Kirlianfotografie


Die Geschichte der Kirlianfotografie

 

Eine einfache Methode um Entladungsmuster sichtbar zu machen entdeckte bereits 1777 der Physiker Georg Christoph Lichtenberg(1742-1799). Er präparierte die Oberfläche verschiedener Isolatoren mit feinem Staub und ließ sie von Funken durchschlagen. Er war fasziniert von den Figuren und Formen, die so sichtbar wurden. Als er starb, interessierte sich allerdings kaum jemand für seine Forschungen und so gerieten die nach ihm benannten Lichtenberg-Figuren in Vergessenheit.

c1_teslaVon der Beobachtung von Überschlägen bis zur Kirlianfotografie war es allerdings noch ein weiter Weg. Den nächsten großen Schritt machte Nikolai Tesla (1856-1943). Die Elektrophysik seiner Zeit beschäftigte sich mit der Erforschung von Schwingkreisen und Wechselstrom. Als er 1891 die nach ihm benannte Teslaspule erfand führte er beeindruckende Versuche mit hochfrequenter Hochspannung und den damit verbundenen elektrischen Wechselfeldern durch. Er beeindruckte sein Publikum mit 40m langen Überschlägen und Glühlampen, die er in fast hundert Metern Entfernung – drahtlos – zum Leuchten brachte. Er baute dafür gigantische, teilweise fast 20 Meter hohe Spulen. Allerdings begann er, geblendet von seinen Erfolgen, Wissenschaft und Fantasie zu vermengen. Er behauptete mit fremden Planeten zu kommunizieren, Flugzeuge auf der ganzen Welt abstürzen lassen zu können und die Erde, wenn er es wolle, in der Mitte auseinander sprengen zu können. Er weigerte sich, seine Erfindungen zu erklären, sondern verkaufte sie als etwas Geheimnisvolles und Übernatürliches. Auf öffentlichen Veranstaltungen bildete er meterlange Funkenstrecken zwischen sich selbst und seinen Assistenten. So mancher Zeitgenosse fand beim Versuch seine Experimente zu wiederholen den Tod. Diese Mystifizierung seiner Forschung weckte das Misstrauen seiner Kollegen, allen voran Edison. Bis heute können sich nur wenige Menschen etwas Vernünftiges unter Teslaspulen vorstellen. Die meisten denken dabei an geheime Waffentechnik oder ähnliches.

Auch der russische Ingenieur Jakow Narkewitsch-Todkow(1848-1904) bemühte sich, Teslas Versuche zu wiederholen und beobachtete dabei merkwürdige Leuchterscheinungen, wenn er hochspannungsführende Leitungen nahe den Masseleitungen verlegte. Er hatte die Idee, diesen Effekt absichtlich hervorzurufen und ihn mit Hilfe einer lichtempfindlichen Schicht zu dokumentieren. Er stellte damit die ersten Kirlianbilder her. Allerdings beschränkte er sich auf Versuche mit Pflanzen und Gegenständen. Seine Bilder waren nur einem engen Freundeskreis zugänglich und so gerieten sie bald wieder in Vergessenheit.

Erst dem russischen Elektriker Semjion Davidowitsch Kirlian (†1978) gelang der Durchbruch. Er experimentierte in den dreißiger Jahren mit c1_kirlianTeslaspulen und der damit erzeugten Hochspannung und beobachtete den selben Effekt wie Narkewitsch-Todkow. Auch er fotografierte die Leuchterscheinungen. Beim ersten Versuch seine eigene Hand zu fotografieren zog er sich schwere Verbrennungen zu und starb beinahe. Doch das Ergebnis, so sagte er, entschädigte ihn für seine Schmerzen. Viele weitere Bilder folgten diesem ersten Selbstversuch. Seine Bilder erregten allgemeines Aufsehen, immer neue Anwendungsgebiete wurden entdeckt.

