Bruch des Nato-Doppelbeschlusses – Reagan wollte in Deutschland mehr Atomraketen stationieren


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Die Nato stationierte 1983 insgesamt 108 Pershing II-Raketen auf dem damaligen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. (Quelle: Picture Alliance/AP/dpa)

Der damalige US-Präsident Ronald Reagan plante zu Beginn der Achtzigerjahre offenbar, viel mehr ballistische Atomraketen in der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren als im Nato-Doppelbeschluss von 1979 vorgesehen war. Das berichtet der Spiegel in seiner morgigen Ausgabe. Zwei Bundeskanzler hätten sich aber gegen das Vorhaben der Supermacht gestemmt.

Der Nato-Doppelbeschluss erlaubte den USA die Stationierung von mit Atomsprengköpfen bestückten Raketen und Marschflugkörpern auf dem Gebiet des Bündnispartners – und zwar als Gegengewicht zu den sowjetischen SS20-Raketen, die auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) stationiert waren. Die Nato hatte ihren Doppelbeschluss als „Modernisierung“ und Ausgleich einer „Lücke“ in der atomaren Abschreckung begründet, die sowjetische Aufrüstung in Osteuropa bewirkt habe.

Dabei ging es allerdings laut dem unter den Nato-Bündnispartnern 1981 in Genf im Detail ausgehandeltem Plan zur Umsetzung des Doppelbeschluss nur um 108 amerikanische Pershing-II-Raketen und Marschflugkörper vom Typ BGM-109 Tomahawk, die von west-deutschem Boden aus in wenigen Minuten bis kurz vor Moskau fliegen konnten. Reagan und seine Administration planten jedoch 198 Atomwaffen auf westdeutschem Boden.

Schmidt und Kohl dagegen

Die damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD, 1974-1982) und Helmut Kohl (CDU, 1982-1998) sprachen sich gegen die Stationierung von mehr als der vereinbarten Raketen-Anzahl aus. In Sicherheitskreisen in Bonn, so berichtet der „Spiegel“ weiter, sei recht früh schon der Verdacht aufgekommen, dass die Amerikaner mindestens 90 weitere Pershings „als Nachladebestand“ in der Bundesrepublik stationieren wollten.

1982 habe dann ein Bonner Offizier auch „inoffiziell“ von US-Kollegen erfahren, dass Washington sogar die Produktion von 394 Pershings plus 328 Atomsprengköpfen plane. Mehrfach habe die Bundesregierung daraufhin zwischen 1981 und 1984 eine schriftliche Zusage Washingtons verlangt, dass die USA sich an den Doppelbeschluss halten würden – doch entsprechende Briefe seien unbeantwortet geblieben, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Akten aus dem Auswärtigen Amt, die das Institut für Zeitgeschichte in Berlin veröffentlicht hat

Washington: mehr Raketen für „Übungsschießen“

Mitarbeiter des US-Verteidigungsministerium hätten mündlich erklärt, man brauche die überzähligen Raketen fast vollständig zu „Übungsschießen, Tests, Bestandserhaltung und Produktverbesserung“ in den USA. Ob der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher letztlich interveniert habe, sei ungeklärt. Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt, so heißt es im „Spiegel“-Bericht, hätte die Akten nur bis 1984 freigegeben.

Am Ende stationierten die Amerikaner ab Dezember 1983 jedenfalls lediglich 108 Pershings in der Bundesrepublik.

Protest gegen Doppelbeschuss

Der Doppelbeschluss hatte ungeachtet der geforderten Rüstungskontrolle zu heftigen Protesten in der linken deutschen Friedensbewegung gesorgt. Diese sprach nicht nur von einer „Nachrüstung“ sondern sogar von einer Erstschlags- anstatt einer Verteidigungswaffe.

Dabei verlangten die Nato-Verbündeten im Doppelbeschluss auch ausdrücklich bilaterale Verhandlungen zwischen den USA und der Sowjetunion über die Begrenzung ihrer atomaren Mittelstreckenraketen (mit einer Reichweite zwischen 1000 und 5500 km) in Europa. Große Teile der Bevölkerung in mehreren Nato-Staaten hatten die geplante Aufstellung abgelehnt, als die Genfer Abrüstungsverhandlungen zwischen den beiden Supermächten in den Jahren 1982 und 1983 wegen unüberbrückbarer Interessensdifferenzen gescheitert waren. Eine Abgeordnetenmehrheit des Deutschen Bundestages hatte dem am 22. November 1983 zugestimmt.

