Wer nur Mitleid empfindet, der hat keinen Verstand


Deutschland gibt sich gern weltoffen, tolerant und reich. Ein Tischleindeckdich. Doch unser Urteilsvermögen scheint vor Mitleid für Flüchtlinge getrübt zu sein. Dabei müsste jetzt Vernunft herrschen.

Refugees-in-Hungary

Es war abzusehen, dass die Bereitschaft, Flüchtlinge willkommen zu heißen, sich umgekehrt proportional zu der Zahl derjenigen entwickeln würde, die darauf hoffen, in Deutschland aufgenommen zu werden. Angesichts der jüngsten Prognosen des Innenministers, der mit 800.000 Antragstellern in diesem Jahr rechnet, klingen die Zusicherungen, wir wären „gefordert, aber nicht überfordert“, zunehmend hohl.

Da ist ein Bürgermeister, der leer stehende Gebäude beschlagnahmen will, um sie zu Flüchtlingsheimen umzubauen, auch gegen den Widerstand der Besitzer. Ein Ministerpräsident möchte die Flüchtlinge im verödeten Osten ansiedeln, ein anderer schlägt vor, die Schutzsuchenden nach „Ethnien“ zu separieren, um Konflikte in den „Aufnahmeeinrichtungen“ zu vermeiden. Sunniten und Schiiten, Kurden und Jesiden, Afghanen und Iraker, Äthiopier und Eritreer. Eine Aufgabe, an der auch Experten, die immer wieder behaupten, den „einen Islam“ gebe es nicht, scheitern müssten.

Dann sind da noch diejenigen, die Albanien, Montenegro und das Kosovo zu „sicheren“ Herkunftsländern erklären wollen, wohl wissend, dass sie damit keinen Albaner, keinen Montenegriner und keinen Kosovaren von der Flucht abhalten würden. Es geht nur darum, die Abschiebeverfahren zu vereinfachen.

Die neue Fremdenfreundlichkeit

Den Bürokraten, die glauben, jedes Problem auf dem Verwaltungsweg lösen zu können, stehen die Gutwilligen gegenüber, die jedem Flüchtling erlauben würden, sofort nach seiner Ankunft in der Bundesrepublik eine Arbeit anzunehmen. Integration durch Beschäftigung mag in der Theorie eine gute Idee sein, in der Praxis taugt sie so viel wie die Verteilung von „Bildungsgutscheinen“ an die Angehörigen bildungsferner Schichten. Welche Arbeit sollen die Flüchtlinge, bitte schön, denn annehmen?

Asylantraege-2015-Herkunft-Aufm

Als Tellerwäscher bei McDonald’s, Fremdenführer in Neukölln, Türsteher in Duisburg-Marxloh? Unqualifizierte Arbeitslose haben es jetzt schon schwer, irgendeinen Job zu finden, der ihnen ein Existenzminimum garantiert, und der Arzt aus Syrien, der uns immer wieder in den „Tagesthemen“ und dem „Heute Journal“ als Vorbild präsentiert wird, müsste erst einmal eine Weile nachsitzen, bevor er in einem Krankenhaus Patienten behandeln darf. Kein Mensch wird sich, nur um seine Fremdenfreundlichkeit zu demonstrieren, den Blinddarm oder die Mandeln von einem Arzt rausnehmen lassen, mit dem er sich nicht in einer Sprache unterhalten kann, die beiden geläufig ist.

Was wir derzeit importieren, sind nicht nur „ethnische“, also kulturelle und religiöse Konflikte, sondern, um mit Marx zu reden, auch eine „industrielle Reservearmee“, für die es keine Beschäftigung gibt und keine geben wird, das Lumpenproletariat von morgen und übermorgen. Was unser Urteilsvermögen trübt, sind die Bilder, die wir täglich sehen: von der griechisch-mazedonischen Grenze, aus Calais am Ärmelkanal, aus Freital und Heidenau in Sachsen.

Wer angesichts solcher Bilder kein Mitleid empfindet, der hat kein Herz, wer aber nur Mitleid empfindet, von dem er sich mit einer Spende befreit, der hat keinen Verstand.