Kirlianfotografie – ein Mythos

Glaubt man den zahlreichen Publikationen und Angeboten zur Kirlianfotografie, so ist sie ein wahres Allheilmittel. Geistheiler können mit ihrer Hilfe c1_teslaspuleihre „Lebensenergie“ visualisieren, esoterisch angehauchte Biobauern zeigen, dass ihr Obst den Fluss „positiver Energien“ begünstigt, wieder andere können anhand der Kirlianbilder aller zehn Finger genauestens den Zustand der einzelnen Organe im Körper untersuchen. Wissenschaft und Esoterik werden dabei gnadenlos vermischt. Warum existieren aber kaum seriöse Arbeiten zu diesem Thema? In der Sowjetunion gab es sehr wohl wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet, allerdings sind die Ergebnisse Staatsgeheimnis. Man wollte mit Hilfe dieser Technik ein neues, revolutionäres Waffensystem konstruieren. Zivile Forschung auf dem Gebiet der Kirlianfotografie war bis vor kurzem verboten. In den USA hingegen wurde das ganze im Rahmen des kalten Krieges als Unfug abgetan. Wer sich mit Kirlianfotografie beschäftigte wurde in eine Reihe mit Wünschelrutengängern, Geistheilern oder Telepathen gestellt. Diejenigen Wissenschaftler, die einen solchen Ruf (zurecht) schon besaßen, beschäftigten sich dann auch mit dem Thema und verbanden sie mit ihren esoterischen Ideen. 

c1_kommerzDiejenigen, die das nötige Wissen besitzen Kirlianapparate zu bauen, verkaufen es teuer. Mehrere hundert Dollar kostet eine einfache Spule mit Signalgenerator, Leistungsendstufe und Netzteil. Nochmals das selbe muss man für eine durchsichtige Elektrode bezahlen.Die Investition scheint aber zu lohnen, denn viele Leute bezahlen gut für eine Fotografie ihrer Seele. Das Prinzip ist denkbar einfach, die Aura ist beim Versuch direkt sichtbar, es bedarf keiner weiteren Medien. Vielleicht liegt es daran, dass die Kirlianfotografie ihren Reiz des Geheimnisvollen und Mystischen bis heute behalten hat. In dieser Facharbeit soll trotzdem hauptsächlich die wissenschaftliche Seite der Kirlianfotografie zum Tragen kommen, auch auf die Gefahr hin, ihr etwas von ihrem Reiz zu nehmen.

Grundlagen

Funktionsprinzip

Das Prinzip des Kirlianeffekts ist einfach: an eine flache Elektrodenplatte wird hochfrequente Hochspannung angelegt (ca. 10kV-50kV bei ca. 500Hz-10kHz). Den Gegenpol bildet das zu Untersuchende Objekt, das entweder kapazitiv (Lebewesen) oder galvanisch (totes Material) geerdet wird. Die beiden Pole sind durch einen Isolator getrennt. Der Versuchsaufbau stellt also einen Kondensator dar, zwischen dessen Polen ein starkes elektrisches Feld herrscht.

c2_effektDas starke elektrische Feld in der Nähe des Versuchsobjektes sorgt dafür, dass die wenigen, in der Umgebungsluft vorhandenen freien Ladungsträger (Elektronen) stark beschleunigt werden. Mit ihrer kinetischen Energie ionisieren sie weitere Atome, viele weitere Ladungsträger werden frei, die ihrerseits wieder Atome ionisieren. Eine Kettenreaktion entsteht. Reicht die Energie eines Elektrons nicht aus um das Atom, auf welches es trifft, zu ionisieren, so hebt es zumindest ein anderes Elektron auf ein höheres Energieniveau. Nach kurzer Zeit fällt dieses Elektron dann auf sein ursprüngliches Energieniveau zurück und gibt die frei werdende Energie als Lichtquant ab. Würde man den Versuch mit Gleichspannung durchführen, so würde sich eine niederohmige „Brücke“ aus ionisierten Atomen zwischen den beiden Elektroden bilden, durch die ein hoher Stom fließen könnte Man spricht dabei von einem Überschlag. Bei der Kirlianfotografie sorgt allerdings die ausreichend hohe Frequenz der Wechselspannung dafür, dass die Ansätze dieser Brücke aufgrund des in der nächsten Halbwelle entgegengesetzten elektrischen Feldes zusammenbrechen, noch bevor sie vollständig aufgebaut ist. Der Überschlag und der damit verbundene Stromfluss bleibt aus, der Versuch ist für den Menschen ungefährlich. Lediglich in der Nähe des Versuchsobjektes bildet sich ein blaues Leuchten aus.

