Schüßler-Salze


Mineralstofftherapie mit den Schüßler-Salzen

Die Mineralstofftherapie mit den Schüßler-Salzen ist bereits mehr als 100 Jahre alt und ihr bei ihrer Entwicklung orientierte sich Dr. Schüßler an modernster medizinischer Forschung. Mit dem Einzug von Antibiotika, Geräte- und schließlich evidenzbasierter Medizin nahmen die Funktionsmittel nach und nach ihren Platz in der Naturheilkunde ein, den sie bis heute fest besetzen. Die Nachfrage an natürlichen, individuell auf den Menschen abgestimmten Therapiemöglichkeiten steigt nämlich angesichts der wachsenden Resistenzen gegen Antibiotika und der Nebenwirkungen sonstiger konventioneller Medikamente in der Bevölkerung stetig an. Vor allem zur Behandlung und Selbstbehandlung von leichteren Beschwerden, etwa Erkältungsinfekten, Muskelkrämpfen, Hautproblemen, aber auch zur Prophylaxe werden übersichtliche und risikoarme Therapieverfahren wie die Biochemie nach Dr. Schüßler, gern angenommen.

Dr. Schüßler: Forschung zwischen Homöopathie und Zellularpathologie

Ihren Namen tragen die „Schüßler-Salze“ nach dem deutschen Arzt Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898), der zunächst sehr an der Homöopathie interessiert war, in seiner Forschungsarbeit jedoch bald das Hauptaugenmerk auf anorganische (d.h. kohlenstofffreie) Mineralsalze und deren Bedeutung im menschlichen Organismus, insbesondere im Stoffwechsel der Zellen, richtete. Er folgte er dem Grundsatz des bekannten Zellpathologen Virchow, nach dem die Krankheit des Körpers gleichzusetzen sei mit der Krankheit der Zelle sowie der Annahme, dass Krankheit erst durch den Verlust anorganischer Mineralsalze entstünde.

Mineralstofftherapie mit Schüssler Salze. (Bild: semevent-fotolia)
Mineralstofftherapie mit Schüssler Salze. (Bild: semevent-fotolia)

Zwölf Mineralstoffverbindungen zur Heilung aller Betriebsstörungen

Schüßlers Forschungen ergaben, dass insgesamt zwölf „Betriebsstoffe“ (Mineralsalze) für den gesunden Zellbetrieb notwendig seien, deren gestörte Verteilung und Verwertbarkeit im Körper zu Krankheiten führten. Im Umkehrschluss bildete Schüßler seinen Leitsatz, dass „die im Blut und in den Geweben vertretenen anorganische Stoffe […] zur Heilung aller Krankheiten [genügen], die überhaupt heilbar sind.“ („Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler“, Deutsche Homöopathie-Union, Ausgabe 2004). Die Auswahl umfasst je drei Kalzium-, Kalium- und Natriumverbindungen sowie je eine Eisen-, Magnesium und Siliziumverbindung, die Schüßler zu biochemischen Funktionsmitteln verarbeitete.

Die Zelle erhält den Impuls zum Auffüllen des Mineralstoffdepots

Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, werden die Mineralstoffe potenziert, d.h. als homöopathische Verdünnungen verabreicht. Die Verwertungsblockaden sollen aufgehoben werden, indem den Zellen die Information zur vermehrten Aufnahme gegeben und somit die (Selbst-) Heilung des Organismus eingeleitet werden. Es werden also nicht etwa die Mineralsalze selber zugeführt, sondern der Impuls zur besseren Verwertung gegeben. Aufgrund der Potenzierung sowie der übersichtlichen Arzneimittelanzahl (im Gegensatz zum riesigen Arsenal) der Homöopathie beschrieb Schüßler sein Verfahren zunächst als „abgekürzte homöopathische Therapie“, grenzte es später jedoch als „biochemische Therapie“ wieder schärfer davon ab.

Die Qual der Wahl: Welches Mittel in welcher Form?

