Der Marseffekt wirkt sich aus… Teil 2


Es war offenbar die richtige Ära gewesen:

War es nicht im Weltraumbote Nr. 22/23 für Sept./Okt. 1957 gewesen, als Herausgeber Heinrich Ragaz auffiel, dass es gerade „viele Christus- und Marienerscheinungen“ gegeben hatte während im Gegensatz zu früheren Zeiten fast keine Engel mehr gesehen wurden weil die Menschen in einer Zeit lebten, in der das „mystische Empfinden und Erleben der Irdischen abgesunken ist, so dass sie nur noch von der obersten Ebene aus, nämlich von Gott, Christus und Maria erreicht werden können“. Mit Klein-Klein gab man sich also nicht mehr ab und die Außerirdischen lagen offenbar bei den Mystikern auf der selben Stufe wie Gott, Christus und Maria. Die Planetarier kamen also zur rechten Zeit! Unter diesem Begleitumständen bildete sich in Deutschland ein festes UFO-Weltbild aus, das als Erklärungsinstanz bei den UFO-Gläubigen das wissenschaftliche vollkommen ersetzt hat und das vermischt mit Religion und Okkultismus zum sinngebenden Rahmen im Leben dieser esoterischen UFOlogen geworden ist – begonnen hatte alles mit dem Wirken und Karl und Anny Veit innerhalb der „Deutschen UFO/IFO-Studiengesellschaft“. Und damit infizierten sie viele Menschen mit einem gewissen Mindestmaß an Bildung. Das komplizierte Weltbild der UFO-Gläubigen (von ernsthaften UFO-Forschern häufig als UFOlogen bezeichnet), mit seinem Gemisch aus Populärphysik (andere Dimensionen, Weltraumflug), Okkultismus (automatisches Schreiben, Visionäre wie Swedenborg und Lorber) und Religion (Engel in Raumschiffen, Gott spricht durch UFOnauten, universeller Friede) strahlt eine Faszination aus, welches manchen ergriffen hat. Viele dieser UFOlogen leben in der ständigen Anpassung der Realität an das alternative Weltbild des UFO-Glaubens, in dem die UFOlogie sich als die „Wissenschaft über außerirdische Raumschiffe“ versteht – in der es nur um „verbürgte Untertassen-Sichtungen aus aller Welt, Erlebnisberichte atemberaubender Begegnungen mit Planetariern nebst mannigfaltigen Beiträgen für metaphysisch Interessierte von Akademikern und ernsten Mitarbeitern“ geht.
Von Anfang an wurde hier als „unwiderlegbare Tatsache“ behauptet, dass die Planeten unseres Sonnensystems bewohnt sind; die Bewohner der anderen Planeten ebenso Menschenform haben und sich nur durch ihre überlegene Ethik sowie ihrem sozialen Zusammenleben bis hin zu den Künsten von uns unterscheiden. Die „wissenschaftlich belegten“ Sichtungen der Planetarier-Raumschiffe belegten das Vorhandensein unserer Brüder auf anderen Planeten. Derartige Behauptungen wurden wieder und wieder wie bei einer Gehirnwäsche zelebriert.

