Ukraine-Krieg: Gefährdet ARD-Dokumentation das Leben von Augenzeugen?


GUIDO-KOLUMNE-MIX

♦ No.  528 (66/2015) ♦


Die Katastrophe von Flug MH17 am 17. Juli 2014 in der Ostukraine, bei der 298 Menschen starben, ist nach wie vor offiziell nicht aufgeklärt. Aber fest scheint zu stehen: Die Maschine der Malaysia Airlines ist abgeschossen worden.

Doch von wem?

Von den Separatisten oder von der ukrainischen Armee?

Ich habe mich in der Vergangenheit ausführlich damit beschäftigt und meine Recherchen auch auf meinem Blog veröffentlicht.

Beispielsweise hier:

https://guidograndt.wordpress.com/2014/07/18/flug-mh-17-opfer-der-geldgier-der-teilfaschistischen-ukrainischen-regierung/

https://guidograndt.wordpress.com/2014/09/10/geheime-verschlusssache-mh17-deckt-die-bundesregierung-die-massenmorder-von-kiew-weil-die-sicherheit-deutschlands-gefahrdet-ist/

https://guidograndt.wordpress.com/2014/08/16/schockvideo-die-ersten-bilder-nach-dem-abschuss-von-mh17/

https://guidograndt.wordpress.com/2014/07/21/mh17-sarajewo-2014-die-welt-vor-einem-neuen-krieg/

Am 27.04.2015 wurde im Abendprogramm der ARD dazu folgende Dokumentation gezeigt:

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Quelle Screenshot: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/todesflug-mh-siebzehn-100.html

Die Story im Ersten: Todesflug MH17

In einer groß angelegten investigativen Recherche haben sich Reporter von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung auf Spurensuche begeben und neue Ergebnisse zutage gefördert. Sie sprachen mit Augenzeugen an der Absturzstelle, internationalen Ermittlern, Militärexperten, Politikern und Geheimdienstvertretern. Und trafen die Hinterbliebenen der Opfer. In ihrer umfassenden TV-Dokumentation geben sie Antworten auf bislang ungeklärte Fragen.

Ein Film von Michael Wech, Demian von Osten, Ralph Hötte

Redaktion: Petra Nagel (WDR), Monika Wagener (WDR), Britta von der Heide, (NDR), Klaus Scherer (NDR)

Quellen: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/todesflug-mh-siebzehn-100.html

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Todesflug-MH17/Das-Erste/Video?documentId=27938962

 

Ich selbst bin investigativer Journalist und TV-Redakteur/Filmemacher und bin alles andere als damit einverstanden, dass in dieser Dokumentation wichtige Fakten verschwiegen werden.

Beispielsweise:

– Dass die Auswertungen des Flugdatenschreibers und des Cockpit-Voicercorders bis heute unter Verschluss bleiben.

– Dass der niederländische forensische Anthropologe George Maat, der an der Identifizierung der Toten der abgeschossenen Passagiermaschine beteiligt war, von der weiteren Mitarbeit ausgeschlossen wurde. Die Anweisung kam von Justizminister Ard van der Steur. Maat hielt sich nicht an die offizielle Version.

– Dass noch immer 147 Dokumente unter Verschluss gehalten werden. Darüber habe ich ebenfalls in meinem Content “Geheime Verschlusssache MH17: Deckt die Bundesregierung die Massenmörder von Kiew, weil die Sicherheit Deutschlands gefährdet ist?” am 10. September 2014 berichtet.

Hier: https://guidograndt.wordpress.com/2014/09/10/geheime-verschlusssache-mh17-deckt-die-bundesregierung-die-massenmorder-von-kiew-weil-die-sicherheit-deutschlands-gefahrdet-ist/

Das Hauptaugenmerk der Macher der ARD-Dokumentation liegt darauf, den Weg der BUK (sowjetisches Flugabwehrraketensystem) zu verfolgen, mit der die Malaysia Airlines-Maschine abgeschossen worden sein soll. Die Spur führt angeblich ins Separatistengebiet.

Doch einige Aufnahmen, die gezeigt wurden, sind längst schon als Fake entlarvt.

Hier:

Was das großangekündigte Rechercheteam von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung weiter ankündigt, nämlich, dass man der Ukraine vorwerfen kann, ihren Luftraum für die zivile Luftfahrt über der Ostukraine nicht geschlossen zu haben, konnten die Kollegen und Kolleginnen bereits am 18. Juli 2014 in meinem Blogartikel “Flug MH 17 – Opfer der ‘Geldgier’ der teilfaschistischen ukrainischen Regierung” lesen.

Hier: https://guidograndt.wordpress.com/2014/07/18/flug-mh-17-opfer-der-geldgier-der-teilfaschistischen-ukrainischen-regierung/

Jeder (investigative) Journalist sollte zudem wissen, dass Informanten und Zeugen, die entweder auf eigenen Wunsch nicht öffentlich werden wollen oder denen eine unmittelbare Gefahr an Leib und Leben durch eine Identifizierung droht, unbedingt anonymisiert werden müssen.

