Welt im Wahn: Afghanistan, Ukraine, Irak, Griechenland, Reebock und politisches Kleinganoventum


Digital StillCamera

Lohnt es sich überhaupt noch, als normaler Bürger seine Gedanken öffentlich zu machen? Mehr geschieht hier ja nicht. Wir als kleines Nachdenkmagazin verfügen nicht über die Ressourcen, Korrespondenten in die Ukraine zu schicken – oder nach Afghanistan. Oder nach Reebock. Reebock? Ja, eine Addidas-Tochter, die die vor einiger Zeit selbst aufgekauft hatten. Die Meldung erschien im Oktober 2010 im Manager-Magazin – wahrscheinlich hat sie jeder überlesen, der nicht bei Reebock arbeitet . Der Artikel bringt mit einem einzigen Satz Licht in die Welt unserer modernen Wirtschaftsordnung (siehe Manager-Magazin):

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt sei, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider.

Erstmal ist es ja schon Wahnsinn, welche Preise für eine Firma gezahlt werden, die Turnschuhe herstellt – aber was soll man machen: die Schlüsselindustrien sind schon alle verkauft. Der nächste Wahnsinn: das eine Gruppe von Geldanlegern (früher hätte man die “Sparer” genannt – aber das klingt so trivial) sich eine milliardenschwere Firma kaufen kann – ohne auch nur die geringste Ahnung vom Turnschuhbusiness zu haben. Man weiß, wo das endet, hat es oft genug gesehen: Massenentlassungen, Leiharbeitsmaximierung, Qualitätssenkung zum Wohle der Rendite – denn das ist alles, woran Investoren Interesse haben: an leistungslosem Einkommen.

Alles beruht auf einer ganz einfachen Gleichung: Ich gebe Dir heute hundert Euro – und dafür bekomme ich nächsten Monat 125 Euro zurück (wenn ich mal auf die alten Renditeträume von Josef Ackermann zurückgreifen darf). Szenen, aus dem Kleinganovenmillieu, mit denen man heute unsere Wirtschaft beschreiben kann.

Der so erzeugte Druck – der im Übrigen nur aufrecht erhalten werden kann, wenn hinter den Forderungen auch Schlägertrupps stehen, die diese durchsetzen – führt zu erstaunlichen Entgleisungen im Sozialgefüge, zu einem deutlichen Abbau des Gemeinschaftsbewusstseins bei gleichzeitiger hemmungsloser Plünderung der Gemeinschaftskassen (vor allem der Krankenkassen und der Steuerkassen) und zu einer unbeschreiblichen Verrohung der Moral: Zustände, wie man sie sonst nur in kollabierenden Sozialordnungen beobachten kann.

Schlägertrupps? Ja – die Jungs, die einem die Finger brechen, wenn man nicht pünklich zahlt. Die braucht man, sonst hält das ganze Gefüge nicht zusammen. Unsere Schlägertrupps haben sogar einen Namen: NATO – gerade weltweit im Einsatz. Unter dem US-Nuklearschirm kann man sich halt einiges erlauben – zum Beispiel die hemmungslose Ausweitung dieses Kleinganoventums auf alle Länder der Erde – im Namen von Investoren, die schon viele Firmen zugrunde gerichtet haben … und dicht davor sind, mit ihrem Wahn die komplette weltweite Wirtschaftsordnung zu zerstören … und nicht nur Reebock.

Speerspitze dieser Schläger sollen jetzt wir Deutschen werden – die Sachsen sollen jene Truppen anführen, die als erste in die Kampfhandlungen mit russischen Streitkräften eintreten (siehe Spiegel): ja, solche Nachrichten gehen heute fast spurlos an uns vorbei … ebenso wie die Nachrichten über eine Neugestaltung der atomaren Doktrin (siehe Spiegel): ganz offen wird ein thermonuklearer Krieg in Europa angegangen.

Worum geht es in diesem Krieg?

Nun – die Schlägertrupps der Kleinganoven haben noch nicht überall Zugriff, der Zinsterror endet an der russischen Grenze – eine Sünde sondergleichen, denn dort existiert etwas, was Investoren hassen wie die Pest: ein starker Staat, der sich gegen die schleichende politische Machtübernahme durch “Investoren” durch Enteignung wehrt. Früher war ihre Sünde der Kommunismus (was für ein grausamer und unverständlicher Gedanke auch, dass die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft dem Wohle aller – und vor allem der Kinder – zugute kommen sollte, um die Zukunft der Bewohner zu sichern), heute ist es die Nichtaktzeptanz des Kleinganovenbusiness. Ja, ich weiß: das ist jetzt etwas einseitig dargestellt – aber diese Einseitigkeit wird doch vom Kleinganovenjournalismus vorgelebt … was soll ich also anderes tun, als dies nachahmen?

Lange Zeit war das kein Krieg. Lange Zeit gab es da gar nichts – nur Tote. Die Kleinganovenmedien hatten sich noch nicht auf einen Sprachcode geeinigt, 2015 kam dann die Erlösung: der Spiegel erklärte den Krieg für offiziell eröffnet … und beschreibt nebenbei die Zunahme an Grausamkeiten auf beiden Seiten … nebenbei wird lapidar die brutale Ermordung eines russischen Generals in der Ukraine erwähnt, ohne die Quelle kritisch zu prüfgen – so “beweist” man hintenherum die Präsenz russischer Truppen in der Ukraine (siehe Spiegel). Weniger Beachtung finden Anschläge des ukrainischen Geheimdienstes auf die Pressefreiheit (siehe Ukraine-Nachrichten), wo sich Szenen abspielen wie bei Charlie Hebdo … nur momentan noch ohne Tote; die Frage, ob die ukrainischen “Freiwilligenbattalione” ihre Foltermethoden (siehe Junge Welt) vom amerikanischen Geheimdienst gelernt haben, wird wohl länger unbeantwortet bleiben – ebenso wie der Einsatz von Streubomben durch die Regierungstruppen ungesühnt bleiben wird (siehe Süddeutsche).

Da tobt inzwischen ein Vernichtungskrieg gegen den politischen Gegner, ein Krieg, der von Deutschland finanziert wird – mit aktuellen Kreditgarantien (siehe FAZ) kann der Finanzoligarch seine Machträume von dem Aufbau einer Riesenarmee verwirklichen (siehe FAZ) obwohl das Land völlig bankrott ist (siehe Spiegel).  Worüber man sich beschwert? Das der neue Zar in Russland das merkt und die ukrainische Armee die “Fremdenlegion” der Nato nennt, sollte aus der Perspektive nicht verwundern, zumal man im Westen inzwischen ganz offen über private US-Söldnerhaufen berichtet, die in der Ukraine aktiv sind (so der “Nahost-Sicherheitsexperte” Michael Lüders am 20.1.2015 in einer Sendung von N-TV): was wir Russland vorwerfen, praktizieren wir selbst ganz ungeniert. Wahrscheinlich sind wir deshalb so sicher, dass “DIE” das auch tun.

Wenden wir unseren Blick mal kurz von dem baldigen Dritten Weltkrieg ab – und bleiben bei den Investoren, die einen starken Staat fürchten wie der Teufel das Weihwasser: immerhin geht er konsequent seinem Job nach und schützt die Bürger vor Räubern und Piraten … auch vor denen in Armani-Anzügen und maßgeschneiderten italienischen Halbschuhen, die Geld genug haben, jeden führenden Politiker und Entscheidungsträger der westliche Welt auf größten Privatjachten durch die Paradiese des Universums zu schippern. Wie gehen wir eigentlich in Deutschland mit denen um? Der Putin sperrt sie ein und enteignet ihre Firmen … und was machen wir? Die Süddeutsche hat da aktuell einen kleinen Skandal aufgedeckt (siehe Süddeutsche):

“Fast die Hälfte der mehr als 2000 Hausausweise für Lobbyisten werden über die Parlamentarischen Geschäftsführern (PGF) der Fraktionen beantragt.
Etwa 900 davon werden über die PGF von Union und SPD beantragt. Zum Vergleich: Der Bundestag hat 613 Abgeordnete.
Die Namen der Lobby-Organisationen wollen weder Bundestagsverwaltung noch die PGF der großen Koalition nennen.”

Ganz offen wird über die Arbeit der Agenten des Kleinganoventums gesprochen:

Lobbyisten, die lieber ganz im Geheimen Abgeordnete beeinflussen wollen, können sich sicher sein, dass ihre Namen und die Namen ihrer Organisationen nirgends auftauchen.

