Kubebenpfeffer ist Heilpflanze des Jahres 2016


NHV Theophrastus, Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V., hat den Kubebenpfeffer zur Heilpflanze des Jahres 2016 gewählt.

Kubebenpfeffer IntKubebe – Seltenes Gewürz und unterschätzte Arznei
Die „Heilpflanze des Jahres 2016“ ist Kubebenpfeffer (Piper cubeba).

„Wie bitte – was?“, so wird manch einer mit hilflosem Blick fragen, denn die Früchte des in Südostasien heimischen Kletterstrauches sind hierzulande meist nur als selten verwendetes Gewürz bekannt. Auch als Fertigarznei spielte er bisher keine große Rolle. Die überlieferten erfahrungsmedizinischen Wirkungen dieser Pfeffersorte (z. B. harndesinfizierend und krampflösend) sind jedoch beachtenswert. Durch die Kür zur „Heilpflanze des Jahres“ will der NHV Theophrastus diese wieder in Erinnerung bringen.

Kubebenpfeffer wird bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und chronischer Bronchitis eigesetzt.
Er lindert Kopfschmerzen und Schwindel, steigert den Geschlechtstrieb und fördert die Konzentration.
Beim Räuchern wirkt gemörserter Kubebenpfeffer anregend und bringt stockende Energien wieder in Fluss.

Kubebenpfeffer gehört seit jeher zu den wichtigsten Pflanzen der traditionellen indonesischen Jamu-Medizin. Eine Jamu Gedong (Herstellerin und Händlerin zu Fuß in klassischer javanischer Kleidung) verkauft die in einem Bambuskorb getragenen pflanzlichen Heil- und Schönheitsmittel in Dörfern und Städten. Die Heilmittel wurden früher zu Hause hergestellt und die streng gehüteten Rezepturen nur innerfamiliär von Generation zu Generation weitergegeben. Mittlerweile werden auch sie industriell produziert.

Kubebenpfeffer soll neben vielen anderen Gewürzen Bestandteil der aphrodisisch wirkenden „Orientalischen Fröhlichkeitspillen“ gewesen sein. Im mittelalterlichen Europa kannte Paracelsus (1493 – 1541) den Kubebenpfeffer als „erwärmendes Gewürz“, welches von ihm als lebensverlängerndes Mittel empfohlen wurde.

Nach Hildegard von Bingen führt er z. B. „…zu einem fröhlichen Geist, einem scharfsinnigen Verstand und zu reinem Wissen“.

Der portugiesische König soll im 17. Jh. den Verkauf von Kubeben verboten haben, um das Monopol des schwarzen Pfeffers aufrechtzuerhalten. Weiterhin zieht sich die Spur des Kubebenpfeffers über Schnupftabak und Asthmazigaretten bis hin zu alkoholischen Getränken wie z.B. Bombay Sapphire Gin.

Piper cubeba Pflanze IntKubebenpfeffer – ein Kletterstrauch

Seine Heimat hat der Kubebenpfeffer in Indonesien, vor allem auf Java, Sumatra und im Südteil Borneos. Der Kletterstrauch wird 5 bis 10 m hoch, hat bis 25 cm lange, 4 bis 6 cm breite spitze Blätter und walzenförmige Ähren. Daraus entwickeln sich traubenartige Fruchtstände, deren kuglige, rote Früchte an einem kleinen Stil sitzen. Daher nennt sie der Volksmund auch Stiel- oder Schwanzpfeffer. Die Früchte werden geerntet, wenn sie noch nicht ganz reif sind. Bei der Trocknung in der Sonne verfärben sie sich schwarz-bräunlich und bekommen die typische netzartige, runzlige Oberfläche.

Vielfältiger Geschmack

Fernsehkoch Alfons Schuhbeck schildert, dass sich der Geschmack in drei Phasen entfaltet: „Zuerst wirken sie scharf, dann macht sich eine Bitternote bemerkbar, die sehr eindringlich sein kann. Gegen Ende entwickelt sich ein lang anhaltendes Eukalyptus- oder Kampferaroma.“ Mit Kubebe gewürzt bekommen Fisch, Meeresfrüchte, Lamm oder Hammel sowie Reisgerichte eine frische Note. Auch in der marokkanischen Gewürzmischung Ras el Hanout ist er enthalten. Diese besondere Art des Pfeffers findet man in speziellen Gewürzläden oder über das Internet.

