Millionen überflüssige Klinikaufenthalte


Zwei Millionen Patienten kommen jährlich ins Krankenhaus, obwohl sie ambulant behandelt werden könnten. Das ist nicht nur teuer, sondern auch belastend und möglicherweise schädlich für die Kranken.

on Guido Bohsem, Berlin

Nach Einschätzung der Kassenärzte kommt es in Deutschland pro Jahr zu etwa zwei Millionen Einweisungen ins Krankenhaus, obwohl diese Patienten ebenso gut bei einem niedergelassenen Arzt hätten behandelt werden können. Diese Zahl ergibt sich aus einer Untersuchung des IGES-Instituts, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die Wissenschaftler untersuchten dabei vor allem Fälle, in denen es zu Krankenhaus-Aufenthalten von lediglich bis zu drei Tagen gekommen war und der Patient selbst die Klinik aufsuchte.

Durch die hohe Zahl der Fälle ergeben sich enorme Kosten für das Gesundheitssystem. Denn die ambulante Behandlung kostet im Schnitt etwa 60 Euro, während die Kassen für eine dreitägige Behandlung im Krankenhaus zwischen 1000 und 1500 Euro zahlen.

Jeder Klinikaufenthalt ist mit Risiken verbunden – der Infektion mit Keimen

Die fragliche Behandlung im Krankenhaus unterscheidet sich nach der Studie in der Regel dabei nur wenig von der ambulanten Behandlung in einer Arztpraxis, heißt es in dem Gutachten weiter. Die Klinikärzte operierten nur selten, sondern stellten in den allermeisten Fällen lediglich Diagnosen. Untersucht wurden dabei Fälle, in denen plötzlich auftauchende Beschwerden die Ursache für den Weg ins Krankenhaus waren oder etwa Auswirkungen von chronischen Krankheiten.

Die Untersuchung zeige, dass eine Verringerung der Zahl der Krankenhaus-Aufenthalte möglich sei, sagte der Geschäftsführer des Instituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI), Dominik von Stillfried. Dies habe enorme wirtschaftliche Konsequenzen. „Durch die vermeidbaren Klinikfälle entstehen hohe Belastungen für die Beitragszahler – Geld, das besser an anderer Stelle ausgegeben würde.“

Doch nicht nur materiell entstehen durch die unnötigen Krankenhaus-Aufenthalte Schäden. Laut Stillfried brächten sie vor allem auch eine hohe psychische Belastung für die Patienten und ihre Angehörigen mit sich, wenn nicht sogar Gefahren: „Eine Behandlung im Krankenhaus ist in diesen Fällen oft mit unnötigen Ängsten verbunden.“ Zudem sei jeder Klinikaufenthalt auch immer mit Risiken verbunden. „So können sich dort insbesondere ältere Menschen leicht mit Keimen infizieren, die nur schwer zu behandeln sind.“

Laut Studie zeigt es sich, dass die Menschen eher ins Krankenhaus gehen, wenn die Versorgung durch Fachärzte in ihrer Wohngegend nicht ausreichend ist. Hier zeige sich der Vorteil des dichteren Netzes in den Großstädten, so Stillfried. Doch es gibt auch Nachteile. „Wer sich in der Großstadt in eine Klinikambulanz begibt, läuft aber ein deutlich höheres Risiko, unnötig für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben zu müssen.“

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/studie-teure-diagnosen-1.2520142

Gruß an die alternativen Heilangebote

TA KI

Pädophile Täter haben andere Hirnstrukturen


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Männer mit pädophilen Neigungen müssen nicht zwingend zum Täter werden. Doch was macht den Unterschied im Kontrollverhalten aus? Hirnforscher haben danach gesucht – und eine Antwort gefunden.

Pädophile Männer, die zum Täter werden, haben offenbar charakteristische neurobiologische Veränderungen im Gehirn. Darauf deuten erste Ergebnisse einer dreijährigen Studie hin, die Vertreter des bundesweiten Forschungsverbundes NeMUP in Berlin vorstellten. Untersucht wurden dazu insgesamt mehr als 240 Männer mit und ohne pädophile Neigungen. In beiden Gruppen waren auch Männer, die sich an Kindern vergriffen hatten.

Professor Henrik Walter, Direktor des Forschungsbereiches „Mind and Brain“ an der Berliner Charité, erklärte, dass für den Zusammenhang von Pädophilie und Täterschaft offenbar das Volumen des sogenannten Mandelkerns eine Rolle spielt. Der Mandelkern (Amygdala) ist für die Steuerung von Emotionen wichtig, speziell von Angst und Aggressionen. Auch andere Hirnregionen zeigen demnach Volumenunterschiede, allerdings nicht so deutlich. „Damit scheinen objektivierbare Befunde bei Männern mit sexuellen Präferenzbesonderheiten in greifbare Nähe zu rücken“, sagte Walter.

Grundsätzlich lassen sich der Studie zufolge pädophile Männer von nicht-pädophilen anhand von Hirnaktivierungen durch unterschiedliches Stimulusmaterial unterscheiden, stellten die Forscher fest. Dieser Befund alleine lasse aber nicht automatisch auf eine verminderte Verhaltenskontrolle schließen. „Die Erkenntnisse bestätigen unsere These, dass eine pädophile Neigung nicht gleichzusetzen ist mit sexuellem Kindesmissbrauch. Es gibt im Gehirn eigene Regionen, die für die Verhaltenskontrolle zuständig sind“, ergänzte der Berliner Sexualmediziner Professor Klaus Beier von der Charité, der auch das Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ initiiert hat.

In dem vom Bundesforschungsministerium geförderten NeMUP-Verbund (Neural Mechanisms Underlying Pedophilia) arbeiten Forscher der Hochschulen in Hannover, Berlin, Duisburg/Essen, Kiel und Magdeburg zusammen.

Quelle: http://www.n-tv.de/wissen/Paedophile-Taeter-haben-andere-Hirnstrukturen-article15191771.html

Gruß an die geistig Abnormalen

TA KI