Die Bundeslade – Spektakuläre neue Erkenntnisse Stand 2019


In diesem Video wird eine spektakuläre neue Theorie zur Bundeslade vorgestellt, speziell zu ihrem Wirken und Nutzen, mit exklusivem Material und top Animationen. Aha-Erlebnisse garantiert, für manche sicher auch mit Gänsehaut-Erfahrung. Auch die Person Moses wird hier noch mal durchleuchtet und koplett neu definiert und bewertet.

Gruß an die Aufmerksamen
TA KI

Das meistgesuchte Artefakt in der Geschichte


Das Alte Testament erzählt, wie Moses, nachdem er die Israeliten von der Autorität Ägyptens befreite, eine Begegnung mit Gott auf dem Berg Sinai hatte und dieser ihm 2 Steintafeln gab, auf denen die Zehn Gebote geschrieben waren. Wo ist die Bundeslade? Er erhielt auch Anweisungen, um eine Lade, in denen die heiligen Tafeln gelagert werden sollen, zu bauen. Viele Forscher hätten gerne die Antwort auf diese Frage, denn sie ist eines der größten Geheimnisse der Geschichte.

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TA KI

Die Gralstafeln von Chartres


Gralstafeln von ChatresZur Erinnerung: Erschien am 11.05.2014

Die Gralstafeln von Chartres sind eine Meditationstechnik, die von französischen Zigeunern aus dem Mittelalter überliefert wurde. Durch Schielen mit den Augen kann in der Mitte eine virtuelle dritte Tafelreihe erzeugt werden, die aus der Bildebene herauszuspringen scheint und zunächst zwischen den Farben Blau und Rot hin- und herpendelt. Nach einiger Zeit bildet sich ein violetter Farbton heraus, und das Bild kommt zur Ruhe. Heute weiß man, daß die Tafeln ein einfaches Biofeedbackgerät darstellen, um den Aktivitätszustand der beiden Gehirnhälften zu überwachen. Ziel der Übung ist die Synchronisation der Gehirnhälften, was zunächst zu einem Entspannungseffekt, bei längerer Übung dann zum Eintritt in neue Erkenntnisräume führt.

Inhalt:

1)     Symphonie in Stein

»Ein beinahe lächerlich kleines Stück Raum am Rande eines als unbegrenzt geltenden Kosmos ist überwunden worden; die Fähigkeit aber, in den Kosmos des menschlichen Gehirns einzutauchen, so wie es unseren Vorfahren noch möglich war, ist verlorengegangen. Der Mensch findet nicht mehr zu dem Reichtum und den Wundern eines freien Lebens; die Trugbilder einer falschen, Schritt für Schritt in das Nichts führenden Wissenschaft halten ihn gefangen.«

Der französische Schriftsteller Pierre Derlon, von dem diese Worte stammen, hat über dreißig Jahre seines Lebens dem Studium des Lebens und der Gebräuche französischer Zigeunerstämme gewidmet, und als wohl erstem Nichtzigeuner gewährten ihm die Patriarchen dieses geheimnisumwobenen Volkes Einblick in ihr altüberliefertes Wissen.

Schon früh war Derlon aufgefallen, daß sich der Anführer einer Sippe des öfteren während des Tages für einige Stunden in einen abgelegenen »Garten der Einweihung« zurückzog, um dort zu meditieren. Diese »Gärten« hatten bei allen Zigeunerstämmen, die Derlon besuchte, immer wieder die gleiche Gestalt: In einem mit Holzpflöcken abgesteckten Rechteck legten sie in zwei Reihen geometrische Figuren aus Holz oder Blech aus: Je ein Rechteck, ein Quadrat und einen Kreis von abwechselnd blauer und roter Farbe.

Später wurde Pierre Derlon in das Geheimnis dieser Gärten eingeweiht: Der Meditierende setzt sich vor die ausgelegten Tafeln und betrachtet diese mit leicht schielendem Blick, so daß sich die beiden Reihen scheinbar verdoppeln und sich schließlich in der Mitte zu einer einzigen vereinigen. Es kann ihm so gelingen, in innere Erkenntnisräume einzudringen, die dem oberflächlichen Denken unserer heutigen Zeit fremd geworden sind.

Die verwendete Sehtechnik ist gegenwärtig hochaktuell und kommt unter anderem auch bei den derzeit so in Mode gekommenen »Cyberoptics«, den dreidimensionalen Illusionsbildern, zur Anwendung.

