Washington will die „Ukraine-Krise“, die es selbst inszeniert hat, zum Krieg eskalieren


05.08.105.08.205.08.305.08.405.08.505.08.605.08.705.08.805.08.905.08.1005.08.11Quelle: http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP11714_050814.pdf

Gruß an die Friedfertigen

TA KI

US-Spionageflugzeug flieht vor russischem Kampfjet


ein-spionageflugzeug-vom-typ-rc-135-rivet-jointNur einen Tag nach dem mutmaßlichen Abschuss des Flugs MH17 hat es einen Vorfall zwischen einem amerikanischen Spionageflugzeug und einem russischen Kampfjet gegeben. Das bestätigte ein Mitarbeiter des US-Militärs nun dem Nachrichtensender CNN.

Demnach sei das US-Flugzeug des Typs RC-135 Rivet Joint am 18. Juli in internationalem Luftraum unterwegs gewesen, um einen Lauschangriff auf das russische Militär zu starten. Daraufhin hätten die Russen begonnen, die Maschine mit Radarsystemen vom Boden aus zu verfolgen. Schließlich hätten sie mindestens einen Abfangjäger aufsteigen lassen, so der US-Beamte.

Die Besatzung des Spionageflugzeugs sei daraufhin so besorgt gewesen, dass sie das Gebiet so schnell wie möglich verlassen wollte. Der kürzeste Weg führte sie in den schwedischen Luftraum – sie schlugen ihn ein, ohne die Erlaubnis des dortigen Militärs einzuholen.

Keine Reaktion aus Russland

Das werde nun zwischen den USA und Schweden besprochen, hieß es. Auch, weil die USA nicht ausschließen könnten, in Zukunft erneut so schnell in den schwedischen Luftraum eindringen zu müssen, dass sie keine Erlaubnis abwarten könnten.

Von russischer Seite gibt es bislang keine Reaktionen auf den Vorfall. Ebenso unklar sind die Hintergründe des geplanten amerikanischen Lauschangriffs auf das russische Militär.

Der mutmaßliche Abschuss der Passagiermaschine MH17 über der Ost-Ukraine am 17. Juli hatte die Spannungen zwischen Russland und dem Westen weiter verschärft. Dabei waren alle 298 Menschen an Bord getötet worden.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_70502412/us-spionageflugzeug-flieht-vor-russischem-kampfjet.html

Gruß an die „Überraschten“

TA KI

 

Der Informationsweltkrieg


Мировая информационная война

Der Informationsweltkrieg

Quelle: http://rusnod.ru/news/theme4148.html vom 04.05.14

Übersetzt von Irina Snatschok

Der Mitarbeiter der NOD-Redaktion, Alexander, diskutiert mit dem italienischen Journalisten und Politiker Giuletto Chiesa über die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen Rußland und dem Westen.

 

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Ist die aktuelle Verschlechterung der Beziehungen Russlands und Westens eine vorübergehende Erscheinung oder wird sie für eine lange Zeit anhalten? Mit welchen Methoden versucht man uns zur Gehorsamkeit zu bringen? Sind wir ausreichend entschlossen und flexibel genug, dem zu widerstehen? Die Antworten auf diese Fragen suchen wir zusammen mit Giulietto Chiesa*, dem italienischen Journalisten und den Politiker zu finden.

Rußlandfeindliche Haltung auf Bestellung

– Vor kurzem las ich ein Material, in dem die Autorin bemerkte, daß sich bei ihr die Empfindung herausbildet, daß die amerikanischen Journalisten, Kommentatoren und die Politiker speziell mit Wörterbüchern und Nachschlagewerken auf der Suche sind, immer ausgefallenere Vokabeln auszugraben, um speziell Putin zu beleidigen. Und wie ist das in Italien?
– Wir sind ein Kolonialland. Bei uns wiederholt hauptsächlich all jenes, was man auf Englisch schreibt und sagt. Das begann nicht gestern.
Aber ich muß sagen, daß ich in meiner Karriere als Journalist niemals so etwas sah, wie es jetzt zu erleben ist. Die Betrachtungsweise der ukrainischen Ereignisse hat alle vorigen Grenzen überschritten. Sogar bei der Sowjetunion gab es ein solches Niveau der Verfälschung, der Entstellung der Information nicht. Bis zu einer solchen Niederträchtigkeit kam es niemals. Ausnahmslos alle Kanäle des Fernsehens, alle Funkstationen, alle Zeitschriften und die Zeitungen schreiben einmütig: Rußland ist der Aggressor. Wladimir Putin persönlich ist in den Reihen « der gefährlichen Diktatoren »: Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Gadaffi, Bashar al-Аssad, schon aufgeführt.  Das heißt, er ist schon der Koloniallandfeind. Nicht  einfach der politische Gegner, sondern der persönliche Feind. Der Diktator. Freilich, verwendet man noch nicht das Attribut „blutig“, jedoch in einigen Monaten wird man das ergänzen. Es ist ein Chor, ein einmütiger Chor, der sich sogar für mich als Überraschung herausgestellt hat.

– Dmitry dе Koschko, ein Veteran der französischen Journalistik russischer Herkunft, hat mir erzählt, dass er die Mißgunst gegenüber Russland auch persönlich beginnt zu spüren. Und wie fühlen Sie sich?
– Ich habe das Web-Fernsehen, « Pandora TV » gegründet, auf dem ich laut Vereinbarung mit dem Kanal Russia Today, dessen englischsprachige Materialien verwende. Das war in den letzten zwei Monaten der einzige TV-Kanal, ich betone – der einzige von den Massenmedien, der eine objektive Einschätzung der Information gab. Und vor etwa zwei Tagen erfolgte der erste persönliche Angriff auf mich, der durch die unabhängige Oppositionszeitung « Fato Kotid‘enе » erfolgte: Chiesa arbeitet für Putin, er entstellt die Realität und bekommt Geld dafür. Das ist schon keine Kritik meiner Worte mehr, sondern die Anschuldigung besteht darin, dass ich « ein Feind des italienischen Volkes » sei. Was die Bevölkerung betrifft, so habe ich den Eindruck, daß die Stimmung viel weniger Russenfeindlichkeit aufweist, als nach den Massenmedien zu erwarten wäre. Kurz vor unserem Gespräch trat ich im Norden Italiens, in Bergamo auf, wo mir etwa 400 Menschen zuhörten. Die Leute waren verwundert, als sie meine Beschreibung der Situation hörten. Hören und wundern sich. Aber niemand sprach mit mir in feindseligem Ton. Aber wenn Du die Zeitungen liest, den Fernseher einschaltest, ist es völlig anders. Es ist einfach ein Schüren von Russenangst.
– Ich stellte mehrmals fest, daß wenn in Rußland oder in Zusammenhang mit Rußland in der Welt irgendwelche wichtigen Ereignisse geschehen – sei es die Vertreibung der Jelzingetreuen aus dem Parlament im Oktober 1993, oder die georgischen Ereignisse im August 2008, oder jetzt in der Ukraine – wird der Pluralismus in den westlichen Medien beendet und amerikanischen, englischen, französischen und, deutschen Medien beginnen einträchtig, einen und den selben Satz der Thesen, in der Regel sogar mit Tatsachen, die nicht bewiesen sind, zu wiederholen. Welche Mechanismen liegen einer solchen Koordination zugrunde?