Unter Michail Gorbatschow bot die Sowjetunion seit 1985 weitreichende atomare Abrüstung an. 1987 vereinbarten die USA und die Sowjetunion in einem Vertrag über die Mittelstreckenwaffen (INF-Vertrag) den Rückzug, die Vernichtung und ein Produktionsverbot aller atomar bestückbaren Flugkörper mit Reichweiten von 500 bis 5500 km und ihrer Trägersysteme. Der Kalte Krieg blieb kalt.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_72362264/us-praesident-reagan-wollte-in-deutschland-198-atomraketen-stationieren.html

Gruß an die Wissenden

TA KI

Kopernikus e.V.


Der Kopernikus e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für industrieunabhängige Forschung engagiert.

Fast 90% der weltweit durchgeführten Forschungsprojekte werden von privaten Unternehmen finanziert, deren Hauptinteresse wirtschaftlicher Natur ist.* So ist es auch zu verstehen, dass weniger als die Hälfte der durchgeführten Forschungsprojekte auch tatsächlich veröffentlicht werden – nämlich jene Projekte, deren Ergebnisse den finanzierenden Unternehmen dienlich sind. Der Kopernikus e.V. will die Säule der öffentlichen Gelder und unvoreingenommene Finanzierungsmöglichkeiten für Forschungsprojekte stärken und sich dafür einsetzen, dass sämtliche Forschungsprojekte unabhängig von der Aussagekraft ihrer Ergebnisse veröffentlicht werden. Wir unterstützen dazu die Initiative alltrials.net

Unser Namenspatron Nikolaus Kopernikus war seinerzeit bereit, bestehende Weltbilder zu hinterfragen, um Neues zu entdecken. In ähnlicher Weise möchten wir Forschungsprojekte unterstützen, die bereit sind, Neuland zu betreten, um – unabhängig von finanziellen Interessen – den medizinischen Fortschritt voranzutreiben.

In Deutschland erleben wir derzeit einen Therapie-Boom in der alternativmedizinischen Landschaft. Hier werden zahlreiche Therapien und Methoden angeboten und genutzt, zu denen bisher kaum oder keine aussagekräftigen Forschungen durchgeführt wurden. Wir möchten helfen, diese Forschungen zu ermöglichen.

 

Ein paar Fakten über die medizinische Forschungslandschaft

-ca. 90 % der medizinischen Studien werden privat durch Konzerne finanziert.*

-Bei privat finanzierten Studien liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Studie ein positives Ergebnis erzielt, bei 85 % – bei öffentlich finanzierten Studien liegt sie bei 50 %.

-Nur ca. 50 % sämtlicher medizinischer Forschungsergebnisse werden veröffentlicht.

-Das hat zur Folge, dass auch an Universitäten nur das gelehrt wird, was von der Industrie sorgfältig vorsortiert wurde, da nur die Daten veröffentlich werden, die den finanzierenden Unternehmen nützen.

-Beispiel Tamiflu: Der Hersteller Roche hat zahlreiche Studien zu Tamiflu durchgeführt, aber nur diejenigen veröffentlicht, die Tamiflu günstig dastehen ließen. Im Zuge der Schweinegrippepanikmache hat Roche weltweit Regierungen dazu überredet, millionenfache Dosen von Tamiflu zum Schutz der Bevölkerung zu ordern. Erst nach öffentlichem Druck durch die Cochrane-Foundation hat Roche alle Daten veröffentlicht und musste bekanntgeben: Tamiflu ist kaum besser als ein Placebo.

-Studien werden manipuliert oder ihre Ergebnisse verschönert durch
-Anpassung der Teilnehmerzahl nach Ausscheiden von Teilnehmern wegen zu starken Nebenwirkungen oder Tod (man testet an einer Gruppe von 1000 – während der Studie scheiden 100 Teilnehmer aus aufgrund von Nebenwirkungen oder Tod – danach wird die Teilnehmerzahl der Studie auf 900 korrigiert)
-Subgruppenanalysen (man wirbelt bei negativem Ausgang der Studie die Daten so lange durch bis sich herausstellt: „Bei einäugigen 40-45-jährigen Sachsen hat das Medikament gut gewirkt.“)
-Änderung des Zeitpunktes des Endes der Studie (hat man in den ersten 2 Monaten schon ein positives Ergebnis, beendet man die Studie vorzeitig – im umgekehrten Fall verlängert man bis positive Daten erscheinen)
-Surrogatergebnisse (z.B. werden nur Änderungen der Blutfettwerte gemessen – anschließend wird jedoch behauptet, das Herzinfarktrisiko sei gesenkt worden)
-Darstellung des relativen Risikos anstelle des absoluten Risikos (z.B. beträgt das Herzinfarktrisiko bei 50-jährigen 6 % mit hohem Cholesterin und 4 % mit geringem – nun sagt man, man könne sein Risiko durch Cholesterinsenkung um 33% verringern – in Wirklichkeit verringert sich das absolute Risiko aber nur um 2%.

