Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern? Der Ganze NSU- Sumpf


Die Aufklärung des NSU-Mordes in einem Kasseler Internetcafé 2006 könnte viele offene Fragen zur Terrorserie beantworten. Bisher unveröffentlichte Dokumente bringen Hessens Verfassungsschutz in Not.

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Es kommt nicht oft vor, dass Polizisten einen Verfassungsschützer abhören. Doch genau das taten Ermittler der Kasseler Mordkommission Ende April 2006 über Monate. Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen stand unter Mordverdacht. Am 6. April 2006 hatte sich der Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, als dort der Besitzer Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet wurde.

Es war der neunte Mord der Serie, die dem NSU, dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, zugeschrieben wird. Trotz eines laufenden Strafprozesses in München und mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sind die Hintergründe der Anschläge bis heute nicht vollständig geklärt.

Eine Schlüsselrolle im NSU-Komplex spielt offenbar der Verfassungsschützer, den die Fahnder im April 2006 im Visier hatten. Nach der Tat meldete er sich erstaunlicherweise nicht bei der Polizei als Zeuge. Und angeblich verlor er auch in seinem Amt kein Wort darüber, dass er am Tatort eines Mordes gewesen war – zwei Wochen lang, bis ihn die Polizei anhand von Computer-Daten identifizierte.

Die „Welt am Sonntag“ kann jetzt den Ablauf der Ereignisse vor und nach dem Mord in Kassel rekonstruieren und sich dabei auf Vermerke und Akten aus dem hessischen Innenministerium stützen, die bislang öffentlich nicht bekannt waren. Vor allem abgehörte Telefonate, die erst jetzt ausgewertet werden konnten, lassen den Mord von Kassel in einem anderen Licht erscheinen.

Diese Protokolle und weitere, bislang unbekannte Details, werden in mehreren Beweisanträgen aufgeführt, die die Anwälte der Hinterbliebenen des Opfers Halit Yozgat, Thomas Bliwier, Bilsat Top, Doris Dierbach und Alexander Kienzle, am vergangenen Freitag beim Oberlandesgericht in München eingereicht haben.

U-Ausschüsse in mehreren Ländern gestartet

Die Nebenkläger wollen unter anderem beweisen, dass Andreas Temme nicht zufällig am Tatort war, sondern bereits vor dem Mord „konkrete Kenntnisse von der geplanten Tat, der Tatzeit, dem Tatopfer und den Tätern hatte“. Und sie wollen anhand abgehörter Telefonate belegen, dass der Hessische Verfassungsschutz davon gewusst hat – und alles tat, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu behindern und abzulenken.

So habe ausgerechnet der mit der Betreuung des mordverdächtigen Kollegen betraute Geheimschutzbeauftragte des Verfassungsschutzes Hess in einem Telefonat wörtlich gesagt: „Ich sage ja jedem: Wenn er weiß, dass irgendwo so was passiert, bitte nicht vorbeifahren.“

Wie nah waren der Verfassungsschutzbeamte Andreas Temme und sein V-Mann aus der rechten Szene dem Umfeld des NSU? Der Name dieses V-Mannes stand schon auf einer Liste mutmaßlicher Mitglieder oder Unterstützer des NSU, die von der Bundesanwaltschaft an alle Sicherheitsdienste geschickt wurde, nachdem man am 4. November 2011 die Leichen der beiden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einem brennenden Wohnmobil in Eisenach entdeckt hatte. V-Mann „Gemüse“ mit Klarnamen Benjamin Gärtner war die Nummer elf. Auf dieser Liste finden sich alle Personen, die heute mit Beate Zschäpe in München vor Gericht stehen.

A-file-handout-photo-shows-members-of-neo-Nazi-group-NSU-Uwe-Mundlos-Beate-ZschaIn den Landtagen von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen sind im vergangenen Jahr neue Untersuchungsausschüsse eingerichtet worden, um die immer noch offenen Fragen um den NSU-Komplex zu beantworten. Die Aufklärung des Mordes im Internet-Café in Kassel könnte der Schlüssel zur Lösung vieler ungeklärter Fragen im Zusammenhang mit der beispiellosen Mordserie des NSU werden.

Er war das neunte Opfer, erschossen in seinem Internetcafé in der Holländischen Straße in Kassel: Halit Yozgat, 21 Jahre alt. Die ersten beiden Morde geschahen 2000 und 2001 in Nürnberg, dann folgten tödliche Schüsse in Hamburg, München, Rostock, wieder in Nürnberg und in München. Und immer war die Tatwaffe eine Ceska. Die Ermittler gaben der Sonderkommission den Namen „BAO Bosporos“ und suchten vor allem im Milieu des ausländischen organisierten Verbrechens nach den Tätern – ergebnislos. Offenbar war man seit Jahren auf der falschen Spur.

Im März 2006, nach immerhin sieben Morden, wandte sich das Bundeskriminalamt (BKA) an das Bundesamt und die Landesämter für Verfassungsschutz mit der Bitte um Unterstützung. Auch die Leiterin der Beschaffungsabteilung des Hessischen Landesamtes Dr. Iris Pilling wurde angesprochen – und reagierte umgehend. Am 24. März 2006 schickte sie eine launige Mail an ihre Mitarbeiter, vor allem die V-Mann-Führer des Verfassungsschutzes:

„Hallo und guten Morgen, hier komme ich endlich mal wieder und noch kurz vor meinem URLAUB, ich weiß noch, wie man das schreibt und wie man ihn macht!!!!!, mit ein paar Informationen rüber: Ausländer: … Seit 2000 gab es in Nürnberg, München, Rostock und Hamburg insg. 7 Tötungsdelikte gegen polizeilich nicht auffällige Türken mit einem geschäftlichen Bezug (nur ein Grieche war dabei)… Die Tatwaffe ist immer ein und die selbe – aber keiner weiß was darüber. Wird über diese Dinge geredet? Sind die Ermordungen – am helllichten Tag, in der Regel im Geschäft der Opfer – besprochen worden? Gibt es Dinge, die VM [V-Männer] dazu sagen könnten?!“

Sie fügte der Mail ein Schaubild des BKA bei, eine Übersicht über die Ceska-Morde – Details über die Ausführung und das jeweilige Opfer. Auch an ihren Mitarbeiter Andreas Temme wurde diese E-Mail versandt. Temme war damals seit über zehn Jahren beim LfV. Der frühere Postbeamte, über 1 Meter 90 groß, Mitglied eines Motorradklubs und begeisterter Sportschütze, war als Observateur geschult worden und führte inzwischen mehrere Quellen in der islamistischen und zumindest eine in der rechtsradikalen Szene.

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Einer der V-Männer, die er führte, war ein junger Skinhead: Benjamin Gärtner, VP 389, Deckname „Gemüse“. Der hatte Kontakte zum rechten Milieu im Osten, aber auch zu dem gewalttätigen rechten „Sturm 18“ in Kassel und Dortmund. Fünf Tage, nachdem Pilling die Mail verschickt hatte, traf sich Andreas Temme mit seinem rechtsradikalen V-Mann „Gemüse“. Was die beiden besprochen haben, ob die Morde und die Frage „ob über diese Dinge geredet“ bei den beiden ein Thema waren, ist bisher ungeklärt. Die Treffberichte sind unter Verschluss.

Temme verheimlichte 2006 Gespräch mit V-Mann

Am 4. April 2006, gerade zehn Tage nach der Mail der Beschaffungsleiterin Dr. Pilling an ihre V-Mann-Führer, wurde der 39-jährige Mehmet Kubasik um 12.50 Uhr in seinem Kiosk in Dortmund erschossen. Einen Tag später, am 5. April, stellten die Kriminaltechniker des BKA fest, dass die Kugeln aus der Ceska 83 abgefeuert wurden: der achte Mord der Serie.

Am 6. April 2006 kam der Verfassungsschutzbeamte Andreas Temme dem Auftrag, etwas über die Mordserie in Erfahrung zu bringen, sehr nahe. Vielleicht zu nahe.