Was Flüchtlinge kosten

Wir brauchen Einwanderung, so tönt es von allen Seiten, weil wir nicht genug Facharbeiter haben. Und weil die demografische Entwicklung nichts Gutes verheißt. Was aber verheißt eine demografische Entwicklung, deren Folgen wir heute schon in den „sozialen Brennpunkten“ und No-go-Vierteln der Städte studieren können?

Leider hat das Argument, die Einwanderer würden uns „bereichern“, inzwischen ausgedient. Bund, Länder und Gemeinden streiten darüber, wer und in welchem Umfang für die Kosten der Einwanderung aufkommen soll. Allein in diesem Jahr könnten es rund zehn Milliarden Euro werden. Peanuts, verglichen mit den Summen, die in Griechenland versenkt wurden. Man sollte nur wissen, dass die Betreuung eines minderjährigen Zuwanderers 60.000 Euro pro Jahr kostet, das ist mehr, als ein Facharbeiter im Jahr verdient.

Der Jugendliche bekommt nur ein Taschengeld, von dem er Zigaretten und Prepaid-Karten für sein Mobiltelefon kaufen kann. Der Rest verteilt sich auf den Ankauf von Wohncontainern, die Anmietung von Wohnungen und Häusern, den Unterhalt sozialer Netzwerke, die sich um die alleinstehenden Jugendlichen kümmern.

Ein deutsches Paradies?

Rund um die Bedürfnisse und Nöte der Migranten ist eine Industrie entstanden, die kaum in der Lage ist, die Nachfrage zu befriedigen. Die Hersteller von Zelten und Schlafsäcken kommen mit der Produktion nicht nach, pensionierte Beamte müssen reaktiviert werden, private Wachdienste suchen neue Mitarbeiter, gemeinnützige Vereine übernehmen die Aufgaben der Sozialämter.

Wer eine heruntergekommene Bruchbude sein Eigen nennt, bietet sie der Stadtverwaltung als Notunterkunft an. Praktizierte Nächstenliebe hat ihren Preis.

Und weil all das nicht reicht, lassen die Medien immer öfter Migranten zu Wort kommen, die nicht dankbar, sondern enttäuscht sind. So habe er sich Deutschland nicht vorgestellt, klagte vor Kurzem ein Syrer bei der „Welt“, der kein Wort Deutsch und nur sehr gebrochen Englisch sprach. Wie dann, ist man versucht zu fragen, wie dann? Ein Paradies, in dem Milch und Honig fließen, die Menschen ihr Geld im Schlaf verdienen und nur darauf warten, ihren Wohlstand mit Millionen von Flüchtlingen zu teilen?

Freundliche Helfer allerorten

Daran, dass ein solcher Eindruck überhaupt entstehen konnte, sind „wir“ nicht unschuldig. Spätestens seit dem „Sommermärchen“ von 2006 präsentiert sich Deutschland gerne als ein Land, in dem mehr gefeiert als gearbeitet wird. Gastfreundlich, tolerant, weltoffen und – reich. Ein Tischleindeckdich mit angeschlossenem Cateringservice.

Es ist noch nicht lange her, da hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen 17 Minuten langen Infofilm über „Das deutsche Asylverfahren“ produziert und auf seiner Homepage online gestellt. Der Protagonist ist ein junger Iraker, der in Deutschland Asyl beantragen möchte, weil er in seiner Heimat verfolgt wurde.

Wie und warum, bleibt ungesagt. Mit einem Koffer in der Hand steht er eines Tages vor einer „Aufnahmeeinrichtung“ für Flüchtlinge, allein auf weiter Flur. „Endlich angekommen“, sagt er, „ich bin gespannt, was mich hier erwartet.“ Eine Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration geht auf ihn zu und sagt: „Guten Morgen, wie kann ich Ihnen helfen?“ Und so geht es weiter. Überall, wo der junge Mann hinkommt, wird er von freundlichen Helfern im Empfang genommen, die ihn individuell und liebevoll betreuen. Eine Geschichte, die Claus Kleber garantiert zu Tränen rühren würde.

Der aufwendig hergestellte Film wurde in neun Sprachen synchronisiert, unter anderem Albanisch, Arabisch, Serbisch und Paschtu, und mit Mitteln aus einem EU-Fonds gefördert.