-Hunderttausende Menschen sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund der bestehenden Strukturen vermeidbar gestorben.

-Hat ein Arzt seine Approbation erreicht, ist er angehalten, sich regelmäßig fortzubilden. Es werden jedoch ca. 90% der Fortbildungen für Ärzte direkt von den Pharmaunternehmen durchgeführt, da die öffentliche Hand kaum Fortbildungen anbietet. Einmal aus der Universität entlassen, ist ein Arzt also vorwiegend voreingenommenen Informationsquellen ausgeliefert.

-Ca. 25 % des Geldes, das wir für ein Medikament ausgeben, geht in den Marketingetat des Unternehmens. Das Marketingbudget der forschenden Pharmaunternehmen ist durchschnittlich doppelt zu groß wie das Budget für Forschung.

-Ca. 50 % des Marketingetats werden für Pharmareferenten ausgegeben.

-Auf 3-6 Ärzte kommt ein Pharmareferent. Jeder Arzt, der regelmäßig Besuch von einem Pharmareferenten bekommt, hat eine bis zu 13-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, im Anschluss bei seinen Verschreibungen Medikamente dieses Unternehmens zu bevorzugen.

-Medizinische Fachzeitschriften sind zum Großteil werbefinanziert aus der Industrie. Diese Zeitschriften empfehlen dabei fast ausschließlich die Medikamente, von denen die Zeitschriften, die Abonnentenfinanziert sind, jedoch abraten.

-Es ist davon auszugehen, dass gerade einmal 13% der gängigen medizinischen und therapeutischen Maßnahmen wirklich das Etikett „evidenzbasiert“ verdienen, da die meisten Anwendungen und Medikamente kaum Vorteile gegenüber einem Placebo bieten oder es dazu keine sauberen Studien gibt.

Es gibt bereits zu all diesen Themen seit Jahren Änderungsversuche, die jedoch bis heute alle weitestgehend ungenügend geblieben sind. Dabei gibt es Lösungen, die quasi nichts kosten, sondern nur ein paar rechtlich verbindliche Auflagen erforderlich machen.

Wir denken, dass niemand dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn er auf seinen eigenen wirtschaftlichen Vorteil aus ist. Diese Probleme müssen auf systemischer Ebene angegangen werden. Außerdem möchten wir betonen, dass auch viele positive Errungenschaften aus der Pharmaindustrie hervorgegangen sind – diese wären jedoch durch ein gerechteres System nicht verhindert worden.

Wir schließen uns den Forderungen von alltrials an:

– Jede Studie muss VOR Beginn in einem zentralen, öffentlichen Register angemeldet werden mit klaren Daten zu Studienfokus, -zeitraum, Teilnehmerzahl etc.
– Spätestens 1 Jahr nach Abschluss der Studie müssen sämtliche Daten für jeden öffentlich zugänglich gemacht werden.
– Ebenso müssen sämtliche Konzerne verpflichtet werden, rückwirkend die Studiendaten der letzen Jahrzehnte zu veröffentlichen.
– Öffentlich finanzierte Forschung und Fortbildungen für Ärzte müssen ausgebaut werden.
– Ärzte sollten verpflichtet werden, in ihren Wartezimmern auf Aushängen bekannt zu geben, welche Pharmareferenten sie wie häufig empfangen, welche Fortbildungen sie belegen und wie diese finanziert werden.

 

*Die Zahlen entstammen Ben Goldacres „Bad Pharma“, Harper Collins Publ. UK, 2013

Quelle: https://kopernikus.org/uber-uns/

Danke an Denise

Gruß an die Vorsichtigen

TA KI

Die „schwarze Liste“ eines verurteilten Pädophilen


Die Freundschaft zu einem verurteilten Pädophilen bringt Prinz Andrew in Erklärungsnot. Sein Name taucht auf einer dubiosen Liste auf. Auch von Hof-Dementis hält die mutmaßliche „Sexsklavin“ wenig.

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Das neue Jahr ist noch keine Woche alt, da bekommt das britische Königshaus Publicity aus Gründen, die man längst glaubte hinter sich gelassen zu haben. Skandal liegt in der Luft, wo doch alles so ruhig und sonnig sich angelassen hatte um die Zukunft der Royals, mit dem Wonneproppen Prinz George als dem Fokus der allgemeinen Freude.