Genau in diesem Punkt, nämlich bei der journalistischen Sorgfaltspflicht, hat meines Erachtens das oben genannte Rechercheteam von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung kläglich versagt!

Ich wiederhole mich: Da, wo es um eine Gefahr für Augenzeugen/Informanten geht, muss äußerst sensibel und penibel gearbeitet werden. Vor allem in der Postproduktion, im Schnitt.

Meiner Einschätzung nach ist dies handwerklich in verschiedenen Sequenzen misslungen und das kann ich auch belegen.

Darauf möchte ich nachfolgend näher eingehen.

Hier kann die Dokumentation angesehen werden:

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Todesflug-MH17/Das-Erste/Video?documentId=27938962

Hervorhebungen durch mich (Quelle der Screenshots siehe vorheriger Link).

Ab Minute 25:00:

Einblendung Grabowe. 28. Februar 2015.

Sprecher: “Die Absturzstelle heute. Klar ist, die BUK fuhr durch das Separatistengebiet. Aber wurde sie auch von hier aus abgefeuert? Nur dann könnte den Separatisten Schuld nachgewiesen werden. Gibt es dafür Zeugen? Wir begeben uns auf Spurensuche. Auf die Route des BUK-Raketenwerfers. Und tatsächlich finden wir Anwohner, die uns vom Tag des Abschusses berichten. Vom Ohrenbetäubenden Lärm, wie er für eine BUK typisch ist. Aus Angst wollen sie nicht erkannt werden.”

Auf diesen Satz wird ein Bild gezeigt, in dem eine Frau deutlich im Profil zu erkennen ist. Wahrscheinlich nur eine harmlose Passantin.

Hier (ich bin meiner Sorgfaltspflicht nachgekommen und habe die Passantin unkenntlich gemacht):

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Ab 25:43 wir dieser LKW-Fahrer eingeblendet, schlecht unkenntlich gemacht (“gepixelt”).

Hier:

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Ab 25:58 ein weiterer Zeuge, ebenfalls schlecht unkenntlich gemacht (“gepixelt”).

Hier:

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Als der Anwohner sich umdreht, wird folgendes Bild gezeigt:

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Ganz deutlich ist hinter dem Zeugen eine Backsteinmauer mit einem grünen Zaun zu erkennen. Sogar ein Briefkasten mit der russischen Aufschrift “Vorsicht böser (bissiger) Hund!”. Und – unglaublich – sogar die Hausnummer (die ich im Screenshot unkenntlich gemacht habe)!

Das hat nichts mit Anonymisierung/Unkenntlichmachung zu tun! Im Gegenteil: Mit diesem handwerklichen Fauxpax sind die Zeugen/Anwohner leicht zu identifizieren/auszumachen.

Wo bleibt die journalistische Sorgfaltspflicht?

Die Stadt Snizhne (auch Snizne, Snezhnoye oder Shezhnoye genannt) hat nicht einmal 50.000 Einwohner.

Das Gebäude, vor dem einer der Zeugen steht ist nicht nur aufgrund seines grünen Zaunes, sondern auch und vor allem wegen der Hausnummer schnell ausfindig zu machen. Vielleicht sogar auch der LKW-Fahrer (so viele wird es da nicht geben, die seinem Profil entsprechen).

Und damit besteht für diese Anwohner, die – folgt man dem roten Faden der Dokumentation – Dinge verrieten, über die sie am besten nicht reden sollten und deshalb auch Angst davor haben, erkannt zu werden, eine unmittelbare Gefahr. Nicht nur für Leib, sondern auch für ihr Leben. Denn in der Ostukraine herrscht Krieg!

Selbst wenn der zweite Zeuge nicht in dem Haus mit dem grünen Zaun wohnen sollte, dann können die tatsächlichen Eigentümer oder Mieter diese Probleme bekommen.

Das ist handwerklich unverantwortlich! Ich weiß von was ich spreche, habe ich mich doch selbst als investigativer Journalist in gefährliche Szenen eingeschleust (daraus entstanden TV-Beiträge und über 30 Sachbücher) und daher mit vielen (anonymen) Informanten zu tun gehabt. Dabei stand und steht für mich noch immer der Informantenschutz an oberster Stelle.

Ich frage mich, warum diese fatalen Fehler weder im Schnitt, noch bei der Endabnahme des Beitrags bemerkt und korrigiert wurden?

Es geht – ich sage es nochmal – um das Leben von Informanten, die den Mut fanden, ihre Beobachtungen dem Rechercheteam von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung mitzuteilen.

Jetzt besteht die Gefahr, dass sie wegen ihrer Aussagen von den Separatisten misshandelt – oder noch schlimmer – ermordet werden.

Wo bleibt da die journalistische Verantwortung?

Wer steht dafür gerade?

Ich habe bei den Intendanten von WDR und NDR nachgefragt.

Und werde über ihre  Stellungnahmen an dieser Stelle berichten.

Übrigens: Die umstrittene Dokumentation wird heute auch noch wiederholt.

