Schwedische Zentralbank Riksbanken will Macht der Privatbanken beschneiden


cecilia-skingsley

 

Am 16.11.2016 ist etwas Sensationelles in der Bankenwelt geschehen. Die stellvertretende Präsidentin der schwedischen Zentralbank Riksbanken, Frau Cecilia Skingsley, gab öffentlich bekannt, die Einführung einer neuen elektronischen Valuta innerhalb der nächsten zwei Jahre zu planen. Sie soll E-Krone heißen.

Ausgangspunkt sei der dramatische Rückgang von Bargeld in Schweden, das unter drei Prozent liegt. Man wolle das Bargeld, über dessen Ausgabe die Riksbanken das Monopol hat, jedoch nicht abschaffen, sondern lediglich eine neues Zahlungsmittel für diejenigen Bürger zur Verfügung stellen, die kein Bankkonto hätten oder aus anderen Gründen bei der bargeldlosen Abwicklung einer Zahlung nicht von den Privatbanken abhängig sein möchten.

Riksbanken, die älteste Zentralbank der Welt, wurde 1660 gegründet. Sie hatte sich stets schützend vor das Bargeld gestellt. Schließlich war sie die erste in der Welt, die 1660 bereits Geldscheine in den Umlauf gebracht hatte. Dieses Jahr, 2016, werden gerade neue Scheine und Münzen, die noch fälschungssicherer sind, im ganzen Land in den Verkehr gebracht.

Die schwedische Verschwörung gegen das Bargeld, angezettelt durch die Privatbanken, scheint also nur ein geschickter Aufhänger der Riksbanken zu sein, um ersteren ihre Macht zu beschneiden.

Um zu verstehen was geplant ist, müssen wir uns klar machen, auf welche Weise Geld in die Gesellschaft kommt. Nur wer eine Banklizenz (5 Millionen EUR) hat, darf Geld erzeugen. Das sind die privaten Banken und die Zentralbank. Gesetzlich geregelt ist nur das Bargeld, worauf die Riksbanken das Ausgabemonopol hat. Das restliche Geld gibt es nur in elektronischer, digitaler Form, das sog. Giralgeld, ca. 97% der Geldmenge in Schweden, ca. 80% im Euroland.

Den größten Teil des Giralgeldes schöpfen die Privatbanken (hierzu zähle ich der Einfachheit halber auch die in öffentlicher Hand befindlichen Banken wie Sparkassen etc.) einzig und allein durch Kreditvergabe. Damit betreiben sie ein kriminelles Schneeballsystem.

Die Zentralbanken schöpfen ebenfalls Giralgeld, aber nur sehr wenig, in Schweden ca. 5%. Dieses Giralgeld, dieses elektronische Zahlungsmittel der Zentralbanken, kommt aber nicht dem Volk zugute, sondern nur den im Hintergrund die Macht habenden Privatbanken. Die sind die einzigen (und der Staat), welche ein Konto bei der Zentralbank haben dürfen. Das ist eigentlich ungerecht, denn wer sein Geld auf einem Privatbankkonto hat, ist dem Risiko ausgesetzt, es bei einer Insolvenz der Bank zu verlieren (der Topf der Einlagensicherung ist viel zu klein bei einer großen Krise und nur für private Sparer). Wer sein Konto bei einer Zentralbank hat, ist insolvenzgeschützt. Das gilt zumindest für Schweden, die glücklicherweise nicht im Euro sind. Die zahlreichen alten Zentralbanken im Euroland könnten seit Einführung des Euros theoretisch insolvent werden, da die EZB auch das digitale Vorrecht hat, Euros zu schöpfen. Die engen ELA-Regeln, die den alten Zentralbanken Notgroschen im Euro erlauben, sind heute meist schon ausgeschöpft.

Es gibt heute also drei verschiedene Geldmengen die im Umlauf sind:

  1. Das Bargeld
  2. Das Giralgeld der Zentralbanken (nur digital)
  3. Das Giralgeld der Privatbanken (nur digital)

Die schwedische Zentralbank möchte nun ihren digitalen Teil ebenfalls der Bevölkerung direkt zur Verfügung stellen, durch eine vierte Geldmenge, die E-Krone. Damit tritt sie direkt in Konkurrenz zu den Privatbanken. So etwas hat es in der modernen Bankgeschichte seit dem Verlassen des indirekten Goldstandards im August 1971 (einseitig durch Nixon) noch nie gegeben.

Interessant bei dieser Vorgehensweise ist auch, daß die Privatbanken im Gegensatz zu den Zentralbanken keinerlei gesetzliche Grundlage für ihre Giralgeldschöpfung haben. Durch die E-Krone würde also erstmalig legales Giralgeld an die Bürger verteilt werden können.

Dies ist ein erster Schritt in die Richtung der dringend notwendigen Vollgeldreform, wonach alles Geld verstaatlicht werden soll, nicht aber die Banken. Heute ist nur das Bargeld verstaatlicht. Näheres zur Vollgeldrefom kann in meinem kurzen Büchlein Warum die Geldschöpfung in die Hände des Volkes gehört, die Weiße Wirtschaftsschule (Hesper Verlag 2015 – gibt es im Honigmannshop) nachgelesen werden.

Wir wollen hoffen, daß Frau Cecilia Skingsley diesen Reformansatz überlebt und nicht vergeselbstmordet wird, einem Autounfall oder mit Skalarwaffen angezetteltem Krebs erliegt.

Dr. Henning Witte Stockholm, den 18.11.2016

Danke an Henning

Gruß an die Erkennenden

TA KI

4 thoughts on “Schwedische Zentralbank Riksbanken will Macht der Privatbanken beschneiden

  1. Das wirklich Schreckliche ist dieser Satz:

    „Wir wollen hoffen, daß Frau Cecilia Skingsley diesen Reformansatz überlebt und nicht vergeselbstmordet wird, einem Autounfall oder mit Skalarwaffen angezetteltem Krebs erliegt.“

    Man stelle sich vor, solche Gedanken entstehen sehr berechtigt in einer vorgeblichen Demokratie. Hoffentlich ist sich Herr Trump der Gefahren seiner geplanten Veränderungen bewusst.

    Habe jetzt erst wieder einen Beschluss (natürlich nicht unterschrieben, Maschinenbeglaubigt incl. und Siegelbruch) eines „Richters“ gesehen, dessen Argumentation zur Ablehnung eines Antrages bei eindeutiger Gesetzeslage war, dass er dies anders sehe. Klar, wie will er gegen Eindeutigkeit argumentieren.

    Rechtsbeugung, Rechtsbruch, Rechtsverweigerung in Serie – wie lange soll das noch gutgehen? Nun müssen wir das Machwerk konkludent rechtsgültig machen, d.h. in einem Schreiben als Kopie dem Richter zukommen lassen mit Anschreiben, falls dieser Beschluss nicht von ihm ist, er binnen xx Tage dieses mitteilen muss. Das ist wengigstens eine kleine Möglichkeit, diesen „Richtern“ und deren Gefolgschaft entgegen stehen zu können.

  2. Pingback: Schwedische Zentralbank Riksbanken will Macht der Privatbanken beschneiden | Der Honigmann sagt...

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