Vielleicht können Sie bei kulinarischen Experimenten mit der „Heilpflanze des Jahres 2016“ neue geschmackliche Highligths entdecken.

Doch auch Eugen Roth rät zur vorsichtigen Dosierung nicht nur bei Kubebenpfeffer:

„Der Witz ist Würze und nicht Speise;
Nie reiche man ihn löffelweise!
Zuträglich – gar bei scharfem Witze –
Ist höchstens eine Messerspitze!

Weiteres rund um den Kubebenpfeffer wird 2016 auf der Internetseite des NHV Theophrastus http://www.nhv-theophrastus.de
und in einer Broschüre veröffentlicht.

Maria Vogel, Dipl.-Ing. (Pharmazie) Oktober 2015

Verwendete Quellen
• Dulk, Friedr. Phil.: Pharmakopoea Borussica, 2. Vermehrte und verbesserte Auflage, Erster theil, Verlag von Fleischhauer und Spohn, Reutlingen 1833 • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003 • Jayaweera, D. M. A.: Medicinal Plants (Indigenous and Exotic) Used in Ceylon, Part IV, Colombo 1982 • Lee A. Dyer; Palmer, Aparna D.N. : Piper : a model genus for studies of phytochemis-try, ecology, and evolution; Deparment of Ecology and Evolutionary Biology, Tulane University, New Orleans, 2004 • Lonicero, Adamo: Kreuterbuch, originalgetreue Wiedergabe des Kräuterbuches 1679, Reprint, Verlag Konrad Kölbl, Grünwald bei München 1962 • Matthaei, Bettina: Gewürze: 70 Küchengewürze von A-Z. Mit Minirezepten zum Kennenlernen, Gräfe Und Unzer, München 2013 • Rippe, O.; Madejsky, M.: Die Kräuterkunde des Paracelsus, AT Verlag, Aarau 2006 • Schuhbeck, A.: Meine Küche der Gewürze, 5. Aufl., Verlag Zabert Sandmann, Mün-chen 2009 • SIEWEK: Exotische Gewürze: Herkunft Verwendung Inhaltsstoffe, Springer-Verlag, 2013 • Sonnendecker, Klaus: Huang Xingzeng, Verzeichnis der Akteneinträge zu Audienzen und Tributen vom Westlichen Meer, (Xiyang chaogong dianlu) [黃省曾, 西洋朝貢典錄, 1520 n. Chr.] Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin, 2007 • Stehlow, W.: Die Hildegard-Naturapotheke: Heilmittel und Rezepte von A – Z, Knaur MensSana eBook, 2014 • Vonarburg, Bruno: Homöotanik 4, Extravagante Exoten, Haug-Verlag, 2005

Quelle: http://www.heilpraktiker-berufs-bund.de/patienten/naturheilkunde/374-kubebenpfeffer-ist-heilpflanze-des-jahres-2016.html

Gruß an die Weisen

TA KI

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8 Kommentare zu “Kubebenpfeffer ist Heilpflanze des Jahres 2016

  1. Alles korrekt soweit. Die fast wichtigste Aussage in diesem Aufsatz geht dabei fast verloren. Auf das Rezept kommt es an. Die Rezepte wurde geheimtuerisch nur innerhalb der Familie weitergegeben; was natürlich durchaus verständlich ist.

    Ohne Rezept und Anwendugsvorschrift kannst Du fast alle Heilpflanzen vergessen.
    Ein paar Körnchen Kubebenpfeffer bei Blasenentzündung werden gar nichts nützen.

    Ich habe hier ein modernes Pflanzenheilkundebuch herumliegen. Dort stehen auch keine Rezepte drin. Das ist rausgeschmissenes Geld. Rezepte braucht das Volk. Nur in einem alten Buch, das ich hier habe, stehen Rezepte drin und sogar die besten Sammelzeiten für viele einheimische Pflanzen. Das ist nämlich auch sehr wichtig zu wissen.

    Auch steht in den populistischen Büchern nie drin, was die therapeutisch nutzbringende Dosis ist, was aber eine ganz entscheidende Information ist. Weiß man das nicht, und man dosiert zu vorsichtig, so nutzt es nichts, dosiert man zu hoch, kann u.U. großer Schaden entstehen.

    • So ist es. Darf ich erfahren, um welches Buch mit den besten Sammelzeiten für einheimische Heilpflanzen es sich handelt?
      mfg
      sabine sebastian

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