Hintergrund, Ursprung und Bedeutung von Ostern


– das Fest der Auferstehung –

Ostern - Ostarun - Ostara - Eostra

Ostern – Ostara – Eostra – Morgenröte [Ostarun] im Osten

Tanz der Sonne an Ostern

Der Tanz der Sonne am Ostermorgen ist über ganz Europa hinweg überliefert. Dabei soll es sich um drei Sprünge gehandelt haben, welche die Sonne beim Aufgang an diesem Tage mache. Man hatte für diese Erscheinung die verschiedensten Ausdrücke wie Sonnehoppen und Hupfa der Sonne. Die Einwohner ganzer Dörfer zogen am Vorabend hinaus auf einen Hügel, um dort auf den Sonnen-Aufgang des Oster-Tages und die drei Sprünge zu warten.

Es stände in alten Postillen, schreibt G. Rollenhagen [1542-1609]:

Am ersten Ostertage laufen beide Alten und die Jungen, des Morgens früh für den Sonnen-Aufgang, und des Abends spät für den Sonnen-Untergang, mit grossen Haufen ins Feld hinaus, und sehen zu, wie die Sonne tanzt. Wann sie nun dieselbe so lang angesehen haben, dass ihnen Blau und Braun, Licht und Finsternis für die Augen kommt, so ruft einer hier, der andere dort: Jetzt tat sie den ersten. Da bald den anderen. Und denn den dritten Sprung. Wer nun sagen wollte, er hätte es nicht gesehen, den würde man für blind oder für einen Gottes-Lästerer halten. Wann nun die Sonne gewiss sichtbarer weise am rechten Ostertage tanzte, so hätten die Alten und wir des zankens nicht bedürft: Denn Gott hätte ein sichtbares Zeichen am Himmel gesetzt, damit man den rechten Ostertag erkennen könnte. Und wenn die Sonne ein Fingerbreit sich erhübe, und wieder niedersetzte nach unserem Gesicht, so würde die ganze Welt sich zugleich mit erheben und krachen müssen.

[Quelle: Herder, Die Sonne, ISBN 3-451-17317-4]

Die alten Bräuche aus früherer, keltischer Zeit wurden offenbar noch tausend Jahre nach der Überlagerung dieser wegen dem Verbot der Druiden-Schulen durch römische Kaiser untergegangenen Kultur praktiziert, doch scheint im 16. Jh. das Wissen um die Bedeutung, die Hintergründe und Zusammenhänge nicht mehr vorhanden zu sein, aber noch immer steht das korrekte Osterdatum im Zentrum, [bis 1582 der gregorianische Kalender eingeführt wurde].

Die Überlieferung zur tanzenden Sonne zeigt einen interessanten Hinweis: In Mecklenburg will man diese Sprünge beobachtet haben können, wenn man gleichzeitig durch einen Zaun sah. Damit, mit dem Zaun ist eine Zuordnung zur keltischen Zeit und die einleuchtende Erklärung dieser Oster-Bräuche möglich: In den druidischen Sternwarten [= Zaun- oder Steinkreis] wurde die Bahn sowohl von Sonne und Mond nebst vieler Gestirne beobachtet, vermessen und aufgezeichnet. Auf der dort registrierten Bahn der Sonne wurde nebst anderem auch die TagundNachtgleiche festgehalten. Dabei handelt es sich aber wissenschaftlich um nichts anderes als um die Trudel-Bewegung der Erde, also um den Zusammenhang von Ekliptik, Präzession und Nutation. Der Tanz der Sonne erfasst inhaltlich jenen Sonnen-Aufgang zwischen einem kürzeren und einem längeren Tag; einen Drei-Sprung oder Tanz von Menschen dem Frühlings-Punkt zur Freude oder Vorfreude auf den dadurch nun mit 40 Nächten abzählbar bestimmten Anlass Beltane am 1. Mai.

Der Frühlingspunkt der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März konnte zum Beispiel in Stonehenge auf den Tag genau bestimmt werden. Mit der Frage, wie diese Nachricht vor 2000 Jahren von den diversen antiken Sternwarten ins gesamte keltische Druidentum vermittelt werden sollte, ist auch der Ursprung der Sonnenwend-Feuer klar: Die Höhenfeuer sind das altbewährte Alarmierungs- und Nachrichten-System für weite Distanzen, mit einem geschlagenen Hornuss oder Scheibe können mühelos Flüsse und Schluchten überbrückt werden. In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage nach der Bedeutung der allein stehenden Menhire bei alten Kultstätten, die bisher keinem praktischen Zweck zugeordnet werden konnten und rituell gedeutet werden, was vermutlich falsch ist. Nicht wenige dieser Steine tragen heute Namen, die durch die Christianisierung ins Gegenteil verkehrt wurden wie Teufels-Pfeil, Teufels-Brandeisen oder Teufels-Wurfscheibe; alles mit vorstehender Nachrichten-Übermittlung erklärbar. Häufig wurden aufgerichtete Steine mit Geistern und Spuk in Verbindung gebracht. Mancherorts galten die Steine als verzauberte Wesen, die zu bestimmten Zeiten wieder zum Leben erwachen und dann stets die gleichen Handlungen ausführen: Sie tanzen, rennen, drehen sich – meist drei- oder neunmal – im Kreise oder laufen dreimal um einen Teich. Oft gehen sie zu einem nahe gelegenen Fluss oder See und trinken oder baden dort, bevor sie zurückkehren und wieder zu Stein werden. Übereinstimmend in den überlieferten Erzählungen bewegen sich die Steine durchwegs zu bestimmten Uhrzeiten und-oder Jahreszeiten: um Mitternacht, bei Sonnenaufgang, am Mittag, am Mittsommerabend oder zur Sonnenwende.

Ein Problem hatte die neue Geistlichkeit bei der Verdrängung und Umdeutung des keltischen Druidentums mit dem Fest der Auferstehung, dem Osterfest [nebst Pfingsten, welche sich bis heute nicht volkstümlich etablieren konnte]. Die Kelten glaubten nach Berichten antiker Geschichtsschreiber, Julius Cäsar schreibt aus seiner Weltsicht in De bello gallico, Liber VI, 18 „direkt von Dis Pater [römisch = Unterwelt, Reich des Toten] abstammen“, das heisst direkt von den Toten abzustammen, mit anderen Worten also Wieder-Auferstandene zu sein. Durch die Auferstehung-Geschichte wurde der christliche Gottessohn folglich für die Kelten einfach einer der ihren, wäre da nicht auch noch die Behauptung von der Schwängerung einer Jungfrau durch einen Engel. Die keltische Bevölkerung habe damals die Festlegung des beweglichen christlichen Oster-Festes [das Fest der Auferstehung] auf den Frühlingspunkt hartnäckig abgelehnt. Die Siebenschläfer scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen, nebst dem Hasen-Tanz im März [siehe unten stehend]. Als das Osterfest als christlich religiöses Auferstehungsfest im Europa nördlich der Alpen eintraf, war vor allem die vom Kirchen-Klerus beanspruchte Zeit schon längst besetzt durch das Beltane-Fest am 1. Mai resp. durch einen an die Jahreszeiten gekoppelten, naturwissenschaftlichen Ritus von Auferstehung und Wiedergeburt.

Das Datum für Ostern ist heute am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche [Äquinoktium] am Frühlingspunkt, also frühestens am 22. März und spätestens am 26. April. Nun hatte der Katholizismus in Westeuropa nach dem Untergang des keltischen Druidentums zusätzlich das Problem, dass damals auch mit dem julianischen Kalender der Frühlingspunkt bzw. die Tagundnachtgleiche nicht korrekt bestimmt werden konnte. Das fixierte Oster-Datum verschob sich unbemerkt jedes Jahr um gut 11 Minuten, also alle 130 Jahre um einen ganzen Tag weiter in Richtung Sommer, [→ der keltische Kalender].

Eine Version einer altartigen Sage aus dem Gebiet Niedersachsens und Westfalens handelt vom Sonnenaufgang im Zwergenreich und enthält den rumpelstilzartigen Vers:

Die Christenheit ist niemals gescheit, sie weiss nicht, wann die Sonne aufgeht.

Vor etwa 300 Jahren entstand in weiten Teilen Europas der Brauch des in den April schicken als 1. April-Scherz, welcher ebenfalls einen Bezug zur falschen Osterzeit haben könnte.

Das Wort Ostern geht vermutlich auf das althochdeutsche ostarun für Morgenröte zurück und nicht auf angebliche germanische Frühlings-Göttinnen. Der keltische Frühlings-Punkt war Imbolg oder Imbolc [Lichtmess] am 1. Februar und nimmt Bezug auf die Wintersonnenwende am 21. Dezember, der längsten Nacht und danach wieder zunehmender Tageszeit. Der Zusammenhang der aufgehenden Sonne im Osten mit der Morgenröte im Wort Ostern scheint hingegen naheliegend und einleuchtend.

Aufgrund der Bilder vom Silberkessel von Gundestrup kann davon ausgegangen werden, in keltischer Kultur wurde die Schwangerschaft resp. Geburt thematisiert mit Imbolg [= im Bauch bez. Rundum-Waschung mit Bezug auf Lugh] und ist über den Klapperstorch bis heute erhalten in den regionalen Bräuchen um das Osterfest mit Klappern, Ratschen und dergleichen mehr.

Ebenso wie anlässlich der kulturellen Überlagerung Teile von Samonios am 1. November zu Weihnachten und Silvester kamen, wurden Inhalte von Beltane am 1. Mai zu Ostern und Pfingsten umgedeutet und verschoben. Ende des 17. Jh., Quellen erwähnen 1682, erscheint im Zusammenhang mit dem Osterei der Osterhase. Die Symbolik in Form vom Drei-Hasen-Ohren-Bild war im Mittelalter weit verbreitet. Das Auftauchen des die Eier bringenden Osterhasen hat vermutlich auch einen Zusammenhang mit der Verfolgung angeblicher Hexen, welche nach 1700 stark abnahm, [lesen Sie dazu bitte Walpurgis].

Ostern Drei-Hasen-Ohren-BildObschon der Hase in den Speise-Gesetzen der Bibel nur bei den unreinen Tiere erwähnt wird, [Wiederkäuer ohne gespreizte Klauen; der Feldhase scheidet die erste Verdauung aus, nimmt diese wieder zu sich und frisst dann den zweiten Kot nicht mehr], die nicht gegessen werden dürfen, taucht er dennoch in bildlichen Darstellungen der mittelalterlichen Kunst als Symbol der Trinität auf als ein Zeichen der göttlichen Dreifaltigkeit [nicht = Dreieinigkeit].

Warum bringt der Hase die Eier?

Die Geschichten rund um Osterhase und Osterei, stellvertretend für die Bedeutung von Ostern sind ein vergnügliches Beispiel dafür, wie sich ein gesunder Verstand von Menschen schliesslich durchsetzt. Dem Oster-Brauchtum fehlt nämlich von jeher die biblische Grundlage, [ebenso wie Weihnachten, dem umgedeutet verlagerten keltischen Allerseelen]. Die meisten Oster-Bräuche haben einen vorchristlichen Hintergrund, kulturell geprägt vor Ort. Das Osterfest der Kirche selber hat seine Wurzeln im jüdischen Passah-(Pessach)-Fest. Das klassische Osterei war ein durch Erhitzen haltbar gemachtes und dann rot gefärbtes Ei. Die Botschaft lautete: Christus ist auferstanden und lebt! Er hat Tod und Grab überwunden. Das rot gefärbte Osterei sollte die Macht vom [neu erfundenen] Gott über den Tod symbolisieren.

Dieses Märchen traf nördlich der Alpen auf die Tradition aus vergangener keltischer Kultur mit festem Wissen um die alljährliche Auferstehung von Flora und Fauna [Tagundnachtgleiche am 21. März wurde mit Beltane am 1. Mai erfasst] und dem Gedanken einer unvergänglichen Seele, was die Wieder-Auferstehung resp. den Wechsel von lebendig zu leblos und umgekehrt als selbstverständlich einleuchtend beinhaltet [Tagundnachtgleiche am 21. September wurde mit Allerseelen am 1. November erfasst].

Der Inhalt vom keltischen Beltane, welcher durch die neue katholische Oster-Lehre umgedeutet werden sollte, war aber die soziale Gemeinschaft durch Taufe, der Maibaum als Lebensbaum und der Tanz in den Wonne-Monat. [→ Bild zu Beltane im Silber-Kessel von Gundestrup]. Diesen Menschen mit Kenntnis vom Seelen-Gedanken, [direkt von den Toten abzustammen], den von einer durch einen Engel geschwängerten Jungfrau geborenen Sohn nach seiner Hinrichtung angeblich wieder auferstehen zu lassen setzt schon ein gehörig Mass von Machbarkeitswahn voraus [oder aber die Nicht-Kenntnis der keltischen Kultur].

So erstaunt denn nicht, wenn nach der Überlieferung in der ehemals keltischen Schweiz das Osterei vom Kuckuck gebracht wurde. Im Umkehrschluss war das Osterei also volkstümlich ein Kuckucksei. Der Kuckuck legt sein Ei in ein fremdes Nest zum Ausbrüten und der Aufzucht vom Nachwuchs. Der schweizerdeutsche Gu-gu für Kuckuck bezeichnet auch Verstecken oder als Gugus etwas Unverständliches. Anderswo die Redensart vom Fuchs, der die Eier [= Hoden] hinten hat. Oder vom Storch, der die Eier [= Kinder] bringt. Ein Hahn wurde 1474 in Basel zum Tod verurteilt und verbrannt weil er wider die Natur ein Ei gelegt haben soll.

Der Bezug zum Hasen kann aus der Geschichte abgeleitet werden: Durch die katholische Vor-Verlagerung vom keltischen Beltane-Fest am 1. Mai, welches auf derselben Frühjahr-Tagundnachtgleiche vom 21. März gründet wie das neu eingeführte Oster-Fest, fallen die alten Bräuche jetzt zusammen mit einem eindrücklichen Natur-Schauspiel im März, dem Hasen-Tanz. Im Frühjahr beobachteten die Menschen, wie Hasen in grossen Gruppen auf den Feldern zu tanzen schienen. Feldhasen mögen trockene, offene Landschaften wie Ackerland oder weite Wiesen und Felder, möglichst mit Hecken durchsetzt. Die sonst als scheue Einzelgänger eher nacht- und dämmerungsaktiven Tiere rotten sich im März am heiterhellen Tag zusammen und veranstalten ihre brachialen Balz-Tänze zum Paarungs-Ritual. Die Rammler stehen auf den Hinterbeinen, schlagen mit den Vorderpfoten rasend schnell aufeinander ein und vermitteln den Eindruck eines Tanzes.