Das .. ist das Ende der Demokratie. Sie starb – offiziell – am 24. Januar 2015. Und so bekommen “Investoren” direkten Zugriff auf politische Entscheidungen in Deutschland … oder auf die Inhalte der Medien. Da niemand weiß, wer da wann und wo bei wem warum unterwegs ist, ist mit Gegenmaßnahmen, Verhaftungen und Enteignungen nicht zu rechnen.

Irre, oder?

Aber es wirft ein interessantes Licht darauf, woher die negativen Gefühle gegen Putin noch kommen können.

Na ja – Krieg mit Putin ist beschlossene Sache, machen wir uns da mal nichts vor. Der Kapitalismus braucht seine Weltkriege, um überleben zu können: der Zeitpunkt, wo man merkt, dass man auf 100 % Welt nicht noch Zinsen draufpacken kann, ohne einen anderen Planeten hinzu zu fügen, rückt mal wieder näher, bald gehören dem obersten einen Prozent (zu dem auch die Bundestagsabgeordneten gehören) über fünfzig Prozent der ganzen Welt … und in absehbarer Zukunft gehört ihnen alles.

Die Bilanzen der ersten Kriege zur Rettung des leistungslosen Zins-Grundeinkommens auf Fürstenniveau liegen jetzt vor (siehe Deutsche Welle):

“Nach einer Universitätsstudie haben die von den USA im Anschluss an 9/11 geführten Kriege in Afghanistan, Irak und Pakistan 225.000 Menschen das Leben gekostet. Die Kosten der Kriege lägen bei vier Billionen Dollar.”

Interessant auch, was die Präsidenten der von der Eisenhower-Stiftung unterstützten Kriegskostenstudie zur Absicht ihrer Arbeit geäußert hat:

“Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.”

Das …. ist eine “Verschwörungstheorie” …. so nennt man heute den Versuch, Regierungslügen aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Vier Billionen Dollar. Das sind viertausend Milliarden Dollar. Der Irak hat 29 Millionen Einwohner, Afghanistan 30 Millionen. Hätte man die bisherigen Kriegskosten ohne Krieg JEDEM Iraker und Afghanen ausbezahlt, damit sie – wie ein ordentlicher deutscher Bundestagsabgeordneter – im Sinne des Systems funktionieren, dann … hätte JEDER 67000 Dollar erhalten können. Das ist das Durchschnittseinkommen eines Afghanen für 150 Jahre. Iraker haben sechs Mal so viel, wären also nach 25 Jahren wieder pleite (siehe Durchschnittseinkommen).

Irre, oder?

Die Opferzahlen stimmen jedoch jetzt schon nicht, auch dazu gibt es neue Studien (siehe Süddeutsche):

“Die ersten Bomben fielen 2003, acht Jahre später zogen sich die amerikanischen Soldaten aus dem Irak zurück. Einer US-Studie zufolge starben während des Irak-Krieges und der anschließenden Besatzung eine halbe Million Iraker. Und das ist eine “niedrige Schätzung”.

Wie viele wohl letztlich in der Ukraine sterben werden … und im Krieg gegen Russland?

Für die Freiheit, Konzerne wie Reebock aufkaufen zu können, sie auszuschlachten und ihre Reste profitabel zu veräußern – mit riesigen Kosten für die Sozialsysteme der so überfallenen Länder – morden wir weltweit wie die Wahnsinnigen.

Auch übrigens in Griechenland, dessen unverschämter Missbrauch des Wahlrechtes aktuell die Lobbyisten in allen Parlamenten aufschreckt. Über die Folgen der vor allem von Kanzlerin Merkel öffentlich so viel gepriesenen Sanktionen gegen Griechenland berichtete der Spiegel schon vor zwei Jahren (siehe Spiegel):

Die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ist allein zwischen 2008 und 2010 um 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Totgeburten um mehr als 20 Prozent. Als möglichen Grund führen die Wissenschaftler den – wegen hoher Kosten und geringem Einkommen – schwierigen Zugang zu Ärzten an, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft führten. Auch die Säuglingssterblichkeit ist den Zahlen zufolge um 43 Prozent gestiegen.

100000 Kinder pro Jahr werden jährlich in Griechenland geboren (siehe Deutschlandfunk). Im selben Jahr starben 4,85 Säuglinge pro tausend Geburten (siehe Länderdaten.de), also 485 im Jahr. Macht: 200 tote Säuglinge mehr dank Sparpolitik.

Was wäre das für eine Überschrift: KAPITAL KILLT TAUSENDE SÄUGLINGE!

Und das sind noch nicht alle, die der Sparpolitik zum Opfer gefallen sind. Schon 2012 schilderte die Süddeutsche Zeitung den Anstieg der Suizidraten in Griechenland (siehe Süddeutsche):

Im Jahr 2008 nahmen sich in Griechenland knapp 300 Menschen das Leben. Laut der Weltgesundheitsorganisation hatte Griechenland damals die niedrigste Selbstmordrate in Europa. Doch seit Beginn der Krise hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht. Schätzungen der Hilfsorganisation Klimaka gehen davon aus, dass sich seit Anfang 2010 weit mehr als 2000 Griechen das Leben genommen haben.

So etwas kennt man aus belagerten Burgen im Mittelalter: Säuglinge sterben, Menschen bringen sich um, die Hoffnungslosigkeit grassiert. Über “Krieg gegen Griechenland” redet allerdings keiner, die “Sanktionen” – in Deutschland auch Millionenfach gegen eigene Bürger ausgesprochen, in steigendem Maße auch gegen Behinderte (siehe “Gegen Hartz“) – werden auch anders genannt: “Auflagen”. “Tributzahlungen” … so nannten das die Römer zu Zeiten Christi.

Wer in Deutschland seine Tributzahlungen nicht in erforderlichem Ausmaß entrichten kann, wird zur einkommenslosen Zangsarbeit im Altenheim verdonnert – so jedenfalls die Phantasien der vom Lobbyisten geformten Entscheidungsträger (siehe gegen-Hartz).

Wollen wir mal grob schätze, wie viele Menschenleben die Sanktionen gegen Griechenland gekostet haben? 20o Säuglinge pro Jahr, 600 Selbstmorde pro Jahr? Da kommen wir auf 4000 Tote für fünf Jahre … und haben die Toten durch nicht mehr behandelbare Krankheiten noch gar nicht mitgezählt.

Suchen Sie bitte mal selbst: das dürften wesentlich mehr als 4000 sein. Mehr als im sogenannten “Ukraine-Konflikt”. Wo bleibt da der Aufschrei?

Er bleibt aus – weil in der Welt des Kleinganoventums alles in dunklen Hinterzimmern besprochen wird. Von dort aus wird die Straße regiert, dort wird die Bestechung des Bürgermeisters in Szene gesetzt, werden gezielte Schläge gegen die Konkurrenz ausgeheckt und Mordaufträge vergeben. Der genialste Coup jedoch war: jegliche Ermittlungen gegen das Kleinganoventum im Keim zu ersticken durch den genialen Einsatz des Wortes “Verschwörungstheorie” … Al Capone gibt die Parole aus “Es gibt keine Verbrechen in der Stadt!” Wer das nicht glaubt … kriegt Besuch … vom Selbstmordförderverein.

So weit sind wir nun gekommen … durch eine kleine Meldung über eine “Investorengruppe” – die wahren Herrscher der Welt, die wie blutrünstige Mongolenhorden die zivilisierte Welt überfallen und die Realwirtschaft bei lebendigem Leibe ausschlachten, um traumhafte Zinsgewinne zu regenerieren.

Jetzt weiß ich auch, warum wir kleine Blogger trotzdem weiter schreiben sollten… und vor allem weiter lesen müssen:

“Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.”

Übrigens – eine kleine Anmerkung noch für die Freunde der modernen Medien wie dem Manager Magazin: “unter Berufung auf nicht näher genannte Insider” kann ich auch behaupten, dass der Mond aus grünem Käse ist.

Und sowas nennen wir “seriöse Medien”.

Ich weiß übrigens nicht, ob die Investorengruppe aus Hongkong mit ihren Kollegen aus dem Königshaus von Abu Dhabi Reebock wirklich gekauft haben – oder lieber woanders Arbeitslose produzieren. Das … ist aber auch unerheblich.

Die Zahl der Toten durch die Politik der letzten Jahre allerdings nicht.

Quelle: http://www.nachrichtenspiegel.de/2015/01/27/welt-im-wahn-afghanistan-ukraine-irak-griechenland-reebock-und-politisches-kleinganoventum/

Gruß an die, die erkennen daß es keine Panikmache ist, wenn euch gesagt wird daß der III Weltkrieg ( die Fortsetzung des nicht beendeten II Weltkrieges)  in der letzten Vorbereitungsphase ist!!

