Der Marseffekt wirkt sich aus… Teil 3


Doch die Verschmelzung von Religion und Wissenschaft klappt in der normalen Welt nicht, kann aus grundsätzlichen Gründen nicht funktionieren und Religion und Wissenschaft stehen sich wie Feuer und Wasser gegenüber. Der unmögliche Spagat aber wird nur in den Pseudowissenschaften möglich und wahr. Dabei ist genau dies das Hauptproblem in der Glaubwürdigkeit der „UFOlogie“ seit Anfang an, selbst ein Magazin 2000-Leser ließ in der Ausgabe vom Februar 1998 einen entsprechenden Leserbrief genervt abdrucken:

„Ihr Magazin… büßt seine Glaubwürdigkeit zum Teil dadurch ein, dass Sie es trotz vieler guter Artikel bis jetzt noch nicht geschafft haben, zwischen Religion, Esoterik und Wissenschaft zu unterscheiden“. Und wie war die Reaktion der M2000-Verantwortlichen? Genauso wie immer und seit eh und je. Vehement und „von ganzem Herzen“ widersprachen sie dem Leser-Postulat weil sie die UFOs „ganz bestimmt nicht… aus rein naturwissenschaftlicher Warte betrachten zu wollen, denn das hieße, sie schlicht und einfach nicht zu verstehen“. Der Grund hierfür sei der Umstand, dass die Naturwissenschaft „ganz einfach nicht in der Lage ist“ die UFO-Wirklichkeit zu verstehen und der Mensch endlich aufhören solle, „unser Bild von der Wirklichkeit auf das Messbare zu beschränken“ da dies nur eine „Realitätsfilterung“ sei und damit „menschenverachtend“. Damit wird freilich alles beliebig und nach wie vor dem Wahnwitz Tür und Tor geöffnet bleiben. So ließ es also Magazin 2000 nicht zu, dass die „präzise Wissenschaft“ ein Recht darauf habe sich zum Richter über die Grenzwissenschaft wie z.B. die UFOlogie „aufzusteigen“. Das UFO-Phänomen darf nicht als Ganzes der Schöpfung eines allmächtigen Gottes „aus diesem kosmischen Gesamtzusammenhang“ gerissen und „isoliert naturwissenschaftlich betrachtet“ werden, so als ging es nur um ein naturwissenschaftliches Problem und nicht „um die Besuche intelligenter Menschheiten, die ihre eigene Kultur, Psychologie, Spiritualität und Gotteserfahrung haben“. Dies sind genau jene altbackenen Worthülsen und ideologischen Verbeugungen die wir seit den Tagen der DUIST und der inzwischen längst eingestellten Okkult-Wochenzeitschriften Das Neue Zeitalter oder Huters Neue Weltschau kennen – es hat sich also in der populären UFOlogie seit den 50ern bis zum Ende des 20. Jahrhunderts rein gar nichts ideologisch getan. Und wieder meldete sich ein Leser in einem Brief hierzu, da er das M2000 als so etwas wie das „katholische Sonntagsblatt“ ansah, „getarnt als wissenschaftliche Information… Sie jammern über das von den Lesern nicht angenommene Erscheinungen Ihrer Zeitschrift und wundern sich noch wieso…“ Die deutsche UFOlogie hatte ein Problem und hat es heute immer noch, die Kerne dieser Probleme sind identisch nur das Personal hat generationsmäßig gewechselt.
Frau Sigrid Brandt, Darmstadt, Herausgeberin der deutschen Fassung der Flying Saucer Review brachte Neuland in Sachen UFOs auf und schlug vor, die UFOs fortan IFOs zu nennen, d.h. „nicht mehr ‚Unerforschte Flug-Objekte‘ [sic!], sondern ‚Interplanetarische Flug-Objekte'“, was eine überaus eigenwillige und mit System betriebene Verfremdung sowie fehlführende Mutation der ursprünglichen Sinngebung der Kürzel U.F.O. und I.F.O. ist – IFO steht hier für identified flying object. Dies wurde dann von der Versammlung angenommen, genauso wie die von Frau Brandt überbrachten Grüße von Ashtar, „dem Befehlshaber von zehn Millionen Wesen aus dem Weltraum, die ihre Stützpunkte im Bereich der Erdbahn bezogen haben“ (hierzu gab es im Ventla-Verlag bereits eine Broschüre namens In kommenden Tagen). Der Veranstalter zeichnete mit der „goldenen UFO-Nadel“ sowie einem „vergoldeten Abzeichen“ die verdienstvollsten Aktivisten, die „wahren Idealisten“, der Gruppe unter Applaus aller Teilnehmer aus: Frau Fabrik-Direktorin Dr. K. Müller (die engste Mitarbeiterin von Herrn Veit), K. Christmann, Paul Häusle, Dr. Martin, Dr. Köberle, H. Grettler, Studienrat Maier und Frau Brandt. Gleichsam gab es einen Aufruf, dass man bitteschön sein Schärflein („pekuniäre Unterstützung“) dazu beitragen solle, um Adamski’s Buch „Im Innern der Raumschiffe“ finanzieren zu können. Herr C. A. Hohenberg ersteigerte sich sogar, dass die Redaktionsleitung bitte dafür Sorge trage, dass die Stadt Wiesbaden zur „Weltfriedensstadt“ erhoben werde, um ihrer „kosmischen Bedeutung“ gerecht zu werden. Die Teilnehmer schieden in dem Gedanken, den Samen für die Zukunft ausgebracht zu haben, der bald Früchte tragen solle und zur „Ehre des ALLERHÖCHSTEN“ sowie zum Segen unserer Generation der gesamten Menschheit gereiche, damit die „interplanetarischen Freundschaften des anbrechenden neuen Zeitalters“ gedeihen. Eine „beglückende Harmonie“ voller guter Schwingungen stand auf der vor „Freudigkeit strahlenden Gesichtern“ der Gäste zum Abschluss der ufologischen Predigt.