Hier:

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Quelle Screenshot: http://programm.tagesschau24.de/tv/Die-Story-im-Ersten%3A-Todesflug-MH17/2015-04-30/eid_2872114401226900

 


 

DENKEN SIE IMMER DARAN:

SIE HABEN EIN RECHT AUF DIE WAHRHEIT!

 Ihr und euer

GUIDO GRANDT

GUIDOs  KOLUMNE6docx(…)

Quelle: https://guidograndt.wordpress.com/2015/04/30/ukraine-krieg-gefahrdet-ard-dokumentation-das-leben-von-augenzeugen/

Gruß an die Achtsamen

TA KI

BND ließ 12.000 NSA-Suchbegriffe löschen


abhoerstation-des-bnd-in-bad-aibling-die-nsa-hat-dem-bnd-suchbegriffe-untergeschoben-jetzt-kommen-immer-mehr-details-ans-licht-Im BND-Skandal kommen immer mehr brisante Details ans Licht: Nach Informationen des „Spiegel“ ließ der Bundesnachrichtendienst (BND) 12.000 Suchbegriffe löschen, die er von der NSA gegen Diplomaten und Regierungen eingesetzt hat. Zudem soll der BND geholfen haben, neben französischen auch österreichische Behörden auszuspionieren.

Der BND habe über seine Abhörstation in Bad Aibling nach den NSA-Suchbegriffen „gov“, „diplo“ und „Bundesamt“ gesucht, berichtete die „Bild am Sonntag“ in ihrer Feiertagsausgabe. Dies gehe aus einer internen E-Mail des Bundesnachrichtendienstes vom 14. August 2013 hervor. Der Suchbegriff „Bundesamt“ beziehe sich auf Behörden in Österreich und sei in mehr als zehn Anfragen der NSA aufgetaucht, schreibt das Blatt.

Dem „Spiegel“ zufolge fanden sich insgesamt 12.000 solche Such-Merkmale in der Suchdatei, darunter etliche E-Mail-Adressen, die unter anderem zu hochrangigen französischen Diplomaten führten.

„Was soll ich damit machen?“

Auch E-Mail-Accounts von EU-Institutionen und von Mitarbeitern mehrerer europäischer Regierungen sollen sich darunter befunden haben. Am 14. August 2013 teilte der BND-Sachbearbeiter seinen Fund dem BND-Verantwortlichen vor Ort mit dem Kürzel R. U. mit. „Was soll ich damit machen?“, schrieb der Beamte. Die Antwort war ein Wort: „Löschen“, heißt es im „Spiegel-Bericht“

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_73859472/spiegel-berichtet-bnd-liess-12-000-nsa-suchbegriffe-loeschen.html

Gruß an die Lauscher an der Wand

TA KI

Die polnischen Schuldigen am Zweiten Weltkrieg


301976012Mithelfer Adolf Hitlers bei der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs waren Personen, die in Polen zwischen den beiden Weltkriegen an der Spitze der Macht standen, wie das Mitglied des Sinowjew-Klubs Oleg Nasarow schreibt.

Vor fünf Jahren, am 23. September 2009, hat das polnische Parlament eine Resolution verabschiedet, in der die Befreiungsoperation der Roten Armee im Jahr 1939 als Aggression gegen Polen bezeichnet wurde. Damit wurde die Sowjetunion neben dem nazistischen Deutschland offiziell der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs beschuldigt. Die Tatsache, dass die Rzeczpospolita bis zum 17. September von Deutschland zerschlagen worden war und ein unwürdiges Ende gefunden hatte, während unser Land großenteils lediglich Territorien zurückeroberte, die ihm bis zum Ersten Weltkrieg gehört hatten, wurde von den Initiatoren dieser Resolution schlicht ignoriert. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Warschau im Zusammenhang mit dem 75-jährigen Jubiläum der Befreiung der Westukraine und Westweißrusslands wieder von der antisowjetischen bzw. antirussischen Hysterie erfasst wird.

Aber in Wahrheit waren die Personen, die in Polen zwischen den beiden Weltkriegen an der Spitze der Macht standen, im Grunde Mithelfer Adolf Hitlers bei der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Ihren Handlungen ist dieser Artikel gewidmet.

Beginn des Kampfes um „Polen zwischen zwei Meeren“

Als Jozef Pilsudski im November 1918 zum polnischen Machthaber wurde, verordnete die frischgebackene Regierung der Zweiten Rzeczpospolita  Wahlen „überall, wo Polen leben“. Zu dem Zeitpunkt blieb die Frage der Grenzen Polens, das es seit mehr als 100 Jahren auf der politischen Weltkarte gar nicht gegeben hatte, offen. Die Polen nutzten das Durcheinander in Europa gleich nach dem Weltkrieg aus und bemühten sich um die Erweiterung des Territoriums ihres erneut entstandenen Staates in allen Richtungen.

