Der Samstagsfilm: Männertreu


Georg Sahl ist Mitte 50 und in Frankfurt am Main der Verleger und Herausgeber einer überregionalen Zeitung mit liberal-konservativer Ausrichtung, der Frankfurter Nachrichten. Man bezeichnet ihn als Homme de lettres und gerade hat man ihm im Kaisersaal des Frankfurter Römers mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. Als in der Redaktionskonferenz das Thema eines christlich-konservativen Ministerpräsidenten aufkommt, der Vater eines unehelichen Kindes geworden ist, will Georg nicht, dass das Thema in seinem Blatt ausgebreitet wird.

Obwohl Georg mit seiner Frau Franziska, einer Anwältin, seit 35 Jahren glücklich verheiratet ist, betrügt er sie regelmäßig. Aktuell hat er mit Nina, einer Volontärin Mitte 20, eine Affäre. Da Georg Nina gezeigt hat, dass er sie liebt und sie das Gefühl erwidert, sucht sie eines Tages die Kanzlei von Franziska auf und will ihr die Wahrheit erzählen. Doch Franziska reagiert scheinbar kühl und gefasst darauf und erwidert ihr, dass Georg sich nur selbst wirklich liebt und er Frauen wie sie zwar „immer wieder“ brauche, aber nur seine Ehefrau „immer“ brauchen werde.

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin schlägt Sahl vor, sich um das Amt des Bundespräsidenten zu bewerben und macht ihm klar, dass die Kanzlerin ihn vorgeschlagen habe, da er „für alle wählbar“ und dies aufgrund der knappen Mehrheit in der Bundesversammlung notwendig sei.

Georgs Sohn Thomas und seine Frau Judith haben eine Tochter namens Paula und betreiben gemeinsam eine Agentur. Thomas hat die zahlreichen Affären seines Vaters mitbekommen und, nachdem dieser auch noch völlig ungeniert bei einem Treffen mit seiner Geliebten telefoniert und gar nicht daran denkt, sich dafür zu entschuldigen oder sich zu ändern, hat Thomas genug und will auch nicht länger mit ansehen, wie er seine Mutter betrügt. Er errät das Passwort des Computers seines Vaters und schreibt von seinem Benutzerkonto aus eine Mail an Nina, in dem er sie mit dem Namen Judith anspricht und sich für die letzte Nacht mit ihr bedankt. In Georgs Büro findet Nina den Hinweis, dass er am Abend einen Termin in Hamburg hat und in der Talkshow von Helen Martin auftritt. Daraufhin reist sie nach Hamburg, um ihn zur Rede zu stellen. Nach dem Auftritt in der Talkshow sucht er die Moderatorin in ihrer Garderobe auf und hat Sex mit ihr. Im Hotel wartet schon Nina auf ihn und zeigt ihm die Mail. Er kann sich das nicht erklären, hat aber auch keine Lust mit ihr darüber zu diskutieren und will mit ihr Schluss machen. Erst kommen sie sich wieder näher und ziehen sich aus, doch dann bemerkt Nina, dass Georg kurz vor ihr Sex mit einer anderen gehabt hatte. Verärgert und mit Tränen in den Augen rennt sie aus dem Hotel über die Straße und wird dabei von einem Auto erfasst.

Nachdem Georg von seinem Hotelfenster aus den leblosen Körper von Nina auf der Straße sieht, ruft er mitten in der Nacht seine Frau an und bittet sie, zu ihm zu kommen und ihm zu helfen. Bei ihm angekommen, nimmt sie die Handtasche und den Schlüssel von Nina an sich und sucht die im Koma Liegende im Krankenhaus auf, wo sie ihr heimlich auch ihr Smartphone stiehlt. Mit dem Schlüssel verschafft sie sich unbefugt Zutritt in Ninas Wohnung, vernichtet dort Fotos und nimmt ihr Notebook sowie weitere Belege für die Beziehung zu Georg an sich.

Die Presse findet trotzdem heraus, dass Georg und Nina im selben Hotel waren und eine Verbindung zwischen ihnen bestand. Die Oberbürgermeisterin wusste zwar, dass Georg kein unbeschriebenes Blatt ist, wirft ihm aber vor, dass er mit einer abhängig Beschäftigten aus seinem Verlag geschlafen hat. Er bekommt nun den auf Öffentlichkeitsarbeit spezialisierten Loebmann zugewiesen, der sein Sprecher wird.

Franziska ist inzwischen Ninas private Nachrichten auf dem Smartphone durchgegangen und dabei auf die Mail mit dem Namen Judith gestoßen. Da das auch der Name der Frau ihres Sohnes ist, verdächtigt sie diese nun. Sie sucht sie auf und fragt sie direkt, ob sie mit ihrem Mann geschlafen hat. Überrascht von Franziskas Auftreten gibt sie zu, dass sie tatsächlich vor längerer Zeit eine sexuelle Beziehung zu Georg hatte. Franziska dämmert es mittlerweile, dass die Tolerierung der Affären ihres Mannes ein Fehler war. Thomas bemerkt, dass seine Frau sich seltsam verhält und als sie erklärt, dass sie überraschend in die Druckerei fährt, folgt er ihr heimlich und sieht, wie Judith sich in einem Park mit Georg trifft.

Bei einem feierlichen Abendessen der Familie Sahl hält Thomas die gespielte Harmonie und Verlogenheit seiner Familie nicht mehr aus. Die Situation eskaliert und schließlich gesteht auch Judith ihre Affäre mit Georg. Der ruft während einer Live-Sendung von Helen Martin an und offenbart, dass er auch mit ihr Sex hatte. Am nächsten Tag gibt er vor der Presse eine Erklärung ab, dass er von der Kandidatur zum Bundespräsidenten und vom Posten des Herausgebers seiner Zeitung zurücktritt. Er habe sich jedoch nichts vorzuwerfen und hält die Diskussion über seine Untreue nur für ein „Erregungstheater“. Thomas verlässt unterdessen auf unbestimmte Zeit seine Frau und im Krankenhaus wacht Nina aus dem Koma auf. Georg und Franziska führen ihre Ehe weiter. Im Garten trifft Georg auf eine junge Gärtnerin, die sich statt des alten Gärtners um die Pflanzen der Sahls kümmert. Anstelle von Männertreu pflanzt sie im Garten nun Adonisröschen an.

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnertreu_%28Film%29

Gruß an die, die auf Kleinigkeiten achten

TA KI

Nordkorea droht den Deutschen


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„Vasallenstaat“ der USA?

Nordkorea droht den Deutschen

In Pjöngjang regiert die blinde Wut: Nach den USA gerät Deutschland ins Visier aggressiver Verbalattacken aus Fernost. Nordkorea warnt die Deutschen vor der Aufführung eines bestimmten Kinofilms bei der Berlinale – und leistet sich damit einen peinlichen Fehler.

Im Streit um die Sony-Produktion „The Interview“ hat Nordkorea seine Drohgebärden ausgeweitet. Das Regime richtet seine Drohungen nun auch gegen Deutschland und die Berliner Filmfestspiele. Nordkoreas Außenministerium rief dazu auf, die Aufführung bei der Berlinale zu stoppen – was bei den Verantwortlichen in Berlin Verwunderung hervorrief. Denn der seit Wochen im Internet erhältliche Film steht dort gar nicht zur Aufführung an.

Trotz des für die nordkoreanischen Machthaber äußerts peinlichen Versehens muss Festivaldirektor Dieter Kosslick die aggressiven Töne aus Nordkorea ernst nehmen. Schließlich steuern er und die Berlinale damit ungewollt mitten hinein in außen- und sicherheitspolitisch brisantes Terrain.

Bei dem fraglichen Film handelt es sich um jene Komödie, die seit Wochen im Zentrum eines scharf geführten Streits zwischen dem kommunistisch regierten Nordkorea und den Vereinigten Staaten steht. Formal dreht sich die Kinosatire um ein fiktives Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un dreht. Die Machthaber in Pjöngjang sehen darin allerdings mehr als nur einen Film. Nordkorea wertet das Werk als nicht hinnehmbare Provokation. Mit erstaunlich vehementen Forderungen bis hin zu unverhüllten Kriegsdrohungen versuchen Vertreter des abgeschotteten Staates, eine Aufführung des Films im Ausland zu verhindern.

„Gnadenlose Bestrafung“

Diese Debatte erreicht nun auch Deutschland: In den Einwürfen aus Nordkorea unterstellten Regimevertreter den Deutschen in einem pauschalen Rundumschlag, sich den „feindseligen Aktionen der USA gegen Nordkorea“ anzuschließen. Die Drohungen liegen dabei weit jenseits des diplomatisch üblichen Sprachgebrauchs: Diejenigen, die dabei mitmachten, die „Souveränität und Würde der Volksrepublik (Nordkorea) zu verletzen, werden einer gnadenlosen Bestrafung nicht entgehen“, hieß es auf der Internetseite der staatlich kontrollierten nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Eine Reaktion der Bundesregierung lag zunächst nicht vor. Den USA warf ein Sprecher Nordkoreas vor, den Film in einem „seiner Vasallenstaaten unter dem Vorwand zu zeigen, an einem internationalen Filmfestival teilzunehmen“. Mit Meinungsfreiheit habe das nichts zu tun.

In den Vereinigten Staaten ist der Film längst ein Politikum auf allerhöchster Ebene: Die Vorfälle rund um die geplante Kinopremiere in den USA – unter anderem waren Hacker in die Computersysteme des Unterhaltungskonzerns Sony eingedrungen und hatten kaum verhüllte Anschlagspläne gegen Kinobetreiber angedeutet – hatten in Washington eine intensive Debatte um Cyber-Attacken aus dem Ausland losgetreten.

Für die US-Politik handelt es sich um einen Präzedenzfall, bei denen die Meinungsfreiheit und die Interessen der freien Wirtschaft gegen die Zensurwünsche eines autoritär regierten Staates verteidigt werden müssten. In Berlin ging Berlinale-Direktor Dieter Kosslick dagegen demonstrativ gelassen auf die Nordkoreaner zu. Das Missverständnis sei nun ausgeräumt, sagte Kosslick nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Botschafter in Berlin, Si Hong Ri. Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, reagierte deutlich energischer und wies jede „politische Einmischung“ in die Berlinale zurück.