– Das Wesentliche ist, daß im Westen unter dem Deckmantel die Journalistik die Armee der Propagandisten geschaffen worden ist. Es sind die Millionen von Menschen, die ein Gehalt bekommen, von dem sie  leben. Dort sind viele Leute wissend, aber wenn das Problem ernst wird, entschlüsseln sie sofort, was man sagen muß. Die Journalisten verstehen, daß die Situation gefährlich ist – vor allem für ihre eigenen Taschen – und die Freiheit wird in bestimmten Themen beendet. Dafür sind die Weisungen von oben gar nicht notwendig. Wenn über das nicht formale „Zentrum“ gesprochen wird, so besteht es aus den Zeitungen « New York Times», « Washington Post », dem Fernsehsender CNN, der britischen Nachrichtenagentur “ Reuter “ und der amerikanischen « Associated Press ». Das sind diese fünf „Zentren“, die den Ton für die ganze Weltpresse angeben. Alle anderen Versionen werden marginal. Hier hat Russland in alle diesen Jahren einen großen strategischen Fehler gemacht. Ihre Führer haben nicht verstanden, daß im Westen keine Stimme existiert, der den Standpunkt Russlands nahe bringen könnte. Das fehlt vollständig. Wir haben keine alternative Version der Ereignisse aus der Sicht Russlands. Es gibt kein Fernsehen, es gibt keine Zeitungen, es gibt kein solches Instrumentarium. Oder sie sind unbedeutend. Da ergibt es sich eben, dass alle 60 Millionen Italiener im Laufe von zwei Monaten der Entwicklung der ukrainischen Krise nur eine Stimme hörten.
Gefährlich wird es, wenn die Politiker beginnen, der eigenen Propaganda zu glauben.