In der Selbstbehandlung erfolgt die Wahl der Funktionsmittel in der Regel nach in Büchern veröffentlichten Registern, in denen die passenden Mineralstoffe bestimmten Beschwerden zugeordnet werden. In der Naturheilpraxis ermitteln Heilpraktiker die Salze nach deren physiologischer Funktion im Organismus, aber auch mithilfe von Anlitzdiagnostik, Kinesiologie, Tensortestung und anderen bioenergetischen Messverfahren.

Die von Schüßler entwickelten Funktionsmittel wurden bis heute um zwölf zusätzliche Mineralsalze erweitert. Inzwischen sind sie neben der Tablettenform einzeln auch als Tropfen, Globuli und zur äußeren Anwendung als Cremes, Gels und Salben erhältlich, wo sie neben den medizinischen auch kosmetische Aufgaben erfüllen sollen. Einige Apotheken mischen die individuell benötigten Salze zu einem Pulver zusammen, was die Einnahme erheblich erleichtern kann. Zur kurmäßigen Anregung des Stoffwechsels, z.B. im Rahmen einer Frühjahrskur, gibt es auch ein Komplexpräparat, welches die zwölf „originalen“ Schüßler-Salze enthält. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/mineralstofftherapie-mit-den-schueler-salzen-9512.php

Gruß an die Naturheilkundler

TA KI

Dr. Rupert Sheldrake : Der Wissenschaftswahn


00325tRupert Sheldrake ist Pflanzen-Physiologe und Biochemiker. Nachdem er einen Universitätsabschluss in Biochemie mit Auszeichnung von der Universität Cambridge erzielte, gewann Rupert ein Stipendium für Philosophie und Geschichte an der Harward Universität. Schließlich kehrte er nach Cambridge zurück und erhielt dort seinen Doktortitel in Biochemie.

Während seiner Forschung mit Pflanzen sagte Sheldrake „dass ihm nach neun Jahren intensiver Forschung klar wurde, dass die Biochemie nicht erklären kann, wieso Pflanzen sich so entwickeln, wie wir es beobachten“. Er begann daraufhin eine eigene Theorie der „morphischen Felder“ zu entwicklen, die als Informationsfelder die Strukturierung von Materie beeinflussen.

In diesem Vortrag vom Februar 2012 – gehalten an der Temenos Akademie – spricht Rupert über die Kernbotschaften seines neuen englischen Buchs „The Science Delusion“ (inzwischen auch auf deutsch als „Der Wissenschaftswahn“ erhältlich) in dem er die Dogmen der modernen Wissenschaft kritisch hinterfragt. Man kann in diesem Vortrag einiges über die Grundlagen der Wissenschaft lernen, was nachdenklich stimmt. Obwohl Rupert selbst Wissenschaftler mit Doktortitel ist, nimmt er kein Blatt vor den Mund und stellt unbequeme Fragen, die ihn zu einigen noch unbequemeren Antworten geführt haben…

Dr. Rupert Sheldrake’s deutsche Webseite : http://www.sheldrake.org/Deutsch

 

Ein 33-minütiges Segment dieses Vortrags wurde deutsch synchronsiert :

 

Außerdem finden man im Folgenden den kompletten Vortrag auf englisch.

Zeitmarken für den englischen Vortrag :