„Das ist der Preis der Freiheit“

Berlins Regierungschef Müller betonte, abgesehen von offensichtlichen Missverständnissen zum Berlinale-Programm, habe jeder das Recht, einen Film zu sehen – egal ob im Kino oder auf Filmfestivals. „Dass das nicht immer jedem gefällt, das ist der Preis der Freiheit“, erklärte der SPD-Politiker. Die Machthaber in Nordkorea sind nicht die einzige Stimme, die eine Aufführung unliebsamer Kulturbeiträge in Berlin unterdrücken möchte.

Zuvor war auch aus dem Iran Kritik an der diesjährigen Berlinale-Auswahl mit der Teilnahme des neuen Films „Taxi“ von Regisseur Jafar Panahi gekommen. „Die Berlinale gehörte mal zu den drei wichtigsten Filmfestspielen der Welt, verfolgt aber in den letzten Jahren mehr politische Ziele“, schrieb das konservative Kulturinstitut Aviny auf seinem Webportal.

Scharfe Töne aus dem Iran

Das zeige sich besonders an der „übertriebenen“ Aufmerksamkeit für den in seiner Heimat mit einem Berufsverbot belegten Panahi, hieß es in dem Leitartikel mit dem Titel: „Illegales Taxi fährt nach Berlin“. Kosslick und die deutsche Kulturszene dürften sich von so viel Aufmerksamkeit geehrt fühlen. Denn politische Ziele im Sinne grundlegender Menschenrechte sowie der Freiheit von Kunst und Kultur verfolgt die Berlinale nicht erst seit „seit den letzten Jahren“.

Wie die Auslandsbeobachter des nordkoreanischen Regimes die Sony-Komödie mit der Berlinale in Verbindung bringen konnten, scheint zwischenzeitlich bereits aufgeklärt. Der deutsche Kinostart von „The Interview“ am 5. Februar fällt zufällig mit dem Termin der Berlinale-Eröffnung zusammen. „Das scheint zu dem Missverständnis geführt zu haben“, heißt es aus dem Umfeld der Festival-Leitung. Das Festival-Programm 2015 ist öffentlich erst ab 27. Januar zu sehen. Offen blieb zunächst, ob nach den Drohungen aus Nordkorea und dem Iran die Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden mussten.

„Illegales Taxi fährt nach Berlin“

Eine Aufführung des Werks sei nie vorgesehen gewesen, stellte Kosslick fest. „Und der Film wurde uns auch nie von Sony angeboten.“ Auch ein anderes Detail könnte zu dem Missverständnis geführt haben: Wer im Internet „The Interview“ und „Berlinale“ sucht, findet tatsächlich einen Eintrag. Allerdings handelt es sich dabei um einen gleichnamigen Kurzfilm von Ernest Pintoff, der bereits vor Jahren beim Festival gezeigt wurde.

Mit ähnlichen Drohungen wie nun gegen Deutschland hatte das Regime in Pjöngjang bereits auf den Kinostart von „The Interview“ im Dezember in den USA reagiert. Die US-Regierung wirft Nordkorea vor, hinter einer umfangreichen Cyber-Attacke auf das Hollywood-Studio Sony Pictures zu stehen, das den Film produziert hatte. Die US-Regierung hatte daraufhin die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Allen Drohungen zum Trotz war der Film zu Weihnachten in US-Kinos angelaufen.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Nordkorea-droht-den-Deutschen-article14383251.html

Gruß an die, die verstehen um was es hier geht…

TA KI

US-Gefangener saß fast 40 Jahre unschuldig in Haft


Ein Häftling im US-Staat North Carolina hat wegen eines Doppelmordes fast 40 Jahre unschuldig im Gefängnis verbracht.

Heute wurde der 70-Jährige nach einer Überprüfung der Beweise von einem dreiköpfigen Richtergremium schließlich freigesprochen. „Das System hat einen Fehler gemacht“, sagte Staatsanwalt Jon David. „Der falsche Mann ist im Gefängnis.“

Ein DNS-Experte hatte die Richter überzeugt, dass keiner der Beweise in dem Fall aus dem Jahr 1976 auf den Verurteilten hindeutete. Der freigesprochene Joseph S. war nach dem Richterspruch zunächst ruhig und umarmte dann seinen Anwalt und seine Angehörigen, die zu der Anhörung gekommen waren. Er freue sich jetzt, wieder in einem richtigen Bett zu schlafen und vielleicht in einem Swimmingpool zu schwimmen, sagte er. Einer seiner Brüder will den zu Unrecht Verurteilten bei sich aufnehmen.

Mordfall wird neu aufgerollt

Staatsanwalt David kündigte an, den Mordfall neu aufzurollen. S. war schuldig befunden worden, im September 1976 eine Frau und ihre Tochter in ihrem Haus in dem Ort Elizabethtown ermordet zu haben. Einen Tag zuvor war er aus einem nahe gelegenen Arbeitslager für Sträflinge ausgebrochen, wo er eine vierjährige Haftstrafe wegen Diebstahls absaß.

Der 70-Jährige ist der achte Gefangene in North Carolina, der seit 2007 freigesprochen wurde. Damals war dort eine Untersuchungskommission zu möglichen falschen Verurteilungen ins Leben gerufen worden. Im Fall von S. stimmten weder DNS noch Haarproben und Fingerabdrücke am Tatort mit jenen des Verurteilten überein. Ein Zeuge zog zudem 2013 seine belastende Aussage aus dem Prozess im Jahr 1978 zurück. Er habe diese nur gemacht, weil ihm in einem Verfahren gegen ihn selbst Milde versprochen worden war, erklärte er.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_72625450/us-gefangener-sass-fast-40-jahre-unschuldig-in-haft.html

Gruß an solche „Opfer“ des Systems- den angerichteten Schaden kann man durch nichts wiedergutmachen

TA KI

Warum die Radikalisierung von Muslimen so einfach ist


Von Peter Haisenko

Es gibt viele Ansätze zu erklären, warum auch in Europa Muslime so leicht zu radikalisieren sind. Ich füge einen weiteren hinzu: Wir tragen dafür die Verantwortung, weil wir unsere eigenen „Ideale“ verraten haben.

Um schwierige Ursachen und Zusammenhänge leichter erkennen zu können ist es sinnvoll, mit der Betrachtung von Extremen zu beginnen, wie es auch die Mathematik tut. Ich stelle also ein Modell vor, das zwar fiktiv ist, aber genau so in der Realität existieren könnte. Nehmen wir an, ein junger Mann lebt friedlich in Deutschland. Er ist hier geboren und aufgewachsen, lebt mit seinen Eltern hier, aber die sind Zuwanderer aus Pakistan. Dieser junge Mann hat viele Verwandte in Pakistan, die er auch schon öfters besucht hat. Er liebt seine Cousinen und Cousins ebenso, wie deren Ehepartner und Kinder. Alles ist gut.

Enttäuschung auf der ganzen Linie

Nun erreicht ihn die Nachricht, dass der größte Teil seiner geliebten Verwandtschaft in Pakistan bei einem Angriff von einer US-Drohne ermordet worden ist. Es ist hierbei unwesentlich, ob es sich um einen gezielten Angriff auf seine Verwandtschaft gehandelt hat oder ein „Kollateralschaden“ zu beklagen ist. Der junge Mann in Deutschland ist entsetzt, verstört und tief verletzt ob dieses Verlustes. Weil er in unserem Kulturkreis aufgewachsen ist, sinnt er nicht sofort auf (Blut-)Rache. Er will als rechtschaffener Deutscher zunächst nur, dass das Verbrechen an seiner Verwandtschaft aufgeklärt wird und die Schuldigen bestraft werden. So weit, so gut.

Nun wendet sich der junge Mann an die Staatsanwaltschaft, wie es sich für einen guten Deutschen gehört. Dort muss er allerdings erleben, dass sich niemand für seine Anklage interessiert, geschweige denn Ermittlungen aufnimmt. Mit dieser Enttäuschung im Rücken wendet er sich an die „vierte Gewalt“; er geht zu seiner Zeitung und berichtet von seinem Leid. Aber auch dort muss er erfahren, dass niemand seine zweifellos wichtige Geschichte aufgreifen will, geschweige denn eine Kampagne zur Aufklärung zu starten. Dieser junge Mann beginnt spätestens jetzt an unserem System zu zweifeln, das ja nach allem, was er bislang erfahren hat, angeblich weltweit vehement für die Wahrung der Menschenrechte eintritt – Presse und Politiker. Er lernt: Für meine Rechte und die meiner Verwandten gilt das nicht.

Leichtes Spiel für Hassprediger

Es ist nur logisch, dass dieser junge Mann jetzt zutiefst verunsichert ist, denn alles, woran er in unserem Rechtsstaat geglaubt hat, ist zumindest schwer beschädigt. Er sucht Trost, Rat und Hilfe. Weil er aus einem liberal-moslemischen Umfeld stammt, sucht er diese in einer Moschee, etwa so, wie ein Christ in Not nach Altötting pilgert, um eine Kerze zu stiften. Im Umfeld dieser Moschee trifft er auf Leidensgenossen, denen ähnliches, vielleicht nicht ganz so Schlimmes passiert ist. Wenn es jetzt unglücklich weitergeht, dann könnte er hier auf einen radikalen Prediger treffen. Dieser wiederum wird mit seinen in sich schlüssigen Argumenten ein leichtes Spiel haben, den bislang völlig unauffälligen und hoffnungsfrohen jungen Mann zu radikalisieren. Das ist kein Wunder, denn man kann dem Argument in diesem Zusammenhang kaum widersprechen, dass sich niemand um die Nöte dieses jungen Manns kümmert, außer eben jenen radikalen Muslimen. Wir haben uns einen potentiellen Gewalttäter geschaffen.

