Sanddorn (Hippophae rhamnoides) – eine nützliche Heilpflanze


Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

gehört zur Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae) und stammt ursprünglich aus Nepal. Durch eiszeitliche Verschiebungen, beginnend etwa vor 17.000 Jahren, kam es von dort zur weiteren Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich heute überwiegend in Ost- und Westasien, jedoch auch in Mitteleuropa und im nordwestlichen Europa, mit der nördlichsten Grenze in Norwegen. Sanddorn ist ein dorniger sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 6 m. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, weidenähnlich und mit kurzen Stielen. Erste Früchte bildet Sanddorn nach sechs bis acht Jahren. Er blüht im April und Mai, vor dem Laubaustrieb oder gleichzeitig mit ihm. Von Anfang August bis Anfang Dezember reifen 6 bis 8 mm lange, ovale, orangerote bis gelbe Steinfrüchte, deren Duft an den Geruch von Zitrusfrüchten erinnert, und in denen sich ein dunkelbrauner Samen befindet. Wild wächst Sanddorn in Tälern, Auen von Flüssen und Seen, auf nährstoffreichen Sand- und Kiesböden, aber auch auf salzhaltigen Böden am Meer.
Weltweit genießt Sanddorn die besondere Aufmerksamkeit der Gärtner, da seine Früchte außergewöhnliche biologische Eigenschaften besitzen. Die verschiedenen Kultursorten sind produktiver als die Wildsorten, haben weniger Dornen und die Früchte sind größer und süffig.

Geschichte

Sanddorn hatte als Nahrungs- und Heilpflanze wahrscheinlich bereits in der Antike eine Bedeutung. Besonders in weiten Teilen Asiens und im Mittelmeerraum werden seine Früchte als Nahrungs- und Heilpflanze seit alten Zeiten und bis heute gesammelt. Die Früchte werden frisch verzehrt oder zu vitaminreichen Säften, Sirupe, Kompotte, Gelees, Bonbons, Gelees, Marmeladen, Liköre und Weine verarbeitet.

Inhaltsstoffe

Die Früchte von Sanddorn enthalten etwa 3,5% Zucker, sind reich an organischen Säuren (Apfelsäure, Weinsäure, Oxalsäure, an Vitamin – C, weiterhin an den Vitaminen B1, B2, Folsäure, PP, K, P und E. Ebenfalls enthalten sie Carotin und Carotinoide, viele Flavonoide sowie die Spurenelemente Eisen, Bor und Mangan. Auch sind Tannine, Fettsäuren (Oleinsäure, Linolsäure) und flüchtige Stickstoffverbindungen enthalten. Früchte und Samen enthalten weiterhin Serotonin und die Blätter sind reich an Ascorbinsäure, flüchtigen Tanninen und Spurenelementen.

Anwendung in der Volksmedizin

Die heilenden Eigenschaften von Sanddorn resultieren aus seinem hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und organischen Säuren, die besonders wertvoll für die Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten sind. Deshalb wird Sanddorn in der Volksmedizin breit für die Behandlung von verschiedensten Erkrankungen verwendet.

Sanddornbeeren erhalten sich gut im gefrosteten Zustand. Auch können frische Beeren mit Zucker im Verhältnis 1 zu 1 konserviert werden.

Weit verbreitet ist die Herstellung und Verwendung von Sanddornöl, einem einzigartigen Multivitamin-Präparat, das auch in der Medizin vielfältig verwendet wird. Es besitzt unter anderen antibakterielle Eigenschaften, fördert die Epithelisierung des Gewebes, heilt gut Wunden, Verletzungen der Schleimhäute, der Haut und lindert den Schmerz. Dieses Öl von rötlich-oranger Farbe, seinem charakteristischen Geruch und Geschmack, ist reich an Karotin und Carotinoide, Vitamin E und Vitamin F, die den Stoffwechsel der Haut regeln, sowie Sterole, Mineralstoffe und Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Silber, Silizium, Mangan, Kobalt, Nickel, Vanadium, etc.), sowie Glyceride der Oel-, Linol-, Palmitin-und Stearinsäure.

Das Sanddornöl wird äußerlich und innerlich verwendet.

R E Z E P T E 

Herstellung von Sanddornöl – Variante 1

Entsaften Sie frische Beeren vom Sanddorn und trennen den Saft ab. Den trockenen Rückstand aus Fruchtfleisch und Samenkernen zermahlen Sie in einer Schlagmühle zu einem Brei, geben ihn in eine Thermoskanne und übergießen die Masse im Verhältnis von 1 zu 2 (1 Teil Brei und 2 Teile Pflanzenöl) mit auf 60 °C erwärmten Pflanzenöl. Die fest verschlossene Kanne lassen Sie etwa 1 Woche stehen und sieben dann das Öl vorsichtig ab.
Den Rückstand übergießen sie wieder mit Pflanzenöl und verwenden den zweiten Abguss als Zusatz zu Salaten, für Gesichtsmasken und Cremes.

Herstellung von Sanddornöl – Variante 2

Entsaften Sie frische Beeren vom Sanddorn und trennen den Saft ab. Den trockenen Rückstand aus Fruchtfleisch und Samenkernen zerhacken Sie, geben die Masse in ein Glas und übergießen sie im Verhältnis von 1 zu 2 (1 Teil Masse und 2 Teile Pflanzenöl) mit Pflanzenöl. Das fest verschlossene Glas lassen Sie 3 Wochen bei Zimmertemperatur stehen und sieben dann das Öl vorsichtig ab.

Sanddornöl sollte an einem kühlen, dunklen Ort in einer Flasche gelagert und nach einigen Wochen nochmals gefiltert werden.

Hypo-und Avitaminose, Vitaminmangel und Anämie

Sanddornbeeren und Sanddornsaft gehören mit zu den besten Mitteln, zwecks Vorbeugung und Behandlung von Hypo-und Avitaminose, Vitaminmangel und Anämie.
Die Getränke mit Sanddorn wirken angenehm erfrischend und durstlöschend.

Magenerkrankungen

Bei Magenerkrankungen wird ein Sud aus Sanddornbeeren empfohlen. Dazu übergießen Sie 3 EL Beeren mit 0,5 Liter heißem Wasser, lassen den Aufguss aufkochen, noch für 10 Minuten unter schwacher Hitze köcheln und dann abkühlen. Vom Sud trinken Sie 2 bis 3-mal täglich 200 ml.

Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre

Für die Behandlung von Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren ist in vielen Fällen Sanddornöl ein wirksames Heilmittel. Dafür sollte 2 bis 3-mal täglich 1 TL 30 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen werden.

Hautkrankheiten

Frischer Sanddornsaft und Sude aus den Früchten des Sanddorn gelten als ein wirksames Mittel zur Behandlung von Hautkrankheiten, wie allergische Hauterkrankungen (Dermatitis, Ekzem), venöse Geschwüre und Strahlungs-Dermatitis.

Hinweis: Sanddornöl ist bei akuter Cholezystitis, akuten Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kontraindiziert.

Quelle: http://russische-volksmedizin.info/sanddorn-hippophae-rhamnoides/

Gruß an die Wissenden

TA KI

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Wegen Coca-Cola-Produktion versiegt Wasser für indigene Bevölkerung in Mexiko


Das Wasser verschwindet langsam in San Felipe Ecatepec, einer indigenen Stadt drei Meilen außerhalb von San Cristobal de las Casas im Süden Mexikos. Die Produktion des Coca-Cola-Abfüllers FEMSA hat Vorrang gegenüber dem Wasserverbrauch der örtlichen Bevölkerung.

„In den vergangenen vier Jahren haben unsere Brunnen angefangen zu versiegen“,

sagte Juan Urbano gegenüber dem Newsportal „Truthout“. Urbano beendete im Februar dieses Jahres seine dreijährige Amtszeit als Präsident des Gemeindegebiets von San Felipe Ecatepec.

„Manchmal laufen die Leute zwei Stunden am Tag, um Wasser zu holen. Andere müssen ihr Wasser kaufen.“

Zwischen San Felipe und San Cristobal liegt eine Coca-Cola-Abfüllanlage, die von der mexikanischen Firma FEMSA betrieben wird. Im Jahr 2016 verbrauchte die Anlage mehr als 1,08 Millionen Liter Wasser pro Tag. Urbano, 57, erklärt, dass das städtische Wachstum von San Cristobal allmählich die landwirtschaftlichen Flächen in San Felipe aufgezehrt hat.

Er ist Teil einer schrumpfenden Zahl von Menschen in der Gemeinde, die noch immer Mais, Bohnen und Kürbis auf seit Generationen überlieferten Grundstücken anbauen und Pozol, ein Getränk aus fermentiertem Maisteig, trinken.

„Viele Leute trinken kein Pozol mehr“, beklagt Urbano. „Sie haben es durch Coca-Cola ersetzt.“ San Felipe Ecatepec ist eine von tausenden Städten in ganz Mexiko, wo der Wasserverbrauch der Wirtschaft Vorrang vor dem Bedarf der lokalen Bevölkerung hat. Chiapas hat die höchsten erneuerbaren Wasserressourcen pro Kopf in ganz Mexiko.

Dennoch ist das Leitungswasser hier selten sicher zu trinken. Und im ländlichen Chiapas hat mehr als jeder dritte Mensch kein fließendes Wasser. Urbano beschreibt, wie Familien in San Felipe häufig durch das Trinken von kontaminiertem Brunnenwasser krank werden.

Wir haben die Regierung seit zwölf Jahren gebeten, einen tiefen Brunnen in der Gemeinde zu errichten […] Wir sind zu den Kommunal-, Bundes- und Landesregierungen gegangen, aber sie haben nichts getan.

Der Artikel 115 der mexikanischen Verfassung schreibt vor, dass alle Kommunalverwaltungen Trinkwasser zur Verfügung stellen müssen, das zum Trinken und Baden geeignet ist, sowie Kanalisations-, Abwasser- und Abwasserreinigungssysteme. Trotz der Verantwortung der Regierung haben die meisten Mexikaner kein sauberes Trinkwasser in ihren Häusern. Jeder mexikanische Haushalt kauft im Durchschnitt 1.500 Liter Wasser in Flaschen pro Jahr.

Antonino García, Agronom und Forscher an der Universität von Chapingo, sagt, dass das Wasserproblem in San Cristobal historische Wurzeln hat. „Die Stadt ist seit den 1970er Jahren stark gewachsen „, sagte er in einem Interview mit „Truth out“ in seinem Büro, das einen Blick auf den Huitepec Berg hat, wo Coca-Cola sein Wasser gewinnt.

„Aber in San Cristobal gab es keine Stadtplanung. Und das wird noch verschlimmert durch die Politik, die nicht auf die indigenen Völker des Staates achtet.“

Betrachtet man die Geografie von San Cristobal, so wird die willkürliche Stadtentwicklung schnell deutlich. Da sich der Talboden mit Häusern füllte, kletterten neue Stadtviertel langsam die umliegenden Hügel hinauf. García erklärt, dass das Grundwasser nicht mehr ausreicht, um die Stadt zu versorgen, und dass Huitepec die wichtigste unterirdische Wasserversorgung der Wasserscheide ist.

Mittlerweile sind Salmonellen ein endemisches Problem in San Cristobal. Eine Studie der Forschungsuniversität ECOSUR hat ergeben, dass das Wasser in den Feuchtgebieten eine hohe Konzentrationen an bakteriellen Krankheitserregern, einschließlich coliformen Bakterien, aufweist, die es für den Verzehr unbrauchbar machen.

Die Regenzeit, die von Mai bis Oktober andauert, ist nicht mehr so beständig wie in der Vergangenheit. San Felipe ist nicht die einzige Gemeinde, in der die Brunnen versiegen. Laut Urbano leiden auch auch andere Gemeinden in der Nähe des Coca-Cola-Werks, wie z. B. Los Alcanfores, unter Wassermangel. Die Gemeindeleiter der Stadt Teopisca, 20 Meilen östlich von San Cristobal, konatktierten García, als ihre Brunnen in diesem Jahr zu versiegen begannen.

In der Nacht auf den 7. September erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,2 vor der Küste von Chiapas die Region. In Chiapas, Oaxaca und Tabasco wurden über 90 Menschen getötet. Während San Cristobal nicht zu den am stärksten betroffenen Städten gehörte, starben im Norden der Stadt drei Menschen in den sogenannten inoffiziellen Vierteln. Die Auswirkungen des Erdbebens auf die Wasserinfrastruktur werden derzeit noch untersucht.

García sagt, dass zahlreiche Rohre kaputt gingen und den Zugang zum Wasser unterbrachen. „Das Erdbeben hat sicherlich unterirdische Höhlen im Grundwasserleiter beschädigt, was die Grundwasserneubildung in Zukunft beeinträchtigen könnte „, so García.