Ostern erscheint dadurch volkstümlich als Hasen-Tanz-Fest [um das Kuckuck-Ei], eine Umwandlung durch lebendiges Brauchtum, welche von der klerikalen Kirche weder geplant noch vorhersehbar war. Im Gegenteil. Der Tanz war ein Element im keltischen Beltaine-Fest [Walpurgisnacht] und die Austreibung vom Tanz aus der Kultpraxis durch Verteufelung wurde generell zu einem zentralen Ansatz der neuen Moral- und Sitten-Lehre. Der Kirchen-Lehrer Augustinus von Hippo (353-430) schreibt: Der Tanz ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt der Teufel ist. Johannes von Antiochia [Chrysostomos] meinte im 5. Jh. zwar vorwiegend die fahrenden Spielleute mit wo Tanz ist, da ist der Teufel, doch findet die Formel eine allgemeine Verwendung bis in die Neuzeit. Die angeblich unanständigen Bewegungen des Tanzes und des Reigens wurden verdammt.

Die Menschen jedoch liessen sich ihren Spass an der Freude nicht nehmen und so akzeptierte die Kirche im Mittelalter das notwendige Übel. Um 1100 entstanden erneut sogenannte Bauerntänze, die einen sozial ausgerichteten Tanz darstellten. Im 13./14. Jh. entwickelte sich zusätzlich der höfische Tanz, der zu dieser Zeit nur den Adligen vorbehalten war. Noch bis ins 17. Jahrhundert erschienen Schmäh-Schriften von Klerikern, die Tanzen als Teil der Teufels-Anbetung ansahen. Neben Sex-Reiz und Zauberei war Tanz ein Indiz, nach dem eine Hexe erkannt wurde.

Dem Oster-Feldhasen-Tanz wurde mit einem weiteren Verbot begegnet: Im Jahre 751 liess Papst Zacharias den Verzehr von Hasen-Fleisch verbieten wegen Gefährdung der Sitten und der Moral. Noch in der Bibel-Übersetzung von 1534 erwähnt Luther die Caninichen als unreine Tiere. Feldhasen allerdings sind Nestflüchter und keine Säugetiere wie die Kaninchen. Nichtsdestotrotz gehört der Hasen-Braten, schweizerdeutsch Chüngel [Chüng = König], bis zum heutigen Tag bei manchen auf den festlichen Ostertisch.

Wie an anderen ursprünglich keltischen Anlässen wurden auch zu Ostern, genauer am Gründonnerstag, Zins- und Pacht-Zahlungen für Grund und Boden fällig, die nach altem Brauch unter anderem auch in Eiern erstattet wurden. In der Bedeutung des zu Ostern abzuliefernden Zins-Eies lässt sich das Wort Osterei im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert nachweisen. Zugleich waren Zinstage stets auch Heischetage, also Zahltage und Unterstützungstage für Gesinde und Arme, die das Recht darum zu bitten, zum Teil aber sogar Anspruch auf die betreffenden Leistungen hatten. Auch diese Leistungen erfolgten in Naturalien, unter anderem in Form von Eiern und Gebäck. Als die Naturalabgaben durch Geldzahlungen abgelöst wurden, erhielten sich die Bräuche als Geschenk-Bräuche vor allem für Kinder, die besondere Eier-Geschenke von ihren Taufpaten erhielten.

Zusammenfassend ist Ostern inhaltlich gesehen keltischen oder noch früheren Ursprungs und meint nördlich der Alpen den Frühlingspunkt am 21. März als Erwachen [Auferstehung] der Natur, genauer der Flora und Fauna welcher in vergangener keltischer Kultur mit Beltane am 1. Mai erfasst wurde als Gegenpol von Samonios am 1. November. Mit einem christlich geprägten Rückblick war Ostern also ein angeblich heidnisches Fest, aber im Ursprung nicht bei Germanen im Norden nachweisbar, sondern keltisch.

Warum feiern wir Ostern?

Wie das Fest dann im Einzelnen begangen wird ist zweitrangig, wichtiger ist, den Wechsel zur Sommer-Halbzeit mit Ostern [oder 1. Mai] als Anlass zu nutzen für ein freundschaftliches und feierliches Treffen der Verwandten oder Bekannten mit gemeinsam Essen und Umtrunk; frei nach dem Motto: Alles wird gut, packen wir’s an!.
Der Brauch mit farbigen Ostereier stammt übrigens aus der katholischen Fastenzeit, als die Eier zwecks Aufbewahrung gekocht und gekennzeichnet werden mussten, da der Verzehr verboten war. Das Eiersuchen selbst hat keinen besonders tiefen Sinn, sondern ist eine der täglichen Pflichten bei damals noch artgerechter Hühnerhaltung. Es sei denn, es habe sich um verbotene Eier während der Fastenzeit gehandelt.

Ostern

 

Ostern, die Auferstehung von Flora und Fauna

Die Fauna kennt tatsächlich wieder erwachende Siebenschläfer

In Rotthof bei Passau an der Donau ist eine Kirche als einzige in ganz Mitteleuropa den sieben Schläfern geweiht worden. Nach der Legende sollen sieben Jünglinge ihrer Verfolgung als Christen entgangen sein, indem sie in einer Höhle bei Ephesus an der Westküste Kleinasiens fast 200 Jahre schliefen. Unter Kaiser Theodosius II. [408-450] sollen sie als lebendige Zeugen für die Auferstehung des Fleisches aufgetreten sein.

Diese schon fast vergessene Überlieferung aus dem Brauchtum von Bayern ist gleich in mehrfacher Hinsicht sensationell und ermöglicht vielleicht einen tiefen Einblick in das untergegangene keltische Druidentum der Europäer. Der naturwissenschaftliche Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier im europäischen Laubwald und hat seinen Namen durch den extrem langen, ununterbrochenen Winterschlaf von jeweils sieben Monaten. Unter dem Namen Glis glis ist er der bekannteste Vertreter der Familie der Bilche oder Schläfer [Gliridae] aus der Ordnung der Nagetiere [Rodentia].

Im Juni wurde Eisenkraut gesammelt am Siebenschläfertag. Eine alte Bauernregel besagt: Am Siebenschläfertag [27. Juni] soll Eisenkraut gegen Schlafsucht und Kopfschmerzen ins Haus geholt werden. Das Eisenkraut, Verbena officinalis, ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen und wurde im Altertum so hochgehalten, dass es die Griechen und Römer mit den Namen ihrer Wissenschaften auszeichneten, wie Träne der Juno, Venuskraut, Blut Merkurs, Heiligkraut. Auch die keltischen Druiden werden die Pflanze verwendet haben. Die beste Sammelzeit ist Ende Juni, bevor noch alle Blüten aufgegangen sind. Interessanterweise ist das Eisenkraut aus vielen Handbüchern der Heilkräuter vollständig verschwunden, ohne Hinweise darauf, warum das so ist. Es gibt in der Kräuter-Heilkunde noch andere Pflanzen, von denen bekannt ist, dass sie schon von den alten Kelten verwendet wurden. Die Kuh- oder Küchenschellen aus der Gattung Anemonae hatten nebst anderen auch den Namen Siebenschläfer. Verwendet wurde das Kraut der Pflanze in der Blütezeit Ende März bis April; das ist die Zeit, in der die Siebenschläfer genannten Bilche nach sieben Monaten Winterschlaf wieder aufwachen. Die Pflanze ist fast geruchlos und von scharfem, bitteren Geschmack; von mittlerer Giftigkeit, stark fäulniswidrig und keimtötend. War Heilmittel gegen Schwachsichtigkeit und beginnende Erblindung, gegen den grauen und schwarzen Star. Ebenso gegen Melancholie, Schlaflosigkeit am Abend und dafür Schlafsüchtigkeit am Morgen. In der kleinen, unscheinbaren Wiesenkuhschelle, Pulsatilla vulgaris, sind enorme Heilkräfte verborgen, welche bei einer speziellen Konstitution sämtliche Körperfunktionen beeinflussen und ausgesprochen umstimmend wirken.

Von den Kelten ist der allgemeine Mythos überliefert, ihre Druiden hätten geheimnisvolle Zaubertränke zubereitet. Im Zusammenhang mit den Siebenschläfern schimmert möglicherweise ein solcher Kult durch: Eisenkraut und Anemone wirken unter anderem gegen Schlafsucht, Melancholie, etc. und können daher auch die Frühjahrs-Müdigkeit bekämpfen. Vielleicht vollzogen die Menschen im kalten Norden sogar eine Art von Winter-Ruhe und wurden gezielt wieder aus ihrer Lethargie geweckt. Aber das sind selbstredend lediglich Spekulationen.

Die Auferstehung der Siebenschläfer [Bilche] findet in der Osterzeit statt

Am 21. März ist der Frühlingspunkt der Sonne. Tag und Nacht sind genau gleich lang. Die Tage sind nun bis zum 21. September länger als die Nächte; obwohl sie ab dem längsten Tag am 21. Juni täglich wieder etwas kürzer werden. Der kürzeste Tag ist aber bereits am 21. Dezember gewesen und die Tage werden schon seit drei Monaten kontinuierlich länger, was im keltischen Druidentum angeblich mit Imbolg, Imbolc [Lichtmess] am 1. Februar entsprechend gewürdig wurde.

Die keltische Kultur richtete sich nach einem naturwissenschaftlich korrekten und auf exakten astronomischen Kenntnissen beruhenden Fest-Kalender und war zur Bestimmung der Frühjahr-Tagundnachtgleiche nicht vom Auftauchen der Siebenschläfer abhängig. Vermutlich wurde damals bereits ein Kult sowohl von Wiedergeburt als auch Auferstehung der Natur praktiziert, der weit in die Bronze- und Steinzeit zurückgehen muss. Die regelmässige Übereinstimmung von Frühling und Auferstehung der Siebenschläfer wird von den die Natur beobachtenden Menschen schon sehr früh wahrgenommen worden sein. Ebenso die Rückkehr anderer Tiere wie Bären, Zugvögel, Hirsch ohne Geweih usw.

Quelle: http://www.keltoi.ch/ostern.html

Gruß an die wahre Geschichte

TA KI

 

Deutschlands Destruktion 1 Sicherheit durch das Kantonssystem


Es existieren Szenarien, was uns in Zukunft erwarten könnte. Es gibt aber ebenso die Möglichkeit gewisse Szenarie auszuschließen.

Aus gutem Grund kann ein geplanter Bürgerkrieg oder ähnliches ausgeschlossen werden.

conrebbi

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Gruß an die Aufklärer

TA KI

Merkmale des Staatszerfalls


senatus-populusque-romanus

Auch Rom war durch Zuwanderung überfordert. Institutionelle Ordnungen wurden durch personelle verdrängt, staatliche durch private Schutzverhältnisse.

 Der Zusammenbruch des Römischen Reichs im 5. Jahrhundert n. Chr. und der dadurch eingeleitete Untergang der antiken Kultur ist auch ca. 1500 Jahre danach ein Thema, über das intensiv geforscht und diskutiert wird. Geradezu unfassbar stellt sich für den geschichtlichen Betrachter in der Rückschau die Implosion einer antiken Weltmacht dar, der Niedergang zu einem failed state – zumindest in ihrem westlichen Teil – in nicht einmal 100 Jahren.

Als Schlaglichter in diesem Zerfall der westlichen Reichshälfte sollen zwei Ereignisse kurz angesprochen werden: der Zug der Visigoten unter ihrem König Alarich nach Italien bis zur Einnahme der Stadt 410 n. Chr. und die Zustände in den Noricum-Provinzen ca. 60 Jahre später. Am Ende der Entwicklung stand die völlige Auflösung der römischen Staatsgewalt im Westen. Das Reich wurde nun in verschiedene germanische Königreiche aufgegliedert bzw. in der Levante, in Nordafrika und Spanien ab dem 7. Jahrundert von den Arabern überrannt.

Ein Staat im Staate

Dass in der Folge der sehr bekannte Begriff „Westgoten“ vermieden wird, hat seinen Grund darin, dass er nicht historisch ist, denn auch nach der Etablierung des „westgotischen“ Königreichs in Gallien ab dem Jahre 418 haben die dortigen Goten sich nicht so genannt. Im Ursprung gab es einen hauptsächlich aus gotischen Terwingen bestehenden und vor den Hunnen fliehenden Wanderverband aus Kriegern und ihren ganzen Familien, dem 376 der Übertritt ins Römische Reich erlaubt wurde.

Aus ihm hat sich dann nach vielen Absplitterungen, aber auch weiteren umfangreichen Zuläufen ein Volk herausgebildet, was sich selbst wohl als „Visigoten“ bezeichnete, vielleicht „die edlen Goten“. In diesem Verband gab es ursprünglich neben den genannten Terwingen auch gotische Greuthungen („Ostgoten“ aus der Schwarzmeergegend) sowie andere Germanengruppen, ebenso nicht-germanische Alanen und sogar Hunnen. Ob es sich bei den Terwingen/Visigoten im Kern um eine Kriegergruppe mit umfangreichem Tross oder tatsächlich um einen ganzen Teilstamm auf Wanderung handelte, wird man wohl nie mehr klären können.

Da 376 allerdings die Versorgung dieser Menschen, römische Quellen sprechen von 200 000 Personen, durch die Verantwortlichen vor Ort nur schleppend voran kam und zudem korrupte Beamte von den hungernden Goten Sklaven erpressten, eskalierte die Situation bis 378 zur Schlacht bei Adrianopel, in der die römische Ostarmee unter Kaiser Valens unterging. Der Gegner war eben keine umherschweifende Plündererbande, sondern ein bis an die Zähne bewaffneter Militärverband.

Vier Jahre lang gab es in den Balkanprovinzen keine nennenswerte römische Staatsmacht mehr, bis Kaiser Theodosius 382 aus der Not eine Tugend machte und den Goten in einem Vertrag (Foedus) die Ansiedlung als geschlossener, nicht unterworfener und weiterhin autonom lebender Volksverband auf römischen Boden in der Diözese Thrakien gestattete (die Forschung ist sich über die Bewertung des Goten-Foedus von 382 immer noch uneins, hier wird der Darstellung aus Demandt, Geschichte der Spätantike, München 2008 gefolgt). Sie erhielten steuerfreien Grundbesitz und Jahrgelder sowie das Recht, unter ihren eigenen Fürsten nach eigenen Gesetzen zu leben.