Hier konnte man schon sehen, unter welchem pseudo-religiösem Diktat sich die deutsche „UFOlogie“, ausgegeben als UFO-Forschung, die nächsten Jahrzehnte entwickeln würde. Paul Häusle hat es in seinen „Gedanken über die Tagung“ mit der Aufgabe der UFOlogie so zusammengefasst: „Die weltanschauliche UMSCHULUNG der Menschen durch die TATSACHENBEWEISE“ wie sie z.B. der tiefgläubige Christ Dr. Martin vortrug! Die Gemeinde verstand die Schriften Martins sogar als „wohlfeile Aufklärungsarbeit mit der man ein ausgezeichnetes Beweismittel im Kampf gegen die Argumente der Skeptiker in Händen hält“ (wie eine Besprechung von „UFOs, Atomkräfte und unsere Zukunft“ im Weltraumbote Nr. 20/21 von 1957 ausweist). Verblüffend dagegen ist, dass es scheinbar nie Gegenströmungen gab, die kraftvoll genug waren, um sich dagegen zu behaupten, und die tatsächlich die rein wissenschaftlich-orientierte Untersuchung des UFO-Komplexes einführen konnte. Erst Mitte der 70er Jahre sollte sich dies ändern, auch mit dem Aufkommen des in Mannheim gegründeten CENAP-Netzwerks.