„Aber eine Studie, um diese Art von Schaden einzuschätzen, wäre sehr kostspielig, und wir haben im Moment keine Informationen.“

Während die Gemeinden vor Ort um Wasser ringen, gibt es für Coca-Cola keinen Wassermangel. Die 1994 eröffnete Abfüllanlage, im selben Jahr wie der zapatistische Aufstand, rückte Chiapas in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Während die Zapatistas sich in den Bergen um San Cristobal organisierten, begann FEMSA Wasser aus dem Huitepec Berg zu pumpen. Die National Water Commission (Conagua) hat die Genehmigung 2005 erneuert, und FEMSA betreibt nun zwei Brunnen.

In Mexiko verhalfen laxe staatliche Regulierungen, angetrieben durch die Drehtür zwischen Regierung und Industrie, der FEMSA zu Coca-Colas wichtigstem Abfüller weltweit zu werden. Zudem war Vicente Fox Präsident von Coca-Cola FEMSA Mexiko, bevor er im Jahr 2000 zum mexikanischen Präsidenten gewählt wurde.

FEMSA berichtet, dass sie in ganz Lateinamerika jährlich 56,9 Milliarden Liter Wasser verbrauchen. In Mexiko besitzt das Unternehmen 40 Wasserzulassungen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen veröffentlichten in diesem Jahr einen Bericht über Verletzungen des Menschenrechts auf Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung in Mexiko, in dem Coca-Cola, Pepsi-Cola und Danone beschuldigt werden, von Mexikos Wasserressourcen zu profitieren, ohne fair dafür zu zahlen. In dem Bericht heißt es, dass „die Wassergebühren, die die Unternehmen zahlen,

„im Vergleich zu den Gewinnen, die diese Unternehmen aus dem Wasser machen, völlig lächerlich sind.“

FEMSA zahlt für jede seiner Wassergenehmigungen in Mexiko 2.600 Pesos (ungefähr 122 Euro). FEMSA finanziert Wiederaufforstungs- und Regenwassergewinnungsprojekte, die das Unternehmen als „Auffrischung“ der gleichen Wassermenge bezeichnet, die in der Coca-Cola-Produktion verbraucht wird. Ein Vertreter der FEMSA in Mexiko-Stadt sagte gegenüber „Truthout“, dass das Wiederaufforstungsprogramm in Chiapas mehr als 129.000 Bäume gepflanzt habe.

Die Wassergewinnung und Wiederaufforstung in anderen Teilen des Bundesstaates hat jedoch das Brunnenwasser in San Felipe Ecatepec nicht zurückgebracht. García sieht eine direkte Verbindung zwischen den Tiefbrunnen der Abfüllanlage und dem Wassermangel in der Nähe.

„Stell dir vor, jeder Brunnen ist ein Strohhalm, der in die Erde geht. Wenn das Stroh von Coca-Cola viel länger ist als die Strohhalme der Gemeinden, werden ihre Brunnen irgendwann leer sein“,

so García. Laut Urbano sind die tiefsten Brunnen in San Felipe etwa 25 Meter tief. Die Brunnen der FEMSA sind hingegen 130 Meter tief. Urbano sagt, dass FEMSA-Vertreter nie zu seiner Gemeinde gegangen sind, um das Wasserproblem anzugehen.

Ein FEMSA-Vertreter teilte „Truthout“ mit, dass die Abfüllanlage in San Cristobal zwischen fünf und sieben Prozent der in Mexiko konsumierten Coke-Produkte herstellt. Die Firma lehnte es ab, anzugeben, wie viel sie für das in San Cristobal geförderte Wasser bezahlt.

Die Filiale von Conagua in Chiapas bestätigte Truthout, dass das Unternehmen über Genehmigungen für zwei Brunnen verfügt, um insgesamt 499.918 Kubikmeter Wasser pro Jahr oder 499,9 Millionen Liter Wasser zu fördern. Im Jahr 2016 wurden 78,8 Prozent der erlaubten Gesamtmenge abgebaut (200 Dollar für 500.000 Tonnen Wasser – wie Nestlé eine ganze Gegend leer pumpt (Video)).

Die Wassersituation in Chiapas hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Léo Heller, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen, besuchte dieses Jahr Chiapas. In einer Pressekonferenz am 12. Mai sagte er, dass er genügend Beweise gesammelt habe, um zu belegen, dass Mexiko das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Einrichtungen verletzt.

Der Bericht der Zivilgesellschaft über Verletzungen des Menschenrechts auf Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung in Mexiko enthält Dutzende von Fallstudien, die belegen sollen, dass die Nutzung von Wasser für Unternehmen Vorrang vor dem Menschenrecht auf Wasser hat. Der Bericht zeigt auch, dass die ärmsten Mexikaner am wenigsten Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen haben. Neben dem unersättlichen Durst von Coca-Cola nach mexikanischem Grundwasser haben Befürworter die Rolle des Unternehmens in der Gesundheitskrise des Landes hervorgehoben.

Während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Arzt in Chiapas stellte Marcos Arana fest, dass der Zugang zu Wasser in den indigenen Gemeinden des Bundesstaates das Herzstück der öffentlichen Gesundheitsprobleme war. Wenn die Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser hätten, würden sich viele Gesundheitsprobleme in Chiapas verbessern „, sagt er Truthout.

„Unterernährte Kinder haben in vielen Fällen Zugang zu Nahrung. Aber wegen des schmutzigen Wassers entwickeln sie Magen-Darm-Probleme und können nicht richtig essen oder Nährstoffe aufnehmen“,

sagt er gegenüber „Truthout.“ Er sah auch, dass Softdrinks traditionelle Getränke wie Pozol ersetzten, und in einigen Gemeinden waren Softdrinks sogar billiger als Wasser. Unterdessen haben öffentliche Gesundheitsorganisationen, wie El Poder del Consumidor (Consumer Power), mit Sitz in Mexico City, argumentiert, dass der Konsum von Softdrinks dazu beiträgt, dass es in Mexiko steigende Fälle von Diabetes und Fettleibigkeit gibt.

Laut der nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie 2012 ist Diabetes die häufigste Todesursache in Mexiko und betrifft 13 Millionen Menschen. Eine weitere Studie ergab, dass jeder sechste Diabetesfall direkt mit dem Konsum von Soda in Verbindung gebracht werden könnte.

Als Reaktion darauf kämpften Befürworter wie El Poder del Consumidor und Arana in Mexiko für eine Steuer auf Softdrinks. Die Steuer wurde trotz Widerständen im Januar 2014 eingeführt. Die Steuer ist zwar niedriger als von den Befürwortern empfohlen, entspricht aber zehn Prozent der Kosten für das Getränk oder etwa einem Peso pro Liter. Nach Inkrafttreten der Steuer sank der Sodaverkauf 2014 um 5,5 Prozent und 2015 um 9,7 Prozent. US-Städte wie Philadelphia und San Francisco nahmen sich Mexiko als Beispiel und führten ähnliche Maßnahmen ein.

Doch die Sodafirmen geben nicht auf. Fiorella Espinosa ist Ernährungsberaterin bei Poder del Consumidor und sagt, dass die Unternehmen neue Marketingkampagnen eingeführt haben, um mit der Steuer- und Öffentlichkeitsarbeit fertig zu werden. Zudem sind die Hersteller von Softdrinks oft auch Hersteller von abgefülltem Wasser. Und die Verkaufszahlen für abgefülltes Wasser sind gestiegen.

„Die Steuer allein wird das Problem nicht lösen“, so Espinosa. „Die langfristige Strategie ist es, den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verbessern.“ Die mexikanische Bundesregierung erklärte, dass die Steuergelder für die Installation von 11.000 Springbrunnen in Schulen verwendet worden seien. Die Befürworter drängen darauf, dass die verbleibenden Mittel für Gesundheitsprogramme, dabei vor allem für einkommensschwache Gemeinden, verwendet werden, die von der Preiserhöhung am stärksten betroffen sind.

Espinosa weist darauf hin, dass in einigen Fällen Unternehmen die Steuer nicht an den Verbraucher weitergeben. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass im ländlichen Mexiko die Preise für Softdrinks nur um 0,73 Pesos pro Liter gestiegen sind statt der gesetzlich vorgeschriebenen vollen 1 Peso. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass in Orten wie dem ländlichen Chiapas Softdrink-Hersteller die Kosten der Steuer subventionieren, um die Preise niedrig zu halten.

Eine Studie prognostizierte, dass in den nächsten Jahrzehnten eine Verringerung des Softdrink-Konsums zwischen 86.000 und 189.000 Fälle von Diabetes verhindern könnte. Während Coca-Cola im mexikanischen Kongress wegen gesundheitspolitischer Argumente in die Defensive geraten ist, muss sich das Unternehmen auch in Chiapas zunehmend der lokalen Opposition erwehren.

Im April protestierten lokale gemeinnützige Organisationen und Nachbarschaftsorganisationen vor dem Coca-Cola-Abfüllbetrieb in San Cristobal de las Casas. Die 1.500 Demonstranten verurteilten den Wasserverbrauch und die gesundheitlichen Auswirkungen von Coca-Cola. Arana sagt, dass der anhaltende Druck der Bürger funktioniert. Coca-Cola hatte früher in indigenen Gemeinden um San Cristobal Werbeplakate aufgehängt, auf denen Männer und Frauen in traditioneller Kleidung mit Coca-Cola-Flaschen zu sehen waren. Nun haben sie die Plakate wieder abgehängt (EU-Kommission nutzt Wassermangel in Italien und Spanien für künftige Privatisierung).

Sie ändern ihre Strategie „, sagt Arana. „Sie machen sich Sorgen wegen all der Kritik.“ In San Felipe Ecatepec zweifelt Juan Urbano daran, dass die gegenwärtige mexikanische Regierung der Gemeinde bei ihren Wasserproblemen helfen wird. Stattdessen nehmen Gemeindeführer am Nationalen Indigenen-Kongress (CNI) teil, der den Zapatistas angegliedert ist, um bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr auf die Anliegen der Indigenen hinzuweisen.

Quelle: https://www.pravda-tv.com/2017/09/wegen-coca-cola-produktion-versiegt-wasser-fuer-indigene-bevoelkerung-in-mexiko/

Gruß an die, die solche Getränke meiden

TA KI

Pflaumen


Pflaumen sind ein wahrhaft leckeres Gesundheitswunder: Lesen Sie hier alle wichtigen Informationen über die Früchtchen.

Sie schützen vor Bluthochdruck, helfen bei Magenproblemen und schmecken gut zu Schweinefleisch oder als Gelee: Pflaumen sind ein wahrhaft leckeres Gesundheitswunder. EAT SMARTER verrät, warum Pflaumen so gesund sind, woran man frische Ware erkennt und zu welchen Lebensmitteln sie am besten schmecken.

Das sollten Sie über Pflaumen wissen

Sorten: Zugegeben – bei diesem Steinobst kann man ganz schnell den Überblick verlieren. Weltweit gibt es über 2000 Sorten, die wir unter dem Oberbegriff „Pflaumen“ zusammenfassen. Für unsere Warenkunde konzentrieren wir uns aber auf die vier gängigsten Sorten, die Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden und Mirabellen. Pflaumen sind blauviolett, erkennbar an einer ausgeprägten Bauchnaht. Das Fruchtfleisch ist nur schwer vom Kern zu lösen. Zwetschgen sind tiefblau mit einer länglichen Form, die spitz zu den Enden verläuft. Ihr Fruchtfleisch ist süßer und leichter vom Kern zu lösen. Die kugelförmigen Renekloden gehören zu den Edelpflaumen, sie sind rot, grün oder gelb. Die kirschgroßen Mirabellen haben eine glatte gelbe Haut und ein süßes Fruchtfleisch. Saison: Wir kennen Pflaumen seit 2000 Jahren, als die Römer das Steinobst aus Asien zu uns brachten. Und es ist bis heute bei uns geblieben: In unseren Regionen dauert die Saison für Pflaumen von Juli bis Oktober, wobei Mirabellen und Renekloden von Juli bis September eine die kürzere Erntezeit haben.

Wie gesund sind eigentlich Pflaumen?

Inhaltsstoffe: Viele Vitamine, viele wichtige Mineralstoffe: Pflaumen lassen sich durchaus als blaue Gesundheitskugeln beschreiben. Neben Provitamin A, B-Vitaminen und den Vitaminen C, E und K enthalten Pflaumen auch Zink, Kupfer, Kalzium und Bor. Vor allen Dingen die B-Vitamine sind wichtig für einen gesunden Stoffwechsel und ein intaktes Nervensystem.