TA KI

Gauck: „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“


bundespraesident-joachim-gauck-waehrend-seiner-rede-im-bundestagBundespräsident Joachim Gauck hat die Menschen in Deutschland 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor einem Schlussstrich unter den Holocaust gewarnt. „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“, sagte er in einer Gedenkstunde des Bundestages. Die Erinnerung an den Holocaust bleibe eine Sache aller Bürger, die in Deutschland leben. Er gehöre zur Geschichte dieses Landes.

 

Gaucks Mahnungen stehen auch vor dem Hintergrund einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann Stiftung, nach der sich eine große Mehrheit der Deutschen nicht mehr mit dem Holocaust beschäftigen will.

81 Prozent möchten demnach die Geschichte der Judenverfolgung „hinter sich lassen“. 58 Prozent wollen einen Schlussstrich ziehen.

Lammert: Erinnerung an Auschwitz wachhalten

Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, Auschwitz stehe wie kein anderer Ort als Synonym für das, was Menschen Menschen antun könnten. Die Erinnerung an den Holocaust mahne eindringlich, solche Verbrechen nie und nirgendwo mehr zuzulassen.

Lammert betonte: „Für die schreckliche Vergangenheit unseres Landes sind die Nachgeborenen nicht verantwortlich, für den Umgang mit ihr aber schon“.

Lammert: Erinnerung an Auschwitz wachhalten

Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, Auschwitz stehe wie kein anderer Ort als Synonym für das, was Menschen Menschen antun könnten. Die Erinnerung an den Holocaust mahne eindringlich, solche Verbrechen nie und nirgendwo mehr zuzulassen.

Lammert betonte: „Für die schreckliche Vergangenheit unseres Landes sind die Nachgeborenen nicht verantwortlich, für den Umgang mit ihr aber schon“.

Im Gedenken daran könne es Anlass für Hoffnung sein, wenn sich die Deutschen humanitären Herausforderungen der Gegenwart stellten.

Überlebende auf der Tribüne

An der Veranstaltung des Bundestags nahmen auch Auschwitz-Überlebende auf der Tribüne teil. Das Konzentrationslager war am 27. Januar 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit worden.

Unter nationalsozialistischer Herrschaft waren in dem Lager mindestens 1,1 Millionen Menschen vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden oder an Krankheiten und Hunger gestorben. Eine Million waren Juden.

 

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_72657048/gauck-im-bundestag-keine-deutsche-identitaet-ohne-auschwitz-.html

Gruß an die, denen hier bewußt wird was Menschen Menschen antun, währenddessen den „Nachgeborenen“ das  kritische Hinterfragen der Historie seitens der Gesetzesgeber durch entsprechende Einführung von Paragraphen unter Strafe verboten ist-

Diese Hinterfragenden werden unmittelbar der Öffentlichkeit als NAZIs gebranntmarkt präsentiert …

Die Geschichte schreiben schon seit je her die Sieger eines Krieges, wohl dem der sich in diesem Zusammenhang vor Augen führt daß wir KEINEN Friedensvertrag haben- in der Schlußfolgerung – uns  in einer Waffenruhe befinden.

Wie lange noch?

Wer seine Aufmerksamkeit auf die derzeitigen Schlachtfelder der Welt lenkt wird erkennen daß es eine Frage der Zeit ist, bis es auf Deutschland Bomben hagelt.

Hier stellt sich mir also in erster Linie die Frage, wer über was so langsam mal gründlich nachdenken sollte.-

 

TA KI

 

USA wollen Mitspracherecht bei EU-Gesetzen


RTR3LCHN

TTIP-GeheimverhandlungenUSA wollen Mitspracherecht bei EU-Gesetzen

Haben die USA demnächst bei der Gesetzgebung in der EU ein Wörtchen mitzureden? Sollte TTIP zustande kommen, könnten Listen mit wichtigen Gesetzesplanungen vorab ausgetauscht werden. Der jeweilige Handelspartner hätte Einfluss auf die Rechtslage.

Das zwischen den USA und der EU geplante Freihandelsabkommen TTIP soll eine Regelung enthalten, wonach die EU, die EU-Mitgliedsstaaten und die Bundesländer die USA vorab über Gesetzesvorhaben informieren und sich darüber abstimmen

Einmal im Jahr sollen die EU und die USA sich gegenseitig eine Liste mit geplanten Gesetzen vorlegen. Diese Liste soll Ziele und einen Zeitplan der Vorhaben ebenso beinhalten, wie Angaben zu den Folgen auf den transatlantischen Handel. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf interne Verhandlungspapiere.

Auf Grundlage dieser Informationen könnten die USA und die EU demnach über Gesetze verhandeln, die sie als bedenklich erachten. Dazu sei es möglich, Beratungen bei der Gegenseite zu beantragen, die den Gesetzgebungsprozess im Zweifel bis zum Ende begleiten. Dies gelte für die Gesetzgebung auf EU-, Bundes- und Landesebene, so der Bericht. Sollte sich ein Partner letztlich dazu entscheiden, das Gesetz gegen die Bedenken des anderen durchzusetzen, so sei auch das möglich.

Keine neuen Hindernisse

Europäer und Amerikaner wollen mit TTIP nicht bloß bestehende Handelsschranken abbauen. Durch die Zusammenarbeit im Bereich der Gesetzgebung soll auch verhindert werden, dass neue Gesetzeshürden entstehen, die den transatlantischen Handel behindern könnten.

Das Freihandelsabkommen TTIP ist umstritten. Die Verhandlungen dazu werden im Geheimen und unter Ausschluss der nationalen, ja sogar des EU-Parlaments geführt. Kritiker warnen davor, dass durch das Abkommen wesentlich lockerere Umwelt- und Verbraucherschutzstandards aus den USA nach Europa importiert werden.

Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt ist der Investitionsschutz (ISDS). Dabei geht es darum, wie ausländische Investoren vor Verstaatlichungen und anderer „unfairer“ Behandlung im Gastland bewahrt werden können. TTIP-Gegner warnen vor der Möglichkeit, dass über spezielle Schiedsgerichte nationales Recht und nationale Politik ausgehebelt werden könnten.

Quelle: http://www.n-tv.de/wirtschaft/USA-wollen-Mitspracherecht-bei-EU-Gesetzen-article14395946.html

Gruß an die, die sich um ihre eigenen Belange kümmern

TA KI

Lauschangriff gegen Hooligans? BGH löst Diskussionen aus


dpa-148864009FE57135

Hat der Bundesgerichtshof der Polizei schärfere Waffen im Kampf gegen Hooligans gegeben? NRW-Innenminister Jäger prüft das. Experten warnen.

Als sich an einem Samstag Mitte Januar 2014 mitten am Tag und mitten in Köln mehrere Dutzend Hooligans aus Köln, Dortmund und Gelsenkirchen eine Massenschlägerei lieferten, traf das die Polizei damals unvorbereitet. Mit einer Telefonüberwachung wäre man den Schlägern vielleicht im Vorfeld auf die Schliche gekommen; bei Delikten wie Landfriedensbruch und Körperverletzung war das aber rechtlich tabu. Bald wohl nicht mehr. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor. Die soll bereits Wirkung zeigen.

So haben sich jüngst zwei Gruppierungen offiziell als aufgelöst erklärt, heißt es im Online-Fanportal Fanzeit.de; neben der „Standarte Bremen“ auch die „Westfront Deutschland“ in Aachen. Beide nennen jedoch keine Begründung, die Aachener Gruppe mag sich zudem nicht als Fußball-Hooligans bezeichnet sehen. Der Bochumer Fan-Forscher und Kriminologe Prof. Thomas Feltes glaubt unterdessen, dass solche Reaktionen „sich als Bumerang für die Strafverfolgungsbehörden erweisen“. Die BGH-Entscheidung „kann dazu führen, dass Hooligan-Gruppen sich noch stärker nach außen abschotten und sich gegebenenfalls auch pro forma auflösen. Ähnlich wie bei rechtsextremistischen Gruppierungen wird dann die Kontrolle durch die Polizei erschwert.“

„Drittortauseinandersetzungen“ sind nun grundsätzlich strafbar

Worum es geht: Fünf rechtsextreme Hooligans der mittlerweile aufgelösten Vereinigung „Hooligans Elbflorenz“ aus Dresden waren wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch verurteilt worden. Vor dem BGH hatten sie Revision eingelegt. Die Richter dort milderten zwar einige Punkte ab, gingen im Grundsatz jedoch weiter.