An den Stellen, an denen das Versuchsobjekt auf der Elektrode aufliegt befindet sich keine Luft, die Angeregt werden könnte. Deshalb ist das Leuchten nur da zu beobachten, wo zumindest ein geringer Abstand zwischen Objekt und Platte existiert. Das erklärt die Entstehung einer Aura. Bei der Fotografie z.B. eines Fingers ist in der Mitte, dort wo er die Platte berührt, nichts zu sehen. Erst am Rand, wo der Finger nicht mehr direkt aufliegt, ist das Leuchten sichtbar.

Als Nebeneffekt entsteht bei der Ionisation der Luft jede Menge Ozon. In größeren Mengen wirkt es schädlich, deshalb sollten längere Experimente nur in gut belüfteten Räumen durchgeführt werden. Ob auch kleine Mengen schädlich sind, ist umstritten und hängt wahrscheinlich davon ab, ob man an Ozontherapien glaubt, oder nicht.

Der Einfluss von Spannung und Frequenz

Die Intensität des Leuchteffektes steigt proportional mit der Spannung an. Unterhalb einer gewissen Grenzspannung ist kein Leuchten zu beobachten. Wählt man die Spannung allerdings zu hoch, entstehen Überschläge, die unter Umständen das zu untersuchende Objekt beschädigen.

Der Einfluss der Frequenz des Feldes ist weitaus komplexer. Wählt man die Frequenz zu niedrig, entstehen Überschläge. Eine sinnvolle untere Grenzfrequenz liegt erfahrungsgemäß bei ca. 500Hz. Allerdings hängt diese Grenze von der verwendeten Spannung und dem Dielektrikum ab. Bei geringen Spannungen können mit der transparenten Elektrode (Glas als Dielektrikum) auch bei 200Hz noch Aufnahmen gemacht werden. Die obere Grenze für die Frequenz liegt bei ca. 10-15kHz, je nach Material und Spannung. Über dieser Frequenz ist der Effekt nicht zu beobachten. Im Bereich von ca. 500Hz bis 15kHz gibt es nun zwei interessante Bereiche. Der erste liegt gleich am unteren Ende, knapp über der unteren Grenzfrequenz. Aufgrund der niedrigen Frequenz ist das elektrische Feld vermutlich dort am stärksten, wo das Versuchsobjekt am besten leitet, da hauptsächlich der ohmsche Widerstand für die Potentialverteilung auf der Oberfläche des Objekts verantwortlich ist.

Der zweite auffällige Bereich befindet sich unabhängig von Material und Spannung zwischen 5kHz und 8kHz. Dort ist wiederum ein Maximum der Leuchtintensität zu beobachten. Da der ohmsche Widerstand des Versuchsobjekts bei höheren Frequenzen eine geringere Rolle spielt, wird die Intensitätsverteilung des elektrischen Feldes weniger durch die Leitfähigkeit als durch die Oberflächenstruktur des Versuchsobjektes bestimmt.

c2_messer

 

Sicherheitshinweise

Der Unterschied wird in der Abbildung eines Küchenmessers deutlich. Die Maxima lagen bei diesem Versuch bei 650Hz und 7kHz. Das 650Hz-Maximum zeigt eine sehr gleichmäßige Intensitätsverteilung. Lediglich an den Kanten ist eine leicht erhöhte Schwärzung festzustellen. Das 7kHz-Maximum hingegen zeigt deutlich die Umrisse des Messers und feine Unregelmäßigkeiten der Oberfläche als schwarze Punkte.