0:00:00 Einführung zu Rupert Sheldrake durch Ian Skelly
0:04:05 Beginn des Vortrags, implizite Annahmen des Materialismus
0:10:50 Die mechanistische Revolution, René Descartes und seine mechanistische Theologie
0:14:35 Das Universum als Organismus, David Hume, Big Bang Theorie
0:17:45 Verfügt alle Materie über Bewusstsein ? Wieso sind Menschen bewusst ?
0:23:45 Die Panpsychismus-Sichtweise von Alfred North Whitehead
0:27:50 Die Erhaltungsgesetze von Materie und Energie – Galaxien und dunkle Materie
0:34:50 Freie Energie Technologie, Andrea Rossi, Vitalenergie lebender Organismen
0:41:30 Veränderungen der Naturkonstanten (Lichtgeschwindigkeit und Gravitation)
0:47:50 Verfolgt die Natur ein Ziel ? Evolution als Zufallsprozess ?
0:50:00 Genetischer Determinismus gegenüber Epigenetik, Erinnerungsspeicherung im Gehirn
0:53:10 Ist der Verstand im Gehirn ?
0:55:55 Übersinnliche Phänomene – Alles nur Illusion ? Telepathie-Experimente
0:59:20 Mechanistische Medizin gegenüber alternativer Medizin, der Plazebo Effekt
1:00:45 Die Dogmen materialistischer Wissenschaft sind fragwürdig
1:02:10 Ende des Vortrags, Beginn der Frage und Antworten Runde
1:03:05 – Wieso werden die wissenschaftlichen Dogmen fast nie hinterfragt ?
1:05:40 – Werden Sie als Ketzer angesehen ?
1:08:00 – Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für den Widerstand gegen neue Ideen ?
1:12:05 – Unterschied von DNA von Mensch und Affe ist nur 1% – Das menschliche Genom-Projekt
1:16:00 – Wird die Wissenschaft jemals das menschliche Bewusstsein verstehen ?
1:18:20 Ende der Fragerunde


Weiterführende Informationen :

Im Quellen-Bereich findet man noch zwei weitere Vorträge von Rupert zum Thema „morphogenetisches Universum“ :

Außerdem hat Rupert ein interessantes – und teilweise ziemlich abgefahrenes – Interview zu seiner wissenschaftlichen Forschung zu Paranormalem gegeben. Darin spricht er unter anderem über seine eigenen paranormalen Erfahrungen.


Ergänzung vom April 2013 zur TEDx-Kontroverse :

Rupert Sheldrake hat am 12. Januar 2013 einen ähnlichen Vortrag wie den oben eingebundenen Vortrag auf der TEDx Konferenz in London gehalten :

Die Konferenz stand unter dem Motto „Existierende Paradigmen hinterfragen“, weshalb Rupert die an ihn herangetragene Einladung zu dieser Konferenz gerne annahm. Nachdem sein Vortrag für einige Wochen auf der TED-Webseite sowie auf Youtube online war, haben sich mehrere Atheisten darüber beschwert, dass sein Vortrag unwissenschaftlich sei. Es wurde ein geheimes Gremium von Wissenschaftlern einberufen, die dieser Beschwerde zustimmten und sein Vortrag wurde gelöscht. Rupert konnte daraufhin nur mit dem Veranstalter der TED-Talks sprechen, allerdings nicht mit dem Gremium an Wissenschaftlern, da ihre Identitäten geheimgehalten werden müssen. Somit war es Rupert nicht möglich seine Thesen wissenschaftlich zu untermauern, da es keine Ansprechpartner für ihn gibt. Der Vorgang hat zu erheblichen Turbolenzen geführt, da viele Zuschauer der Meinung sind, dass Ruperts Thesen keineswegs unwissenschaftlich sind.

Rupert hat einen öffentlichen Brief verfasst, in dem er auf alle an ihn gerichteten Anschuldigungen detailiert eingeht, da er keine Möglichkeit hat das geheime Gremium anonymer Wissenschaftler direkt zu adressieren. Daraufhin hat der TED-Veranstalter zumindest die Anschuldigungen bezüglich Unwissenschaftlichkeit auf der Webseite durchgestrichen. Das Video bleibt jedoch auf dem TEDx-Youtube Account gesperrt und steht jetzt in Schmuddelecke des TED-Blogs zusammen mit einem anderen ebenfalls als unwissenschaftlich bezeichneten Video. Mit über 1700 Kommentaren zählt dieser Blogeintrag bereits nach wenigen Tagen zu den meistkommentierten der gesamten TED-Webseite.