Früh um sieben Uhr trat er seinen Dienst auf der Außenstelle des LfV Hessen in Kassel an und stempelte sich pflichtgemäß ein. Gegen 9.30 Uhr führte er ein Telefonat mit einer seiner Quellen mit der Tarnnummer „6625“, angeblich einer Person aus dem islamistischen Umfeld. Dann verließ er das Amt. Um 12.30 Uhr traf Temme einen weiteren Informanten zu Mittag. Das dauerte bis 15 Uhr. Zwischendurch, kurz nach 13 Uhr, rief Temme die Frau seines rechten V-Mannes Benjamin Gärtner an und konnte ihn dort erreichen.

Zu dieser Zeit, um genau 13.53 Uhr wurde in der Kasseler Ludwigstraße Nr. 1 der Pkw eines guten Bekannten des V-Mannes „Gemüse“, Swen Wendl, wegen Falschparkens polizeilich registriert. Später notierten die Ermittler: „Wendl ist ‚mehrfach‘ als ‚Mittäter‘ des Gärtner in Erscheinung getreten, u. a. wegen gef. KV (gefährlicher Körperverletzung) und Landfriedensbruchs“. Von der Ludwigstraße 1 bis zum Internet-Café in der Holländischen Straße 82 sind es zu Fuß knapp fünf Minuten. War ein rechter Kamerad des rechten V-Mannes Gärtner zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes?

Nach seinem Mittagessen ging Andreas Temme in ein Internetcafé an der Frankfurter Straße, surfte dort um 15.28 im Netz und überprüfte einen seiner vielen E-Mail-Accounts. Nach einer guten halben Stunde fuhr der Verfassungsschützer zurück zu seinem Büro. Er kam dort um 16.10 Uhr an und blieb nur eine halbe Stunde. Davon telefonierte er über elf Minuten lang mit seinem rechten V-Mann Benjamin Gärtner.

Dieses Gespräch verheimlichte Temme bei den Ermittlungen nach dem Mord 2006. Erst fünf Jahre später, nach dem Auffliegen des NSU, wertete die Polizei noch einmal Temmes Telefondaten aus und stieß auf dieses Gespräch, gerade mal eine Stunde vor dem Mord im Internetcafé in Kassel. Außerdem rekonstruierten die Ermittler anhand von Temmes Kalender und Telefondaten, dass der Verfassungsschützer auch an zwei weiteren Mordtagen mit Gärtner telefoniert hatte: am 8. Juni 2005 in Nürnberg und sechs Tage später in München. Es waren die Nummern 6 und 7 der Mordserie, und jedes mal war V-Mann Gärtner zur Tatzeit in der Stadt, in der der Mord passierte.

Als „wildman70“ im Kuppel-Chat

Nachdem Temme das Gespräch mit „Gemüse“ beendet hatte, verließ er sein Büro, stempelte sich aus und fuhr auf direktem Wege zur Holländischen Straße 82, wo er ebenfalls regelmäßig ein Internet-Café besuchte. Gegen 16.50 Uhr kam er dort an und loggte sich auf die Kuppelseite „ilove.de“ ein. Dabei benutzte er das Pseudonym „wildman70“. Nach elf Minuten loggt er sich aus und verließ das Café gegen 17.01 Uhr.

Gedenken-an-Kasseler-NSU-Opfer

Fast in derselben Minute wurde der Besitzer des Internetcafés Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet. Am frühen Abend will Temme dann zu Hause in einer kleinen Stadt bei Kassel angekommen sein – angeblich ohne zu erahnen, dass er am Schauplatz eines Mordes der Ceska-Serie gewesen war.

Drei Tage später, am Montag den 10. April, erschien Temme wieder bei der Arbeit im Landesamt. Gegen 10 Uhr traf er seine rechte Quelle Benjamin Gärtner alias „Gemüse“ in einem Burger-King-Restaurant, angeblich ging es um Geld.

Ebenfalls am Vormittag unterhielt sich Temme mit einer Kollegin über den Mord in dem Kasseler Internetcafé. Temme sagte dabei, dass die Tat „keinen regionalen Bezug“ habe, weil die Waffe bei einer bundesweiten Serie eingesetzt worden sei. Doch dass beim Mord im Internet-Café mit der Ceska geschossen wurde, war zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch gar nicht bekannt. Die Polizei trat mit der Meldung, dass der Kasseler Mord zu der Ceska-Serie gehört, erst am Nachmittag vor die Presse. Woher Temme zu dieser Zeit vom Einsatz der Ceska in Kassel wusste, ist nach wie vor unbekannt. Ermittlungstechnisch gesehen war es Täterwissen, das Temme in dem Gespräch mit seiner Kollegin offenbart hatte.

An diesem Tag besuchte Temme auch die Polizei in Kassel – jedoch nicht, um sich als Zeuge zu melden. Er hatte einen Termin bei der Staatsschutzabteilung, wo er häufig zu Gast war. Es ging um die Mohammed-Karikaturen, die vor allem die islamistische Szene sehr beschäftigten – die Ceska-Morde waren kein Thema.

Am 12. April, fünf Tage nach dem Mord, vernahmen Kripobeamte noch einmal einen Jugendlichen, gerade 14 Jahre alt, der zur Tatzeitpunkt in dem Internetcafé war. Der Polizei sagte er, es sei noch jemand in den Internetraum gekommen: „Für mich sah der aus wie ein richtiger Deutscher. Ich schätze, er war so 30–35 Jahre alt. Der war groß und breit. Der hatte ganz kurz geschorene Haare, so zwei bis drei Millimeter lang. Die Haarfarbe war hell, rot oder blond … Ich glaube, der hatte eine Lidl-Plastiktüte in der Hand, als er reinkam … die war schon schwer, die hat nämlich nach unten gezogen … Ich habe was Eckiges gesehen, denn der Gegenstand zeichnete sich in der Tüte ab …“

Die Beamten waren elektrisiert: Hatten sie hier einen Hinweis auf den Täter oder einen Mittäter, der die Waffe in einer Plastiktüte ins Café gebracht hatte?

Temme schwieg zwei Wochen lang

Aufgrund dieser Aussage ließen die Ermittler die Computer aus dem Internetcafé untersuchen, vier Tage später hatten sie das Ergebnis: Eine unbekannte Person hatte von 16.50 Uhr bis 17.01 Uhr an dem PC im Internet gesurft – als „wildman70“ bei „ilove.de“. Die Mordkommission beantragte eine Durchsuchung bei dem Betreiber der Seite in Berlin und wurde dort auch fündig: „wildman70“ hatte zwar einen erfundenen Namen angegeben, aber eine reale, noch aktive Handynummer hinterlegt, zugelassen auf einen Andreas Temme. Die Kasseler Polizei wusste zunächst nicht, dass sie auf einen Kollegen von der Verfassungsschutzdienststelle Kassel gestoßen war, der wenige Tage zuvor noch den Staatsschutz in ihrem Dienstgebäude besucht hatte.

Am nächsten Tag, dem 19. April, beantragte die Polizei, Temmes Handy zu überwachen. Ab jetzt hörten die Mordermittler jedes Gespräch ab, das Temme von seinem Handy aus führte.

Zwei Tage später, am Nachmittag des 21. April, wurde der Kasseler Verfassungsschützer Temme von der Kasseler Polizei festgenommen. Jetzt offenbarte Temme ihnen, dass er doch ein Kollege vom LfV sei. Gegen 21 Uhr begannen die Mordermittler, sein Büro und seine Wohnungen zu durchsuchen. Sie fanden einen Revolver, zwei Pistolen und einen Wehrmachtskarabiner und knapp 240 Schuss Munition für verschiedene Kaliber.