Diesmal ist es Prinz Andrew, 54, das dritte Kind der Queen, der für unappetitliche Schlagzeilen sorgt. Nun sind Schlagzeilen für Andrew nichts Neues – schon früher hat dieser Weltenbummler und ehemalige Sonderbeauftragte der britischen Regierung für Außenhandel mit mancherlei dubiosen Kontakten zu maroden Figuren, darunter einem kasachischen Milliardär, für Aufsehen gesorgt.

Allerdings kommt es diesmal peinlicher: In einem in West Palm Beach in Florida anhängigen Verfahren wird der Prinz von einer 30-jährigen Frau, Virginia Roberts, beschuldigt, er habe sie als 17-Jährige sexuell missbraucht und sich an ihr als „Sexsklavin“ mehrfach vergangen, auf Orgien in London, New York und der Karibik. Der Buckingham-Palast wies diese Behauptungen am Freitag sofort als „kategorisch falsch“ zurück, ein ungewöhnlicher Vorgang für das Königshaus, das sich ansonsten nie zu schwebenden Verfahren äußert.

Die schwarze Liste des amerikanischen Multimillionärs

Ungewöhnlich auch deshalb, weil es sich in diesem Fall nicht einmal um eine formelle Anklage gegen den Prinzen handelt. Er taucht in den Gerichtspapieren lediglich als prominente Person auf, eine unter vielen, die der wegen Unzucht mit Minderjährigen verurteilte amerikanische Multimillionär und Finanzmagnat Jeffrey Epstein in seiner schwarzen Liste führte. Das waren Namen aus der internationalen Politik und Wirtschaft, die Epstein, der 2008/09 eine 13-monatige Gefängnisstrafe verbüße, führte – oder besser: einsetzte –, um sich Geschäftsvorteile zu verschaffen und die Betreffenden mit seiner Kenntnis ihrer intimen Praktiken eventuell erpressen zu können.

Der Prinz war lange Zeit über mit Epstein befreundet, auch noch nach Epsteins verbüßter Strafe. Er lud ihn zu privaten Aufenthalten unter anderem auf königliche Güter wie Sandringham in Norfolk ein und stieg selber gerne in dessen Villa in der Karibik oder Epsteins feudalem Haus in New York ab. Aber 2011 sah er sich gezwungen, die Beziehung zu dem verurteilten Pädophilen abzubrechen und sich ausdrücklich für sie zu entschuldigen. Gleichzeitig trat er damals als Außenhandelsbeauftragter der Regierung zurück: Er war zu einer Belastung für seine Auftraggeber geworden und auch – vor allem – für das Königshaus.

Der Rechtsfall in Florida greift erneut den Casus Epstein auf, weil zwei von Epsteins Opfern, „Jane Doe #1“ und „Jane Doe #2“, den Staat verklagen, ihre Rechte seien nicht genügend berücksichtigt worden, als man sich seinerseits mit dem Angeklagten im Gegenzug für dessen Geständnisse auf eine verminderte Gefängnisstrafe einigte – das in Amerika bekannte Verfahren des „plea bargaining“. Epstein musste nur 13 Monate seiner auf 18 Monate bemessenen Strafe absitzen. Die Strafbehörden hätten sich nie auf diesen Kompromiss einigen dürfen, ohne zuvor die Opfer konsultiert zu haben, argumentieren die Klägerinnen. Das ist der Kern des Rechtsstreits.

Frauen wie Sexsklaven verhökert?

Zwei weitere Frauen – „Jane Doe #3“ und „Jane Doe #4“ – haben sich inzwischen dieser Gruppenklage angeschlossen, und es ist vor allem „Jane Doe #3“, bekannt als Virginia Roberts, die ihre Anschuldigungen gegen Epstein unter anderem mit dem Konnex zu Prinz Andrew erhärtet. Der Finanzier habe sie und andere als „Sexsklaven“ verhökert und sie unter anderem gedrängt, Prinz Andrew „in jeder Art und Weise zu Willen zu sein und ihm – Epstein – darüber anschließend zu berichten“. Scharnier in diesem Ring der Prostitution mit Minderjährigen war offenbar die Tochter des diskreditierten Zeitungsmagnaten Robert Maxwell, Ghislaine Maxwell, eine Vertraute Epsteins, die ihm die „verfügbaren“ Opfer beschaffte.

alan dershowitzDie Adressenliste Epsteins liest sich, den Angabe der in Florida eingereichten Papiere nach, wie ein internationales Who’s who, wo auch Bill Clinton oder der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak auftauchen, aber auch Tony Blair oder sein früherer Berater Alastair Campbell. Es war dieses Netz von Beziehungen, die dem findigen Mann erlaubten, die Leiter zu seinem geschäftlichen Erfolg hochzuklettern.

