PFOA und die Gesundheit: „Gar nicht so einfach, wie man denkt“


Das Humanbiomonitoring in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen (u.a. PFOA) ist abgeschlossen aber es gibt jede Menge Fragen. 
Prof. Dr. Hermann Fromme vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstagabend in Kastl bei der Infoveranstaltung zum Thema Humanbiomonitoring im Landkreis Altötting zu perflourierten Substanzen
von Raphael Weiß

Kastl – Seit rund einer Woche liegen die Ergebnisse des Humanbiomonitorings in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen vor. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung von Landratsamt und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnten Interessierte am Dienstagabend beim Spirkl-Wirt ihre Fragen dazu stellen.

„Ich freue mich, dass wir deutlich früher fertig geworden sind“, sagte Prof. Dr. Hermann Fromme vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Im Folgenden erläuterte er die Komplexität und den Umfang der Laboruntersuchungen am Blut der insgesamt 965 Probanden. Weil es nicht nur um PFOA sondern auch weitere perflourierte Substanzen ging sei es „eine ganze Menge Arbeit“ gewesen. Rund 17.000 Chromatogramme habe man auswerten und die Ergebnisse korrekt verwalten müssen. Den ursprünglichen Termin für die Fertigstellung der Studie habe man bewusst spät angesetzt, „denn was, wenn so ein Analysegerät kaputt geht?“.

„Gar nicht so einfach, wie man denkt“

Fromme fasste die Ergebnisse der Studie zusammen und mahnte, die Quelle für den Eintrag von PFOA in den menschlichen Körper dauerhaft zu schließen. Für ihn sei das maßgeblich das Trinkwasser, gerade auch in Kastl. „Diese Substanz ist sehr langlebig“, sagte Fromme. Vereinfacht gesagt: Einmal im Körper geht es das PFOA nicht so schnell weg. Aufgenommen wird die Substanz bekanntlich hauptsächlich über belastetes Wasser. Deshalb seien Maßnahmen wie die Aktivkohlefiltration zu begrüßen.

Das Problem bei der Bewertung der Ergebnisse der Blutuntersuchungen in punkto Gesundheit sei, dass die Wissenschaft die Zusammenhänge noch nicht so genau kenne. Bestehende Erkrankungen an Leber, Niere, Lunge oder Krankheitsbilder wie Adipositas oder Diabetes – es gebe Hinweise auf unwahrscheinliche aber nicht unmögliche Zusammenhänge, dass PFOA im Blut einen Einfluss auf den Verlauf solcher Erkrankungen einen Einfluss haben kann. Die Höhe der individuellen Belastung sei individuell zu betrachten, gegebenenfalls ein Facharzt hinzuziehen.

Von 965 Probanden liegen sieben unter dem HBM-1 Wert von 2 Mikrogramm pro Liter Blut. Der Rest liegt teilweise deutlich darüber. Dieser Wert sagt laut Experten aus, dass dauerhaft mit keinen gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen ist. Ist er erhöht wie etwa bei den Probanden aus Emmerting, wird ärztliche Betreuung angeraten in der Form, dass man die erhöhte Konzentration von PFOA im Blut in die individuelle medizinische Bewertung und Behandlung mit einbezieht.

PFOA und die Gesundheit: „Gar nicht so einfach, wie man denkt“

Das Humanbiomonitoring in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen (u.a. PFOA) ist abgeschlossen aber es gibt jede Menge Fragen.Das Humanbiomonitoring in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen (u.a. PFOA) ist abgeschlossen aber es gibt jede Menge Fragen.Das Humanbiomonitoring in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen (u.a. PFOA) ist abgeschlossen aber es gibt jede Menge Fragen.Das Humanbiomonitoring in Teilen des Landkreises Altötting zu perflourierten Substanzen (u.a. PFOA) ist abgeschlossen aber es gibt jede Menge Fragen.

Wie ernähre ich mich richtig?

Bei den Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger ging es viel um die richtige Ernährung. Die Menschen wollen den Eintrag von PFOA in den Körper so gut es geht vermeiden. Kann man Lebensmittel aus der Region, vielleicht sogar aus dem eigenen Garten noch essen? Bei Gemüse ist die Antwort ein deutliches „ja“. Was aber ist mit Fisch und Fleisch? Darauf gibt es keine einheitliche Antwort. Grundsätzlich gilt:

Es gibt keinen Grund auf Fisch, Fleisch und Eier aus der Region zu verzichten. Einzig für Innereien von Wildschweinen aus der Region gibt es eine Empfehlung, diese nicht zu verzehren. Beim Fisch steht der Aal im Fokus, weil sehr fettreich. Im Fett reichert sich das PFOA an. Außerdem können Aale sehr alt werden, haben also möglicherweise viele Jahre in PFOA-belastetem Wasser geschwommen. Bei den Eiern von Hühnern aus Freilandhaltung in bodenbelasteten Gebieten ist es denkbar, dass diese eine geringe Belastung mit PFOA aufweisen.

Problem Aktivkohlefiltration?

Sie sei anfällig für eine Verkeimung, meinte ein Zuhörer am Dienstagabend im Saal des Spirkl-Wirt in Kastl. Das sei richtig, so Dr. Franz Schuhbeck vom Staatlichen Gesundheitsamt am Landratsamt in Altötting. Deswegen werde eine UV-Filteranlage dazu geschaltet. Das hat der Markt Tüßling bei seinem temporärem Weg aus der PFOA-Misere auch umgesetzt. Das Wasser aus dem reaktivierten Brunnen 1 weist einen niedrigeren PFOA Gehalt auf aber hatte das Problem einer Verkeimung. Mittels UV-Filter ist dieses erfolgreich gelöst worden.

Wird das Problem von den Experten verharmlost?

„Nein“, sagt Professor Fromme vom LGL. Die Ergebnisse seien nicht verharmlost worden aber es gebe auch keinen Grund zur Hysterie. So sei auch die Frage von Müttern aus den betroffenen Teilen des Landkreises nach stillen oder nicht stillen klar zu beantworten: „Stillen. “

Weitere Informationen folgen.

Quelle

Danke an Elisabeth

Gruß an die Aufmerksamen

TA KI

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