir uns den Inhalt weiterer CIA-UFO-Dokumente an: Ein Memorandum vom 22. August 1952 ist vom „Assistant Director for Operations“ an den „Deputy Director“ der CIA gerichtet und hat den dramatischen Inhalt: „UdSSR und Satelliten-Staaten erwähnen Fliegende Untertassen!“ Als Punkt 1 stellt man fest, dass der Rückblick auf sowjetische Publikationen der letzten zwei Jahre nurmehr einen „höhnischen Inhalt“ hinsichtlich der imperialistischen Untertassen aufwies und keine „faktischen Beweise“ einbrachte, wonach die Untertassen von dort kommen. Punkt 2 weist aus, dass die Sowjets die UFOs als amerikanisches Gerät ansehen, welches vom US-Marine-Forschungs-Büro in Form von Stratosphären-Ballons aufgelassen wird. US-Regierungskreise wüßten sonach alles über die harmlose Natur dieser Erscheinungen, aber sie ließen die Öffentlichkeit im Ungewißen, um taktischen Zielen hinsichtlich einer Kriegs-Hysterie zu entsprechen. Nach Punkt 3 bezieht man sich auf ein Telex des US-Außenministeriums, wonach am 14. August die Budapester Zeitung Szabad Nep berichtete, dass die Fliegenden Untertassen-Geschichten ein weiterer Versuch der Amerikaner sind, um Kriegshysterie zu erzeugen. Der Osten wies also die UFOs als amerikanische Propaganda zurück! Parallel einher geht natürlich die Feststellung, dass die östliche Welt ihre Verantwortung für dieses Phänomen zurückwies. Damit fiel die Vermutung zusammen, wonach die Untertassen sowjetischer Herkunft sind. Anno 1948 erschien der erste höhnische Kommentar zu den amerikanischen Untertassen-Sichtungen und 1951 verwies die sowjetische Presse nochmals deutlich auf den Stratosphären-Ballon des Skyhook-Programms. Während man in den USA nach den Schuldigen der Untertassen-Hysterie suchte und sie in roten Agenten festzumachen schien, münzten die Russen dies sofort um und warfen den USA vor, die Untertassen-Story einzusetzen, um den Osten zu verunsichern und sie als kriegstreibende Propaganda auszunutzen. UFOs als ideologisches Schlachtfeld von Ost und West (im Zeichen des Kalten Krieges). Aber es blieben Unsicherheiten über die mögliche Herkunft der Rätselflieger: Das US-Außenministerium vergab an seine Botschaften den Auftrag, jegliche Berichte über Fliegende Untertassen in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang nach Washington zu melden. 

Die Akten des CIA sprechen eine deutliche Sprache: * CIA-Bericht Nr.00-B-18589, Eingang: 2. August 1956. Land: UdSSR, Stalingrad. Thema: Schnell-bewegende Flug-Objekte über Stalingrad im Frühjahr 1954. Eine CIA-Quelle berichtete so wörtlich: „Im Frühjahr 1954 befand ich mich zur Behandlung in einem Militär-Hospital nahe der Munitionsfabrik Barrikadi. Während zweier Gelegenheiten meines Krankenhaus-Aufenthalts sah ich mit anderen Patienten den Flug von einem unbekannten Objekt, welches aus Südosten kam und nach Nordwesten flog, von Horizont zu Horizont. Ich kann die Gestalt des jeweiligen Objektes nicht beschreiben und erinnere mich nur, dass sie jeweils in etwa einer Minute mein gesamtes Gesichtsfeld durcheilten. Diese Objekte riefen gewaltige Erschütterungen der Luft hervor und gaben kreischende, wimmernde Geräusche von sich, die man mit jenem von einem Artillerie-Geschoß nicht vergleichen kann.“ * CIA-Bericht Nr.00-K-3077200, Eingang: 1. April 1957. Land: Ungarn. Thema: Unbekannte Flugobjekte, observiert über Budapest. Der CIA-Informant berichtete: „Anfang Mai 1956 bekam ich von einigen Ingenieuren, Bekannte von mir mit hoher Glaubwürdigkeit, erzählt, dass das ungarische Verteidigigungs-Ministerium von dem Überflug einer Formation von unbekannnten Flug-Objekten alarmiert sei, die dieser Tage in östliche Richtung zogen. Meine Freunde berichteten mir, es habe den Anschein, als handle es sich hierbei um Flugzeuge, die in großer Höhe (25.000 Meter) und mit extremer Geschwindigkeit dageflogen waren. Radareinheiten des Armee-Luftverteidigungs-Kommandos hatten sie geortet. Man konnte nichts unternehmen, um diesen Überflug zu behindern oder zu stören, dies alleine schon deshalb, weil keinerlei Waffen den ungarischen Militärs zur Verfügung stehen, die diese Flughöhe erreichen. Während des Mai und Juni 1956 gab es zahlreiche Berichte aus allen Teilen Ungarns über das Auftauchen von ‚Fliegenden Untertassen‘. Für zwei oder drei Wochen erschienen fast täglich hierzu Berichte in fast allen Tageszeitungen. Man stellte die Objekte als schnell-fliegende Körper, die im Fluge imstande waren ihre Richtung, Beschleunigung und Geschwindigkeit zu ändern, da. Meine Freunde berichteten mir von Diskussionen am Kriegs-Technischen Institut mit Ungarns führenden Mathematikern, Ingenieuren und Technikern betreffs dieser Objekte. Man kam jedoch zu dem Schluß, dass diese Untertassen nicht existieren und wenn irgendetwas daran sei, dann wurden diese Berichte von der US-Propaganda ausgestreut. Als offizielle Stellungsnahme veröffentlichten die Zeitungen schließlich die Position der ungarischen Regierung, wonach der ‚Fliegende Untertassen‘-Schreck nur ein Mythos ist. Eine interessante Feststellung einer meiner Freunde war die Aussage: ‚Auch wenn sie nicht existieren, ich hoffe doch, sie sind eines Tages unterwegs auf dem Weg nach Moskau, um es zu bombardieren.“ 