– Die Bürger verschiedener Länder vermuten nicht selten, dass ihre Führer Unsinn daherreden, aber dabei scheint es ihnen, dass die staatlichen Personen über irgendwelches höchstes, den einfachen Sterblichen unzugängliches Wissen verfügen, weshalb sie geneigt sind, ihnen zu vertrauen. Gibt es ein solches « sakrales Wissen »?
– Nein. Ich kenne viele Abgeordneten des italienischen Parlamentes, kluge und gebildete Leute. Das ist nicht die Mehrheit, sondern die Minderheit. So etwas gibt es bei ihnen nicht.. Und bei den übrigen fehlt sogar das elementare Verständnis vollständig. Sie wissen, zum Beispiel nicht, dass in der Ukraine 10 Millionen Russisch Sprechende, fast 20 % der Bevölkerung, leben. Wie können sie richtige Beschlüsse annehmen? Sie lesen dieselben Zeitungen und sehen dieselben Fernsehkanäle, die der Mensch von der Straße sieht, und bekommen von dort die Information. Zwei Tage vor dem Sturz von Janukowitsch traf ich mich im Cafe mit 3 Abgeordneten und 2 Senatoren von der oppositionellen Bewegung « Fünf Sterne » , eine ganz neue Partei, die im letzen Jahr 25 Prozente der Wählerstimmen erhielt und 173 neue Senatoren und Abgeordnete in das Parlament gebracht hat. Das bedeutet, es sind Leute von der Straße, die sich plötzlich als Gesetzgeber eingefunden haben. Als ich auf deren Fragen über die Ukraine antwortete, sahen sie mich an, als ob ich vom Mars käme. Ihr habt die Zusammenstöße auf dem Maidan gesehen, aber das italienische Publikum sah diese größtenteils nicht.
Wie viele Abgeordnete des italienischen Parlamentes wissen, daß 53 % des russischen Gases durch die Rohrleitungen über die Ukraine geht? Fast niemand. Als ich begann, über diese Sache zu erzählen, waren sie verwundert. Und wenn ich gesagt habe, dass die Amerikaner jetzt die Ukraine ergreifen und dadurch die Kontrolle über das Gasventil bekommen, wußte dort aber niemand von ihnen etwas darüber, daß der Beintritt der Ukraine zur NATO nahe liegt. Einer von ihnen hat gesagt, wenn die Situation so ist, möchten wir dich zum Zuhören in die Kommission des Senates für Auswärtige Angelegenheiten einladen. Auf diese Einladung warte ich bis jetzt. Ich war Abgeordneter des Europäischen Parlamentes im Jahre 2008, als der Krieg Georgiens gegen Südossetien stattfand. Die Mehrheit von meinen Kollegen wußte nicht, wo sich Georgien befindet. Sie kannten die Existenz Südossetiens, Abchasiens nicht. Wie  können sie entscheiden, wie können sie Maßnahmen ergreifen, wenn sie die elementaren Dinge nicht wissen.
Doch nehmen wir Obama. Ich will nicht beleidigend sein, aber das intellektuelle Niveau jener Leute, die Obama Ratschlage erteilen, ist so niedrig, dass sie überhaupt nicht bewerten können, was Putin bewegt, oder die reale politische Situation in Russland richtig verstehen, geschweige denn jene in der Ukraine. Frau Nuland (Stv. des Staatssekretärs in Angelegenheiten Europas – Red.) ist ein unbedeutender Mensch. Sie weiß nichts, sie sagt vollkommen sinnlose Sachen. Vor 20 Jahren hätte sich eine solche Persönlichkeit auf der Ebene eines stellvertretenden Ministers für auswärtige Angelegenheiten Amerikas niemals durchgesetzt. Ich bin überzeugt, daß auch die Hälfte der amerikanischen Senatoren nur mit Mühe weiß, wo sich die Krim befindet.
– Obama, ist allgemein gesprochen, kein böser oder dummer Mensch. Kann es sein, wenn er einen intensiven Kontakt mit Putin pflegen würde, daß es letzterem gelingen könnte, ihm alles zu erklären und der amerikanische Präsident seine Politik in Übereinstimmung mit der Realität bringen würde?
– Erstens, wird es ihnen an der Zeit fehlen. Es ist ein 7-Tages- Seminar hier nötig. Aber auch danach, was würde Obama tun? Er würde zu seinen Leuten zurückkehren und dorthin gehen, wo ihm diktiert wird. Obama steuert die Situation nicht. Er hat eine riesige Vollmacht, aber ich denke, dass die Mehrheit der Ereignisse an ihm vorbeigeht. Somit ist es naiv damit zu rechnen, daß Putin ihn überzeugen kann. Da sind die verschiedenen Ebenen der intellektuellen Fähigkeiten der Politiker.
Je schwächer Amerika ist, desto böswilliger wird es.
– Bei uns wird besonders über die Sanktionen, die der Westen uns wegen der Ukraine auferlegt, diskutiert. Viele rechnen damit, daß die Welt zum « kalten Krieg » zurückkehrt. Andere sagen, dass « der kalte Krieg » nur eine Episode im Kampf Westens gegen Russland war. Und, nachdem die  UdSSR aufgegeben wurde, begann hier bereits ein noch härterer « warmer Krieg » gegen Russland an. Jetzt ist er in eine neue Phase getreten. Ist das auch Ihre Meinung?
– Ich denke, dass es eine neue Phase ist. Der Vergleich mit dem « kalten Krieg » ist falsch. Der Unterschied liegt nicht nur darin, dass die Sowjetunion der reale politische Gegner war. Damals war Amerika stark. Jetzt geschieht etwas vollkommen anderes. Die amerikanische Vorherrschaft wurde beendet. Der Kaiser gibt immer noch Befehle aus, aber die Empfänger – in erster Linie Russland und China – lehnen es ab diese zu erfüllen. Es ist das Ende des Imperiums eben. Amerika ist heute schwach, befindet sich in der Gefahr, daß es seine Schulden nicht bezahlen kann. Und Russland ist unbegrenzter Spielraum, es ist Energie, es sind die Naturschätze für dreihundert Jahre Zukunft. Dabei denken die Amerikaner – beim gegenwärtigen intellektuellen Niveau – dass sie die Bedingungen immer noch diktieren können. Deshalb gehe ich davon aus, dass Amerika jetzt viel gefährlicher ist.
Sie attackieren euch in der Ukraine. Putin befindet sich in einer schwierigen Situation und ich denke, daß er eine solche Entwicklung der Ereignisse nicht erwartete hat. Aber gleichzeitig gibt Putin offenbar schon das deutliche Signal – wir werden nicht zurückweichen. Und die Amerikaner reagieren darauf so: Das bedeutet, wir werden Euch zerbrechen. Es ist schon nicht mehr « der kalte Krieg », der erste Schritt zum « heißen Krieg » ist getan. Ich denke, eine solche Situation zu unterschätzen wäre sehr gefährlich. Die Rückkehr zu den früheren ruhigen Beziehungen mit Amerika wird es nicht geben. Dies ist der Anfang einer gigantischen globalen Krise.
– Ende 1990 haben Sie das Buch geschrieben « Lebe wohl, Russland! ». Es war Ihre Ablehnung des neuen Landes, das, wie Sie sagen, anerkannte, sich selbst besieget zu haben, um kolonialisiert zu werden. Jetzt hoffe ich, Sie verabschieden sich nicht mehr von Russland?
– Jetzt gibt es mir eine bestimmte Hoffnung, weil ich sehe, daß Rußland versteht, das Staatsoberhaupt Rußlands versteht, mehr darf man nicht zurückweichen, sonst hat man keinen Platz. Denn wenn ihr zurückweicht, so werdet ihr zerstört, persönlich und physisch. Deshalb zum ersten Mal in den letzten 30 Jahren gibt es Widerstand, den realen Widerstand. Ich gehe davon aus, daß es sehr wichtig ist, weil es in drei – vier Jahren zu spät sein wird.
Ich hoffe, daß Russland in diesem Widerstand nicht einsam bleiben wird. Wenn China auf der Szene erscheint, wird der Widerstand noch stärker sein. Die übrigen Riesen können die schwergewichtige Rolle noch nicht spielen – ich meine Indien, Brasilien, obwohl sie schon geneigt sind, gegen Amerika aufzustehen, es fehlt ihnen aber noch an Stärke, ihre Kräfte reichen noch nicht aus. Aber die Zeit spielt jetzt für Russland, erstens, und zweitens für China. Deshalb eine solche Frage: Ist Europa schon endgültig verloren?
Vor wem fürchtet sich Europa? Und wie würden Sie selbst diese Frage beantworten
– In Europa ist jetzt eine antieuropäische Bündnisbewegung auf der rechten Flanke erschienen. Marine Le Pen in Frankreich, die Euroskeptiker in anderen Ländern. Ich werde etwas widersprüchlich sagen, daß dies negative Erscheinungen sind. Wir lassen zu, morgen gewinnt Frau Le Pen die Wahlen und Frankreich tritt aus der EU aus. Ich gehe davon aus, daß diese Abschwächung Europas aber zugunsten Amerikas erfolgt. Ein zerstückeltes Europa wird nichts selbständig machen. Und ich denke, daß es im Gegenteil für Russland und für Europa außerordentlich wichtig wäre, Europa nicht zu zerbrechen, sondern die Voraussetzungen für die große strategische Allianz zu schaffen. Und ich rechne, dass der Angriff auf die Ukraine gleichzeitig ein Schlag gegen Russland und gegen Europa ist. Um Europa zu schwächen und unter die Protektion Amerikas zurückzubekommen. Deshalb hätte ich vorgezogen, ein Europa zu sehen, das aus dieser Krise erscheint und zum ersten Mal in der modernen Geschichte beginnt selbständig zu denken. Aber jetzt befindet sich Europa in einer solchen Situation, in der die rechten Kräfte Europa zerbrechen wollen, und andere Kräfte, die ein demokratisches Europa schaffen wollten, sehr zersplittert und getrennt sind. Deshalb wird im Europarlament, das im Mai gewählt werden wird, die sehr kleine Gruppe der Leute, die zu überlegen in dieser Richtung fähig sind, nicht mehr 10 % betragen.
– Das europäische Bündnis heute – der mächtige Block, im Prinzip, sowohl ökonomisch als auch politisch fähig mit den Vereinigten Staaten zu wetteifern. Was fürchtet es? Doch nicht etwa die russische Bedrohung …