Die Kontaktler standen für eine moralische kosmische Instanz gerade, auch weil sie eine Neigung zum Außersinnlichen, Außergewöhnlichen und Unerklärlichen haben (also genau dem, was ihr Publikum liebt). Dies alles war dann nicht mehr weit davon entfernt von dem, was man in fundamentalistischen oder offenbarungsorientierten Glaubensgemeinschaften vorfindet. Hohlformeln wie „gut zu sein“, „die Atomrüstung zu beenden“ und „in Liebe und brüderlich miteinander zu leben“ wurden dann die Froh-Botschaften der Außerirdischen, wie beim Pfarrer auf der Kanzel. Die äußert tolerante Haltung gegenüber jeder spirituellen, okkulten oder religiösen Einstellung gehört hier auch zum Überlebens- und Erfolgsprinzip, auch wenn allerhand seltsame Vögel vom Typus komischer Kautz sich dann zusammenfinden, weil dies alles natürlich nur mit einer Engstirnigkeit in wissenschaftlicher Hinsicht gepaart funktionieren kann (weswegen wissenschaftliche UFO-Forschung hier auch nur ein Hemmschuh ist).
Ein Soziologe nannte dies einmal die „open door cults“. Dennoch, die UFOlogie hat es schwer, weil nur wenige Menschen im Gegensatz zu religiösen Phänomenen, das UFO-Problem zum Mittelpunkt ihrer Weltanschauung gemacht haben, während religiöser Wahn dagegen ganze Kulturen prägte. Viele Aspekte der Religion werden im UFO-Mythos modernisiert und technologisiert – beginnend von der Schöpfung der Menschen (lt. Däniken durch außerirdische Gen-Manipulationen) bis hin zur Entrückung in den Himmel im Innern der Raumschiffe und den von Gott geschickten „Engeln in Raumschiffen“. Die Kontaktler waren für die UFOlogie nicht nur einfach Kontaktleute mit außerirdischen „space brothers“, sondern sie wurden als Diener des Herrn angesehen und somit wie Apostel verehrt, da sie mit spirituellen und sehr luftigen Worten von ihren kosmischen Verbindungen sprachen. Die Kontaktler wurden zu Quasi-Heiligen der Bewegung… Die Freunde aus dem Weltraum bekundeten über die Kontaktler ihr Interesse daran, die Menschheit vor der atomaren Selbstvernichtung zu bewahren als die Atomängste höchste Stufen erreichten. Hier stellt sich aus heutiger Sicht die berechtigte Frage, ob im Falle der Kontaktler die „Außerirdischen“ von Venus, Mars oder Saturn nichts weiter als menschliche Phantasiegebilde waren, um die Menschheit symbolisch auf diverse Missstände hinzuweisen und worin die UFOs als Symbol der Erlösung irdischer Probleme dienten. Spiritualität, Okkultismus, Spiritismus und Science Fiction wurden so zu einem Gebräu, welches nur der Realitätsflucht von Gläubigen im Space Age mit persönlichen Problemen diente. Für Menschen, die ihr aus den Fugen geratenes Leben durch den „kosmischen Ruf“ wieder ins rechte Lot und Licht rücken wollten. Was wir hier erleben ist so etwas wie eine kosmische Religiosität zwischen kopernikanischem Schock und Atomangst. Uralte Ängste und Sehnsüchte der Menschheit schaffen sich hier eine eigene Mythologie im wissenschaftlichen Gewand um sich in der Neuzeit eine Ausdrucksform zu suchen – dies mit dem griffigen Namen der Glaubenslehre UFOlogie.