Sicherheitshinweise

c3_aufbau

Hochspannungserzeugung

Signalgenerator

c3_siggenDer Signalgenerator hat die Aufgabe, die Leistungsendstufe zu steuern. Er legt Parameter wie Frequenz, Impulsdauer und Spannung fest. Als Signalgenerator eignen sich eine Vielzahl von Geräten. Der Eingang der Leistungsendstufe ist so dimensioniert, dass ein normales Line-Out-Signal von z.B. einem PC, CD-Player oder Radio eine optimale Aussteuerung liefert. Am bequemsten, allerdings auch am teuersten ist es, einen kommerziellen Signalgenerator zu verwenden. Sicherlich wäre es auch möglich, die benötigten Signale auf CD zu brennen, und dann mit einem tragbaren CD-Player als Signalgenerator zu arbeiten. Im Anhang findet sich des weiteren eine einfache Schaltung, die mit dem Timer-Baustein 555 als Signalgenerator arbeitet. Ich habe diese Schaltung oder einen Laptop als Signalgenerator verwendet.

c3_pa2

Die Leistungsendstufe ist das Herz, und gleichzeitig auch der komplizierteste Teil des Aufbaus. Sie arbeitet 2-stufig mit Transistoren. Die erste Stufe bildet ein BC107, danach folgt die Verstärkungsregelung und die zweite Stufe, ein 2N3055. Diese Schaltung ist eine Variante der sogenannten Darlington-Schaltung. Der 2N3055 benötigt einen großen Kühlkörper am besten auch einen Lüfter. Meine Leistungsendstufe enthält dafür einen 12V-Spannungsregler, der den Lüfter (und wenn nötig den Signalgenerator) mit Strom versorgt (max. 1A).

Die Endstufe arbeitet ab einer Spannung von 5V. Zwar funktioniert der Lüfter dann nicht, was nicht stört, da bis ca. 15V der Kühlkörper alleine ausreicht um die entstehende Abwärme abzuführen. Die maximale Spannung beträgt ca. 50V, allerdings benötigt dann auch der Spannungsregler unbedingt einen eigenen Kühlkörper. In der Praxis liegt die verwendete Spannung meist zwischen 15 und 30 Volt.

Spule

c3_spuleFür die Kirlianfotografie sind Spannungen bis ca. 30kV nötig. Um diese zu erzeugen ist eine Teslaspule nicht zwingend notwendig. Eine Zündspule funktioniert, bei bis zu 30V Primärspannung betrieben, genauso gut und spart eine Menge Aufwand. Außerdem ist sie deutlich ungefährlicher als eine Teslaspule. Gebrauchte Zündspulen sind bei den meisten Autowerkstätten für wenig Geld zu haben. PKW-Zündspulen besitzen üblicherweise ein Windungsverhältnis von 1:1000 und sind damit fast perfekt für die Kirlianfotografie geeignet.

Als einfache Elektrode eignet sich Platinenbasismaterial (Epoxydharz, einseitig mit Kupfer beschichtet), es ist sogar in verschiedenen Dicken c3_elektrodeerhältlich. Für Experimente ohne Fotopapier kann das Epoxydharz als Dielektrikum verwendet werden. Wenn mit Fotopapier gearbeitet werden soll, dreht man die Elektrode um und legt das Fotopapier direkt auf die Kupferschicht. An den Rändern der Platte sollte das Kupfer ca. 5mm breit entfernt werden, sonst entstehen zu leicht Überschläge um den Rand der Platte herum.