Dieser nicht gerade selbstlose Drang führte zu außenpolitischen Konflikten und bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern wie der Ukrainischen Volksrepublik wegen Lwows, Ostgaliziens, des Gebiets Chomsk und Westwolhyniens, mit Litauen wegen Wilnas und mit der Tschechoslowakei wegen Teschener Schlesiens. Der militärpolitische Konflikt zwischen Polen und der Tschechoslowakei in den Jahren 1919 und 1920 wurde von Großbritannien und Frankreich gegen Warschau geregelt, aber die Kämpfer um ein Polen „zwischen zwei Meeren“ (der Ostsee und dem Schwarzen Meer) wollten sich nicht beruhigen und setzten sich im Norden und Westen mit Deutschland und im Osten mit Russland auseinander.

Am 30. Dezember 1918 erklärte Warschau Moskau, die Offensive der Roten Armee in Litauen und Weißrussland sei eine aggressive Aktion gegenüber Polen, auf die die polnische Regierung „energisch reagieren“ und die von der „polnischen Nation“ besiedelten Territorien verteidigen müsse. Von dem Umstand, dass die Polen dort eine Minderheit waren, ließ sich Warschau nicht stören, und für die Meinung anderer Völker hatte es kein Interesse.

Die Verteidigung dieser Territorien begannen die Polen mit einem Angriff auf die Mission des Russischen Roten Kreuzes am 2. Januar 1919. Am 16. Februar kam es zum ersten Gefecht zwischen der polnischen und russischen Armee um den weißrussischen Ort Berjosa Kartusskaja. Dabei wurden die ersten 80 Soldaten der Roten Armee gefangengenommen. Bis Anfang 1922 gerieten insgesamt mehr als 200 000 Staatsbürger des ehemaligen Russischen Reiches – Russen, Ukrainer, Weißrussen, Tataren, Baschkiren und Juden – in polnische Gefangenschaft. Mehr als 80 000 von ihnen mussten in polnischen Konzentrationslagern sterben, die noch lange vor der Machtübernahme durch Hitler in Deutschland entstanden waren.

Die mit der polnischen Gefangenschaft verbundene Tragödie ist ein besonderes Thema, deshalb sagen wir hier lediglich, dass es im „zivilisierten“ europäischen Polen nicht angebracht ist, über diese 80 000 Gefangenen, wie auch über die 600 000 sowjetische Soldaten zu sprechen, die bei der Befreiung dieses Landes von der nazistischen Okkupation in den Jahren 1944 und 1945 ums Leben gekommen sind. Die Polen sind mit dem Abriss von Denkmälern sowjetischer Soldaten beschäftigt, die ihre Großeltern vor dem nazistischen Völkermord gerettet haben. Nicht zuletzt deswegen hatte Russland keinen Grund, um die Gruppe von polnischen Russlandhassern zu trauern, die nur wegen ihrer eigenen Dummheit bei dem Flugzeugabsturz bei Smolensk gestorben waren.

1920 brach ein sowjetisch-polnischer Krieg aus, der mit dem Rigaer Frieden von 1921 endete, so dass die Westukraine und Westweißrussland okkupiert wurden. Die Politik der polnischen „Zivilisatoren“ in diesen Gebieten wäre ebenfalls ein besonderes Thema. Deshalb sagen wir nur, dass die Ukrainer und Weißrussen in Polen als „Untermenschen“ galten noch lange bevor die Nazis die Umsetzung ihrer „Rassentheorie“ begannen.

Hitlers polnische Freunde

Nicht einmal ein Jahr war nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland vergangen, als in Berlin am 26. Januar 1934 der Deutsch-polnische Nichtangriffspakt unterzeichnet wurde. Berlin verweigerte dabei allerdings eine Garantie für die Unverletzlichkeit der gegenseitigen Grenze, die nach dem Ersten Weltkrieg festgelegt worden war. „Die Seiten verkündeten Frieden und Freundschaft. Der gegenseitige Zollkrieg wurde eingestellt, wie auch die gegenseitige Kritik in den Massenmedien“, schrieb der Historiker Michail Meltjuchow. „In Warschau wurde dieses Dokument als Basis für die Sicherheit des Landes und als Mittel zur Intensivierung der Großmacht-Ambitionen Polens wahrgenommen. Deutschland erreichte allerdings, dass die Grenzfrage dabei ausgeklammert wurde. Die Versuche der Sowjetunion, Polen klarzumachen, dass es reingelegt worden war, blieben erfolglos.“

Der polnische Historiker Marek Kornat behauptet seinerseits, dass Pilsudski und der polnische Außenminister Jozef Beck den Pakt mit Deutschland für „die größte Errungenschaft der polnischen Diplomatie“ hielten. Auffallend ist, dass nach Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund ausgerechnet Polen seine Interessen in dieser Organisation vertritt.

Nach dieser Annäherung an Berlin rechneten die Polen mit Deutschlands Hilfe im Konflikt mit der Tschechoslowakei wegen Teschener Schlesien. Der Historiker Stanislaw Morosow verwies darauf, dass „zwei Wochen vor der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nichtangriffspakts eine anti-tschechische Kampagne ausbrach, die vom Warschauer Außenministerium inspiriert worden war. In Polen artete sie in eine Vielzahl von Medienberichten aus, in denen die tschechischen Behörden der Unterdrückung der polnischen Minderheit in Teschener Schlesien beschuldigt wurden. In der Tschechoslowakei war dafür der Konsul im Mährischen Ostrava, Leon Malhomme, verantwortlich.“

Nach Pilsudskis Tod im Mai 1935 kamen seine Anhänger an die Macht. Die Schlüsselfiguren in der Staatsführung wurden Außenminister Jozef Beck und der künftige Oberste Befehlshaber der polnischen Armee, Marschall Edward Rydz Smigly.

