Das Vermächtnis der Katharer


Das Mittelalter wird manchmal als finsteres Zeitalter bezeichnet. Es war aber eher eine Zeit der Suche. Eine Gruppierung, welche in dieser Zeit nach neuen Erkenntnissen suchte, waren jedenfalls die Katharer. Sie waren um das Jahr 1160 fest im Languedoc in Frankreich etabliert. Die Ursprünge der Katharer reichen weit zurück und verzeichnen teilweise starke orientalische Einflüsse.

 

Die Katharer strebten danach, den in ihrem Körper eingeschlossenen göttlichen Funken zu befreien. Sie legten die Bibel auf eigene Art und Weise aus, und standen in grossem Widerspruch zum christlichen Glauben. Sie zweifelten beispielsweise die Göttlichkeit von Jesus Christus an – er hatte für sie nur eine Vorbildfunktion. Der Hauptinhalt ihres Glaubens war die Trennung von Gut und Bös. Dem guten Gott, welcher über die geistige Welt des Lichts und der Schönheit regierte, stand die teuflisch beherrschte materielle Welt gegenüber. Entsprechend ihres Glaubens sind die Menschen durch eine List des Bösen in der Macht der Materie gefangen worden.

Einer der Gründe, warum sich die Katharer um Geheimhaltung bemühten, war ihre Lehre von den zwei Christuswesen. Da war der eine, der im heiligen Land lebte und gekreuzigt wurde. Dieser irdische Christus wurde keineswegs nur positiv gesehen. Nach Katharer-Überzeugung war er sündig geworden, weil er mit Maria Magdalena in wilder Ehe lebte und mehrere Kinder zeugte… Aus diesem Grund wurde er gekreuzigt. Der andere Christus durfte aber nicht mit seinem irdischen Pendant verwechselt werden. Er war eine Art Geistwesen ohne fleischliche Bedürfnisse, benötigte weder Speise noch Trank. Er kam in einer unsichtbaren Form zur Welt, wo er ebenfalls gekreuzigt wurde.

 

Gleichzeitig gab es eine weitere Lehrmeinung, die von der ersten abwich. Demnach hatte Gott zwei Söhnen: Christus und Satan. Beide wurden gekreuzigt: Christus auf Erden, Satan im Himmel. Der irdische Christus wurde als gefallene Seele bezeichnet. Er gleiche jedem Sünder irdischer Herkunft, wurde gelehrt.

Alle Menschen waren „gefallene Seelen“, hatten aber die Möglichkeit, geheimen Riten zu folgen und durch wiederholtes Leben, Sterben und Wiedergeburt den Status eines „Vollendeten“ zu erreichen. Jene Menschen, es sollen im zwölften Jahrhundert deren fünfzehn gewesen sein, waren dazu auserkoren, die Katharer als Führungspersönlichkeiten zu leiten.
Das Leben der Reinen hätte wohl auch vom Klerus akzeptiert werden müssen, war es doch keusch und ohne Prunk. Freilich hatten sich die kirchlichen Oberen häufig zu fast weltlichen Fürsten entwickelt, die angenehmen Seiten des Lebens schätzten und oft verschwenderisch lebten. Jener Prunk aber war in den Augen der Katharer verwerflich und schädlich. Sie erachteten dies als „Fäulnis der Seele“.

Es gab keine einheitliche kirchliche Front gegen die Katharer. Sie fanden selbst in den Reihen hochangesehener Bischöfe verschiedener Städte Unterstützung. Das ging sogar so weit, dass sich hohe geistliche Würdenträger immer wieder für den Geheimbund einsetzten und aktiv eine Verfolgung verhinderten.

 

 

Die Organisation der Kirche der Katharer basierte auf vier Bischöfe mit Sitz in Albi, Toulouse, Carcassonne und Agen. Diese Bischöfe nahmen in der katharischen Kirche jedoch keine hierarchische Funktion wahr. Wichtiger war die Unterscheidung zwischen den Vollkommenen (Perfecti) und den Gläubigen (Credentes).
Als Reaktion auf die sittliche Dekadenz der katholischen Geistlichen waren die Vollkommenen gehalten, ein vorbildliches Leben nach den Prinzipien von Armut, Keuschheit, Demut und Geduld zu führen. Als Reine, denen das Heil gewiss war, wurden sie von den einfachen Gläubigen sehr verehrt.

Die katharische Kirche teilte nur ein einziges Sakrament aus, das sog. Consolamentum (Tröstung). Der Ritus hing davon ab, ob es sich um die Ordination eines Vollkommenen oder die Segnung eines im Sterben liegenden Gläubigen handelte, die allein ihm die Pforte zum Reich des Lichts öffnen konnte. Darüber hinaus versammelten sich die Katharer zu gemeinsamen Andachten.