* Bericht Nr.00-B-3.115.275, Eingang: 27.10.1958. Land: UdSSR, nahe Leningrad. Thema: Unerklärliches, sich bewegendes Licht am Himmel. Ein nicht namentlich identifizierter US-Offizieller (Diplomat) befand sich am Abend des 10. Juli 1958 auf der Zugfahrt von Leningrad nach Moskau, „als wir gegen 22 h ein helles Licht in der Luft sahen, welches von einem dunklen Schweif begleitet wurde. Es war viel zu hell für ein Flugzeug. Seine Entfernung mag zwischen fünf bis dreizehn Meilen betragen haben und es wird wohl kaum über 300 m hoch geflogen sein“, erfahren wir. Der amerikanische Diplomat fragte seine Begleiter im Abteil, ob sie dieses Licht ebenso sehen würden, sie sagten alle zu und ihr russischer Übersetzer Ivanow nannte es spaßig eine „Fliegende Untertasse“. Verdächtig, verdächtig, da der Diplomat dem CIA gegenüber erklärte: „Ob er (also Ivanow) etwas mehr weiß, ist nicht zu bestimmen.“ * Unser letzter Beispielsfall kommt aus der sowjetischen Ukraine und betrifft ein „möglicherweise unidentifiziertes Flug-Objekt“. CIA-Report Nr.CS-3/414.903, Eingang: 22. Oktober 1959. Hierbei handelt es sich um einen Bericht über allgemeine Erfahrungen aus dem sowjetischen Alltag und Beobachtungen des Informanten. Insgesamt werden drei Themen auf fünf Seiten abgehandelt, Thema Nr. 2 wird als „UFO-Affäre“ kurz angerißen, es ist Absatz Elf im Gesamtbericht. Der Zeuge erwähnt „einen leuchtenden, orangenen Ball mit Schweif gegen 20:30 h“ gesehen zu haben, „der mitten in der Luft erschien und auch sofort wieder verschwand. Er war nur kurze Zeit sichtbar und es sind keine weiteren Informationen dazu erhältlich“. Diese Beispiele aus dem nun aufgeschloßenen Tresor des Geheimdienstes CIA weisen auf, dass der Begriff Fliegende Untertasse ein Allgemeinplatz und Sammelhort für mancherlei luftiges Kuriosum und auch astronomisches Phänomen war, die ganz und gar nichts mit den wunderbaren uns allen bekannten Fliegenden Untertassen-Bildchen aus Bilderbüchern und Magazinartikeln zu tun haben. Ganz konkret ist auch: Zunächst auffallende, spektakuläre Erscheinungen am Himmel, die man durchweg als einen Feuerball-Meteor (Boliden) erkennt, meldet man in der ersten Aufregung vorschnell als der Besuch einer Fliegenden Untertasse, auch wenn das originale Naturphänomen mit dem mentalen Untertassen-Konzept und -Bild rein gar nichts zu tun hat. Die UFOlogie war erschüttert, als die Szene erfuhr, dass der amerikanische Nachrichtendienst CIA nun über die sogenannte Haines-Studie reinen Tisch machte. Dies ist auch gar nicht verwunderlich, weil der Dienst natürlich um das öffentliche Interesse an dieser Affäre weiß. Während die 1977 in der Carter-Administration umgesetzte Freedom of Information Act (FOIA) ein Ergebnis der Bürgerrechtsbewegung ist, wird die FOIA jedoch nicht nur dazu genuzt, um dem Bürger zu zeigen, welche Informationen die Staatsbehörden über ihn zusammengetragen haben, sondern auch um besondere Themen auszuleuchten. 

Wie Michael Ravnitzky am 17.9.1997 auf der Project 1947-Mailingliste in seinem Beitrag „Investigative Reporting into UFOs and the Military: A New Research Tool“ ausführte, bekam die US Air Force alleine 1996 Tausende von FOIA-Eingabe zur Bearbeitung, hiervon betrafen 20 bis 25 % allein UFOs und andere exotische bzw paranormale Themen. Wie wir wissen ist auch bei der NASA das UFO-Thema die Nummer 1 auf dem Tagesplan des Büros für Öffentlichkeitsarbeit. Kaum zurückhaltender dürfte die FOIA-Dienststelle beim CIA mit Anfragen beharkt werden. Aus diesem Grunde war es wohl an der Zeit sich einmal öffentlich zum Thema zu stellen, um die ufologischen Wachhunde zu beruhigen. Der 50. CIA-Geburtstag bot sich dazu ideal an, nicht umsonst hatte auch „Roswell: Case closed“ zum Tag der 50. Jahres-Feierlichkeit der USAF den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Parascope hatte sich nun ebenfalls dem Thema angenommen und John Elliston griff als Dossier-Editor das Thema „The UFO Cold War New Revelations in a CIA-published Study“ nochmals auf. Nochmals verwies man hier darauf, das Gerald Haines ein Historiker des National Reconnaissance Office (NRO) ist und nicht dem CIA selbst angehört. Die Hauptaufgabe des NRO ist die Auswertung von Satellitenbildern, die von deren hauseigenen Keyhole-Satelliten stammen. (Nebenbei: Die NSA dagegen führt elektronische Lauschangriffe durch, hört weltweit Telefongespräche und Funkkommunikationen ab. Siehe hierzu die am 23.12.1992 auf RTL in der Sendung Explosiv ausgestrahlte NSA-Dokumentation sowie Newsweek vom 6. September 1982 den Artikel „Entschleierung der geheimen NSA“ von David C.Martin).) Elliston konnte nun mit dem normaler Weise eher scheuen Gerald Haines direkt sprechen, wodurch nochmals ein paar Punkte klarer hervorgehoben wurden, die auch für Sie von Interesse und Bedeutung sein sollten. 

Haines erklärte klipp und klar, das seine Studie von Präsident Clinton´s erstem CIA-Direktor, James Woolsey, angeordnet worden war, um selbst sicher zu gehen, das alle Fakten über UFOs in Händen der CIA auf den Tisch kommen (und er informiert wurde, was seine Firma in dieser Affäre wirklich auf dem Kerbholz hat), nachdem Woolsey in einem Radio-Interview darauf gebracht worden war. Als Vertreter des NRO sollte Haines mit seiner übergeordneten Neutralität und als sachverständiger Historiker die CIA-Akten durchforsten. Dabei stellte er fest, dass die Geheimdienste (genauso wie Millionen Amerikaner auch) gelegentlich ein sporadisches Interesse betreffs UFOs an den Tag legten. Der CIA überwachte die ersten Schritte der US-Luftwaffe in deren eigenen UFO-Projekten aufgrund des etwaig darin enthaltenen „Potentials einer nationalen Sicherheits-Bedrohung“. Der CIA schaltete hierzu sein Office of Scientific Intelligence (OSI) ein. Das CIA-Interesse, so zeigte sich, lag in den UFO-Berichten als solche und der Fragestellung, ob diese Fälle eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten. Als Höhepunkt der CIA-Aktivität wurde im Januar 1953 das Robertson-Forum zusammengestellt, welches in einer Experten-Runde die UFO-Frage begutachtete. USAF und CIA stimmten darin überein, zu vermeiden, dass das Interesse an UFOs durch den Geheimdienst nicht der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden sollte, „um nicht den Eindruck zu erwecken, als nähme man die Sache weitaus wichtiger, als sie in ihrer Bedeutung für die Behörde tatsächlich war“. Nach dem Robertson-Forum verlor der CIA rasch sein Interesse an den UFOs. „Die CIA-Leute hielten ihre UFO-Akten bewußt auf einem Minimum, damit keine Aufzeichnungen zustandekämen, die bei ihrer Freigabe nur unnötig die Öffentlichkeit in die Irre führen könnten“, erklärte Haines gegenüber John Ellistion nochmals. Näher betrachtet: Das Robertson-Forum Wir alle sollten um das sogenannte Robertson-Panel vom Januar 1953 wissen, wenn wir über UFOs und Verschwörung, CIA und gemeine UFO-Komplotte reden. Dieses Forum entstand als Folge der abgelaufenen Aktivitäten im Sommer 1952 zu Washington, D.C. An gleich mehreren Wochenenden waren UFO-Targets auf den Radarschirmen aufgetaucht und diese Sache sorgte für einen gewaltigen öffentlichen Wirbel. Das Pentagon erfuhr eine scharfe Form des Kommunikationszusammenbruchs – die Telefone liefen hieß und aufgrund der öffentlichen Anfragen brachen die Telefonzentralen zusammen. Dies ist eine gefährliche Situation für die nationale Sicherheit. Die UFO-Ereignisse selbst wurden alsbald als Effekte von Temperatur-Inversionen erkannt, aber die Folgen waren ganz andere. Was ist, wenn eine potentiell feindliche Macht den UFO-Rummel ausnutzt und eine UFO-Hysterie derart aufheizt, dass nochmals eine Situation wie aus dem vorausgegangen Sommer zustandekommt und parallel einher feindliche Bomber das Land angreifen – und niemand merkts wegen dem UFO-Trubel? Tatsächlich wissen wir heute, dass sich der damalige CIA-Direktor Walter B. Smith darüber Gedanken machte und an den Direktor des „Psychological Strategy Board“ eine Denkschrift in Sachen „Flying Saucers“ schickte, um bei der nächsten Sitzung der CIA-Spitze dieses Thema einmal unter dem Gesichtspunkt zu diskutieren, dass der Fliegende Untertassen-Schreck das Ergebnis einer „psychologischen Kriegsführungs“-Strategie ist um zu sehen, ob man damit von feindlichen Angriffen ablenken kann. 