Danach wurde Warschaus Neigung zu Deutschland noch stärker. Im Februar 1937 kam der Nazi Nummer zwei, Hermann Göring, zu Besuch nach Polen. Bei einem Treffen mit Rydz Smigly erklärte er, dass für Polen und Deutschland nicht nur der Bolschewismus, sondern generell Russland gefährlich sei, egal ob als Monarchie, als liberaler Staat oder mit irgendeiner anderen Staatsordnung. Ein halbes Jahr später, am 31. August 1937, wiederholte der polnische Generalstab diese Idee in seiner Direktive Nr. 2304/2/37, wobei als endgültiges Ziel der polnischen Politik „die Vernichtung eines jeden Russlands“ galt.

Wie wir sehen, wurde diese Idee zwei Jahre vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs formuliert, dessen Entfesselung die Polen vor allem Russland vorwerfen wollen. Zudem empören sie sich über die Worte des sowjetischen Außenministers Wjatscheslaw Molotow, der Polen 1940 als „hässliche Kreatur des Friedens von Versailles“ bezeichnete. Aber auch hier treten Doppelstandards zutage: Denn Molotow hat eigentlich nur die Worte Pilsudskis umformuliert, der die Tschechoslowakei als „künstliches und hässliches Staatsgebilde“ beschimpft hatte. Deshalb sollten die Polen lieber den Mund halten und ihre Äpfel essen.

Die Rolle der „polnischen Hyäne“ bei der Zergliederung der Tschechoslowakei

Seit Anfang 1938 bereiteten Berlin und Warschau die Zergliederung der Tschechoslowakei vor, indem sie ihre Handlungen koordinierten. Die von Berlin kontrollierte Sudetendeutsche Partei handelte immer aktiver in den Sudeten, und Polen gründete in Teschen den Polenbund. Vom Zynismus und der Verlogenheit der Pilsudski-Anhänger zeugt der Umstand, dass die Polen, die eine subversive Tätigkeit auf dem Territorium ihres Nachbarlandes ausübten, von Prag verlangten, dessen angebliche subversive Tätigkeit gegen Warschau zu stoppen!

Die Sowjetunion wäre bereit, der Tschechoslowakei zu helfen, aber da sie keine gemeinsame Grenze mit diesem Land hatte, bräuchte sie die Zustimmung Polens oder Rumäniens, die Rote Armee in die Tschechoslowakei ziehen zu lassen. Die Pilsudski-Anhänger verstanden, dass das Schicksal der Tschechoslowakei großenteils von ihnen abhing, und informierten die Deutschen am 11. August, dass sie die Rote Armee nicht auf ihr Territorium lassen und auch Rumänien empfehlen würden, das nicht zu tun.  Noch mehr als das: Vom 8. bis 11. September führten die Polen eine große Militärübung an ihrer Ostgrenze, um der UdSSR ihre Kampfbereitschaft für den Fall einer sowjetischen Aggression zu zeigen, die damals genauso „realistisch“ war wie eine jetzige Invasion Russlands in die Ukraine ist, von der die verlogene westliche Propaganda seit einem halben Jahr schreit.

Im September 1938, als die so genannte „Münchner Konferenz“ intensiv vorbereitet wurde, tat Beck alles Mögliche, damit der polnische Vertreter in München einen Platz am Tisch mit den Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands  und Italiens bekommt. Aber weder Hitler noch der britische Premier Neville Chamberlain sahen einen Grund, die Polen nach München einzuladen.  Wie Stanislaw Morosow völlig richtig sagte, „hatte sich das Verhalten der westlichen Großmächte gegenüber den Polen nicht verändert: Sie betrachteten Beck nicht als Vertreter einer Großmacht.“

Damit konnten die Polen wider ihren Willen nicht an der Münchner Verschwörung teilnehmen – einem der schändlichsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts.

Der gekränkte und wütende Beck erhöhte den Druck auf Prag. Am Ende gab die gedemütigte tschechoslowakische Führung auf und Polen bekam Teschener Schlesien. Die Historikerin Valentina Marjina schrieb: „Am 2. September begann die Eroberung der (…) tschechoslowakischen Gebiete durch die polnischen Truppen, die für Polen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hatten: Indem sein Territorium um nur 0,2 Prozent größer wurde, wurde seine Schwerindustrie um nahezu 50 Prozent stärker. Danach verlangte Warschau von der Prager Regierung ultimativ neue territoriale Zugeständnisse: diesmal in der Slowakei, und erreichte sein Ziel. Laut einem Regierungsabkommen vom 1. Dezember 1938 erhielt Polen ein geringes Territorium (226 Quadratkilometer) im Norden der Slowakei (Javorina in Orava).“