Nährwerte von Pflaumen und Zwetschgen pro 100 Gramm
Kalorien 47
Kohlenhydrate 10 g
Ballaststoffe 2 g
Eiweiß 1 g
Fett 0,6 g

Forschung: Daneben haben Forscher schon seit längerem einen Blick auf die Polyphenole der Pflaumen geworfen, besonders auf die Gruppe der Anthocyane. Der Farbstoff sorgt für die blau-violette Farbe von Pflaumen und Zwetschgen. Die Forscher vermuten, dass die Anthocyane Alterungsprozesse in unseren Gefäßen verlangsamen und Fettablagerungen verhindern können. Auf diese Weise können die Anthocyane aus den Pflaumen Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck oder hohen Cholesterinwerten vorbeugen. Und das Alles bei verträglichen 47 Kalorien pro 100 Gramm. Bei Mirabellen und Renekloden liegt der Wert zwar etwas höher, dennoch kann man auch bei diesem Obst beherzt zugreifen.

Pflaumen – gut zu wissen:

Schon der römische Dichter Marcus Valerius Martial wusste: „Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie lösen den hart gespannten Bauch.“ In der Tat haben Pflaumen als Hausmittel eine abführende Wirkung, wenn sie in hohen Mengen gegessen werden. Ansonsten wirken die Früchte auch bei Sodbrennen. Dafür sollte man die Pflaumen aber dünsten, da die Fruchtsäuren einen empfindlichen Magen auch stark reizen können.

Einkaufs- und Küchentipps für Pflaumen:

Qualität: Reife Pflaumen erkennen Sie an ihrer tiefen, rotbläulichen Farbe, reife Zwetschgen sind dunkelblau. Achten Sie beim Einkauf auf eine natürliche und unbeschädigte Wachsschicht und einen angenehmen Geruch. Geben die Früchte auf leichten Druck nach, sind sie optimal. Lagerung: Je nach Sorte halten sich die Pflaumen bis zu sieben Tage im Kühlschrank, am besten in einer durchlöcherten Plastiktüte.

EAT SMARTER-Empfehlung für Pflaumen:

Für die Lagerung entfernen Sie vorher die Steine, damit die Pflaumen nicht bitter werden. Im Kühlschrank sollten die Früchte nicht mit Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten oder Gurken gelagert werden, da sie leicht den Geruch des Gemüses annehmen können.

Zubereitungstipps für Pflaumen:

Zubereitung: Nachdem Sie die Pflaumen abgespült haben, lassen sie sich leicht mit einem spitzen Messer verarbeiten. Und dann haben Sie die freie Auswahl: Sie können Pflaumen oder Zwetschgen natürlich roh essen oder zu einem Kuchen verarbeiten. Gekocht lassen sich aus Pflaumen und Zwetschgen ideal Kompott, Konfitüre oder Gelees machen. Als Sauce schmecken Pflaumen und Zwetschgen am besten zu Schweinefleisch, Wild oder Geflügel. Dabei sollten die Pflaumen aber nicht zu lange gegart werden, da sie sonst ihren Geschmack verlieren. Aus Zwetschgen lassen sich leckere Kuchen machen.

(…)

Quelle: http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/pflaumen

Gruß an die Wissenden

TA KI

 

 

5-HTP – Wirkung, Nebenwirkung und Dosierung


5-HTP ist die Vorstufe von Serotonin, dem Glückshormon. Aus 5-HTP kann der Organismus sehr leicht Serotonin herstellen. 5-HTP gilt daher als Mittel, das den Serotoninspiegel heben kann. Seine Einsatzgebiete sind Stimmungsschwankungen, Depressionen und Angstzustände. Auch wird es oft zur Unterstützung beim Abnehmen genommen, bei Schlaflosigkeit, Fibromyalgie sowie zur Vorbeugung von Migräne. 5-HTP wird aus einer Pflanze gewonnen und ist daher ein Präparat aus natürlichen Rohstoffen. Wir berichten über 5-HTP, seine Wirkungen, die richtige Dosierung und mögliche Nebenwirkungen.

5-HTP bei Depressionen und Stimmungsschwankungen

5-HTP ist eine Aminosäure und die direkte Vorstufe von Serotonin. Das heisst, aus 5-HTP wird im Körper in nur einem Schritt Serotonin hergestellt. Serotonin gilt als jenes Hormon, das die Stimmung reguliert, Aggressionen hemmt und Ängste vertreibt. Bei Depressionen, Angstzuständen und Stimmungsschwankungen wird daher gerne ein Serotoninmangel vermutet und infolgedessen empfohlen, Massnahmen zur Erhöhung des Serotoninspiegels zu ergreifen. 5-HTP ist eine solche Massnahme.

Eine Zusammenfassung an natürlichen und ganzheitlichen Massnahmen zur Hebung des Serotoninspiegels finden Sie am Ende des Artikels (unter Serotoninspiegel natürlich erhöhen). Nachfolgend geht es ausschliesslich um eine der dort vorgestellten Massnahmen, nämlich um die Einnahme von 5-HTP.

Früher war 5-HTP ein geläufiges Antidepressivum

Die Abkürzung 5-HTP steht für 5-Hydroxytryptophan. Achtung: Serotonin wird manchmal als 5-Hydroxytryptamin bezeichnet und dann mit 5-HT abgekürzt. 5-HT ist also nicht gleich 5-HTP. Eine weitere Bezeichnung für 5-HTP ist hingegen Oxitriptan.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde 5-HTP routinemässig bei Depressionen verordnet. Dann aber erschienen die heute so weit verbreiteten Antidepressiva vom Typ der Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) auf dem Markt und verdrängten 5-HTP derart massiv, dass es heute nicht einmal mehr als Arzneimittel gilt, sondern „nur“ noch als Nahrungsergänzungsmittel im Handel ist. Das hat natürlich auch Vorteile, weil man auf diese Weise nicht mehr extra ein Rezept erbitten muss, sondern 5-HTP eigenverantwortlich ausprobieren kann.

Auch die Aminosäure L-Tryptophan wurde und wird immer wieder zur Erhöhung des Serotoninspiegels und damit zur Stimmungsaufhellung oder auch zur Schlafförderung angepriesen. Zur Schlafförderung deshalb, weil ein gesunder Serotoninspiegel des nachts auch einen gesunden Melatoninspiegel zur Folge hat und dieser wiederum für einen erholsamen und ungestörten Schlaf zuständig ist – denn Melatonin ist das Schlafhormon. (Wie man – abgesehen von 5-HTP – seinen Melatoninspiegel auf natürliche Weise erhöhen und damit seinen Schlaf verbessern kann, haben wir hier erklärt: Melatoninspiegel natürlich erhöhen).

Allerdings hat 5-HTP einige Vorteile gegenüber der Einnahme von L-Tryptophan:

Die Vorteile von 5-HTP gegenüber L-Tryptophan

Während 5-HTP die direkte Vorstufe des Serotonins ist, handelt es sich bei L-Tryptophan um die Vorstufe von 5-HTP. Daraus wird bereits der erste Vorteil einer Einnahme von 5-HTP gegenüber der Einnahme von L-Tryptophan ersichtlich: Man überspringt einen Schritt, was die Serotoninherstellung massiv vereinfacht und beschleunigt, denn gerade der erste Schritt ist mit allerlei Komplikationen verbunden:

1. Umwandlung von L-Tryptophan in 5-HTP unterliegt vielen Einflüssen

So kann die Umwandlung von L-Tryptophan in 5-HTP von vielen Faktoren blockiert werden, z. B. von verschiedenen Vitalstoffmängeln, von einem hohen Stresshormonspiegel oder von starken Blutzuckerschwankungen. Überspringt man diesen Schritt, umgeht man all diese möglichen Risikofaktoren, die einer Serotoninbildung aus L-Tryptophan im Wege stehen würden.

2. Transport von L-Tryptophan ins Gehirn ist oft ein Problem

Ausserdem muss L-Tryptophan, um im Gehirn zu Serotonin werden zu können, erst einmal ins Gehirn gelangen – und genau das ist oft ein Problem. Denn L-Tryptophan ist nicht die einzige Aminosäure, die ins Gehirn möchte. Meist sind die anderen Aminosäuren schneller und besetzen die Transporter durch die Blut-Hirn-Schranke, so dass L-Tryptophan, das häufig ganz hinten in der Schlange steht, keinen Platz mehr bekommt. Wie man die anderen Aminosäuren von der Blut-Hirn-Schranke weglotsen kann, um die ins Gehirn reisende L-Tryptophanmenge zu erhöhen, haben wir im Artikel „Serotoninspiegel natürlich erhöhen“ beschrieben. (…)

3. L-Tryptophan hat noch viele andere Aufgaben

Das nächste Problem ist, dass L-Tryptophan nicht ausschliesslich für die Serotoninherstellung zuständig ist. Die Aminosäure hat noch viele andere Einsatzgebiete im Körper. Ja, es sollen gar nur 3 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen L-Tryptophans in Serotonin umgewandelt werden.

Nun wird Serotonin aber nicht nur im Gehirn benötigt, sondern auch im übrigen Körper, z. B. für die Regulierung der Darmperistaltik, der Gefässe und des Appetits. Für alle diese Aufgaben werden 95 Prozent des Gesamtserotonins benötigt. Somit wird klar, dass auch der grösste Teil der winzigen L-Tryptophanmenge, die zur Serotoninherstellung zur Verfügung steht, zur Bildung des Körperserotonins verwendet wird. Für die Bildung des Gehirnserotonins bleibt da oft nicht mehr viel übrig.

Leider ist ausserdem die Blut-Hirn-Schranke für das Körperserotonin nicht durchgängig. Das Gehirn muss also immer selbst das von ihm benötigte Serotonin herstellen.

5-HTP wird zu fast 100 Prozent zu Serotonin umgebaut

5-HTP nun hat im Gegensatz zu L-Tryptophan nur eine einzige Aufgabe, nämlich in Serotonin verwandelt zu werden. Das bedeutet: Fast 100 Prozent des eingenommenen 5-HTP werden auch tatsächlich zu Serotonin umgebaut. Die Einnahme von 5-HTP scheint somit ein verführerisch einfaches Mittel zu sein, den Serotoninspiegel zu heben und Problemen wie Depressionen, Stimmungsschwankungen und Angstzuständen ein für allemal Adieu zu sagen. Doch auch hier gibt es Faktoren, die berücksichtigt werden müssen:

Lebensmittel enthalten so gut wie kein 5-HTP

Während man seine L-Tryptophan-Versorgung beispielsweise leicht über die Ernährung steuern kann (indem man verstärkt L-Tryptophanreiche Lebensmittel isst, wie z. B. Nüsse, Getreide, Hülsenfrüchte, Erdnüsse), ist das bei 5-HTP nicht der Fall. Denn 5-HTP ist so gut wie überhaupt nicht in Lebensmitteln enthalten.

In unreifen Bananen – jedoch nur in bestimmten Bananensorten – sollen gewisse nicht näher definierte Mengen an 5-HTP enthalten sein. Ob es sich jedoch um jene Bananen handelt, die in unseren Supermärkten erhältlich sind und welchen Unreifegrad sie aufweisen müssen, ist uns nicht bekannt, so dass eine 5-HTP-Versorgung mit Bananen nicht realistisch scheint.

Die Wirkungen von 5-HTP

In den Samen einer afrikanischen Pflanze, der sog. Afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) entdeckte man aussergewöhnlich hohe 5-HTP-Gehalte und nutzt diese Pflanze seither als Rohstoff für die Herstellung von isolierten 5-HTP-Präparaten. Derzeit sind diese Präparate die einzige Möglichkeit, sich gezielt mit relevanten 5-HTP-Mengen zu versorgen – übrigens nicht nur, um gegen Depressionen vorzugehen. Es gibt noch weitere Einsatzgebiete für 5-HTP, etwa Schlafstörungen, Übergewicht, Hitzewallungen in den Wechseljahren, Fibromyalgie oder Migräne:

Kopfschmerzen und Migräne

Da man bei Migränepatienten oder Patienten, die häufig an Kopfschmerzen leiden, niedrige Serotoninspiegel feststellte und Serotoninrezeptor-Agonisten (Mittel, die im Gehirn wie Serotonin wirken und an die Serotoninrezeptoren andocken) zu einer Linderung des Migräneschmerzes führen, untersuchte man in Studien die Wirkung von 5-HTP in der Prävention von Migräne. Denn ein langfristig gesunder Serotoninspiegel – so der Gedanke – müsste dann ja Kopfschmerz und Migräne verhindern.

