Die Bräuche um die Stille Zeit (Weihnachten – Jul)


Kreuz der heiligen Brigitta von Irland

Wie zu keiner anderen Jahreszeit, verändert Weihnachten die Stimmung und das Verhalten der Menschen. Heute jedoch, nicht unbedingt positiv. Dem Rausch des Konsums und der Alltagshektik erlegen, vergessen immer mehr, die wahre Bedeutung der Bräuche um die Weihnachtszeit. Eines gleich vorweg: Die ursprüngliche Bedeutung hat nichts mit dem Geburtstag eines ominösen Herrn Christus in Betlehem zutun, sondern geht zurück auf den archaischen Sonnenkult der Urvölker.

Bereits Jahrhunderte vor der Ausbreitung des Christentums war das Weihnachtsfest in allen indogermanischen Regionen und auch anderorts verbreitet. Die Griechen feierten die Geburt des Lichtgottes „Soter“, die Phrygier nannten ihren Sonnengott „Artis“, die Sryrer „Thamuz“, und die Iraner feierten wie die alten Römer die Ankunft ihres Licht– und Sonnengottes „Mithras“. Die Römer drückten mit ihrem „Sol invictus“, was „unbesiegter Sonnengott“ bedeutet, besonders eindruckvoll ihre Ehrerbietung für das Starke und Kräftige aus. Bei unseren direkten Vorfahren, den Germanen und Kelten war dieses Fest unter den Namen „Jul“ bzw. „Yule“ bekannt, wobei konkret hier in Mitteleuropa der Begriff „Wintersonnenwende“ gebräuchlich war.

Für die Nordgermanen hatte die Wiederkehr des Lichts jedoch eine ganz andere eindringlichere Bedeutung als für uns Mitteleuropäer. Bereits mit Samhain, der Nacht der Toten beginnt zu Ende Oktober die Dunkle Zeit des Jahres. Bedingt durch das raue, harte Klima und die strengen Winter bedeutete das Ende des Winters nichts anderes als das Überleben der Menschen im hohen Norden zu sichern. Denn die Vorräte gingen langsam zu Ende und ohne Sonnenlicht, lag der Ackerbau und Viehzucht, also die Lebensgrundlage der Nordmänner brach. Der bekannteste römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende, dass die Germanen die Weihnachtszeit für ein großes Festmahl mit allerlei Spielen nutzen. Der griechische Geschichtsschreiber Prokop berichtete dazu, dass im 6.Jahrhundert die Nordleute zu dieser Zeit Boten auf die höchsten Berge schickten, um nach der wiederkehrenden Sonne Ausschau zu halten. Am 21.Dezember hat die Nacht den Höhepunkt des Jahres erreicht, denn ab jetzt nimmt das Sonnenlicht wieder zu. Die Wiederkehr der Sonne wurde dann mit Julfeuern und brennenden Räder gefeiert, von denen letztere ins Tal gerollt wurden.

Das heidnische Jahr, dass sich an Mond und Sonne orientierte hat jeweils 4 Hoch– und 4 Jahresfeste, wobei zwei davon immer, im Abstand von ungefähr einem halben Jahr zusammengehören. So entspricht die Wintersonnenwende, die bedingt durch den Stand der Gestirne traditionell auf den 21.Dezember fällt, der Sommersonnenwende am 21.Juni. Auch ist hier schon in der heidnischem Monatsbezeichnung „Julmond“ für Dezember, die immense Bedeutung des Lichtfestes für den germanischen Menschen erkennbar.

Der Begriff „Weihnachten“ weist in dieser From bereits auf seine Mehrzahl hin und besitzt Assoziationen zum altdeutschen Begriff „wjh“, was „heilig“ bedeutet. Daher erfolgte auch die Ableitung zur „Heiligen Nacht“. Weihnachten umfasst einen Zeitraum von genau 11 Tagen und 12 Nächten. Diese „Stille Zeit“ liegt zwischen dem alten Mondjahr und dem neuen Sonnenjahr. Erklären läßt sich das astronomisch folgendermaßen: ca. 365 mal dreht sich die Erde um ihre eigene Achse, während sie die Sonne umkreist. Auch der Mond dreht sich um sich selbst, jedoch rascher als unser Heimatplanet. So braucht der Mond exakt 29,5 Tage für seine Umkreisung der Erde. Nun ergibt sich rein rechnerisch ein Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr. Denn 12mal 29,5 Tage ergeben 354 Tage anstatt 365. Deshalb wird die Zeit zwischen 21.Dezember und 1.Januar weder zum alten noch zum neuen Jahr hinzugerechnet, sondern stellt eine Art Zwischenstadium da. In dieser „Toten Zeit“ soll die Arbeit ruhen, die Menschen sich besinnen und im Kreise der Familie und Sippe die Wiederkehr des Lichts feiern.