Die Goten waren dem Kaiser (allerdings nur gegen weitere Bezahlung) zu Kriegsdienst verpflichtet, sie durften in eigenen Verbänden unter eigenen Anführern kämpfen. In der Folge versuchten die Römer, wo es ihre militärische Stärke zuließ, andere Barbarengruppen wieder nur als unterworfene Wehrbauern und geographisch verstreut ins Reich zu integrieren, ohne die Sonderrechte, die sich die Goten ausgehandelt hatten. In der Diözese Thrakien war aber nun ein Staat im Staate entstanden, der in der weiteren Krise des Reichs, die durch den fortdauernden Wanderungsdruck aus dem Barbaricum und den immer wieder aufflammenden römischen Bürgerkriegen angefeuert wurde, eine fatale Rolle spielen sollte.

Vergleich mit heutigen Terroristen

Es ist anzunehmen, die Quellenlage ist allerdings eher schlecht, dass Theodosius, der wie alle römischen Kaiser der Spätantike immer Bedarf an Soldaten hatte, vor allem auch um innerrömische Konflikte zu bewältigen, auf die Soldaten der gotischen Foederaten an der unteren Donau zurückgegriffen hat. Das war wohl 388 der Fall, als der Usurpator Magnus Maximus niedergekämpft werden musste, und auch 394, als in der Schlacht am Frigidus gegen den Usurpator Eugenius 20.000 Goten das wichtigste Kontingent im Heer des rechtgläubigen Kaisers ausmachte. Einer der Führer des gotischen Kontingents war Alarich, der hier zum ersten Mal geschichtlich greifbar wird.

Ob Alarich, der wohl um 370 n. Chr. geboren wurde, mit seiner Familie schon 376 über die Donau gekommen ist oder erst später in das neue Siedlungsgebiet der Goten zuwanderte, das nominell Teil des römischen Reichs war, lässt sich nicht sagen. Fakt ist aber, dass er ab 395 als Anführer der gotischen Föderaten in Erscheinung tritt, die 394 am Frigidus sehr große Verluste erlitten hatten und sich nach dem Tod des Kaisers Theodosius nicht entsprechend entschädigt fühlten.

Sehr meinungsfreudig hat der Journalist Berthold Seewald in einem Artikel von 2010 zum 1600. Jahrestags der Eroberung Roms durch die Goten ihren Anführer Alarich mit den islamistischen Dschihadisten der Neuzeit verglichen, die den Anschlag vom 11. September 2001 durchgeführt haben.[1] Alarich hätte wie die Dschihadisten am Rande der Gesellschaft gelebt, von seinem eigenen Volk entfremdet und in einer Identitätskrise steckend. Seine Handlungen seien vor dem Hintergrund zu sehen, dass er beständig um eine Stellung innerhalb der römischen Gesellschaft gerungen habe:

„Vor 1600 Jahren ging die Welt unter. Ein Heer, bestehend aus Goten, Hunnen und Alanen unter der Führung eines gewissen Alarich, eroberte Rom und plünderte es, drei ganze Tage lang. Der Tempelschatz aus Jerusalem und noch viel mehr sollen damals zur Beute gehört haben. Noch viele Jahre später konnte ein Gotenkönig es sich leisten, seiner Frau Körbe voller Edelsteine zu schenken.
Doch was sind die materiellen Verluste gegen die ideelle und emotionale Wirkung, die vom 24. August 410 ausging? Es ist nicht zuviel gesagt, den Vergleich mit dem 11. September 2001 zu ziehen – und am Ende können wir nur jenen zustimmen, die den Gotensturm welthistorisch gar für wirkungsmächtiger halten als den islamistischen Anschlag. Dafür sprechen schon die historischen Größenordnungen.
(…).
Die Goten, die sich damals Siedlungsgebiete innerhalb der Reichsgrenzen erzwangen, waren längst in der militärischen Hierarchie Ostroms integriert worden. Alarich aber führte einen zusammengewürfelten Haufen, dem eben jenes Privileg einer ordentlichen Teilhabe am römischen Staat verwehrt worden war. Ihre späte Geburt war ihr Unglück. In der Heimat ihrer Ahnen in den Steppen jenseits des Schwarzen Meeres wetterleuchtete der Hunnensturm. Und die Pfründe, die die römische Zivilisation bot, waren vergeben – an ihre Stammesgenossen.
Denn das hatten Alarichs Goten mit den Islamisten der Gegenwart gemein: Sie lebten nicht jenseits der Zivilisation, die sie bekämpften, sondern an ihrem Rand, waren von ihr geprägt, rangen um ein Verhältnis mit ihr. Auch die Terroristen von New York und Washington hatten im Westen gelebt. Aber sie suchten ihn zu zerstören, weil sie ihn für ihre Identitätskrise verantwortlich machten. Alarich dagegen griff ihn an, weil Rom ihm nicht erlaubte, die westliche Identität voll und ganz anzunehmen.“

Ein „Warlord“ der Antike

Auf GEOLITICO sind Rom-Vergleiche durchaus statthaft, aber ob Berthold Seewald nach der Ausrufung der Willkommenskultur am 4. September 2015 durch Kanzlerin Merkel noch gern an seinen Vergleich erinnert wird, lassen wir einmal dahingestellt. Es gibt indes andere gute Gründe, dem Vergleich so nicht zuzustimmen. Einen Mann, der als einer der Truppenführer in einer der großen Entscheidungsschlachten im römischen Bürgerkrieg gedient hat, kann man schwerlich als am Rande der Gesellschaft lebend kennzeichnen. Auch wurde Alarich später immer wieder zum Heermeister ernannt, einer der höchsten militärischen Ränge im spätantiken Römerreich.

Alarichs Aufstand war in seinen Anfängen eher das Ergebnis eines Zusammenpralls unterschiedlicher kultureller Prägungen. Fakt ist, dass die Goten in der Schlacht am Frigidus 394 wohl außerordentlich hohe Verluste erlitten hatten; diese Verluste sind nach Ansicht Alarichs nicht entsprechend honoriert worden. Was genau geschehen ist, lässt sich nicht mehr ermitteln.

Waren die Goten nach dem Tod Theodosius in ihre Siedlungsgebiete zurückgeschickt worden, wo sie dann unter Alarichs Führung in Gesamtheit als Wanderverband aufbrachen und die Donaugebiete vollständig verließen, um eine bessere und damit ehrenvollere Bezahlung für ihre Kriegsdienste zu erzwingen? Das kann sein, denn es wuchs inzwischen auch die Gefahr hunnischer Angriffe, denen man ausweichen wollte.

Vielleicht ist aber auch ein Konflikt innerhalb der gotischen Föderaten zum Tragen gekommen. Alarich müsste es dann als eine Art „Warlord“ der Antike gelungen sein, einen Teil der visigotischen Krieger und ihren Anhang unter sein Kommando zu bekommen, wobei die aus Sicht der Goten unehrenhafte Behandlung der Föderatentruppen durch die neue weströmische Führung dann ausschlaggebend gewesen sein könnte.

Da die Goten unter eigenem Recht und mit eigenen Waffen quasi als Geduldete, wenn auch nicht als römische Bürger lebten, entstand dem römischen Staat mit Alarichs Aufstand eine neue Bürgerkriegssituation. Eindeutig bleibt festzuhalten: Die Meuterei des autonomen gotischen Kriegerverbands unter Alarich führte mit zum Siechtum und schließlich zum Zerfall des Römischen Reichs.

Zunächst plünderten Alarichs Truppen ungehindert Griechenland, das zum oströmischen Bereich gehörte. Da auch Ostrom ihm nicht Herr wurde, macht man ihn durch die Ernennung zum illyrischen Heermeister kurzerhand vom Reichsfeind zum Reichsgeneral. Alarich bekam wohl den Auftrag, die illyrischen Provinzen gegen das Westreich zu verteidigen. Für die Bevölkerung der Balkanprovinzen, die den neuen Heermeister ernähren und ertragen musste, wird das allerdings kein Trost gewesen sein.

Demütigung der Römer

Immer wieder wurden Alarichs Goten nun auch innerhalb der zunehmenden Spannungen zwischen den west- und oströmischen Kaiserhöfen zu einem Spielball im Machtspiel, in dem allerdings der Westen die schlechteren Karten hatte. Da am Frigidus der größte Teil der weströmischen Armee vernichtet wurde, fehlten dem neuen Kaiser Honorius und seinem Heermeister Stilicho schlicht die militärischen Mittel. Die Situation wurde immer verworrener.

Ab 401 versuchte Alarich in Italien selbst Fuß zu fassen, konnte aber noch vom Heermeister Stilicho mit Hilfe anderer foederierter Truppen abgewehrt werden, wobei schon in der Antike unterstellt wurde, dass Stilicho die gotischen Meuterer gar nicht vernichtend schlagen wollte, weil er sie als Verbündete brauchte. Denn um Alarich gegen Ostrom zu lenken wurde er 405 – diesmal vom Westkaiser Honorius – zum Heermeister für das Illyricum ernannt, um wohl die ganze Präfektur Illyricum für den Westen zu sichern. Diesmal versuchte also die westliche Elite des Römerreichs, den „Warlord“ irgendwie in die römische Rechtsordnung einzubinden, um zumindest vorgeblich eine Kontrolle über die Goten auszuüben und mittels der Goten eigene Ziele zu erreichen.

Die weitere Unterstützung durch Westrom blieb aber aus, denn man hatte inzwischen ganz andere Probleme: 406/407 waren die Alanen, Vandalen und Sueben über den Rhein in Gallien eingebrochen. Nun verlangte aber Alarich einen Kostenausgleich von 4000 Pfund Gold für seinen militärischen Einsatz. Etwas gemäßigtere Forderungen stellte er nach der Ermordung seines eigentlichen Ansprechpartners Stilicho, doch der Westkaiser Honorius blieb in seiner Verweigerung stur.

Nach den Quellen begann Alarich nun seinen endgültigen Marsch auf Rom, und offenbar gab es kein nennenswertes weströmisches Heer mehr, das ihn aufhalten konnte, denn nach Stilichos Hinrichtung sollen 30.000 foederierte Germanen des römischen Heeres zu Alarich übergelaufen sein. Außerdem sollen später noch Tausende von germanischen Sklaven sich Alarichs visigotischem Kriegerheer samt Tross angeschlossen haben, was seine Bekämpfung zusätzlich erschwert haben dürfte.

Man muss es sich vorstellen: Rom, die Stadt, die einst das römische Weltreich begründet hat, das Sinnbild des Imperiums, wird Ziel eines Angriffs der gotischen Foederaten, aber niemand kann sie aufhalten.

408 erfolgte die erste Belagerung Roms, die nur durch immense Geldzahlungen beendet werden konnte: 5.000 Pfund Gold, 30.000 Pfund Silber, 4.000 Seidengewänder, 3.000 Pfund Pfeffer und 3.000 purpurgefärbte Pergamente. Über diese erste Demütigung der Römer gibt es einen Bericht des spätantiken Historikers Zosimus (Goetz/Patzold/Welwei, Die Germanen in der Völkerwanderung, Darmstadt 2007, S. 297 f.), in dem eindringlich geschildert wird, wie Alarichs Truppe die Stadt von jeder Nahrungslieferung abschloss, die Bewohner aber verzweifelt und hungernd auszuhalten versuchten, weil sie der irrigen Meinung waren, dass ihr Kaiser Honorius vielleicht Hilfstruppen für die Hauptstadt entsenden würde. Der blieb aber lieber in der sicheren Residenz Ravenna und nennenswerte Truppen hatte er nicht mehr zur Verfügung. Schließlich blieb den Stadtrömern nichts anderes übrig, als mit dem Barbaren zu verhandeln:

„Auf dem Höhepunkt der Not, als schon die Gefahr des Kannibalismus bestand und man bereits alles versuchte hatte, was den Menschen sonst als Frevel erscheint, beschloss man, eine Gesandtschaft zum Feind zu schicken, die melden sollte, daß die Römer bereit seien, einen maßvollen Frieden zu schließen, aber noch größere Bereitschaft zum Krieg zeigten, denn das römische Volk habe Waffen angelegt und zögere infolge dauernder Waffenübung nicht mehr, Krieg zu führen. (…).
Als Alarich sie [die Gesandten] anhörte, vor allem die Mitteilung, daß das Volk gerüstet sei, um Krieg zu führen, da sagte er: „Dichteres Gras läßt sich leichter mähen als dünneres“. Und nach diesen Worten lachte er den Gesandten laut ins Gesicht. Als sie dann begannen, über den Frieden zu verhandeln, gebrauchte er Worte, die alle barbarische Prahlerei übertrafen; er sagte nämlich, er werde nur unter der Bedingung die Belagerung aufheben, daß ihm alles Gold, das die Stadt besitze, ebenso das Silber und alle bewegliche Habe in der Stadt sowie die barbarischen Sklaven übergeben werde. Einer der Gesandten sagte: „Wenn du all dies erhalten solltest, was wirst du dann den Einwohnern der Stadt noch übrig lassen?“ Alarich antwortete: „Das Leben“.“

Immer neue Kaiser aufs Schild gehoben

Im 5. Jahrhundert mussten die Römer sich langsam daran gewöhnen, dass die Staatsmacht auf dem Rückzug bzw. auf andere übergangen war. Alarichs Forderungen waren nun die Erneuerung der Heermeisterstelle im Illyricum und Landzuweisungen für sein Heer in Venetien, Noricum und Dalmatien. Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem im uneinnehmbaren Ravenna residierenden Kaiser war Alarich Ende 409 erneut vor Rom und unterband jede Nahrungslieferung. In seiner Not ernannte der römische Senat auf sein Geheiß den Stadtpräfekten Priscus Attalus zum westlichen Gegenkaiser, der dann Alarich umgehend zum Heermeister ernannte.