Doch die »Gärten der Einweihung« der französischen Zigeuner waren alles andere als ein vergnüglicher Zeitvertreib. Es gilt für uns einmal mehr, von der Oberfläche eines Phänomens in die Tiefe zu schauen und so verlorenes Wissen wiederzuentdecken. Daß bei der Betrachtung der hier ausgelegten geometrischen Formen die gleiche Sehtechnik angewandt wurde wie bei den heutigen Computerbildern, bedeutet noch lange nicht, daß in beiden Fällen auch das gleiche geschieht.

Es ist schwer, das Weitere in Worten zu beschreiben. Am besten wäre es, Sie würden selbst einmal versuchen, die blauen und roten Farbtafeln durch Schielen mit den Augen zunächst zu verdoppeln und die verdoppelten Bilder schließlich in der Mitte zur Deckung zu bringen. Als erstes dürften Sie bemerken, daß die entstehende mittlere Reihe in Richtung der dritten Dimension aus dem Papier herauszuspringen scheint. Dies entspricht dem Effekt der Cyberoptics.

Um die weiteren Vorgänge zu verstehen, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Physiologie des Gehirns machen. Die linke Tafelreihe wird bei der vorliegenden Sehtechnik hauptsächlich mit dem rechten Auge gesehen, das mit der linken Gehirnhälfte verbunden ist. Analog gelangt das Bild der rechten Tafelreihe über das linke Auge in die rechte Gehirnhälfte. Das Sehzentrum im Gehirn versucht nun stets, aus den Informationen, die ihm die beiden Augen liefern, ein konsistentes Bild zusammenzusetzen. Dadurch entsteht unsere Fähigkeit, stereoskopisch, also dreidimensional, zu sehen.

In diesem Fall aber wird das Gehirn vor eine schwierige Aufgabe gestellt, da die von den Augen gelieferten Informationen in der Farbgebung nicht übereinstimmen. So pflegt das dreidimensionale Bild zu Anfang zwischen den Farben Rot und Blau hin- und herzuspringen, bis man schließlich nach einiger Zeit den Mischton Violett sieht. Das Bild kommt zur Ruhe.

Gehirnphysiologisch spricht man von einer Synchronisation der beiden Großhirnhälften, und man weiß heute genau, daß dadurch tief veränderte Bewußtseinszustände ausgelöst werden können – eine Erfahrung, die den Zigeunern seit Jahrhunderten bekannt ist.

Mit zunehmender Übung kann es auch Ihnen gelingen, das dreidimensionale Illusionsbild in der Mitte der Tafel länger und länger festzuhalten und dadurch auch bei sich selbst tief meditative Zustände zu erreichen. (Genaueres im Abschnitt „Verborgene Wirklichkeit“)

Es hat sich gezeigt, daß die Tafeln von Chartres insbesondere eine starke Wirkung zeigen, wenn man die Übung kurz vor dem Einschlafen macht. Dies kann tiefgreifende Auswirkungen auf das Traumleben haben und zu sehr interessanten Traumerfahrungen führen. Aus diesem Grund sind die Tafeln auch von ganz besonderer Bedeutung in Zusammenhang mit Klartraumübungen (s. auch „Spektrum der Nacht“)

Doch die »Gärten der Einweihung« bergen noch weitergehende Geheimnisse. Wer über längere Zeit mit den Tafeln arbeitet, kann an sich Bewußtseinsveränderungen erleben, die allein durch den Zustand der Gehirnsynchronisation nicht mehr erklärt werden können. Die verwendeten geometrischen Figuren sind aber auch nicht beliebig gewählt. Das Rechteck hat ein Seitenverhältnis von 2 zu 1, und das Quadrat und der Kreis sind so konstruiert, daß alle drei Flächen den gleichen Flächeninhalt haben. Diese Konstruktion sprengt symbolisch den Rahmen unseres rationalen Denkens, denn die Quadratur des Kreises ist eine für unsere bekannte Geometrie unlösbare Aufgabe.

Ganz offenbar ist die Verwendung genau dieser Figuren entscheidend für die tiefen Bewußtseinsveränderungen, die beim Betrachten der Tafeln ausgelöst werden können. Pierre Derlon konnte durch eigene Experimente belegen, daß bereits durch das Weglassen einzelner Figuren (wenn man zum Beispiel nur die Quadrate betrachten würde) die Wirkung abgeschwächt wird. Er fragte den Zigeunerpatriarchen Pietro Hartiss eines Tages, woher den Zigeunern diese Tafeln bekannt seien, und erhielt zur Antwort, sie stammten aus der Kathedrale von Chartres.