Nun muss man erkennen, dass es nicht nur direkt betroffene (muslimische) Menschen sind, die nicht verstehen können, dass in unserer westlichen Welt niemand öffentlich gegen die Drohnenmorde der US-Regierung die Stimme erhebt. Zumindest nicht unsere Politiker und schon gar nicht unsere Medien, die von „Transatlantikern“ kontrolliert werden. Wo schon bei „normalen“ Deutschen Frustration und Unverständnis über diesen unsäglichen Zustand existieren, darf sich niemand wundern, wenn weniger in unserer Kultur verwurzelte Menschen erheblich radikaler reagieren. Es darf sowieso die Frage gestellt werden, wo denn die ganzen „Gutmenschen“ geblieben sind, die ansonsten unablässig auf Einhaltung der Menschenrechte in China und Russland lautstark bestehen.

Drohnenmorde sind an der Tagesordnung – Keiner sagt was!

Dieser junge Mann ist nicht dumm. Er hat miterleben müssen, wie die USA mit Lügen ihren Überfall auf den Irak begründet haben und dieses Land und den Umkreis ins Chaos gebombt haben und dafür nicht ansatzweise angeklagt, geschweige denn zur Verantwortung gezogen werden. Auch da geht es ihm nicht anders als einer Mehrheit der Deutschen. Hier müssen wir darüber nachdenken, was tatsächlich in unserem Land, im gesamten „Westen“ abläuft und was die letztlich unausweichlichen Folgen sind: Wir verraten unsere Ideale und verlieren damit die Basis unserer christlich-rechtsstaatlichen Ordnung.

Man muss sich das schon einmal in Ruhe betrachten: Da gibt es ein Land, das der ganzen Welt Demokratie und Menschenrechte lehren will und das wird von einem Präsident regiert, der täglich – und hier übertreibe ich nicht – seine Unterschrift unter Befehle setzt, die die Ermordung von Menschen in der ganzen Welt anordnen. Wohlgemerkt, ohne gerichtliches Verfahren, ohne Anhörung Betroffener und allem anderen, was einem Todesurteil in einem zivilisierten Land voranzugehen hat. Ganz abgesehen davon, dass ein zivilisiertes Land die Todesstrafe sowieso ablehnt. Erschwerend kommt hinzu, dass mit diesen Befehlen wissentlich und billigend in Kauf genommen wird, dass neben der „verurteilten“ Zielperson eine nicht einzuschätzende Anzahl unschuldiger Zivilisten ebenfalls ermordet wird – eben „Kollateralschäden passieren“.

Wir sind die „Guten“, wir dürfen das

Gerade junge Menschen sind darauf angewiesen, für ihre (positive) Entwicklung ein festes Moralgerüst zu haben, an dem sie sich orientieren können. Dieses können sie aber nicht mehr erkennen, wenn über derartige Vorgehensweisen schweigend hinweggegangen wird. Und es ist ja nicht nur dieses, es ist die gesamte Vorgehensweise unseres Hegemons, der seit Jahrzehnten Länder nach Belieben angreift und zerstört mit dem wunderbaren Argument: Wir sind die Guten, wir befreien euch und bringen euch „Demokratie“. Hat denn schon jemals jemand die betroffenen Menschen gefragt, ob sie das wollen? Muss man nicht, denn wir sind ja die Guten und wir wissen besser, was für euch gut ist. Nun, der junge Mann sieht das spätestens jetzt anders und er hat Recht, denn die Millionen Toten, das Leid und Elend, das über diese Länder gebracht worden ist, kann mit nichts begründet werden, was auch nur annähernd mit unseren „Idealen“ im Zusammenhang stehen könnte.

Wir sollten uns an die eigene Nase fassen, wenn wir über Menschenrechtsverletzungen, Terror oder Moral sprechen. Wie verkommen ist unsere eigene (öffentliche) Moral, wenn wir schweigend über all die Untaten hinwegsehen, die letztlich in unserem Namen von unserem Hegemon verbrochen werden. Wie können wir uns angesichts dessen erheben und Menschen verdammen, verurteilen, die in ihrer ohnmächtigen Wut über derartige Ungerechtigkeiten nur noch einen Weg sehen: Den bewaffneten Kampf gegen das Imperium des Bösen. Wie kann man als Betroffener die USA anders sehen? Ich rede hier keineswegs dem bewaffneten Kampf von Extremisten das Wort, aber ich sehe, wie wir selbst den Boden für diese irregeleiteten Menschen bereiten. Wie wir uns selbst jeder moralischen Grundlage berauben, indem wir unsere eigenen Ideale beiseite legen, wenn es um unseren Hegemon, die USA geht.

Wer heilen will, muss die Ursachen bekämpfen

Jeder gute Arzt weiß es: Wer eine Krankheit heilen will, der darf nicht nur an den Symptomen herumdoktern. Genau das tun wir aber, wenn der „Terrorismusgefahr“ nur mit immer neuen Beschränkungen und Überwachungen begegnet wird. Wir müssen an die Ursachen gehen und so den Boden für irregeleitete Gewalttäter austrocknen. Und hier gilt die alte Weisheit: Wer die Welt verändern/verbessern will, der muss bei sich selbst anfangen. Wer also wirklich eine friedlichere und gerechtere Welt schaffen will, der muss damit beginnen, unsere eigene Position zu überprüfen. Tun wir wirklich alles, was unseren Idealen entspricht, sie fördert? Praktizieren wir nicht eine selektive Moral, die gekennzeichnet ist von selektivem Wegsehen, wenn es unseren Vorbetern opportun erscheint?

Wer eigenständig denkt, wer (noch oder nicht mehr) nicht alles einfach glaubt, was unsere Medien publizieren und womöglich seine Wurzeln in einem andern Kulturkreis hat, der kann gar nicht anders, als die gravierenden Ungereimtheiten in unserem System und unserem Verhalten zu erkennen und abzulehnen. Es ist dann nur noch eine Frage des Umfelds, wie der einzelne seine Reaktion gestalten wird. Die islamischen Prediger geben ihren Jüngern ein schlüssiges Moralgerüst vor, das das Vakuum füllt, das unsere Abwendung von unseren eigenen Idealen auffüllen kann. Wie leicht ist es dann für Hassprediger, eine Radikalisierung herbeizuführen? Wie gesagt, auch ich verdamme Gewaltanwendung in jeder Form, aber ich sehe, dass es sehr wohl nachvollziehbare Abläufe gibt, die Menschen radikalisieren können, ohne dass sie das jemals geplant hatten.

Taliban, Al-Quaida, IS – das Ergebnis amerikanischer Politik

Mein (fiktives) Beispiel bezieht sich auf Pakistan. Das ist zu wenig. Mittlerweile darf es als Allgemeinwissen betrachtet werden, dass es die Angriffe der USA auf den Mittleren Osten waren, die den Boden bereitet haben für die Entstehung und Ausbreitung radikalislamischer Gruppen und letztlich dem IS. Wie viele junge Männer gibt es in unserem Land, und nicht nur hier, die Verwandte verloren haben im Irak, Afghanistan, Syrien oder Libyen? Die wissen, wer für deren Tod verantwortlich zeichnen muss? Die sehen, dass wir, unsere Politik und Medien geflissentlich darüber hinwegsehen? Wir sollten uns schämen, dass wir die Anklagen darüber den Hasspredigern überlassen.

Nur wenn wir uns besinnen auf unsere Ideale, die Einhaltung von Menschenrechten vorbehaltlos auch von unserem Hegemon einfordern, nur dann können wir Hasspredigern ihren Boden entziehen. Sie sind es, die uns mit der Nase in unseren eigenen Kot tauchen, indem sie das tun, was eigentlich unsere Aufgabe wäre. Dem radikalen Islamismus wäre die Spitze genommen, wenn wir unserer eigentlichen Aufgabe gerecht würden, Menschenrechte ohne Ansehen der Täter einzufordern, deren Verletzung anzuklagen und zu ahnden. Dann, und nur dann müssten junge Männer nicht mehr zu ihrem Imam gehen, um das Gefühl zu haben, dass sie ernst genommen werden und ihre gerechten Anklagen auch verfolgt werden, ohne dass sie zur Waffe greifen (müssen).

Nachsatz: Bevor es den IS gab, war es durchaus „gesellschaftsfähig“, als Kämpfer gegen Assad nach Syrien zu ziehen. Der NATO-Partner Türkei hat sie willig durchgeschleust, die USA haben sie im Kosovo in Camp Bondsteel sogar ausgebildet. Mancher „Rückkehrer“, der jetzt unter Generalverdacht steht, ist damals nach Syrien gezogen und darf sich jetzt wundern, dass sich die Haltung ihm gegenüber so verändert hat.

Quelle: http://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2015/warum-die-radikalisierung-von-muslimen-so-einfach-ist/

Gruß an die Klarsteller

TA KI

Wie die UFOs nach Deutschland kamen Teil 6


Jugoslawien experimentiert mit „Fliegenden Untertassen“ hieß es am 27. Februar 1953 über dpa in Belgrad, die Frankfurter Rundschau schrieb so:

Staunend beobachteten Straßenpassanten in Belgrad am Sonntag mehrere tellerförmige Flugapparate, die in verschiedenen Höhen und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit über den Dächern der Stadt kreisten.
Der Belgrader Rundfunk gab kurz danach Aufklärung: Es handele sich bei diesen „Fliegenden Untertassen“ um Versuchskonstruktionen des Forschungsinstituts der jugoslawischen‘ Luftstreitkräfte. Die Flugapparate, so hieß es in der Rundfunkmeldung, hätten einen Durchmesser von einem Meter, ein Gewicht von zwei Kilogramm und erreichten Geschwindigkeiten bis zu 50 Stundenkilometer. Der Flug dieser neuartigen Apparate werde über
Funk ferngelenkt. Über die Art des Antriebes dieser „Fliegenden Untertassen“ sagte der jugoslawische Rundfunksprecher nichts. [Davon hörte man nie wieder etwas, sodass es scheint, als sei dies eine Wegerklärung gewesen, um im Ostblock ja keine UFO-Stimmung aufkommen zu lassen.]
„Fliegende Untertassen“ über Kehl? hieß es am 3. Dezember 1953 aus Strassburg, worüber die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete: Nach Strassburger Zeitungsberichten vom Mittwoch haben zwei städtische Arbeiter am Dienstagnachmittag über Kehl einen glänzenden Gegenstand beobachtet, der etwas kleiner als die untergehende Sonne war und mit rasender Geschwindigkeit in südlicher Richtung verschwand. Die beiden Arbeiter haben sich, wie sie erklärten, die genaue Zeit gemerkt: es war 4:20 h.
Schon vor zwei Wochen will ein Strassburger Polizist eine ähnliche Erscheinung wahrgenommen haben.