Die Ernennung weströmischer Kaiser durch tatsächliche oder potentielle römische Heermeister sollte tatsächlich ein Konzept werden, das bis zum Untergang Westroms Schule machen sollte. Da Alarich inzwischen für sich und seine Goten die Provinz Africa forderte, was ihm Attalus aus guten Gründen verweigerte, wurde der Gegenkaiser im Juli 410 von Alarich aber wieder abgesetzt. Es kam zu neuen Verhandlungen mit Honorius, die zu nichts führten, so dass Alarich am 24. August 410 Rom einnehmen und plündern ließ. Alarich zog mit reicher Beute ab, darunter war – als besondere Demütigung – die Halbschwester des Kaisers Galla Placidia sowie weitere vornehme Gefangene.

Von der verheerenden Niederlage von Adrianopel 378 führt noch kein direkter Weg zum Untergang Roms, aber die Unfähigkeit der weströmischen Politik, einem Aufstand der gotischen Foederaten ein Ende zu bereiten, ist ein deutliches Zeichen eines immer schneller werdenden Zerfalls. Der Schock dieser ersten Eroberung Roms nach ca. 800 Jahren saß tief. Das Ereignis wurde auch entsprechend von römischen Autoren kommentiert, einiges ist noch erhalten. Aber eine Änderung in der Politik oder im Verhalten der römischen Eliten war danach nicht zu erkennen.

Die Zentrale versankt im Chaos

Circa 60 Jahre später, um die Jahre 460 bis 470 n. Chr., waren die Würfel gefallen. Inzwischen hatten die Vandalen die reichste Provinz des Westens Africa erobert und damit Rom von Getreidelieferungen und den Kaiser von immer noch üppigen Steuereinnahmen abgeschnitten. Damit wurden aber die Möglichkeiten, im Westen neue und vor allem loyale Armeen aufzustellen immer eingeschränkter.

In Rom bzw. Ravenna werden in schneller Folge neue Kaiser aufs Schild gehoben und relativ schnell wieder beseitigt. In dieser Zeit regierte seit 467 gerade Flavius Procopius Anthemius, der vom oströmischen Kaiser Leo eingesetzt wurde. Unter Anthemius wurde versucht, die Provinz Africa von den Vandalen zurück zu erobern. Das Scheitern dieser Operation wird von vielen Forschern als Point of no Return für den Zerfall des weströmischen Reichs bezeichnet. Nach dem Zerwürfnis mit seinem obersten Heermeister Ricimer wurde Anthemius von diesem 472 hingerichtet.

Das alles aber war für die Bewohner der Provinzen Noricum Ripense und Noricum Mediterraneum in dieser Zeit nicht mehr von besonderer Bedeutung, denn hier war die römische Staatsmacht inzwischen quasi inexistent.

Es gibt über diese Zeit und dieses Gebiet nur bruchstückhafte Darstellungen spätantiker Historiker. Als Ganzes überliefert ist nur eine Heiligenlegende aus dem Jahr 511, die Vita Sancti Severini (Eugippius, Das Leben des Heiligen Severin, Essen/Stuttgart 1986), sie gibt einen Einblick in die Endphase des Reichszerfalls. Viele andere dem Namen nach bekannte Geschichtswerke, die sicher eine weniger heilsorientierte und damit objektivere Sicht der Dinge geliefert haben, sind leider in der Zeit der „Transformation“ ins Mittelalter verbrannt, verschimmelt oder als Packpapier für die Versorgungsrationen der vielen Armeen verwendet worden, die nun den größten Teil Europas durchstreiften.

Die Vita Sancti Severini will vor allem das christliche Wirken Severins (ca. 410 – 482 n. Chr.) schildern, die weltlichen Dinge sind nur Beiwerk. In den norischen Provinzen wurde laut Legende viel gebetet in diesen Tagen, denn immer wieder muss Severin die Provinzbewohner mit Prophezeiungen und Mahnungen konfrontieren, damit sie angesichts der chaotischen Umstände nicht ungläubig, verstockt und verzagt werden. (Vita, S. 31):

„Als dies die Bewohner der genannten Stadt hörten, flehten sie um Verzeihung wegen ihres Unglaubens und kamen den Ermahnungen des Mannes Gottes durch heilige Werke nach; sie legten sich ein Fasten auf, versammelten sich drei Tage lang in der Kirche und taten Buße für ihre früheren Irrtümer mit Seufzen und Wehklagen.“

Römische Verwaltung und Heeresorganisation waren im Westen in dieser Zeit allgemein im freien Fall, auch in den beiden Noricum-Provinzen war die Verteidigung der Provinzbewohner vor Germaneneinfällen zusammengebrochen. Die Kassen des Westkaisers waren leer, Besoldung und Nachschub aus Italien fielen aus. Im Süden von Noricum Mediterraneum wird es noch reguläre Einheiten gegeben haben, die noch die Aufrechterhaltung rudimentärer Verwaltungsstrukturen ermöglichten, aber da die Zentrale im Chaos versank, waren ihre Tage gezählt. Lapidar berichtet die Vita Sancti Severini (S. 57):

„Während der Zeit, da noch die römische Herrschaft bestand, wurden in vielen Städten Soldaten zur Bewachung des Grenzwalles auf öffentliche Kosten unterhalten; als das aufhörte, lösten sich die Besatzungen auf, und der Grenzwall zerfiel.“

Zerfall von Verwaltung und Militär

Mit dem Abtritt der Verwaltung und des Militärs wird in dieser Zeit des Zusammenbruchs „private“, man kann auch sagen „ehrenamtliche“ Initiative äußerst wichtig. Der eigentlich bisher mönchisch lebende Severinus wird durch die schiere Not zum Organisator, Helfer und Seelenbeistand und vor allem zum Vermittler zwischen den verbliebenen römischen Bewohnern, die sich in gut zu befestigende Siedlungen zurückgezogen hatten, und den neuen germanischen Schutzherren. Hier hat er, wenn man einmal die penetrante Beschreibung der angeblichen und so zahlreichen durch den Heiligen bewirkten Wunder und Prophezeiungen beiseitelässt, eine wichtig Funktion als Verhandlungsführer ausgefüllt.

Immer wieder wurden die Bewohner durch Plünderungszüge „räuberischer Barbaren“ getroffen, die alles, was sie außerhalb der befestigten Siedlungen an Menschen, Vieh und Nahrung fanden als Beute mit sich nahmen. Severin hat offenbar durch eine gute Beziehung zum regionalen Schutzherren und Machthaber, dem Rugierkönig Flaccitheus, das Los der Provinzialen etwas erleichtern können.

Aber auch zum damals wohl in der Nachbarprovinz Rätien herrschenden Alemannenkönig Gibuldus, dessen Leute Batavis (Passau) bedrängten, scheint er Zugang gehabt zu haben (Vita, S. 55):

„Batavis heißt die Stadt, welche zwischen den beiden Flüssen Inn und Donau liegt. Hier hatte der heilige Severin nach seiner Gewohnheit eine kleine Zelle für wenige Mönche gegründet, weil er selbst auf Einladung der Bürger oftmals dorthin kam, hauptsächlich aber wegen der unaufhörlichen Einfälle der Alemannen, deren König Gibuld ihn sehr verehrte und liebte.“

Es folgt eine eher irreale Beschreibung der Wirkmächtigkeit eines römischen Mönchs auf den Heerkönig einer alemannischen Gefolgschaft, zumal man hinzufügen muss, dass die Alemannen zu dieser Zeit durchaus noch Heiden und mit Bibelworten kaum zu beeindrucken waren. Was auch immer zwischen Mönch und Alemannenkönig besprochen wurde, Severin erreichte, dass ca. 70 römische Gefangene der Alemannen wieder freigelassen und an einen Beauftragten des Mönchs übergeben wurden (Vita, S. 56):

„Er nahm ungefähr siebzig Gefangene mit und überdies das erfreuliche Versprechen des Königs, er würde, wenn er in der Provinz genau nachgeforscht hätte, alle Gefangenen zurücksenden, die sich dort fänden.“

An anderer Stelle ist von einem Überfall der Heruler auf den norischen Ort Joviacum die Rede, dessen Bewohner trotz der eindringlichen Warnungen des heiligen Severin dort verblieben sind und dann alle als Gefangene verschleppt wurden. Wenn man einfach einmal annimmt, dass Severinus viele Informationskanäle nutzen konnte, ist es auch nicht völlig aus der Luft gegriffen, dass er realistische Warnungen ausgegeben hat. Auch mit dem Sohn des Rugierkönigs Flaccitheus, in der Vita Feletheus oder Feva genannt, der seinem Vater nachfolgte, musste Severin immer wieder neu verhandeln, an seine Milde appellieren, um Gefangene auszulösen oder die Verschleppung der Bewohner ganzer Orte abzuwenden. Solche Vorgänge dürften zur neuen Normalität im zerfallenden Westen des Römischen Reiches gehört haben. Letztendlich war die Provinz nicht zu halten, Odoaker, der 476 den letzten Westkaiser absetzte, ließ 488 die Provinzialen des Noricums, die dort nicht mehr verbleiben wollten, nach Italien umsiedeln.

Der schutzlose Staat

Wenn man die Vorgänge der damaligen Zeit betrachtet, dann kommt doch die Frage auf, welche Kräfteverhältnisse von den Bevölkerungszahlen her eigentlich bestanden haben müssen. Eine einstmals blühende Provinz musste aufgegeben werden, weil Massen von Barbaren sich in ihr breit machten? Weil die römische Bevölkerung so zurückgegangen ist, dass keine Soldaten mehr aufgestellt werden konnten? Die Germanen hatten, obwohl sie gegenüber früher aufgeholt hatten, auch in der Spätantike zu keinem Zeitpunkt eine Produktivität in der Landwirtschaft erreicht, die zu vergleichbaren Zahlen, wie sie das Römische Reich vorweisen konnte, geführt hatte. Entsprechend war ja dann auch der Absturz der Bevölkerungszahlen im Europa des Mittelalters.

In seinem Standardwerk über den „Fall Roms“ (München 2014) diskutiert Alexander Demandt auch die Theorie, wonach das Römische Reich an einem beständigen Bevölkerungsrückgang zugrunde gegangen sei, der dazu geführt haben soll, dass das Reich nicht mehr genug römische Bürger zur Aufstellung eigener Heere gefunden habe. Letztendlich fehlen allerdings belastbare Zahlen, um wirkliche Aussagen über die demographische Entwicklung in der damaligen Zeit zu machen. Demandt führt allerdings folgende Überlegungen gegen diese These ins Feld;

„Die Irrelevanz der Entvölkerungsthese ergibt sich aber (…) aus den Zahlenverhältnissen zwischen ansässigen Römern und den eindringenden Germanen (…). In den Westprovinzen schwankt der Anteil der Barbaren an der Gesamtbevölkerung zwischen 2% (Vandalen) und 10% (Westgoten). Berücksichtigen wir die Relationen zwischen Römern und Germanen innerhalb des gesamten Reiches, so wird es für die Eingedrungenen noch ungünstiger. Einer Million Germanen stehen 35 (…) bis 100 Millionen Provinzialen gegenüber (…). Was soll also das Insistieren auf dem angeblichen Bevölkerungsmangel Roms? Entscheidend sind nicht die Quantitäten, sondern die Qualitäten.“ (Fall Roms, S. 578)

Nach Demandt war das Problem der Römer, dass niemand aus der Bevölkerung noch Kriegsdienst für das Reich leisten wollte, während in den germanischen Gesellschaften „jeder erwachsene Mann das Schwert zu führen verstand“. Das verschob die Zahlenverhältnisse so weit, dass die Germanen den römischen Heeren auch quantitativ überlegen waren. Das römische Reich, so Demandt, habe eben seine Massen nicht mobilisieren können. Und eine Staat, für den dessen Bürger nicht kämpfen wollten, sei dem Zerfall geweiht: „Das ist keine Frage: die Frage ist, ob es schade um ihn ist“. Die fehlende Massenmobilisierung im spätantiken Römerreich könnte neben schwergewichtigen Faktoren wie der ständigen militärischen Überforderung, die durch die Völkerwanderung ab 375 noch weiter verschärft wurde, sowie den immer wieder aufflammenden Bürgerkriegen im Imperium durchaus eine Erklärung für den Zerfall eines Reichs mit Millionen Einwohnern binnen hundert Jahren sein.

Eine andere Frage ist aber, ob die römische Geld- und Machtelite die Massen überhaupt mobilisieren wollte? Diese Frage wird man eindeutig mit Nein beantworten müssen, denn dann hätte man auf die Praktiken der Republik zurückgreifen und eine allgemeine Wehrpflicht einführen müssen. Wer aber als Wehrpflichtiger zum Dienst mit der Waffe herangezogen wird, beansprucht in der Regel auch Mitbestimmungsrechte.

Auch wenn man während der Alarich-Belagerung zumindest mit einer Volksbewaffnung gedroht hatte, so hatte letztendlich ein wehrpflichtiges „Volk“ als Träger von Waffen in der Vorstellung der spätantiken Politiker keinen Platz mehr, zu groß war die Angst der um das Kaisertum und Machtpositionen konkurrierenden Geschlechter vor einem Kippen des Status quo, vor einem Übergewicht der jeweiligen Konkurrenten, die im „Volk“ eventuell populärer waren und das dann innenpolitisch ausspielen konnten.

Lieber versuchte man durch immer waghalsigere Integrationsversuche, die eben nur noch Versuche waren, an auswärtige Soldaten zu kommen. Und die brauchte man vor allem in den internen Auseinandersetzungen. Seine größten und blutigsten Schlachten hat z. B. Kaiser Theodosius I. gegen römische Heere seiner Konkurrenten um die Macht gewonnen, nicht etwa gegen die Invasoren aus dem Norden und Nordosten.

Der völlige Kontrollverlust

Und so ging es ständig bergab. An Realitätsverweigerung leidend, unfähig, andere Lösungen und Strategien als die bisher angewandten zu entwickeln, und unfähig, sich innerhalb des Gesamtreiches auf einen gemeinschaftliches Vorgehen zum Wohl des Ganzen zu einigen, trieb die römische Macht- und Politikelite zumindest den westlichen Teil in den Untergang. Geschichte wiederholt sich nicht, aber beim Zusammenbruch eines Gemeinwesens gibt es über die Zeiten hinweg übereinstimmende Merkmale.

Man kann durchaus konstatieren, dass die Gebiete des weströmischen Reichs in der Zeit des Zerfalls alle Merkmale eines gescheiterten Staats haben. Die weströmische Staatsgewalt kann die grundlegenden Funktionen Sicherheit, Wohlfahrt und Rechtsstaatlichkeit (natürlich nur in ihrer antiken Form) erst immer schlechter und dann überhaupt nicht mehr erfüllen. Die organisatorischen Strukturen der Staatsgewalt (kaiserliche Regierung, Heer, Polizeikräfte und Verwaltung) versinken im Chaos.