„Jane Doe #3“ hat neben Prinz Andrew auch einen namhaften amerikanischen Anwalt und ehemaligen Harvard-Rechtsprofessor, Alan Dershowitz, als Schuldigen genannt, der sich an ihr vergriffen habe. Dershowitz aber hat in einem Radiointerview der BBC diese Behauptungen zurückgewiesen. „Sie hat über mich gelogen, was ich mit absoluter Verlässlichkeit sagen kann“, meinte Dershowitz, „und so kann man ihr auch nicht glauben, wenn sie ähnliche Anschuldigungen gegen Andrew vorträgt.“

Die Frau, angestachelt von den beiden Dementis von Dershowitz und dem Königshaus, reagierte prompt. „Diese aggressiven Angriffe“, gab sie zu Protokoll, „sind genau der Grund, warum Opfer von sexuellem Missbrauch schweigen und warum auch ich so lange stillgehalten habe. Dieser Trend muss umgekehrt werden. Ich lasse mich nicht mehr einschüchtern.“

Prinz Andrew, obwohl in diesem Fall selber keine Person der Rechtsklage, wird sich sorgen müssen, was der jetzt erneut anrollende Prozess gegen Jeffrey Epstein noch alles ans Tageslicht befördern wird. Und erst die Queen.

Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article135984030/Die-schwarze-Liste-eines-verurteilten-Paedophilen.html

Gruß an die Aufdecker

TA KI

Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem und die Suche nach ihnen- SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 2


Als das Kürzel SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts) 1983 kreiert wurde, waren alle bis dahin durchgeführten offiziellen wissenschaftlichen Suchläufe nach außerirdischen Artefakten bereits wieder Geschichte. Seither startete kein Forscher mehr ein im Rahmen der SETI-Initiative angelegtes SETA-Programm. Doch nach Jahren des Stillstands und der Gleichgültigkeit mehren sich die Stimmen, die eine verstärkte Suche nach extraterrestrischen Artefakten im Sonnensystem fordern. Dass dies durchaus Sinn macht, lehrt der Blick in die kurze SETA-Historie. Schließlich waren die bisherigen „Observationen“ nicht mehr als vorsichtige erste Gehversuche auf neuem Terrain. Mithilfe der heute zur Verfügung stehenden Technik und den neuen Beobachtungsmethoden jedoch könnten die SETA-Wissenschaftler in Zukunft bei der Fahndung nach Relikten von Aliens einen gewaltigen Sprung nach vorne machen.

nasa caltech

Beim Blättern im Buch der Wissenschaftsgeschichte fällt auf, dass dem vermeintlich geistigen und technologischen Fortschritt oft kühne, bisweilen sogar bizarr anmutende Ideen vorausgegangen sind, die zeitweise ins Esoterische zielten. Ins Auge springt vor allem, dass praktisch jeder Vor- und Querdenker, der einst bewusst gegen den Mainstream wetterte und sich auf dem inflationären Markt der Theorien mit einer gewollt scharf formulierten These zu positionieren versuchte, in der Regel heftige Kritik erntete.

Raue Zeiten für Aliens

So hätte etwa ein Astronom noch vor 20 Jahren mit der Behauptung, dass nahezu alle Sterne im Universum ein eigenes Planetensystem besitzen, fraglos den Unmut der herrschenden Mainstream- Wissenschaftsgemeinde auf sich gezogen. Schließlich galt damals für viele das unerschütterliche Dogma, dass bestenfalls Asteroiden, Sterne und Galaxien den Raum mit materiellem Leben erfüllen – und sonst nichts. Von exoplanetaren Sterntrabanten seien mitnichten irgendwelche Spuren erkennbar, von Lebewesen außerhalb der Erde natürlich ganz zu schweigen.