Daher wird auch verständlich, wie unerschütterlich der Glaube an Leute wie Adamski und Co KG wurde und viele Anhänger dieser neuen Kosmos-Religion beide Augen kräftig zudrückten, um ja nicht die Realitäten sehen zu müssen, die mit jenen „Hoffnungsträgern“ verbunden sind und sie sehr zweifelhaft machten, da sie die „Blindwütig“-Gläubigen für sich selbst ausnutzten (da sie deren Herzen erobert hatten gelang dies auch prima und machte die Kontaktler auch kritikimmun). Von Anfang an wurde den „Fliegenden Scheiben“ eine „Bedeutung“ zugemessen, rund um die „Kontaktnahme mit Wesen aus dem Weltall“ und dazu gab es auch gleich einen „Aufruf der Wiesbadener UFO-Studiengemeinschaft“. Es ging dabei um das „Wassermann-Zeitalter, das die Menschheit auf eine höhere, vergeistigte Ebene bringen wird“ und wobei das Untertassen und ihre engelsgleichen Piloten den UFOlogen halfen. Sie wurden als ein „aufrüttelndes Zeichen der Zeit“ ausgerufen und es sollten immer mehr Menschen von der UFOlogie erfasst werden, „die auf Grund innerer ‚Schulung‘ und Gereiftheit an außerirdische Weltraumschiffe glauben“, insbesondere jene „Wissenden und Eingeweihten“ sollten ins irdische Kommando der Planetarier aufgenommen werden, „die die höhere Wahrheit intuitiv erfassen“. Die Bücher und Broschüren des Ventla-Verlages sollten die Gläubigen führen, während die „Gegenrede von seitens der Materialisten“ außen vor gelassen wurde, weil sie nur dem Chaos anhängen während die Gereiften den „inneren Kontakt auf unsichtbarer Ebene“ suchten – hin zu den Planetariern „oder Sphärenwesen der Planeten bzw. Sonnen durch Telepathie zum inneren Vernehmen von Botschaften, wobei es Steigerungen bis hin zum Verkehr mit Hohen Geistwesen, Engeln und GOTT SELBST gibt“. Sie seien erleuchtete Menschen, Mystiker und Mittler. Um dies zu fördern gäbe es eine „Notwendigkeit der UFO-Literatur“, in den ersten Monaten wurde da insbesondere die Botschaft von Ashtar empfohlen. Ashtar’s Botschaften seien ein „hochbedeutsamer Inhalt“, der für „sich selbst spricht“: „Dieser hohe Führer – im michaelischen Geist – hat eine gewaltige Mission, die dem Leser durch verständnisvolles Aufnehmen in staunenswerter Weise klar werden wird.“ Im übrigen habe Ashtar „die sehr herzliche Zustimmung übermittelt, seine Botschaften an alle die weiterzuleiten, die sich für Bücher und Schriften über Fliegende Scheiben bereits interessiert haben“.
In einer von Ashtar’s persönlichen Mitteilungen heißt es so u.a.: „Ihr habt uns einen unschätzbaren Dienst von unabsehbarem Wert geleistet durch den Druck und die Verbreitung der von Euch so genannten ‚Untertassen-Bücher‘. Ihr Einfluss und das Interesse, das sie erweckt haben, verbreiten sich mit ständig zunehmender Geschwindigkeit weit über eure Kenntnis hinaus. Wir müssen die Quelle am Laufen halten, mit so wenig wie möglich Verunreinigung aus gegnerischen Quellen.“ Für den aufgeschlossenen Leser seien derartige Eröffnungen dann von „einer kaum abzuschätzenden Bedeutung“. Karl Veit abschließend: „Das walte der GÖTTLICHE GEIST des FRIEDENS und der LIEBE!“ Niemand will da wundern, wenn immer wieder in fetten Letter erklärt wurde, dass die „Landungen der Planetarier Tatsache!!“ sind. Amateurfunker in aller Welt hätten sonach Radioverbindungen mit Wesen aus dem Weltraum und die Weltregierungen wüssten so, bereits damals 1956, um die Besetzung des Mondes durch Interplanetarier sowie durch Raumstationen im Orbit um die Erde. Die Wahrheit werde unterdrückt und Schule und Kirchen versagten genauso wie viele Regierungen um die glorreiche Wahrheit über die Untertassen zu verkünden, der Menschheit würden Illusionen weisgemacht. Bereits hier wurde also als Grundlage der UFOlogie genau all das vorgezeichnet, was in den folgenden Jahrzehnten immer wieder mit neuen Storys und wechselnden Namen aufgekocht werden sollte. Die UFOlogen wissen also das es UFOs der außerirdischen Flieger-Art und das es Vertuschungen darum gibt, warum also dann noch Nachforschungen betreiben? Es mag niemand überraschen, wenn aufgrund dieser Basis die echte UFO-Überprüfung und -Forschungsarbeit ein verschüchtertes Schattengewächs in der UFOlogie war und ist, nicht nur hierzulande, sondern überall. Auch wenn alsbald überall die regionalen DUIST-Vertretungen aus dem Boden schossen, gab es offenbar nie den Trend eines Umbruchs hin zur wissenschaftlichen Nachforschungsarbeit, da sich über die Jahre und Jahrzehnte hinweg der Inhalt der UFO-Nachrichten nie wirklich änderte. Die Leser und Mitglieder nahmen weiterhin die UN-Inhalte als „verlässlich“ und „hochwissenswert“ entgegen, verstanden sie als „Grundlage von historischem und bleibenden Wert“. Andere UFO-Publikationen hatten daneben lange Zeit keinen Bestand, so wurde kurzfristig die „Fliegende Untertassen-Revue“ von Frau S. Brandt aus Darmstadt 1957 als deutsche Übersetzung der britischen Flying Saucer Review angeboten, aber das Projekt wurde alsbald wieder eingestellt, offenbar weil man dort die Kontaktler vernachlässigte.

