Ausverkauf ausgesetzt- Dax überrascht alle.Die US-Börsen bleiben am Montag geschlossen.


Ein fallender Ölpreis, dazu überwiegend schwache Vorgaben: Keine guten Aussichten für steigende Kurse am deutschen Aktienmarkt. Die Kurse klettern dennoch – und auch das hat gute Gründe.

„Der Markt ist stark überverkauft“, sagt ein Börsianer zum Start in die neue Handelswoche am deutschen Aktienmarkt. Die Kurse steigen dadurch zunächst. „Das ist eine kleine Überraschung“, kommentiert n-tv-Börsenexpertin Katja Dofel vor dem Hintergrund eines weiter fallenden Ölpreises. Die Erholungsansätze dürften daher wackelig ausfallen, so Dofel weiter.

Der Dax beginnt 0,8 Prozent höher bei 9624 Punkten. Am Freitag war er um 2,5 Prozent oder rund 250 Punkte abgesackt. Nach Börsenschluss hatte zudem die Wall Street ihr Minus deutlich ausgeweitet. Die US-Börsen bleiben am Montag geschlossen. Ein US-Störfeuer drohe daher nicht, so ein Händler. Der MDax zieht 0,7 Prozent auf 18.928 Zähler an. Der TecDax gewinnt 0,8 Prozent auf 1627 Stellen.

Rohstoffe: Brent um 28 Dollar

Nach der Aufhebung von Handelssanktionen gegen den Iran gibt der Ölpreis zunächst deutlich nach. Europäisches Rohöl der Sorte Brent kostet im Tief 27,70 Dollar und damit so wenig wie seit November 2003 nicht mehr. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sinkt auf 28,36 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2003.

Am Wochenende waren zahlreiche Sanktionen gegen den Iran aufgehoben worden, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA dem Land bescheinigt hatte, seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nachgekommen zu sein. Für den Ölmarkt hat der Schritt große Relevanz, weil das ölreiche Iran bereits angekündigt hat, seine Rohölausfuhren um etwa 500.000 Barrel pro Tag hochzufahren. Damit dürfte das ohnehin hohe Weltangebot – Hauptgrund für den Ölpreisverfall – noch größer werden. Ein fallender Ölpreis sei ein Indiz für eine schwache Weltwirtschaft, sagt n-tv-Börsenexpertin Dofel. „Die Anleger lesen Konjunktursorgen heraus.“

Devisen: Euro fällt, Yuan steigt

Stützende Nachrichten gibt es vom Devisenmarkt, denn neben dem fallenden Ölpreis gilt die Spekulation um den chinesischen Yuan als zweiter großer Treibsatz der laufenden Korrektur an den Finanzmärkten. Der Yuan legt zum Wochenstart erst einmal zu. „Allerdings bleibt das Risiko einer Yuan-Abwertung hoch“, schätzt ein Börsianer ein. Zuletzt haben Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten weltweit große Verunsicherung an den Börsen hervorgerufen.

Der Euro startet ebenfalls schwächer in die neue Handelswoche. Die Gemeinschaftswährung kostet zunächst 1,0880 Dollar. Das ist etwa ein halber Cent weniger als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,0914 Dollar festgesetzt. Am Markt werden die Euro-Verluste mit der wieder etwas besseren Lage in China begründet. Auch der japanische Yen, der traditionell als sicherer Anlagehafen gilt, gibt zum Dollar nach.

Dax: Autowerte stark

Bei den Einzelwerten stehen neben der Deutschen Bank vor allem Werte im Blick, die von dem Ende der Iran-Sanktionen profitieren könnten. Zu ihnen zählen Börsianer Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich wie Siemens oder auch Daimler und VW mit ihren Lkw-Sparten. „Allerdings müssen wir erst einmal die Kirche im Dorf lassen, weil der Iran kaum Geld hat“, warnt ein Marktteilnehmer. Siemens gewinnen 0,5 Prozent. Daimler verbessern sich um 1,8 Prozent und VW um 2,5 Prozent. Auch HeidelbergCement präsentieren sich stark und gewinnen 2,2 Prozent.