Bisherige Gerichtsurteile, die Prügeltreffen auf Feld, Wald und Wiese – Fachbegriff „Drittortauseinandersetzungen“ – als „kampfsportähnliche Veranstaltungen“ durchgehen ließen, „sind nun obsolet“, sagte eine BGH-Sprecherin: Wenn Hooligan-Gruppierungen „eine gewisse Organisationsstruktur“ hätten und nur dem Zweck dienten, sich gegenseitig zu verprügeln, könnten sie als „kriminelle Vereinigung“ eingestuft werden, entschied der 3. Strafsenat. Schon die nachgewiesene Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe kann dann mit einer hohen Haftstrafe belangt werden.

Ausdruck einer Hysterie gegen bestimmte Fußball-Anhänger

 

Das sorgt für Diskussionen in der Szene, ist bei Fanprojekten im Ruhrgebiet zu hören. Gleichwohl heißt es dort: „Die Entscheidung kommt nicht überraschend“. Fußballanhänger würden vor Gericht zunehmend härter bestraft. Gewalttaten mit Fußballbezug würden dort verstärkt „als Politikum“ bewertet. Der Kölner Rechtsanwalt Frank Hatlé von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte sieht in dem BGH-Entscheid „die Spitze eines Prozesses“ und Ausdruck einer „Hysterie“ der Strafverfolgungsbehörden gegen bestimmte „besonders aktive“ Fußball-Anhänger aus Ultra- und Hooligan-Szene.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mag der Polizei indes noch keine Strategie verordnen. Noch müssen die Richter in Karlsruhe ihre Entscheidung schriftlich begründen. „Es ist gut, dass der BGH klare Worte gefunden hat“, sagt Jäger. Wer den Fußball benutzt, um seine Gewalt auszuleben, sei nichts anderes als ein Straftäter. Die BGH-Entscheidung werde nun ausgewertet. „Wenn sich aus dem Urteil Handlungsspielräume ergeben, nutzen wir sie, um noch konsequenter gegen diese Gewalttäter vorzugehen“, sagt Jäger.

Telefonüberwachung, Lauschangriff, Rasterfahndung

Arnold Plickert, NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht bereits „einen zweiten notwendigen Schritt“ im Einsatz gegen Hooligans und gewaltbereite Ultra-Gruppen: „Man müsste ihnen das Tragen ihrer Embleme verbieten“. Die seien Machtsymbole, deren Verbot bereits bei Rockern in NRW Wirkung zeige . Gleichwohl sieht Plickert nach wie vor hohe rechtliche Hürden in Bezug auf härtere Ermittlungsmaßnahmen gegen Hooligan-Gruppen: „Wir müssen jeder Gruppe nachweisen, dass sie dem Ziel dient und zu dem Zweck gegründet wurde, Straftaten zu begehen“ – erst dann sei das Kriterium als „kriminelle Vereinigung“ gegeben.Telefonüberwachung, Rasterfahndung, Großer Lauschangriff auf Wohnungen: Gegen kriminelle Vereinigungen fährt das Strafrecht schwere Geschütze auf. Dass sie auch gegen Personen und Gruppen aus dem Bereich „Gewalttäter Sport“ eingesetzt werden, begründet aus Sicht von Fananwalt Frank Hatlé die erhebliche Gefahr „schwerer Grundrechtverletzungen“. Die einschneidenden Ermittlungsmaßnahmen, welche der Gesetzgeber zur Bekämpfung der Schwerstkriminaltät schuf, drohen nun zur Standardmaßnahme im Kampf gegen vermeintliche Gefahren durch Ultrà-Gruppen oder sogenannte Hooligans zu werden, bemängelt Hatlé. „Da eine inhaltliche Überprüfung solcher Anträge durch die Ermittlungsrichter sehr häufig nur unzureichend stattfindet, droht eine inflationäre Ausweitung dieser Maßnahmen.“

Fan-Forscher Prof. Thomas Feltes kritisiert zudem, es sei nicht die Regel, dass man Hooligan-Gruppen so genau bestimmen kann. Es gebe Mitläufer und viele Leute, die nicht zum harten Kern zu zählen seien. Feltes‘ Fazit: „Verschärfte Polizeimaßnahmen gegen Personen, die nicht eindeutig zum harten Kern einer Hooligan-Gruppierung gehören, halte ich für rechtsstaatlich bedenklich und rechtswidrig.“

Quelle: http://www.derwesten.de/politik/lauschangriff-gegen-hooligans-bgh-loest-diskussionen-aus-id10277248.html

Gruß an die die erkennen wie Rechtlos es hier zugeht

TA KI

Der Marseffekt wirkt sich aus… Teil 1



Leben wirklich Menschen auf dem Mars? Der Herbst könnte Antwort geben – Planet kommt auf 56 Millionen Kilometer an die Erde heran berichtete am 7. Juli 1956 die Rhein-Neckar-Zeitung:

Die wissenschaftliche Welt steht vor einem astronomischen Großereignis. Sterngucker in aller Welt erwarten mit Spannung den kommenden Herbst, wenn der Mars zum erstenmal seit Jahrzehnten wieder auf etwa 56 Millionen Kilometer an die Erde herankommen und damit den modernen Präzisionsinstrumenten der Astronomen näher als jemals zuvor sein wird. Vielleicht wird sich dann auch der achtzigjährige Streit über die berühmten Marskanäle entscheiden lassen, der im Jahre 1877 begann, als der italienische Sternkundler Giovanni Schiaparelli diese merkwürdigen Linien auf der Oberfläche des Mars entdeckte und sie zu künstlich angelegten Bewässerungskanälen deklarierte. Den Astronomen von heute stehen natürlich viel bessere und genauere Geräte zur Verfügung als dem italienischen Pionier der Marsforschung. Sogar Fernsehkameras werden mit von der Partie sein; eine Expedition, die sich extra zu diesem Zweck in Südafrika in der Nähe von Blömfontain niedergelassen hat, wird sie zum gegebenen Zeitpunkt auf den Planeten richten. Die Theorie von den Marskanälen wurde zunächst in Fachkreisen weidlich belacht, bis der bekannte amerikanische Astronom Percival Lowell die Entdeckung Schiaparellis verteidigte und die „Kanäle“ in eine Karte der Marsoberfläche eintrug. Einige von ihnen, behauptete der Amerikaner, müssen Tausende von Kilometern lang sein. Heute gibt es eigentlich nur noch wenige ernsthafte Wissenschaft, die an das Vorhandensein menschlicher oder menschenähnlicher Lebewesen auf dem Mars glauben. Allgemein anerkannt wird dagegen die Theorie, dass es auf dem Mars Leben, und zwar in Form von Pflanzen, gibt. Einige Astronomen sind fest davon überzeugt, dass die sogenannten Kanäle in Wirklichkeit breite Streifen Landes sind, die mit Flechten oder einer ähnlichen Vegetation bewachsen sind und von den schmelzenden Schneewassern, die im „Frühling“ von den Polarregionen des Planeten ins Tal fließen, zum Grünen gebracht werden. Tatsache ist jedenfalls, dass die Gebiete, die möglicherweise eine pflanzliche Vegetation haben, mit den Jahreszeiten auch ihre Farbe wechseln, erst grün, dann gelb und schließlich braun werden. Tatsächlich kennt der Mars Jahreszeiten, die denen der Erde ähneln. Allerdings dauert ein Jahr auf dem Mars 687 Tage, ein Tag ist dort 24 Stunden, 37 Minuten und 23 Sekunden lang. Die Masse des Mars macht etwas mehr als ein Zehntel der Erdmasse aus.

Generationen von Forschern auf der Erde haben sich über die Frage gestritten, ob der Mars bewohnt ist oder jemals bewohnt war. Es scheint, dass das Marsklima tatsächlich ausgeglichener als das Erdklima ist und dass Menschen, die mit den notwendigen Lebensmitteln ausgerüstet sind, sehr wohl auf dem Mars landen und dort leben könnten. Sehr strittig ist auch das Alter dieses merkwürdigen Planeten. Einige Astronomen behaupten, der Mars sei jünger als die Erde und habe jetzt erst den Stand erreicht, den die Erde vor der Entstehung des Menschen erreicht hatte. Andere wiederum unterstützen die Theorie, dass der Mars viel älter als die Erde ist und das darstellt, was die Erde in mehreren Millionen Jahren einmal sein wird. Zweifellos werden im Herbst, wenn der Mars auf seiner gewohnten Bahn wieder einmal in die nächste Nähe der Erde kommt, von den Wissenschaftlern in aller Welt unzählige neue Daten für und wider die bestehenden Theorien gesammelt werden. Doch dürfte auf die Kernfrage, mit der sich die Menschen auf der Erde jetzt schon seit Jahrhunderten auseinandersetzen – gibt es Menschen auf dem Mars? – immer noch keine klare und eindeutige Antwort gefunden werden. Vielleicht wird sich diese Frage erst lösen lassen, wenn die ersten wirklich brauchbaren Raumschiffe starten und den Menschen höchstpersönlich auf jenen rätselhaften Planeten tragen.