In einer Studie von 1986, die im Fachmagazin European Neurology veröffentlicht wurde, hatte man 124 Migränepatienten entweder 5-HTP gegeben oder Methysergid (ein Medikament, das zur Migräneprophylaxe eingesetzt wurde, das heute aber – wegen starker Nebenwirkungen – nicht mehr auf dem Markt ist).

Alle Teilnehmer waren gleich alt, vom gleichen Geschlecht, litten an derselben Migräneform und -stärke und hatten in der Vergangenheit dieselbe Therapie erhalten. In der Methysergid-Gruppe berichteten 75 Prozent der Patienten von einer signifikanten Verbesserung ihrer Beschwerden, in der 5-HTP-Gruppe waren es 71 Prozent, die dank 5-HTP von weniger intensiven und gleichzeitig viel kürzeren Migräneattacken berichteten. Nebenwirkungen waren in der Methysergid-Gruppe häufiger als in der 5-HTP-Gruppe.

Übergewicht

Eine wichtige Aufgabe des Serotonins ist u. a. die Regulierung des Appetits. Ein Serotoninmangel könnte daher auch dazu führen, dass man viel zu viel isst und ständig Appetit hat, obwohl man längst ausreichend Kalorien verspeist hat. Aus diesem Grund überprüfte man in verschiedenen Studien, inwiefern 5-HTP Übergewichtige bei der Gewichtsabnahme unterstützen könnte. Es zeigte sich, dass 5-HTP in etlichen Fällen den Appetit zügeln und erfolgreich beim Abnehmen helfen konnte.

Die University of Rome beispielsweise führte eine Doppelblind-Studie durch, in der übergewichtige Frauen fünf Wochen lang täglich 8 mg 5-HTP pro Kilogramm Körpergewicht und Tag oder ein Placebopräparat zu sich nahmen. Die Frauen assen währenddessen normal, führten also keine Diät durch. Zwar änderte sich an der Stimmungslage dieser Frauen nichts, doch nahmen sie weniger Kalorien zu sich (38 Prozent weniger, in der Placebogruppe nur 20 Prozent weniger) und verloren entsprechend an Gewicht.

In zwei weiteren doppelblinden Studien dieser Universität ergaben sich ähnliche Ergebnisse. Die Einnahme von 750 bzw. 900 mg 5-HTP pro Tag (was heute als eine zu hohe Dosis gilt, die mit Nebenwirkungen einhergehen könnte) führte bei übergewichtigen Männern und Frauen im Laufe von zwei bzw. sechs Wochen zu einem verminderten Appetit. Sie nahmen weniger Kohlenhydrate auf, waren früher satt und verloren mehr Gewicht, als dies in der jeweiligen Placebogruppe der Fall war.

Schlafstörungen

Je gesünder der Serotoninspiegel, umso gesünder ist auch – wie oben erklärt – der Melatoninspiegel. Bei vielen Menschen trifft das auch zu, so dass sie ihre Schlafprobleme durch die Einnahme von 5-HTP bessern oder gar beheben können.

Allerdings muss berücksichtigt werden, dass es zunächst zu einer gegenteiligen Wirkung kommen kann und 5-HTP erst einmal wach macht, dann aber „eine Kaskade physiologischer Prozesse auslöst, die den anschliessenden Schlaf fördern“ – so eine Untersuchung der University of Texas im Jahr 2000.

Natürlich ist die Wirkung von 5-HTP auf die Schlafqualität, die Schlafdauer und die Einschlafphase auch dosisabhängig und abhängig vom einzelnen Menschen und seinem Stoffwechsel,  seinem Neurotransmitterspiegel, seiner L-Tryptophanversorgung, seinem Vitalstoffstatus und vielem mehr, so dass es oft am besten ist, mit viel Fingerspitzengefühl und kleinen Anfangsdosen die individuell richtige Vorgehensweise vorsichtig auszutesten.

Im Jahr 2004 wurden im European Journal of Pediatrics die Ergebnisse einer Studie mit Kindern veröffentlicht, die an Schlafstörungen (Nachtangst) gelitten hatten. Obwohl im Allgemeinen davon abgeraten wird, Kindern 5-HTP zu geben, wurde in dieser Untersuchung genau das getan.

Die Studienteilnehmer waren 45 Kinder zwischen 3 und 10 Jahren. 31 erhielten 20 Tage lang jeweils vor dem Schlafengehen 2 mg 5-HTP pro Kilogramm Körpergewicht. 29 Kinder reagierten äusserst positiv auf das Mittel und konnten viel besser schlafen. In der Placebogruppe war dies nur bei einem knappen Drittel der Kinder der Fall. Auch noch nach sechs Monaten waren die meisten Kinder der 5-HTP-Gruppe beschwerdefrei, in der Placebogruppe litten hingegen über 70 Prozent weiterhin an ihrer Nachtangst.

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist nach wie vor eine recht rätselhafte Erkrankung. Sie zählt offiziell zu den rheumatischen Erkrankungen und geht mit chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizdarm und Müdigkeit einher, um nur einige wenige der bei Fibromyalgie möglichen Symptome zu nennen. (…)

Bei der Fibromyalgie wird vermutet, dass häufig ein zu niedriger Serotoinspiegel vorliegt. Denn Massnahmen, die den Serotoninspiegel erhöhen, führen nicht selten zu einer Besserung der Beschwerden.

Zur Fibromyalgie wurden bereits Anfang der 1990er Jahre klinische Studien mit 5-HTP durchgeführt. Eine davon wurde 1990 im Journal of International Medical Research veröffentlicht und ergab mit einem doppelblinden und placebokontrollierten Design, dass sich alle klinischen Parameter der Fibromyalgie durch die Einnahme von 5-HTP bessern liessen. Gleichzeitig konnten nur milde und vorübergehende Nebenwirkungen beobachtet werden.

Im April 1992 schrieben Forscher von der Universitätsklinik in Mailand, dass die Hälfte der Fibromyalgie-Patienten, die mit 5-HTP behandelt wurden, innerhalb von 90 Tagen eine Besserung ihrer Beschwerden erlebten, nur 30 Prozent berichteten von Nebenwirkungen.

Depressionen, Panikattacken und Angstzustände

Da man noch immer nicht genau weiss, wie und warum Depressionen entstehen und man auch nicht sicher ist, ob tatsächlich in jedem Fall ein Absinken des Serotoninspiegels beteiligt ist, kann man davon ausgehen, dass Depressionen, Panikattacken und Angstzustände mehrere Ursachen gleichzeitig haben und diese Ursachen ausserdem bei jedem Menschen wieder ganz anders geartet sein können. Kein Wunder helfen beim einen Patienten Antidepressiva gut, beim anderen aber gar nicht.

Genauso verhält es sich bei 5-HTP. Manche Betroffenen reagieren darauf mittelmässig, andere verspüren nichts und wieder andere sind dank 5-HTP plötzlich beschwerdefrei.

Im Juni 2004 las man beispielsweise im Journal of Psychopharmacology, dass 5-HTP (täglich 200 mg) zumindest bei Frauen eine mindernde Wirkung bei Panikattacken zeigte, bei Männern aber nicht.

In Sachen Depressionen gibt es zu 5-HTP enorm viele Studien, die meisten stammen aus den 1970er und 1980er Jahren, eben aus jener Zeit, als 5-HTP und auch L-Tryptophan noch gegen Depressionen verordnet wurden. Die Ergebnisse waren nie einheitlich, mal zeigte 5-HTP Wirkung, ein andermal war die Wirkung nicht überzeugend. Doch was bedeutet „nicht überzeugend“?

Interessant ist dabei folgendes: Wenn ein Mittel gegen Depressionen bei z. B. 40 Prozent der Patienten die Symptome lindert oder beheben kann, wird dies nicht als Wirkung anerkannt. Denn offenbar verhält es sich bei depressiven Patienten so, dass diese ganz besonders empfänglich für Placeboeffekte sind – was heisst, dass meist auch in den entsprechenden Placebogruppen bei 30 bis 40 Prozent der Patienten eine Besserung eintritt.

Also wird ein Mittel erst dann als wirksam anerkannt, wenn wirklich die überwältigende Mehrheit der Patienten darauf anspricht. Das aber ist gerade bei Depressionen nicht möglich, da – wie oben erklärt – diese Krankheit viele unterschiedliche Ursachen haben kann, daher nicht jedes Mittel bei jedem Patienten wirken kann und somit auch ein Ergebnis von 40 Prozent durchaus als hervorragend eingestuft werden kann.

5-HTP wirkt genauso gut wie Antidepressiva

Aus dem Jahr 2013 liegt jedoch eine recht aktuelle – randomisierte und doppelblinde – Studie mit optimalen Ergebnissen vor. Darin hatte man die Wirkung von Fluoxetin, einem beliebten Antidepressivum, mit der Wirkung von 5-HTP bei 60 depressiven Patienten verglichen. Das jeweilige Mittel wurde acht Wochen lang eingenommen.

Als Ergebnis zeigte sich, dass beide Mittel annähernd ebenbürtig waren. In der 5-HTP-Gruppe konnte die Depression bei 73,3 Prozent der Teilnehmer, in der Fluoxetin-Gruppe bei 80 Prozent der Teilnehmer merklich gebessert werden. Die Besserung der Depressionen konnte schon nach zwei Wochen der Einnahme beobachtet werden – und zwar in allen Schweregraden. Die therapeutische Wirksamkeit von 5-HTP – so die Schlussfolgerung – sei vergleichbar mit jener von Fluoxetin.

Da man den Serotoninspiegel im Gehirn im Rahmen üblicher Routineuntersuchungen nicht messen kann, konzentrieren sich Studien mit Antidepressiva oder 5-HTP insbesondere auf die antidepressive Wirkung der Mittel. Man beobachtet also, wie sich die Symptome und das Befinden ändert. Lesen Sie nachfolgend einige Mut machende Erfahrungsberichte von 5-HTP-Anwendern:

Erfahrungsberichte mit 5-HTP

„Ich merkte die Wirkung von 5-HTP nach etwa einer Woche. Doch dachte ich, dass meine Stimmung sich von ganz allein gebessert hätte, da ich nicht an 5-HTP geglaubt habe. Ich setzte das Mittel wieder ab – und meine Stimmung fiel in den Keller. Also nahm ich es erneut und es geht mir mit 400 mg (die ich abends nehme) sehr gut.“

„Ich leide unter einem Schmerzmittelentzug (Opioide) und habe daher Angstzustände. Nach zwei Wochen 5-HTP merkte ich eine solche Erleichterung, die Angstzustände nahmen so stark ab, das ich wieder Mut geschöpft habe.“

„5-HTP hat mein Leben verändert! Nachdem ich so viele unterschiedliche Antidepressiva ausprobiert habe, die alle nicht wirkten, testete ich 5-HTP. Es hilft mir, gut zu schlafen, es hilft mir, Stress zu ertragen und insgesamt fühle ich mich wunderbar.“

„5-HTP ist das einzige Mittel, das mir bei meinen Depressionen half. Auch meine Ängste wurden weniger. Wenn ich es jedoch auf leeren Magen einnehme, wird mir schlecht davon. Ich muss daher darauf achten, es nach dem Essen zu nehmen.“

„Ich litt jahrelang unter einer starken generalisierten Angststörung, unter anderem an einer sozialen Angststörung mit gelegentlichen Panikattacken und Schlaflosigkeit. Ich probierte verschiedene Antidepressiva aus, wie z. B. Citalopram, Venlafaxin und Sertralin. Sie halfen jeweils einigermassen, was bedeutet, dass die Probleme zu etwa 40 bis 50 Prozent besser wurden. Ganz aber verschwanden sie nie. Dann testete ich 5-HTP. Es ist kaum zu glauben, aber meine Beschwerden sind vollständig weg. Ich fühle mich völlig normal. Ich grüble nicht mehr über Dinge nach, wie ich es sonst immer tat und was mich so lange gequält hat. Natürlich könnte es eine Placebo-Reaktion sein, aber bei all den bisher ausprobierten Medikamenten hätte eine solche ja ebenfalls auftreten müssen, was aber nicht der Fall war.“

„Ich nehme 5-HTP erst fünf Tage und bin bei 300 mg pro Tag – aufgeteilt in drei Dosen jeweils zu den Mahlzeiten, am Abend vor dem Schlafengehen. Ich kombiniere 5-HTP mit meinem Multi-Vitamin-Präparat, mit einem Vitamin-B-Komplex und Vitamin C. Meine Medikamente habe ich auf ein Minimum reduziert. Ich schlafe besser und auch tagsüber fühle ich mich besser. Big Pharma Produkte maskieren nur das Problem, während sich das jetzt so normal anfühlt!“

„Ich habe aufgrund von Ängsten und Depressionen regelmässig nicht-medikamentöse Strategien eingesetzt (Verhaltenstherapie o. ä.). Doch das wurde immer schwieriger, besonders nach dem Tod von meinem Vater. Ich wollte keine Medikamente nehmen, weil ich befürchtete, dass sie mich nur benebeln oder sogar süchtig machen würden. 5-HTP half mir ohne Nebenwirkungen. Ich nehme es am Abend, so dass ich schlafen kann und am Morgen ohne Probleme aufwache. Bin ich jetzt glücklich? Nein, aber ich bin optimistischer geworden, versinke nicht mehr, wie früher so oft, in trübsinnigen Gedanken, und langsam erwacht auch mein Interesse am Leben wieder.