Die Fliegenden Untertassen sind wieder da – Zwei schwedische Piloten geben bisher präzisesten Bericht über Lufterscheinung konnte am 19. Dezember 1953 die Rhein-Neckar-Zeitung ihren Leserbriefschreiber vom 12. September des Jahres mittels einer UP-Meldung doch noch bedienen: Die beiden Piloten, die am Donnerstag in einem Bericht an den schwedischen Generalstab sensationelle Enthüllungen über eine von ihnen gesichtete „Fliegende Untertasse“ gemacht hatten, bekräftigten am Freitag ihre Angaben mit einer genauen Schilderung des von ihnen gesichteten Objektes. Bordmechaniker Olle Johansson, der von der Kanzel seines Verkehrsflugzeuges das Objekt zuerst gesichtet hatte, erklärte in Übereinstimmung mit Klugkapitän Ulf Christiernsson, dass der Gegenstand eigentlich eher einer „Pastille“ als einer „Untertasse“ geglichen habe. Auf die Frage, wie es ihnen möglich gewesen sei, die Geschwindigkeit dieses, ihre Flugbahn kreuzenden Gegenstandes zu bestimmen, meinten die beiden Piloten, sie hätten kurze Zeit darauf ein Flugzeug der Scandinavian Airlines vom Typ DC-4 beobachtet und dessen Geschwindigkeit mit der des unbekannten Gegenstandes verglichen.
Dabei seien sie zu der Überzeugung gekommen, dass sich das kreisrunde, metallisch-weiß glänzende Objekt mit der dreifachen Geschwindigkeit, d.h. mit etwa 1.200 Stundenkilometern, fortbewegt habe. [Was natürlich das Problem mit sich bringt, wie will man einen Vergleich zu einem Objekt, wie dem Flugzeug DC-4, dessen Groesse, Distanz und Geschwindigkeit aus der Erfahrung her bekannt ist mit einem Objekt leisten, von dem man all dies mangels Erfahrung nicht weiß?] Beide Piloten bestritten entscheiden, dass es sich bei dem Objekt eventuell um einen Nurflügel-Düsenjäger neuesten Typs [sic!] gehandelt haben könnte. Das Objekt sei absolut symmetrisch rund oder elliptisch gewesen.

Der schwedische Generalstab befasste sich am Freitag intensiv mit dem Bericht der beiden Piloten. Der Presseoffizier des Generalstabs betonte, es sei sicher, dass das gesichtete Objekt kein schwedisches Militärflugzeug irgendwelcher Art gewesen sein könne. Eine Verwechslung mit einem Wetterballon sei ebenfalls ausgeschlossen, da am Donnerstag in der Umgebung der Flugstrecke Stockholm-Malmoe, die von dem Objekt gekreuzt wurde, keine Wetterballons hochgelassen worden seien. Leider könne mit einem genauen Bericht der Radar-Stationen in Schweden nicht gerechnet werden, da zu der Zeit, als das Objekt gesichtet wurde, gerade ein äußerst starker Luftverkehr geherrscht habe und ein metallischer Körper besonderer Art auf den Radarschirmen leicht habe übersehen werden können.
[Allein diese Aussage macht Radar-Bestätigungen vorgeblicher UFOs für immer problematisch, gepaart mit der Gefahr von falschen Radarzielen durch Inversionswetterlagen und gerätegenerierten Falschzielen wird dadurch das Messinstrument ‚Radar‘ für unsere ufoforscherischen Belange zum problembelasteten Werkzeug.] Wie von Seiten des schwedischen Generalstabes weiter verlautete, haben die beiden erfahrenen Piloten den bisher genauesten Bericht ueber die seit einigen Jahren angeblich mehrmals aufgetauchten „Fliegenden Untertassen“ abgegeben. Die in Schweden in den letzten Jahren umlaufenden Gerüchte über „Fliegende Untertassen“ sprachen meistens von einer neuen Art ferngelenkter Geschosse, die eventuell von russischen Abschussbasen an der Ostseeküste stammten [damit ist die Saga von den sogenannten „Geisterbomben“/Ghostrockets gemeint, die für sich genommen zu weiten Teilen Fehldeutungen von meteorischen Ereignissen wie Sternschnuppen und Feuerball-Boliden plus Nachkriegs-Massenhysterie waren und sich nie, trotz aller Gerüchte, wirklich bestätigen – was sie mit den späteren UFO-Berichten gemein haben]. Die in utopischen Filmen wie „Das Ding“ dargestellte Theorie, dass es sich bei den „Fliegenden Untertassen“ um Körper handelt, die von anderen Planeten stammen, hat durch die Entdeckung der beiden Piloten natürlich ebenfalls neuen Auftrieb erhalten.

1954: Keyhoe und das Jahr der Untertassen

1954 brachte den Durchbruch der Fliegenden Untertassen auf dem europäischen Kontinent mit sich. Donald Keyhoe’s deutsche Version seines Buchklassikers schlug wie eine Bombe ein (mehr als ein Dutzend Druckauflagen schließlich) und der heiße Sommer 1954 fütterte die Phantasien der Menschen mit dem Thema der Fliegenden Untertassen als Fahrzeuge außerirdischer Besucher bis in die Spätherbst hinein ab.
Erstmals tauchten die Untertassen in breiter Formation auf, genährt durch das Keyhoe’sche Buchwerk Der Weltraum rückt uns näher. Wie Sie sehen werden war genau jenes Buch zum Tagesthema der Gespräche geworden und schlug in breiter Front ein. Interessanter Weise, so bemüßigen wir uns nachdenklich anzumerken, war das vorgeblich exotische und von uns externe Phänomen abhängig von der vorab erzeugten Pressesensation ob dieses Themas. Bereits in den vorausgehenden Jahren hätte es doch durchschlagende Sichtungsmeldungen hierzulande geben müssen, wenn die Untertassen wirklich jenseits unseres eigenen Wirkens und Denkens zugeschlagen hätten. Hier zeigt sich doch tatsächlich, welches gegenseitige Wechselspiel notwendig ist, um nach einer intensiven Pressearbeit die neue Saat einer eigenen UFO-Welle aufgehen zu lassen.

„Fliegende Untertassen sind gelandet!“ war der Titel einer neuen Berichtserie „über das größte Rätsel des 20. Jahrhunderts“, die mit Nr. 1/1954 der Revue durchstartete, freilich unter der Benützung des Buches „Flying Saucers Have Landed“ von Desmond Leslie und George Adamski. „Piloten, Astronomen und Reporter jagen diesem Geheimnis nach“ wird die zeitgeistige Stimmung gebrandmarkt und Luftwaffen-Captain Thomas F. Mantell von der amerikanischen Luftschutzflotte wird zum Halbgott des Luftwaffenkommando hochgeputzt. Woher auch immer, die Zeitschrift will sogar die Personal-Beurteilung von „Captain Mantell junior“ kennen: Mutig, diszipliniert, vernünftig; eher simpel als phantasievoll; beherrscht sein Spezialgebiet bis ins Kleinste; ist sechs Fuß groß, verheiratet, hat zwei Kinder (Jungen); keine Laster, kein bekanntes Steckenpferd, absolut verlässlich, Patriot. Bevorzugt zu befördern. „Dieser tapfere Flieger und Familienvater, eine Stützte der US-Luftwaffe und der amerikanischen Bürgerschaft, sitzt am Steuer seiner schnellen Jagdmaschine und pfeift vergnügt eine Schlagermelodie vor sich hin“, lesen wir hier in einer romanhaften Schilderung, nicht gerade untypisch für diese Zeitepoche, wo derartige Storys schon von Keyhoe als kleine Detektiv-Geschichten seitenlang eingebracht wurden. Ein Schreibstil, der in diesen Tagen kaum noch denkbar ist. Der dadurch total verklärte Vorfall fällt dieser schriftstellerischen Ausdrucksform zum Opfer. Total überzogen wird der sicherlich mit offenem Munde lesende Zeitschriften-Kunde mit den Fliegenden Untertassen in einer pseudo-dokumentarischen Form konfrontiert: „Eine riesige Fliegende Untertasse hat Captain Mantells Jagdmaschine abgeschossen!“

Der Leser wird an Kenneth Arnold erinnert, der ja bekanntlich „fliegende Grammophonplatten“ gesehen und gemeldet hatte, die nur von denkenden Wesen oder „einem hochkomplizierten Radargehirn“ gesteuert werden konnte. Kein Zweifel: Die amerikanische Nation stand in Aufruhr, aber es gab „unter uns
immer Männer, die fest davon überzeugt waren, dass es sich bei den Flugkörpern um Luftschiffe aus dem Weltraum handeln muss. Das Rätsel der Fliegenden Untertassen verlangt nach einer Lösung!“ Eine Sturmflut brach in den USA los, setzte die Regierung unter Druck, allein schon deswegen weil sich private Untertassen-Forscher in Vereinigungen zusammenfanden und landauf, landab via öffentlicher Vorträge über das „Problem Nr. 1“ aufklärten – diese Veranstaltungen werden vorgestellt als könne man den damit verbundenen Auftrieb nur noch mit „einem Toscanini-Konzert“ vergleichen: Frauen in großer Abendtoilette und Männer im Smoking, aber auch viele Jugendliche und einige sonderbare Gestalten – „Außenseiter der Gesellschaft in bestaubten Schuhen, zerfransten Hosen und mit schiefsitzender Krawatte. Es sind keineswegs Ausgestoßene, sondern eher Sonderlinge, für die ein geistiges Problem alles, ein gutsitzender Anzug dagegen gar nichts bedeutet… Etwas veranlasst die Millionärsgattin, sich neben einen schlichten Handwerker zu setzen und mit ihm, dem sie sonst nur Befehle erteilen würde, eine erregte Unterhaltung zu führen, an deren Ende sie ihm vielleicht recht gibt und sich von ihm belehren lässt. Dieses ‚Etwas‘ ist nichts anderes als das Problem Nr. 1, der Spuk am Himmel, die rätselhaften Flugkörper, die Untertassengefahr, die dem Hauptmann Mantell und noch einigen anderen Piloten das Leben kostete“. Für den Historiker mit soziologischem Einschlag ist diese Medienaufarbeitung zu Beginn des Untertassen-Zeitalters in Deutschland sicherlich genauso interessant, wie für die ufologische Generation dieser Zeitebene, die sich bei den vorherigen Zeilen wie in eine andere Welt versetzt sich fühlen muss.