Um zukünftige Kontroversen zu vermeiden hat TED nun begonnen Konferenzen zum Thema „Neue Paradigmen“ ganz abzusagen : Eine TEDx-Gruppe aus Hollywood hatte bereits seit einem Jahr eine Konferenz für April 2013 vorbereitet. Das Motto dieser Veranstaltung war „Brother, Can You Spare a Paradigm?“ (zu deutsch : Bruder, hast Du vielleicht ein neues Paradigma übrig ?). Wenige Wochen vor dem geplanten Termin hat TED nun kurzfristig dieser Veranstaltung die vor einem Jahr erteilte Lizenz entzogen, weil einige der Vortragenden nicht den TEDx-Richtlinien entsprechen, denn einige ihrer vertretenen Thesen seien „unwissenschaftlich“. Dadurch würde die Glaubwürdigkeit anderer TEDx-Veranstaltungen in Frage gestellt. Einer der Vortragenden der Veranstaltung wäre Russell Targ gewesen, der über seine durch die CIA finanzierte Forschung zu Remote Viewing berichten wollte, die er an der Universität von Stanford über einen Zeitraum von 23 Jahren durchgeführt hat (Projektbudget : 25 Millionen US-Dollar). Russell Targ hat zur Absage der Konferenz wegen seinem geplanten Vortrag ein kurzes schriftliches Statement abgegeben. (Es gibt ein erfreuliches Update zu der abgesagten TEDx Veranstaltung – es steht unterhalb des folgenden Interviews)

 

In einem kurzen englischen Interview vom April 2013, das Alex Tsakiris vom Skeptiko Podcast mit Rupert Sheldrake geführt hat, wird auf den beschrieben Vorgang genauer eingegangen :

Download : http://www.skeptiko.com/upload/skeptiko-207-rupert-sheldrake-TED.mp3

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Dieses Interview wurde von Alex Tsakiris für den Skeptiko Podcast (http://www.skeptiko.com) geführt.

 

 

Informationen zur weiteren Entwicklung dieser Kontroverse sowie zu einer Protestveranstaltung am 2. April 2014 in New York findet man auf dieser Webseite einer Gruppe von rationalen Wissenschaftlern und Akademikern: http://setsciencefree.org/

Quelle: https://www.matrixwissen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=681:dr-rupert-sheldrake-the-science-delusion&catid=50:meta-theorien&Itemid=80&lang=de

Gruß an die, die verstehen, daß Alles Schwingung und Frequenz ist

TA KI

Das Mysterium des Wassers


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Wieso gefriert warmes Wasser schneller als kaltes? Warum tropft Gelee nicht? Und was hat es mit der rätselhaften Elektrizität des Wassers auf sich? Obwohl das nasse Element seit Jahrhunderten Gegenstand der Forschung ist, stellt es Wissenschaftler bis heute vor Rätsel. Der Wasserforscher Dr. Gerald H. Pollack hat die kuriosesten Eigenschaften von Wasser für Sie zusammengetragen.

Sozialverhalten von H2O

Wasser ist von zentraler Bedeutung für das Leben. Albert Szent-Györgyi, der Vater moderner Biochemie und Nobelpreisträger, meinte dementsprechend einst: „Leben ist Wasser, das zur Melodie der Feststoffe tanzt.“ Ohne diesen Tanz gäbe es kein Leben.

Geht man von seiner zentralen Bedeutung aus, könnte man annehmen, dass wir dem Wasser bereits alle Geheimnisse entlockt hätten. Tatsächlich wissen wir im 21. Jahrhundert allerdings nur sehr wenig über die vertraute und allgegenwärtige Substanz.

Ich möchte auf eine Aussage von Dr. Philip Ball verweisen, einem der führenden wissenschaftlichen Autoren unserer Zeit. Er verfasste das Buch „H2O: A Biography of Water“ und ist langjähriger wissenschaftlicher Berater der Fachzeitschrift Nature. Dr. Ball formulierte es wie folgt:

„Niemand versteht Wasser wirklich. Es ist beschämend einzugestehen, doch der Stoff, der zwei Drittel unseres Planeten bedeckt, stellt immer noch ein Mysterium dar. Schlimmer noch, mit jeder genaueren Betrachtung häufen sich die Probleme: Neue Techniken, die tiefer in die molekulare Architektur flüssigen Wassers blicken lassen, werfen immer mehr Fragen auf.“1

Das Wassermolekül selbst ist gut erforscht. Gay-Lussac und von Humboldt beschrieben seinen wesentlichen Aufbau vor über zwei Jahrhunderten. Heute kennen wir die genauen Details seiner Architektur. Im Wesentlichen besteht es aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom, in einer Anordnung, die aus Lehrbüchern bekannt ist.