Außerdem ein Buch: „Immer wieder töten – Serienmörder und das Erstellen von Täterprofilen“. Daneben beschlagnahmen die Ermittler bei ihm Literatur, vor allem aus der NS-Zeit. Dazu ein internes, als VS-Vertraulich klassifiziertes Handbuch des Bundesamtes für Verfassungsschutz über nachrichtendienstliche Gegenoperationen, ein geheimer, interner Leitfaden, wie man gegnerische Agenten enttarnt und umdreht.

Im Laufe des Abends gab Temme zu, dass er am Tattag in dem Internetcafé gewesen war – zwei Wochen lang hatte er das für sich behalten. Außerdem telefonierte er mit seiner Frau, während die Polizei mithörte. Temme entschuldigte sich bei ihr, dass er in dem Café war, die Frau sagt nur, dass sie doch wusste, dass er dienstlich im Café war. Es blieb das erste und einzige Mal, dass direkt davon die Rede war, dass Temme sich dienstlich am Tatort aufgehalten hatte.

Trotz der belastenden Indizien kam der Verfassungsschützer nach wenigen Stunden auf freien Fuß. Was sich damals hinter den Kulissen der Polizei und des Verfassungsschutzes, die beide dem hessischen Innenministerium unterstehen, abgespielt hat, ist bisher unbekannt. Temme wurde zwar vorübergehend vom Dienst freigestellt, es gab aber zunächst kein Disziplinarverfahren gegen ihn.

Ein verdächtiges Gespräch über Plastiktüten

Dass ein Verfassungsschutzbeamter über 14 Tage nicht meldete, dass er zur Tatzeit am Tatort eines Mordes gewesen war, schien im Verfassungsschutz ebenso wie im Innenministerium niemanden zu irritieren. Auch die Indizien über eine mögliche Verwicklung Temmes in den Mord, die Zeugenaussage, dass er mit einer Plastiktüte mit einem schweren Gegenstand gesehen worden war, erregte bei den Kollegen vom Geheimdienst offenbar keinerlei Verdacht. Temme selbst bestritt in allen Vernehmungen, eine solche Plastiktüte mit ins Internetcafé getragen zu haben.

Seine Frau war da offenbar misstrauischer. Auch deren Telefongespräche wurden mitgeschnitten, so konnten die Kriminalbeamten am 28. April hören, wie sich Temmes Frau gegenüber einer Freundin über die Fragen der Ermittler ausließ:

„Nächstens frage ich die Leute auch … , ob sie Schusswaffen besitzen und gebrauchen und ob sie irgendwie chatten oder ob sie gedenken, in der nächsten Zeit mal irgendwelche Türken niederzumetzeln

Temmes Ehefrau
in einem Telefonat mit einer Freundin

„Nächstens frage ich die Leute auch gleich als allererstes, ob sie Schusswaffen besitzen und gebrauchen und ob sie irgendwie chatten oder ob sie gedenken, in der nächsten Zeit mal irgendwelche Türken niederzumetzeln …“

Das Abhörprotokoll notiert auf der Gegenseite: „Gelächter“.

Dann Frau Temme: „Ist doch wahr, echt. Der findet das aber gar nicht so lustig … Oder dann ging es darum, er hat ja angeblich eine Plastiktüte gehabt, ne.“

„Wieso?“

„Na, dieser Mensch, der ihn da noch angeblich gesehen hat, hat doch gesehen, dass er eine Plastiktüte in der Hand hatte.“

„Ja, und?“

Temmes Frau antwortete: „Und ich hab dann zu ihm gesagt: Pass mal auf! Ich kann das nicht leiden, wenn wir einkaufen oder wenn er einkaufen geht und nimmt immer Plastiktüten.“

Sie habe ihrem Mann schon ein paar Mal gesagt, Männer die Plastiktüten tragen, sehen doof aus.

Kollege war über „Andys“ Verhalten verstimmt

Der Plastiktüten-Dialog veranlasste die Opferanwälte jetzt dazu, die Vernehmung von Temmes Ehefrau als Zeugin im Münchner Prozess zu beantragen:

„Gegenüber der Zeugin, so wird diese bekunden, habe der Zeuge Temme eingeräumt, eine Plastiktüte tatsächlich dabei gehabt zu haben. Sie habe ihm aufgrund der Tatsache, dass er eine Plastiktüte dabei gehabt habe, Vorwürfe gemacht und gesagt, dass sie ihm schon vielfach geraten habe, keine Plastiktüten mitzunehmen, weil das bei Männern auffällig sei.“

Der Verfassungsschützer Temme verbrachte nun die meiste Zeit zu Hause, telefonierte von dort aus regelmäßig mit Kollegen aus dem Amt. Schnell wurde den mithörenden Kriminalbeamten deutlich, dass Temme und die anderen Verfassungsschützer sich merkwürdig konspirativ verhielten. Am selben Abend, als sich Temmes Ehefrau über das „Niedermetzeln“ von Türken und Plastiktüten an Tatorten und anderswo ausließ, rief der Kollege Michael H. vom Verfassungsschutz an und ließ sich von Temmes Frau – sie hatte gerade aufgelegt – mit „Andy“ verbinden.

„Was machst du denn da für eine Scheiße?“, fragte er und ergänzte: „Ich will es gar nicht wissen.“

(…)

Kurz danach schilderte er, „was der Boss so gesagt hat. Äh, dass eben der Typ in dem Café da umgedaddelt worden wäre …“ So zitierte ein Verfassungsschutzbeamter aus Hessen seinen Vorgesetzten gegenüber dem unter Mordverdacht stehenden Kollegen.

(…)

Temme versicherte dem Kollegen: „Wenn der ganze Spaß rum ist, dann kann ich dir das mal erzählen, das ist am Telefon ein bisschen schlecht. Auch wegen dem ganzen anderen Drumrum, von wegen, dass ja auch niemand außerhalb auch nur irgendwas darüber erfahren darf.“

Der Kollege: „Ja ja, klar.“

Temme: „Da muss man ja bisschen uffpassen.“

Kollege: „Ja ja, ist schon ok.“

Ganz offenbar war Temmes Aufenthalt in dem Internetcafé doch nicht so privat, wie er und seine Vorgesetzten immer behaupteten.

Bemühen um konspirative Kommunikation ist erkennbar

Niemand schien ernsthaft verärgert über Temme zu sein oder sich auch nur darüber zu wundern, dass er in dem Café gewesen war. Temmes Chefin, Dr. Iris Pilling, die den Auftrag erteilt hatte, sich bei den V-Männern in Sachen Ceska-Morde umzuhören, versicherte ihm in einem Telefonat, dass er sich keine Sorgen machen müsse – im Gegenteil: Seiner Beförderung stehe nichts im Wege.

Wenige Tage später, am 2. Mai 2006 meldete sich Temme bei einem anderen Kollegen, Frank-Ulrich Fehling. Die beiden besprachen am Telefon unter anderem, wie es mit Temmes V-Leuten weitergehen sollte.

Fehling: „Das Dienstliche ist gar nicht so schlimm, Andreas. Das ist nicht so schlimm, das haben wir alles im Griff. Keiner weiß was, für alle bist du krank, und das ist nicht schlimm. … Aber dienstlich gehe ich davon aus, was ich so sehe, hier mit deinen V-Leuten, geht da nichts. Und in deine Berichte haben sie noch nicht geguckt. Ja, da wollen se reingucken, aber da kommt erst ein Jurist mit nach Kassel von Wiesbaden, der wird noch bestimmt, und ich führe jetzt erst Mal – ich führe die drei Kassler bzw. den 631, den 389 [Benjamin Gärtner] und den 650 weiter in deinem Sinne, ne.“

(…)

Ein klarer Hinweis darauf, dass „ein Jurist aus Wiesbaden, also vom LfV“ Temmes V-Mann-Berichte erst noch sichten – und möglicherweise aussieben – wollten, bevor die Polizei Einsicht nehmen durfte, wenn überhaupt.

