Egon von Greyerz: Kollaps-Risiko größer, als jemals zuvor in der Weltgeschichte


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Von Egon von Greyerz

Egon von GreyerzDie US-Wirtschaft befand sich für den Großteil der vergangenen 100 Jahren im Wunderland. In der ersten Hälfte dieses Zeitraums war das Wirtschaftswunder echt. Es gab echtes Wachstum und Investitionen wurden primär aus Ersparnissen finanziert. Die Reallöhne stiegen und der Haushalt befand sich im Gleichgewicht. Dazu gab es einen Handelsüberschuss und einen nur moderaten Anstieg der Schulden.

In den 1960ern fing das US-Wirtschaftswunder allmählich an schwächer zu werden. 1961 begannen die USA einen Rekordlauf von 55 Jahren an Haushaltsdefiziten – ein katastrophaler Trend, welcher in den nächsten zehn Jahren kaum enden wird. Die Überschüsse der Clinton-Ära waren ein Schwindel, da die Schulden in jener Zeit weiterhin anstiegen.

Die Kosten für Kriege sind immer eine große Belastung für die Finanzen von Imperien. Der Vietnam-Krieg war teuer und der Leistungsbilanzüberschuss der USA begannen schrittweise zu sinken, was zu einem fallenden Dollar führte. Da der Dollar durch Gold gedeckt war, war es schwieriger Geld zu schöpfen. Weil souveräne Nationen, angeführt von de Gaulle in Frankreich, sich weigerten den sich abschwächenden Dollar als Zahlungsmittel der USA zu akzeptieren und stattdessen Gold forderten, schloss Nixon letztlich das Goldfenster am 15. August 1971. Dies war eine katastrophale Entscheidung und der Anfang vom Ende des US-Wirtschaftswunders.

Und heute, 45 Jahre später, sind die USA immer noch ein Wunder. Nun, dass ist eine massive Untertreibung. Die USA sind ein absolutes Mirakel. Denn es ist vollkommen unverständlich, wie ein Land mit chronischen Haushalts- und Handelsdefiziten und exponentiell steigenden Schulden überleben kann, welche niemals in heutigem Geld zurückgezahlt werden.

Wie war es also den USA möglich, ihre absolut einzigartige Position zu erhalten, anhand derer sie fähig waren Schulden zu emittieren und zu verkaufen, die nach allen gegebenen Maßstäben wertlos sind und nur dadurch bedient werden können, dass noch mehr Schulden aufgenommen werden?

Eine Grundvoraussetzung war es, dem Rest der Welt die Nutzung des Dollars für den internationalen Handel aufzuerlegen. Damit dies jedoch funktionieren konnte, war es für die USA jedoch auch notwendig, das globale Finanzsystem zu kontrollieren und jedes Land, jede Bank oder jede Person zu bestrafen, welche die finanziellen Gesetze und Regulationen der USA nicht einhielten. Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung war eine starke Militär-Maschinerie, wie sie die USA mit insgesamt 800 Basen in über 100 Ländern haben.

Die Saat der eigenen Zerstörung

Das Dilemma ist, dass ein Imperium stets die Saat der eigenen Zerstörung in sich trägt. So ist es allen gefallenen Imperien ergangen, ob es die Perser, die Römer, die Mongolen oder die Briten waren. Um es mit einfachen Worten auszudrücken: sobald die billigen oder kostenlosen Güter und Ressourcen des eroberten Landes geplündert sind, zusammen mit billiger Arbeitskraft oder Sklavenarbeit, verliert der Eroberer seinen Fokus samt seiner Kontrolle und fängt an über seine Verhältnisse zu leben, während zugleich die Ressourcen aufgebraucht werden.

Der Eroberer glaubt nach wie vor, dass er den hohen Lebensstandard für sein Land aufrechterhalten kann, muss jedoch nun Geld drucken und leihen, um dies zu erreichen. Am Ende geht das Geld aus und der Niedergang der erobernden Nation offenbart sich. Der letzte Akt der Verzweiflung eines Imperiums mit massiven Schulden im Niedergang, ist oftmals der Beginn eines Krieges. Dies lenkt die Aufmerksamkeit vom finanziellen Zustand des Landes ab und macht es möglich, in einem letzten Versuch das Land zu retten, noch mehr Geld zu leihen.

Die USA waren natürlich niemals ein Imperium in dem Sinne, dass es sein Territorium in irgendeiner nennenswerten Art ausgeweitet hat – einmal abgesehen von temporären Eingriffen oder Einmischungen in anderen Ländern. Das US-Imperium war ursprünglich auf Unternehmergeist aufgebaut, was es zu einem sehr mächtigen Land und der größten Volkswirtschaft der Welt machte. Die USA wurden zum größten Produzenten der Welt und dominierten sie für viele Jahrzehnte.

Der Abstieg der USA begann in den 1960ern

Wie jedoch bereits erwähnt, begann in den 1960ern allmählich der Abstieg und dieser beschleunigte sich in den 1970ern während der Dollar fiel. Die starke Produktion in den USA ging in den letzten paar Jahrzehnten stufenweise zurück und die meisten Produktionsarbeitsplätze wurden nach China und in andere Schwellenländer ausgelagert.