Einer, der sich in den Chor der unnachgiebigen Gegner der extraterrestrischen Hypothese einreihte, war der Evolutionsbiologe Heinrich K. Erben. In seinem 1984 erschienenen Buch „Intelligenzen im Kosmos“ giftete Erben mit unerbittlicher Polemik gegen außerirdische Mikroben und Intelligenzen. Es sei „überastronomisch unwahrscheinlich“, dass sich die komplexe irdische Evolution auf irgendeinem anderen Planeten ein zweites Mal exakt wiederholt habe. In Verkennung der Tatsache, dass außerirdische Lebensformen auch eine ganz andere Evolution durchlaufen haben könnten, bezifferte er die statistische Wahrscheinlichkeit, dass sich alles fernab der Erde in der gleichen Abfolge mit dem gleichen Ergebnis wiederholt haben könnte, auf null. Während dieser Zeit teilte das Gros seiner Kollegen seine Ansicht. Nur wenige Wissenschaftler wie Frank Drake oder Carl Sagan übten sich dagegen in Optimismus.

Frank Drake

Umso überraschender ist es, dass in diesem „lebensfeindlichen“ Klima der von Frank Drake 1960 gepflanzte Baum der SETI-Idee überhaupt gedeihen konnte, ja bis 1984 sogar erste Früchte trug – in Form von 47 offiziell dokumentierten SETI-Suchprogrammen, die diverse Forscherteams rund um den Globus bis dahin initiiert hatten. Insbesondere aber überrascht, dass die SETA-Idee ihre Geburtsstunde zu einer Zeit erlebte, als extrasolare Planeten eher in der Fantasiewelt von Science-Fiction-Autoren eine feste Größe waren.

Erster SETA-Suchlauf

Angefangen hatte das SETA-Abenteuer im Jahr 1973 in der beschaulichen Kleinstadt Shepperton in Südostengland. Seinerzeit machten die beiden britischen Astronomen Anthony T. Lawton und Sidney J. Newton Nägel mit Köpfen und wandelten als Erste auf den Spuren Clarkes, Bracewells und Neumanns (…).

mond nasa

Bestückt mit einer leistungsstarken, im Durchmesser sechs Meter großen Helix-Antenne führten sie eine Serie von Experimenten durch, um das Radarecho bzw. das Rufsignal einer extraterrestrischen, in einer Erdumlaufbahn driftenden kommunikationsbereiten Sonde einzufangen. Nach Abschluss der Studie zeigte sich, dass alle registrierten reflektierten Signale rein physikalischer Natur waren. Dennoch regten beide Autoren kurze Zeit später an, künftig auch zielgerichtet und aktiv Radiosignale in Regionen zu senden, in denen Alien-Sonden theoretisch stationiert sein könnten. Ein eingehendes Weckrufsignal könnte, spekulieren die Forscher, eine dort abgestellte Sonde zu einer Reaktion veranlassen.

Stunde des SETA-Papstes

Der in Bezug auf Bracewell- und Von-Neumann-Sonden ambitionierteste Forscher jedoch war der US-Physiker Robert A. Freitas Jr. (Santa Clara, Kalifornien). Professionell wie kein anderer näherte er sich diesem Phänomen mit Begeisterung, stellte es erstmals in einen SETI-Kontext, spielte das Szenarium derartiger „Maschinen-Zellen“ ausführlich in der Theorie durch, plädierte für eine Fahndung nach Artefakten, publizierte fleißig über dieses Thema und leitete darüber hinaus sogar zwei von bislang vier offiziellen Suchläufen nach extraterrestrischen Sonden respektive Artefakten im Orbit.

Von August bis September 1979 spähte er mit dem 76-Zentimeter-Cassegrain-Telekop der Leuschner-Sternwarte in Lafayette (Kalifornien) nach außerirdischen Raumsonden. Es war weltweit der erste offizielle wissenschaftliche Suchlauf nach außerirdischen Artefakten bzw. interstellaren Sonden in einer stabilen Erd-Mond-Umlaufbahn im sichtbaren Licht, der auch in einem renommierten Fachmagazin expliziert wurde. Bei besagter Studie konzentrierte sich Freitas zusammen mit seinem Astronomie-Kollegen Francisco Valdes von der University of California in Berkeley (Kalifornien) während einer 30-stündigen Observation auf die L4- und L5-Librationspunkte.

gravitationskräfte in position zur erde

Nach Meinung von Freitas und Valdes eignen sich beide Punkte bestens für eine Spurensuche nach alten interstellaren Archen von einigen Metern Größe, die dort irgendwann einmal absichtlich geparkt wurden. Um die vermeintlichen Objekte im optischen Licht besser aufzulösen, führten die Astronomen die Hälfte aller Observationen während mondloser Nächte durch und belichteten jedes der aufgenommenen 90 Fotos zehn Minuten lang – mit einem wenig erfreulichen Ergebnis:

Die Beobachtungen waren alle negativ. Unsere Daten zeigen, dass kein urzeitliches Raumschiff oder ein anderes Objekt […] von der Größe Skylabs oder noch größer am L4- und L5-Punkt abgestellt worden war – oder in irgendeinem der vorhergesagten Halo-Orbits im Erde-Mond-System.[1]

Dennoch sei es sinnvoll, so der Rat beider Autoren, auch in Zukunft weiterhin alte extraterrestrische Artefakte mit noch besseren Teleskopen in noch höherer Auflösung ins Fadenkreuz zu nehmen. Doch trotz Freitas’ und Valdes’ energischem Plädoyer für eine Suche nach künstlichen Raumfahrzeugen extraterrestrischer Herkunft quittierten viele Wissenschaftler diesen Vorschlag mit Gleichgültigkeit.

marsgesicht

Die Artefakt-Hypothese

Als Freitas und Valdes 1981 und 1982 bei einer zweiten, insgesamt 70 Stunden währenden Observationssequenz die Lagrangepunkte L5 und L1 (Sonne-Erde-Bahn) anvisierten und dort nach Spuren extraterrestrischer Fusionsantriebe spähten, versahen sie ihr Projekt erstmals mit dem Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts).

Dass sich die heutige Suche nach außerirdischen Artefakten nicht mehr allein auf Monolithen oder Skulpturen beschränkt, ist in erster Linie Robert A. Freitas zu verdanken. Er fasste den Begriff Artefakt viel breiter und definierte ihn weitläufiger. Seine 1983 näher explizierte Artefakt-Hypothese, die bei eingefleischten SETA-Anhängern beinahe Kultstatus genießt, geht davon aus, dass bestimmte technologisch hochstehende extraterrestrische Gesellschaften Langzeitprogramme für die interstellare Erforschung etabliert haben, bei denen materiell-stoffliche Artefakte vorzugsweise in ausgewählten Sternsystemen deponiert werden. Sofern diese Objekte nicht absichtlich getarnt wurden und für technisch gereifte Spezies gut lokalisierbar und beobachtbar sind, sollten unsere Wissenschaftler sie „bei entsprechender Anstrengung“ auch finden können.

nasa raumsonde

Freitas unterscheidet zwischen zwei Artefakt-Typen: passive und aktive. Passive außerirdische Artefakte könnten sich beispielsweise hinter Denkmälern, inaktiven Blöcken, kunstvoll geformten Monolithen oder Skulpturen verbergen, fernerhin in eingeschlossenen Datenbanken verstecken. Es könnten ebenso gut hochsensible Reflektoren sein, die jeden Lichtstrahl in Richtung seines Absenders zurückwerfen.

Die Aussichten, Strukturen wie diese im Raum ausfindig zu machen, stuft Freitas allerdings als gering ein. Nur wenn diese Objekte energiereiche Radiostrahlen, Lichtsignale oder andere signifikante Zeichen von sich gäben, bestünde eine Chance, sie zu lokalisieren. Ihre Erschaffer hätten sie absichtlich in fremde Sternsysteme eingebracht – so wie aktive Artefakte, zu denen Freitas in erster Linie einen bestimmten Raumsondentyp zählt:

Aktive, sich selbst reparierende interstellare Sonden bilden die wahrscheinlichste Klasse von ETI-Sonden innerhalb des Sonnensystems. Dieses Ergebnis erlaubt uns, ein besonderes Beobachtungsprogramm zu planen, um experimentell die Richtigkeit der Artefakt-Hypothese zu überprüfen.

Eine intelligente Alien-Sonde würde höchstwahrscheinlich abseits störender Sonnenflares oder Mikrometeoriten in eine stabile Mond- oder Erdumlaufbahn einschwenken – oder auf einem der Lagrangepunkte L1, L2, L4 bzw. L5 parken und die Sonne systematisch als Energiequelle nutzen. Bei Bedarf würde sie ihre Selbstheilungskräfte aktivieren, um für lange Zeit einsatzbereit zu bleiben.

Zielregion: Asteroidengürtel

Genauso gut könnte die Menschheit innerhalb des Asteroidengürtels unseres Sonnensystems, der sich zwischen Mars und Jupiter erstreckt und in dem bis zu 1,9 Millionen Kleinplaneten mit einem Mindestdurchmesser von einem Kilometer driften sollen, auf außerirdische Artefakte stoßen.