Die fast hundert Jahre zwischen der Schlacht von Adrianopel und der Absetzung des letzten Westkaisers sind gekennzeichnet von einer wachsenden Unregierbarkeit und dem Verlust des Gewaltmonopols im weströmischen Gebiet. Das Ergebnis waren schließlich der völlige Kontrollverlust sowie Not und Elend für die Bevölkerung, wie es auch heute in gescheiterten Staaten zu beobachten ist.

Und es entstehen wieder einfachere Verhältnisse, wie sie dann im frühen und hohen Mittelalter kennzeichnend sind. Die Gebiete Westroms feudalisieren sich, die Staatshoheit wird mediatisiert. Im Heer dominiert immer mehr das germanische Gefolgschaftswesen, Bauern müssen sich unter den Schutz mächtiger römischer Grundherren stellen oder die Barbarenherrschaft anerkennen, um zu überleben.

Institutionelle Ordnungen werden durch personelle verdrängt, staatliche durch private Schutzverhältnisse (siehe Demandt, Geschichte der Spätantike, S. XIX). Es entstehen in der Folge Gemeinwesen, die man in der Forschung euphemistisch Personenverbandsstaaten genannt hat, in denen das Fehderecht und das Recht des Stärkeren heimisch sind. Es sind „Staaten“, die auf der persönlichen Anbindung von Gefolgschaftsgruppen und Familienverbänden an eine charismatische und erfolgreiche Person beruhen, die aber genauso schnell wieder zerfallen können, wenn der starke Mann einer konkurrierenden Adelssippe mehr Erfolg hat.

Am Ende Westroms steht die Zergliederung des Staates in germanische Königreiche mit eigenem Recht und in Reichsteile, in denen Überreste der römischen Armee und der Verwaltung versuchten, irgendwie die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Kaiser und seine Regierung in Ravenna spielten in keinem dieser Gebiete konkret noch eine große Rolle. Bar jeglicher Machtmittel und jeglicher Möglichkeit zur Durchsetzung seiner Anordnungen und Befehle wurde der letzte Westkaiser Romulus Augustulus von seinem germanischen Heermeister Odoaker dann einfach in den Ruhestand geschickt.

 

Anmerkung

[1] http://www.welt.de/kultur/article8861421/Auch-Rom-erlebte-seinen-11-September.html

Quelle: http://www.geolitico.de/2016/09/16/merkmale-des-staatszerfalls/

Gruß an alle, die sich bewußt sind, daß die Geschichte, die wir zu lesen bekommen immer und nur von den Siegern geschrieben wurde.

TA KI

Der Samstagsfilm


Quo Vadis

Willkommen in Neros Haus der Frauen“, begrüßt eine Konkubine das Sklavenmädchen Lygia (Deborah Kerr). Später enthüllt ihr jene Frau, dass sie ebenso wie Lygia auch dem christlichen Glauben angehört. Und genau diese Mischung aus Hollywoods Geschmacklosigkeiten und einer christlichen Botschaft macht aus diesem Film ein durchaus sehenswertes Stück Zelluloid mit Gladiatoren und Heiden zuhauf. Marcus Vinicius kehrt nach einem Feldzug gegen die Bretonen nach Rom zurück und stellt fest, dass die Stadt von einer verrückten neuen Sekte heimgesucht wird, die sich „Christen“ nennt und dass sein geliebter Herrscher Nero (dicklich und gemein: Peter Ustinov) immer mehr durchknallt. Marcus kehrt gegenüber Lygia seinen eindrucksvollsten Zenturio heraus, und sie erliegt seinem Charme, aber sie ist auch zum Christentum bekehrt worden und bittet Marcus darum, dass er sie nicht zwingen soll, zwischen ihm und ihrem Gott zu wählen. Den Christen geht es unterdessen nicht so gut, denn sie sterben als Bestrafung dafür, dass sie die neue Religion in der Stadt darstellen, den Märtyrertod im Colosseum. In Mervyn LeRoys Film ist immer was los, obwohl er drei Stunden lang ist. Er eignet sich hervorragend dafür, verregnete Sonntagnachmittage vergnüglich vor dem Fernseher zu verbringen. *

Gruß an die wahre Geschichte

TA KI

Schuld ist unsere schwerste Hypothek


Micheangelo-Suendenfall-und-Vertreibung-aus-dem-Paradies-in-der-Sixtinischen-Kapelle

Die Schuldfrage wurde uns einprogrammiert. Sie leitet sich aus den Ursprüngen der Religion ab und manifestiert sich in unserem Wirtschaftssystem. Wie können wir uns befreien?

Nachdem wir im ersten Teil die vielfältigen Möglichkeiten der Manipulation aus der Sicht der anerkannten Psychologen und Soziologen behandelt haben, konnten wir im zweiten Teil einen Exkurs zur Entwicklung der in kleinen Gruppen lebenden Menschen von der Altsteinzeit bis in die Jahre um 10.000 v.Chr. unternehmen. Das ist der Zeitraum, an dem die Menschen begannen aufgrund des Wachstums der Gruppen und des technologischen Fortschritts von der Verbrauchsgesellschaft in die Vorratsgesellschaft mit arbeitsteiliger Wirtschaft zu wechseln. Ein allmählicher Prozess, der sich über eine zwischenzeitliche Teilsesshaftigkeit mehrere tausend Jahre hinzog. Der Schritt, der ökonomisch betrachtet in  das Verhängnis der Schuld führte. Danach begann, wie beschrieben, die sogenannte „neolithische Revolution“, die historisch gesehen in mindestens 3 unabhängigen Erdteilen nahezu zeitgleich begann. Ackerbau und Viehzucht in Verbindung mit Vorratshaltung gewannen die Oberhand. Im Anschluss haben wir uns mit Moses, dem Erfinder des Gottes JHWE beschäftigt und dessen Bücher als klare Wirtschaftsgesetze und Judikationen (lat.: Recht sprechen) entlarvt. Neu war der bis dahin unbekannte Übergang vom reinen Feudalismus (gottähnliche Pharaonen/Könige) mit Hofstaat zum Privatkapitalismus unter Herrschaft eines Gottes ohne Bild.

Dies bedeutet nicht, dass nicht Übergangssysteme vorher in Mesopotamien, Ägypten oder zeitgleich im Indus-Tal bestanden, in denen teilweise privatwirtschaftlich gehandelt wurde und zum Zwecke des Wertvergleichs Gold oder Silber als (nicht physisch vorhandene) Verrechnungseinheit genutzt wurden. So hatten die Mesopotamier als Wertmaßstab zwar Gold und Silber; sie verwendeten es in der feudalistischen Tribut-Gesellschaft aber nicht als liquides Geld, sondern als Bemessungsgrundlage für einen Kontrakt. Viele Kontrakte wurden als Tausch abgewickelt¹ ². Unter Moses hatte sich die Herrschaftsstruktur und die damit konstruierte Verbindung zu Göttern geändert. Im Feudalismus bestand die direkte Verbindung zu den Göttern nur über die herrschende Kaste als Bindeglied bzw. Gott gleich, während im Privatkapitalismus ein „Akteur“ als handelnder führender Gott dem „auserwählten Volk“ anhand gegeben wurde. Schaut man sich den heutigen Stand der Grabungen des im 12. Jahrhundert v.Chr. untergegangenen Hethiter-Reichs an, so kann  man gut nachvollziehen, warum dieses kleine Volk der Israeliten angesichts der ständigen Verwerfungen einen anderen Weg versuchen wollten (Auszug der Israeliten aus Ägypten, wahrscheinlich aus dem Sklaventum).

Leistungslos vermehrtes Kapital

Der Einfluss der Hethiter, ein hochentwickeltes Seefahrervolk, erstreckte sich über Teile des heutigen Griechenland die Türkei, Syrien und Ägypten. Die Grabungen zeigen im Verlauf den typischen Untergangscharakter. In der ersten Schicht finden sich wenig unterschiedliche Einfamilienhäuser und etwas größere Verwaltungen. In der zweiten Schicht weichen die Bauten bereits erheblich voneinander ab und in der letzten Phase vor dem Untergang sehen wir hohe Schutzmauern um protzige Bauten, die die Umverteilung aufzeigen, die sich während dieser letzten Periode ergeben hat. Jeder Ökonom erkennt sofort die Zwangsläufigkeit einer solchen Entwicklung aufgrund des im System enthaltenen Umverteilungscharakters, in dem stehendes, nicht für den Wirtschaftskreislauf eingesetztes Kapital (auch ohne liquides Geld) leistungslos vermehrt wurde und sich dabei eine immer größer werdende Unterschicht bildete. Auch wenn es kein liquides Geld gab, so gab es doch Äquivalente und Messeinheiten, denen die Werte zugeordnet wurden. Neben der Schrift hatten die Hethiter eine hoch entwickelte Buchhaltung, deren Reste man entziffern konnte.

Nach dem Zusammenbruch und den damit verbundenen Zerstörungen wurde im ehemaligen Zentralstaat nicht nur die Sprache vergessen, sondern es wurden 200 Jahre lang nur noch Lehmhütten gebaut. Die erste bekannte Globalisierung aller Zeiten war krachend gescheitert. Die Handelsketten waren zusammengebrochen³. Später siedelten in einem Teil des ehemaligen Reichs die Griechen, die sich im Anschluss mit neuer Sprache und genialen Denkern wie Aristoteles, Platon oder Diogenes niederließen. Die Umverteilung innerhalb eines KontraktschuldSystems hatte seinen Tribut gefordert. War die Macht der ursächliche Faktor oder das Schuldsystem, in dem die nötige Arbeitskraft auch unter Zwangsmaßnahmen eingefordert wurde? Die Wissenschaft streitet. Wir sollten davon ausgehen, dass beide Komponenten eine Rolle spielten, denn für ein solch fehlerhaftes und unverstandenes Konstrukt wie die arbeitsteilige Ökonomie bedarf es auch zur Aufrechterhaltung Menschen mit besonderen Eigenschaften, die den nötigen Zwang und damit die Macht ausüben.

„…und vergib uns unsere Schuld“

In unserem System der arbeitsteiligen Wirtschaft mit Vorratshaltung spielt die Schuld DIE dominierende Rolle. Die folgende Beschreibung kann sich zunächst nicht an philosophischen, soziologischen oder anthroposophischen Betrachtungen festmachen, da zunächst verstanden werden muss, wie Schuld innerhalb dieses technisierten Ablaufs zustande kommt. Jeder Mensch hat eine Schuld sich selbst gegenüber, da er sein Leben erhalten will (Überlebenswille) und dafür in einer arbeitsteiligen Wirtschaft andere in Anspruch nehmen muss, die als Gläubiger auftreten. Nennen wir dies die „Urschuld“ nach Dr. Paul C. Martins „Debitismus-Theorie“. Diese Schuld kann erst mit dem Tod des Wirtschaftssubjekts getilgt sein. Viele Religionen haben dies in Texten thematisiert. Paul C. Martin hat dies mit seiner Interpretation der Geschichte um das „Apfelbäumchen“ so beschrieben:

„…… dieser Umstand verschlüsselt wiedergegeben. Wir können ihn unschwer enträtseln. Sie ist die Vertreibung aus dem Paradies. Paradies ist das griechische Wort für Garten. Es steht in der Erinnerung der Menschen für jenen Zustand, in dem alles zuhanden ist in dem keine Zeit vergeht und die Menschen daher(Anm.: geistig) unsterblich sind. Die Drohung Gottes, aber von dem Baum der Erkenntnis, des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben, ist eine Tautologie, es kommt zweimal das Gleiche zum Ausdruck: erkennen und (Anm.: geistig ) sterben müssen. Die Erkenntnis ist eben die, dass die Zeit doch vergeht, dass man an ein Morgen denken muss, dass im Zeitverlauf alle Schulden, auch diejenigen, die man sich selbst gegenüber hat, nur größer werden.“

Nach meiner Ansicht zu kurz gegriffen, wie ich im Teil 2 mit dem Wissen um den Baum der Frucht hat und Früchte macht (Zins- und Zinseszins – Umverteilungseffekt), detailliert erläutert habe. Dazu später mehr.Um also eine „Urschuld“ dauerhaft zu tragen, bedarf es des Einsatzes von Kapital, welches beim Arbeiter seine Arbeitskraft ist. Findet er keine Arbeit, kann er im Extremfall verhungern, erst dann erlischt seine Schuld. Findet er Arbeit, so tilgt er über die Tätigkeit beim Unternehmer seine Schuld gegen sich selbst z.B. durch Konsum. Der Unternehmer muss sich für die Lohnzahlung seinerseits verschulden und zwar über seine persönliche „Urschuld“ hinaus, in aller Regel mit einer zusätzlichen „Kontraktschuld“, die er für die Bereitstellung des Arbeitsplatzes und eventueller Arbeitsmittel wie Maschinen, Werkhallen, Immobilien etc. benötigt. Der Unternehmer erhält zur Vorfinanzierung seiner Tätigkeit von einer Bank einen Kredit, der mit einem Kontrakt besiegelt wird. Das war auch ohne liquides Geld bereits vor 3.000 Jahren so. In Ägypten hatte man den „Shat“, ein Gold gedecktes Verrechnungssystem, das ohne liquides Geld auskam4. Die älteste Zentralbank der Welt stand übrigens in Mesopotamien um 2.000 v.Chr.

Das von der Bank dem Unternehmer überlassene Kapital muss der Unternehmer mit der Produktion und dem Verkauf von Waren aus der Vereinnahmung seiner Erlöse pro rata temporis, also zeitanteilig, zurückzahlen. Die mit dem Geldschöpfungsvorgang nicht geschöpften Zinsen, Provisionen für die Bank und den Unternehmergewinn kann er aber nicht zurückzahlen, weil dieses Geld a priori gar nicht vorhanden ist. Es entsteht logischerweise erst, wenn sich weitere Schuldner finden, die die Urschuld, die Kontraktschuld und die nicht mitgeschöpften Anteile wie Zinsen, Provisionen und kalkulierten Unternehmergewinn von einem weiteren Teilnehmer über Verschuldung übernehmen, weil sonst der Geldkreislauf sofort zusammenbrechen würde. Damit also der Folgeschuldner nun nicht vor dem gleichen Problem steht, wird wieder ein weiterer Teilnehmer erforderlich, der eine höhere Schuld eingehen muss, um den Geldkreislauf stabil zu halten. Mit der Zeit entsteht so ein Schuldgeldkreislauf, der zu Wachstumszwang und immer höherer Verschuldung führen muss.