Der Mensch und die Marsmenschen in ihren fliegenden Kisten, irgendwie gehören sie historisch gewachsen zusammen. Wie man in der Rückschau sieht, war die Mars-Leben-Diskussion ein förderliches Element der Untertassen-Streitfrage. Die Erwartungen des Menschen (auch der Wissenschaftler) nach wissenschaftlichen Neuigkeiten umwerfender Art bei der Mars-Annäherung waren hoch gesteckt – auch wenn wir aus heutiger Schau erkennen müssen, dass auch damals die Wissenschaft zu hoch gesteckte Erwartungen hatte und der Mars nochmals betreffs der Lebensfrage in eine tieferliegende Schublade herabgesetzt werden musste. Nicht nur zur Jahrhundertwende hatten sich die Astronomen Schiaparelli und Lowell ob der Marskanäle geirrt, sondern auch noch Mitte der 50er Jahre dieses Jahrhunderts irrten sich die Wissenschaftler ob des selben Gegenstandes ihrer Begutachtung. Analog einher muss natürlich auch daran gedacht werden, dass die Wissenschaftler der UFOlogie sich bei einem weitaus größeren Problemkreis wie dem UFO-Phänomen ebenso gewaltig irren können. Ja, die Wissenschaft ist auch von Pleiten, Pech und Pannen nicht verschont. Es hat sich jetzt schon gezeigt, dass die UFOlogen auch nichts weiter als eine moderne Ausformung der Schiaparelli’s und Lowell’s sind.
Radiowellen vom Mars empfangen, kabelte dpa aus Washington und so meldete der General-Anzeiger vom 19. September 1956: Radiowellen vom Mars sind nach Mitteilung amerikanischer Wissenschaftler mit einem zu Marineforschungszwecken dienenden Radioteleskop bei Washington aufgefangen worden. Die gleichen Forscher hatten in diesem Jahr bereits die Radiostrahlung der Venus aufgefangen. Da die Radiostrahlung mit der Temperatur des sendenden Sterns zusammenhängt, konnten die Astronomen feststellen, dass die Oberflächentemperatur der Venus über 100 Grad Celsius beträgt, während die des Mars etwas unter dem Gefrierpunkt liegt.
Die Radiosignale vom Mars waren so schwach, dass die amerikanischen Wissenschaftler mehr als 50 Messungen mit dem 15-m-Teleskop der Marineversuchsstation vornehmen mussten, ehe die Herkunft der Strahlen feststand.

Goldene Zeiten für die UFOlogie – die DUIST gründet sich

2 „…des Interplanetarischen sowie Galaktischen Verkehrs im Kosmos… Sie dient dem Weltfrieden und der Völkerverständigung, der naturwissenschaftlichen und ethischen Bewusstseinserweiterung im beginnenden Kosmischen Zeitalter…“
3 „…(DUIST) hat freiwissenschaftliche, unpolitische, überkonfessionelle, völkerverbindende und universelle, auf interplanetarische Verbindung und Austausch gerichtete Zielsetzungen…“
Auszüge aus der Satzung der DUIST

Was für Meldungen und Schlagzeilen waren in knapp zehn Jahren über Deutschland gekommen! Bisher hatte sich offenbar Nachkriegs-Deutschland selbst wenig mit den Untertassen beschäftigen können, wenn auch da und dort selbst solche Körper aufgetaucht sein sollen. Aber eine richtige deutsche UFO-Forschungsanstrengung, die der UFOlogie, war noch nicht zu verzeichnen gewesen. Offenbar lag nun das Kriegsende weiter zurück, sodass die Menschen nach vorne schauen konnten und sich mit weniger alltäglichen Herausforderungen beschäftigen. Überhaupt setzte ab 1953/54 weltweit ein regelrechter Boom an UFOlogie ein, Deutschland wurde schließlich davon ebenso erfasst. Meldungen, Meinungen und Ansichten gab es zum Thema genug.
Die öffentliche Debatte war eröffnet und Keyhoe’s Buch hatte als erster UFO-Klassiker höchste Auflagen erzielt. Es gab also ein Publikumsinteresse in diesen schwierigen Zeiten des Kalten Kriegs und der Faszination „Astronautik“, wie man damals alles rund um den Weltraumflug und der Rakete nannte. Nachdem nun die USAF ganz offiziell UFOs erforschte, war Zeit geworden, dass sich auch Hobbyisten dem modernen und herausfordernden, spannenden und phantasienfreisetzenden Nebenzweig der „Astronautik“ widmeten und in Vereinen organisierten. Das Künstler-Ehepaar Karl & Anny Veit schuf mit dem Sprachrohr UFO Nachrichten die Basis für ein deutsches ufologisches Zentrum, welches über Jahrzehnte hinweg unbestritten die UFOlogie schlechthin für Deutschland repräsentierte und in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreich und der Schweiz Ortsgruppen unterhielt.
Große UFO-Kongresse mit esoterischer Auslegung haben seit den Tagen der Veit’s eine Tradition. Die kunterbunte Kindergarten-UFOlogie prägte sich als Weltanschauungs-Vereinigung, neue kosmisch-komische Pseudoreligion oder/und modernen Aberglauben an technische, gott/aliengesandte Engel aus.

Jeder, der sich die Mühe macht irgendwo in der Presse auftauchende UFO-Meldungen nachzuspüren wird bald nicht mehr nur ein wissenschaftlich Suchender sein, sondern hautsächlich sich eher wie ein Detektiv vorkommen. Zu diesem Schluss kam bereits 1955 Siegfried Schöpfer, der eine Volkshochschule leitete sowie freier Mitarbeiter einer Sternwarte war und so das Bändchen „Fliegende Untertassen – Ja oder Nein?“ im Walter Hädecke Verlag (Stuttgart) herausbrachte. Schöpfer hatte sich 1954 den UFO-Meldungen hauptsächlich in Süddeutschland angenommen und war ihnen nachgegangen: „Beginnen wir mit den im Sommer aus der Tschechei und Ende September über Passau und Linz beobachteten Untertassen. Die Ermittlung ergab, dass es sich einwandfrei um Scheinwerfer von Flakbatterien anläßlich tschechoslowakischer Manöver handelte. Die aus dem Rheinland im August gemeldeten Untertassen waren samt und sonders nichts anderes als die verstärkten Sternschnuppenfälle der Perseiden. Es war direkt auffallend, mit welcher Identität die Meldungen sich während des Maximums der Perseidenfälle, d.h. um den 15. August häuften, sie lauteten meist:
Überaus hohe Geschwindigkeit, rasch verschwindend, strichartige Flugbahn, geräuschlos, heller als gewöhnliche Sterne. Aus Bad Hersfeld wurde ein UFO wie folgt gemeldet: 5:45 h, geräuschlos, rund, in der Mitte kuppelartige Erhöhung, Ränder gewölbt, Farbe metallisch, Flugbewegungen loopingartig wie ein fallendes Blatt [!], Dauer ca. 45 Sekunden. Die angebliche Untertasse war einwandfrei der Absturz einer Radiosonde. Die kürzlich beobachtete Erscheinung an der Adria war auch eine Radiosonde; allerdings wurde hier der Aufstieg beobachtet, wobei das Sonnenlicht über eine halbe Stunde lang den Ballon weißlich glänzend erscheinen ließ. Die Ortsveränderung war dabei kaum merklich.