Dazu mußte die Firma erst einmal das Phänomen näher unter die Lupe nehmen und ließ über das Luftwaffen-Projekt sich einweisen und setzte das Robertson-Forum ein, um die Sicherheitsimplikationen des Themas anhand des besten Fallmaterials zu prüfen. Bevor wir weitermachen, sollte man sich die Perspektiven des Air Defense Command zu jener Ära näher anschauen. Um die Implikationen der 1952er UFO-Welle zu verstehen, muß man wissen auf welchem Weg das Militär damals den Himmel überwachte. UFO steht für unidentifiziertes Flugobjekt im Jargon der Flieger und Militärs, dies bedeutet nicht gleich ein Raumschiff vom anderen Planeten, sondern zunächst irgendein Flugobjekt welches unidentifiziert ist oder unangemeldet sich durch z.B. den Luftraum der Vereinigten Staaten bewegt. Natürlich ist gerade auch zu Zeiten des Kalten Kriegs das US-Militär an solchem „unidentifizierten“ Luftverkehr interessiert, da man noch bis 1989 jederzeit einen sowjetischen Überraschungs-Luftangriff befürchtete, der als Erstschlag mit „Enthauptungs-Kapazität “ geführt würde. Vergessen darf man auch nicht, das es 1952 keinerlei Satelliten-Systeme zur Luftraumkontrolle gab und alles in Sachen nationale Luftraumkontrolle und Luftsicherheit via Radar geregelt werden mußte. Einer relativ neuen Technik, die gerade einmal vor zehn Jahren entwickelt wurde. 1952 gab es also eine direk te Abhängigkeit vom Radar. Damals gab es nur einige wenige große Radaranlagen, die den Himmel nach etwaig angreifenden sowjetischen Bomberflotten abtasteten. Obgleich das berühmte DEW-Netzwerk der nördlichen Radarverteidigung damals erst auf dem Zeichenbrett existierte, gab es dennoch ein paar Einrichtungen in Alaska und Kanada, um von dort aus den Zielvektor bis hin nach Sibirien zu kontrollieren. In den USA selbst gab es nur wenige Radarstationen in den einzelnen Staaten, die die Aufgaben hatten mögliche feindliche Flugzeuge zu verfolgen und Kampfjäger der Air Defense Command (ADC)-Stützpunkte auf solche Ziele einzuweisen. Dies waren 75 Anlagen insgesamt, die man Ground Control Intercept Sites oder GCI nannte. Die meisten dieser Stützpunkte befanden sich nahe den größten Städten im Osten und rund um Nuklearanlagen im Westen sowie an den Grenzen nach kanada und Mexiko. Die GCI-Einrichtungen besaßen entweder ein oder zwei Such-Radars, ein Höhenfinder-Radar und Boden-Luft sowie Luft-Boden-Kommunikationssysteme. Die Radarschirme der damaligen Zeit waren rund und recht klein, die Beobachtung und Bewertung war eine mühsame Angelegenheit und keineswegs technisch recht komfortabel. Wenn ein Flugzeug erschien, erschien es als eine Art „Lichtblip“ auf dem Schirm. Alle Radaranlagen waren telefonisch miteinander verbunden und somit konnte man z.B. ein Objekt weitermelden und nach Einweisung weiterverfolgen. Die Informationen gingen dann in große Kontroll-Zentren, wo man die Angaben über die Bewegung von signifikanten Objekten auf großen Plexiglas-Scheiben mit aufgezeichneten geografischen Details der jeweiligen Gegend übertrug. Hierzu waren Leute auf großen Rollleitern vor dieser Wand unterwegs und zeichneten die Flugbewegungsspuren der fraglichen Objekte ein. 

So hatte die Kommandoführung einen Überblick. Auch wenn die USAF ihrer Radar-Überwachungskapazitäten bereit seit 1950 plante zu erweitern war dies wegen des Korea-Krieg ab Ende Juni 1950 schwierig geworden, da es an Mitteln hierzu einfach fehlte. Es gab also zum einen eine längst erkannte „Radarlücke“ und zum zweiten wurden erfahrene Operateure wegen des Kriegs an die Front geschickt und fehlten in der Heimat. Zudem gab es einen Personalschwund auch bei den zivilen Einrichtungen, weil die Radarfachleute massiv vom Strategic Air Command (SAC) abgeworben wurden, welches ein eigenes Radar-System installierte. Dennoch 1952 waren viele Gebiete noch nicht vom Radar abgedeckt und man war stellenweise „blind“. Niedrig einfliegende Flugzeuge waren zudem ein großes Risiko. Deswegen war die Luftwaffe sehr betroffen als der UFO-Wirbel einsetzte und man sich den Sicherheits-Lücken überdeutlich bewußt wurde – ohne etwas dagegen machen zu können. Deswegen lief gerade beim Radiation Laboratory des MIT das streng-geheime „Projekt Charles“ um die Schwächen der Radarübedeckung Amerikas zu erkunden. Dies war ein gemeinsames Projekt von Armee, Marine und Luftwaffe. Heute weiß man, dass „Charles“ nichts weniger „als ein Chaos“ in der Luftraumüberwachung feststellte und das Frühwarn-Luftverteidigungs-System den Namen nicht ganz verdiente. Doch dies hielt man ehemals dem Volk verborgen und tat so, als sei alles im Griff. Dann die UFO-Welle von Washington, D.C. im Sommer 1952! In dieser Folge wollte die US-Regierung vom geheimdienstlichen Standpunkt her mehr erfahren und brachte schließlich das Robertson-Forum in Gang. Der CIA fürchtete nämlich, die Sowjets könnten eine Serie von UFO-Beobachtungen als Tarnung für einen Luftangriff auf die Vereinigten Staaten benutzen oder bewußt den Eindruck erwecken, dass es sich bei Bomberstaffeln lediglich wieder nur um die schwer fassbaren kleinen Männchen vom Mars handle. Zumindest bestehe die Gefahr, so argumentierte die CIA, dass die UFO-Hysterie das Vertrauen der Bürger in die US-Stretkräfte untergraben könnte. Hierzu gab es eine vorbereitende und einweisende aber informelle Sitzung des „Intelligence Advisory Committee“ am 4. Dezember 1952 im Konferenz-Raum des CIA-Direktors unter der Leitung von Robert Amory jr. Besucht wurde die Sitzung, bei der es an erster Stelle um die „Bedingungen und Trends in Südamerika betreffs der amerikanischen Sicherheit“ ging während UFOs am Ende der Agenda als Punkt 3 standen, W. Park Armstrong jr vom Nachrichtendienst des Außenministeriums, Brigadier General John M. Willems vom Geheimdienst der Armee und Assistent des Chief of Staff, Admiral Carl F. Espe als Direktor des Marine-Nachrichtendienstes, Major General John A. Samford als Geheimdienstdirektor im Hauptquartier der USAF, Dr. Walter F. Colby als Direktor des Geheimdienstes der Atomic Energy Commission, Brigadier General Edward H. Porter als stellvertretender Direktor des Geheimdienstes der vereinigten Stabschefs, Meffert W. Kuhrtz als stellvertretender Direktor des FBI. Begleitet wurde die Sitzung von Dr. Sherman Kent, Dr. H. Marshall Chadwell, Paul Borel, Ludwell L. Montague, Philip Strong und Joseph W. Smith als CIA-Vertreter sowie William C. Trueheart und Miron Burgin vom Außenministerium, die Lt.Col.s T.C.Anderson und Edgar H. Thomson jr. vom Ministerium der Armee, den Cols. John J. Mottwo und Jack E. Thoms sowie Lt.Col. Thomas J. Grant von der USAF, Col. S.M. Lansing und Captain John A. Holbrook von den vereinigten Stabschefs. 