Das Wiesbadener Tagblatt berichtete so am 4. November 1957 groß aufgemacht: Schon die Römer kannten „fliegende Schilde“: Gibt es die „Fliegenden Untertassen wirklich? Internationale Arbeitstagung in Wiesbaden befasst sich mit der neuen Wissenschaft „UFOlogie“: Fast hundert Teilnehmer aus Deutschland, Schweden, Österreich, Holland und der Schweiz fanden sich zur ersten internationalen Arbeitstagung der UFO-Studiengemeinschaft in Wiesbaden in der Rhein-Main-Halle zusammen. Höhepunkt der Tagung war die Vorführung von achtzig dokumentarischen Original-Aufnahmen aus verschiedenen Ländern und Erdteilen. Es sind Naturwissenschaftler, Philologen, Techniker, Ärzte, ernsthafte Männer und Frauen der verschiedensten Berufsgruppen, die sich in der UFO-Studiengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Sie befassen sich mit einer neuen Wissenschaft, „UFOlogie“ genannt, die durch das Phänomen der UFOs, der „Unbekannten Flugobjekte“ oder ihrer Form nach „Fliegenden Untertassen“ entstand. In Amerika wurde jetzt die erste Hochschule für UFOlogie gegründet [?]. Die Beschäftigung mit UFOs ist ein weltweites Unterfangen und keineswegs ein privates Hobby [?]. Im Pentagon, dem amerikanischen Kriegsministerium, gibt es eine eigene Abteilung für UFO-Forschung, bei der täglich bis zu 300 Meldungen [?] über UFO-Sichtungen eingehen. Offiziell sind bisher 40.000 anerkannte Sichtungen registriert worden [?]. Die Luftwaffenstäbe der amerikanischen, englischen und französischen Streitkräfte haben UFO-Untersuchungsausschüsse. Für alle Piloten sind Fragebogen bereitgestellt, die nach UFO-Sichtungen ausgefüllt werden. Aber die UFOlogie ist nicht in erster Linie auf die militärische Perspektive ausgerichtet, sondern auf die wissenschaftliche Betrachtung [sic!]. Der wissenschaftliche Stoff ist nicht neu, denn Berichte über UFOs sind bis in älteste Zeiten zurückzuverfolgen. Es existieren beispielsweise derartige Berichte vom älteren Plinius, von Livius und Seneca. Es existieren viele Schriftstücke aus dem Mittelalter, darunter ein päpstliches Edikt, das sich mit den zuerst von den Römern „Fliegende Schilde“, später „Tanzende Scheiben“ genannten Flugobjekten befasst. Die geschichtlichen Nachweise sind darum wichtig, weil zur damaligen Zeit keine Verwechslung mit „Flugzeugen, Wetterballons und Zeppelinen“ möglich war. Damals gab es auch noch keine Astronautik, eine Wissenschaft, die eng mit der UFOlogie verknüpft ist.

Während die Astronautik sich mit dem Flug in den Weltenraum hinaus befasst, befasst sich die UFOlogie mit dem Einfluss aus dem Weltenraum. Daher überraschte es die UFOlogen nicht, dass auf der Jahrestagung der Weltraumforscher in Frankfurt der Wissenschaftler Dr. Heinrich Faust von der Forschungsabteilung des Deutschen Wetterdienstes erklärte (25. Oktober 1957), dass es im Weltall bereits künstliche Satelliten wie Sputnik gäbe, die von anderen Planeten aus in den Weltenraum geschickt seien. Die UFOlogen sind mit dem berühmten Psychologen Jung der Ansicht, dass es an der Zeit wäre, mit dem „läppischen Spiel der Geheimniskrämerei aufzuhören“ und dass die Behörden nicht zögern sollten, ihr Material zu veröffentlichen. Der erste Schritt der Veröffentlichung wurde bereits getan. Die amerikanische Regierung gab die Vorführung eines 92-Minuten-Dokumentarfilms über UFOs frei [wie jeden anderen Hollywood-Schinken übrigens auch, da in Amerika auf die Filmkunst der privaten Industrie keinerlei Zensur ausgeübt wird und der hier erwähnte Film namens „U.F.O.“ eine derartige Produktion war – deswegen allein ist es schon irreführend gewesen, was man hier zusammenschrieb]. Die „Wiesbadener UFO-Studiengemeinschaft“, die unter Leitung des Privatgelehrten und UFO-Wissenschaftlers Karl L. Veit steht, und die Zentrale der deutschen UFO-Forschung ist, bemüht sich um diesen Film, der bisher nur in den USA und England gezeigt wurde. Es bestehen zur Zeit 15.000 UFO-Studiengesellschaften [?] in allen Ländern und Erdteilen.
Hunderte Bücher sind in englischer Sprache erschienen, mehr als vierzig Fachzeitschriften werden regelmäßig herausgegeben. Der Wiesbadener UFOloge Veit bereist mit Lichtbildervorträgen Europa und sprach im Rundfunk und Fernsehen über die kritische Forschung [???] und Wertung auf diesem Gebiet.