 

Transparente Elektrodenplatte

c3_transparentSoll der Kirlianeffekt mit einer normalen Kamera festgehalten werden, so benötigt man eine durchsichtige Elektrodenplatte. Sie besteht aus zwei Glasplatten, zwischen denen sich eine Flüssigkeit (meistens Salzwasser) befindet. Eine Edelstahlelektrode verbindet die Flüssigkeit mit der Hochspannung. Der Abstand zwischen den Glasplatten spielt keine Rolle, da das Dielektrikum nur aus der Glasplatte zwischen Wasser und Versuchsobjekt besteht. Allerdings sollte der Abstand nicht zu groß sein, sonst schluckt das (etwas trübe) Salzwasser zuviel Licht. Gut eignen sich die Glasscheiben zweier identischer Bilderrahmen zur Herstellung der Elektrode. Legt man die beiden Glasscheiben mit mehreren Zahnstochern als Abstandshalter aufeinander, so lassen sich die Ränder bequem mit Aquariensilikon ausspritzen. Die Ecken sollte man erst als letztes ausspritzen, wenn die Ränder bereits getrocknet sind. So können durch die offenen Ecken die Zahnstocher entfernt, das Wasser eingefüllt und die Edelstahlelektrode angebracht werden.

Kontaktfotografie

Bei der Kontaktfotografie wird ein Fotopapier entweder zusätzlich oder anstatt des Dielektrikums auf die flache Elektrode gelegt. Der Leuchteffekt c3_contactbildet sich also zwischen Testobjekt und Fotopapier aus. Das Papier wird durch den Effekt direkt belichtet.Benutzt man das Fotopapier als zusätzliches Dielektrikum, so ist darauf zu achten, dass es plan auf der Elektrode aufliegt. Befindet sich Luft zwischen Elektrode und Papier, so findet der Leuchteffekt teilweise dort statt und wird vom Fotopapier nicht erfasst.

Die Kontaktfotografie ist die genauere und wissenschaftlich korrektere. Allerdings wirken die auf diese Art gewonnenen Bilder aufgrund der invertierten und farblosen Abbildung (belichtete Stellen erscheinen auf dem weißen Papier schwarz) eher unspektakulär und langweilig.Manche Quellen behaupten, dass die Schwärzung des Papiers durch chemische Prozesse, die durch das elektrische Feld im Papier ausgelöst werden, zustande kommt. (siehe dazu: 5.2 – Chemische Prozesse im Fotopapier)

Man benötigt ein als Dunkelkammer eingerichtetes Zimmer, und diverse Fotochemie (Entwickler, Stopbad, Fixierer). Um Verfälschungen durch Streulicht beim Belichten zu verringern ist hartes Fotopapier zu empfehlen (Gradation 3 oder 4). Multigrade-Papier ist nicht zu empfehlen, da seine Belichtung ohne Filter schwer zu steuern ist.

Die Belichtungsdauer ist nur schwer abzuschätzen, meistens liefern 2-3 Sekunden gute Ergebnisse. Bei metallischen Objekten (z.B. Münzen) reicht meist schon eine Sekunde, während bei Objekten mit geringer Leitfähigkeit (z.B. Holz) bis zu 20 Sekunden nötig sein können. Fehler bei der Belichtung können aber in begrenztem Umfang beim Entwickeln wieder ausgeglichen werden. Dabei sollte das Papier ständig beobachtet werden. Sobald die gewünschten Details sichtbar werden, muss das Papier sofort in das Stopbad gelegt werden, sonst verschwinden die feinen Abbildungen der Entladungskanäle im schwarzen. Es erfordert etwas Übung, die Entwicklung zum richtigen Zeitpunkt abzubrechen.

Theoretisch sind auch farbige Kontaktaufnahmen möglich, allerdings müssten diese in vollständiger Dunkelheit erfolgen, was bei den verwendeten Spannungen nicht ganz ungefährlich ist. Die Farbaufnahmen würden dabei gegenüber den Schwarzweissaufnahmen kaum an Aussagekraft gewinnen, lediglich das geheimnisvolle blaue Leuchten würde besser festgehalten werden. Allerdings eignet sich dazu die Fotografie durch die transparente Elektrode besser.