– Praktisch hängt ganze Finanzstruktur Europas von den Vereinigten Staaten Amerikas ab. Die City (das weltumfassende Finanzzentrum in London – Red.) ist eine Stütze Amerikas in Europa. Die Wallstreet und die City haben alle europäischen Finanzriesen Amerika untergeordnet. Das erklärt, warum der Kanzler Deutschlands Frau Merkel‘ so offensichtlich für Amerika arbeitet, trotz der Unzufriedenheit aller großen deutschen Warenproduzenten. Der Kapitalismus in Westen wurde hundertprozentig in den Finanzkapitalismus umgewandelt. Diejenigen, die Maschinen herstellen, sei es sogar «Mercedes» und «Volkswagen», bestimmen die Situation nicht mehr. Die Situation bestimmen die Finanzstrukturen.
Europa – was kann es entscheiden? Das europäische Parlament ist im Wesentlichen nicht bevollmächtigt, Beschlüsse anzunehmen. Und die „Triade“, oder die „Drei“ – der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die Eurokommission – drei Strukturen, die niemand wählte. Eine dieser Strukturen ist sogar nicht europäisch. Der Internationale Währungsfonds ist Amerika, im Wesentlichen. Die Zentralbank Europas ist  ein amerikanisches „Goldman Sachs“, G. P. Morgan, « Bank оf Amerika », deutsch ist « Deutsche Bank », französisch « Pari Ba», und schweizerisch « Union de Credite Suisse ». Das ist die Macht. Europa in den Händen der großen Finanzkreise. Das erklärt alles, was vor sich geht.

 

* Giulietto Chiesa
Italienischer Journalist und Europaabgeordneter, der in den 70er Jahren eine wichtige Rolle innerhalb der KPI (wurde 1991 aufgelöst)spielte. Danach arbeitete er als Korrespondent für L’Unita und La Stampa in Moskau. Er hat zahlreiche Bücher über diese Zeit geschrieben. Seine Tätigkeit in Moskau endete im Jahre 2000 .2004 wurde er Mitglied des Europaparlamentes, zunächst als Mitglied der Allianz der Liberalen und Demokraten, später dann der Sozialdemokratischen Partei Europas. Schreibt für Zeitungen und Magazine in Italien, Europa, Rußland und Amerika.

 

…Danke an Irina Snatschok

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Gruß an die Marionetten

TA KI

 

 

 

Tag der Arbeit: Die Internationale


 

dieinternationale

Snoopys* Wort zum Tag der Arbeit: Die Internationale

Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Noch ist die Arbeit nicht getan. Darum, Verdammte dieser Erde: Stimmt an zum Kampfgesang gegen die Arschlecker da oben und den Arschlöchern über ihnen. Zur Feier des Tages der Text zur Internationalen:

Dieses Lied widme ich allen Arbeitern da draussen, die für die Multis und ihre Manager buckeln müssen. Heute mehr denn je. Dieses Lied ist die Kampfhymne der Sozis und wird seit 1910 mit dem Text von Emil Luckardt gesungen. Der Refrain zum Mitbrüllen an der 1. Mai-Demo:

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,

die stets man noch zum Hungern zwingt!

Das Recht wie Glut im Kraterherde

nun mit Macht zum Durchbruch dringt.

Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!

Heer der Sklaven, wache auf!

Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger

Alles zu werden, strömt zuhauf!

 

Völker, hört die Signale!

Auf zum letzten Gefecht!

Die Internationale

erkämpft das Menschenrecht.

 

Es rettet uns kein höh’res Wesen,

kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

Uns aus dem Elend zu erlösen

können wir nur selber tun!

Leeres Wort: des Armen Rechte,

Leeres Wort: des Reichen Pflicht!

Unmündig nennt man uns und Knechte,

duldet die Schmach nun länger nicht!

 

Völker, hört die Signale!

Auf zum letzten Gefecht!

Die Internationale

erkämpft das Menschenrecht.

 

In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,

wir sind die stärkste der Partei’n

Die Müßiggänger schiebt beiseite!

Diese Welt muss unser sein;

Unser Blut sei nicht mehr der Raben,

Nicht der mächt’gen Geier Fraß!

Erst wenn wir sie vertrieben haben

dann scheint die Sonn‘ ohn‘ Unterlass!

 

Völker, hört die Signale!

Auf zum letzten Gefecht!

Die Internationale

erkämpft das Menschenrecht.

*Snoopy ist unser Redaktionshund und kolumniert hier jeden Sonntag. Im Gegensatz zu Frank A. Meyer ist Snoopy überzeugter Marxist – sie habens vielleicht schon gemerkt.