Zu den Gründern einer solchen Regional-Vertretung, die sich auch als eine von den Außerirdischen erwählte Elite sehen konnte, gehörte bereits 1958 Anny Baguhn in Hamburg, die in den zwanziger Jahren einem Geistheilerkreis angehörte und nach dem Krieg zur Mitbegründerin der Deutsch-Indischen Gesellschaft gehörte und diverse Konzerte von Ravi Shankar organisierte. (Karl Veit musste die DUIST 1988 dann aus Altersgründen aufgeben, während das Netzwerk teilweise noch weiter besteht.)  In der DUIST fanden sich dann „Gereifte, Wissende und Eingeweihte“ wie der Österreicher Emanuel Cihlar, der am 30. August 1954 am Hochwechsel dem „ersten in Europa gelandeten Marsmenschen“ begegnete, dem „eine Antenne auf dem Kopf wuchs“. Diese Antenne berührte Cihlars „drittes Auge“, um an esoterische Traditionen anzubändeln. Cihlar’s Kontaktbericht ist einmal mehr in religiösem Ton verfasst. Oder erinnern wir an die „Sensitive“ Herta Schachner aus der Baguhn-Gruppe, die am 29. August 1961 die erste von über hundert Mitteilungen der „Älteren Brüder“ erhielt, womit sie der Menschheit zur „kosmischen Bewusstseinserweiterung“ verhelfen wollte, darunter mittels Hochrezepten und allgemeinen Gesundheitsvorschriften nach dem Muster „Was die Großmutter noch alles wusste“. In den Sechziger Jahren machte als erfolgreicher Spiritist von Heidelsheim bei Bruchsal aus der ehemalige evangelische Pastor Johannes Bolte in Deutschland Schlagzeilen. Nicht nur weil er sich im Pendeln, Rutengehen, Hellsehen, Weissagen, Okkultheilen und Verkünden neuer Offenbarungen mühte, sondern auch wegen seinem „Geistesflug ins weite All“, wo er den „Arktur-Bewohnern“ begegnete um auf der esoterischen UFO-Welle mitzuschwimmen. In den 70ern tauchte dann in Düsseldorf Ursula Jahnke (Jahrgang 1920) als Herausgeberin der Kontaktberichte mit ihren monatlichen Darstellungen über telepathische Kontakte mit Außerirdischen auf. Die UFOnauten sprechen hier über Pyramidenenergie, das Leben nach dem Tod und über die Ethik der Planetarier. Ihr schien dann die Beschäftigung mit dem Kontaktbereich zu Kopf gestiegen sein: Kometen-Nacht im TV: Meine Freundin, die Außerirdische hieß es am 15. März 1986 in der BILD in einem Artikel von C. Abram und R. R. Schneider: Es war die große TV-Nacht der kleinen Sonde „Giotto“, die Nacht des rätselhaften Kometen Halley – und der große Auftritt der Ursula Jahnke (62). Vor fünf Millionen Zuschauern und vor kopfschüttelnden Wissenschaftlern erzählte die Ex-Sekretärin im ZDF von ihrer außerirdischen Freundin Arnika. Nach einem Raumschiffunfall soll sie in die Gestalt einer sterbenden Kanadierin gehuscht sein. Arnika wurde gerade geschieden: „Mein Mann und ich sind eben verschiedene Materien“, habe sie ihrer irdischen Freundin gesagt. Seit vier Jahren pflegt Frau Jahnke ihre ungewöhnlichen Kontakte zu den Außerirdischen: In Düsseldorf sah sie über sich UFOs – „eine Formation wie weiße Wildgänse“.
Begleitet war der Artikel von einer Studioaufnahme mit Frau Jahne: „Sie glaubt fest an die Außerirdischen. Ursula Jahnke. Ihrer Meinung nach haben die Russen sogar eine ganze UFO-Besatzung gefangen und untersuchen sie.“ Bei näherer Betrachtung ergeben sich aber keine zusammenhängenden Gedankengänge, sondern nur wirr aneinandergereihte Phrasen aus vielen Sektoren der Religion, Esoterik und Okkultismus – auch wenn die Gemeindemitglieder genau das Gegenteil glauben und verinnerlicht haben mögen. Aber es war unübersehbar in welchen Regionen sich die ufologische Bewegung der DUIST-Untertassen-Aufklärer bewegten: in denen der „Welt-Interplanetarier“, des „Geistigen Rates der Welt“ von Franz Wittmanns, bei den organisierten Vegetariern oder bei der „Gemeinschaft für religiöse und geistige Erneuerung“ unter Georg Neidhart um den „Stern der Wahrheit immer heller strahlen zu lassen“. In dieser Bewegung sollten die Menschen Deutschland’s zum „Umdenken“ bewegt werden, indem immer der Schlachtruf „Fliegende Untertassen sind eine Realität“ erscholl. Selbst in der Luftfahrt-Zeitschrift Der Flieger wurde von Heft 1 an, April 1957, in einer Berichtserie von Legationsrat und Ex-Fliegermajor Dr. Waldemar Beck, ebenfalls DUIST-Mitglied, über den „jüngsten Erkenntnisstand menschlichen Wissens und Beobachtens der Weltraumboten aus fernen Weltsystemen“ berichtet und für die ufologische Idee geworben. Die neue kosmische Religion nahm ihren Lauf und erfasste immer mehr „UFO-Freunde“, die sich nicht als Vereinsfreunde verstanden, sondern im wirklichen Sinne als persönliche und ideelle Freunde der außerirdischen Planetarier in den Untertassen. Niemand wird es so überraschen, wenn George Adamski höchstselbst in Nr. 12/1957 das „Programm unserer Weltraumfreunde“ auf der Titelseite vorstellte, um die „Planetarier-Hilfe für die Menschheit“ anzubieten, wobei insbesondere die deutschsprechenden Völker zur Aktivität aufgerufen wurden (was niemand verwundert, weil bereits der Kontaktler Reinhold Schmidt erklärte, dass die Planetarier deutsch sprechen – auch wenn der Mann deswegen in die Nervenklinik kam)! Niemand anderes als die Planetarier beobachteten nämlich die Arbeit von Ehepaar Veit und sahen nun den „Samen aufgehen“, da man einem der wichtigsten Kontaktmänner, eben Adamski, dort von Anfang an breiten Raum zubilligte und sich ihren kosmophilosophischen Studien widme. Im selben Atemzug wird aber darauf hingewiesen, dass die „Abonnentenzahl der UFO-Nachrichten immer noch zu niedrig sei“ und man deswegen den Preis erhöhe. Und in der Folgeausgabe las man dann: „Jenen wissenden Freunden aber, die durch ein gütiges Schicksal mit irdischen Gütern bedacht wurden, seien hier besonders angesprochen. Helft helfen, Vermögen verpflichtet Aufklärung an Unwissende zu bringen [z.B. mittels „Gesprächen beim Friseur“], an eine wahrheitshungrige Mitwelt!“ Durch finanzielle Mittel sollte die „schwere, undankbare Mission unserer Planetenbrüder“ unterstützt werden, um „die Erdenmenschheit vor dem Atomtod zu retten“! Die Mitarbeit der UFO-Freunde wurde hauptsächlich durch Stiftungen und Spenden gesucht. Und in den UN Nr. 17 (Januar 1958) wurde es sogar massiv, als Karl Veit gar „als Stiftung dringend ein praktisches Eigenheim oder ein einsprechendes Haus mit ca. 10 Räumen“ für sich und seine Familie sowie natürlich auch für das DUIST-Büro suchte. Welch ein Selbsthilfe-Programm für welches es sogar ein „Interplanetarisches Freundschaftsabzeichen“ als versilberte Ansteck- oder Schmucknadel gab, um sich als UFO-Freunde auf der Strasse zu erkennen zu geben und um seine „Liebe und Dankbarkeit zu den Sternenbrüdern“ zu dokumentieren, wenn es um den „Kosmischen Advent“ oder das „Kosmische Pfingsten“ ginge – und um „die Verheißung JESU“. Die DUIST-Kongresse wurden somit auch zur Internationalen Tagung der Deutschen Freunde der Planetarier und zur Plattform für die „Interplanetarische Förderation“ weil sie auf Anregung der Planetarier einberufen wurden. Schon bei der zweiten Tagung folgten nicht wie erwartet 70 Leute, sondern 120 Menschen „dem Ruf ihres Herzens“, ging es dort doch z.B. auch um „die ethischen Belange und Zusammenhänge zwischen Planetariern und Vegetarismus“ oder um die direkt übermittelten Grüße von Ashtar sowie Setas in „geistig-prophetischer Art“. Extra Dank gab es dafür auch an die „großzügigen Spender“, die ihr Schärflein dazu beitrugen, dass die UN sowie die Bücher des Ventla-Verlags erscheinen können, wobei man natürlich auch wissen muss, dass das Ehepaar Veit als Chefredakteure bzw. Verleger hauptberuflich davon lebten.