Die Titel der Deutschen Bank notieren dagegen nahezu unverändert – und damit unterdurchschnittlich zum Markttrend. Dem Geldhaus steht neben dem Kirch-Prozess und dem Libor-Skandal eine neue Affäre ins Haus: Laut „Spiegel“ steht der Verdacht im Raum, das Geldhaus habe in seine elektronische Handelsplattform „Autobahn“ Schummelsoftware eingebaut, um sich selbst zulasten seiner Kunden zu bereichern. Diesen Vorwurf erhebe die amerikanische Kanzlei Hausfeld in einer Sammelklage, die sie kurz vor Weihnachten bei einem New Yorker Gericht eingereicht habe, so das Magazin. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe n-tv gegenüber zurück.

MDax: Metro schwach, Airbus stark

Im MDax geben Metro 0,4 Prozent ab. Belastungen von der Devisenseite macht ein Händler aus: Das Unternehmen sei auf dem russischen Markt sehr aktiv und leide unter dem schwachen Rubel. Dieser ist zum Euro auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2014 gefallen. „Jetzt ist der Weg frei bis zum Rekordhoch des Euro“, so der Händler. Am 17. Dezember war der Euro zur russischen Währung auf über 90 Rubel gestiegen. Seit Beginn des vierten Quartals habe der Rubel zum Euro um fast 20 Prozent abgewertet. „Das dürfte Spuren bei den Umsätzen hinterlassen haben“, sagt er Händler mit Blick auf Metro.

Airbus dagegen ziehen rund 2 Prozent an. Neben dem Ende der Iran-Sanktionen – der Iran hat am Wochenende die Bestellung von 114 Zivilflugzeugen bei dem Hersteller angekündigt – macht sich eine Kooperation mit dem Fahrdienstvermittler Uber bei einem neuen Projekt zur Vermietung von Hubschraubern positiv bemerkbar. Airbus werde Uber Technologies dabei Hubschrauber für den On-Demand-Dienst zur Verfügung stellen, sagt Airbus-Chef Tom Enders. „Es ist ein Pilotprojekt“, so der Manager zum „Wall Street Journal“.

Asien: Uneinheitliche Tendenz

Die Börsen in Fernost setzten ihre Talfahrt zu Wochenbeginn teilweise fort. Der Ausverkauf an der Wall Street am Freitag und der anhaltende Ölpreisverfall schüre die Sorgen um die globale Konjunktur, sagen Analysten. Die Tatsache, dass die Aktien in den USA und in Europa zuletzt unter ihre Tiefststände von August gefallen seien und sich nicht nachhaltig erholen konnten, sei bezeichnend, sagt Analyst Chotaro Morita vom Broker SMBC Nikko Securities. „Wir kommen nun in ein Stadium, in dem wir das Risiko einer Rezession der Weltwirtschaft in Erwägung ziehen müssen.“

In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 1,1 Prozent tiefer bei 16.955 Punkten, dem niedrigsten Schlussstand seit einem Jahr. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,5 Prozent nach. Zulegen konnten dagegen die chinesischen Börsen. In Shanghai ging es für den Composite um 0,4 Prozent nach oben, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen stieg um 0,4 Prozent.

Die chinesische Zentralbank unternahm einen weiteren Schritt, um die Landeswährung Yuan zu stützen. Einige Geldhäuser, die im Auslandsdevisenhandel tätig sind, müssen künftig mehr Yuan als Reserve vorhalten. So sollen Yuan-Bestände im Handel reduziert und Wetten auf eine Abwertung des Wechselkurses erschwert werden, sagen Insider.

Quelle: n-tv.de , bad/wne/DJ/rts/dpa

Quelle: http://www.n-tv.de/wirtschaft/marktberichte/Dax-ueberrascht-alle-article16788021.html

Gruß an die Vorbereiteten

TA KI

2 Kommentare zu “Ausverkauf ausgesetzt- Dax überrascht alle.Die US-Börsen bleiben am Montag geschlossen.

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