Diese „Zwölften“ wurden auch die Rauhnächte genannt, in denen sich z.B. die Mythen und Märchen der „Frau Holle“ und „die wilde Jagd Wotan – Odins“ abspielen. Aus dieser „Frau Holle“ wurde mit der Zeit die Totengöttin „Hel“, „Hella“ bzw. „Percht“, da Kälte und Winter mit dem Tod in Verbindung gebracht wurden. Wobei diese Verbindung nicht nur eine negative Seite hatte sondern auch eine äußerst positive, da so der Weg frei für neues Leben wurde. Hel ist somit nicht nur Toten– sondern auch Schutzgöttin ‚#150; doch woran wir bei ihr sind, bleibt uns verborgen, verhehlt.

Das Märchen „Frau Holle“ von den Gebrüdern Grimm handelt von den Personen Goldmarie und Pechmarie. Die fleißige Spinnerin Goldmarie wird für ihre Taten belohnt, wobei im Gegenzug Pechmarie für ihre bequeme und oberflächliche Wesensart bestraft wird. Ab dem 10.Jahrhundert wurde dann das Wort „Hel“ zu einer synonymen Bezeichnung für die Unterwelt, wobei dieser Begriff nicht negativ missverstanden werden darf. Erst die Kirche deutete diese Welt zum Qualort um und formte daraus die grausame Hölle für die „Sünder“. Durch das massive Kirchengebimmel zu dieser Jahreszeit sollten die „bösen heidnischen Geister“ vertrieben werden. Im Gegenzug kann jeder klar erkennen, dass die Opfergaben unserer Vorfahren in Form von Äpfel, Nüsse und Honig wohl kaum geeignet gewesen wären zur Dämonenaustreibung.

Bei der wilden Jagd reitet der einäugige Sturm– und Kriegsgott des Göttergeschlechts der Asen auf seinen weißen achtfüßigen Schlachtross Sleipnir durch die Lüfte auf der Jagd nach dem Wild, vorzugsweise einem Eber. Begleitet wird er hierbei von seinen Raben Mugin und Munin („der Gedanke und die Erinnerung“) und seinen beiden Wölfen Geri und Freki („der Gierige und der Gefräßige“). Auf dieser ewigen Jagd, die sich jedes Jahr wiederholt, benutzt er vorzugsweise seinen Speer Gungnir, der niemals sein Ziel verfehlt und wird sowohl von den gefallenen Krieger die in Walhalla residieren begleitet, genannt die Einherier, als auch von einigen wenigen auserwählten sterblichen Helden. Odins Wilde Jagd besitzt äußert vielseitige Züge auf die hier leider aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit und Lesbarkeit nicht ausführlicher eingegangen werden kann. Generell ist die Jagd jedoch als ein Sinnbild für die Toten– und Ahnenverehrung zu verstehen, die aber selbstverständlich auch den Fruchtbarkeitskult in Form von Streben nach Wachstum miteinschließt. Ebenfalls wurde zur Feier des Anlasses ein eignes Julbier für diese Jahrzeit hergestellt sowie mit reichlich Kerzen– und Lichterschmuck, Symbolgebäck, warmen Met und einem Festtagsschmaus (z.B. „Julgalt“ (Weihnachtseber) und „Jultupp“ (Weihnachtshahn) die Rückkehr der Sonne herbeigesehnt.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch der obligatorische Weihnachtsbaum. Unsere Vorfahren hatten sei jeher große Bewunderung für die einzigartige Baum– und Pflanzenwelt. So wurden in heiligen Hainen Feiern abgehalten, dem Donner– und Fruchtbarkeitsgott Thor die Eiche geweiht und die großen Versammlungen – Things genannt – unter einem großen Baum abgehalten. Auch in der nordischen Mythologie stellt der Baum als wunderbares Sinnbild für die Einzigartigkeit der Natur den Beginn des Menschengeschlechtes dar. Besondere Bedeutung fällt hier auch der Esche zu, denn der germanische Weltenbaum Yggdrasil stellt die Basis der nordischen Kosmologie da. Somit war es eigentlich nur logisch, auch zu solch einen bedeutenden Fest wie Jul, den Baumkult beizubehalten. Nebenbei bemerkt: Auch der Lichterkranz (bzw. Adventkranz) ist in seiner ursprünglichen Form ein heidnischer Kultgegenstand. Er ist in seiner Funktion vergleichbar mit einem Grabkranz und diente somit ebenfalls der Toten– und Ahnenverehrung. Auch die Vorgehensweise war eine andere: Heute wird am 1.Advent eine Kerze angezündet und dies gesteigert bis zum 4.Advent, wo dann alle vier Kerzen brennen. Früher war es jedoch genau anders herum: Es wurde mit 4 Kerzen begonnen und mit zunehmender Abnahme des Lichts erlosch jeweils eine weitere Kerze; um so die zunehmende Macht der Dunkelheit passend untermalen zu können, bevor dann an Jul, die Wiederkehr des Lichts in allen möglichen Formen gefeiert werden konnte.