Wer das Werk gesehen hat, der kann gar nicht anders, als sich sofort auf den Weg nach Deutschland zu machen. Wo ihn eine Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit dem Satz begrüßen wird: „Es tut uns sehr leid, wir haben wegen Überfüllung geschlossen.“

Quelle: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article145576852/Wer-nur-Mitleid-empfindet-der-hat-keinen-Verstand.html

Gruß an die, die des Pudels Kern erkennen

TA KI

9 Kommentare zu “Wer nur Mitleid empfindet, der hat keinen Verstand

  1. Pingback: Wer nur Mitleid empfindet, der hat keinen Verstand | volksbetrug.net

  2. Es erstaunt mich sehr, daß es in Deutschland anscheinend nur noch sehr liebevolle Politiker und Beamte und ProAsyl-Vereine und ProAsylHandwerker und ProAsylVermieter und ProAsylHelfer gibt. Nur ich bin anscheinend der letzte übriggebliebene böse Teufel in diesem ganzen Staat. Ganz EU und sogar USA – alle sind fast über Nacht zu Engeln geworden. Alles was nun passiert, passiert nur aus reiner Menschenliebe. Ich fühle mich echt schuldig, daß ich mich informiert habe, um zu verstehen, warum plötzlich pro Jahr Millionen von Menschen hier auftauchen und Asyl haben wollen. Bestimmt bin ich auch selbst schuld, daß überall um uns herum Kriege geführt werden. Ich habe einfach mein ganzes Leben bestimmt über meine Verhältnisse gelebt, wie es der Bundespräser geschimpft hat. Ich gebe auch zu, daß ich schon viele viele Jahre am Sonntag nicht mehr in die Kirche gegangen bin. Wegen mir kommt jetzt der Islam nach EU, halt der ist ja schon lange da. Aber Angst vor dem Islam muss ich ja nicht haben, im Gegenteil, endlich wird bald wieder jemand dafür sorgen, daß sich die deutschen Schlampen wieder ordentlich ihre Scham zudecken. Weil, weil ich das geduldet habe, daß sich unsere Mädchen so schlampenhaft verhalten haben, sind die Muselmanen nur desswegen hier hiergefahren um diesen verirrten UngläubigenInnen ordentlich den Schritt zu bügeln. Das hat mir ein Ägypter selbst gesagt. Ach, ich sollte ihm noch dankbar sein. Aber leider bin ich eben der übriggebliebene Teufel und mich freut das alles nicht so sehr. Mutti Merkel wird mich bestimmt schimpfe schimpfe machen, wenn die das erfährt.

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  4. Ist denn das “Berliner Stadtschloß” für die Asylanten als Notunterkunft schon bezugsfertig, oder ist es nur und kostenlos für die Macher dieses Disasters vorgesehen? Im Schloßgarten ist bestimmt auch noch Platz.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/angela-merkel-und-das-stadtschloss-was-sie-gemein-haben-a-1037364.html

    Aber mal ganz abgesehen davon, was ist mit den ganzen Hotelketten, die sich alle für Asylanten einsetzen und auch für noch mehr Zuwanderung sind, sollten sie nicht mit gutem Beispiel voran gehen und diese Asylanten kostenlos beherbergen?
    Was ist mit den ganzen “Beamten, Richtern, Staatsanwälten, Schauspielern und Rechtsanwälten” die sich in ihren großkotzigen Häusern fast verloren vorkommen und ihre Stimmen für noch mehr Zuwanderung und noch mehr Hilfen für Asylanten erheben?
    SIE sollten Nägel mit Köpfe machen und ihre Worte und Wüsche in Taten umsetzen, indem Sie so viele wie möglich bei SICH aufnehmen und versorgen!!!!

  5. Haben solche Gutmenschen irgend ein Mittel welches sie, ihre Kinder, Frauen, Cousinen,Omas,Tanten vor diesen wiederlichen Uebergriffen schützt? Dann her damit und ich werde ultra Links…oder wie „verdauen“ rechtfertigen es diese, wenn es jemanden aus Ihrem
    direkten Umfeld betrifft? Also ich möchte ganz einfach diese Denke verstehen….ich zähle auf meinem bereicherunswahrheit com account inzwischen täglich 20-50 Straftaten vorab von Be-
    reicherern. Es kann doch nicht sein, dass es da nie auch mal die Gutmenschen trifft. Wie gehen die damit um oder haben die einen imagniären Schutzschild?? Da ist nix zu lesen. Ich
    versteh es nicht.

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