Vitalstoffe, die begleitend zur 5-HTP-Einnahme nötig sind

Wenn Sie sich für die Einnahme von 5-HTP entscheiden sollten, dann achten Sie bitte auch darauf, mit ausreichend Vitamin B6 und Zink versorgt zu sein. Denn diese beiden Vitalstoffe sind direkt an der enzymatisch gesteuerten Umwandlung von 5-HTP in Serotonin beteiligt.

Natürlich sollten Sie mit allen Vitalstoffen gut versorgt sein, denn viele beeinflussen den Serotoninspiegel auf die eine oder andere Weise (z. B. Vitamin B12, Magnesium, Vitamin C usw.). Bestehen daher Vitalstoffmängel, können diese den Serotoninhaushalt beeinträchtigen, was verhindert werden sollte. Denn es ist ja nicht besonders sinnvoll, auf der einen Seite etwas einzunehmen, um den Serotoninspiegel zu heben und auf der anderen Seite Faktoren zu vergessen, die den Spiegel wieder senken.

Die Produktqualität

5-HTP wird meist aus der Afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) hergestellt. Produkte enthalten daher entsprechende Extrakte. Nun kommt es auf die Qualität des Extraktes an, wie hoch sein 5-HTP-Gehalt ist. Extrakte können beispielsweise auch nur zu 20 bis 25 Prozent aus 5-HTP bestehen.

Wenn also auf der Verpackung steht, dass eine Kapsel 100 mg Griffonia-simplicifolia-Extrakt enthält, so bedeutet dies nicht automatisch, dass es auch 100 mg 5-HTP sind. Es muss deutlich vermerkt sein, dass es sich beispielsweise um einen Extrakt handelt, der zu 99 Prozent aus 5-HTP besteht. Erst dann können Sie das Produkt richtig dosieren.

Die Dosierung

Ein bis zwei Stunden nach der Einnahme ist 5-HTP vollständig im Blutkreislauf angelangt. 4,3 Stunden nach der Einnahme ist bereits die Hälfte des eingenommenen 5-HTP wieder aufgebraucht. Daher – und auch zur Reduzierung möglicher Nebenwirkungen – sind mehrere kleine Dosen pro Tag sinnvoller als eine Einzeldosis.

Das University of Maryland Medical Center rät zu nicht mehr als 150 bis 300 mg 5-HTP (aufgeteilt in täglich drei Dosen, also dreimal täglich 50 bis 100 mg).

In der Praxis könnte das so aussehen: Man startet – bei Depressionen, Gewichtsabnahme, Kopfschmerzen und Fibromyalgie – mit je 50 mg dreimal täglich. Wenn man nach zwei Wochen keine Wirkung verspürt, erhöht man die Dosis auf je 100 mg dreimal täglich. Mit dieser vorsichtigen Dosierung reduziert man das Risiko möglicher Nebenwirkungen beträchtlich.

Bei Schlaflosigkeit nimmt man 100 bis 300 mg 30 bis 45 Minuten vor dem Schlafengehen. Auch hier beginnt man mit der niedrigen Dosis (100 mg) und steigert diese erst nach frühestens drei Tagen auf z. B. 150 mg, nach einigen weiteren Tagen auf 200 mg und so weiter.

600 mg 5-HTP pro Tag stellen das absolute Maximum dar – eine Dosis, die an mancher Stelle bei Depressionen und Angstzuständen empfohlen wird (auf zwei Dosen pro Tag verteilt – je eine morgens und abends). Eine solche Dosis dürfte dann auch nicht mit z. B. L-Tryptophan kombiniert werden.

5-HTP kann – im Gegensatz zu L-Tryptophan – mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Lediglich wenn man 5-HTP zur Gewichtsabnahme einsetzen möchte, nimmt man es 20 Minuten vor den Mahlzeiten.

5-HTP gibt es auch als Spray, das in den Mund gesprüht wird (sublingual – unter die Zunge), da auch eine Resorption über die Mundschleimhaut möglich ist.

Kombinationen mit L-Tryptophan und/oder Johanniskraut

Oft ist es sinnvoll, verschiedene (sich gegenseitig verstärkende) Massnahmen miteinander zu kombinieren, um eine bessere Wirkung zu erzielen.

So ist beispielsweise eine Kombination mit 200 bis 600 mg Rhodiola Rosea – dem natürlichen Antidepressivum – denkbar. Auch könnten L-Tryptophan und/oder Melatonin und/oder Johanniskraut mit 5-HTP kombiniert werden. Ein entsprechendes Einnahmeprotokoll könnte wie nachfolgend beschrieben aussehen, wobei alle drei Mittel kurz vor dem Schlafengehen genommen werden.

Allerdings fängt man auch hier erst einmal mit einem der Mittel an, bevor man das zweite integriert und dann erst das dritte. Sollte bereits das erste Mittel ausreichen, werden die anderen nicht benötigt. Beachten Sie, dass im Allgemeinen von einer gemeinsamen Einnahme von 5-HTP und L-Tryptophan abgeraten wird, weil man einen Serotonin-Überschuss befürchtet, weshalb die Dosierung wohl durchdacht sein sollte:

  • 500 bis 1.500 mg L-Tryprophan
  • 50 bis 100 mg 5-HTP
  • 0,5 bis 1 mg Melatonin

Eine andere Kombination wäre 5-HTP mit Johanniskraut:

  • 3-mal täglich je 300 bis 350 mg Johanniskrautextrakt (standardisiert auf 0,3 Prozent Hypericin und 2 bis 3 Prozent Hyperforin)
  • 3-mal täglich 50 – 100 mg 5-HTP

Selbstverständlich handelt es sich bei diesen Einnahmeprotokollen nicht um Einnahmeempfehlungen, sondern lediglich um Möglichkeiten der Einnahme, die Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker besprechen müssen. Denn nur dieser kann gemeinsam mit Ihnen einschätzen, welche Kombination und Dosis für Sie persönlich die passende ist.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Insbesondere wenn Sie Medikamente nehmen, müssen Sie eine 5-HTP-Einnahme mit Ihrem Therapeuten abklären, da 5-HTP mit etlichen Medikamenten in Wechselwirkung gehen kann, insbesondere natürlich mit Antidepressiva, aber auch mit Triptanen (Migränemitteln), Parkinsonmedikamenten, manchen Schmerzmitteln und vielen anderen mehr.

Wenn Sie an Bluthochdruck, Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, ist ebenfalls Rücksprache mit dem Arzt angezeigt. Genauso, wenn Sie an Leber- oder Nierenkrankheiten leiden.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sollten Sie 5-HTP nicht verwenden.

Kinder sollten 5-HTP nicht bekommen – und wenn doch, so nur in Absprache mit dem Kinderarzt.

Mögliche Nebenwirkungen

Aufgrund seines Wirkmechanismus kann 5-HTP zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Bauchweh, Blähungen, Völlegefühl oder auch Sodbrennen führen, was jedoch zumeist verhindert werden kann, wenn man mit niedrigen Dosen beginnt, diese auf mehrere Einzeldosen pro Tag aufteilt, sie langsam steigert, zu hohe Dosen vermeidet und 5-HTP mit dem Essen einnimmt.

Eine Überdosierung von 5-HTP könnte auch das Serotoninsyndrom auslösen, was eine Folge von zu viel Serotonin darstellt. Die Symptome wären Ruhelosigkeit, plötzliche Muskelzuckungen, Schüttelfrost, Schwitzen und Zittern und sollten den Betroffenen zum Arzt führen.

Der Peak-X-Skandal

Im Jahr 1989 kam der Verdacht auf, Präparate mit L-Tryptophan könnten bei etwa 1.500 Personen in den USA (und 500 in Deutschland) der Auslöser des sog. Eosinophilie-Myalgie-Syndroms (EMS) gewesen sein – einer bis dahin nahezu unbekannten Erkrankung, die sich in starken Muskelschmerzen, Hautveränderungen und teilweise irreversiblen Organschäden geäussert und in zwölf Fällen zum Tode geführt haben soll.

Der tatsächlich Schuldige war jedoch nicht das L-Tryptophan an sich, sondern möglicherweise eine Verunreinigung desselben mit einem nervengiftigen Nebenprodukt namens Tryptophan-4,5-dion, das manchmal auch als Peak X bezeichnet wird.

Grund für diese Verunreinigung soll ein bestimmtes Herstellungsverfahren mit gentechnisch manipulierten Mikroorganismen gewesen sein. Der damalige japanische Hersteller Showa Denko habe dann – so heisst es – die Gen-Mikroorganismen vernichtet. Allerdings wurde nie einwandfrei geklärt, ob es tatsächlich besagte Verunreinigungen waren, die zu den EMS-Fällen geführt hatten.

5-HTP-Präparate scheinen diesbezüglich sicherer zu sein, da sie nicht mit Hilfe von Mikroorganismen, sondern aus der Afrikanischen Schwarzbohne hergestellt werden. Dennoch hiess es einst, dass auch manche 5-HTP-Präparate Peak X enthalten hätten bzw. zu EMS geführt hätten. Die enthaltenen Peak-X-Mengen waren jedoch – falls überhaupt vorhanden – so klein, dass nur enorm hohe Überdosen zu einem Gesundheitsproblem hätten führen können.

Im Jahr 2004 las man dann auch in Toxicology Letters:

„…Trotz eines weltweiten Einsatzes von 5-HTP ergaben sich [in den letzten 20 Jahren] keine Ereignisse, die auf eine Giftigkeit von 5-HTP hätten hinweisen können. Ausgiebige Analysen ganz unterschiedlicher 5-HTP-Quellen ergaben keine toxischen Verunreinigungen, die mit jenen vergleichbar wären, die sich seinerzeit in L-Tryptophan finden liessen, und auch keine anderen bedeutsamen Verunreinigungen…“

Da die tatsächliche Ursache von EMS nie geklärt wurde, könnte man auch vermuten, dass ein derartiger L-Tryptophan- und 5-HTP-Skandal der Pharmaindustrie gerade recht kam. Schliesslich brachte diese ab etwa 1988 bis 2003 die ersten Serotoninwiederaufnahmehemmer auf den Markt, z. B. Fluoxetin (1988 in den USA, 1990 in Deutschland).

Diese wollte man dann natürlich auch verkaufen, was vielleicht nicht so erfolgreich der Fall gewesen wäre, hätte es nach wie vor L-Tryptophan und 5-HTP gegeben, die nach den Peak-X-Zwischenfällen natürlich nicht mehr verordnet werden durften. L-Tryptophan wurde in den USA gleich ganz verboten.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem 5-HTP-Händler, wie rein sein Produkt ist und ob es garantiert frei von Peak X ist.

(…)
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Gruß an die Wissenden
TA KI

18-Photos von Feuerwehrmannern die Tiere retteten einfach atemberaubende Aufnahmen


Die Feuerwehr besteht aus den tapfersten Menschen auf dieser Welt, wie HappyToutou berichtet.

Man weiß nie, wann und wo ein Notfall eintrifft und Menschen Hilfe benötigen. Aber umso wichtiger ist es, ein großes Herz zu haben und sein Leben für das der anderen zu riskieren – aber nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Dies siehst du in der nachfolgenden Liste.

Ob es nun ein Feuerwehrmann ist, der einem Koala etwas zu trinken gibt, oder ein Mann, der einen Hund aus einem brennenden Haus rettet – die Fotos sind wirklich atemberaubend und unglaublich berührend.

1. Eine Katze in guten Händen.

HappyToutou
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2. Ein Feuerwehrmann, der einem Koala nach einem Waldbrand in Australien zu trinken gibt.

HappyToutou
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3. Brett Cunniff rettet eine Katze aus einem brennenden Haus. Danach versorgt er sie mit Sauerstoff.

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4. Eine Frau geriet in Panik, als ihr Hund noch im brennenden Haus war. Glücklicherweise konnte Ben Lawson den Hund retten.

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5. Die Feuerwehr aus Austin wurde alarmiert, dass ein Reh in einem Kanaldeckel feststeckte. Sie eilten vor Ort und konnten das Tier in ein Reservat bringen.