Klassische Fotografie

c3_synergyMit Hilfe einer durchsichtigen Elektrode ist es möglich den Leuchteffekt mit konventionellen Mitteln zu fotografieren. Dabei wird das zu untersuchende Objekt auf die durchsichtige Elektrode gelegt und von unten, durch die Elektrode hindurch, mit einer normalen Spiegelreflexkamera fotografiert. Dabei können natürlich auch Farbfotos gemacht werden, die das geheimnisvolle blaue Leuchten eindrucksvoll festhalten. Der wissenschaftliche Wert dieser Aufnahmen ist allerdings gering, da die Darstellung durch Spiegelungen der Glasplatten und Trübung des Wassers an Genauigkeit verliert. Trotzdem ist, wenn von Kirlianfotografie gesprochen wird, meistens diese Art der Fotografie gemeint. Dies liegt ganz einfach daran, dass die Kontaktaufnahmen viel zu wissenschaftlich wirken, um dem esoterisch-mystischen Charakter der „Seelenfotografie“ gerecht zu werden.

Um den Versuchsaufbau zu vereinfachen ist es sinnvoll, die transparente Elektrode über einen Spiegel von unten zu fotografieren. Digitalkameras haben dabei den Vorteil, dass das Ergebnis sofort zu sehen ist. Allerdings sind sie nicht besonders Empfindlich (bis höchstens ISO400), und in der Nähe des Hochspannungsgenerators auch nicht besonders zuverlässig (eine „Canon C20“ stürzte regelmäßig ab, eine „Nikon 990“ nur manchmal).

Für „analoge“ Fotografien empfiehlt sich eine Spiegelreflexkamera, da diese in der Regel eine gute Belichtungsautomatik besitzen (eine „Nikon F70“ lieferte gute Ergebnisse). Desweiteren können Kompaktkameras oft nicht mit Filmen hoher Empfindlichkeit (>200 ISO) umgehen. Für wissenschaftliche Aufnahmen ist Ilford-Schwarzweissfilm, 800ISO zu empfehlen. Für Farbaufnahmen eignet sich handelsüblicher Diafilm, 400ISO.

Die Auswahl der Belichtungszeit ist unkritisch, da die Belichtungsautomatik der Kamera in der Regel gut funktioniert. Meist ergeben sich Zeiten zwischen einer und fünf Sekunden.

Mit besseren Spiegelreflexkameras ist es möglich, eindrucksvolle Trickaufnahmen zu machen. Die Kamera muss dazu „Blitzen auf den 2. Verschlussvorhang“ beherrschen. Dabei wird der Verschluss der Kamera mehrere Sekunden geöffnet und kurz bevor sich die Blende wieder schließt geblitzt.

Macht man auf diese Art im dunkeln Kirlian-Aufnahmen, so wird zum einen der Leuchteffekt deutlich abgebildet, da er den Film mehrere Sekunden lang belichten kann. Zum anderen ist der Versuchsaufbau deutlich sichtbar, weil er durch den Blitz belichtet wird. Das Ergebnis ist ein Foto des Versuchsaufbaus mit dem stark verdeutlichten Leuchteffekt. Die Trickaufnahmen in dieser Arbeit sind auf diese Art entstanden.

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Durchführung und Auswertung der Versuche

Untersuchung von toten Objekten

Bei der Untersuchung von toten Objekten lassen sich durch hohe Spannungen und niedrige Frequenzen oft eindrucksvolle Effekte erzeugen. Ein Beispiel sind die Funkenbrücken beim Wasser. Allerdings ist bei solchen Experimenten besondere Vorsicht geboten, weil dabei in Spannungs- und Frequenzbereichen gearbeitet wird, die für Menschen gefährlich sind.