Und wer ist einer dieser Vortragsreisenden bei „aufklärendem Charakter“?
Kein anderer als George Adamski, bildlich verglichen mit einer deutschen Sympathie-Figur, dem Burgschauspieler Attila Hörbiger. Adamski hat alle anderen „Fachleute übertrumpft – ohne Zweifel half ihm das Glück dabei, und wahrscheinlich auch seine Geistesgegenwart. Jedenfalls ist er heute in den Vereinigten Staaten eine unumstrittene Autorität in allen Fragen, die mit den Fliegenden Untertassen zusammenhängen.“ Aber nicht nur Adamski ging auf große Tour, auch der berühmte Professor Donald H. Menzel. Im Sommer 1951 fand wieder einmal ein Vortrag von ihm über die Fliegenden Untertassen in einer großen Konzerthalle San Franziskos statt. Schon eine Stunde vor Beginn des Vortrags glich der riesige Saal einem überdimensionalen Hexenkessel, der von einem an- und abschwellenden Brausen erfüllt war. Auch George Adamski war unter der erregten Menge, die dem Professor lauschte, der aber fast alle Besucher enttäuschte, da er die Untertassen als „Luftspiegelungen“ wegwischte. Adamski, soll der Sage nach, scharf reagiert und das Podium gestürmt haben, um zu erklären: „Papperlapapp, die Wissenschaft! Was erklärt sie denn? In diesem Falle gar nichts! Für mich besteht kein Zweifel daran, dass diese fliegenden Scheiben Fahrzeuge von einem anderen Planeten sind!“ Im Gesicht von Menzel drückten sich Unverständnis und Entsetzen aus, aber das Publikum jubelte.
Sicherlich wird auch das Revue-Publikum ob dieser Mär gejubelt haben. Eines muss man jedoch dem Blatt bescheinigen, es stellte auf fast a-4-Format das Salem-Küstenschutz-Foto im Vollbild vor, an welchem man am linken Rand den Fensterrahmen und den Fensterknauf sehen kann, wodurch sich verrät, dass die Aufnahme durchs geschlossene Fenster gemacht wurde (es handelte sich um Spiegelungen von im Büroinnern befindliche Lampen im Fensterglas). Auch wenn hier dies Foto als „sensationeller Schnappschuss“ von „zweifelsohne vier Fliegenden Untertassen“ verkauft wurde, ist es dennoch eine der ganze wenigen Vollformat-Aufnahmen, die wir je sahen.

In Nr. 2/1954 der Revue ging es unter der Schlagzeile Fliegende Untertassen sind gelandet – Die aufsehenerregenden Berichte über das größte Rätsel des 20. Jahrhunderts und einer Adamski-Aufnahme weiter. Die Reihe wurde bis Nr. 6/1954 fortgesetzt und stellt damit wohl die erste Berichterstattungsreihe da, die in einem größeren Umfang fast schon spielerisch in einem Erzählstil Adamski förderte.

Geheimnisvolle Explosion vor Frankreichs Küste – Meteor oder Untertasse? fragte am 8. Januar 1954 dpa in einer Meldung aus Paris, die von der Zeitung Der Mittag (oder auch der Rhein-Neckar-Zeitung mit der dort eingesetzten Schlagzeile Fliegende Untertasse explodiert?) verwendet wurde: In der Nähe des nordfranzösischen Hafens Dieppe ereignete sich am Donnerstag früh eine rätselhafte Explosion. Dockarbeiter hörten gegen 5 h eine furchtbare Detonation und sahen gleichzeitig ein gleißendes Licht am Himmel. In der Stadt wurden zahlreiche Haustüren durch den Explosionsdruck aufgestoßen und viele Fensterscheiben zerbrochen. Himmelserscheinung und Explosion wurden bis achtzig Kilometer südlich von Dieppe wahrgenommen und auch von den optischen Küstentelegraphen in Dieppe und den benachbarten Orten verzeichnet. Kurz vorher war über Arras eine Fliegende Untertasse gesehen worden, eine Scheibe, die, einen hellen Lichtstreifen hinter sich herziehend, in großer Geschwindigkeit in Richtung Dieppe flog. Bisher ist der Vorgang noch völlig ungeklärt. In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, dass vor etwa einer Woche ein Fischerboot in Dieppe einlief, das von Splittern förmlich zersiebt war. Kurz zuvor war eine, dem Vorgang am Donnerstag ähnliche explosionsartige Erscheinung am Himmel beobachtet worden. Die Wissenschaftler vermuteten damals, dass ein Meteor explodiert war, in dessen Splitterregen das Fischerboot geriet.

Papierkrieg wegen „Untertassen“ meldete dpa aus Washington, die Kasseler Post vom 25. Januar 1954 schrieb so: Der Nachrichtendienst der amerikanischen Luftwaffe führt gegenwärtig mit den angeblichen Augenzeugen „Fliegender Untertassen“ einen ausgedehnten Papierkrieg. Nach Angaben verschiedener Offiziere mussten bereits wichtigere Arbeiten zurückgestellt werden, weil jeder einzelne Hinweis genauestens überprüft wird. Wie es heißt, kommen 75 Prozent aller Zuschriften von Jugendlichen. Die zweitstärkste Gruppe ist nach den Äußerungen der Offiziere die Gruppe der „Spinner“, die angeblich die seltsamen Himmelserscheinungen mit eigenen Augen gesehen haben wollen. Die USA-Luftwaffe gibt für diesen Papierkrieg monatlich mehrere Tausend Dollar aus.

Düsenjäger suchten „fliegenden Gegenstand“ meldeten UP/dpa und die Rhein-Neckar-Zeitung am berüchtigten 1. April (1954). Zwei Düsenjäger des 86. Jagdbombergeschwaders hatten am vergangenen Freitag den Auftrag, über dem Luftwaffenglände bei Landstuhl nach einem „nicht identifizierten fliegenden Gegenstand“ zu suchen. Sie kehrten gerade von einem Übungsflug zurück und wurden auf Bodenbeobachtungen hin in den fraglichen Luftraum geleitet. Unter dem amerikanischen Bodenpersonal wollen zahlreiche Beobachter das „fliegende Objekt“ hell und schnell über den Himmel ziehend gesichtet haben. Das 86. Bombergeschwader verweigerte eine Auskunft auf die Frage, ob der „fliegende Gegenstand“ auf dem Radarschirm erfasst wurde.

Immer wieder neue Rätsel um die Fliegenden Untertassen: Major Donald Keyhoe wartet auf den „Tag X“ – Geheimberichte der US-Luftwaffe sollen interplanetarische Herkunft der unbekannten Flugobjekte bestätigen hieß der Leitartikel von Otto Merk am 24. April 1954 im Münchner Merkur. Die seit nunmehr bald sieben Jahren anhaltende Diskussion um das Phänomen der „Fliegenden Untertassen“ nimmt kein Ende. In den Vereinigten Staaten wurde sie gerade in den vergangenen Monaten neu belebt durch ein Buch von Major Donald E. Keyhoe „Flying Saucers from Outer Space“, das demnächst auch in deutscher Übersetzung (Verlag Lothar Blanvalet, Berlin, 328 Seiten, 14.80 Mark) unter dem Titel „Der Weltraum rückt uns näher“ vorliegen wird.
Keyhoe ließ sich vom Presseamt des amerikanischen Verteidigungsministeriums seine „Qualifikation als führende Kapazität“ auf dem Gebiet der Untersuchungen [damit ist keine Einzelfalluntersuchung, sondern nur Quellenrecherchen in Publikationen und Behörden-Korrespondenz gemeint] über die „Fliegenden Untertassen“ bestätigen, und er glaubt, aus dieser Bestätigung auch das Eingeständnis der US-Luftwaffe lesen zu können, dass die geheimnisvollen Flugobjekte interplanetarischer Herkunft sind. Für ihn steht fest, dass die Erde seit Jahren beobachtet wird und dass der „Tag X“, an dem die Raumfahrer unseren Planeten betreten werden, nicht mehr ferne ist.

