Menschen durch anonyme DNA-Proben identifiziert


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Es klingt wie eine Horrorvision aus einem Zukunftsroman. Wissenschaftler des Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge, Massachusetts (USA) haben nach eigener Auskunft einen Weg gefunden, um aus anonymen DNA-Proben den Namen eines Menschen identifizieren zu können.

Die Auswertung von DNA-Proben zur Aufklärung von Verbrechen ist im Grunde nichts Neues. Man sammelt am Tatort biologisches Material ein, etwa Speichelproben oder Haare und vergleicht die DNA mit der von bereits einschlägig bekannten Kriminellen, die bereits im Computer gespeichert ist, oder man macht zum DNA-Abgleich Untersuchungen an Verdächtigen.

Neu ist, dass es jetzt möglich sein könnte, anhand einer anonymen DNA-Probe bereits die Identität des Menschen feststellen zu können – auch ohne eine Vergleichsprobe von ihm entnehmen zu müssen. Yaniv Erlich und seine Kollegen haben herausgefunden, dass es eine bemerkenswerte Korrelation zwischen dem Y-Chromosom eines Mannes und seinem Familiennamen gibt. Im Grunde ist das nicht einmal verwunderlich. Beides wird in der Regel vom Vater auf den Sohn vererbt. Bestimmte Bereiche des Y-Chromosoms neigen dazu, in der Bevölkerung stark zu variieren, unter engen Blutsverwandten dagegen relativ stabil zu bleiben. Auf diese Weise kann es z. B. gelingen, einen anonymen Samenspender namentlich zu identifizieren. Man braucht dazu nur die DNA des Kindes und eine genügend große Datenbank anonymer DNA-Daten, wie sie ja in Samenbanken leicht erhoben werden können, auch ohne Wissen des Spenders. Die Forscher gingen noch einen Schritt weiter. Sie starteten nicht mit einer konkreten DNA-Probe, sondern mit zehn vollständigen menschlichen Genomen, von denen Tausende im Rahmen des Human Genome Project öffentlich verfügbar gemacht wurden. Mit speziellen Computeralgorithmen durchforsteten sie diese Genome, die alle von Männern stammten, nach Variationen des Y-Chromosoms. Mit den gewonnenen Ergebnissen durchsuchten sie dann zwei kommerzielle DNA-Datenbanken nach Übereinstimmungen und identifizierten daran mögliche Familiennamen.

Wurden weitere Daten hinzugezogen, etwa die Wohngegend des Menschen, von dem die DNA-Probe stammte etc., so konnte in fünf von zehn Fällen tatsächlich die Identität des Menschen festgestellt werden. Es war das erste Mal, dass Menschen durch DNA-Untersuchungen erfolgreich identifiziert werden konnten, ohne dass dazu ein Vergleich mit anderen DNA-Proben herangezogen werden musste. Schätzungen der Forscher zufolge müssten sich etwa 12% der Familiennamen von Europäern allein anhand ihrer DNA auf diese Weise herausfinden lassen. Die Wissenschaftler publizierten ihre Forschungsergebnisse im Magazin Science.

Quelle: http://www.matrix3000.de/home/news/?tx_ttnews[tt_news]=545&cHash=f8a4292afbcc532acb447970f9079a25

Gruß an die Sicherheitsfanatiker

TA KI