Metallische Gegenstände (am Beispiel von Münzen)

In allen leitfähigen Materialien verteilt sich die elektrische Ladung sehr gleichmäßig. Für die Intensität des elektrischen Feldes ist deswegen alleine die Oberflächenstruktur verantwortlich. Bekanntlich entstehen an den Kanten der Oberfläche die größten Feldstärken, und damit auch das hellste Leuchten. Die Abbildung gibt also Hauptsächlich die Oberflächenstur des untersuchten Gegenstands wieder, lediglich an den Auflagepunkten ist kein Leuchten zu beobachten. Die Prägung der untersuchten Münzen ist folglich gut zu erkennen. Ansonsten sind Aufnahmen von metallischen Gegenständen eher unspektakulär. Abhängig von der Frequenz verteilt sich der Leuchteffekt auf die gesamte Oberfläche oder ist nur an Kanten der Oberfläche zu beobachten.

c4_muenzen

c4c4_wasser1Eigentlich sollte man von Flüssigkeiten ähnliche Eigenschaften wie von metallischen Gegenständen erwarten können. Schließlich besitzen sie weder eine innere noch eine Oberflächenstruktur.

Entgegen dieser Erwartung entpuppen sich Flüssigkeiten als sehr Interessante Versuchsobjekte. Dort, wo die Flüssigkeit das Dielektrikum benetzt ist wie gewohnt nichts zu sehen, am Rand allerdings bietet sich ein wahres Schauspiel. Durch die Wärme, die der Effekt erzeugt verdunstet die Flüssigkeit dort langsam und begünstigt dadurch die Entstehung von Entladungskanälen, es bilden sich Überschläge, die Flüssigkeitsspritzer mehrere Zentimeter weit über die Elektrode verteilen. Diese Spritzer sind nun nicht mehr wie der Rest der Flüssigkeit c4_wasser2galvanisch geerdet, sondern kapazitiv mit der Elektrode verbunden. Folglich besitzen sie einen großen Potentialunterschied zum Rest der Flüssigkeit auf Massepotential. Dieser Unterschied führt zu teilweise mehrere Zentimeter langen Entladungen zwischen den einzelnen „Wasserinseln“ auf der Elektrode. Esoteriker haben festgestellt, dass dies bei Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel u.ä.) besonders gut funktioniert, und begründen dies mit der in diesen Flüssigkeiten vorhandenen Lebensenergie. Der wahre Grund ist aber, dass sie schlicht und einfach nur leitfähiger sind als normales Leitungswasser. Man kann dem Leitungswasser dieses Leben aber problemlos mit handelsüblichem Kochsalz einhauchen.

Organische Materialien (am Beispiel von Blättern)

Die Abbildung von organischen Materialien hängt hauptsächlich von ihrer Leitfähigkeit ab. Dabei gilt: je besser das Versuchsobjekt leitet, desto heller und deutlicher ist der Leuchteffekt ausgeprägt. Das erklärt auch, warum Blätter, die von einer Pflanze abgeschnitten werden, auf den Kirlian-Bildern deutlich sichtbar, mit der Zeit an „Lebensenergie“ verlieren. Sie trocknen aus. Die Abbildung zeigt meistens die Oberflächenstruktur, sowie gut Leitfähige Stellen unter der Oberfläche.

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Untersuchung von Menschen

Die Untersuchung von Menschen bedarf einiger Erklärung. Die Versuchsperson wird einem extrem starken elektrischen Feld ausgesetzt. Menschen mit Herzschrittmachern, Hörgeräten und ähnlichem dürfen den Versuch deshalb nicht durchführen. Menschen dürfen keinesfalls galvanisch geerdet werden! Der Leuchteffekt würde dadurch zwar deutlicher, allerdings würden bei einem Überschlag gefährlich hohe Ströme durch den menschlichen Körper fließen!