Und warum Zinsen?

Sie entstehen, weil der Prozess des Wirtschaftens Zeit verbraucht (der blinde Fleck der keynesianischen Methodik). Der Volksmund weiß es besser und sagt: Zeit kostet Geld? Der Mensch -Arbeiter- muss ständig Geld ausgeben, um zu leben (Tilgung der Urschuld). Und alle Güter nützen sich ab, außer Gold und Silber. Je länger ein Schuldkontrakt besteht, umso mehr muss zurückgezahlt werden. Mit Zinsen und Provisionen, die zu Kontraktbeginn nicht existierten und von Folgeschuldnern übernommen werden müssen. Das System könnte, ungeachtet systemischer Ungerechtigkeit, nur reibungslos funktionieren, wenn es zeitlos ablaufen würde, was bekanntlich nicht möglich ist. Besonders transparent wird dies am Überrollen der Staatsanleihen der Südstaaten Europas, wo man Fälligkeiten bewusst auf den St. Nimmerleinstag gelegt hat in der Hoffnung, dass sich dieses systemische Problem, für die im Kontrakt festgelegten Zinsen/Zinseszinsen neue Schuldner zu finden, von selbst auflöst.

Die handelnden Menschen in einer kapitalistischen Gesellschaft bestehen also aus einer Konstruktion aus Gläubigern und Schuldnern, denen auferlegt ist, ständig neue und wachsende Schulden zu generieren, damit das System nicht zusammenbricht. In der Zeitfolge entwickeln sich so „Verklumpungen“ von Kapital, weil der Mensch eben aus sehr unterschiedlichen Motiven (u.a. Eigennutz, Egoismus) unterschiedlich erfolgreich handelt. In der heutigen Zeit konzentriert sich in der aktuell letzten Phase das Kapital auf wenige große Akteure, auf Sparer, die ihr angehäuftes Geld auf der Suche nach Rendite nicht mehr in den Kreislauf einbringen, sondern die vollständige Macht über das System gewinnen und damit immer abstrusere Verdienstmöglichkeiten jenseits der Realwirtschaft suchen (z.B. Derivate auf Derivate). Der Staat, egal in welcher Herrschaftsform, hat im Prinzip dabei nur eine Funktion:

„Im Grunde ist die Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits“. (Otto Valentin, Warum alle bisherige Politik versagen musste, 1949)

Hat der Staat in dieser Funktion über Besteuerung oder Einmal-Abgaben seine Grenzen erreicht, steht am Ende die Zentralbank. Sie senkt die Zinsen als Anreiz für die Besitzenden, um sie zu Investitionen in die Realwirtschaft zu zwingen. Wir erinnern uns an die Fehleinschätzung von Peer Steinbrück, als er 2008 glaubte, dass er die „Pferde nur zur Tränke führen müsse und sie dann nur noch saufen müssten“. Eine fatale Fehleinschätzung. Trotz Senkung der Zinsen auf Null will und wird die Wirtschaft nicht wachsen. Die durch Konzentration des Kapitals entstandene geringere Menge an Investoren (Konzerne) vergleichen mit ihrer Risikoaversion in einem deflatorischen Umfeld das Gewinn-/Risiko-Verhältnis und investieren nur dann, wenn eine entsprechende Kapitalverzinsung in Aussicht steht. In einem deflatorischen Umfeld, welches in erster Linie zustande kommt, weil die Umverteilung von fleißig zu reich so weit fortgeschritten ist, dass auch künstliche Maßnahmen, die durch das Fehlen von Verschuldungskapazitäten in der ausgeplünderten breiten Masse erforderlich werden, keinen dauerhaften Erfolg mehr haben können. Die Folge ist, dass trotz riesiger Gesamtliquidität der Kreislauf anfangs allmählich, am Ende abrupt zusammenbricht.

In einem solchen System streiten „Ökonomen“ seit Urzeiten um die Deutungshoheit und es verlieren sich alle in einem von vornherein fehlerhaften Konstrukt in bedeutungslosen Chimären, wie zum Beispiel Karl Marx.

Marx glaubte als linker Genosse mit seiner Mehrwerttheorie, mit der er der Kapitalistenklasse mehr Lohn abfordern wollte, das System verstanden zu haben und fragte:

„Wie kann nun die ganze Kapitalistenklasse beständig 600 £ aus der Cirkulation herausziehen, wenn sie beständig nur 500 £ hin einwirft?“ Er hatte keine Antwort.

 Die Antwort ist: Sie kann es nicht, weil das Geld gar nicht vorhanden ist. Oder der Kapitalist steckt freiwillig aus früherem Gewinn hinein und/oder er verschuldet sich. Hat er das Geld nicht, zahlt er Zinsen, die wiederum nicht vorhanden sind und von einem weiteren Schuldner in der Zukunft mitgetragen werden müssen usw., usw. Ständig fehlen Geld und Schuldner. Am Ende dieser Kette aus Verschuldung und Umverteilung steht immer der Zusammenbruch, weil sich aufgrund des Umverteilungseffekts letztlich keine ausreichende Anzahl Schuldner mehr finden lassen, die das System aufrecht erhalten können.

Es ist sinnlos, innerhalb eines solchen Systems die systemischen Ungerechtigkeiten mit einem ausufernden Staat, der als Stabsabteilung zum Zwecke einer teilweisen Rückverteilung für die Reichen fungiert, unter Kontrolle halten zu wollen. Ein Zusammenbruch wird zwar hinausgezögert, verhindert werden kann er aber nicht. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die einmal aufgrund dieser Mechanik reich und mächtig gewordene Elite ihre Positionen über Einflussnahme verteidigen werden. So hatte schon Pharao Merikare mit seinem Rat an seinen Nachfolger diese Probleme zusammengefasst:

„Mache deine Beamten reich, damit sie deine Gesetze ausführen. Denn einer, der in seinem Haushalt reich ist, braucht nicht parteiisch zu sein, denn ein Besitzender ist einer, der keine Not leidet. Ein Armer aber spricht nicht nach der für ihn geltenden Ordnung, und einer, der „Ach hätte ich doch“ sagt, ist nicht rechtschaffen. Er ist parteiisch gegenüber demjenigen, den er vorzieht und er neigt sich dem Herrn seiner Bestechung zu.“

Die reine Wahrheit ist:

Es ist ein Kettenbrief-System und im Zentrum stehen Macht und Schuld!

 Die Mächtigen dieser Welt sollten einsehen, dass es auch für sie keine Fluchtburg gibt, um von den Verwerfungen verschont zu bleiben, sollten sie weiterhin eine überfällige Reform verhindern. Denn es gibt nur 3 Wege:

  1.  Die rechtzeitige Herstellung einer Wirtschaftsordnung, die die systemischen Fehler und damit die Umverteilung und die (für das Wachstum erforderlichen) Kriege beendet.
  2. Ein Ende mit Schrecken (Atomkrieg)
  3. Ein Schrecken ohne Ende (die globale Liquiditätsfalle nach Keynes)

Müsste dieser eigentlich einfache Zusammenhang nicht in den vielen Jahrtausenden verstanden worden sein? Verhindern die Profiteure an einem solchen System die flächendeckende Verbreitung? Alles fußt auf der irrigen Annahme, der Mensch handele ausschließlich rational zum persönlichen ökonomischen Vorteil. Andere Motive sind nicht vorgesehen. Die Annahme steht aber den Verhaltensmustern der archaischen Gruppen vor Beginn der Arbeitsteilung (neolithische Revolution) diametral gegenüber, wie wir im Teil 1 erfahren haben; und wir in den alten überlieferten Schriften, die nicht gefälscht oder sinnentstellt wurden, wertfrei nachlesen können. Voraussetzung hierfür ist das Ablegen der Archetypen (Gott und Götter Teil 1, nicht Schöpfung) und die Erkenntnis, dass der größte Teil der Informationen, die uns heute zugänglich gemacht werden, von diesen Archetypen im Unbewussten direkt oder indirekt beeinflusst werden. Dies verhindert auch bei den besten Ökonomen, dass sie sich geistig aus dem Kreislauf der Schuld verabschieden.

Um die Verfälschung von Erkenntnissen zu verhindern, bedienten sich die Sekten in der Zeit der römischen Besatzung einer Technik, die nur zuließ, dass jene sie verstehen, die den „geistig Auferstandenen“ angehörten.   Schon 350 Jahre früher hatte sich Aristoteles mit einer zusammenfassenden Beschreibung von „Metaphern“ beschäftigt, die in alten Schriften oft verwendet wurden. Angesichts der noch vorhandenen geistigen Kapazitäten der Menschen ohne Reizüberflutung konnte mit Metaphern die Ausdrucksform gesteigert werden, aber auch Unwissenden, die in ihrer Fortentwicklung noch nicht so weit waren, der  Zugang versperrt werden. Die Urchristen bzw. Gnostiker, die „Auferstandenen“ aus der Unwissenheit, ließen einen Zugang nur zu, wenn sichergestellt war, dass der Aufgenommene ebenfalls aus der Unwissenheit „auferstanden“ war. So waren Verfälschungen zu Beginn ausgeschlossen. Die Begrifflichkeit dieser „ArkanPflicht“ war bereits im alten Ägypten bekannt. Flavius Josephus, jüdischer Geschichtsschreiber, erklärte diese Methode der Geheim- und Reinhaltung anhand der damaligen Sekte der Essener, der Jesus von Nazareth nahe stand. Seine tendenziöse  Haltung in der Beschreibung dürfte seiner jüdischen Herkunft geschuldet sein, die alles andere als erfreut über die neuartige Auslegung des jüdischen Glaubens waren5.

Jesus und das römische Geldimperium

Die mosaischen Wirtschafts (Gottes)-Gesetze waren längst umgedeutet und ergänzt. König folgte auf König. Die Israeliten des Nordreichs fielen 722 v.Chr. den Assyrern zum Opfer und wurden durch Assimilierung komplett ihrer Identität beraubt. Doch mit dem Fall Jerusalems um 587 v.Chr. hatten die Juden gelernt.

Jan Assmann führt aus:

„Jerusalem schien aus der Katastrophe gelernt zu haben. Gingen die Deportierten des Jahre 587v.. Chr. schon mit dem Deuteronium (Anm.: 5.Buch Moses später umgeschrieben) ins Exil, das die Grundlagen   kultureller Mnemotechnik und kontrapräsentischer Erinnerung legt, die Gefahren des Vergessens durch Rahmenwechsel dramatisiert und über die Grenzen des Landes hinaus zu denken lehrt?“

Der Grundstein, aus Babylon mit heil(ig)em Kanon (Ritus) zurückzukehren, war gelegt. Elohim (Priesterschaft) übernahm nun die geistige und weltliche Macht endgültig. Die Bücher Moses wurden ab jetzt völlig anders ausgelegt und haben bis heute diesen Charakter erhalten.

Um diese Zeit waren die Mächtigen so dumm und führten liquides Geld ein, ohne die ökonomischen Zusammenhänge zu verstehen. Das erste Geld ist im griechisch/lydischen Raum um 700 v.Chr. nachgewiesen. Es handelte sich um Elektron Münzen (Legierung aus Gold/Silber/Kupfer) und verbreitete sich angesichts des erklärbaren Erfolgs im ersten Zyklus auch im fruchtbaren Halbmond und in Kleinasien. Der König hieß damals übrigens Krösus.

Bis ca. 320 v.Chr., also noch vor den Ptolemäern, wirtschafteten die Ägypter nach alter Art ohne liquides Geld in ihrem Staatskapitalismus (Ursozialismus). Die geringe Individualität, die geistige Beschneidung mittels Einpflanzung von Archetypen (Vielgötterei) und der damit verbundene fehlende Antrieb mögen die Gründe gewesen sein, dass die Ägypter ihre herausragende Stellung schrittweise verloren. Geld haben sie wahrscheinlich bis dahin deshalb nicht benutzt, weil sie die instabile Wirkung auf den Geldkreislauf im Umfeld über Jahrhunderte erlebten. Eine andere als die umständliche Tauschlösung versuchten sie mit Tonscherben und Deckung über Rohstoffe erst ab ca. 200 v.Chr.:

„Sieben Jahre, nachdem ich in das Haus des Distriktverwalters Samut eingetreten war, kam der Kaufmann Raia mit einer syrischen Sklavin zu mir, die ein Mädchen war und sagte zu mir: ‚Kaufe dieses Mädchen und gib mir ihren Preis‘, so sagte er zu mir. Ich nahm das Mädchen und gab ihm seinen Preis. Nun siehe, ich gebe vor den Richtern eine Aufstellung des Preises, den ich für es bezahlt habe.:
1 Laken aus feinem Stoff: Wert 3 ½ kite Silber
1 Umschlagtuch aus feinem Stoff: Wert 4 kite Silber
3 Schurze aus feinem Stoff: Wert 5 kite Silber
1 Kleid aus feinem Stoff: Wert 5 kite Silber
Gekauft von der Bürgerin Kafi: ein Gefäß aus Bronze, Wert 14 Deben Kupfer,Wert 1 2/3 Kite Silber
Gekauft vom Priester Huipanehesi: 10 Deben Kupferreste, Wert 1 ½ Kite Silber …“
(zitiert nach T.G.H.James, Pharaos Volk)6

Die Geschichte um die Gründung Roms mit den Darstellern Romulus & Remus ersparen wir uns an dieser Stelle, weil sie in weiten Teilen der Geschichte Kains und Abels entspricht (Ackerbauer & Viehzüchter).

Das römische Reich

Im Sinne des heutigen Rechts- und Geldsystem interessiert uns ein Zeitausschnitt der Römischen Republik (ab ca. 100 v.Chr. bis ca. 200 n.Chr.), weil es die Rechtsprechung bis in die BRD-Tage das Grundgesetz und BGBs beeinflusste. Polybios, ein griechischer Gelehrter, beschreibt im umfangreich erhaltenen Material die Gründe, warum Rom aus einer bedrängten Situation zur Weltmacht aufsteigen konnte.