UFO-Reportage von Radio Frankfurt hieß es in der UN Nr. 7 für 1957: Am Samstag, den 30. März 1957, 18:15 h, brachte der Hessische Rundfunk in der Sendung „Zeit im Funk“ eine UFO-Reportage von Gottfried Hoster mit dem Studiogast Karl Veit. Themen: „Unbekannte Flugobjekte im Rhein-Main-Gebiet“, „Ein Erdenmensch sah die Rückseite des Mondes“ und „Landung eines Marsmenschen am Hochwedel/Österreich“. In den UN rief Veit dazu auf, dass die Leser sich an die Sendeleitung wenden sollen, um ihren Wunsch nach weiteren UFO-Reportagen auszudrücken. Gleichsam wird bekannt, dass die Buchhandlung für Religions- und Geisteswissenschaften in Berlin-Halensee, ab sofort UFO-Vorträge durch „ausgezeichnete Redner und Kenner der Materie“ organisierte.
Am 4. Mai 1957 hielt G. Neidhart von der DUIST-Zweigstelle München einen Vortrag im Gewerkschaftshaus von Nürnberg mit einem Saalfassungsvermögen von 200 Personen, 250 wurden reingequetscht. Als Folge bildete sich da eine DUIST-Zweigstelle unter Ing. Georg Nägele, der für die UFO-Freunde gleich regelmäßige Treffen veranstaltete.