Es ist nicht nötig, die Versuchsperson speziell zu erden, sie ist durch ihre Körperoberfläche ausreichend kapazitiv geerdet.

Weiterhin darf die Versuchsperson keine anderen Personen oder leitfähigen Gegenstände berühren! Durch die kapazitive Kopplung der Hand auf der Elektrode stellt hat Versuchsperson ein ähnlich hohes Spannungspotential, wie die Elektrode selbst. Am Berührpunkt zu einer anderen Person (=Massepotential) bildet sich sofort ein Überschlag.

Üblicherweise bildet man entweder eine Fingerkuppe, alle fünf Finger oder die ganze Hand ab. Was auf dem Photopapier letztendlich zu sehen ist hängt hauptsächlich von der Andruckstärke der Finger auf der Elektrode ab. Legt man die Finger ohne Druck auf die Platte, werden die Fingerabdrücke deutlich abgebildet. Drückt man dagegen fester auf, ist nur noch eine Korona um den Berührpunkt zu erkennen. Die Intensität des Leuchtens ist hauptsächlich von der Feuchtigkeit der Haut abhängig, was auch logisch erscheint, weil durch sie der Widerstand zum Massepotential, dem Körper, bestimmt wird.

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Weitere Experimente und Kuriositäten

Der Phantomblatteffekt

Jeder erfolgreiche Kirlian-Fotograph (oder zumindest wer sich dafür hält) hat schon mindestens einen „Phantomblatteffekt“ fotografiert. Dabei handelt es sich um die Darstellung eines vollständigen Blattes auf dem Fotopapier, obwohl vor dem Experiment ein Teil des Blattes abgeschnitten wurde. Man sieht also, obwohl ein Teil des Blattes fehlt die vollständige Seele des Blattes. Der Effekt ist wissenschaftlich nicht erklärbar und lässt sich nicht reproduzieren. Trotz mehrere Versuche mit abgeschnittenen Blättern verschiedenster Arten ist es auch mir nicht gelungen, den Phantomblatteffekt zu beobachten. 

Chemische Prozesse im Fotopapier

Verschiedene Quellen behaupten, dass die Kirlian-Bilder bei Kontaktfotografien nicht primär durch den optischen Effekt entstehen, sondern dich chemische Prozesse, die das Elektrische Feld im Fotopapier auslöst.

Diese Behauptung lässt sich einfach widerlegen, indem ein Fotopapier mit schwarzem Klebeband abgedeckt wird. Dieses Papier wird wie gewohnt auf der Elektrode belichtet. Über dem Klebeband ist der Effekt deutlich zu sehen. Nach der Belichtung wird das Klebeband entfernt, und das Papier entwickelt. Die Tatsache, dass auf dem Papier auch nach mehr als fünf Minuten im Entwickler nichts zu sehen ist beweist, dass das elektrische Feld beim Durchdringen des Papiers keine chemischen Prozesse auslöst, die zur Schwärzung des Papiers führen.

Literaturverzeichnis

Bücher

Lay, P., Kirlian Fotografie – Faszinierende Experimente mit Leuchterscheinungen, Wüstenrot (Franzis) 2000
Müller, Hörnemann, Hübschner, Jagla, Larisch, Pauly, Elektrotechnik Fachstufe 1 und 2, Braunschweig (westermann) 1982
Schwenk, E., Mein Name ist Becquerel, Lüdenscheid (dtv) 1993

Internet

http://www.synergy-co.com/
http://mitglied.tripod.de/Kirlian_Fotografie/
http://www.kirlian.de/
http://www.datadiwan.de/magazin/dz0111d_.htm
http://www.kirlian.da.ru/
http://www.crystalinks.com/kirlian_photography.html/
http://www.qwnet.com.br/home/kirlian/
http://www.kirlian.co.uk/

Quelle: http://www.paranormal.de/kirlianfotografie/index.html

Gruß an die Nachbauer

TA KI

 

 

 

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