Ende der Blutspende? Blut aus dem Labor steht kurz vor klinischer Studie


Im Laufe der letzten zehn Jahre hat die Zahl derer, die bereit sind, Blut zu spenden und so Leben zu retten zugenommen. Dennoch herrscht auch weiterhin eine Knappheit an Blutkonserven. Die Lösung könnte in künstlichem Blut liegen. Eine weitere Möglichkeit ist es, menschliche Blutzellen im Labor zu züchten. Im Vereinigten Königreich wird in kürze eine Studie beginnen, mit der die Wirksamkeit von solchen “gezüchteten” Blut überprüft werden soll.

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Blut aus dem Labor: Verhält es sich wie echtes Blut?

Nach Informationen des U.K. National Health Services (NHS) wird in Großbritannien im Jahr 2017 eine entsprechende klinische Studie beginnen. Die Wissenschaftler gehen es vorsichtig an und verabreichen den Probanden lediglich kleine Mengen ihres im Labor hergestellten Bluts. Zum Vergleich wird es eine Kontrollgruppe geben, die normales, gespendetes Blut erhält. Die Forscher hoffen, dadurch Erkenntnisse über die Überlebensrate der künstlichen Zellen im Körper und eventuelle adverse Reaktionen gewinnen zu können. Eine Untersuchung vor ein paar Jahren wies bereits darauf hin, dass derart gewonnene Zellen sich im menschlichen Körper wie echte Blutzellen verhalten können.

Bisher haben die Wissenschaftler des NHS noch keine Details dazu verraten, wie genau sie die roten Blutzellen im Labor züchten. Allerdings gibt es Berichte, dass die Blutzellen mit Hilfe von Differenzierung induzierenden Chemikalien aus pluripotenten Stammzellen gewonnen werden. Die Stammzellen werden aus dem Knochenmark menschlicher Spender gewonnen. Sollte dies zutreffen, käme auch diese Methode nicht ohne eine Spendebereitschaft aus. Die Wissenschaftler planen allerdings angeblich, die Stammzellen dann zukünftig aus gespendeten Nabelschnüren zu entnehmen. Mit dieser Methode könnte aufgrund der hohen Anzahl an Geburten in Krankenhäusern eine gute Versorgung gewährleistet werden.

Zum näheren Verständnis: Was im Volksmund als Blutspende bezeichnet wird, ist genau genommen eine Spende, die lediglich aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) besteht. Die “Blutkonserve” aus roten Blutkörperchen wird als Erythrozyten-Konzentrat bezeichnet.

Probleme mit der Massenherstellung

Es gibt bereits eine solide Studienlage, die darauf hinweist, dass die gezüchteten Erythrozyten sich im menschlichen Körper bewähren werden. Momentan stehen die Forscher aber noch vor einem Problem: Mit dem aktuellen Prozess ist es schwierig, größere Mengen der Zellen zu züchten. Momentan können sie lediglich ein paar Teelöffel der wertvollen Zellen züchten, was für eine Transfusion nicht ausreicht. Auch wenn deshalb ein effektiverer Zuchtprozess recht weit oben auf der Liste des NHS steht, können derartige Mengen bereits sehr hilfreich bei der Behandlung bestimmter Blutkrankheiten wie etwa der Eichelzellen-Anämie sein, was mittelfristig auch erstmal das Ziel des Projekts ist. “The intention is not to replace blood donation but to provide specialist treatment for specific patient groups”, so Dr. Nick Watkins, der beim NHS als Blood and Transplant Assistant Director of Research and Development beschäftigt ist.

Wenn es gelingt, die Zellen in größeren Mengen zu züchten, spräche aber auch nichts dagegen, die so gewonnen Erythrozyten-Konzentrate als Transfusionen bei Operationen oder Notfallpatienten einzusetzen. In jedem Fall wird die Methode, sollte sie sich als erfolgreich erweisen, dabei helfen, den stetigen Mangel an Spenderblut in den Griff zu bekommen.

Quelle: http://www.trendsderzukunft.de/ende-der-blutspende-blut-aus-dem-labor-steht-kurz-vor-klinischer-studie/2015/06/28/

Gruß an die, die ihr Blut nicht spenden, eben weil sie wissen warum sie es lassen

TA KI

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