Die Tagung wurde mit einem „Jubiläums“-Anlass verknüpft. Vor zehn Jahren wurden erstmals UFOs gemeldet, die seither in großer Zahl eingeflogen sein sollen. Allein über Rom wurden 1954 nach einem Bericht von Dr. Alberto Perezo, Rom, zweihundert UFOs gemeldet. Die präzise Meldung ging von der römischen Sternwarte an die Vereinten Nationen. Wie im amerikanischen Kriegsministerium selbst, wie auch in der Leitung der britischen Luftwaffe und in Stellungsnahmen führender Wissenschaftler bestätigt wird, besteht kein Zweifel mehr an dem planetarischen Ursprung der Flugobjekte [eine verblüffende Selbstsicherheit wurde damals an den Tag gelegt, eine Sicherheit die vierzig Jahre später immer noch in Frage stehen sollte].
Auch der Wiesbadener Kurier nahm sich am 4. November 1957 der Konferenz an: Die Freunde der Planetarier – Untertassen-Forscher tagen in der Rhein-Main-Halle! Im Juni 1947 kam der amerikanische Kaufmann Kenneth Arnold von einem Flug über den Mount Rainier im Staate Washington zurück und erzählte, er habe neun große, silberne Scheiben gesehen. Seitdem sind die Begriffe „Fliegende Untertassen“ oder „Unbekannte Flugobjekte“ in immer neuen Variationen um den Erdball gegangen. Es entwickelte sich eine amtliche und eine private UFO-Forschung, bekannte „UFOLogen“ – meist Amerikaner und Englaender- schrieben etwa 100 Bände, ferner existieren über 40 UFO-Zeitschriften. Es bildeten sich überall auf unserem Planeten (rund 15.000) UFO-Studiengruppen. Eine davon sitzt in Wiesbaden. Zum zehnjährigen „Fliegende-Scheiben-Jubiläum“ hat sie fast 150 „ernsthafte Freunde der Planetarier“ zu einer internen Aktivisten-Tagung vom 2. bis 4. November in die Rhein-Main-Halle geladen. Zum Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit tragen sie ein Abzeichen: silberne Untertasse auf blauem Grund.

In Wiesbaden tagen Planetarier-Freunde aus Schweden, Holland, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch sie kaufen Bücher und Zeitschriften, beispielsweise die vom Wiesbadener Vorsitzenden Karl L. Veit herausgegebenen. Dafür wurden sie von SETA, einem „Warner, Licht- und Liebebringer aus dem Weltraum“ mit einer vom 1. November datierten „Botschaft an den Wiesbadener Kongress“ herzlich begrüßt. SETA kam nicht selbst, sondern sprach mehrere Schreibmaschinenseiten lang über seinen „geistigen Vermittler“ Hermann Grettler aus Bregenz. Grettler hat auch ein Buch geschrieben: „Ultimatum des Weltalls“. Aber nur die ersten 25 Seiten davon mit eigenem Verstand. „Dann wurde ich aus dem Weltraum in Schwingungen versetzt und schrieb in zwei Wochen den ganzen Roman. Erst bei der Korrektur wurde mir klar, was ich auf höhere Weisung geschrieben habe.“ In der „Botschaft SETAS“ hören wir, steht auch, warum die Planetarier bisher noch nicht in maßen auf der Erde gelandet sind. Die Venusier, Jupiterianer und Marsianer wollen das erst tun, „wenn die Menschheit in allergrößter Not ist. Dann aber kommen sie, um die Erde vor der Katastrophe zu bewahren, und nur mit der Zustimmung der Menschen in friedlicher Gesinnung“. Karl L. Veit: „Schon versuchen sie, durch neutralisierende, luftreinigende Stoffe der drohenden Luftvergiftung durch Atomversuche vorzubeugen und einzelne ihrer Raumschiffe streuen deshalb einen faserähnlichen Stoff aus, das sogenannte Engelshaar.“ Von dem amerikanischen Privatgelehrten George Adamski ist in Wiesbaden auch häufig die Rede. Adamski hat nach eigener Aussage -und nach seinen Büchern- einen Venusbewohner getroffen, ist von ihm mitgenommen und später auf ein Weltraumschiff des Saturns umgeladen worden. „Seit Jahrtausenden kennen sie keine Krankheiten, den Tod fürchten die Planetarier nicht, da sie das höhere und geistige Leben kennen. Außerdem sind sie Vegetarier. Sie fliegen auf unsere Erde ein, um Nachbarplaneten vor nuklearen Strahlungsschäden zu bewahren und uns vor der radioaktiven Verseuchung zu schützen [es blieb nur bei dem vorgeblichen Versuch, geklappt hat er nicht, da versagten die angeblichen Space-Brothers mal wieder – zu dumm, immer wenn es physikalisch-konkret wird und die zeithistorische Perspektive eine Neubetrachtung erlaubt, klappte es trotz aller Versprechungen nicht].
Wir wollen noch etwas warten, bis wir uns mit unseren Kenntnissen und Erkenntnissen an die breite Masse wenden“, sagt Karl L. Veit und bereitet die „Aktivisten“ auf diesen Zeitpunkt vor. Sie nennen sich alle „Bruder“ und „Schwester“, tragen ein Abzeichen im Knopfloch und kaufen fleißig Bücher und Zeitschriften, um noch mehr zu erfahren über ihre planetarischen Freunde und deren Pläne.