Dies führt uns zurück zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen, wonach seit uralter Zeit Menschen ihr geheimes Wissen in heiligen Stätten in Stein verewigt und in der geometrischen Anordnung ihrer Kultorte auf Landkarten hinterlassen haben. Wenn auch unsere heutige Wissenschaft den Blick für diese Geheimnisse weitgehend verloren hat – die Zeugnisse uralter Weisheit liegen überall offen herum und warten darauf, von uns wiederentdeckt zu werden.

Wer immer die Kathedrale von Chartres besucht hat, der weiß, daß es sich hierbei nicht um irgendeine Kirche handelt. Er wird nach dem Verlassen dieses Gebäudes nicht mehr der selbe Mensch sein wie vorher. Die offizielle Wissenschaft sagt, daß es sich um die älteste im gotischen Stil erbaute Kathedrale handelt, deren erste Bauphasen bis ins 12. Jahrhundert reichen. Darüber hinaus jedoch merken selbst anerkannte Kunsthistoriker wie etwa Jan van der Meulen und Jürgen Hohmeyer an: »Sie wirft damit auch sofort die Frage auf, wieviel von den Beweggründen, die diesen Bau bewirkt haben, mit den Stil- und Epochenbegriffen einer neuzeitlichen Kunstgeschichtsschreibung überhaupt zu erfassen sind, ja, ob solche Begriffe den Zugang nicht viel eher verstellen als erleichtern.«

Die Kathedrale von Chartres ist mehr als ein normales Gotteshaus, sie ist auch mehr als ein Kunstobjekt – sie ist eine mystische Einweihungsstätte voller Geheimnisse.

Einige Besonderheiten fallen sofort ins Auge. So ist das Kirchenschiff, im Gegensatz zu den meisten anderen mittelalterlichen Kathedralen, nicht in ost-westlicher Richtung ausgerichtet, sondern in einem Winkel von etwa 47 Grad in Richtung Nordost. Auf einem Hügel erbaut, überragt sie die umgebende Stadt derart, daß von der Autobahn aus nur die Kirche, nicht aber die Stadt zu sehen ist. Das imposante Gebäude würde man ohnehin eher in einer viel größeren Stadt vermuten. Chartres zählt heute etwa 87000 Einwohner und dürfte im 12. Jahrhundert bestenfalls von einigen Tausend Menschen bewohnt gewesen sein. Wozu brauchte eine so kleine Stadt ein so monumentales Gotteshaus, und woher kamen die Arbeiter und die gewaltigen Geldmengen zum Bau der Kirche? Diese Frage wird noch weitere Kreise ziehen, und wir werden darauf noch eingehen müssen.

cathedrale von Chatres

Im Innern der Kathedrale stößt man auf weitere Merkwürdigkeiten. So entdeckte der französische Journalist und Sachbuchautor Louis Charpentier an einer Stelle des Fußbodens einen merkwürdigen, nicht passenden Stein. Genau oberhalb dieses Steins hat eines der mittelalterlichen Buntglasfenster ein ganz offenbar beabsichtigtes Loch, durch das genau am 21. Juni, am Tag der Sommersonnenwende, um 12 Uhr mittags ein Sonnenstrahl auf diesen Stein fällt.

Auch die Winkelabweichung von 47 Grad von der Ost-West-Ausrichtung konnte Charpentier klären: Sie peilt exakt den Sonnenaufgang zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche im Frühling an.

Derartiges würde man doch wohl eher in einem prähistorischen heidnischen Sonnenheiligtum wie dem englischen Stonehenge vermuten als in einer christlichen Kathedrale des Mittelalters, gebaut in einer Zeit, als die allmächtige und alleinseligmachende katholische Kirche jede Abweichung von der offiziellen Lehre Roms mit dem Scheiterhaufen bedrohte!

Und wie ist die Bemerkung des Zigeunerpatriarchen zu verstehen, seine Meditationstafeln entstammten der Kathedrale von Chartres? Wenn Sie denken, Sie könnten die Kirche betreten und würden irgendwo in einem Mosaik oder Kirchenfenster diese drei geometrischen Figuren finden, so täuschen Sie sich. Es handelt sich wieder um verborgenes Wissen, das erst entdeckt werden will, um ein Wissen, das viel gewaltigere Konsequenzen in sich birgt, als man auf den ersten Blick annehmen würde.

Louis Charpentier hat dieses Rätsel in langjähriger Forschungsarbeit zumindest teilweise gelöst: Die drei Tafeln von Chartres sind in der Geometrie der Kathedrale verewigt, sie bilden sozusagen einen unsichtbaren Bauplan, der ihre gesamten Proportionen in entscheidender Weise prägte.