Quelle: http://www.seite3.ch/Snoopys+Wort+zum+Tag+der+Arbeit+Die+Internationale+/489850/detail.html

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Gruß an die , die Schnauze gestrichen voll haben

TA KI

Skull & Bones, die Elite des Imperiums


 

Bild: votairenet

erschienen bei voltairenet

Innerhalb der sehr elitären und puritanischen Yale-Universität werden jährlich fünfzehn Söhne aus sehr guten Familien kooptiert. Sie bilden einen Geheimbund mit morbiden Riten: Skull & Bones (Totenkopf & Gebeine). Ihr Leben lang unterstützen sie sich gegenseitig und helfen einander, gegen die demokratischen Vorsätze des Pöbels zu wirken, die sie verabscheuen. Die beiden Kandidaten der [letzten] Präsidentschaftswahlen, George W. Bush und John Kerry, waren absolut keine Gegner, und trafen sich dort seit 36 Jahren heimlich. Alexandra Robbins widmete den Boners [den Knöchrigen Anm.d.Ü.] eine Studie. Ihr Buch ist jetzt auf Französisch verfügbar. Die hier vorliegende deutsche Version übernimmt den Originalartikel von Januar 2006 ohne Änderungen außer den eckigen Klammern.

 

Der Verein der Skull & Bones verursacht eine große Verschwörungs-Literatur, die seine Mitglieder für die Watergate-Affäre, die Invasion in der Schweinebucht oder die Ermordung von Kennedy verantwortlich machen. Durch ihre Verbindungen zu den Unternehmerkreisen, besonders zum Bankensektor, würden diese ehemaligen Studenten der Yale University die Weltfinanz oder sogar die Zukunft des Planeten kontrollieren. Die Skull & Bones hätten auch den Council on Foreign Relations, die Trilaterale Kommission, die CIA usw. infiltriert.

Es geht in einer weltlichen Publikation wie Voltaire nicht darum, die innerhalb dieser Organisation bei Initiationsriten oder bei jährlichen Zeremonien praktizierte Esoterik zu diskutieren, sondern ihre gesellschaftliche Funktion und ihre mögliche politische Rolle zu analysieren. Die Skull & Bones veranschaulichen besonders gut, wie sich in den Vereinigten Staaten ein Eliten-Reproduktions-System durch eine Auslese perfektioniert hat, die dem Zufall oder den persönlichen Eigenschaften aber nichts verdankt, im Widerspruch zum Mythos des self-made-man. Tatsächlich kommen die aktivsten Mitglieder der Organisation, wie schon Anthony Sutton sagte, aus einem „Kern von etwa 20 bis 30 Familien“, der an der Verteidigung seines Erbes und seiner Abstammung bemüht ist. So gibt es viele Ehen zwischen Vertretern der Mitgliedsfamilien der Skull & Bones, obwohl bis vor kurzem nur männliche Studenten dem Verein beitreten konnten.

Yale, eine puritanische und elitäre Universität

Die Skull & Bones sind auf dem Campus der Yale University entstanden. Ein Ort, der, laut der ausgezeichneten Studie der Journalistin des Atlantic Monthly, Alexandra Robbins, dem Zufall nichts verdankt [1].

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden alle amerikanischen Universitäten, Harvard, Dartmouth, Williams, Bowdoin, Middlebury oder Amherst von den Kongregationisten gegründet. Aber sie unterliegen dann dem Wettbewerb der Presbyterianer, was den Präsident von Harvard, Increase Mather, zum Handeln anspornt. 1701 tritt er zurück und erstellt eine neue Universität, “damit das Interesse der Religion beibehalten werde, und die Wahrheit an zukünftige Generationen weitergegeben werde”. Mit Hilfe von zehn Pastoren, von denen neun aus Harvard kommen, schafft er die Gründung der Collegiate School of Connecticut. 1711 kontaktierte man Isaac Newton, Richard Steel und Elihu Yale, um Bücher aus ihrer persönlichen Sammlung der jungen Institution zu übertragen. Die Kontakte mit Yale, der durch seine Aktivitäten in der East India Company und als Gouverneur von Madras sehr reich geworden ist, sind besonders fruchtbar. Da er sich mit der Erbringung von Büchern nicht begnügte, finanziert er auch großzügig die Universität, die ihm eine Ehre erweist, und seinen Namen, Yale University ab dem Jahre 1720 annimmt.

Die Beziehungen mit dem Kongregationalismus garantieren den Puritanismus der Ausbildung und der Arbeitsweise von Yale. Schüler und Lehrer müssen eine Glaubensbekenntnis bei ihrer Aufnahme in die Universität ablegen, und können ausgeschlossen werden, wenn ihre Aufrichtigkeit ernsthaft in Frage gestellt wird. Zu diesem Puritanismus kommt noch ein ausgeprägter Elitismus: Die Studenten werden sofort nach ihrer Ankunft in der Yale University in eine Rangliste eingereiht, nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten, sondern auf Grund der gesellschaftlichen Stellung ihrer Eltern. An der Spitze der Klasse, der Sohn oder Enkel des Gouverneurs, des stellvertretenden Gouverneurs. Dann kommen die Familienangehörigen der Richter des Obersten Gerichtshofs. Ein wenig weiter unten auf der Rangliste ist der Sohn eines Pastors oder eines ehemaligen Schülers. Ganz am Ende erscheinen Bauernsöhne, Söhne von Kaufleuten und Handwerkern. Dieses Ranking entscheidet den Rang jedes Schülers im Unterricht, in der Kapelle und in der Kantine. Das überraschendste, bemerkt Alexandra Robbins, ist nicht, dass diese anfängliche Klassifizierung den sozialen Status der Familie des Schülers wiedergibt, was in vielen Universitäten im 18. Jahrhundert üblich war, sondern dass sie nicht davon abhängt, wie er sich in der Schule entwickelt. So wird Yale das ideale, typische Beispiel einer Institution, die die Eliten und ihre interne Hierarchie reproduziert. Eine Abstufung wird normalerweise durch einen Disziplin-Verstoß verursacht, und bestraft die Tatsache, dass der Student die Ehre seiner Familie verletzt hat.