Die beiden obigen Artikel zu ein und dem selben Ereignis, welches von zwei verschiedenen Journalisten einer am selben Ort befindlichen Tageszeitung besucht wurde, weisen auch auf, wie different das Thema UFO aufgenommen wurde. Während beim Wiesbadener Tagblatt schon eine stark geneigte Position (mit mancherlei fragwürdigen ‚Feststellungen‘) eingenommen wurde, war der Vertreter des Wiesbadener Kurier schon eher abgeschreckt und reagierte mit seinen Zitaten, die durchaus entlarvend gemeint sind, spöttisch und unterschwellig durchblickend ablehnend ob des Unfugs.

Warner und Lichtbringer von der Venus meldete am 5. November 1957 die Frankfurter Rundschau: UFOlogen nennen sich die Mitglieder, der 15.000 über die Welt verteilten „Forscher“, die sich, seit 1947 der amerikanische Kaufmann Kenneth Arnold die erste Fliegende Untertasse sah, mit der Erforschung unbekannter Flugobjekte beschäftigen. Die deutschen UFO-Gruppe traf sich zum Zehnjahrestag der Fliegenden Untertassen in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle. Der Wiesbadener Kunstmaler und Verleger Karl Veit leitet die deutsche Gruppe der UFOs. Sein Verlag publiziert ausschließlich Zeitschriften und Bücher „planetarischen Inhalts“. Worüber man auf der Tagung mit rund 150 Teilnehmern sprach? Hier einige Geschichten aus dem Weltall: „Ein Erdenmensch sah die Rückseite des Mondes.“ Wie der Verlag des UFO-Vorsitzenden in seinen Publikationen hierzu mitteilt, habe ein in Amerika lebender Kaufmann, George Adamski, auf eine in gutem Englisch ausgesprochene Einladung eines „Venusmenschen“ eine vor seiner Haustür gelandete Untertasse bestiegen, sei damit einmal schnell zu einem Weltraumschiff der Venus geflogen, dann auf eines vom Saturn umgestiegen und habe mit diesem eine Runde um den Mond gedreht. Die der Erde abgewandte Hinterseite des Mondes sei dabei das Interessanteste gewesen. Der deutsche UFO-Chef hielt für die Skeptiker auf seiner Tagung noch eine Reihe eindringlicher Hinweise parat. Seta, ein „Warner, Licht- und Liebebringen aus dem Weltraum“, hatte eine auf den 1. November datierte „Botschaft an den Wiesbadener Kongress“ geschickt. Seta kam leider nicht selbst, sondern bediente sich eines geistigen Vermittlers, des Österreichers Hermann Gretler aus Bregenz. In der Botschaft wird übrigens auch verraten, warum die Planetarier bisher noch nicht „offiziell“ in größeren Mengen auf der Erde landeten. Offensichtlich trauen sie der Sache wegen der vielen Atompuffereien noch nicht so ganz. Deshalb versprechen sie in der Botschaft, erst dann zu kommen, „wenn die Menschheit in allergrößter Not ist; dann aber kommen sie, um die Erde vor der Katastrophe zu bewahren und nur mit der Zustimmung der Menschen und in friedlicher Absicht“. Hierzu ein aufklärender Kommentar des UFO-Vorsitzenden: „Schon versuchen sie, durch neutralisierende, luftreinigende Stoffe der drohenden Luftvergiftung durch Atomversuche vorzubeugen, und einzelne ihrer Raumschiffe streuen deshalb einen faserähnlichen Stoff aus, das sogenannte Engelshaar.“
Wie die UFOlogen weiterhin feststellten, ist inzwischen auch schon ein Marsmensch am Hochwechsel in Österreich gelandet. Leider wurde es versäumt, hierzu die Presse einzuladen. Ein Raumschiff von der Venus sandte kürzlich Botschaften über einen Tesla-UKW-Apparat; zumindest schildert das die Zeitschrift Veits. Der Prophet der UFOs, jener Amerikaner Adamski, schrieb kürzlich einen Brief an Veit, der ebenfalls auf der Wiesbadener Tagung zu lesen war: „Ich kann Ihnen versichern“, schreibt der Untertassenfreund,“ dass die Weltraumwesen Sie und Ihre Bemühungen kennen.
Sie kennen alle ihre Freunde hier auf der Erde. Und sie helfen auf die mannigfaltigste Weise, mehr als es sich die meisten Menschen vorstellen. Inzwischen sind Landungen in den meisten Ländern der Erde gewesen. Die Menschen haben jedoch Angst, ihre Erlebnisse zu erzählen.“ Nun, Karl Veit und seine Mitforscher haben jedenfalls keine Angst. Sie üben sich in echtem Bekennermut. Auf der Wiesbadener Tagung war man sich einig und beschloss, im Interesse der Welt weiter aufklärend tätig zu sein. Natürlich mit den Schriften aus dem Verlag des Vorsitzenden, der übrigens auch alle Anwesenden mit dem Anstecksymbol der UFOlogen, silberne Untertasse auf blauem Grund, für 4,50 DM, versah. „Denken Sie an Ihre kosmische Verantwortung“, ermahnte Frau Veit die Journalisten. „Unsere planetarischen Freunde sehen alles, auch was wir hier sprechen und was Sie
in ihren Zeitungen schreiben werden.“