Die aus Rastatt und Basel gemeldeten UFOs vom September 1954 waren Düsenjägerübungen; die Beobachtungszeiten waren vorwiegend zwischen 18:30 und 19:30 h, wo bei sich durch die tiefstehende Sonne besondere Leuchteffekte an der Unterseite der Flugzeuge ergaben. Aus Stuttgart liegen verschiedene Meldungen vor, die von den Mitarbeitern der Stuttgarter Sternwarte geklärt werden konnten. Ein besonders helles UFO im Juli war als Niedergang eines hellen Meteors geklärt worden. Bei einem zweiten Fall handelt es sich um ein Hochgewitter mit Flächenblitzen. Im dritten Fall – man sollte es nicht für möglich halten – war es ein Reklameflugzeug von Trumpf-Schokolade. Eine weitere Meldung war dargestellt, dass die fragliche Untertasse im Osten um 1:30 h knapp über dem Horizont gesichtet wurde. nach einer Stunde war die Untertasse nicht mehr ganz so rot und deutlich höher gestiegen! Erklärung: Der Beobachter hat nichts anderes als den Aufgang des Planeten Jupiter beobachtet. Richtung, Uhrzeit und Art der Bewegungen stimmten genau überein. Bei einem erst kürzlich gemeldeten Fall war es entsprechend der Untergang der Venus am Abendhimmel (Herbst 1954). Auch aus den Vororten von Stuttgart wurden UFOs gemeldet. Der Fall in Zuffenhausen war nichts anderes als ein Segelflugzeugmodell ablässlich eines Segelflugtages. Die in Obertürkheim beobachtete Untertasse war einwandfrei ein Düsenjäger. Ebenso waren die verschiedenen UFOs, die in Baltmannsweiler bei Esslingen (Neckar) im August gesehen wurden, Düsenjäger kurz vor Sonnenuntergang: ‚Zwei helle, glänzende Punkte, die von Süden nach Norden flogen und sehr plötzlich nach Westen abdrehten. Das Auffallende war diese hell glitzernde Farbe.‘ Weitere Fälle aus verschiedenen Gegenden Deutschlands ließen sich auf einen der eben beschriebenen Fälle zurückführen. Die aufsehenerregenden UFO-Beobachtungen am 28. Oktober 1954 in Rom sind einwandfrei auf einen Aufstieg vieler Wetterballone zurückzuführen. Die Beobachter sahen – typisches Beispiel – rotierende, glühende Scheiben, und in Wirklichkeit waren es nicht rotierende, in der Sonne glänzende Ballone.“ Ebenfalls wurde von Schöpfer damals eine wichtige Erfahrung gemacht, die zahlreiche UFO-Phänomen-Forscher nach ihm wieder und wieder in allen Teilen der Welt machen werden. So gab es in jenem Herbst 1954 eine Konzentration von UFO-Sichtungen in Ulm und um Ulm herum, ausgelöst durch eine Zeitungsmeldungen wonach 10 bis 15 Einwohner ihre Sichtungen einem namentlich genannten Landespolizeiobermeister vortrugen. Begonnen hatte alles mit der Fehldeutung eines hochfliegenden Flugzeug, dies sprach sich als Fliegende Untertasse herum und dann sahen immer mehr Menschen solche Objekte. Darunter auch eine Formation von drei schnellfliegenden Düsenjägern, die gerade ihren Flugplatz ansteuerten und dort neu stationiert waren. In einem weiteren Fall war die „rötliche Untertasse“ nichts weiter als der Untergang des Planeten Mars gewesen der von mehreren Leuten gleich als UFO angesehen wurde.

Auch wenn dieser erste deutsche UFO-Untersucher selbst erst aufgrund der vorliegenden Schriften und Publikationen in den Erscheinungen „ein neues Phänomen, welches bisher nicht geklärt ist“ sah, wurde er nach der mit Sorgfalt und Ausdauer geführten Untersuchungen ernüchtert. Alle die von ihm aufgegriffenen Berichte konnten erklärt werden, auch wenn es zunächst anhand der ersten Meldungen (meist kurz gefasst und den Details mangelnd) anders ausschaute. So sprach Schöpfer von einer „UFO-Psychose“ die von Donald Keyhoe’s sensationelles Buch „Der Weltraum rückt uns näher“, welches gerade in Deutschland erschienen war und für gewaltigen Wirbel in den Medien sorgte. Hierdurch wurde dem Deutschen das UFO-Phänomen markant näher gebracht und die populäre interplanetarische Raumschiff-Konzeption ging auf. „Anscheinend genügt das Loch-Ness-Ungeheuer und der Schneemensch vom Himalaja nicht mehr, so dass wir es hinnehmen müssen, dass die Sensation des Jahres 1954 eben die Fliegenden Untertassen waren…“, stellte der Mann fest, aber niemand hörte hin wie wir gleich sehen werden.

Weltraumbote nannte sich ab 1. November 1955 eine Publikation (Format Din-a-5, gedruckt) von Heinrich Ragaz (Jahrgang 1909) aus Zürich, genannt eine „unabhängige Zeitschrift zur Verbreitung der Wahrheit über die Fliegende Untertassen genannten außerirdischen Raumschiffe, zum Kampf gegen die Atomspaltung und für die Vorbereitung des neuen, geistigen Zeitalters“. Ragaz war angeregt worden durch ein „Werklein“ von Dr. Gilbert N. Holloway, Begründer und Leiter der „Holloway School of Philosophy & Religion“ in Los Angeles: „The Coming of The Space People“. Dieser Leitfaden wurde als „derart wissenswert und wichtig“ angesehen, dass sich Ragaz entschloss ihn in deutscher Sprache vorzulegen, weil man sich hierdurch „ein zuverlässiges Urteil“ bilden könne, wenn es um Fliegende Untertasse gehe. Hier ging es um „Ätherschiffe“, wie sie Mark Probert propagierte und von denen er ob „zwölf medial begabten Personen mit gefestigten Charakter und erwiesener Integrität“ wusste. Die Echtheit dieser gechannelten Informationen (auf der „Celan-Welle“) wurden durch Meade Layne und Gerald Light bestätigt, wobei letzterer selbst wegen seinen „Forschungen auf psychischem Gebiet der feinstofflichen Welten“ zu den großen Geistern der Zeit gehöre. So wurde aufgerufen, dass sich „alle Okkultisten, Spiritualisten und Studenten der verschiedenen esoterischen Schulen“ den Fliegenden Scheiben mehr Bedeutung beimessen sollten und „Wissen erarbeiten“, um dieses verbreiten zu können: „Niemals vorher gab es in der Geschichte der metaphysischen Ideen eine solche Gelegenheit zur Bildung der Öffentlichkeit, und niemals war die Notwendigkeit dafür so groß!“ Gerne berichtete Ragaz auch aus einer Gazette namens „Drei-Eichen-Blätter“, die es zu jener Zeit offenbar schon gab sich um Durchgaben von den „Uraniden“ kümmerte (darüber hinaus war die in Mattsee bei Salzburg herausgegebene Schrift „Das Geistige Reich“ eine dem Weltraumboten nahestehende Publikation, zu deren Lesern in Deutschland Therese Neumann aus Konnersreuth und Bruno Groening, der „Heiler von Herford“ aus Plochingen gehörten und dort bereits als „Heilige“ verehrt wurden). Gleichsam fanden sich hier Darstellungen aus der „Okkulten Stimme“ (Löwen-Verlag, Braunschweig) und dem „Mitteilungsblatt der Rosenkreuzer-Gemeinschaft“. Die Zeitschrift Weltraumbote startete mit 2.500 Exemplaren Auflage und hielt 6 Jahre lang durch, wobei die Auflage immer mehr zurückging und offenbar gegenüber den UFO-Nachrichten nicht bestehen konnte und zum Ende hin Adamski ins Feuer schickte, dazu mehr am Schluss.

Wer sich die mentale Landschaft der UFOlogie einmal in ihrer Breite betrachtet, wird schnell feststellen, dass die Esoteriker und New Ageler ein dickes Pluskonto im Gesamtkonzert besitzen und damit den UFO-Mythos hierzulande besonders intensiv in einer bestimmten Ausrichtung szenenintern ausprägten und damit wieder die öffentliche Konzeption ob der UFO-Idee beeinflussten. Im Spätjahr 1956 erschienen auch die UFO-Nachrichten (UN), herausgegeben von der Wiesbadener UFO-Studiengemeinschaft, die ganz plötzlich da war und unserer Kenntnis nach keinerlei auffallende Medienbegleitung zu ihrer Gründung erfuhr. Auch waren die Protagonisten bis dahin in der Medienlandschaft nicht aufgefallen und setzten aus dem Nichts heraus zum Start an. Um so verblüffender ist es aus heutiger Sicht, dass der in Wiesbaden-Schierstein wohnhafte Karl L. Veit in seinem „Urgemeinde- und Ventla-Verlag“ gleich im Zeitungsformat an den Start ging und mit seinen ersten Nummern bereits zeigte, dass der Redaktion ein solides Korrespondentennetz zur Seite stand. Das Organ erschien nicht am Kiosk, nicht im Zeitschriftenhandel und war nur via Abonnement, also unter der Hand, zu erhalten. Das Fundament muss gut gewesen sein, schließlich setzte die Wiesbadener UFO-Studiengemeinschaft recht schnell ihr Wachstum fort und unterminierte die gesamte deutsche UFO-Bewegung, brachte verhältnismäßig hochwertige Bücher im drucktechnischen Sinne heraus (sogar in Lizenz) und organisierte bereits 1960 einen sehr großen UFO-Kongress, nachdem es bereits interne Tagungen vorher gab. Deutlich baute die deutsche UFOlogie nach Veit’scher Ausrichtung auf der religiös-orientierten „Urgemeinde“ auf, was sich recht bibelfundamentalistisch anhören mag. Mittels einer direkt anschließenden aktiven Öffentlichkeits- und Medienarbeit, ausgegeben als Pionier-„Aufklärungstätigkeit“, fasste die DUIST Boden und überall schossen angebundene Zirkel aus dem Boden.