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6. Der Hund ist seinem Retter sehr dankbar. Hier siehst du, wie er sein Gesicht voller Asche ableckt.

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7. Nachdem ein Feuerwehrmann die Katze aus dem Feuer rettete, sieht man sofort, wie dankbar die Katze ihm ist.

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8. Eine Gruppe Enten steckte in einem Loch fest. Die Feuerwehrmänner konnten sie jedoch mit einem Ton auf dem Handy herauslocken und retten.

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9. Die blinde Hündin Inge fiel in den gefrorenen See Lake Ontario. Die Feuerwehrmänner sprangen in das Eiswasser und retteten die Hündin.

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10. Britische Feuerwehrmänner taten ihr Bestes, um ein im Schlamm feststeckendes Pferd zu retten.

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11. John Cusco rettet einen Hund, der im 2. Stock feststeckte. Danach gab er ihm ausreichend zu trinken.

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12. Feuerwehrmänner aus Washington geben einen Hamster Sauerstoff, den sie aus einem brennenden Haus gerettet haben.

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13. Diese Frau war so erleichtert, als ihre Katze gerettet wurde.

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14. Die Feuerwehrmänner aus Lawrence benutzten ein Boot, um einen Hund aus einem gefrorenen See zu retten.

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15. Feuerwehrmänner aus Chile hörten Geräusche aus einem alten Auto. Sie fanden dann vier Kätzchen, die sie dann in ein Tierheim brachten, wo sie hoffentlich ein schönes Zuhause fanden.

HappyToutou
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16. Ein Feuerwehrmann rettete das Leben der 7 Jahre alten Labrador Hündin. Er beatmetete sie Mund zu Mund, was ihr Leben rettete!

HappyToutou
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17. Ein Feuerwehrmann rettet die Katze aus den Flammen. Sie ist ihm für immer dankbar!

HappyToutou
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18. Die Feuerwehr tut so viel für uns. Sie wachen immer über uns!

HappyToutou
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Quelle: http://unglaublich.co/18-fotos-von-feuerwehrmannern-die-tiere-retteten-einfach-atemberaubende-aufnahmen/
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Gruß an die die wissen, was Menschlichkeit ist…
TA KI

Gentechnisch veränderte Motten erstmalig in den USA freigelassen: Ein großer Schritt für ‚Frankensteins Biester‘


Das Biotech-Unternehmen Oxitec gab am 5. September bekannt, dass es begonnen hat, gentechnisch veränderte (GM) Motten in Geneva, New York, freizugeben. Die Risiken sind unbekannt, weil die Transparenz der Studienergebnisse fehlt, sagt das Zentrum für Lebensmittelsicherheit.

Das Biotech-Unternehmen Oxitec gab am 5. September bekannt, dass es begonnen hat, genetisch veränderte (GM) Motten in Geneva, New York, freizugeben. Weltweit sind bisher nur zwei Arten von GM-Insekten freigelassen worden. GM-Moskitos wurden in Brasilien, Panama, den Cayman-Inseln und Malaysia freigegeben und ein  genetisch veränderter rosa Baumwollkapselwurm vor etwa 10 Jahren in Arizona. Sowohl die Mücken, als auch die Würmer, wurden von Oxitec produziert.

Die genetischen Veränderungen, die an der neu freigegebenen Motte vorgenommen wurden, sind jedoch viel komplexer als die, die an dem Baumwollkapselwurm gemacht wurden – der Wurm war für Studienzwecke modifiziert worden.

Die Motte wurde genetisch verändert, um Nachkommen zu produzieren, die vor dem Erreichen der vollen Reife sterben. Sie trägt eine Art genetischen „Todes-Schalter.“ Besorgte Organisationen, wie GeneWatch und das Zentrum für Lebensmittelsicherheit, haben darauf hingewiesen, dass der Todes-Schalter nicht 100 Prozent effektiv ist. Einige GM-Motten können überleben und sich mit wilden Arten vermehren, vielleicht verändern sich die wilden Populationen irreversibel und auf unbeabsichtigte Weise.

Die Diamantenmotte ist ein Schädling für Getreide und es wird geschätzt, dass Landwirte weltweit dadurch Schäden in Höhe von rund 4 Milliarden Dollar erleiden, sagt Oxitec. Die Hoffnung der Wissenschaftler an der Cornell University, die für Oxitec arbeiten, ist, dass die GM-Motten die Populationen des wilden Schädlings stürzen werden.

„Es soll eine Anstrengung sein, um Schaden zu reduzieren“, sagte Jaydee Hanson, eine Wissenschaftler vom Zentrum für Lebensmittelsicherheit. „Aber das Endergebnis ist, sie sind nicht transparent gewesen.“

Das Zentrum für Lebensmittelsicherheit beantragte Informationen über frühere Laborversuche ohne Erfolg. Die Cornell-Wissenschaftler sagten, sie würden nicht alle Informationen für die Öffentlichkeit freigeben und die Ergebnisse zuerst zur Peer-Review (Begutachtung) übergeben. Während diese Informationen im Dunkeln bleiben, sollen wöchentlich 10.000 Motten freigelassen werden.

Öffentliche Informationssitzungen waren flüchtig, sagte Hanson. Er ist nicht sicher, ob die Behörden alle Informationen haben, die sie haben müssen, um das Risiko der Freisetzung zu beurteilen.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte am 6. Juli seine Zustimmung für eine Freilassung angekündigt und festgestellt, dass die Motte wahrscheinlich keine negativen Auswirkungen hat. Nach der USDA-Zulassung erwartete Oxitec die Genehmigung auf Staatsebene. Das New York Department of Environmental Conservation (DEC) entschied, dass die Motte außerhalb ihrer Regulierungsbehörde liegt und dass die Cornell University und Oxitec keine DEC-Genehmigung benötigen. „Sie haben eine bizarre Situation in New York, wo Sie eine Genehmigung benötigen, um Schmetterlinge bei Ihrer Hochzeit freizugeben, aber Sie brauchen keine Genehmigung, um diese gentechnisch veränderten Motten freizulassen“, sagte Hanson.

Sie haben eine bizarre Situation in New York, wo Sie eine Genehmigung benötigen, um Schmetterlinge bei Ihrer Hochzeit freizugeben, aber Sie brauchen keine Genehmigung, um diese gentechnisch veränderten Motten freizulassen.

– Jaydee Hanson, Senior Analytiker, Zentrum für Lebensmittelsicherheit

Biologische Landwirtschaftsorganisationen sorgen sich darüber, dass alle toten Larven, die nach dem der genetische Todes-Schalter eingesetzt hat, auf den landwirtschaftlichen Kulturen zurückbleiben könnten und die Zertifizierung für Bioprodukte kompromittieren. Die Larven können die Pflanzen noch fressen, auch wenn die Population schließlich wie gehofft abnimmt, könnte die anfängliche Zunahme – mit der Freisetzung von 10.000 Insekten pro Woche – den Feldern der Landwirte schaden. Diese ersten Versuche sind innerhalb eines begrenzten Bereichs, und die betroffenen Kulturen sollen verbrannt und nicht für den Verbrauch verkauft werden. Aber die Sorge ist, dass offene Feldversuche keine Grenzen haben.

Erfahrungen mit GM-Moskitos

Die GM-Moskitos, die in anderen Ländern von Oxitec freigelassen wurden, haben einen Todes-Schalter ähnlich dem in der Motte. Die Wirksamkeit der Freigabe dieser GM-Moskitos zur Verringerung der Übertragung von Krankheiten wie Malaria wurde in Frage gestellt. GeneWatch veröffentlichte am 4. September einen Bericht und untersuchte die Freilassung der GM-Mücken auf den Cayman-Inseln.

Während Oxitec eine 79-prozentige Abnahme der Moskito-Population dort gemeldet hatte, stellte GeneWatch fest, dass eine Abnahme nur in der Trockenzeit auftrat, wenn die Zahlen sowieso fallen. GeneWatch erklärt, die Oxitec Studien zeigen nicht, ob die Abnahme der Populationen sich in der Regenzeit fortsetzt.

Anstatt die Populationen mit der Freisetzung von männlichen GM-Moskitos zu unterdrücken, zeigten die Daten von Oxitec Spitzen in der Anzahl der weiblichen Mücken (die Krankheiten übertragen können) in den Freisetzungsgebieten. GeneWatch spekuliert, dass diese Spitzen aufgrund der unbeabsichtigten Freisetzung von weiblichen GM-Moskitos verursacht wurden, oder aufgrund von angesammelten wilden weiblichen Mücken, die sich mit den freigegebenen Männern paaren.

GeneWatch und das Zentrum für Lebensmittelsicherheit fordern mehr Transparenz, so dass die potenziellen Risiken der Freisetzung von GM-Insekten besser bestimmt werden können, bevor irreversible Veränderungen in wilden Insektenpopulationen verursacht werden.

Quelle: http://www.epochtimes.de/umwelt/gentechnisch-veraenderte-motten-in-den-usa-erstmalig-freigelassen-ein-grosser-schritt-fuer-frankensteins-biester-a2210917.html

Gruß an die Weiterdenkenden

TA KI

Lupinenkaffee – Die beste Alternative zu Bohnenkaffee


Lupinenkaffee enthält weder Koffein noch Kaffeesäure. Er macht deshalb in keiner Weise abhängig und führt auch nicht zu den bekannten Bohnenkaffee-Nebenwirkungen wie Nervosität, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schlaflosigkeit. Selbst von magenempfindlichen Menschen wird er gut vertragen. Auch wer Probleme mit Gluten hat, ist mit Lupinenkaffee – im Gegensatz zu Getreidekaffee – bestens beraten. Da die Lupine mitten in Deutschland gedeiht, ist der Lupinenkaffee überdies ein regionaler und somit umweltfreundlicher Kaffee. Das Beste aber ist: Er schmeckt köstlich!

Lupinenkaffee ist viel mehr als ein Ersatz-Kaffee

Lupinenkaffee wird – wie auch Getreidekaffee – zu den kaffeeähnlichen Getränken gezählt. Sie alle werden auch als Ersatz-Kaffee, Kaffee-Surrogate oder Muckefuck (franz. Mocca faux bedeutet falscher Kaffee) bezeichnet. Kaffeeähnliche Getränke zeichnen sich dadurch aus, dass die jeweiligen Zutaten wie Kaffeebohnen geröstet, gemahlen sowie als Aufguss zubereitet werden und auch in Bezug auf das Aroma und den Geschmack dem Bohnenkaffee nahekommen.

Der Begriff Ersatz-Kaffee kam natürlich erst auf, nachdem man den Bohnenkaffee kannte. Dieser war im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler von Äthiopien nach Arabien gelangt und eroberte von dort langsam aber sicher die ganze Welt. Lange Zeit galt der Kaffee jedoch als absoluter Luxusartikel, der den Reichen und Mächtigen vorbehalten war. Die ärmeren Bevölkerungsschichten bereiteten sich daher die preiswerten kaffeeähnlichen Getränke zu.

Lupinenkaffee ist deutlich älter als Bohnenkaffee

Dabei geriet aber ganz in Vergessenheit, dass schon vor Tausenden von Jahren überall auf der Welt geröstete Pflanzenteile verwendet wurden, um daraus wohlschmeckende Getränke herzustellen – also lange, bevor die erste Tasse Kaffee getrunken worden ist. So ist etwa durch Quellen belegt, dass die Menschen in Babylon und im alten Ägypten Getränke aus gerösteten Körnern genossen haben. Neben Getreide kamen beispielsweise Eicheln, Kastanien, Löwenzahnwurzeln, die Kerne und Steine von Früchten, Erdmandeln, Kartoffeln und eben Lupinensamen zum Einsatz.

Natürlich nannte man diese Getränke seinerzeit nicht Getreide- oder Lupinenkaffee – ganz einfach, weil man das Wort Kaffee noch nicht kannte. Vielleicht hiessen sie Kastanientrunk, Eichelwunder, Löwenzahngebräu oder heisser Lupinensaft. Niemand erwartete von ihnen, dass sie wie Bohnenkaffee schmecken müssen. Jedes Getränk hatte seinen spezifischen Geschmack und sein ganz besonderes Aroma.

Lupinenkaffee – Beliebtester Kaffee-Ersatz

Heute hingegen sind immer mehr Menschen auf der Suche nach Kaffeealternativen – und entdecken dabei auch wieder die Rezepturen für all diese Getränke, die schon unsere Ahnen tranken. Denn sie sind nicht nur regional, sondern auch koffeinfrei, weniger säurebildend und äusserst wohlschmeckend. Da von allen Getränken der Lupinenkaffee dem Geschmack des Bohnenkaffees am ehesten nachkommen soll, zählt er mit zu den beliebtesten Kaffee-Ersatzgetränken.