Der Mann, der den zweifelhaften Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, die größte Massenhysterie seit Kriegsende ausgelöst zu haben, heißt Kenneth Arnold. In seinem Privatflugzeug flog dieser als seriös bekannte Geschäftsmann am 24. Juni 1947 im amerikanischen Staat Washington vom Meer her auf den 4.390 Meter hohen Mount Rainier im Cascadegebirge zu, als er vor sich neun riesige glühende Scheiben [sic!] in Winkelformation dahinrasen sah. Vor dem Mount Rainier zogen diese Scheiben steil hoch [?] und verschwanden dann hinter dem Berg. So wenigstens erzählte es Ken Arnold dem Reporter einer kleinen amerikanische Provinzzeitung. Er sagte, die Scheiben seien „untertassenähnlich“ [falsch, er nannte sie sogar Flugzeug-artig und zeichnete sichelförmige Gebilde auf] mit einem Durchmesser von etwa 35 Metern gewesen, und ihre Geschwindigkeit habe gute 1.800 Kilometer in der Stunde betragen. Aus der Provinzzeitung sprang die Sensationsmeldung auf die Titelseiten aller amerikanischen Blätter, die Nachrichtenagenturen funkten sie um die Welt. Die „Fliegenden Untertassen“ waren geboren. Ken Arnolds Story wurde geglaubt oder belächelt. In Europa hatte man zu Beginn dieses zweiten Nachkriegssommers ohnedies andere Sorgen genug, als sich um phantastisch klingende Erzählungen von der Ostküste der Vereinigten Staaten zu kümmern. Aber Arnolds Bericht war nur der Anfang. Schon bald darauf rannten in den verschiedensten Teilen Nordamerikas Bewohner kleiner Landstädte zu den Redaktionen ihrer Lokalblätter und erzählten Beobachtungen, die nicht weniger sensationell waren als die Schilderungen des Fliegers vom Mount Rainier. Überall in den Staaten wurden plötzlich jene geheimnisvollen Flugkörper gesichtet. Keine Sternschnuppe konnte mehr über den Nachthimmel ziehen, ohne von aufgeregten Laien als „Untertasse“ identifiziert zu werden. In der Dunkelheit waren es rot- oder bläulich-grün leuchtende, bei Tage silbern glitzernde Scheiben, die beobachtet wurden. Der erste (und wohl bisher einzige) Mensch, der der Untertassen-Psychose sein Leben opfern musste, war Captain Thomas Mantell, ein Flugzeugführer der US-Air Force. Als am frühen Nachmittag des 7. Januar 1948 zahlreiche Bewohner von Madisonville im Staate Kentucky „eine riesige, rot und weiß glühende Scheibe“ am Himmel in Richtung auf Fort Knox, das Golddepot der Vereinigten Staaten, ziehen sahen und wenig später der Flugkörper auch von der Air-Base Godman aus beobachtet wurde, erhielt Mantell, der sich mit einer Rotte Jäger vom Typ F-51 „Mustang“ gerade auf einem Übungsflug befand, durch Sprechfunk den Befehl, sich das „Ding“ einmal näher anzusehen. Kurz darauf meldete er, dass er das Objekt, „das aus Metall zu sein scheint und ungeheuer groß ist“, gesichtet habe. Obwohl er die Verbindung mit seinen beiden Rottenkameraden verloren hatte, stieg der Captain weiter, auf 5.000, auf 6.000 und 7.000 Meter. Noch einmal meldete er sich: „Ich kann nicht näher herankommen, das Ding fliegt mit gleicher Geschwindigkeit.“ 130 Kilometer vom Militärflughafen Godman entfernt, fand man am anderen Tag seine Leiche und die Trümmer seiner „Mustang“.

Es ist nie geklärt worden, warum Mantell abstürzte. Vermutlich war sein Sauerstoffgerät nicht in Ordnung [er hatte erst gar keine externe Sauerstoff-Versorgung an Bord], so dass er bewusstlos wurde. Die führerlose Maschine dürfte dann im Sturz zerplatzt sein, denn die Trümmer lagen im Umkreis von einem halben Kilometer verstreut. Das „Ding“, das der Captain jagte, aber war nach Ansicht von Sachverständigen ein Phantom, eine Sonnenreflektion auf den Eiskristallen einer Cirruswolke in 9.000 Meter Höhe [???, dies ist die verrückteste aller Erklärungen in diesem Fall und taucht sonst nirgends auf; die offizielle Erklärung war zunächst nämlich als Planet Venus abgegeben worden]. Für die Sensationspresse war es ausgemacht, dass Mantell von der verfolgten „Untertasse“ abgeschossen worden war. Die US-Luftwaffe sah sich daher veranlasst, einen geheimen Untersuchungsausschuss aus Sachverständigen zu bilden, der alle Meldungen über die „unbekannten Flugobjekte“ sammeln und auswerten sollte. Er bekam bald mehr zu tun, als ihm lieb war. Zu Hunderten gelangten die Berichte an den Ausschuss. Bei der Mehrzahl von ihnen war von vorneherein zu erkennen, dass es sich um Halluzinationen aufgeregter Bürger handelte [?]. Ein weiterer, nicht unerheblicher Prozentsatz von Beobachtungen erledigte sich durch Rückfragen bei astronomischen und meteorologischen Stationen [hier gab es also schon den Ansatz für Recherche!]: Die gesichteten „Untertassen“ waren Meteorite oder ganz einfach Wetterballons, sogenannte Radiosonden, gewesen. Übrig blieben aber immerhin noch einige Meldungen von Augenzeugen, denen man nicht ohne weiteres zutrauen konnte, dass sie Halluzinationen unterliegen [wie man nur auf diese weitverbreitete Idee von den Halluzinationen kam?]. Da behaupteten erfahrene Piloten von Verkehrsmaschinen, ein flügellos, zigarrenförmiges Raumschiff aus nächster Nähe gesichtet und sogar Kabinenfenster erkannt zu haben [keine Halluzination, sondern eine wahrnehmungspsycholgisch bedingte Irritation, die zu einer Konstruktion des angenommenen Objektes führte – in Wirklichkeit war dieses Objekt ein Feuerball-Bolide gewesen, der auch von anderen Zeugen als solcher erkannt wurde]. Leutnant George Gorman berichtete, und Beobachter vom Boden bestätigten es, dass er fast eine halbe Stunde lang mit seinem Nachtjagdflugzeug einen „Kurvenkampf“ mit einem „unheimlichen Licht“ aufgeführt habe, bis schließlich die seltsame Erscheinung, des Spieles offensichtlich müde, mit ungeheurer Geschwindigkeit davon gestiegen sei [unsere Detailanalyse lässt den starken Verdacht aufkommen, dass das Geschehen ein wahrer Luft-Kampf mit einem zum Spaß hochgerichteten Scheinwerferlicht eines nahebei befindlichen Sportstadions war]. Solche und ähnliche Darstellungen erhielten vom Untersuchungsausschuss die Benotung „ungeklärt“. Sie blieben als Extrakt aus dem Wust von Meldungen übrig, den die erste Welle der Untertassen-Psychose gezeugt hatte.

Die Beobachtungen in den Vereinigten Staaten fanden ihre Ergänzung durch [danach aufkommende] Berichte von amerikanischen Stützpunkten in aller Welt. Über Goose Bay in Labrador, über Alaska, über Japan, ja selbst über dem Jägerflugplatz Fürstenfeldbruck bei München wurden im Herbst 1948 die geheimnisvollen Flugkörper gemeldet. Es schien, als ob die Hysterie auch die Soldaten ergriffen habe, die tagtäglich in ihren [aus Amerika kommenden] Zeitungen die Nachrichten über die „Flying Saucer“ lasen. Die deutschen Bewohner von Fürstenfeldbruck wenigstens hatten an diesem 23. November 1948, an dem eine „Feuerscheibe“ über den Flugplatz dahingezogen sein soll, keinerlei Beobachtungen gemacht. [Dies ist ein weiteres deutliches Indiz dafür, dass die „Untertassen“ ihre Verbreitung über die sich ausbreitende Presse-Hysterie fanden und danach auch als Folge aus den amerikanischen Stützpunkt-Zonen gemeldet wurden. Ja, haben denn die Untertassen die amerikanische Presse gelesen und verfolgten deren Weg um den Globus, um sich danach zwecks ihrem Auftauchen zu richten? Dies kann man kaum glauben, weitaus eher ist es akzeptabel die Meinung anzunehmen, dass erste die ‚Presse-Enten‘ und dann die UFO-Eier da waren. Ein wirklich externes Phänomen hätte dies nicht nötig.] Während des Jahres 1949 wurde es verhältnismäßig still um die unheimlichen Flugkörper. Aber kaum hatte im Januar 1950 die Luftwaffen-Untersuchungskommission in ihrem Abschlussbericht festgestellt, dass alle Angaben über „Fliegende Untertassen“ Täuschung oder Unsinn gewesen seien, begann der Spuk von neuem, diesmal vor allem in Europa. Im März und April sichtete man die „Flying Saucers“ nicht nur über Italien, Spanien, Schweden und Dänemark, sondern auch über Berlin, Nürnberg, Aschaffenburg, dem Bayerischen Wald und München. Es ist interessant, dass sich in allen Fällen, in denen diese angeblichen Phänomene über Deutschland auftauchten, eine einfache, natürliche Erklärung fand: Über Nürnberg und Aschaffenburg waren es amerikanische Düsenjäger, die einige Laien genarrt hatten, während bei den Beobachtungen in München und Berlin von den Sternwarten festgestellt wurde, dass es sich um Sternschnuppen handelte. Die Schilderungen der „Untertasse, so groß wie ein Hut“ über dem Bayerischen Wald, die von einem Postbeamten gegeben worden war, konnte von vorneherein nicht ernstgenommen werden.

