„Das ist die schlimmste Zeit, es gibt nichts Vergleichbares“, „Die Inflation kommt“


Der Brexit löste eine Menge von Problemen aus.
Der Brexit löste eine Menge von Problemen aus. (© Shutterstock.com / Wetzkaz-Crailsheim)
Der weltweite Aktienmarkt hat sich in den vergangenen Tagen vom Brexit-Schock deutlich erholt. Alan Greenspan, der ehemalige Chef der US-Notenbank warnt aber, dass nach dem Brexit die Aussichten schlechter seien als je zuvor. Er warnt vor dem drohenden starken Anstieg der Sozialausgaben in den USA und dem Ende einer derartigen Entwicklung – hoher Inflation.

„Das ist die schlimmste Periode, an die ich mich erinnern kann, seitdem ich ein öffentliches Amt hatte. Es gibt nichts Vergleichbares, einschließlich der Krise am 19. Oktober 1987, als der Dow Jones um den Rekord von 23 Prozent eingebrochen war. Ich dachte, das wäre der Tiefpunkt aller Probleme. Das (der Brexit) hat einen zersetzenden Effekt, der nicht weggehen wird“, sagte Alan Greenspan, der ehemalige Chef der US-Notenbank. „Das britische Problem ist viel weiter verbreitet.“ Es werde „praktisch sicher“ zu einem Referendum in Schottland über den Verbleib in der EU kommen. Und Nordirland werde den gleichen Weg gehen. „Wir sind in der Frühzeit einer Krise, die noch eine ganze Weile weitergehen wird.“ „Der Euro ist das unmittelbare Problem“, sagte Greenspan. Der Euro und die Euro-Zone seien wichtige Schritte in Richtung einer politischen Integration Europas gewesen, aber „er scheitert.“ „Der Euro ist ein sehr ernstes Problem, weil der südliche Teil der Euro-Zone finanziert wird von dem nördlichen Teil und der EZB.“

Nach dem Brexit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump der nächste US-Präsident werden wird.
Nach dem Brexit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump der nächste US-Präsident werden wird. (©Bloomberg/David Paul Morris)

Rentenansprüche sind nicht finanzierbar

Große Sorgen hat Greenspan aber nicht nur wegen des Brexit, sondern wegen des rasanten Anstiegs der Sozialausgaben in den USA. Sie würden wegen der gemachten Rentenzusagen und der Gesundheitskosten nach oben schießen. „Diese Ansprüche sind rechtliche Angelegenheiten. Sie haben nichts mit der Wirtschaft zu tun. Man erreicht ein bestimmtes Alter, oder wird krank, oder etwas Derartiges und man ist zu entsprechenden Zahlungen vom Staat berechtigt, ganz egal, wie es finanziert wird.“ Das Wirtschaftswachstum in den USA sei aber viel zu gering, um sich einen derartigen Anstieg der Rentenzahlungen und Gesundheitsleistungen künftig leisten zu können. „Ich weiß nicht, wie sich das auflösen wird, aber es wird eine Krise geben.“ Der ehemalige Notenbanker befürchtet, dass es einen „Unfall der Geschichte“ geben muss, ehe das Ausgabenproblem angegangen werde. „In den USA werden diese Ansprüche als die dritte Leiste der amerikanischen Politik betrachtet. Man geht an sie (die Ansprüche) ran und verliert (die Wahl). Republikaner wollen nicht an sie rangehen, Demokraten wollen nicht an sie ran. Sie wollen nicht einmal darüber reden. Genau darum sollte es aber bei der Wahl gehen. Man wird nie ein Wort darüber von irgendeiner Seite hören.“ In den USA finden am 8. November Präsidentschaftswahlen statt. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama sind die Staatsschulden um neun Billionen Dollar auf 19,2 Billionen nach oben geschossen.

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Hohe Inflation wird kommen

Weil die US-Politik nichts tut, um die Probleme zu lösen, tut die US-Notenbank umso mehr, weshalb die Geldmenge derzeit stark steigt, aktuell um knapp acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei liegt das Wirtschaftswachstum bei weniger als zwei Prozent. Greenspan ist klar, wie das gigantische Schuldenmachen und Gelddrucken enden wird: in hoher Inflation. „Die Geldmenge, die immer ein kritischer Faktor für die Inflation war, steigt bemerkenswerter Weise stetig um sechs bis sieben Prozent, in einer geradezu geraden Linie… Was uns Sorgen machen sollte, worüber aber nicht nachgedacht wird, ist, dass ein derartiges Umfeld in Inflation enden wird. Historisch betrachtet hat Fiat-Geld immer so geendet“, sagte Greenspan. „Sie (die Inflation) wird zwar nicht schnell aufziehen, aber ich wäre nicht überrascht zu sehen, dass der nächste Schritt nach oben ist. Derzeit gibt es zwar keine Inflation. Sie ist solange nicht da, bis da sie da ist.“

Das gigantische Gelddrucken in den USA wird in hoher Inflation enden.
Das gigantische Gelddrucken in den USA wird in hoher Inflation enden. (©iStockphoto.com/Matthias Haas)

Greenspan hat aber eine Lösung für die Probleme. „Wenn wir zum Goldstandard zurückkehren würden, wie es ihn vor 1913 gab, wäre alles in Ordnung. Der Zeitraum zwischen 1870 und 1913 war eine der wirtschaftlich stärksten Perioden, die es in den USA gab und das war eine goldene Periode des Goldstandards. Jeder belächelt mich als Gold-Käfer, aber warum besitzen die Notenbanken Gold?“

Von Egmond Haidt
Name Kurs * in %
.
Gruß an die Aufklärer
TA KI

6 thoughts on “„Das ist die schlimmste Zeit, es gibt nichts Vergleichbares“, „Die Inflation kommt“

  1. Wenn es zur Geldentwertung kommt bleiben ihnen anstatt 1000 Euro am Ende nur 100, auf den Konto.Sie werden es Schuldenschnitt nennen.Das kommt !

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