Die Lupine: Der Rohstoff für Lupinenkaffee

Der Lupinenkaffee wird aus den Samen einer sehr schönen Blühpflanze gewonnen, der Lupine. Lupinen (Gattung: Lupinus) werden auch als Wolfs- oder Feigbohnen bezeichnet und gehören wie die Erdnuss, die Erbse oder die Kichererbse zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie haben die eine oder andere Lupine mit ihren üppigen, farbenprächtigen Blüten bestimmt schon einmal in einem Garten oder am Wegesrand bestaunt, ohne zu wissen, dass ihre Samen bereits seit Jahrtausenden als Lebens- und Heilmittel genutzt werden.

Es gibt aber nicht nur eine, sondern hunderte Lupinen-Arten und noch mehr Lupinen-Sorten, darunter Wildpflanzen, Zierpflanzen, Futterpflanzen und Gemüsepflanzen. Von diesen sind im Laufe der Zeit vier einjährige Arten für eine intensive Samen-Nutzung kultiviert worden. Für den menschlichen Verzehr sind nur die Samen der Gemüsepflanzen interessant, wie etwa die Weisse Lupine (Lupinus albus), die Blaue Lupine (Lupinus angustifolius) und die Gelbe Lupine (Lupinus luteus), die alle drei aus dem Mittelmeerraum stammen, sowie die südamerikanische Anden-Lupine (Lupinus mutabilis).

Snacks, Tofu, Milch und Mehl aus der Lupine

In einigen Ländern der Erde, z. B. in Italien, Griechenland und Spanien, gelten gekochte und eingelegte Lupinensamen noch immer als beliebter Snack. Darüber hinaus werden aus den Lupinensamen u. a. Lupinenmilch, Lupinentofu, Lupinenmehl und Lupinenkaffee gewonnen.

Seit wann Lupinensamen zur Herstellung von kaffeeähnlichen Getränken verwendet werden, kann aufgrund fehlender Quellen heute nicht mehr beantwortet werden. Lupinenkaffee fand jedenfalls in schriftlicher Form Erwähnung, seit zwischen Bohnenkaffee und Ersatz-Kaffee unterschieden wurde. Mengenmässig war der Lupinenkaffee zwar im Vergleich zu anderen Kaffee-Surrogaten von geringer Bedeutung, doch war er sehr beliebt und wurde gern getrunken.

Die Wiederentdeckung des Lupinenkaffees

In Tirol (Österreich) wurde der Lupinenkaffee früher als Bauernkaffee bezeichnet. In der Tat wurde er von Bauern – genauer gesagt meist von den Bäuerinnen – hergestellt und in die umliegenden Ortschaften verkauft. Dazu sei gesagt, dass sich der „echte Bohnenkaffee“ in vielen ländlichen, abgelegenen Gebieten überhaupt erst im 20. Jahrhundert als Alltagsgetränk durchsetzen konnte.

So auch in Altrei, einem kleinen Bergdorf in Südtirol (heute Italien), wo der Lupinenkaffee – der sogenannte Altreier Kaffee – erst ab den 1960er Jahren nach und nach durch den Bohnenkaffee verdrängt wurde und dann zunehmend in Vergessenheit geriet. Einige Bäuerinnen haben die in Altrei rund 150 Jahre alte Tradition der Lupinenkaffee-Herstellung jedoch bis heute bewahrt. Und als die Studentin Andrea Heistinger im Jahr 1998 nach Altrei kam, wurde ein Stein ins Rollen gebracht. Sie recherchierte für ihre Diplomarbeit über alte Kulturpflanzensorten an der Universität für Bodenkultur Wien.

Dabei wurden nicht nur die Behaarte bzw. Altreier Lupine (Lupinus pilosus), eine botanische Rarität, sondern insbesondere der Altreier Kaffee wiederentdeckt. Im Zuge dessen wurden der Verein der Altreier Lupinen-Anbauer sowie die Produktions- und Vermarktungsinitiative Altreier Kaffee gegründet. Im Jahr 2003 wurde schliesslich im Rahmen eines EU-Projekts die Wiederbelebung der Produktion und der Vermarktung des Altreier Kaffees gestartet. Seit 2010 kann die lokale Spezialität unter dem regionalen Namen Voltruier Kaffee käuflich erworben werden.

Doch auch tatkräftige Bauern in Deutschland, im Übrigen das grösste Lupinen-Anbauland in der EU, haben den Lupinenkaffee für sich entdeckt und bereichern den Markt mit hochwertigen Produkten – ob gewöhnlicher „Kaffee“, Mokka oder Espresso, aus der Lupine ist nahezu alles möglich.

Von den Bitterlupinen zu den Süsslupinen war es ein langer Weg

Vielleicht kennen Sie sich botanisch ein wenig aus und wissen, wo man in der Natur Lupinensamen sammeln kann oder haben die Lupine gar in Ihrem Garten. Schon entsteht der Plan, die kleinen Bohnen zu sammeln und eigenhändig Lupinenkaffee herzustellen. Doch bevor Sie sich nun auf den Weg machen, sollten Sie wissen, dass Lupinensamen von Natur aus einen hohen Alkaloidgehalt aufweisen und unbehandelt giftig sind. Sie schmecken deshalb sehr bitter. In Lupinensamen steckt eine ganze Reihe von Alkaloiden, z. B. Lupinin und Spartein. Doch unsere Vorfahren haben Wege gefunden, um die Lupinensamen von besagten Giftstoffen fast vollständig zu befreien und sie geniessbar zu machen.

Dies ist allerdings ein überaus langwieriger Prozess, da die Samen lange (abhängig von der Methode und Sorte bis zu 14 Tage) gewässert und anschliessend gekocht werden müssen. Indem das Einweich- bzw. Kochwasser immer wieder weggeschüttet wird, können die wasserlöslichen Gift- und Bitterstoffe – zumindest zu einem beträchtlichen Teil – herausgeschwemmt werden.

Aufgrund von unsachgemässer Handhabung ist es bei Mensch und Tier aber immer wieder zu Vergiftungen und Todesfällen gekommen. Dies ist auch der Grund, warum sich Lupinensamen nie wirklich als Nahrungsmittel oder Ersatz-Kaffee durchsetzen konnten. Im Laufe der Geschichte wurden deshalb zahllose Versuche unternommen, alkaloidarme Lupinensorten zu züchten, was in manchen Fällen mit dem Tode bezahlt werden musste. Denn man wusste nicht, wie man den Alkaloidgehalt der Lupinensamen bestimmen konnte. Der Berliner Chemiker Ernst Otto Beckmann testete den Alkaloidgehalt an sich selbst und starb dabei im Jahre 1923.

Etwa 10 Jahre später ist es dem deutschen Züchter Reinhold von Sengbusch gelungen, eine chemische Schnellmethode zu entwickeln, wodurch er in relativ kurzer Zeit den Alkaloidgehalt von sagenhaften 1,5 Millionen Pflanzen bestimmen konnte. Er fand insgesamt nur drei (!) Pflanzen, die praktisch alkaloidfrei waren und schuf somit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht alkaloidarmer Lupinensorten (z. B. die „Münchenberger Süsse Blaue“).

Lupinensamen und ihr Alkaloidgehalt

Seitdem es alkaloidarme Lupinensorten gibt, muss zwischen Bitterlupinen (Alkaloidgehalt: 0,3 bis 8 Prozent) und Süsslupinen (Alkaloidgehalt: weniger als 0,05 Prozent) unterschieden werden. Leider ist in vielen Köpfen immer noch verankert, dass Lupinen grundsätzlich giftig sind. Doch der geringe Alkaloidgehalt von Süsslupinensamen ist absolut unbedenklich und so können die daraus gewonnenen Produkte wie der Lupinenkaffee sorglos genossen werden.

Dies untermauert eine holländische Studie an der Wageningen University. Denn zum Tode können Lupinensamen nur dann führen, wenn Kinder 10 Milligramm Alkaloide pro Kilogramm Körpergewicht und Erwachsene 25 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Laut einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können Erwachsene eine Tagesdosis von 0,35 Milligramm Lupinen-Alkaloide pro Kilogramm Körpergewicht ohne unerwünschte Wirkungen tolerieren.

Sollten Sie also Lupinen selbst anbauen und zu Kaffee verarbeiten wollen, achten Sie auf Lupinensamen, die klar und eindeutig als Süsslupinensamen ausgewiesen sind und greifen Sie nur auf Samen von vertrauenswürdigen Anbietern zurück. Es wird Verbrauchern ausserdem dringend davon abgeraten, Bitterlupinensamen selbst zu entbittern. Vergiftungen sind meist auf eine unzureichende Entbitterung zurückzuführen.

In Ländern wie z. B. Italien werden zwar vielerorts noch die alten, alkaloidreichen Sorten angebaut und die Samen vor der Verarbeitung traditionell oder auf moderne Weise – z. B. mit Hilfe von Chemikalien – entbittert. Aus deutschen Rohstoffen hergestellte Lupinen-Produkte enthalten jedoch ausschliesslich Süsslupinensamen, was Sie meist der Aufschrift auf der Verpackung von Lupinenkaffee und Co. entnehmen können.

Lupinen-Alkaloide: Die Dosis macht das Gift

Alkaloide sind im Übrigen ein sehr gutes Beispiel für die alte Erkenntnis: Die Dosis macht das Gift. Denn es sind nicht selten genau diese Stoffe, welche ein grosses Heilpotential haben. Sie sind zwar meist giftig und sorgen für einen bitteren Geschmack, doch ob sie zu einer Vergiftung führen oder heilend wirken, hängt von der Dosis ab. So wurden Lupinensamen lange als traditionelles Heilmittel eingesetzt, z. B. um das Herz zu stärken und bei Magen-Darm-Problemen.

Inzwischen konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass das Alkaloid Spartein die Harnausscheidung durch die Nieren steigert und in Bezug auf den Darm, den Kreislauf und das Herz anregend wirkt. Der Arzneistoff wird nach wie vor bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Es liegen bereits einige Studien vor, die klar gezeigt haben, dass sich der Verzehr von Lupinensamen aufgrund ihres sehr hohen Eiweissgehalts positiv auf den Blutzucker- und Insulinspiegel auswirken. Forscher von der Universidad San Francisco de Quito in Ecuador konnten aber nachweisen, dass dieser Effekt auch den Lupinen-Alkaloiden zu verdanken ist.

Die Wissenschaftler haben die an Diabetes Typ 2 erkrankten Probanden in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine bekam gekochte Lupinensamen, die andere gereinigte Lupinen-Alkaloide. Bei den Patienten beider Gruppen konnte der Blutzucker- und Insulinspiegel gesenkt werden. Holländischen Forschern von der bereits erwähnten Wageningen University zufolge helfen Lupinen-Alkaloide überdies dabei, erhöhte Cholesterinwerte auf natürliche Weise zu senken.

Lupinenkaffee: Die Nährstoffe

Wie alle Hülsenfrüchte, so sind auch Lupinensamen sehr proteinreich und gelten daher als hervorragende Eiweissquelle sind – nicht zuletzt, da alle essentiellen Aminosäuren in einem harmonischen Gleichgewicht enthalten sind. (…)

Beim Lupinenkaffe aber isst man bekanntlich nicht die Samen, sondern trinkt lediglich den Aufguss. Die Proteine bleiben daher genauso wie Kohlenhydrate, Ballaststoffe und ein Teil der Vitalstoffe im Kaffeesatz.

Dazu kommt, dass Eiweiss und auch Kohlenhydrate durch das Rösten der Samen umgewandelt werden. Bei der sogenannten Maillard-Reaktion entstehen – wie auch beim Bohnenkaffee – aromatische Verbindungen, die für den anregenden Duft und den typischen Geschmack sorgen. Lupinenkaffee ist demnach eher als ein Genussmittel und nicht als nährendes Lebensmittel anzusehen.

Nichtsdestotrotz stecken in Lupinensamen wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, die deshalb von Interesse sind, da sie wasserlöslich sowie hitzestabil sind und somit den aufgebrühten Lupinenkaffee bereichern. Dazu zählen u. a.

  • Magnesium: ein entzündungshemmender Mineralstoff, der an hunderten Enzymreaktionen beteiligt ist sowie die Nerven-, Knochen- und Muskelgesundehit schützt.
  • Zink: ein Spurenelement, das für die Fruchtbarkeit von Mann und Frau essentiell ist, an der Entgiftung beteiligt ist, die Haut und das Immunsystem stärkt.
  • Eisen: Fast jede Körperzelle benötigt Eisen für ihren Energiehaushalt.
  • Vitamin B2: Trägt dazu bei, dass Nahrung in Energie umgewandelt wird.
  • Vitamin B3: Ein Mangel an Vitamin B3 kann sich in Müdigkeit, Schwäche und Hautproblemen äussern.