Karl Veit hielt auf dem „4. Kongress der Universellen Wahrheit“ in Bad Sachsa einen UFO-Vortrag, wozu er „dankbaren Beifall“ erfuhr und ihn selbst veranlasste, weitere Vortragsveranstaltungen durchzuführen. Aufgrund dieser Veranstaltung erhielt Veit zahlreiche Schreiben von Besuchern, die es wünschten, auch bei ihnen zu Hause er einen öffentlichen Vortrag halte, um die Menschen über die Fliegenden Scheiben der Herren Kontaktler aufzuklären. Karl Veit schrieb so in UN Nr. 10, Juli 1957, S.2, aus, dass die entsprechenden Personen bitte regional tätig werden, um das Potential der „Vegetarier, Zimmmermann-, Mazdaznan-, Lorber-, Antroposophen-Kreise etc.“ zu nutzen, die bitte die Anmietung der Räume sowie die örtliche Werbung vornehmen sollen, nach Möglichkeit gleich für zwei Abende hintereinander. Auch auf dem „7. Vegetarier-Kongress der Ideale“ in Freudenstadt mit 600 Besuchern hielt Veit einen Vortrag, um die Menschen dort über die uflogischen „Schöpfungsgeheimnisse“ einzuweihen. Wie Veit in den UN Nr. 9, Juni 1957, S.3, anmerkte, wurde dadurch für diese Leute die Existenz der Fliegenden Untertassen zu einer „selbstverständlichen Realität“.

Am 9. und 10. September 1957 gab es in Stuttgart zwei UFO-Vorträge im Festsaal der Höheren Mädchenhandelsschule durch Karl Veit. Dr. Otto Hess berichtete in den UN Nr. 14, November 1957, S. darüber enthusiastisch., ca. 250 Personen besuchten den ersten Vortrag, 300 gar den zweiten und Veit erntete im Abschluss jeweils „starken Applaus“. Organisation der Vorträge: Sprach-Ingenieur R. Rall, Dr. Otto Hess und Sigurd Schwerdtfeger aus Stuttgart, die auch den Kern der Stuttgarter DUIST-Zweigstelle bildeten. Unter den Besuchern: Wissenschaftler, Herren der TH sowie ein Reporter des Fernsehfunks. Als Folge gab es am 26. September 1957 eine Fernsehsendung des Südfunk im Rahmen der Abendschau, bei der Karl Veit im Studio als Gesprächspartner anwesend war. Damit wurden noch mehr Menschen auf die Untertassen-Ideologie der Veits und ihrer Anhängerschaft aufmerksam gemacht. Der Jubel in den UN fiel entsprechend aus.