Wir wissen immer noch zu wenig über die Wechselwirkung zwischen Wassermolekülen bzw. ihrem Verhalten gegenüber andersartigen Molekülen. Laien stellen sich nur selten Fragen dieser Art. Den meisten genügt es zu wissen, dass sich Wassermoleküle irgendwie mit anderen Wassermolekülen verknüpfen. Das ist alles. Biologen betrachten Wasser beispielsweise als das gewaltige molekulare Meer, das die wichtigen Moleküle des Lebens badet.

Wir stellen uns Wassermoleküle nicht als stark interagierend vor, ob nun untereinander oder mit anderen Molekülen. Wassermoleküle sind jedoch gezwungen zu interagieren. In einem einfachen Wassertropfen müssen zumindest einige der zig Millionen Moleküle aneinander haften, denn ohne Kohäsion könnte sich kein Tropfen formen.

Diese kohäsiven Wechselwirkungen können nicht statisch sein. Sie müssen sich verändern, wenn sich zwei Tropfen verbinden oder sich ein Tropfen auf einer Oberfläche verteilt. Selbst der simple Wassertropfen kann nicht ohne Verständnis von Wasser bzw. den Interaktionsmöglichkeiten von Wasser erklärt werden. Es stellt sich demnach folgende Frage: Was ist die Grundlage dieser Interaktionen?

abbildung 1

 

Rätselhaftes aus dem Alltag

Im Folgenden 15 alltägliche Beobachtungen. Wie lautet Ihre Erklärung? [Anm. d. Red.: Zur Diskussion der Fragen sei auf das Buch „The Fourth Phase of Water“ von Dr. Gerald H. Pollack verwiesen, siehe Artikelende.]

  • Nasser & trockener Sand. Geht man über einen trockenen Sandstrand, sinken die Füße meist tief ein. Befindet man sich jedoch näher am Wasser und geht über den nassen Sand, sinkt man kaum ein. Nasser Sand ist fest genug, um ihn zum Bau von Sandburgen oder größeren Sandskulpturen zu verwenden. Wasser dient dabei offenkundig als Klebstoff.

Wie lässt Wasser die Sandpartikel so fest aneinander haften?

  • Meereswellen. Wellen lösen sich gewöhnlich nach dem Zurücklegen einer relativ kurzen Distanz auf. Ein Tsunami kann die Erde allerdings einige Male umrunden, bevor er sich letztendlich auflöst.

Warum können solche Wellen derart immense Distanzen zurücklegen?

  • Gelee. Gelee in seiner Form als Süßspeise besteht hauptsächlich aus Wasser. Aufgrund dieser Tatsache könnte man einen hohen Austritt von Flüssigkeit erwarten (Abb. 2). Doch selbst bei Gelees, die einen Wasseranteil von 99,95 Prozent aufweisen2, tröpfelt nichts.

Warum läuft kein Wasser aus derartigen Substanzen?

  • Windeln. Ähnlich wie Gelee können moderne Windeln viel Flüssigkeit binden. Sie halten 50 mal mehr an Urin und 800 mal mehr an reinem Wasser als ihr Eigengewicht.

Wie können derartige Wassermengen gebunden werden?

  • Eisglätte. Aufgrund der Reibung gleiten feste Materialien gewöhnlich nicht besonders gut aneinander. Denken wir an unsere Schuhsohlen auf einer Straße. Ist die Straße jedoch vereist, gestaltet sich der Weg womöglich schwieriger.

Warum verhält sich Eis so anders als die meisten Festkörper?

  • Schwellungen. Jemand bricht sich den Knöchel, der daraufhin innerhalb einiger Minuten auf das doppelte seiner Größe anschwillt.

Warum strömt das Wasser so schnell in den verletzen Bereich?