Zurück zu der Beziehung zum Christentum: Wie kam es dann eigentlich dazu, dass heute Weihnachten für ein christliches Fest gehalten wird? Ganz einfach: Die hohen Würdenträger der Kirche machten sich Gedanken, wie man die ungläubigen Heiden doch am besten zum Wüstengotte hin bekehren könne. Da kam ihnen die Wintersonnwendfeier, welche ja im ganzen Abendland verbreitet war, gerade recht. Entstehungsgeschichtlich wurde dann zum ersten mal im Jahre 325 Weihnachten im christlichen Festverzeichnis erwähnt. Papst Julius, welcher in den Jahren 337 bis 354 die Macht inne hat, legte den Geburtstag des Zimmermanns dann willkürlich auf den 25.Dezember. Willkürlich deshalb, da in den ältesten Urkunden der Christenheit, ganz andere Monate bzw. Tage in Erwähnung gezogen wurden. Also wieso nicht gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, dachte sich dann wohl auch die Kirche…

Viele der obigen Mythen, Bräuchen und Geschichten sind nicht immer leicht zu verstehen. Um hier mit einem Zitat von Björn Ulbrich aus „Die geweihten Nächte“ zu schließen: «Wie nähern uns ehrfürchtig in Bildern von magischer, übersinnlicher Faszination. Übersinnlich bedeutet: mit den Sinn nicht vollständig zu erfassen. Das heißt nicht „übernatürlich“, denn es gibt nichts außerhalb der Natur. Die Natur ist allumfassend, ewig, göttlich.»

Quellen:

– Björn Ulbrich, Holger Gerwin, aus „Die Geweihten Nächte“
– Manfred Gebhard
http://www.asatru.de (Hermann Husstedt)
http://www.bbv-net.de (Bocholter-Borkener Volksblatt)

Quelle: http://www.runenkunde.de/rk/brauchtum/jul.htm

Gruß an die Erfassenden

TA KI

Wintersonnenwende – Alban Arthuan (keltisch) – Jul-Fest – Mutternacht – Weihnacht


winterfeuer

Heilige Nacht

Die Wintersonnwende ist eines der heiligsten Sonnenfeiern und findet am 21. Dezember statt. Sie bezeichnet die tiefste Nacht des Jahres – wird deswegen auch MUTTERNACHT, althochdeutsch MODRANECHT, genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind. Diesen Mythos können Sie in allen Kulturen der Welt wiederfinden. Am deutlichsten manifestiert ist es bei uns in Weihnachten und dem Christuskind. Weihnacht ist ja nichts anderes als WEIHE-NACHT, ist gleich geweihte Nacht. Oder wie in vielen Weihnachtsliedern besungen „HEILIGE NACHT“.