Am 13. September 1957 gab es in Augsburg einen UFO-Vortrag durch Karl Veit im Weißenburgerhof. Thema der Lichtbildveranstaltung: „Besuchen Planeten-Menschen unsere Erde?“ Ergebnis: 300 Besucher, die teilweise sogar von weiter her angereist waren. Organisator: Willi Hartmann. Unter den Besuchern befanden sich auch Journalisten von Sieben Tage und Heim und Welt sowie anderer „aufgeschlossener Zeitungen“ [sic], die die „UFO-Tatsachen objektiv und ihrer vollen Bedeutung gemäß zu würdigen“ wussten (so UN Nr. 14. November 1957, S.2), aber da war auch der Journalist Siola, der in der Schwäbischen Landeszeitung einen derart „infamen Artikel“ schrieb, weswegen Veit an dessen „gesunden Menschenverstand zweifeln musste“, da der Artikel von „blamabler Skepsis“ gezeichnet war und es unbegreiflich für die UN-Chefredaktion ist, wie Siola das „geradezu erdrückende Beweismaterial“ und die „Forschungsergebnisse der Kontaktberichte“ von derart hochgeachteten, ja höchstgestellten Persönlichkeiten wie z.B. Prinz Philipp von England, Lord Dowding, Prof. Oberth, Prof. Nahon, Prof. Rampa, Dr. Bühler, Dr. Martin etc anzweifeln konnte. Veit vergaß dabei in all seinem enthusiastisch-aufgeheizten Seelenzustand, dass die genannten Herren durchweg nur UFO-Interessenten sind und keine UFO-Forscher und sie ebenfalls keineswegs „geradezu erdrückendes Beweismaterial“ vorlegten, außerdem auch keine „Forschungsergebnisse“ der Kontaktlerberichte einbrachten, sondern nur Glaubensbezeugungen.  Als Folge der Veranstaltung bildete sich die „UFO-Studiengruppe Augsburg“ unter Willi Hartmann, die sich dann regelmäßig in der „Goldenen Gans“ versammelte, um immer wieder die von Anni Hagen, Bregenz, gechannelten Botschaften von SETA zu empfangen. Die erste Zusammenkunft am 2. Januar 1958 wurde von 55 Personen besucht.

Am 16. September 1957 gab es in der österr. Messestadt Dornbirn einen UFO-Vortrag durch Karl Veit im Hotel Mohren. Thema der Lichtbildveranstaltung: „Besuchen Planeten-Menschen unsere Erde?“ Die Veranstaltung wurde durch die PR-Arbeit des Organisators Wenzel drei Mal im Radio angekündigt. Die Vorarlberger Nachrichten berichteten am 26.9.57 darüber: Nach jahrelangem, vollständigem Schweigen über die unbekannten Flug-Objekte (=UFO, Fliegende Untertassen) brachte jüngst der bekannte deutsche UFO-Forscher Karl L. Veit aus Wiesbaden einen aufschlussreichen Bildervortrag. Im Zuge seiner internationalen Vortragreise durch Europa wurde nach Augsburg nun auch Österreich zum erstenmal, und zwar der Messe- und Industriestadt Dornbirn die Ehre zugegen, den neuesten Stand der Dinge zu erfahren. Das zahlreich erschienene Publikum nahm die Ausführungen mit großem Interesse auf.

Am 18. September 1957 gab es in St. Gallen, Kurhaus Dr. Martens, einen UFO-Vortrag durch Karl Veit, Organisation: Fam. Martens. Thema der Lichtbildveranstaltung: „Besuchen Planeten-Menschen unsere Erde?“

Am 20. September 1957 gab es in Zürich, Konzertsaal des Konservatoriums, einen UFO-Vortrag durch Karl Veit, auf Einladung des UFO-Aktivisten Paul Häusle und in Mitverantwortung durch H. J. Ragaz vom „Weltraumboten“ und Prof. Dr. h.c. W. Zimmermann. Thema der Lichtbildveranstaltung: „Besuchen Planeten-Menschen unsere Erde?“ Zwischen 550 und 600 Menschen besuchten die Veranstaltung, die total überbevölkert war – etwa 50 Notstühle mussten aufgestellt werden und zig Leute saßen auf dem Boden. Über 300 Menschen mussten heimgeschickt werden. Aus diesem Grund gab es einen Anhängevortrag am Abend des 21. September 1957, der ebenfalls total ausverkauft war.
Aufgrund des gewaltigen Interesses wurde im Volkshaus Zürich ab sofort an jedem ersten Samstag im Monat ein UFO-Diskussionsabend eingerichtet, der gleich bei seiner ersten Veranstaltung im anschließenden Oktober von ca. 50 Personen besucht wurde. Häusle stellte sogleich Pläne für weitere Ortsgruppen in der Schweiz auf.