Die Verfassungsschützer bemühen sich erkennbar, konspirativ und verklausuliert zu kommunizieren. Doch selten blieben die Agenten dabei diszipliniert. Am Ende des Gesprächs rutschte Temmes Kollegen Fehling ein Satz über eine von der Polizei geplante Tatrekonstruktion heraus: „Ich hatte gehört … dass sie … wie heißt das – [eine] Tatortprüfung gemacht haben, und da habe ich schon gedacht: Wenn sie ihn dahin mitnehmen, ist er tot. Aber sie haben dich – Gott sei Dank – da nicht mitgenommen, nä?“

Temme: „Mh.“

Fehling: „Alles klar, das ist schon mal wichtig.“

Offenbar hatte Fehling die Befürchtung, dass bei einer Rekonstruktion des Tatherganges schnell klar werden könnte, dass Temmes Geschichte nicht stimmen konnte. Einen Monat später stellte die Polizei dann tatsächlich mit Temme am Tatort die Abläufe entsprechend seiner Schilderung nach und filmte ihn dabei: Er steht an seinem Computerplatz auf, schaut nach dem Internet-Betreiber Yozgat, sieht ihn nicht, geht kurz nach draußen, kommt wieder herein und legt, als er Yozgat noch immer nicht entdeckt, 50 Cent auf den Tresen.

Dann verlässt er das Café. Doch die Rekonstruktion legt nahe, dass es für den großen Temme unmöglich gewesen wäre, die blutverschmierte Leiche hinter dem kleinen Tresen zu übersehen.

Im Dokument fehlt der entscheidende Part

Beim LfV Hessen kümmerte sich inzwischen der Geheimschutzbeauftragte Hess um den Fall. Vor allem war es offenbar seine Aufgabe, den Fall unter der Kontrolle des Verfassungsschutzes zu behalten.

Am Nachmittag des 9. Mai meldet er sich telefonisch bei seinem Kollegen:

„Hallo, Herr Temme, grüße Sie.“

Temme sagte: „Ich wollte mich bei Ihnen mal melden.“

(…)

Darauf Hess: „Ah, alles klar. Ja, keine einfache Situation für Sie.“

„Nee, das stimmt“, meinte Temme.

Und dann folgte ein Satz, der beim ersten Abhören der Aufzeichnung durch Polizeibeamte wahrscheinlich überhört, jedenfalls nicht protokolliert worden war.

Hess: „Ich sach ja jedem, äh, wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert: Bitte nicht vorbeifahren! Ja, es ist sch… Ja, wie sieht es bei Ihnen aus, wie fühlen Sie sich?“

Wusste Temme also, das in dem Internetcafé „so etwas passiert“? Warum sollte ein Verfassungsschützer „bitte nicht vorbeifahren“, wenn „er weiß, dass irgend so etwas passiert“?

(…)

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Im Beweisantrag der Anwälte im Münchner Verfahren heißt es dazu: „Es besteht also Konsens zwischen den Telefonierenden, dass Temme schon vor der Tat wusste, „dass … so etwas passiert“ und entgegen den Anweisungen trotzdem „vorbeigefahren“ ist. Diese Äußerung des Zeugen Hess bleibt durch den Beschuldigten Temme unwidersprochen.“

Das Telefonat wurde zwar in einem Dokument von einem Polizisten zusammengefasst, aber der entscheidende Part fehlt darin. So findet sich das zitierte Telefongespräch nur auf den originalen Abhörbändern bzw. -platten. Und tatsächlich stellt diese Äußerung fast alles, was bislang von Mitarbeitern des LfV Hessen zu dem Mord in Kassel ausgesagt worden ist, infrage.

„Ein Komplex, der nicht ganz unwichtig ist“

Dann gibt Hess dem Kollegen Temme einen guten Rat: „So nah wie möglich an der Wahrheit bleiben.“ Also nah an der Wahrheit bleiben, aber nicht die ganze Wahrheit sagen? Danach wird es noch brisanter:

„Also, soweit ich hier mitbekommen habe, hat sich die Frage gestellt, die könnten sie sich noch mal überlegen: Ab wann auf der Außenstelle bzw. Sie als Person mit der Frage konfrontiert worden sind oder mitbekommen haben, da sind in der Bundesrepublik, das war also teilweise – weiß ich jetzt nicht – vor den Geschehnissen in Kassel, nach dem Geschehnis – sind da Morde passiert.“

Temme: „Mh.“

Ja, wie war denn das, ab wann – und – haben Sie das mitgekriegt, haben Sie das nicht mitgekriegt und wie haben Sie das bewertet. Das scheint so ein Komplex zu sein, der nicht so ganz unwichtig ist

Geheimschutzbeauftragter Hess
zu Andreas Temme

Hess: „Und, äh, ab wann ist Ihnen, äh, klar geworden, dass sie sozusagen, ob nun bewusst oder unbewusst, das müssen sie dann schreiben, äh, einen ja, einen [Mord] mitbekommen haben – oder, möglicherweise an einem Tatort anwesend waren.“

Temme: „Mhmh.“

Hess: „Ne, darauf wird man natürlich auch ein bisschen, äh, Wert legen und sagen, ne, ab wann war ihm das bewusst, ok, da stellt sich dann die nächste Frage: Hätte der Kollege sich dann vielleicht mal äußern müssen? – also, dem Amt gegenüber. Wenn Sie da irgendwie, äh, Stellung zu nehmen, nicht, zu dieser Frage; die ist so nicht ganz unwichtig und dann erspart man sich des auch, dann bei Ihnen noch mal nachzufragen: Ja, wie war denn das, ab wann – und – haben Sie das mitgekriegt, haben Sie das nicht mitgekriegt und wie haben Sie das bewertet. Das scheint so ein Komplex zu sein, der nicht so ganz unwichtig ist.“

Temme: „Mh.“

Hess: „Darauf würde ich also dann eingehen.“

Er bereitete Temme also auf die naheliegende Frage der Polizei vor: Hat er als Verfassungsschützer, der ja mindestens einen V-Mann in der rechten Szene führte, jemals etwas von der Ceska-Mordserie gehört?

Temme antwortete jedesmal mit „Mhmh.“

Er sagte nicht, dass er niemals von der Serie gehört hatte, er sagte auch nicht, dass seine Vorgesetzte Frau Pilling wenige Wochen vor dem Mord ihn und seine Kollegen mithilfe eines BKA-Informationsblattes über die ungeklärte Mordserie informiert und sie aufgefordert hatte, sich bei ihren V-Leuten umzuhören, was man darüber in der Szene spricht.

„Definitiv nicht unschuldig in diese Situation geraten“

Temme ging im weiteren Verlauf des Gespräches mit keinem Wort auf die Frage ein, ob und wann er vorher von der Mordserie gehört hatte, dass er von seiner Vorgesetzten darüber informiert worden war, dass er den Auftrag hatte, mit seinem V-Mann darüber zu sprechen.