Um diese Zeit tauchten die ersten Gerüchte auf, dass es sich bei den „Untertassen“ entweder um eine amerikanische oder eine sowjetische Geheimwaffe handle. Washington dementierte derartige Vermutungen sofort; Moskau hat sich nie dazu geäußert. Aber wer probiert schon eine neue Waffe über dem gebiet des mutmaßlichen künftigen Gegners aus? [Wie wir aus heutiger Perspektive sehen können, sind also die heutigen Spekulationen um UFO-Geheimwaffen in Form der „Fliegenden Dreiecke“ und der Area 51 vor 45 Jahren in einer anderen Form aufgetaucht, nachdem bereits 1946 die „Ghostrockets“ über Skandianavien eine ähnliche Funktion erfüllten – es kehrt also alles im neuen Kleid wieder!] Fast ein Jahr lang herrschte nach dieser zweiten „Invasion“ unbekannter Flugkörper Ruhe. Die Untertassen wären beinahe in Vergessenheit geraten, wenn nicht im Februar 1951 die amerikanische Illustriere Look, gestützt auf Erklärungen eines maßgeblichen Mitarbeiters des Forschungsinstitutes der amerikanischen Marine, Professor Urner Liddel’s mit der Erklärung herausgerückt wäre, die Untertassen seien nichts anders als große Ballons [Stratosphären-Ballons] zur Erforschung kosmischer Strahlen in Höhen bis zu 30.000 Meter. An Hand dieser bis dahin streng geheimgehaltenen Ballonaufstiege konnte tatsächlich eine weitere Anzahl von Untertassen-Beobachtungen einwandfrei geklärt werden [hierzu zählte an erster Stelle der Mantell-Vorfall, auch wenn er zu dieser Zeit noch nicht in diesem Zusammenhang bekannt gemacht worden war!] Trotzdem setzte Mitte 1951 die dritte Nachrichtenwelle über das Auftauchen von Flugkörpern ein. Sie begann damit, dass im Juli einige merkwürdige Objekte, teils durch Radar, teils durch Augenbeobachtung, über dem Raketenversuchsgelände von White Sands festgestellt wurden, von denen angeblich auch Filmaufnahmen gelangen. Der entwickelte Streifen zeigte jedoch lediglich einen verschwommenen Lichtfleck am Himmel. Eine offizielle Anerkennung der Echtheit dieser Aufnahmen ist nie erfolgt. Nun aber steuerte die Psychose langsam ihrem bisherigen Höhepunkt zu. Es mehrten sich die „Photographien“ von Untertassen, die meist „zufällig“ Bildberichtern bekannter Sensationsblätter gelangten. Am bekanntesten sind die Aufnahmen seltsamer Lichterscheinungen am nächtlichen Himmel von Lubbock in Texas geworden. Die angesehene Zeitschrift Time hielt sie einer Veröffentlichung wert. Angeblich sollen die Negative von der Luftwaffe untersucht und als „echt“ bezeichnet worden sein.

Im Juni und Juli 1952 überstürzten sich die Geschehnisse. Die Saarbrücker Zeitung ließ sich aus Nordnorwegen berichten, dass dort eine Untertasse notgelandet aufgefunden worden sei. Genaue Einzelheiten über die Leistungen der Flugscheibe wurden abgegeben, und es fehlte nicht die Feststellung, dass die Instrumente russische Beschriftung trügen. In dieser, durch solche und ähnliche Sensationsberichte erzeugten hektischen Atmosphäre, verwundert es kaum noch, dass von fast allen militärischen wichtigen Punkten der Vereinigten Staaten – einschließlich der Atomwerke – Meldung auf Meldung über „Aufklärungsflüge“ von Untertassen im Pentagon eintraf. In der Nacht zum 20. Juli waren die unbekannten Flugkörper erstmals über der Hauptstadt Washington selbst. Auf dem Schirm des Panorama-Radar-Geräts in der Zentrale des National Airport tauchten wenigstens plötzlich die Markierungen für acht unbekannte Objekte im Luftraum über der Stadt auf, obwohl sich kein Verkehrsflugzeug unterwegs befand. Gleichzeitig wurde diese Zeichen auch vom Radargerät auf dem Kontrollturm des Flughafens angezeigt, und Beobachter auf dem Turm glaubten, eine orangerot leuchtende Scheibe zu sehen. Düsenjäger wurden angefordert, aber ehe sie eintrafen, waren die bis dahin nur mit 160 bis 120 Kilometer pro Stunde fliegenden Objekte plötzlich vom Radarschirm verschwunden – um nochmals aufzutauchen, nachdem die Jäger zum Einsatzhafen zurückgekehrt waren. Noch zweimal wiederholten sich in den folgenden Nächten diese Erscheinungen auf den Braunschen Röhren der Washingtoner Funkmessgeräte. Die Erregung der amerikanischen Öffentlichkeit drohte in Panik auszuarten. Da machte sich die US-Luftwaffe auf einer Pressekonferenz die Theorie des Astro-Physikers Dr. Donald Menzel von der Harvard-Universität zu eigen. Nach Menzels Erklärung hätte eine Temperatur-Umkehrschicht, die sich während der damaligen Hitzewelle nachts über Washington bildete, sowohl Lichtquellen auf der Erde als auch Radarstrahlen reflektiert und so die festgestellten Erscheinungen herbeigeführt. Die Bewegung der „Untertassen“-Zeichen auf den Radarschirmen war seiner Meinung nach durch die Turbulenz ausgelöst worden. Zu jenen Teilnehmern der Pressekonferenz, die dieser Erklärung ungläubig gegenüberstanden, gehörte auch Major d.R. des Marine-Corps Donald E. Keyhoe. In seinem neuen Buch, das sich trotz aller angebrachten Skepsis spannend liest wie ein utopischer Roman, versucht er, Menzels Theorie ad absurdum zu führen. Das Material, das Keyhoe anführt, stimmt nachdenklich. Um so mehr, als er behauptet, sich ausschließlich auf Berichte des 1950 offiziell aufgelösten, später aber wieder neugebildeten Untersuchungsausschusses der Luftwaffe zu stützen. Solche Geheimberichte sehen – laut Keyhoe – folgendermaßen aus: Die Erscheinung wurde am 3. August 1953 auf dem Flugstützpunkt Hamilton in Kalifornien beobachtet. Um sechzehn Uhr fünfzehn waren zwei riesige Scheiben, in verschiedener Höhenlage fliegend, von Osten her aufgetaucht. Düsenpiloten auf dem Flugplatz beobachteten, wie die höher fliegende Maschine auf die Ebene der anderen herunterkam. Dann begannen die beiden Untertassen um den Stützpunkt herumzukurven, wobei sie wie Düsenjäger bei einem Kurvenkampf manövrierten. Der Flieger, der sie zuerst bemerkte, ein Leutnant D. A. Swimley, hatte immer über die Untertassen gespottet. Er glaubte immer noch, seinen Augen nicht trauen zu können, holte ein Fernglas und stellte es auf die seltsamen Flugobjekte ein. Dabei konnte er ihre runde Form deutlich sehen, doch flogen die Scheiben zu hoch, um andere Einzelheiten erkennen zu lassen. Inzwischen hatte das Radargerät der Bodenkontrolle die Bläschen der Untertassen eingefangen, und Luftspäher telephonierten schon die ersten Meldungen durch. Während die Abfangpiloten zu ihren F-86-Maschinen rannten, kamen sechs weitere Scheiben in Sicht und schlossen sich den anderen an. Wie Swimley und andere Flieger vom Boden aus feststellen konnten, gruppierten sich die Untertassen in Hufeisenformation und nahmen Kurs nach Westen. Ehe die Düsenjäger auf gleiche Höhe kamen, waren die Scheiben verschwunden. Im Verhör durch einen Geheimdienstoffizier erklärte Swimley, er schätze den Durchmesser der Scheiben auf 20 bis 33 Meter. „Und erzählen Sie mir nichts von Reflexionen“, fügte er hinzu. „Ich weiß, dass es massive Körper waren.“
Und hier ein anderer Fall. Diesmal war der Schauplatz die Ostküste: Um 21:12 h näherte sich eine DC-4-Verkehrsmaschine der Pan American der Stadt Norfolk, Virginia, auf ihrem Weg nach Miami. Am Steuer war der Erste Offizier W. B. Nash. Der Zweite Offizier W. H. Fortenberry fungierte als Begleitpilot. Beide Männer hatten eine Flugpraxis von mehr als zehn Jahren hinter such und hatten Tausende von Stunden in den Kanzeln von Verkehrsflugzeugen zugebracht. Die DC-4 hatte eine Höhe von 2.600 Metern und befand sich einige Kilometer von Newport News entfernt, als voraus ein roter Feuerglanz auftauchte. Die Piloten sahen sechs riesige, scheibenförmige Maschinen auf sich zurasen, aber in geringerer Höhe. Die Scheiben, die in Flachlage flogen, hatten einen strahlend orangen Glanz wie rotgluehendes Metall. Als sie sich in Staffelformation näherten, verlangsamte die Führermaschine jäh die Fahrt und kippte auf den Rand hoch. Wie auf ein Signal folgten die anderen fünf und stellten sich ebenfalls hochkant. Dann machte die Führermaschine beinahe kehrt, kippte wieder in Flachlage und schoss nach Westen davon. Die anderen manövrierten gleicherweise, änderten rasch ihren Kurs und schlossen sich der ersten Maschine in Linie an. Einige Sekunden später schossen noch zwei Scheiben unter den Tragflächen der DC-4 hervor. Als sie ihre Geschwindigkeit erhöhten, um die Formation einzuholen, konnten die Piloten verfolgen, wie ihre Farbe plötzlich heller wurde. Offenbar stand dies im Zusammenhang mit dem Antriebsverfahren der fremden Maschinen, denn das Licht der ersten sechs Scheiben war matter geworden, als sie ihre Geschwindigkeit herunterschraubten, um zu wenden. Dann waren sie wieder heller geworden, als sie ihr Tempo erhöhten. Verblüfft und verstört über die seltsamen Dinge, die die gesehen hatten, funkten die Piloten nach Norfolk und meldeten die Erscheinung in allen Einzelheiten. Als Geheimdienst-Offiziere der Luftwaffe sie bei der Landung in Miami in Empfang nahmen, meldeten die Drähte die Geschichte bereits in die Zeitungsredaktionen des Landes‘. Keyhoes Darstellung unterscheidet sich wohltuend von den üblichen Untertassen-Sensationsberichten in manchen Illustrierten. Jene Geschichten, dass Untertassen bereits gelandet und in einem Fall mit Liliputanern, im anderen Fall mit schrecklichen Monstren bemannt gewesen seien, verweist er eindeutig in den Bereich der Fabel. Er glaubt jedoch, dass sie demnächst landen werden, und er meint, die amerikanische Luftwaffe solle endlich alle ihre vorliegenden Informationen über die geheimnisvollen Erscheinungen bekannt geben, damit die Erdbevölkerung sich auf das Auftauchen der „Männer vom anderen Stern“ vorbereiten kann.