Für diese „Heldentaten“ bekam Polen von Winston Churchill den Beinamen „die polnische Hyäne“. Diese Bezeichnung war sowohl zutreffend als auch berechtigt…

Nichtgewordene Verbündete des Dritten Reiches

Seit den ersten Tagen des Bestehens der Zweiten Rzeczpospolita  träumte ihre Führung von einem Großpolen „zwischen zwei Meeren“. Die Eroberung Teschener Schlesiens hielten die Pilsudski-Anhänger für den ersten Schritt auf diesem Weg. Ihre Pläne waren sehr ambitioniert. In einem im Dezember 1938 veröffentlichten Bericht der 2. Abteilung des Hauptstabs der polnischen Streitkräfte hieß es: „Russlands Zergliederung bildet die Basis der polnischen Politik im Osten… Unsere Aufgabe besteht darin, uns im Voraus physisch und geistig vorzubereiten… Unser wichtigstes Ziel ist es, Russland zu schwächen und zu zerschlagen.“

Warschau wusste von Hitlers Absicht, die Sowjetunion zu überfallen, und wollte sich dem Aggressor anschließen. Am 26. Januar 1939 sagte Beck in einem Gespräch mit dem deutschen Außenminister Joachim Ribbentrop „bescheiden“, dass Polen „die sowjetische Ukraine und den Zugang zum Schwarzen Meer beansprucht“.

Dann stellte sich jedoch heraus, dass Hitler Polen nicht als Großmacht betrachtete. Nach seiner Auffassung sollte es ein Satellit Deutschlands, aber kein Verbündeter sein. Der Führer zwang Warschau dazu, dem Beitritt der Freien Stadt Danzig zum Dritten Reich und der Einrichtung eines „Korridors im Korridor“ zuzustimmen, nämlich dem Bau einer exterritorialen Eisen- und Autobahn durch Polen, die Deutschland und Ostpreußen verbinden würden.

Polen mit seinen Großmacht-Ansprüchen wies diese Forderungen zurück. Seit Anfang April 1939 bereitete sich deshalb Deutschland auf eine Invasion nach Polen vor, dessen militärstrategische Lage sich nach der Zerschlagung der  Tschechoslowakei wesentlich verschlechterte. Neben Teschener Schlesien bekam Polen auch die deutschen Truppen an der ehemaligen polnisch-tschechoslowakischen Grenze.

Dass Polens Position zum wichtigsten Grund für das Scheitern der Verhandlungen der Militärmissionen der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs im August 1939 in Moskau wurde, ist allgemein bekannt. Warschau ließ die Rote Armee nicht auf das polnische Territorium, und die Sowjetunion konnte den Polen nicht bei der Abwehr des deutschen Überfalls helfen. Den Grund dafür nannte der polnische Botschafter in Frankreich, Jozef Lukasiewicz, in einem Gespräch mit dem französischen Außenminister Georges Bonnet. Nach seinen Worten würde Beck „den russischen Truppen nie erlauben, die Territorien zu erobern, die wir ihnen 1921 weggenommen haben.“

Damit räumte der polnische Botschafter faktisch ein, dass die Westukraine und Westweißrussland 1920 von den Polen okkupiert worden waren…

Angesichts dessen können wir feststellen, dass die Zweite Rzeczpospolita  eine äußerst wichtige Rolle bei der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs gespielt hat. Und dass Polen selbst von Deutschland überfallen wurde und sechs Millionen Staatsbürger verloren hat, ändert daran nichts.

Oleg Nasarow — promovierter Historiker, Mitglied des Sinowjew-Klubs der Internationalen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya

Quelle: http://de.sputniknews.com/politik/20150501/302150818.html

Gruß an die Wahrheit
TA KI

Japan und Australien: Abschreckende Flüchtlingspolitik


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Die beiden Länder finden Strategien, die Flüchtlinge außerhalb ihrer Landesgrenzen zu halten

Die Menschen sind in einem katastrophalen psychischen Zustand“, sagt Professor David Isaacs, Kinderarzt aus Sydney. Der Mediziner kehrte jüngst von einem Besuch auf der kleinen Pazifikinsel Nauru zurück, wo Australien jene Asylsuchenden interniert, die es trotz extensiver Überwachung als Bootsflüchtlinge in australische Gewässer geschafft haben und von der Marine aufgegriffen wurden. Er sei schockiert gewesen von Lebensbedingungen, die an ein Gefangenenlager erinnerten. Frauen lebten in Angst vor Übergriffen anderer Inhaftierter und Wärter.

Das Warten auf einen Asylentscheid in Nauru oder einem zweiten Lager in Papua-Neuguinea kann Monate dauern, Jahre. Die Kinder litten am schwersten: „Ich sah ein sechsjähriges Mädchen, das sich mit einer Zeltschnur aufhängen wollte. Es hatte Verbrennungsspuren am Hals.“ Selbst wer als Flüchtling anerkannt wird – der Großteil der Internierten -, soll nie einen Fuß auf australischen Boden setzen dürfen, sagt Premierminister Tony Abbott.