Das ius civile trennte die Güter in zwei Kategorien, in res mancipi (Sachen, an denen das Eigentum nur durch mancipatio übertragen werden konnte) und res nec mancipi (Sachen, bei denen es zur Übertragung des Eigentums der mancipatio nicht bedurfte, weil sie formfrei im Wege der Traditio ex iusta causa übertragen werden konnten). Zu den res mancipi gehörten z. B. Grundeigentum in Italien, Vieh, Sklaven und ländliche Grunddienstbarkeiten, also vergleichsweise hochwertige Güter. In die Zeit der Entstehung der genannten Gesetze fällt auch die Herausbildung des Begriffes des unbeschränkten quiritischen Eigentums (dominium ex iure Quiritium), welches nur römische Bürger erwerben durften und konnten.(Quelle wikipedia)7

Für die abgesicherte Abwicklung sorgte ein Praetur, der auch für die Rechtsgeschäfte von Römern und nicht Römern eingesetzt wurde. Auf dieser Grundlage entwickelte sich unter dem Einfluss der griechischen Philosophenschule eine neuartige Rechtswissenschaft,  die durch die Ausbreitung des römischen Reichs mit den erfolgreichen Kriegen in anderen Ländern zum o.e. „ius civile“ den „ius gentium“ hinzufügte. Ein Handelsrecht, in dem Römer Eigentum, Nichtrömer nur Besitz erwerben konnten. Diese getrennte Betrachtung und Behandlung von Eigentum und Besitz beeinflusst bis in die heutigen Tage die Rechtswissenschaften. Die Jura-Studenten lernen es noch, und unsere heutigen Gesetze sind stark von diesen Konstruktionen beeinflusst. Mit zunehmendem Einfluss auf andere Gebiete durch Kriege und damit verbundener Landnahme wurde dieses Recht zur Grundlage der halben bekannten Welt. Auch im heutigen Nahen Osten. Selbstredend, dass die Kriege einerseits dem Machtstreben dienten, andererseits dem Geldsystem geschuldet war, um die Kriege und den Wohlstand einer sich ständig verzinsenden Wirtschaft gerecht zu werden (Schuldenkreislauf). In diese Zeit wurde der wohl berühmteste Mensch aller Zeiten in einem Land geboren, das der römischen Besatzung unterlag. Ein Land, in dem sich die Schriftgelehrten, die Sadduzäer (heute Konservative) und Pharisäer (heute Sozialisten), die Juden, mit den Besatzern mehr oder weniger gemein machten.

Etwa im Jahre 28 n.Chr. tauchte ein Wanderprediger auf, dessen Vorleben völlig unbekannt ist. Die in verschiedenen Texten behaupteten Kindheitsabläufe sollten hier nicht Gegenstand einer näheren Untersuchung sein, weil sie schlicht unbeweisbar sind und nicht einmal mit Wahrscheinlichkeiten unterlegt werden können. Auch ist das Neue Testament, das aus einer Vielzahl von Schriften erst nach langen Streitigkeiten rivalisierender Gruppen 300 Jahre später durch die obsiegende Gruppe zusammengestellt wurde, eine schwierige Grundlage für eine 1.700 Jahre spätere Analyse, zumal der Kampf um die Deutungshoheit bedauerlicherweise, neben der Ermordung vieler Sektenführer, auch einen vernichtenden Brand in der Bibliothek von Alexandria zur Folge hatte, der den größten Teil der antiken Schriften unwiederbringlich zerstörte.

Einem Glücksumstand ist es zu verdanken, dass im Jahre 1945 aus der Zeit des Jesus die sogenannten Nag Hammadi-Schriften in Ägypten entdeckt wurden, die als Abschrift eines bekannten, bis auf Reste zerstörten Originals aus der unmittelbaren Zeit nach Beendigung des Wirkens von Jesu, entstanden sind. Immerhin gestatten diese unverfälschten Dokumente einen Abgleich mit den nach häufigen Übersetzungsfehlern und besonderen Interessen der seinerzeitigen Protagonisten (Priesterschaft) umformulierten Gleichnisse und Ideen des Jesus von Nazareth. Wie glaubwürdig ist also die Bibel, von der die katholische Priesterschaft behauptet, dass das in den Nag Hammadi Schriften gefundene Thomas Evangelium dort abgeschrieben wurde?

Hierzu bedienen wir uns eines Gleichnisses aus dem Neuen Testament, und zwar aus den Evangelien und vergleichen sie mit dem Thomas Evangelium aus den Nag Hammadi-Schriften, das in vielen Teilen den anderen Evangelien ähnelt, aber völlig andere Aussagen trifft:

(Matthäus 10)
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden. Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit Ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.

(Lukas 12)
Meint Ihr dass ich gekommen bin Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf uneins sein in einem Haus. Drei gegen Zwei und Zwei gegen Drei. Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater. Die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

(Logien 16 aus Nag Hammadi, Konrad Dietzelfelbinger).
Die Menschen wähnen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden. Aber sie wissen nicht, dass ich gekommen bin Streit auf die Erde zu bringen. Feuer, Schwert und Krieg. Denn es werden fünf sein in einem Haus. Drei werden gegen zwei sein und Zwei gegen Drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und jeder wird alleine (als Einzelner) dastehen.

 Ist es Ihnen aufgefallen? Nein? In den beiden Bibeltexten von Mätthäus und Lukas sind jeweils sechs Akteure aufgenommen, die als Drei gegen Zwei bzw. Zwei gegen Drei im Zwist sind. Zwei gegen Drei macht FÜNF. Was im Lukas Evangelium ja bestätigt wird mit der Aussage, dass von nun an FÜNF in einem Haus streiten. Die naive Aufzählung von Verwandtschaften zeigt nicht nur, dass die Fälscher sich verzählt haben:

In der Reihenfolge:

Matthäus: 1) Mensch, 2) Vater, 3) Tochter, 4) Mutter,  5) Schwiegermutter, 6) Schwiegertochter
Lukas     : 2) Vater,     2) Sohn,  3) Mutter,  4) Tochter, 5) Schwiegertochter, 6) Schwiegermutter

Es zeigt auch, dass sie den Text gar nicht verstanden haben.

Unschwer ist zu erkennen, dass nur das Thomas Evangelium keine fehlerhafte Aufzählung liefert, sondern ab dem zweiten Teil einen Sinn des Gleichnisses wiedergibt. Jesus von Nazareth war sicher kein Aufzähler von Verwandtschaftsverhältnissen, sondern hat als Mystiker, Philosoph und genialer Denker die ihm bekannte Dreieinigkeit des Menschen im Auge, aus der die Priester und Mächtigen in der Bibel eine abstruse akademische   Dreifaltigkeit gezimmert haben. Die Nag Hammadi-Schriften zeigen, dass er die drei göttlichen Wirkkräfte vertrat: Den Logos/Sohn/Christus. Den Geist der Erkenntnis. Und den Abwun, den Allumfassenden. Die wirkende, auch zerstörerische Kraft im Menschen, die schöpferische und die bewahrende. Eine ähnliche Anschauung finden wir auch in anderen Religionen/Philosophien wie dem Hinduismus mit Brahma, Vishnu und Shiva sowie in den griechischen Philosophien der Vorzeit12. Im Logion 16 kämpfen drei geistig vollkommene Eigenschaften gegen zwei unvollkommene und umgekehrt.

Dass die beiden Evangelien von Lukas und Matthäus redaktionell bearbeitet sind, wusste schon Marcion, ein Religionsbegründer aus 150 n.Chr., der den Schwindel aufdeckte und dafür exkommuniziert wurde13. Marcion hat dem christlichen Gott und dem Gott der Juden einen echten guten Gott vorangestellt, der damals den noch vorhandenen christlichen Originaltexten entsprach. Der böse Gott (EL, JHWE, Elohim) galt ihm als Ausgeburt des Bösen. Soweit, dass es sich um einen irdisch erfundenen Gott handelte, wollte er indes nicht gehen. Dass der gesamte Kanon bearbeitet sein muss, stellt nun auch der Professor für biblische Geschichte  an der TU Dresden, Matthias Klinghardt, fest. Ein Gau für die Anhänger der unverfälschten Bibel14.

Es waren bei der Bibelerstellung Menschen ganz unterschiedlicher Zielsetzungen am Werk. Deshalb ist der Fund der Nag Hammadi-Schriften gar nicht hoch genug zu bewerten, um die Verblendung aus den Köpfen der Menschen herauszubekommen.

Jesus von Nazareth und seine Erkenntnisse

In der Folge wenden wir uns also aufgrund der schlechten Beweislage und der vergangenen 300 Jahre nach seinem Ableben bis zur Fertigstellung der „BILD der Antike“, von der Bibel ab und versuchen über die Metaphern, die uns Jesus und seine Mitglieder in den umfangreichen Nag Hammadi-Schriften hinterlassen haben, zu ergründen, warum er auch nach 2.000 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat. Übrigens sind die Qumran Rollen, die ab 1947 entdeckt wurden, von geringerem Wert, weil sie aus einer Zeit von 200 v.Chr. bis um 47 n. Chr. stammen und Jesus dort nur einmal als Gegenspieler Erwähnung findet. Ansonsten wird hier nur das AT in religiöser Verblendung bestätigt oder alternativ ausgelegt. Sollte der Vatikan die unwahrscheinliche Bereitschaft haben, weitere Dokumente zu veröffentlichen, sind diese möglicherweise interessanter.

Die Nag Hammadi-Schriften beinhalten Evangelien, Schöpfungsberichte und Texte, die es nicht in die Bibel schafften. Dafür hat man dort Petrusbriefe, Paulusbriefe, Thessaloniker Briefe usw. untergebracht, die sich heute als Fälschungen herausstellen8. Der Artikellänge wegen beschränken wir uns auf die Suche nach sinngebenden Metaphern, die zu einem Bild werden, um zu verstehen, was uns Jesus eigentlich sagen wollte.

Das Thomas Evangelium

Es ist eine Aneinanderreihung von 114 Sprüchen (Logien), die in sich einen komplexen Zusammenhang ergeben, da der Verfasser Thomas im Spruch 1) damit beginnt, die folgenden Logien so weiterzugeben, dass es sich

„um die geheimen Worte Jesus, dem Lebendigen handelt, die Thomas, genannt der „Zwilling“,  aufgeschrieben hat und er sprach: Wer die Bedeutung dieser Worte versteht, wird den Tod nicht schmecken.“

 Ganz klar, dass es sich bei dem „Lebendigen“ nicht etwa um den lebenden Jesus handelt, sondern einer für Thomas geistig lebenden Person, dessen Worte er nach seinem körperlichen Ableben für die Nachwelt aufschrieb. Dass Metaphern verwendet wurden, verrät uns der folgende Satz, in dem die Aufforderung enthalten ist, die Worte (Metaphern) zu verstehen, um dem (geistigen) Tod (Unwissenheit) zu entrinnen.

Logion 11:
Dieser Himmel wird vergehen und der Himmel über ihm wird vergehen. Die Toten leben nicht, die Lebenden werden nicht sterben. In den Tagen, da ihr Totes aßet, machtet ihr es lebendig. Wenn ihr aber im Licht seid, was werdet ihr dann tun? An dem Tag, da ihr eins wart, seid ihr zwei geworden. Jetzt aber wo ihr zwei geworden seid, was werdet ihr tun?

 Dieser Himmel ist als Metapher für unsere Kultur zu verstehen. Wie könnte sonst ein Himmel vergehen, wo er doch im Sinne der Katholiken das ersehnte ewige Paradies ist, in dem wir (nach dem Tod) zurückkehren sollen. Die geistig Toten (Unwissenden) leben nicht, die geistig Lebenden (die Wissenden) sterben nicht (geht nicht, weil alles transformiert, die Seele ohnehin unsterblich ist und Wissen nicht zum geistigen Tod führen kann). Als geistig Totes (Falsches durch Unwissenheit) aufgenommen wurde, machten wir es lebendig (fehlerhaftes Zusammenleben in der Kultur). Wenn man aber im Licht (Erleuchtung/Wissen) ist und verstanden hat, was soll man dann machen? An dem Tag, an dem der Mensch (vor der Arbeitsteilung) „eins“ war und (seit der Arbeitsteilung) gegeneinander statt miteinander arbeitete, wurde er „zwei“. Jetzt, wo wir alle „zwei“ sind und gegeneinander arbeiten, was sollen wir tun?

Bereits an diesem Logion können wir erkennen, dass es Jesus vornehmlich um die unvergängliche Kultur bzw.  Zivilisation ging, weniger um die Unsterblichkeit der Seele, die er andernorts thematisiert.

Logion 2:
Jesus sprach: Wer sucht, höre nicht auf zu suchen, bis er findet. wenn er findet, wird er erschüttert werden. Ist er erschüttert, wird er staunen. Und dann wird er über das All herrschen.

 Suchen bedeutet, eine Lösung für ein Problem zu finden. Statt dessen haben wir 2.000 Jahre damit verschwendet zu beten, statt auf ihn zu hören.

Logion 96, 97:
96: Jesus sprach: Das Reich des Vaters gleicht einer Frau. Sie nimmt etwas Sauerteig verbirgt ihn im Teig und macht daraus große Brote. Wer Ohren hat, der höre.

 97: Jesus sprach: Das Reich des Vaters gleicht einer Frau, die einen Krug voll Mehl trug. Während sie einen weiten Weg machte, brach der Henkel des Kruges ab, (sodass eine kleine Öffnung entstand). Das  Mehl lief hinter ihr auf dem Weg aus. Sie merkte es nicht, sie wusste nicht, wie man sich bei der Arbeit verhält. Aber als sie in ihr Haus kam, stellte sie den Krug nieder und fand ihn leer.

 „Wer Ohren hat, der höre“ ist im Logion 96 die Aufforderung, besonders aufmerksam zu sein. Jesus beschreibt hier die ideale Kultur (Reich des Vaters), in der anhand eines Sauerteigs Investition, die in ein Wirtschaftsprojekt (Teig) eingebracht wird und zu Wachstum führt. Konkreter wird er in Logion 97, in dem die ideale Kultur (Reich des Vaters) mit einer Frau gleichgesetzt wird, in der der Krug voll Mehl (Geld) als Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit auf dem Weg nach Hause sukzessive durch eine kleine Öffnung weniger wird und sie den Sinn nicht begriff (falsches Verhalten beim Wirtschaften). Hätte sie also reinvestiert, wäre das Geld

(konstruktive Umlaufsicherung) nicht weniger geworden. Im Extremfall bei Hortung des Geldes (Mehl) ist der Krug leer. Das ist die ideale Kultur. Daraus folgt:

Logion 102: Wehe den Pharisäern, denn sie gleichen einem Hund, der auf der Futterkrippe von Rindern liegt, weder frisst er selbst, noch lässt er die Rinder fressen.