 

Das nordische Jul-Fest

Die „geweihten Nächte“ verheißen das Wissen um die große Umkehr, um den Wiederaufstieg des Lichtes und um die Geburt des neuen Lebens. An JUL oder JOL – wie es in den nordischen Ländern genannt wird – ist die Dunkelheit gebannt, die Nächte werden kürzer und was tot schien und verloren, wird wieder erwachen. Das Julfest ist ein harmonisches Netzwerk ineinandergreifender Sonnen-, Toten- und Fruchtbarkeitsriten und symbolischer Handlungen zur Neuaktivierung menschlicher und natürlicher Kraft. Den Höhepunkt der Dunklen Zeit bildet Jul, das Weihnachtsfest. In dieser längsten Nacht des Jahres erfüllt sich das Versprechen der Wiedergeburt.
Der Name JUL oder JOL hat einen ganz alten Bezug zu Odin.
Noch heute hat Odin den Beinamen „JOLNIR“.
Seine wilden Ritte in der Winterzeit und zu den Rauhnächten mit dem wilden Heer heißen „JOLAREIDI“.
Das erinnert vom Wort her wiederum sehr stark an das alpenländische Jodeln.
Und gerade in den Alpenländern werden ja zur Winterzeit viele Bräuche überliefert mit dem Wilden Heer des Odin(=Wotan), und ursprünglich der Percht – besonders die Perchtenläufe in der Rauhnachtzeit.
„JUL“ läßt sich nach Rätsch ethymologisch als „ZAUBER-“ oder „BESCHWÖRUNGSFEST“ deuten.
Und Odin war dann der JUL-ZAUBERER oder JUL-SCHAMANE – der „JULERICH“.

Papst Hippolytos im Jahr 217

Aber es gab schon vor dem Christentum viele Kulturen, die zu dieser Zeit die Wiedergeburt der Sonne und des Lichtes feierten. Z.B. der Mithras-Kult, dann auch in Ägypten Isis und die Geburt des Horuskindes. Und immer wieder auch Dionysos, der im alten Griechenland als Erlöser und Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums galt. Mit der Ausbreitung des römischen Reiches wurde die Wintersonnwende dann zum römischen Staatsfeiertag ausgerufen als Geburtstagsfeier des „sol invictus“ – der unbesiegbaren Sonne. Also auch die Idee einer Geburtstagsfeier zur Wintersonnwende war keineswegs eine Erfindung des Christentums.
Papst Hippolytos setze sich für den 25. Dezember als Tag der Christgeburt ein – im Jahre 217. Um 330 schließlich erklärte Kaiser Konstantin das Christentum zur römischen Staatsreligion und funktionierte den alten Sonnengott um in den neuen Christengott, der als „lux mundi“ – als Licht der Welt – gefeiert wurde. In Deutschland wurde dieser Feiertag erst 813 anerkannt. Man sieht, daß dieses Fest einfach einen uralten Ursprung hat, der weit in die Mythenwelt unserer Vorfahren zurückreicht.

Heilungs-Mythos

Der Jahreskreis, der mit Samhain geendet hat, gebiert zu Wintersonnwende das neue Lichtbaby oder auch den neuen Jahreskreis-König. Das haben alle unsere Vorfahren so erlebt, weswegen auch alle Mythen immer wieder die gleichen Bilder tragen. Diese Bilder, Mythen und Märchen sind heilsam für unsere Seele. Sie drücken etwas aus, das wir wohl spüren können, auch wenn es uns nicht mehr so recht bewußt ist. Unsere Aufmerksamkeit ist ja wesentlich eingeschränkter als bei den früheren Menschen. Die damaligen Menschen sind sowohl mit der Natur als auch mit dem Kosmos viel verbundener gewesen als wir.

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Neu und unschuldig

Sie haben gespürt, daß zur Zeit der Wintersonnwende und Weihnachten sich etwas verändert. Daß nicht mehr nur die bloße Dunkelheit herrscht, sondern daß neues Leben aufkeimt, auch wenn es noch nicht sichtbar ist. Unter der Erde sammeln sich die Kräfte zu neuem Leben, das dann im Frühjahr durchbricht. Diese ungeheure Energie fängt wieder an zu wachsen. Und das konnten sie spüren und wahrnehmen. Und das wurde gefeiert. Das neue Leben in seiner ganz unschuldigen neugeborenen Form.