Unter dem Weltbild des österr. Visionär  Jakob Lorber* entstand eine stark den klassischen amerikanischen Kontaktlern zugeneigte Bewegung, die wiederum durch esoterische Blätter wie Huters Neue Weltschau, Das Neue Zeitalter und, ja, der Esotera beeinflusst wurde bzw. wechselseitig den UFO-Aberglauben ausprägte, die Leserschaften waren fast identisch und von Spiritismus und Okkultismus stark geprägt. Hier galt „die herrliche Frohbotschaft der Mystik“ und es war „der übersinnliche Aspekt der UFO-Forschung“ wichtig. Dies konnten wir selbst immer wieder feststellen, da die Schreiber und Leserbriefe-Verfasser fast überall die selben waren. Und es handelte sich hierbei um Menschen, die schon nach Joachim Herrmann’s (Sternwarte Recklinghausen) Beobachtung in „Das falsche Weltbild: Astronomie und Aberglaube“ (Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1962) mit eher enthusiastischen Worten, „die sonst nur Ideologen eigen zu sein pflegen“, über UFOs, Fliegende Untertassen und den Raumbrüdern sprachen. Hier zitiert man die Bibel, dort die Relativitätstheorie und in den Pausen dazwischen drängt man sich um die „dokumentarischen“ Fliegenden Untertassen-Fotos voller enthusiastischer Bewunderung. Die UFOlogie ist bis heute (quasi traditionell) davon geprägt, dass deren ‚Wasserträger‘ oftmals halbgebildete Laien sind, die einmal mit halben Ohr etwas von der vierten Dimension, der Einstein’schen Formel und anderen anstrengenden Dingen vernahmen und dies alles mit esoterischen Ansichten sowie UFOs zu einem kurios-grellen Phantasieprodukt verquirlen. Dabei sind deren Gedankenfrüchte noch nicht einmal besonders originell, denn Ähnliches konnte man schon viele Jahre zuvor in der utopischen Literatur entdecken, die allerdings gar nichts anderes sein wollte als eben Utopie zur Unterhaltung (nun gut im Zeichen der Akte X ist die UFOlogie auch wieder für viele Neu-UFOlogie-Jünger zu einer Art Unterhaltung geworden).

*= Im Magazin 2000 für Mai/Juni 1981 (Nr.3/81) hagelte es außergewöhnliche Leserbriefe in Sachen Jakob Lorber (1800 – 1864), einem „Propheten“ und „Mystiker“, gelegentlich als der „Schreibknecht Gottes“ bezeichnet, weil er nicht öffentlich auftrat, sondern seine Offenbarungen für die Nachwelt niederschrieb. Unter anderem hatte er es von der „illusionären Welt der Realitäten“ und bot eine „geistige Welterklärung“ an um die „Lösung der Fragen und Probleme“ der Welt von oben herab anzubieten. Karl Veit nannte diese „eine Perspektive die sich allen echten Wahrheitssuchern eröffnet“. Die internationale Verbreitung dieses „geistigen Erbes“ haben sich Lorber-Gesellschaften in Österreich und in Deutschland zur Aufgabe gestellt. Von der österr. Lorber-Gesellschaft wurde die Zeitschrift aus dem Geiste der Neuoffenbarung Wille und Wahrheit herausgegeben. So meldete sich Roswitha Bernstein aus Gelnhausen, die mit einem ehemaligen Lorber-Anhänger verheiratet ist und sich ehemals selbst mit dessen Inspirationen beschäftigt hatte. Schließlich stellte sie „viele Lügen und Widersprüche“ fest, weswegen ihr klar war, dass Lorber kaum göttlich inspiriert worden sein kann, sondern selbst so etwas wie ein Satan gewesen sein muss. Und Marion Johann aus Ettlingen berichtete als Kosmetikvertreterin von ihren Begegnungen mit Lorberanhänger und -Anhängerinnen. Lorber gab vor von der Stimme Jesus gehört zu haben, dass Sex nur zur Kinderzeugung und ausschließlich dazu diene, ansonsten haben sich die wahren Gläubigen der Zwangsenthaltung zu unterwerfen: „Das hat zur Folge, dass sie [die Lorber-Anhänger] ständig übernervös und gereizt sind, weil sie ihren natürlichen Geschlechtstrieb nie abreagieren dürfen. Das hat wieder zur Folge, dass sie aufgrund dieser Überreiztheit ihrer unterdrückten Gefühle sehr streitsüchtig sind.“ Dr. med. K.-P. Schlebusch, Essen, dagegen hat mit Lorber seinen Weg gefunden und „mir persönlich weitergeholfen“. Die Unterdrückung sexueller Lustgefühle scheint in manchen Sekten bestimmendes Element zu sein, um Macht über die Mitglieder zu erhalten, wenn sie sich in diesem grundlegenden Bereich schon einer Wahnidee wegen den Vorgaben des jeweiligen Gurus unterwerfen. Alle anderen werden hier als Atheisten angesehen, genauso wie es in den UFO-Nachrichten Nr. 269 für Juni 1981 auf Seite 12 geschah, wo CENAP als „eine atheistische UFO-Minigruppe“ verteufelt wurde.
Die deutsche UFOlogie wurde von Karl Ludwig Veit, Jahrgang 1906, ins Leben gerufen, der „dank göttlicher Führung“ aufwuchs, deswegen von 1924 bis 1929 in Mainz und Frankfurt/Main ein Kunststudium betrieb und „mit anschließendem Studium der Lorberwerke 1929 bis 1932“ zur geistigen Reife gelangte, will heißen zur christlichen „Neuoffenbarung“. Er war so suchend geworden, nach den Gebieten der Metaphysik, Parapsychologie, Apokalyptik und vergleichende Religionswissenschaften. An der Städelschen Kunstakademie in Frankfurt hatte der Kunstmaler eine Vision („übersinnliche Schauung“ genannt), eine Gotteserfahrung, gehabt, die ihm nun den künftigen Weg wies. Dies war ein „Lichterlebnis“ gewesen – gepaart mit der Vision „eines der Physik entrückten Schwebeflugs in Begleitung eines Engels“… Von 1956 bis tief in die 70er Jahre war die DUIST also das einzige ufologische Aushängeschild, welches auch zum Gesprächspartner der Medienwelt bestimmt war und damit auch die UFOlogie nach außen hin, also in die Öffentlichkeit hinein, vorstellte, wenn auch die Verantwortlichen sich zum sogenannten „Urchristentum“ bekannten. In der Hauspostile UFO-Nachrichten fand man oft Beiträge über Metaphysik, Religion, Vegetarismus, Esoterik usw. und man sprach von einem „kommenden Goldenen Zeitalter“ und einem „sterbenden Materialismus“. Wie Dieter von Reeken in seinem Buch UFOlogie aus dem Verlag 2000 (Luxemburg, 1981), auf S.34, festlegte: „Doch in gewissen UFOlogen-Kreisen berauscht man sich eben gern an den abwegigsten Theorien, statt das Nächstgelegene anzunehmen“. Wie er zudem diagnostizierte, war das Wort „Materialismus“ in DUIST-Kreisen ein Rahmen, „der jeweils mit den Dingen ausgefüllt wurde, die nicht in das ufologische Weltbild oder in den eigenen Vorstellungsbereich passen. Meine Erfahrungen mit UFOlogen haben gezeigt, dass die meisten dieser Menschen eine UFO-Forschung nur nebenbei betreiben, hauptsächlich aber in Sekten verschiedenster Art oder ‚Freundeskreisen‘ mit weltanschaulicher Ausrichtung engagiert sind.“ Kein Wunder, wenn also die Anhänger der UFOlogie manchem Betrachter praktisch als eine Sekten-Gemeinschaft mit pseudoreligiösem Inhalt vorkommen müssen.