Kompromisslose Rücksendung

Die Internierung von Asylsuchenden ist eines von zwei Standbeinen einer Flüchtlingspolitik, die Abbott Europa als Methode vorschlagen will, um die Welle von Flüchtlingen aus Afrika zu stoppen. Das andere ist die kompromisslose Rücksendung von Booten in die Herkunftsländer. „Seit Jänner 2014 gab es kein Boot mehr, keine Toten auf dem Meer“, so Außenministerin Julie Bishop. Noch 2013 hätten 300 Boote mit insgesamt 20.000 Menschen an Bord „die gefährliche Reise nach Australien unternommen“. 1200 seien im Meer gestorben.

Die offiziellen Zahlen sind zwar beeindruckend, sie sind aber nicht unabhängig überprüfbar. Die konservative Regierung hat den Umgang mit Flüchtlingen der Geheimhaltung unterworfen. Verfehlungen – etwa Äußerungen von Besuchern in Lagern oder Marinesoldaten auf See – werden von Canberra rigoros geahndet. Dazu kommt die geografische Isolation: Journalisten ist es praktisch nicht möglich, die Situation im Meeresgebiet zwischen Indonesien und Australien zu beobachten.

Flüchtlingsorganisationen klagen, Canberra liefere tamilische Flüchtlinge an die Marine Sri Lankas aus. In mindestens einem Fall soll die Rückführung in Folter und Tod eines Betroffenen geendet haben. Die Vereinten Nationen und humanitäre Organisationen meinen, mit der forcierten Rückführung und der Internierung auf unbestimmte Zeit verstoße Australien gegen eine Vielzahl von Abkommen zum Schutz von Asylsuchenden und Kindern.

Restriktives Japan

Harsche Kritik gibt es von den UN auch an der restriktiven Flüchtlingspolitik Japans. 2014 wurde gerade einmal elf Personen Asyl gewährt. Heuer wurde der erste Syrer anerkannt und konnte seine Familie nach Japan nachholen. Seit der Einführung eines Asylsystems in Japan im Jahr 1982 wurden überhaupt erst 622 Menschen aufgenommen. Die Regierung untersucht im Moment, wie die Aufnahmeverfahren verbessert werden können.

Die Japan Association for Refugees (JAR) hilft Asylsuchenden, die nach Japan kommen. Der Generalsekretärin Eri Ishikawa zufolge gibt es zwei Gruppen von Asylsuchenden. Die kleinere Gruppe ist anerkannt. Sie bekommt finanzielle Hilfe von den Behörden, und diese Menschen dürfen auch arbeiten, solange ihr Antrag bearbeitet wird.

Keinen Vollzeit-Arzt in Asylzenren

Die andere, viel größere Gruppe hat kaum eine Chance, Asyl gewährt zu bekommen, sondern hat bestenfalls Aussicht darauf, geduldet zu werden. Diese Menschen dürfen meist nicht arbeiten, sie haben oft keine Bleibe, und ihre medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. In den drei Asylzentren des Landes gibt es zudem laut japanischen Medien keinen vollzeitbeschäftigten Arzt.

Die JAR ist nahezu die einzige NGO, die die Asylsuchenden unterstützt, lediglich in Nagoya und Osaka gibt es ähnliche Organisationen. So müssen Helfer etwa auf die mehr als 1000 Kilometer entfernte Insel Kyushu fliegen, um dort zu helfen. Mit Kritik an der Regierung hält sich Frau Ishikawa zurück. Das lange Prozedere sei auch einer Bürokratie geschuldet, die langsam arbeitet und keine Rücksicht auf die Schicksale der Menschen nimmt.

Es gibt keine größere Diskussion über das Flüchtlingsproblem in der japanischen Gesellschaft. Als Ende der 1970er-Jahre die Boatpeople aus Vietnam vor dem Krieg auch nach Japan kamen war das anders. Damals wurden 10.000 Flüchtlinge aufgenommen und waren ein Thema, das nicht verschwiegen wurde. (uw, tesk, DER STANDARD, 30.4.2015)

Quelle: http://derstandard.at/2000015063941/Japan-und-Australien-Abschreckende-Fluechtlingspolitik

Gruß an die „wirklich“ Hilfesuchenden

TA KI

Katzen: Krampf bei hohen Tönen


Forscher gehen Berichten über von Geräuschen ausgelöste Krämpfe bei Katzen nach

Rätselhafte Anfälle: Das Knistern von Alufolie oder Plastiktüten reicht, um einige Katzen stocksteif umfallen zu lassen. Denn sie reagieren auf bestimmte Geräusche mit Krampfanfällen. Nachdem sich Berichte über solche Vorfälle häuften, sind britische Forscher diesem rätselhaften Phänomen nachgegangen. Wie sich zeigte, können ältere Katzen tatsächlich eine sogenannte audiogene Epilepsie entwickeln – es gibt aber ein Mittel dagegen.

katzenanfallbMan nennt es auch das „Tom und Jerry-Syndrom“, nach der Cartoon-Katze Tom, die bei Geräuschen oft zusammenschreckt. Doch für viele Katzenbesitzer sind die Anfälle ihrer Lieblinge kein Grund zum Lachen. Denn sobald ihre Katze bestimmte Geräusche hört, verhält sie sich merkwürdig: Sie wirkt vorübergehend wie weggetreten oder bekommt sogar eine Art Krampfanfall. Ein Besuch beim Tierarzt ergibt dann aber nichts als die Information, dass die Katze völlig gesund ist.