Stattdessen schilderte er eine holprige Geschichte, wann er Tage nach dem Mord realisiert habe, dass er in etwa zeitgleich mit der Tat am Tatort war. Als würde er seine Aussage einüben, sagte Temme am Telefon seinem Betreuer vom Amt:

„… weil an dem Tag war es ja dann auch so, als ich da raus bin und es war für mich niemand von den Betreibern anwesend, beim Rausgehen, hatte ich ja noch mal draußen vor der Tür geguckt, auf der Straße und war dann noch mal kurz reingegangen, habe da noch mal geguckt und habe niemanden gesehen und dann hatte ich ja noch diese 50 Cent auf den Tresen gelegt und bin gegangen.“

Allein dem Verfassungsschutzchef Lutz Irrgang gegenüber offenbarte Temme mehr. Das geht aus einem weiteren Telefonat mit dem Kollegen Fehling hervor: „Und wie du das beim Irrgang gemacht hast und hast dich nicht so verhalten, wie mir gesagt wurde, nicht so restriktiv wie bei der Polizei, also du hast denen alles dargestellt. Ich darf es und will es nicht wissen. Ich hoffe, dass es gut für dich ausgeht …“

Die Anwälte der Familie des Mordopfers Halit Yozgat schlossen aus all diesen Telefonaten: „Dieses Verhalten seitens des Landesamtes ist nur auf dem Hintergrund erklärbar, dass der Beschuldigte Temme dienstlich an dem Tatort des Mordes war und es deshalb ein eigenes Interesse des Landesamtes daran gab, die Ermittlungen der Polizei in eine andere Zielrichtung zu steuern.“

Temmes Ehefrau erklärte in einem weiteren abgehörten Telefonat mit einer Bekannten, dass ihr Ehemann von seinen Vorgesetzten „den Arsch verhauen“ bekommen habe, vor allem, weil jetzt die „Kripo da im Amt rumlatscht, wo eigentlich keiner rein darf“. Sie sagte weiter, er hätte sich in dem Internetcafé nicht aufhalten dürfen, er sei „definitiv nicht unschuldig in diese Situation geraten“. Am Ende meinte sie: „Ach, was weiß ich denn, vielleicht war er es ja doch.“ Er habe auch nie gesagt: „Ich war es nicht.“

Nicht gerade eine Ermunterung an die mithörenden Ermittler, den Verdacht gegen Temme fallen zu lassen.

Verfassungsschutz traute eigenen Quellen vieles zu

Die Telefonate, die in den Wochen nach dem Mord an Halit Yozgat aufgezeichnet werden, zeigen, dass alle Mitarbeiter des LfV Hessen großen Wert auf Konspiration legten. Aus einem Telefonat entnahm die Polizei, dass sich Temmes Chefin Dr. Iris Pilling mit ihm treffen wollte. Ausgerechnet die Beschaffungsleiterin des Amtes, die ihn und seine Kollegen 14 Tage vor dem Mord beauftragt hatte, sich um die Ceska-Serie zu kümmern, wollte ihn in einer Autobahnraststätte treffen, nicht etwa im Büro. Die Polizei beschloss eine Observation des konspirativen Treffens der Verfassungsschutz-Abteilungsleiterin mit dem von der Polizei des Mordes verdächtigten Verfassungsschützers Temme.

Seit Wochen drängten die Mordermittler darauf, die V-Männer, darunter den Rechtsradikalen Benjamin Gärtner, verhören zu dürfen. Der Verfassungsschutz mauerte. Ende Juni trafen sich Mordermittler, der Staatsanwalt und der Geheimschutzbeauftragte. Hess hatte in Gesprächen mit der Polizei zuvor immer wieder besonders deutlich gemacht, wie wichtig der Quellenschutz für sein Amt sei und erklärte, dass „eine Vernehmung und der damit einhergehende Verlust der Quellen das „größtmögliche Unglück für das Landesamt“ darstellen würde – „wenn solche Vernehmungen genehmigt würden, wäre es für einen fremden Dienst ja einfach …, den gesamten Verfassungsschutz lahmzulegen. Man müsse nur eine Leiche in der Nähe eines V-Mannes bzw. eines V-Mann-Führers positionieren.“

Der Disput ging noch Wochen weiter. Am Ende des Jahres durften die Mordermittler nur Fragenkataloge für die V-Männer schicken, die dann von Verfassungsschützern mit den Quellen erörtert wurden. Die Antworten erhielten die Mordermittler dann erst im Januar 2007. Sie waren vollkommen nichtssagend.

Auch das Alibi des V-Mannes Gärtner für den Zeitpunkt des Mordes im Internetcafé war eher dürftig. Er habe zur damaligen Zeit als Gebäudereiniger gearbeitet, ohne feste Arbeitszeit, sagte er in einer Vernehmung. Manchmal sei er vormittags mit seiner Arbeit fertig gewesen und konnte nach Hause. „Deswegen weiß ich auch nicht, wann ich am 6. 4. 2006 nach Hause gekommen bin.“

Dass der Verfassungsschutz seinen eigenen Quellen vieles zutraute, geht aus einem weiteren Vermerk der Polizei hervor. Der Geheimschutzbeauftragte Hess informierte sich bei der Polizei am 1. September 2006, ob auch gegen V-Männer ermittelt würde. In einem Aktenvermerk heißt es: „Hess will ’nachdrücklich‘ wissen, ob neben den Theorien ‚Temme als Täter‘ und ‚Temme und VM [V-Mann] als Täter‘ auch die Theorie ‚VM als Täter‘ verfolgt werde“.

Bundesanwälte halten Kasseler Fall für „ausermittelt“

Hatte der Geheimschutzbeauftragte möglicherweise selbst den Verdacht, dass V-Mann Benjamin Gärtner in den Fall verwickelt war? Oder wollte man weiteren Ermittlungen vorbeugen? Einiges deutet darauf hin, dass man das lieber selbst nicht so genau wissen wollte. Als das Bundeskriminalamt den V-Mann „Gemüse“ im Jahre 2012 nach dem Auffliegen des NSU vernehmen durfte, führte der sich auf, als sei er unantastbar. Der Verfassungsschutz hatte ihm einen Anwalt zur Seite gestellt. Auf die Frage, mit welchem Mitarbeiter des LfV er seit 2001 zusammengearbeitet habe, antwortete der V-Mann: „Meine Aussagegenehmigung bezieht sich nur auf meine Tätigkeit für den LfV ab April 2006.“

Damit durfte er noch nicht einmal etwas darüber sagen, ob sein V-Mann-Führer Temme ihn entsprechend dem Auftrag seiner Vorgesetzten Dr. Pilling gefragt hatte, was man in der Szene über die Mordserie spricht – denn das war ja noch im März.

Auch durfte er nichts über das Umfeld sagen, in dem er als Spitzel tätig war. Er durfte nicht darüber befragt werden, was er am 8. Juni 2005, am Tattag des sechsten Mordes der Ceska-Serie am Tatort Nürnberg und sechs Tage später am Tatort des siebten Mordes in München gemacht hatte.

Dass es eine besondere Beziehung von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Kassel gab, wird auch aus einem Fundstück aus dem Zwickauer Wohnhaus deutlich, das Beate Zschäpe ein Brand steckte, bevor sie floh. Das Asservat mit der Nummer 2.7.30. ist ein stark verkohlter Falk-Stadtplan von Kassel, 10. Auflage von 2002 bis 2006, mit handschriftlichen Markierungen und Notizen.

Der Nebenkläger-Anwalt Kienzle fand inzwischen heraus, dass alle Markierungen, bis auf eine, auf den täglichen Fahrtrouten von Temme zu finden sind.

Auf einem Zettel, der ebenfalls im Brandschutt der Frühlingsstraße gefunden wurde, stand auf der einen Seite die Notiz: „Hollä. Str. 82“ daneben sieben Zahlenreihen – die Funkkanäle des Polizeipräsidiums Nordhessen und der Leitstellen verschiedener Rettungsdienste in Kassel und Umgebung, wobei jeweils eine Null zu viel notiert war. Die Kanalbelegung lässt sich leicht im Internet recherchieren. Dann allerdings würde vermutlich keine zusätzliche Null hinzugefügt.

Einer der Kanäle war im Übrigen nicht so leicht herauszufinden: 168.040 oder eben 168.04 steht für zwei Funkmasten des Hessischen Ministeriums des Innern, mutmaßlich also auch ein Funkkanal für den Verfassungsschutz. Auf der Rückseite des Zettels war eine grobe Skizze des Internetcafés von Halit Yozgat. Irgendjemand hatte offenbar den Tatort vor dem Mord ausgekundschaftet, irgendjemand, der auch die Funkkanäle des Hessischen Innenministeriums kannte. Wieder nur ein Zufall? Ja, sagt die Bundesanwaltschaft, die den Kasseler Fall für „ausermittelt“ hält.

Wird Bouffier im NSU-Prozess geladen?