Von einer damals 84-jährigen Naturheilpraktikerin erhielt Karl Veit dann den „Auftrag zum 93-jährigen Gedächtnisdatum des Berufenen Jacob Lorber einen öffentlichen Vortrag zu halten, um als Verkünder, Geisteslehrer, Send- und Liebesbote tätig zu werden“. 1933 gründete er zusammen mit seinem Vater „auf Geheiß des Herrn“ im „himmlischen Auftrag“ den so genannten „URgemeinde-Verlag“ und eine Druckerei, um Nachrichten des himmlischen Vaters „für das Deutsche Volk“ zu vertreiben. Hierbei ging bereits es um den „Auftakt der Wiederkunft Christi“. Hier wurde dann der Dekalog herausgegeben, den revidierten Katechismus Luthers und eine weitere Reihe von Büchern. Darüber hinaus verfasste Veit das „Buch für die Kinder der Neuen Erde“. Bereits 1935 will er eine „Voraussagung“ über seine Frau Anny erhalten haben, die ihn „zur geistigen Erweckung“ führen werde. Nachdem er dem steirischen Mystiker Jakob Lorber verfallen war suchte er nach neuen „Gottesmedien“, deren Durchgaben er ab 1933 im bereits genannten URgemeinde-Verlag herausgab, unterstützt durch die Fabrikantengattin Claere Müller (die ihm jahrzehntelang treu zur Seite stand). Der Verlag wurde 1934 nach einem öffentlichen Schauprozess beim Amtsgericht Wiesbaden von den Nazis verboten und Veit zu einer Geld- oder Gefängnisstrafe verurteilt, dann aber nach Veits sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Russland 1950 neu eröffnet und es kamen neue Druckschriften wie die erste neue Urgemeindeschrift „Deutschlands christlich-geistige Sendung“ heraus, „die in entsprechenden Kreisen einen erfreulichen Widerhall fanden“. In direkter Folge lernte er seine Frau Anny kennen, die bereits 1945 vom „Inneren Wort“ erweckt worden war. Tatsächlich fand sich das Paar mit der Herausgabe des „Urgemeinde-Heft Nr. 1“. Anny ist eine Sudetenland-Vertriebene, die aufgrund eines „Inneren Wort“ dazu berufen wurde, „himmlische Niederschriften aufzuzeichnen“ (also als Schreibmedium zu fungieren), die alsbald in den UG-Heften erschienen. Zwei verwandte Seelen hatten sich gefunden, um eine zentrale Anlaufstelle für all jene auszubilden, die mithelfen wollten eine bessere Welt im ufologischen Glauben zu errichten. Die beiden heirateten 1954 mit dem selbstgewählten Trauspruch „Mit Gott wollen wir Taten tun!“. Die Fliegenden Untertassen wurden als Fortführung der alten Offenbarungen gesehen und das starke Feindbild „Schulwissenschaften“ (die die Existenz von okkulten Phänomenen einfach nicht anerkennen wollen) sorgte für einen weiteren Gruppenzusammenhalt. Auf der Arbeitstagung der UFO-Studiengemeinschaft von Anfang November 1957 deklarierte Dr. Wilhelm Martin (Lehrer für Physik und Chemie, der an der Uni Heidelberg 1930 eine Arbeit aus der Chemie vorlegte: „Beiträge zur Theorie der konzentrierten Lösungen“), dass „das ganze Weltbild, wie es die Wissenschaft als feststehend darstellt, falsch ist“. Und warum? Na klar, weil dies „die Aussagen der Venusmenschen“ aus dem Adamski-Kontakt sind! Deswegen vertrat er einen „streng wissenschafts-kritischen Standpunkt“ und enthielt sich „jeder gläubig gefühlsmäßigen Einstellung“, abgesehen halt eben von dem Glauben an Adamski’s Darstellungen, wodurch sich eine durchaus übliche Inkonsequenz festmacht und die Immunität ob Angriffe auf das eigene Glaubenssystem ableiten lässt.

Als dann das Fliegende Untertassen-Phantom aufkam, empfanden sie es bald als Bestätigung der christlichen Endzeitoffenbarung wegen der „Zeichen am Himmel“, mit einer naturwissenschaftlich- technischen Studie hat dies also alles überhaupt nichts zu tun, von Anfang an nicht. Das Ehepaar Karl und Anny Veit griff dann die UFOlogie für sich auf, um 1956 nach einem erstaunlichen „Auftrag von Oben“ die Deutsche UFO-Studiengemeinschaft e.V. (DUIST) zu gründen, deren Ehrenvorsitz schließlich Prof. Dr. h.c. Hermann Oberth übernahm. Das Studium des UFO-Phänomens findet auf der Basis pseudoreligiöser Erwartungshaltung statt, um Seelenheil durch die vermeintlichen „Lichtschiffe“ zu erfahren. Aus einem inneren Impuls heraus gründeten sie dann die DUIST und den dazugehörigen Ventla-Verlag. Die erste 1956 herausgekommene Buchveröffentlichung war eine mediale Durchgabe von „Ashtar, dem Kommandanten der Raumflotte“, in dem das Wort „Ventla“ als außerirdischer Begriff für „Strahlschiffe“ erklärt wurde. Ansonsten warnten die hohen Weltraum-Wesen vor der „derzeitigen Zerstörungstätigkeit der Erdenmenschen durch Atomkräfte“ um auch diesen Strang von Weltangst aufzugreifen, so kündigten die Meister des Universums eine „Einleitung in das nahende geistige Zeitalter“ an. „Aufklärung tut Not – Wandlung des Weltbildes“ lautete deswegen auch die erste Schlagzeile der neu-gegründeten Zeitschrift UFO-Nachrichten (Oktober 1956) [heute von Werner L. Forster übernommen, der lt. GEAS Forum Nr. 4/97 damit einen Jahresumsatz von knapp 200.000 DM macht]. Unter diesem Wahlspruch reisten die Veits missionarisch durch das Land und hielten Vorträge – und als Folge entstanden örtliche UFO-Studiengruppen in einem ufologischen Netzwerk mit Hauptschlagader in Wiesbaden. Ging es dann dort zur Sache, war längst nicht mehr die Rede von der Erforschung der UFOs als Phänomen, sondern ganz schnell bewegten sich die Teilnehmer in einer Welt voller Astralgeister, kosmischer Wahrheiten, Astrologen, Mysterienschulen, versunkener Kontinente, Wunderheilungen, der Aura, der Wiederkehr Christi, Telepathie und Liebes-Vibrationen der kosmischen Schwingungslehre hin zum gütigen Menschen. Im Grunde wurde hier eine Form der Gesellschaftskritik geübt: Der technologische Fortschritt (symbolisiert durch die überirdischen Fliegenden Untertassen) hielt nicht mit der moralische Reife des Menschen stand, was sich für diese UFOlogen symbolisch in der „Neinsagerei“ betreffs der Existenz der „Planetarier-Strahlschiffe“ durch die breite Öffentlichkeit ausdrückte. Gekoppelt wurde dies mit den Problemen der Atomspaltung, weswegen sich die UFOlogie in dieser ersten Phase auch zu den „interplanetarischen Fragen“ rund um die „Anti-Atomaktion“ äußerte. Von Anfang an war klar, dass die UFOs „Weltraumschiffe“ sind und dies manifestierte sich in „vielen erfreulichen Zuschriften“ an den Urgemeinde-Verlag, weshalb sich Ehepaar Veit „genötigt sah, eine eigene Zeitschrift herauszugeben“, da „sowohl von Seiten oberer kirchlicher Leitungen wie auch von Regierungsstellen so gut wie keine, ja zum Teil sogar irreführende Informationen ausgegeben werden über diese für unsere Zeit und Menschheit so aktuellen und hochwichtigen Fragen des Weltraums, seiner Bewohner und deren Kontaktnahme mit Erdenmenschen“. Was Kirche und Regierung also nicht leisteten, übernahmen Karl und Anny Veit als Aufgabe: „Die Verbreitung der Wahrheit über außerirdische Weltraumschiffe, deren Insassen und Botschaften von höheren Planeten-Wesen unter der Leitung des ALLERHÖCHSTEN.“ Schlussendlich ging es um die Errichtung einer „neuen Ordnung nach dem Willen Gottes auf Erden“ und diesem „Ziel dienen wir“. Sie wollten Fliegende Untertassen zum Weltthema Nr. 1 machen, auch wenn ihnen die „physikalisch-technische Ebene“ nicht so sehr behagte und Diskussionen auf diesem Niveau ihnen eher wie ein „Abdrängen“ vorkam. Bereits in Nr. 4/1957 der UFO-Nachrichten konnte die Frucht der „Aufklärung“ in der Auflagenzahl festgemacht werden: 10.000 Exemplare. Der Appell an das „Gewissen der Welt“ ob der Untertassen wirkte also. Die Verbreitung der Existenz Fliegender Untertassen und die Botschaften der darin sitzenden Planetarier wurde als die große Wahrheits-Aufgabe angesehen.

Quelle: http://cenap.alien.de/chronicles/3marseffekt.htm

Gruß an die Ufologen

TA KI