  • Gefrierendes Wasser. Ein Mittelschüler bemerkte einst etwas Merkwürdiges. Sein selbstgemachtes, auf einer Pulvermischung basierendes Speiseeis war schneller zubereitet, wenn er warmes anstatt kaltem Wasser beimengte. Die paradoxe Beobachtung wurde weltbekannt.

Wie kann es sein, dass warmes Wasser schneller gefriert als kaltes?

  • Aufsteigendes Wasser. Blätter sind durstig. Um die in Pflanzen und Bäumen durch Verdunstung verlorene Flüssigkeit zu ersetzen, fließt Wasser in feinen Röhrchen (Kapillaren) von den Wurzeln bis hinauf in die Spitzen der Gewächse. Die gewöhnlich für diesen Vorgang angebotene Erklärung ist, dass die oberen Abschnitte der Röhrchen eine Zugwirkung auf das darunterliegende Wasser ausüben. In 100 Meter hohen Mammutbäumen ist diese Erklärung allerdings unzureichend, da das Gewicht des angesammelten Wassers in jeder Kapillare ausreichen würde, um sie zerbersten zu lassen. Es könnte kein Wasser mehr aus den Wurzeln gefördert werden, der Baum würde sterben.

Wie umgeht die Natur diese Problematik?

  • Berstender Beton. Betonierte Flächen können durch empordringende Baumwurzeln durchbrochen werden. [Anm. d. Übers.: Selbst zarte Gewächse, beispielsweise der Gewöhnliche Löwenzahn, können asphaltierte Flächen aufbrechen.]

Wie ist es den vorwiegend aus Wasser bestehenden Trieben möglich, ausreichend Druck für derartige Leistungen aufzubauen?

  • Tropfen auf Oberflächen. Wasser bildet auf manchen Flächen Tropfen und breitet sich auf anderen gleichmäßig aus. Die Verteilung des Wassers dient als Grundlage der Klassifizierung bestimmter Oberflächen. Dieses System zur Oberflächenbestimmung erklärt allerdings nicht den Grund für die spezifische Ausbreitung.

Welche Kräfte veranlassen einen Wassertropfen sich zu verteilen bzw. nicht zu verteilen?

  • Wandeln über Wasser. Es gibt Eidechsen, die über Wasseroberflächen laufen können. Die hohe Oberflächenspannung von Wasser ist die plausible Erklärung, die zuerst dazu einfällt. Doch die Spannung wirkt lediglich in den wenigen oberen molekularen Schichten des Wassers und ist demnach eigentlich zu schwach, um die Tiere zu tragen.

Welche Eigenschaft des Wassers (oder der Eidechsen) ermöglicht das scheinbar biblische Kunststück?

  • Vereinzelte Wolken. Wasserdampf steigt von der weitläufigen, gleichmäßigen Meeresoberfläche auf. Der Dunst sollte sich also ebenso gleichmäßig in der Luft verteilen. Es kommt jedoch zu alleinstehenden, punktuellen Wolken am ansonsten oft strahlend blauen Himmel.

Was treibt den aufsteigenden Wasserdampf in die abgegrenzten Regionen?

  • Gelenkschmierung. Kniebeugen rufen gewöhnlich kein Quietschen hervor. Wasser sorgt für die ausgezeichnete Schmierung unserer Gelenke bzw. des Knorpelgewebes über unseren Knochen.

Welche Besonderheit des Wassers sorgt für die geringe Reibung?

  • Schwimmendes Eis. Die meisten Substanzen verdichten sich, wenn sie abkühlen. So auch Wasser, zumindest bis es vier Grad Celsius unterschreitet. Unter dieser Temperatur beginnt Wasser sich auszudehnen, hinein in den Übergang zu Eis. Aus diesem Grund treibt gefrorenes auf flüssigem Wasser.

Was ist besonders an der entscheidenden Temperatur von 4°C und warum ist Eis so viel weniger dicht als Wasser?

  • Konsistenz von Joghurt. Was macht die Konsistenz von Joghurt aus, warum hält die Masse so fest zusammen?