Nur ein Untersuchungsausschuss, der seinem Ermittlungsauftrag wirklich nachgeht, kann diesen Nebel aus Vertuschung und Desinformation lichten. Ein Ausschuss, der darauf besteht, dass alle Akten über den Verfassungsschützer Andreas Temme und seine V-Leute herausgegeben werden, dass Vernehmungen nicht verhindert werden mit dem fragwürdigen Hinweis auf das Wohl des Landes Hessen.

Da war Bayerns früherer Innenminister Günther Beckstein deutlich weiter, als er Anfang August 2006, vier Monate nach dem Mord in Kassel seinen hessischen Amtskollegen Volker Bouffier in einem Telefonat davon zu überzeugen versuchte, die Ermittlungen gegen den hessischen Verfassungsschutzmitarbeiter dadurch zu fördern, dass die Quellen Temmes zu Vernehmung freigegeben würden.

Die Anwälte des Ermordeten beantragten jetzt auch, den hessischen Ministerpräsidenten vor den Münchner NSU-Prozess zu laden. Er habe die Sperrerklärung zur Vernehmung der Quellen Temmes erlassen und damit weitere polizeiliche Ermittlungen verhindert.

Das könnte sogar ein Straftatbestand sein: Strafvereitelung im Amt. Ein mögliches Delikt, dass sich wie ein roter Faden durch den gesamten NSU-Komplex zieht, bei den Verfassungsschutzbehörden in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen und auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz.

Drei neue und ein wieder aufgenommener Untersuchungsausschuss in Thüringen haben jetzt die Chance, zu klären, wie nahe die Geheimdienste den Mördern tatsächlich waren.

Bleibt eines nachzutragen: Nachdem am 4. November 2011 Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tot in ihrem brennenden Camper aufgefunden worden waren, richtete der Generalbundesanwalt eine Anfrage an alle Sicherheitsbehörden, welche Erkenntnisse zu einer Reihe von Personen aus dem Umfeld des nationalsozialistischen Untergrundes vorlagen. Es waren 38 Namen auf der Liste, darunter stand: „Die unter Ziffer 1. bis 19. genannten Personen bitten wir wegen der besonderen Bedeutung vorrangig zu bearbeiten.“

Die Liste begann mit dem Namen Beate Zschäpe, Nummer zwei war Holger Gerlach, drei Andre Eminger, vier Ralf Wohlleben, sechs war Uwe Mundlos, sieben Uwe Böhnhardt, acht André Kapke, neun Mathias Dienelt – alle von ihnen heute entweder tote Täter wie Mundlos und Böhnhardt – oder als mutmaßliche Helfer des NSU in München als Angeklagte vor Gericht.

Die Nummer elf auf der Liste war Benjamin Gärtner, geb. am 23. November 1980 in Kassel, der V-Mann des Verfassungsschützers Andreas Temme.

Die Nummer 16 war Tino Brandt, Gründer des Thüringer Heimatschutzes, aus dem der NSU hervorgegangen war, nebenbei V-Mann des Verfassungsschutzes Thüringen.

Die Nummer 22 war Swen Dieter Wendl, der rechte Kumpel von Benjamin Gärtner, dessen Auto zur Tatzeit unweit des Tatortes im Kasseler Internetcafé registriert wurde.

Temme, ich glaube dir kein Wort

Halit Yozgats Vater
zu Andreas Temme

Es gibt einiges aufzuklären für den hessischen Untersuchungsausschuss.

Der Vater des ermordeten Halit Yozgat war beim Prozess in München, als Andreas Temme dort mehrfach aussagte. Zum Abschluss seiner Befragung stand der Vater auf und sagte zu dem ehemaligen Verfassungsschützer: „Temme, ich glaube dir kein Wort.“

Lesen nSie den ganzen Artikel mit Videos und Tonmitschnitten hier: : http://www.welt.de/politik/deutschland/article137918258/Wie-nah-war-der-Verfassungsschutz-den-NSU-Moerdern.html

.

Offener Brief an Dr. Günther Beckstein – aus aktuellem Anlaß !

Brief Anfang:

Rudolf Heindl

Richter i. R.

PFINZINGSTRASSE 4

91239 HENFENFELD

 

13.05.2013

 

Herrn

Abgeordneten des Bayerischen Landtages

und Alt-Ministerpräsidenten                                                                                          Eilt sehr!

Dr. Günther Beckstein

über

Herrn Pfarrer Dr. Peter Baumann                                   durch persönliche Übergabe im Pfarrhaus

Evangelische Kirchengemeinde und Diakonieverein Henfenfeld

Kirchenstr. 3

91239 Henfenfeld

 

 

 

DIE ZEHN GEBOTE

Neuntes Gebot:

 

DU SOLLST NICHT BEGEHREN DEINES NÄCHSTEN HAUS

 

 

Sehr geehrter Herr Abgeordneter und Alt-Ministerpräsident Dr. Beckstein, lieber Günther,

 

als sei es erst gestern gewesen, erinnere ich mich, wie wir im Repititorium beim alten Amtsgerichtsrat Patschke im Nebenzimmer der Gaststätte “Deutsches Haus“ in Erlangen vor 47 Jahren uns auf das Erste Juristische Staatsexamen vorbereitet haben. Wir saßen dicht gedrängt an den zusammen geschobenen Wirtshaustischen und hatten den Bierkrug unter dem Stuhl stehen, da wir oben die Tischfläche zum Schreiben und für die aufgeschlagenen Gesetzbücher brauchten, in denen wir uns darin übten, die richtigen Paragraphen zu finden.

 

Da haben wir beide das gleiche Recht gelernt. Im Berufsleben dann sind unser Rechtsverständnis und unsere Rechtsanwendung sehr weit auseinander gegangen.

 

Wenn ich jetzt auf der einen Seite erlebe, wie Menschen zu mir kommen und mich um Hilfe gegen eine von Dir installierte Gewalt- und Willkürherrschaft (§ 92 Abs. 2 Nr. 6 StGB) bitten, die bei uns mittlerweile alle Bereiche des Lebens zersetzt hat, ja zuweilen förmlich um Schutz anflehen, weil es um ihre Existenz, ihre Freiheit und ihr Leben geht, und wenn ich auf der anderen Seite Dein Interview “Es ging, darum, ein Exempel zu statuieren“ zur Ausweisung des türkischen Jungen Mehmet vor 15 Jahren lese (siehe Süddeutsche Zeitung – online – vom 24. 04.2013), erkenne ich die Notwendigkeit, dass sich unser beiderseitiges Rechtsverständnis wieder annähern muss … und zwar dort bei dem Recht, das uns der alte Amtsgerichtsrat Patschke beigebracht hat.

 

Du hast ein Buch geschrieben: “Die Zehn Gebote“, und in einer Besprechung Deines Buches mit dem Redakteur Henning Röhl von BibelTV am 25.10.2011 hast Du gesagt:

 

„Ich wollte (mit dem Buch) bewusst machen, dass alle Entscheidungen sich an den Zehn Geboten messen lassen müssen.“

 

Und weiter:

 

„Niemand sollte sich allzu sehr den Heiligenschein aufsetzen!“

 

 

Lieber Günther,

der Heiligenschein, den Du Dir aufgesetzt hast, fällt Dir gerade vom Kopf.

 

Ich will zwei Koordinaten der Absturz-Parabel Deines Heiligenscheines in diesem Brief kurz festhalten.

 

 

I.

 

Du hast den Liedermacher und Sänger Hans Söllner angezeigt, weil er in einem seiner Lieder Dich in dem Lied “Mei Angst“ mit Hitler und Himmler verglichen habe. Der Text lautet:

 

„Früher hams Hitler ghoaßn oder Himmler,

wisst´s es no, heit hoaßns Beckstein und Haider,

früher warn´s de Juden, heit de Türken,

des kimmt echt aufs selbe raus.

