«Wir stabilisieren die legalen Machthaber»


Putin rechtfertigt Syrien-Intervention

«Wir stabilisieren die legalen Machthaber»

In einem Interview verdeutlichte Putin: Sein primäres Ziel ist nicht der Kampf gegen den IS, sondern der Erhalt des Asad-Regimes. Die Opposition will von Friedensgesprächen vorerst nichts mehr wissen.

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Putins Strategie in Syrien scheint längst kein Geheimnis mehr zu sein. Es geht darum, zunächst die «gemässigteren» Rebellen zu eliminieren, so dass der Westen nur noch die Wahl zwischen dem Regime von Bashar al-Asad und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat und sich letztlich für das geringere Übel entscheiden muss.

Asad-Regime im Belagerungszustand

In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Rossija 1 verdeutlichte Putin diese Vorgehensweise: «Unsere Aufgabe ist es, die legalen Machthaber zu stabilisieren, um die Bedingungen für einen politischen Kompromiss zu schaffen.» Ein solcher Kompromiss ist für Putin offenbar aber nur möglich, wenn Asad an der Macht bleibt. Und das wiederum geht nur mit russischer Hilfe. Das Asad-Regime befinde sich praktisch in der eigenen Hauptstadt im Belagerungszustand, erklärte Putin. «Wenn die syrische Armee in der Lage ist, zu zeigen, dass sie den Terrorismus bekämpfen kann, dann ist die Möglichkeit für politische Kompromisse deutlich höher.»

Opposition boykottiert Dialog

Vorerst aber scheint Putins Intervention eine politische Lösung in Syrien eher zu verzögern. Das syrische Oppositionsbündnis «Nationale Koalition» hat am Sonntag angekündigt , an den geplanten Friedensgesprächen in Genf nicht teilzunehmen, bevor die «russische Aggression» beendet sei.

Während die syrische Armee mit Hilfe Russlands und Irans eine Bodenoffensive gegen die Rebellen im Westen des Landes gestartet hat, profitiert der IS indirekt davon. Er erzielte vergangene Woche nordöstlich von Aleppo die grössten Gebietsgewinne seit August und eroberte sechs Dörfer.

Quelle: http://www.nzz.ch/international/wir-stabilisieren-die-legalen-machthaber-1.18628527

Gruß nach Syrien

TA KI

 

 

Krieg in Syrien Nato erwägt Truppen-Einsatz in der Türkei


Angesichts der Eskalation im Syrien-Krieg kann die Nato sich vorstellen, ihre schnelle Eingreiftruppe in die Türkei zu schicken. Derweil droht die Türkei Russland, und das Asad-Regime setzt seine Bodenoffensive fort.

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(dpa/Reuters) Die Nato erwägt angesichts des Syrien-Konflikts eine Aufrüstung im Süden. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Donnerstagmorgen vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel: «Unsere militärischen Befehlshaber haben bestätigt, dass wir bereits jetzt die nötigen Fähigkeiten und die Infrastruktur haben, um die schnelle Eingreiftruppe (NRF) in den Süden zu schicken.» Denkbar sei zum Beispiel eine Stationierung von Truppen auf dem Territorium des Allianzpartners Türkei. Zudem würden die Verteidigungsminister darüber nachdenken, was zusätzlich getan werden könne.

Erdogan droht Russland

Die Türkei ihrerseits warnte Russland nach der Verletzung des türkischen Luftraums am Wochenende vor einer Aufkündigung der Gaslieferverträge. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan betonte in einem Gespräch mit der Zeitung «Sabah» und weiteren Medien, die Türkei sei Russlands grösster Gasabnehmer. Sollte sich das ändern, wäre das ein erheblicher Verlust für Russland. «Falls nötig, kann die Türkei ihr Gas von vielen anderen Orten bekommen», sagte Erdogan. Auch das geplante erste Atomkraftwerk im Land könnte von einem anderen Partner als Russland gebaut werden.

Derweil nahmen syrische Bodentruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe weitere Rebellenstellungen im Westen Syriens unter Beschuss. Die schweren Angriffe am Donnerstag hätten Aufständischen in der strategisch wichtigen Ghab-Ebene gegolten, teilte die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unklar war zunächst, ob es sich bei den Angegriffenen um Extremisten des Islamischen Staats (IS) oder um andere Gruppen handelte.

(…)

USA beschuldigen Russland

Die amerikanische Regierung hatte am Mittwoch (Ortszeit) mitgeteilt, dass 90 Prozent der russischen Luftangriffe in Syrien nicht dem IS oder mit Al-Kaida verbündeten Terroristen gelten würden. Stattdessen seien die Luftschläge weitgehend gegen Oppositionsgruppen gerichtet, die für ein Ende des Regimes von Präsident Bashar al-Asad kämpften, sagte der Sprecher des amerikanischen Aussenministeriums, John Kirby, in Washington.

Russland weist diese Vorwürfe zurück und gibt an, Extremisten wie den IS zu bombardieren. Inzwischen seien 19 Kommandopunkte und zwölf Waffendepots der Terroristen zerstört worden, sagte Verteidigungsminister Sergei Schoigu am Mittwoch.

Leichter Zwischenfall in der Luft

Nach amerikanischen Angaben hat ein US-Kampfflugzeug in mindestens einem Fall seinen Kurs geändert, um eine «sichere Trennung» von russischen Maschinen zu gewährleisten. Das sagte Marine-Kapitän Jeff Davis am Mittwoch (Ortszeit) im Pentagon. Wie nah die Flugzeuge sich kamen sowie wann und wie oft es bisher zu Ausweichmanövern kam, sagte Davis nicht. Laut seinen Ausführungen wurden die USA nicht über die Flugbahnen russischer Marschflugkörper informiert, die Russland vom Kaspischen Meer aus auf Syrien abfeuerte .

Quelle: http://www.nzz.ch/international/nato-erwaegt-truppen-in-der-tuerkei-1.18626391

Gruß an Bashar al-Asad

TA KI