Vollgestopft mit Geld investieren sie nicht mehr in Waren, sondern verhindern mit ihrem Zinsanspruch, dass andere „essen“ können. Klassische Beschreibung einer Liquiditätsfalle, die uns ebenfalls bevorsteht. Die einen besitzen Geld und Immobilien, investieren aber nicht. Die anderen besitzen wenig bis gar nichts, können nicht investieren/konsumieren, weil sie mittellos sind.

Logion   39:
Jesus sprach: Die Pharisäer und die Schriftgelehrten haben die Schlüssel der Erkenntnis empfangen und haben sie versteckt. Selbst sind sie nicht hineingegangen, aber sie ließen auch nicht hingehen, die hineingehen wollten. Ihr aber werdet klug wie die Schlangen und unschuldig wie die Tauben.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten, die „Elite“, kennen die Lösungen ganz genau. Sie wollen weder selbst diese Erkenntnis verbreiten, noch wollen sie zulassen, dass wir alle sie verwenden, um den Hund von der Krippe zu vertreiben (Logion 102). Jesus Gesprächspartner und wir alle aber sollen klug wie die Schlangen und unschuldig wie die Tauben werden:

Im Vorderen Orient stand die Schlange allgemein für Weisheit und Erleuchtung, welche die tiefen Geheimnisse des Lebens verstand. Diese Vorstellung hat in der biblischen Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies überlebt, wo die Schlange Eva die „Frucht der Erkenntnis“ überreichte. In einigen gnostischen Sekten wurden Eva und die Schlange für das den Menschen zur Verfügung gestellte Wissen verehrt (wobei sie dort manchmal auch als männlicher Begleiter Evas, Ophion, dargestellt wurde)9.

Noch immer nicht überzeugt?

Logion 95:
Jesus sprach: Wenn ihr Geld habt, leiht nicht auf Zinsen, sondern gebt dem, von dem ihr sie (die Zinsen) nicht zurückbekommt.

Eindeutige Empfehlung. Zusammen mit einer konstruktiven Umlaufsicherung wird der Zins automatisch in Richtung Null fallen. Etwas, das die Essener kurz vor Jesus Zeit noch nicht verstanden und deshalb ohne konstruktive Umlaufsicherung in „Nächstenliebe“ (zinsfreie Kredite) untergehen mussten (Liquiditätsfalle), denn der Mensch ist wie er ist. Auch an das  Bodenrecht, die private Bodenrente, das die Römer wie oben beschrieben bereits eingeführt hatten, dachte Jesus:

Logion 42:
Werdet Vorübergehende!

Sobald die Menschen verstehen, dass auch die zweite Quelle leistungsloser Kapitaleinkommen, also das verzinste Einkommen auf Immobilienverpachtung (nicht selbstgenutztes EFH), für die Verwerfungen im System mit verantwortlich gemacht werden muss, kann zusammen mit einem umlaufgesicherten Geld das Paradies kommen. Es liegt nämlich vor unseren Füßen; wir müssen es nur aufheben.

Immer noch nicht überzeugt?

Dann beschäftigen wir uns abschließend unter Bezugnahme auf die einzig fälschungsfreien Nag Hammadi- Schriften mit der Auferstehung von den Toten, die nichts anderes als die Erleuchtung bzw. Erkenntnis ist.

Denn die wahre Auferstehung besteht in der Erleuchtung/Erkenntnis (Wissen statt Glauben) zu irdischen Lebzeiten:

„Etliche sagen: Der Herr (Jesus) ist zuerst gestorben und dann auferstanden. Sie irren. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, kann er nicht sterben.“ (Philippus Evangelium)

 Für Auferstandene wie Philippus war klar, dass man zuerst eine Erleuchtung, das Wissen, also die Auferstehung haben muss, um dann irgendwann sterben zu können.

Der Sklave trachtet nur danach, frei zu werden, er kann aber nicht nach dem Gut seines Herr trachten. Der Sohn aber ist nicht nur Sohn, sondern hat auch Anspruch auf das Erbe des Vaters. Welche Totes erben, sind selbst tot und erben nur Totes. Die aber Lebendiges erben, die leben und sie erben das Lebendige und das Tote dazu.

Die Herrscher unter dem Himmel freilich wollten den Menschen irreführen. Denn sie sahen, dass er (Anm.: Jesus) mit dem Wahrhaft Guten verwandt ist. Und sie nahmen den Namen des Guten und legten ihn dem Nichtguten bei, damit sie die Menschen, durch die Namen, die sie mit dem Nichtguten verbanden, täuschten.

Die Wahrheit, die von Anfang an ist, wird ausgesät an allen Orten. Viele sehen wie sie ausgesät wird. Wenige aber, die sie sehen, ernten sie auch.

Ein Heide kann im Grunde nicht sterben. Er hat ja nie gelebt, sodass er sterben könnte. Aber wer an die Wahrheit glaubt, der lebt, und er kann in Gefahr geraten zu sterben.“

 

Ist ja auch eine schreckliche Wahrheit, dass die Eliten aus Pharisäern, Geldwechslern und „Schriftgelehrten“ die Menschen in die Irre führen. Das Wie haben wir in Teil 1 dokumentiert. Philippus macht hier mit der Geschichte um die Erbschaft noch einmal deutlich, dass leistungsloses, parasitäres Einkommen für alle negative Auswirkungen hat und zeigt, dass er Jesus verstanden hat. Ein „Heide“, ein Unwissender kann nicht sterben, er ist noch nicht auferstanden.

Selbstverständlich wäre Jesus von Nazareth nicht die berühmteste Persönlichkeit der Welt geworden, hätte er sich nicht auch mit der mystischen Wahrheit beschäftigt.

Aus „Die Sophia Jesu Christi“:
Matthäus sprach zu ihm: Herr, mein Erlöser (Anm.: Glauben zu Wissen), wie trat der Mensch in Erscheinung? Der Erlöser sprach:  Ich möchte, dass ihr erfahrt, dass derjenige, der vor dem All im Grenzenlosen geoffenbart wurde, der Selbst-Gewordene, Selbstgeschaffene Vater, vollkommen ist, in leuchtendem Licht und unbeschreiblich (Abwun). Am Anfang dachte er, seine Gestalt trat als große Macht ins Leben. Das Licht dieses Anfangs trat als unsterblicher, mann-weiblicher Mensch ins Dasein, damit durch diesen Unsterblichen die Menschen der Erlösung (Wissen) teilhaftig und erwachen werden aus dem Verlust der Erkenntnis, mithilfe des „Dolmetschers“, der ihnen gesandt wurde (Jesus) und der mit Euch ist bis ans Ende des Mangels und der Räuber.“10,11 Anm.: Der wahre Gott (Abwun) dachte am Anfang, während der menschengemachte (JHWE, EL, Elohim) am Anfang sprach („Am Anfang war das Wort“).

Auch die Bergpredigt und das „Vater unser“, das seinerzeit als Mantra ähnlich fernöstlicher Methodik in Klangbegleitung Anwendung fand, sind korrekt übersetzt, nicht mehr wiederzuerkennen. Das „Vater unser“ wurde kürzlich von einem aramäisch sprechenden Spezialisten (Neil Douglas Klotz) rückübersetzt:

Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.
(Kein strafender Gott. Das universelle Wissen um die Schöpfung, die wir in allen Völkern wiederfinden)
Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir nur Dich fühlen – und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige. (Typische fernöstliche Praktiken)
Lass Deinen Rat unser Leben regieren und unsere Absicht klären für die gemeinsame Schöpfung. (Die Hoffnung, aus dem negativen Geist der Zweiheit im Irdischen wieder in eine Einheit zu finden)
Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.(Notwendigkeit der Verbesserung des Zusammenlebens, was die betende Gruppe bereits erreichte)
Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen: das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens. (Die Hoffnung, geistige Nahrung und Einsicht zu finden, um das gemeinsame Leben richtig zu gestalten)
Löse die Stränge der Fehler, die uns binden, wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer. (Die Hoffnung, dass alle die Fehler erkennen und dass wir die ständige Suche nach Nachschuldnern aufgeben und damit die Bindung an die (Folge-) Schuldner loslassen)
Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen, sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält. Aus Dir kommt der allwirksame Wille, die lebendige Kraft zu handeln, das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert. Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen! Mögen sie der Boden sein, aus dem alle meine Handlungen erwachsen. Besiegelt im Vertrauen und Glauben. Amen.

Jesus von Nazareth war wohl die genialste bekannte Persönlichkeit überhaupt. Trotzdem war er ein Mensch aus Fleisch und Blut. Auferstanden im materiellen Sinne ist er nicht. Auferstanden ist er durch Erleuchtung und Erkenntnis. Er hat uns mit den Nag Hammadi-Schriften den größten Schatz der Menschheit hinterlassen, wenn wir „Schätze“ als Bereitstellung einer geistigen Arche übersetzen. Mit der Erkenntnis, dass Glauben und Wissen (Erleuchtung, Erkenntnis, Auferstehung von den geistig Toten) immer gemeinsame Begleiter sein müssen, hat er der Welt alles gegeben, was wir zum Überleben brauchen. Wenn wir sein Wissen nicht nutzen, wird auch den Ignoranten kein anderer Planet zur Verfügung stehen, denn in Logion 39 hat er deutlich gemacht, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer die Schlüssel der Erkenntnis empfangen haben, sie aber versteckten. Selbst sind sie nicht hineingegangen, aber sie ließen auch nicht hingehen, die hineingehen wollten. Ihr aber werdet klug wie die Schlangen und unschuldig wie die Tauben.

Nun müssen wir die Schlangen werden, die seinerzeit für Wahrheit und Erleuchtung standen und dabei unschuldig blieben wie die Tauben.

Im abschließenden Teil werden wir einem ökonomischen Aufbau nach den Ideen von Jesus von Nazareth und seinen Vorstellungen nachgehen sowie die wahren Ideen aus der Bergpredigt interpretieren.

 

Anmerkungen

¹           http://www.wissenschaft.de/kultur-gesellschaft/archaeologie/-/journal_content/56/12054/1205193/Schon-im-alten-Mesopotamien-h%C3%B6rte-bei-Geld-die-Freundschaft-auf/

²           http://www.judithmathes.de/aegypten/arbeit/wirtschaft.htm

³          http://www.welt.de/geschichte/article145334945/Vom-Systemkollaps-zur-epochalen-Katastrophe.html

4          http://www.nbbmuseum.be/de/2012/05/nederlands-geldgebruik-in-het-oude-egypte.htm

5          https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/arkandisziplin/ch/1b673577139889f5540d0e67581f3b37/

6          http://www.judithmathes.de/aegypten/arbeit/wirtschaft.htm

7          https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht

1          2          http://www.glauben-und-wissen.de/M18.htm

1          3          http://www.hschamberlain.net/marcion/marcion_03.html

1          4          http://www.welt.de/geschichte/article144256134/Aeltestes-Evangelium-aus-Ketzer-Bibel-rekonstruiert.html

8          http://www.swolfgang.de/martyria/bibel11.shtml

9          http://anthrowiki.at/Schlangen

1          0          https://de.wikipedia.org/wiki/Nag-Hammadi-Schriften

1          1          https://web.archive.org/web/20120417132730/http://gloriadei.info/001a/docs/NH/Nag_Hammadi_-_Luedemann-Janssen.pdf

Quelle: http://www.geolitico.de/2016/08/27/schuld-ist-unsere-schwerste-hypothek/

Gruß an die, die wie die Kinder sind

TA KI

Schulen in Österreich: Anzahl reiner Flüchtlingsklassen nimmt weiter zu


In Österreichs Schulen sollten reine Ausländerklassen nur eine Übergangslösung darstellen. Doch nun sieht die Lage ganz anders aus. Die Zahl der Flüchtlingskinder steigt stark und somit auch die reinen Flüchtlingskinder-Klassen.

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Eigentlich sollten sie nur eine Übergangslösung sein und rasch wieder verschwinden. Jedoch nehmen in Österreich reine Ausländerklassen in ihrer Anzahl weiter zu. Bis zum Sommer würden rund 14.000 Flüchtlingskinder an den heimischen Schulen unterrichtet, so das Unterrichtsministerium in Österreich, berichtet „Krone.at„.

Seit jeher sei die SPÖ gegen reine Migrantenklassen, heißt es. Gleichzeitig poche die ÖVP auf Deutsch vor dem Schuleintritt. Und die Zahl der schulpflichtigen Kinder von Asylbewerbern steige weiter. Waren es im Herbst 2015 noch rund 6.000 Flüchtlingskinder sollten es bis zum Sommer bereits 14.000 sein.

So gebe es immer mehr reine Ausländerklassen. Zwar sei die Unterrichtsministerin darüber nicht besonders glücklich, Sonja Hammerschmid gestehe aber die Notwendigkeit ein.

Nun plane man die Kinder mit Hilfe von Intensivlehrern und Sozialarbeitern ab kommendem Herbst zu unterstützen. Die Sprachkurse sollten erweitert werden und mobile interkulturelle Teams sollen zum Einsatz kommen.

Wiens Hauptschulen: 81 Prozent Schüler mit Migrationshintergrund

Vor allem in Wiens Schulen sei der Anteil von Schülern mit nicht deutscher Muttersprache extrem hoch, informiert „biber.at„. Dort würden die meisten Kinder mit Migrationshintergrund sitzen. In den Hauptschulen betrage der Anteil sogar 81 Prozent. 16,4 Prozent der Schüler in Österreich hätten nicht Deutsch als Muttersprache.

Von den 262 Volksschulen in Wien hätten zehn Prozent einen über 90-prozentigen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, bei jeder Zweiten liege der Anteil bei mehr als 50 Prozent. Konkrete Deutschkenntnisse – trotz anderer Muttersprache – wurden aber nicht erhoben, so der „Kurier“. Migrationshintergrund bedeute allerdings nicht automatisch schlechte Sprachkenntnisse. (dk)

Quelle: http://www.epochtimes.de/politik/europa/schulen-in-oesterreich-anzahl-reiner-fluechtlingsklassen-nimmt-weiter-zu-a1334519.html

Gruß an die Völker der Länder Europas

TA KI