Am 14. November 1957 gab es in Osnabrück die Gründung des DUIST-Ablegers „IFO-Interessierte“ (IFO steht hier für Interplanetarische Flug-Objekte, also Fliegende Untertassen aus dem Planetensystem unserer Sonne!) unter Frau Ortrud Frank, die die Räumlichkeit in ihrem eigenen Reformhaus zur Verfügung stellte, wo es auch ans Schaufenster angeschlossen eine Dauerausstellung von DUIST-Literatur gab, weswegen immer wieder Bürger die Inhaberin ansprachen. Bei der Gründungssitzung kamen 23 Leute zusammen, um mehr über die Internationale Arbeitstagung der IFO-Studiengruppen in Wiesbaden zu erfahren. Frank leitete parallel den „Esoterischen Arbeitskreis“, der sein Themenspektrum nun um die IFOs erweitert hatte.

Am 19. und 20. November 1957 fand in Hannover ein weiterer Vortrag von Karl Veit statt, als Folge davon entstand unter dem Biologen Dr. Kurt Schmidt eine örtliche DUIST-Zweigstelle, die sich den „esoterischen Fragen“ (die Sache speziell von Dr. Schmidt) und den „naturwissenschaftlich-technischen Belangen“ (Thema von Ing. Filter) rund um Fliegende Untertasse zuwende. Zudem wurde für diese Gruppe die Gründung einer Leih- und Austauschbibliothek für das interessierte und fortbildungsgeneigte Publikum angesetzt, damit dieses bei diesem „hochaktuelle sowie zukunftsgewichtige Gebiet mitsprechen kann“.

Am 24. und 25. November 1957 fand in der Aula der Kant-Hochschule, Braunschweig, die nächste DUIST-Vortragsaktion statt und bot somit „den rechten Rahmen“ für die gut besuchten Diaschauen. Akademiker und Studenten der Uni und Technischen Hochschule hörten gespannt zu und sorgten für eine „lebhafte Diskussion“. Die Organisation hatte Oberingenieur Walter Werner [sic] vorgenommen. Ingenieur Bruni Smolka gründete aufgrund des Erfolgs hier eine weitere UFO-Zweigstelle.