Man muss zu diesem außergewöhnlichen Betrieb die explizite Erlaubnis hinzufügen, die älteren Schülern erteilt ist, Studenten von geringerem Rang quälen und sogar schikanieren zu können. Die Schulordnung sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Einhaltung der oft willkürlichen, nur auf das Alter gegründete Hierarchie zu gewährleisten. Lyman Bagg erläuterte in einem 1871 anonym veröffentlichten Buch, „Vier Jahre an der Yale University“, wie er die von der Institution geschaffenen Mechanismen analysierte. Diese erlaubten Verfahren widerspiegeln ihm zufolge die “enorme Kraft der “Bräuche” der Schule bei der Schaffung eines zeitweiligen Wahnsinns, der schwache Männer zu grausamen Menschen und aus guten Männern, Menschen ohne Gnade macht.“

Diese Tendenz zum Elitismus, zur brutalen Hierarchie und zum Puritanismus, ermutigte die Studenten am Ende des 18. Jahrhunderts, mehrere zur Universität parallele Gesellschaften aufzubauen. Es handelt sich am Anfang um literarische Vereine, wie Linonia und Brothers in Unity. Alle Schüler werden aufgefordert, der einen oder anderen Organisation beizutreten. Das ist jedoch nicht elitär genug für diejenigen, die eine strenge Reproduktion der neuen amerikanischen “Aristokratie” anstreben. 1780 wurde der Ableger Alpha des Vereins Phi Beta Kappa an der Yale University gegründet. Mehrere andere blühende Gesellschaften entstehen zu dieser Zeit: die Beethoven-Gesellschaft, der Hexaeder-Club… Die literarischen Salons verlieren allmählich ihre Bedeutung, werden durch geheime Gesellschaften ersetzt, noch elitärere und noch geschlossenere Gesellschaften. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es drei wichtige: Skull & Bones (Totenkopf & Gebeine), die Scroll & Key (Schriftrolle und Schlüssel) und Wulf’s Head (Wolfskopf).

Zur gleichen Zeit beschließen die Professoren der Fakultät von Yale der Bewegung zu folgen. Sechs Jahre nach der Gründung von Skull & Bones treffen sich sechs Mitglieder der universitären Lehrer-Elite in dem “Club”, der bald “Old Man’s Club“ genannt wird. Unter den sechs Gründermitgliedern findet man die Professoren Josiah Willard Gibbs [Professor für heilige Literatur und Vater des Thermodynamikers] und Theodore Dwight Woolsey [Sanskritprofessor und Präsident von Yale]. Bald wird die Organisation William Howard Taft, den zukünftigen Oberrichter von Connecticut, Simeon E. Baldwin, den Universitätsprofessor Thomas Bergin, den Neurochirurg Harvey Cushing und den Gründer der Skull & Bones, William H. Russell zu ihren Reihen zählen. Nur Thomas Bergin und Harvey Cushing werden nicht Mitglieder des Old Man‘s Club, wohl aber der Skull & Bones.

der Opiumkrieg

Die Yale Universität war ein besonders fruchtbarer Boden für eine geheime elitäre und einflussreiche Gesellschaft wie Skull & Bones. Aber der Erfolg dieser geheimen Organisation verdankt viel der Persönlichkeit des Gründers William H. Russell. Er gehört der bedeutenden Familie Russell an, von der ein Mitglied, der Reverend Noadah Russell, ein prominentes Mitglied der Kongregationisten-Kirche, an der Gründung von Yale teilnahm. Die Russell Familie engagierte sich auch in dem großen Opium-Krieg zwischen Großbritannien und China in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Am Ende des 18. Jahrhunderts unterliegt das mit Englands Zustimmung in Bengalen angebaute Opium einem Monopol, das dem Unternehmen der Ostindischen Kompagnie anvertraut wurde, einer Gesellschaft, die direkt von der britischen Krone abhängt und an der Elihu Yale in der Vergangenheit teilgenommen hatte. Der Opium-Krieg, der um etwa 1815 begann, sollte die Einführung dieser Droge auf dem riesigen chinesischen Markt erzwingen. Von 320 Tonnen pro Jahr in 1792 erreicht der Schmuggel von Opium 480 Tonnen im Jahre 1817, dann 3200 Tonnen im Jahr 1837. China verlangt dann von der Königin Victoria, ihn zu beenden. Die Königin sagte, dass die so vom Vereinigten Königreich gemachten Einnahmen zu wichtig wären, um zu beschließen, den Handel aufzugeben. Die Spannung steigt zwischen Peking und London: im Februar 1839 wird ein chinesischer Opiumhändler vor der Kantonesischen Vertretung der britischen Händler hingerichtet. Die Krone verpflichtet sich im Juni 1839 große Mengen von Opium zu vernichten. Viele Engländer verlassen dann Kanton und Macao, um den Handel ein wenig weiter wieder aufzunehmen, unter dem offiziellen Schutz der britischen Flotte. Unter diesen Bedingungen ist der Zwischenfall unvermeidlich: am 4. September findet die erste Seeschlacht des Opium-Krieges statt, die zur Zerstörung von vielen chinesischen Schiffen führt. Diese Auseinandersetzungen zeigen „die Schwäche der chinesischen Kriegs-Dschunken und die blutige Entschlossenheit der englischen Protestanten, damit die Prinzipien des auf dem Opiumhandel fundierten Liberalismus siegreich wären“. [2].

Samuel Russell, Cousin von William Russell, ist ein wichtiger Protagonist des Opium-Krieges. Als US-Staatsbürger ist er der Gründer von Russell & Company im Jahre 1813, die in den 1820er Jahren die britische Vorherrschaft im Drogenhandel in Richtung China anfechten wird. Einer der prominenten Mitglieder der Gesellschaft war Warren Delano, Jr., der Großvater von Franklin Delano Roosevelt.

vom Eulogia-Club zum Skull & Bones-Club

In diesem Zusammenhang gründet 1832 William Russell die Skull & Bones. Es ist schwierig die Umstände genau anzugeben. Es wäre anfänglich eine Reaktion auf den Ausschluss eines Mitglieds der Phi Beta Kappa, Eleazar Kingsbury Forster, gewesen. Empört über den Vorgang und um die Vitalität von Yale wiederherzustellen, hätte William Russell Phi Beta Kappa verurteilt, und Forster unter seine Fittiche genommen und mit dreizehn anderen Studenten aus Yale (einschließlich Alfonso Taft [3]) eine noch geheimere und sogar stärkere Gesellschaft gegründet, ursprünglich mit dem Titel Eulogia-Club, nach dem Namen der griechischen Göttin der Beredsamkeit. Unter dem Einfluss einer Reise nach Deutschland führt Russell eine Unzahl von germanischen Referenzen in das Ritual ein. 1833 adoptieren die jungen Mitglieder der Skull & Bones den Totenkopf als Symbol. Zur gleichen Zeit wird die Zahl 322 “Kennzahl” des Vereins. Es ist in der Tat das Sterbejahr des griechischen Redners Demosthenes, 322 v. Chr. Laut der Tradition von “Skull & Bones” wäre die Göttin Eulogia damals ins Paradies eingegangen, bevor sie 1832 wieder zurückkam, um der geheimen Gesellschaft beizutreten.