 

Die Überzeugungen, Lebensregeln und Riten der Katharer waren der katholischen Mentalität jedoch zutiefst zuwider. Die Ablehnung der traditionellen Sakramente Taufe und Ehe sowie recht freie Sitten und Einstellungen (insbesondere zu Geld und Handel) führten zu heftigen Auseinandersetzungen mit der katholischen Geistlichkeit und war dieser ein Dorn im Auge. Die aus der Sicht der katholischen Kirche sog. „Häresie“ konnte sich zunächst in den Städten, den kulturellen und wirtschaftlichen Zentren des Landes, ausbreiten. Dann fasste sie auch auf dem Lande Fuss und grosse Fürsten, wie Roger Trencavel, der Vicomte von Béziers und Carcassonne, und Graf Raymond Roger von Foix, beschützten die Katharer. Die Angst der Katharer vor der Verfolgung war gross. Mancher Parfait befürchtete, sein einmal abgelegtes Gelübde nicht einhalten zu können.
Er zog es dann vor seinem Leben ein Ende zu bereiten. Diese bewusst herbeigeführte Selbsttötung wurde als „Endura“ bezeichnet. Man zog sich in eine abgeschiedene Region zurück und nahm keinerlei Nahrung mehr zu sich und verhungerte somit.

Im Jahre 1150 zog Bernhard von Clairvaux in das Gebiet bei Albi, um die Katharer zu bekehren. Angesichts seiner geringen Erfolge wurde 1179 auf dem 3. Laterankonzil entschieden, weltliche Mittel einzusetzen. Ab 1204 sandte Papst Innozenz III. drei Legaten aus, die gegen die Katharer predigten und den Grafen von Toulouse, Raymond VI., überzeugen sollten, auf die Unterstützung dieser zu verzichten. Dieser weigerte sich jedoch und wurde deshalb exkommuniziert. 1208 wurde einer der drei päpstlichen Legaten ermordet, und sogleich wurde Raymond VI. des Mordes angeklagt.
Dieser Vorfall war Auslöser für den 1. Kreuzzug gegen die Katharer, zu dem Papst Innozenz im März 1208 aufrief. Unter der Führung des Priesters Arnaud-Amaury de Citeaux und später unter Simon de Montfort vereinigten sich die Ritter der Ile-de-France, der Normandie, der Picardie, aus Flandern, der Champagne und dem Burgund sowie rheinische, friesische, bayerische und sogar österreichische Adlige. Der „heilige Krieg“ sollte mehr als 20 Jahre dauern. 1209 gab es in Béziers ein Blutbad mit 30 000 Toten. Im August 1209 wurde Carcassonne belagert, Wassermangel zwang die Eingeschlossenen zu Aufgabe.

 

Der Vicomte Raymond-Roger de Trencavel wurde gefangen genommen. Simon de Montfort trat an seine Stelle. Dieser setzte den Kreuzzug fort, und die Hochburgen der Katharer wurden der Reihe nach erobert: Lastours, Minerve, Termes und Puivert.
1215 wurde der Graf von Toulouse von Simon de Montfort gefangen genommen. Dessen Sohn, Raymond VII., rächte seinen Vater, indem er einen 8 Jahre andauernden Befreiungskrieg organisierte. Nach dem Tode von Simon de Monfort führte sein Sohn Amaury den Krieg weiter.
Auch nach dem Fall der Festungen waren die Katharer noch nicht besiegt. 1226 wurde der 2. Kreuzzug begonnen, der vom König von Frankreich persönlich, von Ludwig VIII., angeführt wurde. Dieser „heilige Krieg“ verwandelte sich jedoch alsbald in einen politischen Krieg. Tatsächlich gelang es der Gattin Ludwigs, Blanca von Kastilien, durch einen Friedensvertrag ein bedeutendes Territorium an das Königreich anzuschliessen (das Gebiet des späteren Languedoc). Aber auch damit war jedoch der Kampf gegen die Häresie noch nicht beendet; die Inquisition nahm nun die Sache in die Hand.
Der Dominikanerorden wurde von Papst Gregor IX. mit dieser Aufgabe betraut. An der Seite der Dominikaner eroberten die Kreuzritter im Jahre 1240 die Burg Peyrepertuse.

1242 unternahm Pierre-Roger de Mirepoix, Herr der Festung Montségur, welche die Hochburg der katharischen Lehre war, einen Feldzug nach Avignonet, um die Mitglieder eines Inquisitionstribunals zu töten. Gleichzeitig liessen sich ca. 6000 Kreuzritter am Fusse der Burg Montségur nieder.

 

Montségur, in der Region des Languedoc im Süden Frankreichs, nahe bei den Pyrenäen gelegen, thront auf einem wahrhaft imposanten Fels und wirkt wie ein zu Stein gewordenes Adlernest. Der Zahn der Zeit hat im Verlauf der Jahrhunderte an dem mysteriösen Bau genagt und doch versteht man auch heute noch, warum er Montségur genannt wurde.  Der Begriff leitet sich von „Mont Sur“ ab: sicherer Berg. Und die Katharer fühlten sich in ihrer Festung sehr sicher. Hier meinten sie, seien sie unerreichbar für die Inquisition. Hier hielten sie die wichtigen Rituale ihres Geheimordens ab, die niemals Uneingeweihten anvertraut wurden. Sie sind uns daher unbekannt geblieben (die Katharer haben das Geheimnis lachend und singend mit sich auf die Scheiterhaufen genommen). Man weiss heute, dass es in Montségur ein „Sonnenzimmer“ gab. Wie mögen die Zeremonien ausgesehen haben, die in jenem Raum feierlich begangen wurden?