Gleich an drei Abenden folgten die Veit’s dem „vielseitigen Ruf“ nach West-Berlin, der Insel mit der Sonderstellung. Am 27., 28. und 29. November 1957 wurde in der jeweils vollbesetzten Aula der Carl-Langhans-Schule das Thema des interplanetarischen Besucherkontakts und der Fliegenden Untertassen-Philosophie abgehandelt. Die Berliner (West) waren besonders dankbar, da viele auf eine „höhere Hilfe“ warteten und ein schweres Schicksal trugen. Sie drückten ihre kosmische Dankbarkeit mit wiederholten Zwischenrufen wie „Bald wiederkommen!“ aus. Organisation: Karl F. Schulze-Angern von der gleichnamigen Buchhandlung in Berlin-Halensee, der bereits seit geraumer Zeit die dortige Fliegende Untertassen-Abteilung der DUIST führte.

Zu diesem Zeitpunkt wurden weitere Zweigstellen der IFO-Freunde unter Wiesbadener Führung aufgezogen in: Bad Harzburg (Frau Dr. M. Heidmann), Bad Reichenhall (Fritz Begsteiger), Bergneustadt (Stud.-Ass. Georg Tonding), Donaueschingen (Dr. Walter Nottebom), Düsseldorf (Dr. med. Gg. Frösse), Flensburg (Beate Use, Quatsch: Luise Kalweit), Frankfurt (Ilse von Jacobi und Helmut Issbrücker), Göttingen (Fritz Tonding), Helmstedt (Friedrich Sackstedt), Hof (Studienrat Karl Maier), Ibach b. St. Blas. (Dr. Waldemar Beck), Kassel (Heinrich Heinz), Kiel (Georg Walter), München (Georg Neidhart und Heinz Kröll), Schwäb.-Gmünd (Karl Leicht), Speyer (Karl Christmann), Stuttgart (Ing. Robert Rall), Überlingen (Emma Belz), Uelzen (Carl Schuster), Oberammergau (Hans Geisler). Österreich: Bregenz (Hermann Grettler), Dornbirn (Bruno Wenzel), Graz (Oto Wraubek), Leoben (Else Demmer), Mattsee (der Herausgeber von „Das Geistige Reich“, Carl Rennhofer), Salzburg (Luise Eschig), Vilach (Brunhilde Tritscher), Wien (Dora Bauer). Schweiz: Zürich (Paul Häusle und Heinrich J. Ragaz als Herausgeber des „Weltraumboten“), Zollikerberg (die esoterische Gruppe unter Ing. Walter Ohr), Glattbrugg (Werner Krapf) und Bassersdorf (Ing. Hans Früh), Basel (Lou Zinsstag als Herausgeberin der „Informationsblätter der UFO-Arbeitsgemeinschaft“), Genf (Alfred Nahon als Herausgeber des „Le Courrier Interplanetaire“), Heiden (der Verleger Karl Schönenberger).
Auch wenn sicherlich die meisten dieser Ortsgruppen nur Strohfeuer-Effekte für ein paar Jahre waren und keine dauerhaft-beständigen Male auf der ufologischen Landkarte, so haben diese einzelnen Zirkel aber sicherlich ihre Wirkung und ihren Einfluss in ihren Gemeinden gezeigt, um den UFO-Aberglauben regional auszuprägen.

An drei Abenden hielt Karl Veit in Hamburg im Vortragssaal des Völkerkundemuseums seine Diavorträge: Am 5., 6. und 8. Dezember 1957. Organisation: Dr. med. Alfred Teichmann und Robert Fr. Slomann als Leiter der „Bewegung für Geisteskultur e.V.“. Unter donnerndem Applaus bekam der Redner einen Strauss Crysanthemen überreicht, das Publikum hatte „die Notwendigkeit zum umdenken“ erkannt und sie hatten sich „vorurteilslos über das Vorhandensein der Interplanetarischen Flugobjekte“ informiert. Als Folge übernahm Dr. Teichmann offiziell die Führung der neuen Hamburger Gruppe. An diesem Abend wurden „wiederum Tausende“ von den „eisernen Tatsachen“ der Venuisaner erfasst und trotz der Mentalität der Norddeutschen, war die Aktion ein „großer Erfolg“ gewesen.

