Bundesregierung rechnet mit deutlich mehr Asylbewerbern


in-deutschland-beantragen-so-viele-menschen-asyl-wie-seit-anfang-der-90er-jahre-nicht-mehr-Die Zahl der Menschen, die Zuflucht in Deutschland suchen, steigt – und zwar in rasantem Tempo. Mit bis zu 400.000 Flüchtlingen müsse man in diesem Jahr rechnen, erklärte die Bundesregierung. Das sind doppelt so viele wie 2014. Schon das war der höchste Wert seit 20 Jahren.

„Wenn wir die Quartalszahlen hochrechnen, müssen wir mit 300.000 bis 400.000 Asylbewerbern rechnen“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München.

Prognose erst im Februar nach oben korrigiert

Die Zeitung „Die Welt“ hatte zuvor unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gehe mittlerweile sogar davon aus, dass bis Jahresende mehr als 400.000 Asylanträge gestellt werden. Erst im Februar hatte das Bundesamt in Nürnberg seine Prognose für dieses Jahr auf 300.000 erhöht. Mehrere Bundesländer hielten dies schon damals für zu niedrig.

Die angepasste Prognose erhöht laut „Welt“ den Druck auf den Bund, die Länder und Kommunen mit mehr Geld für Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge auszustatten. Am Freitag treffen sich im Kanzleramt Vertreter von Bund und Ländern zu einem Flüchtlingsgipfel.

Bislang hatte der Bund für die Jahre 2015 und 2016 jeweils 500 Millionen Euro zugesagt. Diese Vereinbarung beruht allerdings noch auf der Prognose von 300.000 Asylanträgen.

Kurve geht seit Jahren nach oben

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. 2014 Im vergangenen Jahr kamen so viele Schutzsuchende ins Land wie seit Anfang der 90er Jahre, als Tausende vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien flüchteten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 202.834 Asylanträge gestellt. Jeder fünfte Asylbewerber kam aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Asylbewerber, die in Deutschland Zuflucht suchen, werden nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auf die Bundesländer verteilt. Der Schlüssel richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder. Das Steueraufkommen wird mit zwei Dritteln, die Bevölkerungszahl mit einem Drittel gewichtet. Aktuell müssen Nordrhein-Westfalen (21,2 Prozent) und Bayern (15,3 Prozent) die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Am niedrigsten sind die Anteile für das Saarland (1,2 Prozent) und Bremen (0,9).

Erläuterung: Die abweichenden Zahlen zwischen Text und der Grafik resultieren daraus, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlingen Erst- und Folgeverfahren zusammenfasst. Die Grafik berücksichtigt hingegen nur Erstanträge. Die Entwicklung der letzten Jahre lässt sich aber auch so nachvollziehen.

154286Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_73900952/bundesregierung-rechnet-mit-deutlich-mehr-asylbewerbern.html

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