Warum Amerika bereits verdampft ist


drawing on paper by Laurie Lipton

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Von Doug Casey

doug caseyDas nächste Kapitel der “Noch Größeren Depression“ birgt jede Möglichkeit, den Charakter amerikanischen Lebens radikal und zumindest semi-permanent aufzuheben. Plötzlich und unerwartet wurde Eis zu Wasser; in Russland 1918, in Deutschland 1933, in China 1949, in Vietnam 1954, in Kambodscha 1975 und in Ruanda 1995. Das sind nur die ersten Beispiele, die einem in den Sinn kommen, es gibt viele derer mehr.

Die von mir präsentierten wirtschaftlichen Ereignisse werden für viele Menschen eine ernsthafte Notlage und Unannehmlichkeiten bedeuten. Aber das sorgt mich nicht annähernd so sehr, wie die gesellschaftliche und politische Reaktion. Jeder leidet in einer ernsthaften Depression, aber wenn man versteht was vor sich geht und sich darauf vorbereitet, kann es einem gut genug gehen.

Natürlich folgt politische und gesellschaftliche Veränderung stets wirtschaftlichen und finanziellen Turbulenzen, aber ich denke es wird dieses Mal viel drastischer sein, weil die USA sich bereits seit einer ganzen Weile auf dem Weg zu einem Polizeistaat befindet. Der Trend wurde durch den sogenannten “Krieg gegen den Terror“ 2001 erheblich herausgefordert und er wird in den kommenden Monaten sehr wahrscheinlich den Hyperantrieb einschalten, wenn die Wirtschaft das Auge des Sturms verlässt.

Ich weiß, es erscheint asynchron bei kleinen Städten mit jeder Menge Einkaufszentren an einen Polizeistaat zu denken, ist es aber nicht wirklich. Denken Sie in Science Fiction, einem Genre, welches weit mehr prognostischen Wert hat, als die Arbeit irgendeines Zukunftsforschers oder Think Tanks. Die Realität ahmt die Kunst nach.

1932 zeichnete Aldous Huxley in »Schöne Neue Welt« das Bild eines hochgradig kontrollierten Utopias, in der Drogen alle dazu brachten zu denken, sie seien glücklich (genau genommen “zu fühlen“, denn “zu denken“ konnte einen nur unglücklich machen). Die USA hat dies weitestgehend umgesetzt. Große Mengen von allem Möglichen werden auf Kredit gekauft, es wird American Idol und seine Ableger in jeder freien Minute geschaut und dabei jede Menge Ritalin und Prozac eingenommen.

Sechzehn Jahre später beschrieb George Orwell eine noch kontrolliertere Dystopie in »1984«. Jeder kennt die Geschichte, selbst wenn sie das Buch nicht gelesen haben.

Interessanterweise waren beide Autoren den Ereignissen eine Generation oder so voraus, wie es bei guten Sci-Fi-Autoren sein sollte. Was wir vermutlich in den nächsten paar Jahren erleben werden, sind Teile beider ihrer Welten.

Im Grunde sehen wir es bereits jetzt oder zumindest eine Vorschau davon. Wann immer ich in die USA zurückkehre, geht mir die Einwanderungsbehörde und der Zoll unter die Haut. Und die sind nicht mehr nur an Flughäfen und an der Grenze zu finden, sie finden sich viele Meilen landeinwärts und halten einen willkürlich an, um die Papiere zu überprüfen.

Die sind beinahe so widerwärtig wie die TSA, welche eine höchst gefährliche Unternehmenskultur entwickelt hat und sich durch mehr Angestellte und größere Macht nun sogar in Bussen, Zügen und bald wohl auch auf den Highways einmischt. Das FBI, die CIA, die DEA, die ATF, der Secret Service, die Federal Marshals, FEMA und buchstäblich Unmengen von anderen nationalen Vollzugsbehörden expandieren allesamt rapide. Sie sind lange Zeit eine veritable Leibgarde gewesen, aber inzwischen haben sie sich verselbstständigt.

Homeland Security stellt gerade seinen neuen über 160 Hektar großen Campus in Washington D.C. fertig. Überall findet sich Polizei und sie ist zunehmend militarisiert – sowohl seitens der Ausrüstung, als auch ihrer Gesinnung – und das Militär selbst, aufgeblasen mit einem Budget von hunderten Milliarden Dollars jährlich, hat die Comic-Welt von Beetle Bailey weit hinter sich gelassen.

Da sind Black-Ops-Möchtegerne voller Steroide, die sich während der unzähligen nicht erklärten Kriege der Regierung jede Menge schlechter Angewohnheiten angeeignet haben. All diese Typen befürworten die Dutzenden von überall in den USA aufgebauten “Fusion Centers“, die aus irgendeinem Grund Informationen aus jeder nur erdenklichen Quelle sammeln und korrelieren.

All diese Organisationen sind reine Bürokratie. Sie dienen primär sich selbst. Ihr vordringlichster Impuls ist zu wachsen und ihre Budgets zu erhöhen. Sie neigen dazu, die falsche Art von Menschen anzuziehen und treiben Menschen mit guten Absichten heraus. Es ist inzwischen so weit gekommen, dass selbst wenn John Galt zum Präsidenten gewählt werden würde, wäre es für ihn nicht nur unmöglich, sie zu entwurzeln, sondern gefährlich sie zu konfrontieren.

Hier also noch eine weitere Prognose: während sie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Unordnung vorantreiben, werden diese neuen Prätorianer mit ihrem Hang zur professionellen Paranoia und zum “nationalen Sicherheitsstaat“ wahrlich bösartig werden. Sie werden die fortschreitende Wirtschaftskrise zur Steigerung ihrer Macht nutzen, ob Sie das wollen oder nicht. Das amerikanische Volk wird es fordern, da es mittlerweile derart degradiert ist, dass es tatsächlich die Anwesenheit von Sicherheit der Aussicht auf persönliche Verantwortung vorzieht.

Falls ich recht habe (und ich bin mir so sicher, wie ich mir nur sein kann), dann wird es für Libertäre, klassische Liberale, Konservative, Individualisten, Freidenker, Nicht-Konformisten, Menschen die Newsletter wie diesen hier abonnieren oder verdächtige Internetseiten besuchen, nicht besonders gut laufen. Es war schon während der vergangenen Krisen in Amerika für diese Leute ein gefährliches Umfeld (ganz zu schweigen von jenen japanischer oder deutscher Herkunft und Anhängern diverser religiöser Gruppen). Wenn die Schimpansen johlen und hecheln, dann sollten Sie besser mitmachen, sonst fangen die an sich zu wundern, warum Sie es nicht tun.

Ich erwarte, dass das was auf uns zukommt viel ernster sein wird, als jede Krise der Vergangenheit – zum Teil weil Amerika bereits verdampft ist, wie der Frühnebel an einem heißen Sommertag. Sie sind nicht mehr in Kansas – und auch Kansas ist nicht mehr in Kansas [Anspielung auf “Der Zauberer von Oz“].

***

>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/06/warum-amerika-bereits-verdampft-ist/

Gruß an die Erwachenden

TA KI

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5 Kommentare zu “Warum Amerika bereits verdampft ist

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