Im kurzen Sitzungsprotokoll IAC-M-90 von Sekretär Richard D. Drain wurde der Wunsch des CIA-Direktors betreffs „unidentifizierten Flug-Objekten“ dargelegt, dass ausgewählte Wissenschaftler sich „den vorliegenden Beweis im Licht der aktuellsten wissenschaftlichen Theorien“ anzuschauen haben. In der Diskussion trug Dr. Chadwell die Art der bisherigen Beweise vor, welche der ATIC zusammentragen konnte und die nun analysiert und werden sollten. General Samford versicherte herbei nochmals seine volle Unterstützung und wies darauf hin, dass das UFO-Problem direkt mit spezifischen Formen des Geheimdienstes und der Landesverteidigung verbunden ist. Daher sei es an der Zeit, dass sich führende Wissenschaftler alsbald mit dem Thema beschäftigen um die daraus sich ergebenden Resultate dem Nationalen Berater-Stab (des Präsidenten) übergeben zu können. In der Juli/August 1995-Nummer des International UFO Reporter, herausgegeben vom J. Allen Hynek Center for UFO Studies, nahm sich Professor Michael D. Swords (Professor für Natur-Wissenschaften an der Western Michigan University von Kalamazoo) nochmals diesem Thema an und eröffnet uns einige Blicke hinter die ehemals verschlossenen Türen. Wir erinnern uns, dass der Geheimdienst CIA hier in der Washingtoner E Street 2430 die damals prestigereichsten amerikanischen Wissenschaftler zusammengeführt hatte, um die besten UFO-Darstellungen und Beweise im alten OSS-HQ aus dem 2. Weltkrieg in Augenschein zu nehmen. Zu jener Zeit war das heutige und moderne CIA-HQ in Langley, Virginia, noch nicht mal geplant, also tagte man im inzwischen vom „US Government Printing Office“ ebenso genutzten Gebäude – genau gegenüber dem aus neuerer Zeit bekannten Watergate Hotel. Was man bei den nachfolgenden Ausführungen nie vergessen darf ist der Umstand, dass der Ausschuß keine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen hatte, sondern der Regierung gegenüber dahingehend Verantwortung trug, um festzustellen, ob das UFO-Phänomen Anlass gibt, um hierin eine Bedrohung der nationalen Sicherheit zu sehen und was man tun könne, wenn dem so wäre. Hierbei ging es primär auch nicht um die „Objekte“ als solche, sondern um die damit verbundene und beunruhigende, teilweise ja hysterische öffentliche Reaktion. Kein Wunder, der CIA ist genauso wie due US Air Force keine wissenschaftliche Forschungseinrichtung, sondern beide sind Teile des Sicherheitssystems der Vereinigten Staaten von Amerika. Hier gibt es gravierende Fehleinschätzungen in der UFOlogie und daraus resultierende mentale Probleme im Verständnis und der bedeutungsmäßigen Aufarbeitung. Wir befinden uns also anno 1953 beim CIA-eigenen OSI (Office of Scientific Intelligence) im sogenannten Building M. 

CIA-Logistiker Frederick Durant führte die Wissenschaftler zu Room 1514, später sollte er Schriftführer der Sitzung werden. Die Herren Hynek, Ruppelt und einige andere mußten kurz draußen warten, weil zunächst das Forum der Wissenschaftler (bestehend aus den Doktoren Bob Robertson, Luis Alvarez, Samuel Goudsmit und Thornton Page; alle Veteranen in militärischen Geheimdienst-Operationen) vom CIA/OSI (in Form von OSI-Direktor Marshall Chadwell, Chef des Operationsstabs Philip Strong, Lt.Col.Frederick Oder von der Abteilung Physik und Elektronik sowie David Stevenson von der Abteilung Waffen und Ausrüstung) eingewiesen werden mußte. Die CIA-Vertreter gaben sich normal geschäftsmäßig, die anwesenden Wissenschaftler dagegen waren scheinbar nicht so glücklich über die Zusammenkunft und dem Thema: „Alvarez war aufgeregt, da er besser Dinge zu tun hatte. Goudsmit fühlte sich wie ein Mann, der zu einer Dienstleistung gebeten wurde, für die er sich eigentlich nicht interessierte. Bob Robertson wirkte leicht verlegen, weil er seine Kollegen zu diesem Treffen geladen hatte, da er selbst wohl bereitwillig die Sache anging und dies auch von seinen Kollegen erwartet hatte. Aber nur Page zeigte eine gewiße Begeisterung.“ Einweisung. Chadwell eröffnete die Sitzung und erklärte, dass der CIA und sein OSI vom Luftwaffen-eigenen Air Technical Intelligence Center (ATIC) auf der Wright-Patterson AFB hinsichtlich des UFO-Problems aufgeschreckt wurde, als Brig.Gen.William Garland um Unterstützung bat. Zuvor hatte es einige Besuche beim ATIC gegeben, um sich mit der UFO-Frage zu beschäftigen und um sich zu versichern, dass das hier einberufene Forum als notwendig erachtet wird. Philip Strong führte dann die CIA-Meinung aus, wonach man in dem jüngsten Ausbruch von UFO-Berichten (wie im Sommer 1952) einige Gefahren sehe: 1.) Ein Feind könnte das vermeintliche UFO-Phänomen als Mittel der psychologischen Kriegsführung nutzen und während einer kritischen Zeit damit eine Massen-Hysterie induzieren. 2.) Ein Feind könnte eine Serie von harmlosen UFO-Berichten hervorrufen, deren Ursache schnell aufgedeckt werden kann und wodurch die Alarmbereitschaft reduziert werde und dann die Möglichkeit bestände, hier eine Bedrohung aufzubauen. 3.) Eine ausreichende Dichte von UFO-Berichten, etwa um 600 Meldungen pro Monat, würde das Frühwarnsystem lahmlegen und zu einer drei- bis vierstündigen Verzögerung in der Luftwaffen-Reaktionszeit zur Analyse der Situation führen, um einer realen Bedrohung zu begegnen. Die CIA ging also davon aus, dass das UFO-Phänomen die Verteidigung des Landes in eine „Verlierer-Situation“ treiben könnte, weil die Sowjets daraus Nutzen ziehen würden und „wir nicht“. 