Geheimnis der Erbauer

Es beginnt damit, daß der Chor der Kathedrale genau doppelt so lang wie breit ist. Seine abschließende Rundung ist so gewählt, daß der Flächeninhalt genau einem Rechteck mit einem Seitenverhältnis von 2:1 gleicht. Die erste Tafel hätten wir also gefunden (Abb. 2).

Konstruiert man nun ein Quadrat mit gleichem Flächeninhalt und legt es in Gedanken auf dem Fußboden aus, so zeigen seine Ecken die Breite des Hauptschiffes an. Seine Seitenlänge ist 23,19 Meter, was einem Zehntel der Grundlinie der Cheopspyramide entspricht.

Ein anschließender gedachter Kreis mit gleicher Fläche endet genau am Hauptportal. Die drei Figuren zusammen bestimmen also die Länge des Kirchenschiffs. Welchen Grund konnten die Erbauer haben, derartige geometrische Formen als Grundlage des Kathedralenbaus zu benutzen? Wir sind hier einer heiligen Geometrie auf der Spur, die uns weit über die Erkenntnisse einer einseitig materialistisch ausgerichteten Wissenschaft hinausführt.

Gemäß einer alten Überlieferung haben drei Tafeln den heiligen Gral getragen, und »ihre Zahl ist 21«.

Die erste Gralstafel ist danach die im Neuen Testament überlieferte rechteckige Tafel, an der Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feierte. Hatte sie – wie Charpentier vermutet – ein Seitenverhältnis von 2:1, so daß »ihre Zahl 21« war?

Weiter heißt es in der Überlieferung, daß Joseph von Arimathäa, der Onkel von Jesus, nach der Kreuzigung das Blut Christi in einer Schale – wiederum ein Symbol des Grals – auffing. Nach seiner Gefangennahme durch die Römer soll Christus ihm im Kerker erschienen sein, um ihm den Auftrag zu geben, in einem anderen Land eine neue, diesmal quadratische Gralstafel zu errichten. Joseph von Arimathäa soll daraufhin die Flucht nach England gelungen sein, und er gilt allgemein als Begründer der ersten Kirchengemeinde in Glastonbury, dem mystischen Avalon der Kelten.

Dort wiederum errichtete nach der Sage König Uther Pendragon, der Vater von König Artus, im Auftrag des Zauberers Merlin eine runde Tafel, uns allen bekannt durch König Artus‘ Tafelrunde. Die Artussage ist eine Allegorie für die Suche nach dem verschollenen Gral, der den Rittern am Ostersonntag nur in Form einer Vision erschienen war.

Wir sehen deutlich, wie die drei Gralstafeln einen zunehmenden Prozeß der Verweltlichung beschreiben. So ist es nicht verwunderlich, daß der Besucher der Kathedrale von Chartres, wenn er aus der Welt des Profanen in das Kirchenschiff eintritt, zunächst die runde Gralstafel überquert, anschließend die quadratische, während die rechteckige Abendmahlstafel erst hinten im Chor zu finden ist. Noch heute heißt dieser Teil der Kathedrale Chapelle du Saint Sacrement – Kapelle des heiligen Sakraments, also des Abendmahls. In früheren Zeiten hat sich hier auch der Altar befunden.

Doch die Geheimnisse der Kathedrale gehen noch weiter: Die Proportionen der Säulen und Galerien stehen zueinander in harmonischen Verhältnissen, die der im Mittelalter üblichen gregorianischen Tonleiter entsprechen. Man weiß, daß sich die Kirche über einem unterirdischen Dolmen befindet, einem uralten keltischen Heiligtum, in dem eine heilige Quelle entspringt. Diente das Kirchenschiff als Resonanzkörper, als eine Art Musikinstrument, das die heilkräftigen Schwingungen aus dem Erdinnern an die Oberfläche weiterleiten und verstärken sollte? Die im 12. Jahrhundert wie aus dem Nichts neuentstandene Bauweise der Gotik mit ihren schwindelerregend hohen Gewölben und fast schwerelos wirkenden Bögen erzeugt in der Tat eine ganz eigene Akustik. Es fällt in diesem Zusammenhang auch auf, daß zwar das Äußere der Kathedrale durch Hunderte von Statuen reich geschmückt ist, während man im Innern nur schlichte, glatte Wände findet. Ganz offenbar sollte die Akustik der riesigen Halle nicht durch überflüssigen Zierat zerstört werden. Dies blieb erst späteren Baustilen, etwa dem Barock, vorbehalten, als vieles uraltes Wissen längst vergessen war.