Für Keyhoe gibt es nämlich keinen Zweifel, dass die Untertassen interplanetarischen Ursprungs sind. Er hat alle Erscheinungsformen dieser „UFOs“, dieser „unbekannten Flugobjekte“, katalogisiert, die zigarrenförmigen genauso wie die scheibenförmigen. Aus den für ihn freigegebenen Geheimberichten der Luftwaffe glaubt er die Erkenntnis ziehen zu können, dass die Untertassen die „Beobachtung“ der Erde abgeschlossen haben, um nun in Kürze – in freundschaftlicher Absicht, wie ihm scheint – zur Landung auf unserem Planeten anzusetzen. Seine Theorie ist, dass die wesentlich höher als wir Menschen entwickelten Wesen ihre Raumschiffe unter Ausnutzung elektromagnetischer Felder bewegen, dass sie auf die Erde durch die ständigen Atomexplosionen aufmerksam geworden sind. Eine Erklaerung für den Widerspruch, dass die erste Atombombe 1945 gezündet wurde, dass aber die ersten Untertassen bereits zwei Jahre danach auftauchten, obwohl der nächste Stern außerhalb unseres Planetensystems über vier Lichtjahre entfernt ist, gibt Keyhoe allerdings nicht. Dabei kann keine Rede davon sein, dass die „UFOs“ etwa mit Lichtgeschwindigkeit, nämlich mit 300.000 Kilometer pro Sekunde, fliegen könnten. Die durch Radar-Beobachtungen festgestellte Hoechstgeschwindigkeit einer Untertasse betrug „nur“ 27.000 Kilometer pro Stunde. Diese uns ungeheuer erscheinende Geschwindigkeit würde jedoch noch nicht einmal ausreichen, um das Schwerefeld der Erde zu verlassen, würde also jede Rückkehr der „UFOs“ zum Startplatz auf einem anderen Planeten ausschließen. Auch sonst gibt es noch manches festzustellen, was gegen Keyhoes Theorien und überhaupt gegen das Vorhandensein von „Fliegenden Untertassen“ spricht. Es ist bisher weder ein „UFO“ in seiner genauen Gestalt gesehen worden, noch wurde das Spektrum der damit verbundenen Lichterscheinungen festgehalten, noch ist die Geschwindigkeit durch Kino-Theodoliten ermittelt worden. Es erhebt sich dabei freilich die Frage, ob Dinge, die aus einer anderen Welt kommen, überhaupt mit unseren irdischen Maßstäben zu erfassen, zu bestimmen und zu messen sind.
Übrigens: Die letzte Meldung über eine „Fliegende Untertasse“ stammt vom 9. Januar und kommt aus Deutschland. Mehrere Personen aus Donaueschingen und dem benachbarten Erdmannswieler wollen an diesem Tag zwischen sieben und acht Uhr einen mit großer Geschwindigkeit in südlicher Richtung fliegenden scheibenartigen Himmelskörper beobachtet haben. Der Nebel, der an diesem Morgen herrschte, lässt die Vermutung zu, dass die Beobachter sich durch eine Spiegelung der aufgehenden Sonne täuschen ließen [?].

Begleitet wurde der lange Artikel von der Salem-Aufnahme mit dem Bilduntertext: „Bluff oder Tatsache: Offiziell nicht beglaubigte Aufnahme von ‚Untertassen‘ über Salem.“ Zudem brachte man ein Bild von einem hochschwebenden und von unten fotografierten Stratosphären-Ballon mit dem Text „Sieht aus wie eine Untertasse: Stratosphären-Ballon der US-Marine“ ein. Ergänzt wurde der Beitrag mit einem sonst weiter nie gesehenen Foto, untertitelt mit: „Anregung für Flugzeugbauer: William Horten konstruierte diese einer Untertasse nicht unähnliche Maschine.“ Das Foto ist aber kaum aussagekräftig und schaut tatsächlich eher wie ein Handmodell in grober Zigarettenkisten-Form aus, dies mit den berüchtigen Untertassen in Verbindung zu bringen, war schon recht abenteuerlich.

Wieder „Fliegende Untertassen“? meldete die Rhein-Neckar-Zeitung am 15. Mai 1954: Drei geheimnisvolle „leuchtende Gegenstände“ wurden am Donnerstag in großer Höhe über der nordnorwegischen Ortschaft Kautokeino gesichtet.
Der Polizist des Ortes gab an, er habe die „Fliegenden Untertassen“ durch sein Fernglas beobachten können und dabei festgestellt, dass es keine Flugzeuge waren, sondern „Gegenstände“, die gestaffelt mit großer Schnelligkeit dahinflogen und ungefähr drei bis vier Minuten lang sichtbar waren. Ein anderer Einwohner des Ortes hatte die „Untertassen“ ebenfalls gesehen. Die norwegische Luftwaffe hat eine Untersuchung der Berichte aus Kautokeino eingeleitet.

Besuch vom anderen Stern vermeldete BILD am 25. Mai 1954 aus London: „Es gibt Fliegende Untertassen. Sie können nur von anderen Planeten kommen.“
Diese sensationelle Erklaerung des britischen Luftmarschalls Lord Dowing folgt der kürzlichen Freigabe amerikanischer Geheimdienst-Berichte, in denen- entgegen jahrelangen Behauptungen zugegeben wird: Wir haben tatsächlich UFOs (Unbekannte Flugobjekte) gefilmt und Fotos fotografiert, – wir haben, fern aller Hysterie, unzählige der ungewöhnlichsten Berichte ernsthafter Piloten geprüft, – wir haben fliegende Untertassen gleichzeitig optisch und mit Radar festgestellt, – und wir haben Geschwindigkeiten der Ufos von weit über 10.000 km pro Stunde exakt gemessen. Auch US-Geheimdienstoffiziere ziehen den Schluss, dass die Untertassen interplanetarischen Ursprung sind und durch Mutterschiffe an die Erde herangebracht werden.

Im Brennpunkt des Gesprächs: Steht die Erde unter Kontrolle? hieß es in der Wochenzeitung Die Erde (Hamburg) vom 27. Mai 1954: Es könnte sein, dass binnen kurzem bei uns die „Fliegenden Untertassen“ in den Brennpunkt des Gesprächs rücken werden – dann nämlich, wenn das ebenso nüchterne wie aufregende Buch des amerikanischen Majors im Ruhestand Donald E. Keyhoe „Der Weltraum rückt uns näher“ (328 Seiten, Leinen 14,80 DM, im Lothar Blanvalet-Verlag, Berlin) seine Leser auch in Deutschland gefunden hat. Der englische Titel lautet „Flying Saucers from Outer Space“ (zu deutsch: „Fliegende Untertassen aus dem Weltraum“), aber offenbar fürchtete der Verlag, die wörtliche Übersetzung würde dem Buch sogleich den Makel des Phantastischen und Unglaubwürdigen anheften. Denn die sogenannten „Fliegenden Untertassen“ haben bei uns bisher denselben schlechten Ruf wie einst die Seeschlange und später das „Ungeheuer vom Loch Ness“ oder die Schneemenschen vom Himalaja. Sie gelten als eine Chimäre, eben gut genug für ein Ammenmärchen, als ein neues Symptom für den heute überall wuchernden Aberglauben. Noch vor wenigen Wochen hat die vielgelesene und sonst mit Sorgfalt redigierte Jugendzeitschrift Das Zelt jedem Leser 1.000 D-Mark versprochen, der ihrer Redaktion den Nachweis bringt, dass „Fliegende Untertassen“ wirklich vorkommen. So immun ist man in Deutschland gegen das Unerwartete. Die Redaktion wird ihre Großzügigkeit bedauern, sobald sie bei Keyhoe die kritisch geprüften Berichte, 51 an der Zahl, über „unbekannte Flugobjekte“ liest, die das Verteidigungsministerium in Washington ihm zur Veröffentlichung freigegeben hat. Unknown flying objects ist die amtliche Bezeichnung für die Maschinen, die zum erstenmal am 24. Juni 1947 der Privatflieger Kenneth Arnold nahe dem Mount Ranier (Staat \Washington) in einer Kolonne von neun mit etwa 1800 Stundenkilometern dahinrasen sah und von denen er Reportern erzählte, sie hatten eine „untertassen-artige“ Form. So kam es zu dem kompromittierenden Wort „Fliegende Untertassen“, das nach Jux klingt und der unbehaglichen Sache von vornherein eine Narrenschelle angehängt hat. Während sich schon damals die Zeitungsleser in Gläubige und Ungläubige spalteten, horchte man im Pentagon (dem Gebäude des USA-Verteidigungsministeriums) auf. Im Januar 1948 wurde eine Geheimuntersuchung mit dem Stichwort Sign (später Grudge, dann Bluebook) begonnen. Spezialisten der Luftwaffe registrierten nicht nur alle sich häufenden Meldungen, sondern gaben auch an Militär- und Zivilpiloten einen „technischen Informationsbogen“ aus mit 40 Fragen nach der Beschaffenheit von etwa beobachteten „unidentifizierten Luftphänomenen an sich schon ein Hinweis, dass man im Pentagon durch die „Untertassen ernstlich beunruhigt war und nur nicht wusste, was von ihnen zu halten sei. Einige hundert Fragebogen kamen beantwortet zurück und wurden von den technischen Offizieren ausgewertet. Die Beunruhigung wuchs dabei um so mehr, als die „Flugobjekte“ in Wellen zu kommen schienen, manchmal wochenlang ausblieben, manchmal massiert über vielen Stellen der Erde auftraten. Die ersten Hypothesen wurden formuliert. Könnten die „Untertassen“ sowjetische Raketen, konnten sie Versuchsapparate einer supergeheimen USA-Anstalt sein ? Waren sie vielleicht nur ein Naturphänomen, das man früher nicht so aufmerksam beobachtet hatte?

Quelle: http://cenap.alien.de/chronicles/2thedaytheearthstoodstill2.htm

Gruß an die Geheimniskrämer

TA KI