Die sowjetische Presse hatte damals keinerlei Meldungen über UFOs verbreitet, weshalb die UdSSR-Bürger auch nicht auf das Phänomen reagieren konnte, da er es schlichtweg nicht in dem Ausmaß kannte bzw. verstand als sein Kontrapart in der Freien Welt. Eingestanden wurde in dieser Runde ebenso, dass das Air Defense Command einige ernsthafte Probleme mit der damals verwendeten Radar-Technologie hatte! Chadwell führte dann aus, wie der Statistik nach die meisten unerklärten UFO-Fälle des ATIC nur visuelle Berichte beinhalteten und keinerlei Radarbestätigung mit sich brachten, „außerdem konnten wir bisher keine Hardware aufgreifen“. Der ATIC hatte 75 der besten Sichtungsberichte der Jahre 1951 und 1952 mitgebracht, die man sich hier mal näher anschauen wollte, die unerklärten Sichtungen des Jahres 1952 wurden auf einer Karte vorgestellt und „ihre Nähe zu aktuellen Ballonflugwegen aufgezeigt“. Darüber hinaus wurde ein ähnlicher Vergleich der gemeldeten, unerklärten Sichtungen aus den Jahren 1948 bis 1952 angestellt. Dies war scheinbar von besonderer Bedeutung, weil man daraufhin auch entsprechendes Film- und Dia-Material von Polyethylen-Ballons vorführte, welches derartige Ballone hochreflektierend im Sonnenlicht zeigte und einen solchen Ballon auch gleich mitbrachte und steigen ließ! Dies ist ein Punkt, der bei allen bisherigen Berichten über den Robertson-Ausschuß so gut wie unter den Tisch fallen gelassen wurde. Und leider wurde hierzu selbst im Robertson-Bericht nichts weiter ausgeführt, da dieser nur sehr allgemein gehalten ist. Andererseits ist es sicherlich wichtig zu wissen, das ein ‚kugelrunder‘ Wetterballon zig Kilometer hoch vom Boden aus aber auch in der Luft von einem Flugzeug betrachtet nur von unten gesehen wird – und hierbei wie eine „Fliegende Scheibe“ ausschaut, da man ja keine Seiteneinsicht hat. Fotos gab es nur wenige, die sagten aber wegen ihrer schlechten Qualität nichts aus. Etwa 100 Radarfälle gab es bis zu diesem Zeitpunkt, aber nur bei 17 gab es auch visuelle Bestätigungen hierzu. Und 15 % der Fälle waren nur deswegen unaufklärbar gebleiben, weil sie zu wenige Informationen beinhalteten. Die anwesenden Wissenschaftler, so mußte von Swords betont werden, hatten zuvor noch keinerlei elemetaren Informationen zum Thema erhalten gehabt, nur Page kannte einen Artikel aus der September 1952-Ausgabe des New Yorker hierzu, „weshalb er noch am besten informiert war“. Strong kam wieder ins Spiel und erklärte: 1.) „Wir sind zu 100 % sicher, dass die Berichte nicht durch irgendein strenggeheimes US-Projekt zustandekamen.“ 2.) „Wir sind inzwischen sicher, dass die Berichte zu 98 % nicht einer geheimen, ausländischen Technologie entspringen.“ 3.) „Wir gehen davon aus, dass oftmals natürliche Phänomene dafür verantwortlich sind.“ 4.) „Wir sind zu 99 % sicher, dass die Idee vom interplanetarischen Raumschiff nicht die richtige Antwort darauf ist.“ 

Die Firma hatte bereits mit R.V. Jones (Direktor des Geheimdienstes während des Kriegs und nun in ähnlicher Position bei SHAPE, Supreme Headquarters, Allied Powers Europe) vom britischen Air Ministry das Thema durchgesprochen gehabt und Übereinstimmung erzielt (Jones brachte übrigens im Jahrzehnte später erscheinenden CONDON REPORT ein UFO-entlarvendes Papier ein). Nun wurde das Meeting in die Hände von Robertson gelegt, während die anwesenden Wissenschaftler sichtlich unsicher über ihr Dabeisein waren und was sie hier sollten. Robertson führte es aus – sie waren eingeladen worden, um die besten Beweise im Lichte der Wissenschaft zu betrachten. Darüber hinaus war es an ihnen, einen Schritt weiter zu gehen und Empfehlungen auszusprechen, wenn Fragen der nationalen Sicherheit aufkamen. Robertson bedauerte, keinen Psychologen im Forum zu haben, was auch Goudsmit betonte, da es seiner Meinung nach sowieso Zeitverschwendung für die Physiker sei, sich mit einem eigentlichen psychologischen Problem zu beschäftigen. Soviel also in Sachen Zeitgeist und der Frage hinsichtlich der CIA-Sorgsamkeit bei der Auswahl der Wissenschaftler an dem von ihm einberufenen Forum. Durant merkte an, dass das Forum später die Möglichkeit habe, sich mit drei Mitgliedern aus dem USAF-Pentagon-Stab zu beraten: Capt. Harry Smith, Dr. Stefan Possony von der Spezial-Studien-Gruppe an der Georgetown Universität und Major Dewey Fournet, ehemals Projekt-Offizier für das UFO-Projekt. Weiters sind dann Allen Hynek und Ed Ruppelt, die man nicht weiter vorstellte, in der Erwartung, man würde sie ohnehin kennen, eingeladen gewesen um Rede und Antwort zu stehen. Robertson packte dann sein Materialbündel aus und verstreute es über den Konferenztisch – Wright-Patterson-Projektberichte, der Project Twinkle-Report über grüne Feuerbälle, verschiedene Statistiken, Karten, Briefe und populäre Artikel. Da keiner bereits seine Hausaufgaben gemacht hatte, verteilte nun Robertson das Material an die großen Wissenschaftler, die eher zurückhaltend sich dieses Material griffen. Unter diesen Voraussetzungen und unter der Regie des CIA sollte also das UFO-Problem gelöst werden (?). Gut, mit einem alten Projektor, einer schlechten Projektionsleinwand und einem nicht ganz abdunkelbaren Raum sollten nun die Wissenschaftler etwas Spaß haben und bekamen die bis Dato besten und berühmtesten UFO-Kurzfilme wieder und wieder gezeigt – eben jene von Tremonton, Utah, und Great Falls, Montana. Das Gemurmel von „Ballone“ und „Flugzeuge“ ging um, dann kam wenigstens der Gongschlag für die zweistündige Mittagspause. Die eigentliche Sitzung. Überliefert ist als Randerscheinung nur, das Page nach der Pause von Robertson zur Ordnung gerufen werden mußte, weil dieser begann, seine Späße zu machen – schließlich sei dies eine kühle, offizielle Angelegenheit. Die bereits erwähnten zusätzlichen Teilnehmer wurden aufgerufen und in die Sitzung gebeten. Die im Raum herrschende Atmosphäre war damit exzessiv authoritär geworden, militärisch. Ruppelt war davon beeindruckt, Hynek etwas schockiert – dies war nicht sein Ding. Vielleicht lag es auch an neuen Gästen, die hinzugekommen waren: Lt.R.S. Neasham und Harry Woo vom ultrageheimen Photographic Interpretation Center (NPIC), der vom Marine-Geheimdienst und dem CIA unterhalten wurde. Sie waren gekommen, um ihre Analysen des Tremonton-Films vorzustellen. Das Forum zeigte sich nun höchst interessiert, scheinbar schien alles von diesem Beweisstück abzuhängen, weil sechs NPIC-Leute insgesamt 1000 Stunden daran gearbeitet hatten. Für das NPIC waren es unbekannte Objekte unter intelligenter Kontrolle. 