Eine der Folgen war, dass die Durchschnittslöhne in den USA real seit den 1970ern gefallen sind. Dies ist durchaus eine Ironie, denn während die US-Arbeiter billigere Produkte von den Chinesen kauften, fielen ihre Löhne und lösten so den Vorteil der billigeren Importe wieder auf. Nicht nur das, da die chinesischen Arbeiter ihren Lebensstandard erhöhen und einen großen Teil ihres Einkommens sparen, fällt es Arbeitern in den USA schwer über die Runden zu kommen und sie leihen sich folglich Geld, um ihren Lebensstandard aufrechterhalten zu können.

Die Gesamtschulden der USA, inklusive der unfundierten Verpflichtungen wie Medicare und Versicherungen, haben sich in den vergangenen 30 bis 40 Jahren enorm aufgebläht und stehen nun bei rund $ 300 Billionen. Das sind fast 1.700 % des US-BIP, was dramatisch schlechter ist, als bei irgendeiner anderen Nation. Aber selbst wenn wir uns die US-Schulden ohne die unfundierten Verpflichtungen anschauen, sind es immer noch 400 %, was in jedweder Hinsicht massiv und unhaltbar ist.

Der “Zauberer der Schulden“: Ben Bernanke

Gibt es also irgendeine Chance für die USA ihre Schulden in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten zu reduzieren?

Nun, man kann sicher garantieren, dass nichts von den Schulden jemals zurückgezahlt werden wird. Man nehme nur die US-Bundesschulden von $ 19 Billionen. Ben Bernanke schaffte es, die Schulden zwischen 2006 und 2104 von $ 8 Billionen auf $ 17 Billionen mehr als zu verdoppeln. Bisher hatte Janet Yellen das Glück, nur $ 2 Billionen zusätzlich beizutragen. Aber dies ist nur der Anfang.

Das CBO (Congressional Budget Office [=Haushaltsbudget-Behörde des US-Kongresses]) sagt voraus, dass die US-Schulden in den kommenden zehn Jahren um weitere $ 9 Billionen auf $ 28 Billionen steigen werden. Dies ist jedoch eine “optimistische“ Prognose, welche davon ausgeht, dass die Einkommen und Steuereinnahmen weiterhin normal steigen werden.

Wenn wir dagegen ein unterdurchschnittliches Wachstum bei den Einkommen und auch bei den Steuereinnahmen annehmen, dann könnte sich das Defizit problemlos über $ 2 Billionen im Jahr ausweiten und die Schulden auf $ 38 bis $ 50 Billionen treiben. Mir ist klar, dass dieser Prognose nur wenige zustimmen werden, aber nennen Sie mir irgendjemanden der vorausgesagt hat, dass die US-Schulden sich zwischen 2006 und 2014 verdoppeln würden.

In diesem Jahrhundert hat bisher jede einzelne Prognose, sei es vom IWF, der Weltbank, der OECD, der FED oder anderen Zentralbanken und Regierungen regelmäßig daneben gelegen und war zudem viel zu optimistisch. Und da wir uns dem Höhepunkt der größten Wirtschafts- und Finanzblase der Weltgeschichte nähern, werden sie mit ihren Prognosen dramatisch falsch liegen.

Was haben also Druckenmiller, Dalio, Paulson, Singer, Bass und viele andere Hedgefond-Gründer gemein?

Nun, sie sind allesamt Milliardäre geworden, indem sie die Risiken identifiziert und die Trends und Investitionsgelegenheiten erkannt haben. Und jeder einzelne dieser Herren sieht die Risiken, welche ich oben beschrieben habe und empfiehlt Gold als wichtigste Wertanlageklasse, um sich gegen diese beispiellosen globalen Risiken abzusichern.

Das Risiko eines weltweiten Zusammenbruchs ist heute größer, als jemals zuvor in der Weltgeschichte

Was absolut klar ist, ist dass die globalen Risiken, sowohl wirtschaftlich, als auch finanziell und geopolitisch, heute größer sind, als zu irgendeiner Zeit der Weltgeschichte. Wir wissen ganz offensichtlich nicht, wann diese Risiken sich zu einem globalen Kataklysmus einer Magnitude entwickeln, welche die Welt noch zu keiner Zeit erlebt hat. Was wir aber wissen ist, dass man seine Absicherung, wie bei einer Brandschutzversicherung, vor Eintritt des Ereignisses kaufen muss.

Gold ist die perfekteste Absicherung, die man besitzen kann, solange es in physischer Form und außerhalb des Finanzsystems gehalten wird. Denn unter welchen Umständen auch immer, Gold hat jede Krise der Weltgeschichte überdauert und im Laufe der Zeit stets seine Kaufkraft aufrechterhalten. Bedenken Sie auch, dass Gold die einzige erwerbbare Absicherung ist, welche mindestens seine Kaufkraft erhalten wird oder im Fall einer wirtschaftlichen Katastrophe jede andere Anlageklasse bei Weitem hinter sich lassen wird.

Ich schließe mit den Worten des Milliardärs und Hedgefond-Managers Ray Dalio:

»Wenn Sie kein Gold besitzen,
dann haben Sie weder Geschichte noch Wirtschaft verstanden.«

***

>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle:http://n8waechter.info/2016/05/egon-von-greyerz-kollaps-risiko-groesser-als-jemals-zuvor-in-der-weltgeschichte/

Gruß an die Erwachenden

TA KI

 

 

 

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