Rätselhaftes aus dem Labor

Nun zu einigen einfachen Beobachtungen aus dem Labor. Zuerst eine Entdeckung meiner Studenten, die den Gang hinunter stürmten, um mir davon zu berichten.

  • Die abwandernden Mikrosphären. Meine Studenten führten ein schlichtes Experiment durch. Sie gaben winzige Kugeln, die als Mikrosphären bzw. Mikrokugeln oder -kügelchen bezeichnet werden, in ein Becherglas voll Wasser. Sie schüttelten die Suspension aus Wasser und Mikrosphären, um eine gute Mischung zu gewährleisten. Abschließend deckten sie das Glas zur Verminderung von Verdunstung ab und machten Feierabend.

abbildung 2

Nach allgemeinem Verständnis hätte sich über Nacht nicht viel am Zustand der Suspension ändern dürfen, abgesehen von einer möglichen Ablagerung am Grund des Gefäßes. Die Flüssigkeit hätte am folgenden Tag demnach ebenso trüb und homogen wirken müssen, vergleichbar mit einigen Tropfen Milch, die man mit Wasser vermischt.

Größtenteils entsprach die Suspension am nächsten Tag auch den Erwartungen. In der Draufsicht, nahe der Mitte des Becherglases, zeigte sich allerdings ein ungetrübter Bereich. Unerklärlicherweise hatte sich eine zylinderförmige, durchgehend von oben bis unten verlaufende klare Zone gebildet.

Im zylinderförmigen Bereich befanden sich keine Mikrosphären mehr. Eine unbekannte Kraft hatte die Kügelchen aus dem Zentralbereich in Richtung der Ränder des Gefäßes getrieben. Solange die Ausgangsbedingungen dem klar definierten Rahmen entsprachen, tauchten die Zylinder in gleichbleibender Ausprägung bei jeder Wiederholung des Experiments auf. Wir konnten sie wieder und wieder erzeugen.3

Was treibt die kontraintuitive Abwanderung der Mikrokugeln vom Zentrum an?

  • Die Brücke aus Wasser. Ein anderes kurioses Phänomen aus dem Labor, die sogenannte Wasserbrücke, verbindet Wasser in zwei Bechergläsern über einen beträchtlichen Abstand hinweg.

abbildung 3

Auch wenn die Wasserbrücke ein jahrhundertaltes Kuriosum darstellt, gelang es Dr. Elmar Fuchs und seinen Kollegen, weltweites Interesse für ihre moderne Variante des Experiments auszulösen.

Die Vorführung beginnt mit dem Füllen von zwei Bechergläsern mit Wasser. Das Wasser muss die Gläser beinah bis zum Rand füllen. Die Gläser stehen nebeneinander, ihre Ränder berühren sich.

Zwei Elektroden, eine in jedem der beiden Gefäße, erzeugen eine Spannungsdifferenz von zehn Kilovolt. Beim Anlegen der Spannung springt das Wasser aus einem Glas an den Rand und schlägt eine Brücke zum Inhalt des anderen Glases. Nachdem sich die Brücke geformt hat, kann man die beiden Bechergläser langsam voneinander entfernen. Die Brücke bleibt erhalten und überspannt den Spalt zwischen den beiden Gefäßen. Selbst wenn sich die Ränder bis auf einige Zentimeter voneinander entfernt haben, dehnt sich die Wasserbrücke weiter aus und bleibt ohne abzureißen erhalten.

abbildung 4

Erstaunlicherweise hängt die Wasserbrücke kaum nach unten durch und zeigt eine beinah mit Eis vergleichbare Steifheit, obwohl das Experiment bei Raumtemperatur durchgeführt wird.

Ich warne vor der Versuchung, das Hochspannungs-Experiment nachzustellen, sofern man nicht resistent gegen Stromschläge ist. Es ist sicherer, eine Videoaufnahme des erstaunlichen Phänomens zu betrachten.4

Was hält die Brücke aus Wasser intakt?

  • Der schwimmende Wassertropfen. Wasser vermischt sich normalerweise sofort mit Wasser. Wenn man es jedoch aus einer engen Röhre, knapp über einem Gefäß voll Wasser tropfen lässt, treiben die Tropfen oft für einige Zeit auf der Oberfläche (Abb. 6). Manchmal bleiben die Tropfen für mehrere Sekunden erhalten, bevor sie schließlich zerfließen.