1856 wird Skull & Bones, dank Daniel Coit Gilman (Bones 1852), Gründungspräsident der John-Hopkins-Universität, offiziell dem im Besitz von William H. Russell stehenden Russell Trust einverleibt. Am 13. März des gleichen Jahres übersiedelt der Verein seinen Sitz in ein eindrucksvolles Gebäude auf dem Campus von Yale, hochtrabend “the Grave” [das Grab] genannt. Der Ort ist schnell voll von Krieger- und morbiden Reliquien: Laut Aussagen von Mitgliedern, die Alexandra Robbins erhalten hatte, gibt es eine Ansammlung von Fahnen, schwarzen Vorhängen, und auf Schlachtfeldern aufgelesenen Waffen. Ohne zu vergessen, dass es sich um eine Studenten-Bruderschaft handelt, wurde eine Reihe von Baseball-bällen aus den mythischen Treffen, die Yale gewann, in einem Raum zur Schau gestellt. Das Totenkopf Logo wird auf fast allen leeren Plätzen angebracht, während die Knochen von Tierkörpern an den verschiedenen Wänden hängen. Ein paar Skelette und menschliche Knochen sind auch ausgestellt. Die meisten Gemälde stellen den Tod von berühmten Persönlichkeiten dar. Es herrscht eine Atmosphäre die sich dem Universum der Adams Familie nähert, laut Marina Moscovici, Kurator für Kunst in Connecticut, die 1999 an der Restaurierung von 15 Gemälden gearbeitet hat.

Eine Kontroverse brach in den frühen 1980er Jahren über den Schädel des Geronimo aus, den die Skull & Bones behaupteten zu besitzen. Sie zeigten ihn selbst einem Apachen-Häuptling von Arizona, Ned Anderson. Während man sie bat ihn zurückzuerstatten, präsentierten die Vereins-Mitglieder einen anderen Schädel, dessen Analyse ergab, dass er von einem zehnjährigen Kind war, und nicht jener des Indianerhäuptlings. Die Echtheit der Reliquie, die inzwischen ins “Grab” zurückgekehrt ist, bleibt fraglich.

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Hauptquartier der Skull & Bones, auf dem Campus der Yale University, “the Grave” genannt.

Die Arbeitsweise der Organisation ist jetzt besser bekannt. 15 Mitglieder werden jährlich angeworben, wodurch eine Schätzung der momentan existierenden Zahl der Vereins-Mitglieder etwa 800 liefert. Von den älteren Mitgliedern betreut, treffen sich die fünfzehn neuen Bewerber zweimal in der Woche während eines Jahres, um über ihr Leben, ihre Studien oder ihre beruflichen Projekte zu diskutieren. Diskussionen über politische und soziale Themen finden auch statt. Einmal pro Jahr organisiert die Gesellschaft einen Rückzug auf Dear Iland, eine Insel in dem Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe von New York, wo ein gemütliches englisches Clubhaus gebaut wurde. Es heißt tatsächlich Dear Iland, und nicht Deer Island, gemäß dem Willen von George D. Miller, Mitglied der Skull & Bones und großzügigen Spender der Residenz [4].

Das Initiationsritual war Thema der verrücktesten Auslegungen seitens der Kritiker der Organisation. Doch gleich dem Freimaurer-Ritual, ist im Wesentlichen die Geheimhaltung, die es umgibt, das wichtigste Element. Und wenn es auch möglich ist, dass die in “the Grave” stattfindenden Zeremonien einst einen sogar satanischen Beiklang hatten, sollte man doch daran denken, dass das Schikanieren der frischen Studenten aus Yale in der Vergangenheit besonders grausam war. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass man heute die für die Organisation ausgewählten Studenten auffordert, sich vor den anderen Insidern für morbide Sexspiele herzugeben.

das Netzwerk

Das Faszinierendste geschieht nicht innerhalb der Organisation, sondern ist eher die Kohärenz der Liste der Mitglieder, die das Talent der Mitglieder des Skull & Bones offenbart, um die Elite von morgen zu bilden. So war jeder Präsident der Vereinigten Staaten der in Yale war, Mitglied der Skull & Bones: William Howard Taft, George H.W. Bush und Bush Jr. Ebenso gibt es unzählige Mitglieder der Organisation, die wichtige Funktionen in der politischen, diplomatischen, Medien-Welt oder sogar im Geheimdienst später besetzt haben.

Die Organisation hat wichtige Verbindungen im diplomatischen Umfeld und insbesondere im Council on Foreign Relations. So waren Henry Stimson, Kriegsminister von Franklin Delano Roosevelt, Botschafter der USA in der Sowjetunion Averell Harriman, oder J. Richardson Dilworth, Manager der Interessen der Rockefeller-Familie, Mitglieder der Skull & Bones [5].

Mitglieder von Skull & Bones spielten ebenfalls eine gewisse Rolle in der Welt der Medien. Henry Luce und Briton Haden, beide seit 1920 Mitglieder der Organisation, hätten vor allem die Idee die Zeitung Time bei einem Treffen im “Grab” zu kreieren. Averell Harriman gründete seinerseits die Zeitung Today, die 1937 sich mit einer anderen Zeitschrift zusammentat, um Newsweek zu werden.

Die Verbindungen innerhalb der CIA sind besonders beeindruckend: William F. Buckley, ultra-konservatives Mitglied der Agentur und berühmter Propagandist war Mitglied des Vereins, wie sein Bruder, James Buckley, Unter-Staatssekretär für Sicherheit, Wissenschaft und Technologie in der Regierung von Ronald Reagan, auf einem Posten, wo er die für die rechten Regime bestimmte US-Militärhilfe überwachte. Hugh Cunningham (Bones 1934) hat auch eine lange Karriere in amerikanischen Diensten von 1947 bis 1973 gemacht. Es ist auch der Fall von William Bundy, ein Bonesman von 1939 und Dino Pionzio (Bones 1950), CIA-Stations-Chef in Santiago 1970, wo er agierte, um das Regime von Salvador Allende zu destabilisieren.