Würde man nun Lupinenkaffee nicht aus Süsslupinensamen, sondern aus den ursprünglichen Bitterlupinen herstellen, dann müssten diese ja sehr lange gewässert werden. Dabei aber würden dann gemeinsam mit den Alkaloiden auch die meisten wasserlöslichen Vitalstoffe verloren gehen.

Koffeinfrei

Die Diskussion über gesundheitsfördernde oder gesundheitsschädliche Wirkungen des Bohnenkaffees ist so alt wie der Kaffee selbst und sorgt noch heute oft für Gesprächsstoff. So kann Kaffee eine stimulierende, leistungssteigernde Wirkung haben, aber auch u. a. zu Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie Magenproblemen führen.

Inzwischen gibt es zahllose Studien, die sowohl die eine als auch die andere Meinung bekräftigen. So hat etwa eine Studie an der University of Oklahoma College of Medicine ergeben, dass Kaffee zur Herzgesundheit beitragen kann. Eine im Jahr 2015 auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) vorgestellte Studie hat hingegen gezeigt, dass das Kaffeetrinken sich bei Menschen mit leichtem Bluthochdruck durchaus negativ auf das kardiovaskuläre Risiko auswirkt.

Dieses Beispiel zeigt klar, dass die Auswirkungen des Kaffeetrinkens – ob positiv oder negativ – auch eine individuelle Angelegenheit sind. Denn während Kaffee bei den einen zu schweren Nebenwirkungen führt, vertragen ihn die anderen gut und möchten unter keinen Umständen darauf verzichten. Dieses Nicht-Verzichten-Wollen kann aber auch darauf zurückgeführt werden, dass das im Bohnenkaffee enthaltene Koffein – übrigens ebenfalls ein Alkaloid – bei regelmässigem Genuss unweigerlich zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit führt.

Ein Grund, warum Lupinenkaffee zu den kaffeeähnlichen Getränken gezählt wurde, ist wohl darauf zurückzuführen, dass der höhere Alkaloid-Gehalt in traditionell hergestelltem Bitterlupinen-Kaffee einstmals eine koffeinähnliche, also anregende Wirkung aufgewiesen hat, was nun mit den Süsslupinen natürlich nicht mehr der Fall ist.

Lupinenkaffee ist somit eine tolle Alternative zu Bohnenkaffee, da er frei von Koffein ist und weder süchtig macht noch zu anderen gesundheitlichen Beschwerden führt. Nicht grundlos wurde Lupinenkaffee früher im Vergleich zum Bohnenkaffee als Gesundheitskaffee bezeichnet.

Glutenfrei

Ob Gerste, Roggen, Mais oder Dinkel: Für die Herstellung von Getreidekaffee kommen die verschiedensten Getreidearten in Frage. Getreidekaffee enthält zwar wie Lupinenkaffee kein Koffein, dafür steckt in ihm – natürlich abhängig vom jeweiligen Getreide – Gluten.

Immer mehr Menschen müssen oder möchten auf glutenhaltiges Getreide verzichten, da sie an einer nicht-zöliakischen Glutensensitivität, an einer Getreideallergie oder an Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden.

Allerdings isst man auch vom Getreidekaffee nicht den Kaffeesatz, sondern trinkt nur den Aufguss. Die Glutenspuren darin können zwar ausreichen, um bei einer Zöliakie Probleme zu verursachen. Bei einer nicht-zöliakischen Glutensensitivität jedoch können meist gewisse Glutenmengen toleriert werden, so dass ein Getreidekaffee häufig problemlos vertragen wird. Auch gibt es längst Instant-Getreidekaffees (z. B. von Naturata)j, die frei von Gluten sind – genau wie der Lupinenkaffee.

Herstellung und Qualität

In Bezug auf die Qualität und den Geschmack von Lupinenkaffee spielen die Lupinensamen natürlich eine grosse Rolle. Nur wenn diese vollständig ausgereift sind, können sie nach der Röstung ihr vollendetes Aroma entfalten und selbst hartnäckige Bohnenkaffee-Liebhaber überzeugen.

Früher wurden Lupinensamen einfach in einer Pfanne geröstet. Dabei sind natürlich immer wieder Samen verbrannt, was für eine oft unangenehme herb-bittere Note gesorgt hat. Heute kommen moderne Röstanlagen bzw. Röstautomaten zum Einsatz, womit eine gleichmässige und schonende Röstung erreicht werden kann. Dies kommt dem Geschmack sehr zugute.

Wie lange und bei welchen Temperaturen die Lupinensamen geröstet werden, ist abhängig vom Hersteller. Reiner Amort, der für das Rösten des Altreier Kaffees mitverantwortlich ist, erklärt, dass die Samen etwa vierzig Minuten bei 150 Grad geröstet werden. Eine andere Methode ist, die Samen anfangs bei 75 Grad Celsius zu rösten und die Temperatur im Lauf der 20-minütigen Röstung auf maximal 205 Grad Celsius zu erhöhen.

Was für die Röstung der Kaffeebohnen gilt, ist auch in puncto Lupinensamen zutreffend: Je länger der Röstvorgang und je niedriger die Temperaturen, desto gesünder ist das Endprodukt. Lupinenkaffee-Hersteller legen darauf in der Regel viel Wert, denn sie setzen auf Qualität. Grosskonzernen, die Kaffeebohnen rösten, geht es jedoch in allererster Linie um die Maximierung des Gewinns durch Zeiteinsparung. Bei Industrieröstverfahren werden die Kaffeebohnen bei Temperaturen von bis zu 550 Grad Celsius für etwa 90 Sekunden geröstet!

Nach der Röstung werden die Lupinensamen zu Lupinen-Kaffeepulver gemahlen.

Wenig Acrylamid

Die schonende Röstung ist aber nicht nur wichtig für das Aroma und den Geschmack, sondern auch für die Gesundheit. Durch schnelle Industrieröstungen bei hoher Temperatur entstehen viel mehr Schadstoffe wie z. B. Acrylamid, das direkt die DNA angreift und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen eingestuft wurde.

Lupinenkaffee, der bei Temperaturen unter 180 Grad Celsius geröstet wurde, ist deshalb vorzuziehen, da der Acrylamid-Gehalt ab 180 Grad Celsius sprunghaft ansteigt. Kontaktieren Sie bei Interesse Ihren Lupinenkaffee-Hersteller, um sich in Bezug auf die jeweilige Höhe der Rösttemperatur zu informieren.

In jedem Fall weist schonend gerösteter Lupinenkaffee einen geringeren Acrylamid-Gehalt auf als industriell hergestellter Bohnenkaffee und als so mancher Getreidekaffee. Häufig wird hier der gesetzliche Grenzwert um ein Vielfaches unterschritten.

Magenfreundlich

Viele Menschen vertragen keinen Bohnenkaffee, da er bei ihnen zu Sodbrennen und Magenschmerzen führt. Dafür können magenreizende Säuren verantwortlich sein, die von Natur aus im Bohnenkaffee enthalten sind, oder Stoffe, die beim Rösten entstehen, z. B. Melanoidine. Diese regen die Magensäureproduktion an und können dadurch zu einer Reizung führen.

Auch hier gilt: Je höher die Rösttemperatur, desto mehr Melanoidine werden gebildet. Da Lupinenkaffee keine reizenden Säuren enthält und schonend geröstet wird, können sich selbst magenempfindliche Menschen an ihm erfreuen. Der Lupinenkaffee gilt daher auch als weniger säurebildend als Bohnenkaffee. Ob es sich um einen guten oder schlechten Säurebildner handelt, hängt – wie bei Genussmitteln üblich – von der persönlichen Verträglichkeit, der Zubereitung, der Röstung und der verzehrten Menge ab.

Ein besonderes Aroma

Lupinenkaffee wird selbst von eingefleischten Kaffeetrinkern sehr geschätzt, da er einfach hervorragend schmeckt. Das Aroma erinnert stark an einen klassischen Kaffee, doch die Vielschichtigkeit der unterschiedlichen Aromen tritt beim Lupinenkaffee sogar noch deutlicher zutage.

Lupinenkaffee überzeugt durch seine kakaoartige, nussige Note und weist nur einen Hauch von Bitterkeit auf. Ob zum Frühstück, als klassischer Filterkaffee, zum nachmittäglichen Kuchen oder als Espresso am Abend nach einem leckeren Essen genossen: Lupinenkaffee weiss bei jeder Gelegenheit zu überzeugen.

Wie gross ist das Risiko einer Lupinenallergie?

Nun heisst es jedoch immer wieder, Lupinensamen seien ein Allergen und zählten zu den 14 häufigsten Verursachern von Nahrungsmittelallergien. Deshalb fällt die Lupine auch unter die EU-Kennzeichnungspflicht für Allergene. Das aber ist keineswegs etwas Besonderes. Denn zu den 14 häufigsten Verursachern von Nahrungsmittelallergien gehören auch Milchprodukte, Eier, Fisch, Erdnüsse, Sellerie, Senf und Sesam – Lebensmittel also, vor denen im Allgemeinen keiner warnen würde. Es gibt daher keinen Grund, die Lupine zu fürchten.

Oft sind von einer Lupinenallergie Menschen betroffen, die bereits gegen Hülsenfrüchte wie z. B. Erdnüsse oder Sojabohnen allergisch reagieren. So hat eine französische Studie mit über 5.000 Teilnehmern gezeigt, dass bei rund 17 Prozent der Patienten mit einer primären Erdnussallergie auch eine Kreuzreaktion mit Lupinen (in dem Fall Lupinenmehl) vorliegt. Isoliert tritt eine Lupinenallergie vergleichsweise selten auf. Wenn Sie also eine Soja- oder Erdnussallergie haben, sollten Sie vor dem Verzehr von Lupinen besser Ihren Allergologen um Rat fragen. Als Nichtallergiker jedoch wäre es jetzt so langsam an der Zeit, ein Tässchen Lupinenkaffee aufzubrühen.

Wie wird Lupinenkaffee zubereitet?

Keine Sorge, Sie müssen sich dabei nicht einmal umgewöhnen, denn der Lupinenkaffee kann genauso wie der gute alte Bohnenkaffee zubereitet werden, ganz egal ob mit heissem Wasser aufgebrüht oder gefiltert, in der Kaffeemaschine oder in der Schwedenkanne, als Espresso oder Cappuccino. Die Menge liegt etwa bei 1 bis 1,5 gehäuften Teelöffeln (Kaffeemass) Lupinen-Kaffeepulver für eine Tasse Lupinenkaffee.

Da Lupinen-Kaffeepulver eine höhere Dichte als Kaffeepulver aufweist, sollten Sie es bei der Zubereitung nicht pressen. Lupinenkaffee quillt beim Aufbrühen stärker auf, da Lupinensamen einen höheren Eiweissgehalt haben als Kaffeebohnen.

Gerade die Gewohnheiten und geliebten Rituale sind es übrigens, die – abgesehen vom Koffein – sicher ebenfalls dazu beitragen, dass so mancher nicht mehr so einfach vom Bohnenkaffee lassen kann.

Denn wenn man es beispielsweise gewohnt ist, am Morgen nach dem Aufstehen oder nach dem Mittagessen eine Tasse Bohnenkaffee zu trinken, fällt es schwer, dieses Ritual aufzugeben. Dank Lupinenkaffee kann die rituelle Handlung beibehalten werden, ohne dass auf den gewohnten Genuss verzichtet werden muss – mit dem Unterschied, dass der Genuss jetzt verträglicher, gesünder und ohne Koffein stattfinden kann und ausserdem aus regionalen Rohstoffen stammt. Denn im Gegensatz zu Kaffeebohnen gedeihen Lupinen am allerbesten mitten in Deutschland oder Österreich, müssen also nicht über weite Wege transportiert und auch nicht importiert werden.

Lupinenkaffee ist bio, regional und umweltfreundlich

Das Geschäft mit den Kaffeebohnen war von Anfang an ein blutiges Geschäft, das noch heute mit der Sklaverei eng verstrickt ist. Laut der australischen Menschenrechtsorganisation Walk Free Foundation leben weltweit knapp 46 Millionen Menschen als Sklaven. Viele von ihnen schuften auf Kaffeeplantagen und in Kaffeeröstereien. Dazu kommt, dass es praktisch unmöglich ist, Kaffeebohnen ökologisch nachhaltig anzubauen, da sie ausschliesslich in Äquatornähe wachsen.

(…)

Gruß an die Wissenden
TA KI