Selbst für Swords begann damit eine „esoterische, technische Diskussion“, der man nur schwer folgen kann. Am Ende kam soetwas heraus, wie dass das NPIC nicht unbedingt recht haben muß und es einige Zweifel an seiner Folgerung gab. Wieder wurden die Filme vorgeführt, jetzt ist das Forum lebhaft dabei und die Teilnehmer reden nun wie Teenager wild und undiszipliniert durcheinander. Alvarez war nicht davon abzubringen, dass der Tremonton-Film nichts weiter als Seemöven zeige. Als der Great Falls-Film nochmals gezeigt wurde, lachte wahrscheinlich Goudsmit auf und rief „Flugzeuge“. Robertson übergab nach 2 1/2 Stunden nun das Wort an Blaubuch-Chef Ruppelt, der ganz entspannt wirkte, da er schon mehrfach in dieser Sache mit den höchsten Pentagon-Generälen diskutiert hatte und sich durchsetzen konnte. Er berichtete darüber, dass die UFO-Berichte nach jedem populären diesbezüglichen Buch oder Magazin-Artikel zunahmen. Er erwähnte nun einen ungewöhnlichen Fall. Ein F-86-Pilot hatte bei Albuquerque ein UFO verfolgt und es war ihm gelungen über dieses Objekt zu gelangen und das Feuer auf ihm zu eröffnen! Dieser Bericht wurde vom Kommando-Offizier unterdrückt und die Aufzeichnungen dazu vernichtet, sodass hiernach niemand deswegen in Schwierigkeiten gerate. Alle Anwesenden konnten den Eindruck gewinnen, Ruppelt sei davon überzeugt, dass die UFOs real sind und er in ihnen ein wichtiges Problem für die Forschung sah. Ruppelt ging auf die Arbeit von Dr.Joseph Kaplan ein, welcher versuchte bessere wissenschaftliche Daten über UFOs zu erhalten und deswegen sich mühte, eine spezialisierte Video-Kamera mit zwei Linsen zu entwickeln, aber damit noch vor gewaltigen praktischen Problemen stand – die Kamera arbeitete nur bis in eine Entfernung von 2 Km, dennoch wolle man 90 davon in Luftfahrt-Kontrolltürmen von Luftwaffen-Stützpunkten unterbringen, außerdem werde ein Plan entwickelt, um Radarschirm-Kamera-Daten zur Untersuchung von fotografierten unerklärlichen Blips zu erhalten. Dann führte er Beispiele vom Oktober 1949, August 1950 und Januar 1951 auf, wo man bei UFO-Sichtungen am Boden gerade mit Geigerzählern arbeitete und diese dann anomale „Ausbrüche von kosmischen Strahlen“ registrierten, die hauptsächlich im geheimen Atomtestgelände von Los Alamos auftraten. Dann wurde für diesen Tag die Sitzung aufgelöst. Tags darauf führte Ed Ruppelt seinen Vortrag fort und Hynek berichtete über die laufende Studie des Battelle Instituts, bekannt heute als Project Stork. Dann begann die Diskussion über sogenannte Schlüßelfälle, wobei nun auch ein Vergleichsfilm zu Tremonton gezeigt wurde, auf dem Seemöven zu sehen sind. Schließlich führte Lt.Col. Frederick Oder das Phänomen der grünen Feuerbälle aus, worauf sich das Project Twinkle spezialisiert hatte. Swords: „Dies ist interessant, da nur wenige Leute erklärten, diese Feuerbälle hätten etwas mit UFOs zu tun.“ Wie es schien waren weder Hynek noch Ruppelt von dieser Sache beeindruckt. Alvarez und Robertson kannten die Foo Fighters, sie diskutierten eine potentielle Verbindung mit diesem neuen Phänomen. Schließlich kam Garland zu Worte, der 45 Minuten für das ATIC sprach und durchblicken ließ, dass das Blue Book-Personal auf Ruppelt´s Seite stand. Als die Versammlung am Freitagmorgen des 16. Januar 1953 wieder zusammen kam, legten die Jungs die Berichte ihrer Heimarbeiten vor. Hynek berichtete über seine fünfjährige Erfahrung mit dem Luftwaffen-Projekt, leider wurde seine Darstellung nicht wie die von einem Kollegen aufgenommen, sondern eher wie von einem Beobachter der Szene. Fournet diskutierte danach seine Studie der UFO-Dynamik, weshalb er folgerte, dass die einzige für ihn überzeugende Hypothese sei, dass die gezeigten UFO-Manöver nur durch außerirdische Fahrzeuge zustandekämen. Das Forum respektierte zwar Fournet, wies aber seine Studie zurück, weil die Pro-UFO-Leute keine Beweise einbringen konnten – Hynek bemerkte, dass die Außerirdischen in dieser Runde nur als Spaß verstanden wurden und nicht ankamen. Gegen Nachmittag stieß noch Lloyd Berkner zum Forum, weshalb man nochmals die Erfahrungen und Ergebnisse der letzten Tage zusammenfaßte. Robertson bekam den Job zugeschustert, einen Entwurfsbericht zur Veranstaltung abzufassen. Tags darauf schaute man sich Robertson´s Arbeit an, die sich Chadwell ansah und erklärte, diese dem Luftwaffen-Nachrichtendienst weiterzugeben. Sicher, dies hat wenig mit Wissenschaft zu tun, dafür aber mehr mit nationalen Sicherheitsinteressen, weshalb auch der CIA zugeschaltet worden war. Auf dem Forum wurde auch Geheimdienstberichte betreffs dem Interesse in der UdSSR über UFO-Sichtungen in Amerika vorgelgt, ebenso wie bereits erwähnt Briefe von Bürgern an Ministerien und Artikel aus Zeitungschriften sowie Büchern betreffs UFOs, um aufzuzeigen, wie in der Öffentlichkeit über das Thema gedacht wurde, da die anwesenden Wissenschaftler diesbezüglich kaum eine Ahnung hatten. Als Folge des Robertson-Forums ging am 6. Februar 1953 ein CIA-Memorandum von Alan M. Waffield an alle CIA-Büro-Chefs zum Thema Unidentifizierte Flug-Objekte. Dies wurde zur „allgemeinen Information“ ausgegeben, damit die verschiedenen CIA-Abteilungsleiter und Chefs der Außenstellen in aller Welt erfuhren, weshalb der Gegenstand UFO für die CIA von Bedeutung ist und welche Position man behördlich einnimmt. Deutlich bezieht man sich auf „die Schlußfolgerungen einer Diskussionsrunde von wissenschaftlichen Beratern“, „die dazu aufgefordert wurden, jegliche Bedrohung der nationalen Sicherheit zu bestimmen, die durch Unidentifizierte Flug-Objekte (Fliegende Untertassen) aufgeworfen wird“ (also das sogenannte und hinlänglich bekannte Robertson-Forum). 