In Nr. 18, Februar 1958, der UFO-Nachrichten, gab es den Aufruf an „alle IFO-Freunde“, der nichts weiter als eine konzertierte Aktion bedeutete: „Wo immer Sie auf Angriffe oder Entstellungen der Weltraumschiff-Tatsachen in Tageszeitungen oder Illustrierten stoßen, schreiben Sie Gegenartikel Ihres besseren Wissens. Damit dienen wir alle der großen Aufklärung: Der Realität der fliegenden, interplanetarischen Objekte.“ Damit wurde eine Aktion ins Leben gerufen, die die betroffenen Personen natürlich als eine gute, positive Mission empfanden, mit der der Gruppenzusammenhalt gefestigt wurde und mittels der natürlich auch jegliche Kritik durch die Medien mit schwerem Gegenfeuer belegt wurde – und womit freilich auch vielleicht aufkommende Skepsis in den eigenen Reihen seelisch niedergeknüppelt wurde.
Was darüber hinaus natürlich zu beachten ist, stellt einen gewichtigen Faktor in der Gewahrwerdung der Medien von UFO-Forschern hierzulande dar: Durch diese Aktion der UFO-Freunde und ihren wirr-verrückten „Beweisen“ wurden natürlich alle die sich mit diesem Thema beschäftigen in einen Topf geworfen und als „Spinner“ angesehen, über die man sich zunächst erst einmal lustig machte und die man nicht ernst nahm.

Am 9. März 1958 wurde im Darmstädter Heagsaal der Veitsche Aufklärungsvortrag gehalten, organisiert von Sigrid Brandt. Allein vierzehn Gäste beschrieben ihre eigenen Fliegenden Untertassen-Sichtungen nach dem Vortrag, der von zahlreichen Leuten besucht worden war.
Am 15. und 16. März 1958 gab es den seit Monaten „sehnlichst erwarteten“ Doppel-UFO-Vortrag von Veit im Frankfurter Volksbildungsheim, der bei beiden Abenden „überfüllt“ war. „Insbesondere die akademische Jugend war gekommen“ um den „unwiderlegbaren Tatsachen“ zu lauschen. Als Folge wurde nun jeden letzten Sonntag im Monat im Cafe Schneider, Kaiserstrasse am Kaiserplatz, den Untertassen in Leitung von Frau von Jacobi nachgeforscht.

Am 18. März 1958 wurde der Diavortrag von Veit im Club „Graf Folke-Bernadotte“ abgehalten, Ort: Mannheim!

Plakate wurden für die selbe Veranstaltung in Karlsruhe geklebt. Datum der Schau: 19. März 1958, Stadthalle. 500 Menschen zwängten sich in dem total überfüllten Raum – mehr als 100 Leute mussten heimgeschickt werden. Vermerkt wird jedoch ein „rüpelhaftes Benehmen einiger TH-Studenten“, weil diese einen Mangel ihrer eigenen intellektuellen Fähigkeiten ob der Berichterstattung über die Erlebnisse von „Ing. Dan Fry und Professor Georg Adamski“ bezeugten und sie nicht imstande waren die „erweiterten Naturgesetze zu verstehen“, wurde der Protest ob des Blödsinns schöngeredet (UN Nr. 20, April 1958, S.4). Zum Trost, die Freunde der Planetarier bekamen empfohlen in der Buchhandlung Erich Spieser sich mit der hochwichtigen Literatur der Kontaktler einzudecken und dort auch nach Zusammenkünften der dortigen UFO-Truppe zu fragen, die in der Hansa-Schule unter dem Lehrer-Ehepaar sich traf.

Quelle: http://cenap.alien.de/chronicles/3marseffekt3.htm

Gruß an die Aufdecker

TA KI

3 Kommentare zu “Der Marseffekt wirkt sich aus… Teil 3

  1. Ich persönlich kann auf die Veden hinweisen, denn diese Schriften sind über 5000 Jahre alt und dort wird von Vinamas berichtet, was wir heutzutage als UFO’s bezeichnen.
    Die Inder wußten schon damals dass es viele Planteten im Universum gibt die bewohnt sind und das deren Bewohner über Fluggeräte (UFO’s) verfügen.
    Während die Europäer immer noch dachten dass die Erde eine Scheibe ist und die Sonne sich um die Erde dreht !!!

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