Am 8. Oktober 1957 fand in Kassel-Wilhelmshöhe ein weiter Untertassen-Vortrag von Karl Veit vor 150 Personen statt, der „mit vollem Verständnis und Applaus und bezeugter Dankbarkeit aufgenommen wurde“.

Deutsche Freunde der Planetarier veranstalteten vom 2.-4. November 1957 ihre Zweite Internationale Jahrestagung in der Kongresshalle zu Wiesbaden unter der Veranstaltungsleitung, dem Herausgeber der UFO-Nachrichten, Karl L. Veit.
Hierüber berichteten die UN in Nr. 15 vom November 1957. Durch „unseren hochgeschätzten George Adamski“ war der „dringende Wunsch unserer lieben Planetarierbrüder“ übermittelt worden, dass sich auch in Deutschland Arbeitsgruppen bilden, die aus ihnen „freundschaftlich-brüderlich zugetanen Erdenmenschen“ bestehen. Sie, die Planetarierbrüder, mochten „mutige Aktivisten“ anspornen, nun ihren Teil dazu beizutragen, dass sie ihre Mitmenschen über die Fliegenden Untertassen aufklären. Cirka 120 UFO-Freunde folgten also dem kosmischen Ruf, „dem Zug ihres Herzens“, wie es pathetisch hieß. Akademiker, Wissenschaftler verschiedenster Fakultäten, Ärzte, Ingenieure und Künstler waren zu der internationalen UFO-Tagung gekommen, um für die „interplanetarische Förderation“ tätig zu werden. Der Mannheimer Dr. Wilhelm Martin (Naturwissenschaftler und Lichtforscher) berichtete über seine „bahnbrechenden Erkenntnisse“, wonach „nachweislich“ alles falsch sei, was die Einsteinschen Lehre, astronomische Hypothesen, Sonnentheorie, Planetenatmosphären der Wissenschaft beinhalte. Er forderte auf, endlich die „Über-Physik“ unter Einbringung der Telepathie und Meta-Physik sowie Esoterik in die Gänge zu bringen, um damit der wissenschaftlich-weltlichen Stagnation entgegenzutreten und endlich die Evolution voranzutreiben, so wie es die „wissenschaftlichen Erkenntnisse des Mystikers Jakob Lorber und ähnlichen geistigen Quellen“ erbrachten. Dies alles forderte er nun zu „einer sinnvollen Einheit zusammenzufügen“, um den Ursprung der Fliegenden Untertassen zu verstehen, wie es bereits Adamski lehre, da die Venusier das irdische Dunkel bereits durchbrochen haben und bewiesen, wie recht Lorber hatte! Daher weht also der Wind, weswegen es bei der DUIST eine so intensive Unterstützung der Adamski-Märchen („beglaubigter Fall“) gab, er war quasi die Verwirklichung der Visionen Lorbers, so wie sich die Anhänger seiner Lehre es sich vorstellten. Zahnarzt Eugen Köberle, Berchtesgaden, hatte eine „mitreißende Darstellung“ für einen geradezu klassischen Lebensweg für den suchenden Menschen zwischen Natur und den Religionslehren östlicher und abendländischer Prägung anzubieten, um „psychische Kraftvorgänge“ freizusetzen, um damit das Christus-Erleben erfahrbar zu machen. Eine Vorlesung von Hermann Grettler über das „Ultimation des Weltalls“ war so erhaben, dass sie „wundersame Schwingungen“ freisetzte, denen man sich ob des „Licht- und Friedensbringers“ nicht entziehen konnte. Herr K. Christian, Speyer, leistete ebenfalls seinen wertvollen ufologischen Beitrag mit der Rede über „ethische Belange und Zusammenhänge zwischen Planetariern und Vegetarismus“. Die „Verschmelzung von Religion und Wissenschaft“ wurde damals schon angestrebt.

Quelle: http://cenap.alien.de/chronicles/3marseffekt2.htm

Gruß an die Realisten

TA KI

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