Depressionen und Lebensfreude

Und man darf nie vergessen, welche Existentialität mit dieser Wiedergeburt verbunden war. Wir in unserer warmen Wohnung mit dem Einkaufszentrum neben an usw. – für uns hat der Winter seinen lebensbedrohlichen Charakter verloren. Die Existentialitäten haben sich für uns verschoben. Aber viele Menschen leiden auch gerade heute besonders in dieser Zeit an Depressionen, Melancholien, fühlen sich einsam usw. Auch das sind Auswirkungen der Dunkelheit. Und auch da kann man sich freuen, wenn die Sonne und vor allem ihre Lebensfreude wiedergeboren wird.
Und diese mythischen Bilder geben vor allem Hoffnung!

12 Nächte gefeiert – Rauhnächte

Die WINTERSONNWENDE wurde von den Vorfahren, den Kelten oder auch Germanen nicht nur in einer Nacht gefeiert. Die Feier ging eigentlich 12 Nächte lang.
Diese 12 Nächte nannte man auch die Rauhnächte. Im Allgäu und in den Alpenländern werden diesen Rauhnächten noch eine ganz besondere Bedeutung zugemessen. Sie gehören zu den Heiligsten Nächten des Jahres und haben einen sehr interessanten Hintergrund. Zu den Rauhnächten können Sie eigens nachlesen unter: http://www.jahreskreis.info/files/rauhnaechte.html

Quelle: http://www.jahreskreis.info/files/wintersonnenwende.html

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Heidnische Bräuche-Rauhnächte

Die „Zwölften“ sind eine besondere Zeit – die Zeit zwischen den Jahren.

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Diese Bezeichnung geht wohl auf ungenaue frühere Kalendersysteme zurück. Richtete man sich beispielsweise nach einem Mondkalender, blieben im Jahr immer einige Tage übrig, die an die Wintermonate „angehängt“ wurden – Tage zwischen den Jahren. Ihre Zahl ist nicht überall gleich, doch häufig sind es die Tage zwischen der Wintersonnenwende und dem 6. Januar. 12 Rauhnächte liegen in dieser Zeit, in der nach altem Glauben die jenseitigen Mächte besonders lebendig sind. Jede Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres – die Träume in diesen Nächten sollen die Ereignisse des betreffenden Monats voraussagen. Für die Bauern waren die 12 Tage Lostage, die Auskunft über zu erwartende Ernten, Wetter und Geschäfte gaben.

Die Rauhnächte waren nach Vorstellung unserer Vorväter erfüllt von Unholden und Geistern, die ihr Unwesen trieben. In diesen oft stürmischen Winternächten, wo es in den Wäldern heulte und krachte, sprach man auch von der Wilden Jagd – einem Begriff, der aus der germanischen Mythologie stammt. Um es sich mit diesen Dämonen nicht zu verderben, musste eine ganze Reihe von Regeln eingehalten werden, die von Region zu Region variierten.

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Altem Volksglauben zufolge durfte keine Wäsche gewaschen, keine Erbsen gegessen, nicht gesponnen, nicht mit den Türen geschlagen, der Acker nicht bearbeitet werden …

Die Rauhnächte sollten der inneren Einkehr und der Besinnung dienen.

Der wohl wichtigste Brauch in der dunklen Jahreszeit ist das Ausräuchern von Haus und Hof mit duftendem Räucherwerk. Der ursprünglich keltische Brauch aus der Nacht zum 1. November(Samhain) wurde in späterer Zeit nach hinten verschoben – in die Rauhnächte. Das alte Jahr wird verabschiedet und damit auch alles Negative, was sich so im Lauf eines Jahres angesammelt hat. Ein recht ursprüngliches Ritual, das sich in Mini-Format in weihnachtlichen Räuchermännchen wiederfinden lässt.

Die alten Winterbräuche haben für uns immer noch eine große Bedeutung, doch das Wissen um die ursprünglichen Wurzeln ist den meisten Menschen verloren gegangen.

Der Adventkranz aus immergrünen Pflanzen ist seit Jahrtausenden das Symbol für den Jahreskreis, die vier Kerzen markieren die Sonnenfeste.

Die Barbarazweige waren einerseits ein einfacher Kalender für den normalen Haushalt, um den Zeitpunkt der Sonnenwende festzulegen und stellten andererseits Symbole für das neue Leben, geboren aus dem Leib der Göttin, dar.

Die Heilige Barbara ist eine Christianisierung der Göttin und eine der sogenannten Heiligen Drei Bethen.