Noch paradoxer ist, dass sich die Tropfen nicht in Form eines einzelnen einheitlichen Vorgangs auflösen, sondern in einer Abfolge von Spritzern in das Wasser darunter übergehen.5 Ihre Auflösung gleicht einem vorbestimmten Tanz.

Man kann die schwimmenden Tropfen in der Natur beobachten, wenn man weiß, wo und wann man suchen muss. Ein guter Zeitpunkt ist unmittelbar nach einem Regenschauer, wenn Wasser vom Sims eines Hauses in eine Pfütze oder vom Seitendeck eines Segelboots in den See tropft. Selbst Regentropfen, die direkt auf einer Wasseroberfläche auftreffen, treiben manchmal einige Zeit darauf herum.

Welche Eigenschaft verzögert den natürlichen Zusammenfluss von Wasser mit Wasser?

  • Das Experiment von Lord Kelvin. Abschließend eine weitere unerklärliche Beobachtung, dargestellt in Abb. 7. Aus einem Behälter gezapftes Wasser wird in zwei Röhrchen geleitet. Aus den beiden Enden tropft es durch je einen Metallring und landet in je einem metallischen Gefäß.

Die Ringe sind durch ein Stromkabel über Kreuz mit dem jeweils gegenüberliegenden Gefäß verbunden. Zwei Metallkugeln, über metallische Stäbe an den Gefäßen befestigt, bleiben wenige Millimeter voneinander entfernt.

Das von Lord Kelvin (William Thomson) erdachte Experiment hat einen überraschenden Ausgang. Sobald genügend Wassertropfen durch die beiden Ringe gefallen sind, wird ein Knistern hörbar. Kurz darauf ist die Entladung eines Lichtblitzes zwischen den Kugeln zu beobachten, begleitet von einem hörbaren Knacks.

Eine Entladung ist nur möglich, wenn sich eine große Differenz an elektrischen Potentialen zwischen den beiden Gefäßen aufbaut. Die Potentialdifferenz des Experiments kann mühelos 100.000 Volt erreichen, abhängig von der Größe des Spalts zwischen den Kugeln. Die gewaltige Ladungstrennung, die dazu notwendig ist, entspringt dabei nur einer Wasserquelle.

Man kann die fremdartige Versuchsanordnung zuhause nachbauen, die Beobachtung der Entladung anhand einer Videoaufnahme ist jedoch unkomplizierter.6

Ein ausgezeichnetes Beispiel stellt der Aufbau von Professor Walter Lewin dar, der die Entladung verblüfften MIT-Studenten im ersten Semester vorführt.7 Im Anschluss lädt er seine Studenten ein, das Phänomen als Hausaufgabe zu erklären.

Wie kann eine einzelne Wasserquelle eine derart hohe Ladungstrennung erzeugen?

Schlussfolgerung aus den Beobachtungen

Die oben präsentierten Phänomene trotzen einer einfachen Erklärung. Selbst mir bekannte bedeutende Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Wasser auseinandersetzen, finden keine zufriedenstellenden Antworten. Die meisten unter ihnen kommen nicht über trivialste Erklärungsversuche hinaus.

Offensichtlich fehlt unserem Verständnismodell von Wasser noch ein wichtiges Fragment. Andernfalls müssten oben beschriebene Mysterien ohne Weiteres zu entschlüsseln sein.

Ich möchte noch einmal betonen, dass es bei den unbeantworteten Fragen nicht um Wasser auf molekularer Ebene geht, also das einzelne Molekül. Kopfzerbrechen bereiten vielmehr die Eigenschaften großer Mengen an Wassermolekülen, deren Interaktionen wir nicht erklären können. Uns fehlen sozusagen Einsichten in das „Sozialverhalten“ von H2O.

(…)

Quelle: http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/das-mysterium-des-wassers/3?context=category&category=3

Gruß an das Wasser

TA KI