 

Im Jahre 1244 umzingelte eine ganze Armee den Berg von Montségur. Die päpstlichen Offiziere waren davon überzeugt, nur durch einen schnellen militärischen Sieg ans Ziel kommen zu können.

In der Nacht zum 1. März standen die Belagerer unmittelbar auf dem Gipfel. Vor ihnen türmte sich die Burg in den pechschwarzen Himmel. Man nahm die Festung aber nicht ein. Den Verteidigern wurde eine Frist von zwei Wochen eingeräumt. Freiwillig sollten sie ihren „sicheren Ort“ aufgeben und ihrem Glauben abschwören. Andernfalls werde man sie öffentlich bei lebendigem Leibe verbrennen.

 

In der Nacht vom 15. März, nur wenige Stunden vor Ablauf der Frist, gelang es vier Katharern, sich von den hohen Zinnen der Burg abzuseilen. Irgendwie konnten sie sich durch den Ring von Belagerungstruppen schleichen. Retteten sie „nur“ ihr Leben? Einer alten Überlieferung zufolge brachten sie den wertvollsten Besitz, den Schatz des Geheimordens aus der Burg in Sicherheit? Worum handelte es sich dabei? Wohin brachten sie es?

Entsprechend einer überlieferten Geschichte, welche damals in der einheimischen Bevölkerung in den Dörfern der Gegend erzählt wurde hiess es:

„Als Montségurs Mauern noch standen, hüteten in ihnen die Reinen den Heiligen Gral. Die Burg war in Gefahr, Heerscharen lagen vor ihren Mauern. Den Gral wollten sie haben…“

Quelle: http://www.gralssuche.org/die_katharer/Die_Katharer.html

Gruß an die Geschichte

TA KI

Werbeanzeigen

3 Kommentare zu “Das Vermächtnis der Katharer

  1. Diese Katharerburgen muss man mal bestiegen haben. Wunderschöne Gegend. V.a. Die Source da la Sal
    Ob man den Christusgeschichten glauben mag? Es gibt so viele Geschichten und Interpretationen über ihn.

  2. Neben einigem Richtigen sind hier auch einige Fehler enthalten, darüber hinaus aber auch ausgesprochener Unsinn, den im Einzelnen zu erläutern hier den Rahmen sprengen würde.
    Wichtig ist, daß die Katharer KEINE SEKTE waren, also keine Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche, sondern eine vollkommen eigenständige Parallelentwicklung in der Gleichrichtung mit den Waldensern und Bogumilen. Verstreute Reste von ihnen gibt es bis heute!
    Wer den Katharern auf die Spur kommen will, dem seien die Informationen im ‚ThuleTempel-Wissenbuch‘ nahegelegt, das von der Templer-Erbengemeinschaft betreut wird, die auch die Seite ‚Causa-nostra – Unsere Sache‘ betreibt.
    http://thuletempel.org/wb/index.php/Katharer
    Auf einen Fehler auf der Seite muß ich hinweisen.
    Dort ist in der Anmerkung zum Geiste – die vorletzte fast am Ende des Beitrages – von der Dreieinigkeit von Geist, Körper und Seele die Rede.
    Das ist FALSCH, ein ausgesprochen SCHWERER FEHLER, der aber nicht aus dem ILU-Wissen kommt, sondern wohl eher irrtümlich dort hineingeraten ist.
    In Wirklichkeit besteht die Dreieinigkeit aus
    dem Geiste, der die Persönlichkeit des Wesens ausmacht und mit dem es denkt, soweit es das kann,
    der Seele, mit der das Wesen fühlt, dem ewigen Behältnis des Geistes und ewigen Gestaltgeber, sowie
    dem Leben, das all dies überhaupt erst zur Entfaltung bringt.
    Diese drei gehören zusammen wie die drei Teile eines Kleeblattes und bilden eine Einheit, die ewig unzerstörbar ist, also ewig heil und damit heilig.
    Das Zeichen des Kleeblattes wurde von St. Patrick von Irland NICHT erfunden, sondern von ihm lediglich im Sinne der Kirche umgedeutet!
    Diese wahre Heilige Dreieinigkeit ist JEDER Wesenheit – gleich, ob Mensch, Tier oder Pflanze – bereits aus dem Jenseits heraus, aus dem wir alle kommen, in Ewigkeit zu eigen und wird es auch weiterhin sein, wenn wir dereinst ins Jenseits zurückgekehrt sind.
    Der Körper ist ein Viertes, das den jeweiligen Bedingungen angepaßt ist, und die sind im Diesseits grobstofflich. Der Körper ist das Hilfsmittel, um in der Schwingung der jeweiligen Umgebung – sei sie im Diesseits oder im Jenseits – überhaupt wirken zu können. Er wird IMMER zurückgelassen, wenn man die jeweilige Schwingungsebene dauerhaft verläßt.

    Gunnar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.