So stellt Waffield als Chef des FBIS im CIA fest, dass das Beweismaterial keine Anzeichen zeige, wonach die UFOs eine direkte physikalische Bedrohung für die nationale Sicherheit bilden, „nocht gibt es einen Beweis, dass das Phänomen auf die Notwendigkeit einer Revision des bestehenden wissenschaftlichen Konzepts hinweist“. Und: „Der fortwährende Druck durch die Berichterstattung über dieses Phänomen bildet eine Bedrohung für das ordnungsgemäße Funktionieren der nationalen Schutzorgane. Beispiele: Kommunikationskanäle werden durch irrelevante Berichte verstopft [siehe UFO-Invasion vom Sommer 1952 über Washington, DC]; fortwährend falsche Darstellungen führen zur Ignoranz von wirklichen Anzeichen feindlicher Aktionen; Erschaffung einer morbiden nationalen Psychologie, in der eine geschickte feindliche Propaganda ein hysterisches Verhalten nach sich ziehen könnte und ein schädliches Mißtrauen gegenüber den gewählten Autoritäten produziert.“ Aus diesem Grunde wurde empfohlen, dass die nationalen „Sicherheits-Behörden sofortige Schritte unternehmen die Objekte ihres speziellen Status zu berauben, der ihnen gegeben wurde, und der Aura des Mysteriösen, den sie sich erworben haben. Am 18. Februar 1953 erst erhielt der CIA die Endfassung des Robertson-Berichts als geheime „Security Information IAC-D-67“ vorgelegt, dies mit der Empfehlung diesen Bericht, der als Folge der Sitzung des Intelligence Advisory Committe vom 4. Dezember 1952 zustandekam, bis zum 24. Februar 1953 an das Verteidigungs-Ministerium, dem Direktor der Zivilverteidigung, und dem Chef des nationalen Stabs für Landesresourcen-Verteilung zur Information weiterzugeben. Einzig und allein die nationale Sicherheit stand oder steht für den CIA hier auf dem Spiel. Interessant vielleicht noch ein Brief von Robertson-Forum´s-Mitglied Goudsmit vom 14. August 1953 an seinen Freund und Kollegen Fred A. Kirsch in Cuyahoga Falls, Ohio, welchen wir näher betrachten sollten: „Ich habe völlig das Interesse an der Fliegenden Untertassen-Angelegenheit verloren, welche ich langweilig und als närrisch betrachte. Ich denke jetzt, sie sollte von Psychiatern und Psychologen untersucht werden, eher noch als von Physikern, Astronomen und Ingenieuren… Darüber hinaus stimmte ich mit den offiziellen Erklärungen überein.“ Auch Hynek mußte in einem Interview für die August 1976-Ausgabe vom UFO Report eingestehen, dass nach dem Robertson-Ausschuß er kaum noch etwas von der Firma merkte als er bei Blaubuch arbeitete. In den Kreisen der Verschwörungsanhänger kursiert das Gerücht, wonach es neben dem Projekt Blaubuch eine geheime Stelle gab, die die wirklich interessanten UFO-Fälle auffing und analysierte. 

Schatten von MJ-12! Lange Zeit mußten wir warten, bis sich diese Ebene zu bestätigen schien. Hierzu werden die letzten Regenbogen der „Beweisführung“ herbeigezaubert und nun diskutiert die ufologische Welt um das sogenannte Pentacle Memo. Es geht schließlich um eine „geheime UFO-Studie“ neben Projekt Blaubuch, wozu UFO-Fans nun das BMI heranziehen, Ruppelt hatte dabei deutlich gemacht, dass die BMI-Verbindung ein integraler Teil des neubelebten Projekt Blaubuchs war, was sich in Fall des Project Blue Book Special Report 14 aus dem späten 1955 zeigte. Um was geht es? Jacques Vallée hatte in seinem 1992 erschienen Buch „Forbidden Science“ (North Atlantic Books) ein mysteriöses Dokument eingebracht, welches er zum Spaß das „Pentacle Memorandum“ nannte. Bereits seit 1967 lag ihm dieses Papier von zwei Seiten Umfang aus den Akten von Dr. Hynek vor. Das mysteriöse Papier wurde am 9. Januar 1953 verfasst, einige Tage bevor das berühmte CIA-gesponserte Robertson Panel zusammenkam. Klassifiziert als „Geheim – Sicherheits-Information“ wurde es an Miles E. Coll adressiert, um es Capt. Edward Ruppelt weiterzugeben. Hier empfahl Führungsstabmitglied H.C. Cross vom Battelle Memorial Institute in Columbus, Ohio, Prozeduren zur Handhabung von UFO-Berichten, die man ans ATIC schickte. Hierzu muß man wissen, dass das BMI nur einen Steinwurf weit von der Wright-Patterson AFB liegt und statistische Analysen für Projekt Blaubuch durchführte, um zu bestimmen, ob die Berichte der UFOs „Objekte repräsentieren, die jenseits des technologischen Stands dieses Landes stehen“. Cross selbst koordinierte bei Battelle Studien über Luft- und Raumfahrzeuge bzw ihrer denkbaren Antriebssysteme; nebenbei beschäftigte sich Herr Cross mit der Material-Analyse (ein hauptsächliches Anliegen von BMI). 