Perchten und Krampus sind die am meisten verfälschten Gestalten. Percht kommt von „perachta“ und heißt in der alten Sprache „die Leuchtende, Helle, Strahlende“, unser Wort prächtig geht darauf zurück. Die Göttin hat natürlich auch einen Partner, den weißen Hirschgott Cernunnos, der im Winter als Herne, der Wilde Herr der Natur, durch die tief verschneiten Wälder streift und mit den Windgeistern als wilde Jagd über Gipfel und durch die Täler stürmt.

Der Nikolaus war ursprünglich der hell gewandete Druide. Mit seinem magischen, am Ende spiralförmig eingerollten Wanderstab und einem Sack mit Gaben, gefüllt mit Lebenskuchen und wichtigen Heilkräutern für die Winterszeit zog er rechtzeitig vor der Sonnenwende von Hof zu Hof, erteilte Ratschläge und Segenswünsche und half somit der jeweiligen Gemeinschaft, die damals bis zu 200 Menschen umfassen konnte, sicher über die kritische Winterzeit zu kommen.

Die Sonnenwende und die Rauhnächte

waren für alle Lebewesen in den nördlichen Regionen eine gefährliche Zeit. Daher entwickelten die Menschen zahlreiche Rituale um sich zu stärken und zu schützen. Wie schon die Kelten wussten, sind bis zum Ende der Rauhnächte am 6. Januar kosmische Strahlung sowie Erdstrahlung besonders stark und können sich schwächend auf Mensch und Tier auswirken. Die Nerven sind überreizt und dem Immunsystem wird viel abverlangt, somit versuchte man einiges um sich gesund zu erhalten.

Man bemühte sich, in der kritischen Zeit leicht zu fasten, Fleisch zu vermeiden und nur leichte Speisen mit nervenberuhigendem Mohn oder aus gesiebtem Weizenmehl zu sich zu nehmen. Daher stammt auch der Brauch unserer heutigen Weihnachtskekse. Außerdem wurde täglich mit aromatischen Kräutern geräuchert.

Zum Schutz für Mensch und Tier hing man entstrahlende Pflanzen wie Stechpalmen, Tannen und ganz besonders Misteln, oft noch behängt mit kleinen ebenso wirksamen Goldstückchen oder Schmuck, in den Gebäuden auf.

Die Weihnacht

die auch Mutternacht genannt wurde, wird um den 21. Dezember herum gefeiert. Zur Zeit unserer Ahnen, die ausgezeichnete Beobachter waren, schaute man hierzu auf die Sonnwendsteine. Das sind Berge, die genau am Sonnwendtag gemeinsam mit der Sonne einen bestimmten Lichteffekt hervorrufen. Dort, wo es keine Berge gab, benutzte man stehende Steine, Steinkreise oder Erdställe. Man feierte den Tod und die Wiedergeburt der Sonne, die Geburt des Lichtes und des Sonnenkindes in uns, die Stille, den weiten Raum, die kristallklare frische Luft als den Atem der Göttin.

Bis zum 1.Februar herrschen nun also DANU – Göttin der Luft, ARIANRHOD – Göttin des Sternenhimmels und CERNUNNOS – Herr des Waldes, über die Nordhalbkugel der Erde. Ihre rituellen Farben sind Silber und Dunkelblau, einige ihrer wichtigsten Krafttiere und Symbole sind Adler, Eule, Bussard, Rotkehlchen, Weißer Hirsch, Federn, Fächer, Schwert, Zepter, weiße Kristalle, Gold und Silber.

Meditativer Text für die Sonnwendnacht

Strom vom Licht. Quelle der Liebe. Wasser des Lebens. Aus Liebe geboren, in Liebe geborgen. Heiliger Segen auf Dir, Heiliger Segen in Dir. Werde Licht zu Licht; Werde Liebe zu Liebe; Werde Leben aus Leben. Möge Dein Weg durch alle Welten der Gebundenheit führen. Löse Flammen aus Asche. Wecke Morgenrot aus Todesnacht. So geschehe es, im Namen des Ewigen Geistes.

Blessed be!

von Gudrun Rosenberger

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Weihnachtsmann- Knecht Rupprecht —– Odin?

 

Quelle: https://drachenreiterclan.wordpress.com/rauhnachte/

 

iCH wünsche allen Leseren eine Wunder erfüllte Mutternacht und be-SINN-liche Lostage

Gruß an die Ahnen

TA KI