Ihr schürt´s den Hass von Millionen

Und suachts für eure Fehler Leut,

die ma verhoazn ko wia damals

und koana merkt`s, was ihr da treibts.“

 

Der Liedermacher Hans Söllner hat jetzt, da er zum vierten Male wegen dieses Liedtextes vor Gericht stand, von seinem Anwalt Jürgen Arnold die Aussage des Rechtsanwalts Alexander Eberth über das Schicksal des türkischen Jungen Mehmet, dessen Heimat München ist, in den Prozess einführen lassen (mittlerweile ist Mehmet ein junger Mann, der Name ist verändert, der Fall ist unter diesem Namen durch alle Medien gegangen).

 

Rechtsanwalt Alexander Eberth, ein ehemaliges Mitglied des Bayerischen Senats, war der Anwalt des türkischen Jungen Mehmet, der als 14jähriger vor 15 Jahren von Dir als Innenminister in die Türkei ausgewiesen worden ist. Er berichtet, dass Du ihm am 04.07.1998 bei einem Empfang des Landtagspräsidenten folgendes anvertraut hast:

 

Im Frühjahr 1998 vor den Landtagswahlen hast Du einen Staatsanwalt in das Kreisverwaltungsreferat geschickt, um einen minderjährigen, straffällig gewordenen, in München aufgewachsenen Türken zu suchen. Dabei hast Du zu Rechtsanwalt Eberth gesagt:

 

„Wir mussten erst den Richtigen suchen und die Chancen der Abschiebung prüfen. Wer ist am geeignetsten? Aus einer größeren Anzahl von Jugendlichen ist vom Oberstaatsanwalt Mehmed ausgesucht worden. Es gab schlimmere, aber es musste ein Türke sein, in München geboren.“

 

Aus den Prozessen, die (zur Tarnung der Gewalt und Willkür) vorausgingen, bis der vierzehnjährige Mehmet abgeschoben worden ist, berichtet Rechtsanwalt Eberth, dass ein Richter zu ihm gesagt hat:

 

„Sie können sich gar nicht vorstellen, welchen Druck der Minister (Beckstein) persönlich gemacht hat.“

 

Ich habe davon gelesen, dass die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag Dich und Justizministerin Merk aufgefordert hat, im Landtag zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Ich gebe Dir einiges Material, um Dein Gedächtnis zu stärken.

 

Ich füge dieses Schreiben an Dich dem Brief bei, den ich an Deine Fraktionsvorsitzende, Frau Abgeordnete Christa Stewens, und weitere Empfänger richte.

 

 

Du hast der Süddeutschen Zeitung (online) am 24.04.2013 dazu ein Interview unter dem Titel gegeben: „Es ging darum ein Exempel zu statuieren.“

 

In diesem Interview stellst Du nicht nur Deinen Standpunkt zur Abschiebung von Mehmet dar, sondern machst Aussagen, die – im Zusammenhang mit weiteren Fakten gesehen – Schlüsse auf Dein politisches Handeln zulassen.

 

Eine der Fragen an Dich lautete: „1998 gab es dieses Plakat von den Grünen, auf dem stand: “Beckstein würde sogar Jesus abschieben“. Wie ging es Ihnen damit?“

 

Deine Antwort:

 

„Das Plakat halte ich heute noch für eine ganz große menschliche Gemeinheit. Es ist die Aufgabe eines Innenministers, Recht und Gesetz durchzusetzen, denn wenn das unterbleibt, verlieren die Gesetze ihre Wirkung.

Ich wollte Spitze in der Sicherheit werden, auch mit harten Maßnahmen.“

 

Lieber Günther,

Du hast sicher dieses Ziel gehabt, Du hast aber weder die intellektuellen noch die moralischen Voraussetzungen, um dieses Ziel je erreichen zu können. Deshalb hast Du Dich wie ein Streber in der Schule verhalten, der versucht durch Abschreiben der Klassenbeste zu sein.

 

Und was Du durch Leistung niemals erreichen konntest, hast Du versucht, durch Täuschung – durch manipulierte Fälle – zu erreichen.

 

Du hast den Polizei- und Justizapparat gezwungen, Verfahren vorzutäuschen, in denen Du den Täter ermittelt hast und gnadenlos verfolgst. In Wirklichkeit waren das Unschuldige, wie der Schwachsinnige Ulvi Kulac, dem Du von Deinem Dir hörigen Polizeiapparat den Mord an Peggy hast anhängen lassen.

 

Du bist Spitze in der Staatskriminalität geworden, die in einem demokratischen Rechtsstaat der transatlantischen Wertegemeinschaft ein Innenminister aus dem Amt heraus je begangen hat und Deine „harten Maßnahmen“ sind nichts weiter als eine Palette der schlimmsten Verbrechen.

 

Ich erinnere Dich an Deine Kampagne aus dem Frühjahr 2005, wo Du mit der Behauptung, Du hättest die “Terror-Moslems“ in der Moschee in der Hessestraße in Nürnberg enttarnt, an die Öffentlichkeit getreten bist. Ich füge den Artikel aus der Bild-Zeitung (Nürnberger Ausgabe) vom 13. Mai 2005 hier in den Text des Briefes ein:

 

„In dieser Moschee sammeln Islamisten für den Terror – von Innenminister Beckstein enttarnt“

 

……………

 

 

 

Nichts in diesem Artikel ist wahr!

 

  • Es gibt keine Moschee mit Terror-Moslems in Nürnberg.

 

  • Und es gibt erst recht keine Moschee in Nürnberg, hinter deren biederen Fassade Islamisten für den Terror gesammelt hätten.

 

  • Es gab und es gibt kein Geld in einer Moschee in Nürnberg, das für Terroristen-Camps im Sudan bestimmt wäre.

 

  • Es flog keine Verschwörung in der Fatih-Moschee in Nürnberg auf.

 

  • Es gab keine Sondereinsatzkommandos, die das vierstöckige Haus in der Nähe des Plärrers gestürmt hätten.

 

  • Es sind in keiner Moschee in Nürnberg Computer, Cassetten und CDs mit Haßbriefen und Geld beschlagnahmt worden.

 

  • Die Fahnder des Ministers waren bei dem Ausländerbeirat Hassan A. nicht erfolgreich.

 

Nur zwei kurze Anmerkungen zu Deinem Lügengebäude:

 

  1. Du hast von Deiner Spionin, die Du aus dem bayerischen Verfassungsschutz in den Vorstand der Moschee eingeschleust hattest, tatsächlich Belege stehlen lassen, aus denen hervorging, dass in der Moschee gesammelt worden ist: aber für die Opfer des Oder-Hochwassers und nicht für Terroristen-Camps im Sudan. Die Menschen wollten gerade zeigen, dass sie in Deutschland als ihrer neuen Heimat angekommen sind und sich bei deutschen Opfern solidarisch zeigen, und das hat Dir nicht in das politische Konzept gepasst.

 

  1. Du hast von Deiner Spionin weiter Belege stehlen lassen, die sich auf die Pilgerreisen von Muslimen nach Mekka bezogen, die sollten vom Verfassungsschutz und der spurenkundlichen Abteilung des Landeskriminalamts dahin umgefälscht werden, dass sie belegen, dass die Reisen von jungen Männern in Ausbildungscamps des Terrorismus finanziert werden.

 

 

Du lässt Dich als Innenminister und oberster Polizeichef für eine Großtat beweihräuchern, die überhaupt nicht stattgefunden hat!

 

Das ist für sich gesehen schon ein schreckliches Ereignis, das in einem demokratischen Rechtsstaat nicht hingenommen werden kann.

 

Wie sehr aber dieser Rechtsstaat zerstört ist, können wir erst dann erkennen, wenn wir den Spuren Deiner Propaganda-Lügen nachgehen und dabei feststellen müssen, dass gemordet worden ist, um die Propaganda-Lügen mit einem Anschein von Wahrheit zu versehen.