Cross sprach Empfehlungen aus, wie das ATIC sein Material dem Robertson-Forum darzulegen habe. BMI führte im Teilbereich seiner Aufgabe das Projekt Stork für Projekt Blaubuch aus, welches jedoch schließlich den „Mangel an glaubwürdigen Daten“ beklagte. Kernpunkt des „Pentacle Memo“ ist die Frage des Schreibers, was man nun beim Robertson-Ausschuß diskutieren solle und was nicht. UFOlogen ziehen hier ihren bekannten Zirkus ab und sehen darin die geheime Verschwörung bestätigt, indem man dem Robertson-Forum nur beschränkten Zutritt zu den Fakten gewährte! Auf der anderen Seite frägt man sich natürlich nicht, dass dies alleine nur dazu diente, um den Rahmen der Sitzung abzustecken. Es ist rein eine logistische Erwähnung. Nicht umsonst wurde hier nachgefragt, wie man bessere Daten zur wissenschaftlichen Bewertung von UFOs erhalten könne. Diese Fragestellung dürfte anhand des Roswell-Zwischenfalls von 1947 erst gar nicht aufkommen! Hier stellt sich die Verschwörungsgemeinde selbst ein logisches Bein… Die Rauchkanone jenseits von Blaubuch geht nach hinten los! Allen wunderlichen Spekulationen zum Trotz, das sogenannte „Pentacle Memo“ enthält nichts ungewöhnliches! Cross betont dem vorläufigen Charakter seiner Empfehlungen, basierend auf ein paar tausend Berichten – 2.300 Berichte waren derzeit im Archiv festgehalten worden. Wurden UFO-Informationen besonderer Natur zurückgehalten? Nein, dazu gibt es keinerlei Anlaß für Überlegungen! Die Diskussion wird hervorgehoben, weil man annimmt, dass sich hier „verdeckte Informationen über Fliegende Untertassen“ versteckt widerspiegeln. Dabei übersieht schnell den Inhalt des bereitgestellten Memos! Hier wurde, wir haben es bereits erwähnt, ein Mangel an glaubwürdigen Fakten beklagt! „Und selbst die besten Fälle weisen einen Mangel an glaubwürdigen Daten auf, was es schwierig macht, eine mögliche Identifizierung herbeizuführen“ ist die Kernaussage des hier diskutierten Papiers und damit ein Schlag gegen die UFOlogie! „Selbst in den best-dokumentierten Berichten kommt das Element des Zweifels auf“, führt das Papier aus! Inhalt und Natur des Memos lassen die Geheimhaltungs-Theorie erst gar nicht zu, obwohl die UF0logen dies erst gar nicht begreifen wollen. Die Frage nach dem physikalischen UFO-Beweis angesichts des Roswell-Ereignisses. Auch wenn die berühmte The Estimate of the Situation für die UFO-Realität spricht, lehnt sie jedoch den physikalischen Beweis ab! Im Pentacle-Memo wird diese Situation nochmals betont! Hier bricht also die Verschwörungstheorie zusammen… Die ganze Lage anhand der Dokumente sieht völlig anders aus, als es UFO-Enthusiasten uns erzählen wollen. 

Pessimismus ist also eher angesagt! Die USAF versuchte mit dem Project Twinkle harte Informationen über die Sichtungen von „Grünen Feuerbällen“ zu erhalten, wozu das AF Cambridge Research Lab eingeschaltet wurde, dies alles wäre angesichts des Roswell-Crashs nicht nötig gewesen. Einige damit verwickelte Wissenschaftler waren zwar verwundert, aber sie konnten ultimativ die Grünen Feuerbälle nur schwerlich mit dem Phänomen der Fliegenden Untertassen verbinden. Alle Bemühungen von Projekt TWINKLE sich der Affäre zu nähern verblieben enttäuschend: Sobald eine gutgerüstete Beobachtungststation an Ort eingerichtet wurde, ließen die Observationen nach. Daraufhin stellte die USAF das Projekt Twinkle ein! Hier zeigt sich die Jagd nach dem goldgefüllten Kupferkessel am Ende des Regenbogens. Es ist völlig unbewiesen, dass da „geheime“ UFO-Studien in den USA stattfanden, welche neben dem Projekt Blaubuch liefen, zudem es klare Orders gab, wohin man im Militärapparat UFO-Meldungen zu erstatten habe (und sich nicht immer daran hielt!). Man erinnere sich an AFR 200-2 etc, worin der Befehl ausgegeben wurde, dass alle amerikanischen und kanadischen Militär- sowie Fluggesellschafts-Piloten sofort via Funk den Flugüberwachungseinrichtungen es zu melden haben, wenn sie soetwas wie feindliche Flugzeuge, Raketen, feindliche oder unidentifizierte Militär-Schiffe oder sonstige unidentifizierte Flugobjekte ausmachen. Die Absicht war damit ganz klar die noch schwache Luftverteidigungs-Radar-Abdeckung in den USA und Kanada damit ‚auszufüllen‘, um Alarmmeldungen über möglicherweise feindliche Operationen zu erhalten. Auch hier war UFO einfach nur das Kürzel für das was der Begriff meint – unidentifiziertes fliegendes Objekt, also etwas was ein Pilot sieht und er nicht sonst nicht kennt. Ganz im Gegenteil: Das Pentacle-Memo weist genau in die gegenteilige Richtung. Die Verschwörungs-Fans brechen unter ihren eigenen Phantasien zusammen. Das Robertson-Gremium kam zur Schlußfolgerung, dass die Untertassen zwar kein physisches Risiko für die nationale Sicherheit bedeuteten, dass aber sehr wohl die „fortgesetzte Berichterstattung über diese Phänomene eine Bedrohung darstellen kann“. 

Es wurde deshalb auf höchster Ebene beschlossen, dass man die Öffentlichkeit von der Nichtexistenz der Untertassen überzeugen müsse, wenn auch alle Hinweise und Belege auf ein koordiniertes und intensiv-gepflegtes „debunking programm“, wie als Empfehlung eingebracht, bis heute wirklich fehlen. Im International UFO Reporter vom Mai/Juni 1993 finden wir weitere Hintergrundinformationen. Zunächst ergriff Jerome Clark im Editorial die Feder und läßt J.A.Hynek sprechen, der durch das CIA-gesponserte Robertson-Forum die Gefahr aufkommen sah, dass „damit das UFO-Thema wissenschaftlich unrespektierbar werde“. Jacques Vallée machte mit seinem aktuellen Werk „Forbidden Science“ das „Pentacle-Letter“ zum großen ufologischen Verschwörungsthema, auch wenn er es bereits seit 1967 vorliegen hatte und weder in „Messengers of Deception“ (1979) noch in „Revelations“ (1991) davon etwas erwähnte. Im aktuellen Werk schreibt Vallée auf S. 428: „Kann es sein, dass der Pentacle-Brief einige klevere, detailierte Empfehlungen enthielt, um künstliche UFO-Flaps zu erzeugen und in ausgewählten Gebieten Fälle zu simulieren? Ist dies die Erklärung für einige der bizarren Sichtungen, die wir später erfahren mußten?“ In den Jahren 1967 bis 1991 schien ihm dies anhand des Papiers nicht eingegangen zu sein, nun spricht er irritiert vom „positiven Beweis von einer Verschwörung zur Manipulation von UFO-und paranormalen Ereignissen“. Das Ziel dieser Manipulation, so führt er weiter ohne jeglichen Beweis aus, war die Feststellung ihrer Auswirkungen auf das menschliche Bewußtsein.

Quelle: http://cenap.alien.de/texte/ciab.htm

Gruß an die Wahrheitssucher

TA KI

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu “Der CIA und die UFOs – Das Ende der Geheimhaltungs-Legende 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.