Der mit Planetoiden reichlich gesegnete Gürtel entstand vor 4,6 Milliarden Jahren. Er besteht aus just jenen Kleinkörpern, die sich in kosmischer Urzeit nicht zu einem Planeten verdichten konnten. Anstatt als stattlicher kugelförmiger und halbwegs großgewachsener Planet den Heimatstern zu bezirzen, fand sich die Restmaterie als höchst unförmiges und recht klein geratenes Gebilde wieder: eben als Planetoid bzw. Asteroid. Dass dies bis auf den heutigen Tag so geblieben ist, bedingt die enorme Schwerkraft des größten Planeten unseres Sonnensystems.

asteroidengürtel

Kein Wunder demnach, dass der US-Astronom Michael D. Papagiannis von der Boston University (US-Bundesstaat Massachusetts) bereits 1978 vorschlug, bei der Spurensuche nach außerirdischen Relikten in unserem Sonnensystem das Augenmerk stärker auf den Asteroidengürtel zu richten.

Viele der dort lokalisierten Gesteinsbrocken könnten nämlich ebenso gut Überreste von Kolonien sein, die dort ehemals existiert haben. Bauschutt, Trümmer und Abfälle eines gigantischen Schlackehaufens, zurückgelassen von einer extraterrestrischen Schwerindustrie, könnten das Bild in dieser Region bestimmen.

Vielleicht gewann hier eine Superzivilisation einst Rohstoffe und verschiffte wichtige Mineralien und Eisen als Baumaterial gen Heimat oder tankte auf der Durchreise ihre interstellaren Archen nur auf. Angesichts der Vorteile, die der Asteroidengürtel einer galaktischen Gesellschaft bietet, die ihren Fortbestand auf Weltraumkolonien sichert, könnte diese Zone einst ein Hort des Lebens gewesen sein oder noch sein, so Freitas:

Sollten irgendwelche extraterrestrische Kolonien in unserem Sonnensystem existieren, dann scheint mir der Asteroidengürtel die logischste Region zu sein, in der wir suchen sollten.

Fahndung nach Botschaften in Raumkapseln

Im Bann außerirdischer Artefakte und Monolithen stehen auch die Wissenschaftler Christopher Rose vom „Wireless Information Network Laboratory“ (WINLAB) der Rutgers University in Piscataway (US-Bundesstaat New Jersey) und der dort ansässige Physiker Gregory Wright.

voyager

Unter Einbeziehung einer selbst kreierten Formel kamen beide Forscher 2004 zu dem Ergebnis, dass kompakte, in Raumkapseln verfrachtete Botschaften à la Voyager oder gut versteckte Artefakte die ideale kosmische Flaschenpost wären. Licht- oder Radiowellen hingegen seien viel zu teuer und würden nur unnötig viel Energie verbrauchen und mit zunehmender Entfernung immer schwächer werden. Stehe der Faktor Zeit nicht im Vordergrund, sei eine auf irgendeinem Material eingeschriebene Botschaft in jeder Hinsicht effektiver als die Kommunikation mit elektromagnetischen Wellen.

Analog einer irdischen maritimen Flaschenpost wäre für das kosmische Pendant der Faktor Zeit unerheblich. Schließlich könnte ein solches Gebilde theoretisch Jahrmillionen in einem fernen Sonnensystem auf einer stabilen Umlaufbahn kreisen. Rose und Wright schlagen deshalb vor, die Anstrengungen, fremde Artefakte im All zu finden, zu verstärken.

jupiter

In Erinnerung an Arthur C. Clarkes Monolithen sei es durchaus denkbar, erklären die beiden Wissenschaftler, dass außerirdische Botschaften bereits auf der Erde oder auf dem Mond als Artefakte lagern oder den Jupiter beziehungsweise die Sonne als absichtlich getarnte Sonden umkreisen.

Insbesondere in Jupiternähe, im Umfeld des größten Planeten des Sonnensystems, könnte eine außerirdische Botschaft schon seit Jahrtausenden treiben. Sie könnte weniger erodiert sein als ein gewöhnlicher Asteroid. Daher sollten Astronomen mit Radarstrahlen vor allem nach jenen Objekten suchen, die über eine auffallend „glatte“ Radarsignatur verfügen. Was die Abspeicherung der Information anbelange, sei vieles denkbar. Theoretisch könnte die Botschaft in ein Objekt „eingraviert“ worden sein oder als eine Art DVD vorliegen. Das Fazit der Autoren gerät zum Tipp für spätere SETA-Protagonisten:

Unsere Ergebnisse untermauern, dass die sorgfältige Suche nach ETs in unserem eigenen planetaren Hinterhof genauso erfolgsträchtig ist wie das Studium entfernter Sterne durch Teleskope.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36260/1.html

Gruß an die ET’s

TA KI