Die Tatsache, dass diese Organisation ein Mittel zur Reproduktion der wirtschaftlichen und politischen Elite des Landes ist, versicherte ihr ein ungewöhnliches Wohlwollen der Behörden. So wurde 1943 ein spezielles Gesetz vom Bundesstaat Connecticut erlassen, das die Partner der Russell Trust Association, welche unter anderem das Vermögen des geheimen Vereins verwalten, von der Pflicht befreit hat, einen Bericht über die Aktivität zu veröffentlichen, wie jedes andere Unternehmen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden ihre Vermögenswerte von John B. Madden Jr. verwaltet, Mitglied von Brown Brothers Harriman, einer Firma, die 1933 aus dem Zusammenschluss von der Brown Brothers & Company und der W.A. Harriman & Company entstand. Madden arbeitete damals unter Prescott Bush, Vater des späteren Präsidenten George H.W. Bush und Großvater des [aktuellen] Präsidenten der Vereinigten Staaten. Alle diese Personen sind natürlich Mitglieder der Skull & Bones.

Eine weitere Quelle für Fonds: die Rockefellers. Percy Rockefeller war Mitglied des Ordens, und verband die Organisation mit dem Vermögen der Standard Oil. Eine andere große an die Skull & Bones gebundene Familie: die Morgan. J.P. Morgan war selbst sicher nie Mitglied, aber Harold Stanley, Mitglied der Geschäftsleitung des Morgans Guaranty Trust gehörte der Organisation seit 1908 an. W. Averell Harriman, von der Promotion 1913, war auch Mitglied des Aufsichtsrats, wie auch H.P. Whitney und sein Vater, W.C. Whitney. Die Organisation konnte auch auf indirekte Weise von der Ford Stiftung profitieren, anscheinend gegen ihren Willen. McGeorge Bundy, Mitglied der Skull & Bones, war tatsächlich Präsident der Ford Stiftung von 1966 bis 1979, nachdem er unter Kennedy und Lyndon B. Johnson als nationaler Sicherheitsberater fungiert hatte.

Präsidentschaftswahlen 2004: Skull & Bones gegen Skull & Bones

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Die Skull & Bones haben kein wirklich ideologisches Programm. Obwohl es nicht unbedeutend ist, einen Finanzier des Opium-Krieges zu verehren und als Ritual-Objekt den Schädel des letzten Chefs eines Volkes zu verwenden, den man gerade vernichtet hat. Im Gegensatz zu dem, was die Verschwörungs-Literatur behaupten konnte, handelt es sich nicht um einen Club von Neonazis, ultra-Konservative oder selbst hawks [Falken]. Jedoch als Vertreter der zukünftigen Elite (was bereits erfordert, der sozialen Klasse anzugehören mit genügend sozio-kulturellem Kapital, um in den verschiedenen Bereichen der Macht erfolgreich zu sein), teilen die Skull & Bones-Mitglieder die gleichen Vorstellungen über die Welt und die sozialen Verhältnisse. Alle sind Kapitalisten, Partisanen eines Pseudo-Liberalismus und an die Werte der Freiheit gebunden, die angeblich von den USA verkörpert werden. Obwohl sie vor kurzem von den Sirenen des “politisch korrekten” eingefangen wurden, indem sie allmählich auch Vertreter von ethnischen und sexuellen Minderheiten, und Frauen im Jahr 1991, aufgenommen haben – zur Bestürzung, unter anderen, des ehemaligen Präsidenten George H.W. Bush – bleiben die innerhalb der Skull & Bones versammelten Eliten doch die quasi-perfekte Inkarnation des Einheitsdenken der herrschenden US-Klasse.

Die Tatsache, dass die beiden Hauptkandidaten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten im Jahr 2004, George W. Bush und John Kerry, Mitglieder der Organisation sind, kann nicht als Beweis einer im Voraus zwischen zwei Persönlichkeiten arrangierten Wahl- Absprache ausgelegt werden. Auf der anderen Seite kann man sich rechtmäßig darüber Sorgen machen, wie die Auswahl innerhalb der amerikanischen politischen Welt vor sich geht. Denn wenn die beiden Männer sich auch hart Konkurrenz liefern, gibt es keinen Zweifel, dass sie beide, der eine und der andere, einem schmalen und homogenen sozialen Umfeld angehören und als solche, trotz ihrer Unterschiede, ähnliche Interessen verteidigen. In gewisser Weise kann man einen französischen Politiker zitieren: „die Präsidentschaftswahlen 2004 werden « Skull & Bones oder Bones & Skull » sein“. Es ist auch aus diesem Grund, warum dieser Verein so viel Aufmerksamkeit auf sich konzentriert: Er ist der Inbegriff der wohlhabendsten sozialen Schicht der Vereinigten Staaten, deren Ansichten weit davon entfernt sind, das demokratische Ideal zu vertreten, das vom Rest der Bevölkerung ersehnt wird. Individuell haben viele Mitglieder der Organisation an den meisten „false-flag“-Operationen der Vereinigten Staaten der letzten fünfzig Jahren mitgemacht, an der Invasion in der Schweinebucht, der Entwicklung der Nuklear-Doktrin, und dem Sturz von Salvador Allende. Und sie konnten es nur außerhalb der demokratischen Institutionen machen, unter heimlicher Absprache und auf der Grundlage einer alten Bruderschaft. Solch ein Beschluss wurde jedoch nie innerhalb der Skull & Bones selbst getroffen. Es ist keine hierarchische Struktur, die solche Entscheidungen treffen und durchsetzen kann. Wie auch immer, der geheime Orden bleibt die unmittelbare sichtbare Fassade des “Klassenfeindes” der die “imperiale Aristokratie” der Vereinigten Staaten darstellt.

Quelle:http://julius-hensel.com/2014/04/skull-bones-die-elite-des-imperiums/#more-30365

Gruß an die Logenbrüder

TA KI