 

Ich werde in dem Teil III “Die Hintermänner der Mörder“ in meiner Post an Frau Fraktionsvorsitzende Stewens und Andere (siehe S. 5 im Teil I “Am Sonntag ist Muttertag und am Mittwoch wird die Mutter abgemurkst“) dazu Ausführungen machen.

 

II.

 

Zusammen mit Deinen politischen Freunden, die im Kreistag Nürnberger Land in der CSU-Fraktion das Sagen hatten, hast Du von klein auf und seit dem Beginn Deiner politischen Karriere denjenigen kriminellen Apparat aufgebaut, dem jetzt Frau Monika Brandl am Mittwoch zum Opfer fallen soll, indem sie durch Zwangsräumung aus dem Haus geworfen wird, das ihr gehört, und dessen Finanzierung durch die Sparkasse Nürnberg sie schon längst zurückbezahlt hat.

 

Deshalb habe ich Dir das Neunte Gebot als Titel über diesen Brief geschrieben:

 

Sorge dafür, dass das Neunte Gebot bei Frau Monika Brandl nicht verletzt wird.

 

Schütze die Frau so wie es Deine Christenpflicht ist!

 

 

In der Sparkasse (ursprünglich “Sparkasse Hersbruck“, dann setzt sich das durch Fusionen fort in “Kreissparkasse Nürnberg“ und nunmehr “Sparkasse Nürnberg“) habt Ihr einen kriminellen Apparat installiert, der so ähnlich funktioniert, wie dies von Rechtsanwalt Eberth und einem Richter aus den Verfahren gegen Mehmet beschrieben wird:

 

Es wird ein Opfer ausgesucht, und dieses Opfer hat dann keine Chance mehr. Es wird in pseudojuristischen Verfahren, in denen Du auf die Richter unglaublichen Druck ausübst, entrechtet, bis es reif ist, abgemurkst zu werden!

 

Mittlerweile hat sich der kriminelle Apparat in der Justiz so gut entwickelt, dass Du persönlich gar keinen Druck mehr auszuüben brauchst (dies auch nicht mehr kannst, da Du dafür kein Amt mehr inne hast), da dies die Spitzenfunktionäre des Rechtsstaats, die von Dir protegiert worden sind und deshalb häufig aus Hersbruck kommen, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich selbst erledigen.

 

Im Falle von Frau Brandl lief das so:

 

Ihr Mann betrieb eine Dental-Firma (Lieferung von Praxiseinrichtungen und den Betriebsmaterialien für Zahnarztpraxen) und geriet mit dieser in Insolvenz. Inwieweit er in die Insolvenz getrieben worden ist, will ich an dieser Stelle dahingestellt sein lassen. Der Anwalt, Rechtsanwalt Pemsel, „rät“ den Familienmitgliedern – also Frau und Sohn – sozusagen aus Solidarität in der Familie in die Haftung mit einzusteigen, damit Herr Brandl saniert werden kann. Er stellt das als reine Formsache hin.

 

Dadurch hat beispielweise der Sohn, der damals Bundeswehrsoldat ohne nennenswertes Einkommen gewesen ist, eine selbstschuldnerische Bürgschaft für den Vater übernommen. In Wirklichkeit war es nicht “Rat“ sondern “Parteiverrat“.

 

Es sind mir durch die Berufstätigkeit als Richter in Hersbruck und dadurch, dass die Menschen hilfesuchend zu mir gekommen sind, weitere Fälle bekannt geworden, in die Rechtsanwalt Pemsel verwickelt gewesen ist und wo der Verdacht des Parteiverrats besteht. Einen dieser Fälle habe ich in den Einzelheiten untersucht. Das ist der Fall der Witwe Hirschmann. Dadurch konnte ich das in allen Fällen wirksame kriminelle System erkennen.

 

Rechtsanwalt Pemsel war Verwaltungsrat der Sparkasse und hat ihr seine Mandanten als Opfer ausgeliefert. Es geht in allen Fällen darum, erst eine Überschuldung herbeizuführen und dann im Wege der Zwangsvollstreckung billig an den Immobilienbesitz der Opfer heranzukommen.

Frau Brandl hat Unsummen bezahlt (im Ganzen ca. 600.000 Euro), aber das ist immer woanders angerechnet und verrechnet worden. Jetzt ist ein schönes Einfamilienhaus für 65.000 Euro verschleudert. Bei der Finanzierung der Immobilie selbst besteht eine angebliche Restschuld von 17.383,92 Euro.

 

Frau Brandl und ihre Anwältin hatten keine Chance, die Manipulationen auf dem Rechtsweg auch nur zur Sprache zu bringen.

 

Die rechtliche Verkleidung eines Räumungstermines soll vertuschen, dass es sich in Wahrheit um die Begehung der Verbrechen

  • des Verfassungshochverrats                                      §§ 81,82 StGB
  • der Bildung einer terroristischen Vereinigung            § 129a und
  • des erpresserischen Menschenraubes                       § 239a

handelt.

 

 

Lieber Günther,

Du wolltest vor einigen Tagen bei uns hier in Henfenfeld im Dorfwirtshaus eine Lesung aus Deinem Buch “Die Zehn Gebote“ veranstalten. Herr Pfarrer Dr. Baumann hat die organisatorischen Arbeiten für Dich übernommen.

 

Frau Brandl wollte zu der Lesung kommen und Dich um Hilfe bitten. Sie hatte Unterlagen dafür zusammengestellt.

 

Du hast im letzten Augenblick aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, die Lesung abgesagt. Da hat Frau Brandl die Unterlagen Herrn Pfarrer Dr. Baumann übergeben und der hat ihr zugesagt, die Unterlagen Dir zu übergeben. Herr Pfarrer Dr. Baumann ist unser Gemeindepfarrer und der Vorsitzende unseres Diakonievereins, er ist sehr zuverlässig und sozial sehr engagiert. Er hat das sicher schon getan, und Du hast Dich nicht gerührt!

 

Lieber Günther,

die Menschen hier auf dem Land in Franken, die nicht wissen können, was Du wirklich treibst, glauben Dir und an Deine Worte, wenn Du von den zehn Geboten sprichst. Sie meinen, Du wirst Sie vor den Staatsverbrechen schützen und sie können dabei nicht erkennen, dass Du aus der ersten Reihe der Staatsverbrecher stammst. 

 

Sei ein Christ, erfülle die Pflicht aus Psalm 82,3 und hilf den Verfolgten zu ihrem Recht!

 

Sei Dir bewusst, in nächster Zeit wird die ganze Welt auf Dich und Dein Treiben bei Polizei und Justiz im Falle des Ulivi Kulac, des Matthias Frey und der Opfer der Zwickauer Terrorzelle schauen.

 

Ich sende Dir diesen Brief über Herrn Pfarrer Dr. Baumann zu. Ich lege Erinnerung nach § 766 ZPO beim Amtsgericht Hersbruck ein, so dass Du eine Plattform hast, zu handeln. Ich füge eine Ablichtung dieser Erinnerung bei. Ich füge eine Vollmacht von Frau Brandl bei.

 

Mit freundlichen Grüßen Dein Kommilitone

 

 

Rudolf Heindl

Richter i. R.

Brief Ende:

.

….bitte den Brief sofort herunterladen und weit verbreiten !

….ohne Worte

Der Honigmann

Quelle: https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/05/27/offener-brief-an-dr-gunther-beckstein/

049990816659Das Buch erhalten Sie hier: http://www.honigmann-shop.de/shop/article_002b/NSU%3A-Was-die-%C3%96ffentlichkeit-nicht-wissen-soll…-%5BBroschiert%5D.html?sessid=8Lmd2LJB0ZNdNTCYCDqZ0lagF5eQ2JB93PxoQGlomdKlwjCPpGDzC4mJtaqMY3No&shop_param=cid%3D2%26aid%3D002b%26

Gruß an die, die sehen wie Kriminaltiät vom „Staat“ gefördert und gefordert wird.

TA KI

 

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Ein Kommentar zu “Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern? Der Ganze NSU- Sumpf

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