Das Problem: Auch bei Veterinären war dieses Syndrom bisher nicht bekannt, weil nicht offiziell beschrieben. Die meisten Tierärzte glauben daher nicht einmal, dass wirklich ein Geräusch diese Anfälle bei den Katzen auslösen kann, wie Mark Lowrie von Davies Veterinary Specialists und seine Kollegen berichten. Um der Sache nachzugehen, haben sie 95 Fälle solcher geräuschbedingter Krampfanfälle zusammengetragen und analysiert. Neben Befragungen der Besitzer untersuchten sie auch die Katzen selbst und testeten, ob ein gegen Epilepsie eingesetztes Medikament die Anfälle verhindern kann.

Anfälle sind eine Epilepsie-Variante

Wie sich zeigte, handelt es sich bei den rätselhaften Anfällen tatsächlich um eine Art der Epilepsie, die die Forscher als Feline Audiogenic Reflex Seizures (FARS) bezeichnen. Dieses Syndrom entwickelt sich vorwiegend bei älteren Katzen, in der Studie begannen die durch Absencen, Zuckungen oder echte Krämpfe gekennzeichneten Anfälle meist bei einem Durchschnittsalter von rund 15 Jahren.

birmakatzenMännliche und weibliche Tiere sind von diesen Anfällen etwa gleich häufig betroffen, auch die Rasse spielt mit einer Ausnahme keine Rolle, wie die Forscher berichten: Bei Birma-Katzen ist dieses Syndrom etwas häufiger. Auffallend auch: Rund die Hälfte der betroffenen Katzen hatte Hörprobleme oder war taub. „Dass taube Katzen audiogene Anfälle erleiden, erscheint zunächst paradox“, sagt Lowrie. Aber es sei sehr wahrscheinlich, dass diese Katzen zwar viele tiefere Alltagsgeräusche nicht mehr wahrnehmen, wohl aber noch höherer Frequenzen.

Hohe Töne als Auslöser

„Die als Auslöser für die Anfälle verantwortlichen Geräusche sind höhere Töne, oft nicht sehr laut“, so Lowrie und seine Kollegen. Aber halten die Geräusche an und werden sie lauter, dann kann dies die Schwere des Anfalls verstärken. Bei 82 von 96 Katzen war ein typischer Auslöser das Knistern von Aluminiumfolie, das Geräusch eines an die Futterschale (79 Katzen) oder ein Glas schlagenden Metalllöffels (72 Katzen). Aber auch das Knistern von Plastiktüten und selbst das leise Tippen auf einer Computertastatur reichte bei einigen Tieren, um die epileptischen Anfälle auszulösen.

Aber warum? Was macht diese Geräusche so besonders? Wie die Forscher erklären, haben Katzen einen nach oben hin sehr viel größeren Hörbereich als wir Menschen, sie hören bis in den Ultraschall hinein. „Alltägliche Geräusche mit einem hohen Anteil an Ultraschall-Frequenzen wie Papierrascheln oder Knistern erscheinen uns harmlos, klingen aber für Katzen sehr viel erschreckender, weil sie für diese hohen Frequenzen sensibel sind“, so Lowrie und seine Kollegen.

Epilepsie-Mittel hilft auch den Katzen

Wie die Untersuchung auch ergab, scheinen sich die Anfälle im Laufe der Zeit bei den Katzen nicht zu verschlimmern, bei einigen ließen sie sogar mit der Zeit wieder nach. Die meisten Katzenbesitzer berichteten zudem, dass ihre Katzen nicht darunter zu leiden schienen. Allerdings: Nach etwa zwei Jahren mit Anfällen verschlechterte sich bei rund der Hälfte der Katzen der Zustand. Sie reagierten weniger auf ihre Besitzer, sprangen kaum mehr und nahmen ab. Ob dies allerdings mit der Epilepsie zusammenhängt, oder einfach normale Alterserscheinungen sind, muss nun noch weiter untersucht werden.

Im Rahmen ihrer Studie testeten die Wissenschaftler auch, ob ein spezielles Epilepsiemittel, Levetiracetam, gegen diese neuentdeckte Katzen-Epilepsie hilft. Tatsächlich waren die Ergebnisse gut: Das Medikament reduzierte die Häufigkeit und Schwere der audiogenen Krampfanfälle. „Unserer Erfahrung nach kann es eine Katze sogar völlig von diesen geräuschinduzierten Anfällen befreien“, sagt Lowrie. Dies wollen er und seine Kollegen nun in einer zweiten Studie noch genauer testen. (Journal of Feline Medicine and Surgery, 2015; doi: 10.1177/1098612X15582080)

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Gruß an die, die um den Mißbrauch  von  Frequenzen als WAFFE wissen
TA KI