Die Technik, durch Spannung in den steinernen Bögen Klangräume zu erzeugen, so wie bei den Saiten eines Klaviers, hat uralte Wurzeln. So steht zum Beispiel in der Nähe des Dorfes St. Just in der Bretagne auf einem Hügel bis heute der Roche de Tréal, ein Dolmen aus der Zeit um 2500 v. Chr., dessen Steine klingen, wenn man sie mit dem Finger oder einem kleinen Stein anschlägt. Durch geomantische Linien ist er verbunden mit weiteren prähistorischen Kultstätten der Umgebung, etwa dem Château Bû, einem in Europa einmaligen Bauwerk aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend. Die Namengebung aus heutiger Zeit ist nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit unserer Archäologen, Sinn und Zweck prähistorischer Monumente einzuordnen.

Geomantische Untersuchungen am Roche de Treal

Abb. 3: Die Autorin Grazyna Fosar führt geomantische Untersuchungen durch am Roche de Tréal (Bretagne).

Niemand weiß bis heute genau, zu welchem Zweck das Château Bû gedient haben mag. Ein »Château«, also eine Burg, ist es mit Sicherheit nicht gewesen. Den Hauptteil der Anlage bildet ein Cromlech, also ein Steinkreis, der aber zu den sonst in der Gegend gefundenen Menhiren keinerlei Ähnlichkeiten aufweist. Zwei unterirdische Grabstätten wurden nachweislich erst viel später, zur Bronzezeit, etwa 1500 v. Chr. hinzugefügt. Handelte es sich um einen vorzeitlichen Tempel oder Opferplatz?

Chateau Bu

Abb. 4: Das „Chateâu Bû“ bei St. Just (Bretagne).

Auf jeden Fall ist Chateâu Bû ein heiliger Ort der Kraft. Wir besuchten die Stelle im Spätsommer, als das Gras durch die wochenlang andauernde Sommerhitze überall braun und verbrannt war. Nur im Innern des Steinkreises war es nach wie vor frisch und grün (Abb. 4).

Haben die Erbauer der Kathedrale von Chartres etwa das Geheimwissen der keltischen Druiden übernommen? Ein angesichts der gnadenlosen Verfolgung »heidnischer« Bräuche im Mittelalter geradezu revolutionärer Gedanke. Und doch liegt er nahe, wenn man die Geschichte des unterirdischen Dolmens unter der Kirche genauer betrachtet.

Chartres ist nämlich schon vor dem 12. Jahrhundert ein jahrhundertealter bedeutender Wallfahrtsort gewesen. Es heißt, ein keltischer Druide habe etwa 100 Jahre vor Christi Geburt nach einer Vision prophezeit, eine Jungfrau werde ein Kind gebären. Daraufhin sei an diesem Ort bereits in vorchristlicher Zeit der gebärenden Jungfrau ein Heiligtum errichtet worden. Bereits zur Zeit der Kelten wurde hier eine schwarze Madonna angebetet. Nach der Christianisierung wurde dann dieser bedeutende Kultort einfach als Marienheiligtum übernommen. Die Kathedrale von Chartres ist demzufolge auch der Jungfrau Maria geweiht und trägt bis heute den Namen Notre-Dame.

Bei diesem Namen fällt einem natürlich sofort die viel bekanntere Kathedrale Notre-Dame in Paris ein, und dies führt uns zum nächsten Geheimnis. In nur wenig mehr als hundert Jahren, also für die damalige Zeit nahezu gleichzeitig, sind im 12. und 13. Jahrhundert in Nordfrankreich eine große Anzahl gotischer Kathedralen gebaut worden, die alle Notre-Dame heißen, also der Jungfrau Maria geweiht sind. Die bedeutendsten befinden sich außer in Chartres und Paris noch in Reims, Amiens, Rouen, Bayeux, Laon, L’Epine und Evreux.

Verbindet man diese Städte auf der Landkarte durch Linien, so bilden sie das Sternbild Jungfrau.

Diese Tatsache beweist eindeutig, daß die Verehrung der gebärenden Jungfrau vorchristliche Wurzeln haben muß, denn die meisten genannten Städte sind uralte keltische Siedlungen, die bereits zur Zeit des gallischen Kriegs existierten, als Cäsars Legionen ins Land einfielen.

Und doch haben die Baumeister der gotischen Kathedralen ihr Wissen nicht von den »heidnischen« Druiden übernommen, denn die ältesten erhaltenen schriftlichen Zeugnisse über die Jungfrauenverehrung der Kelten stammen erst aus dem 14. Jahrhundert, also aus einer Zeit, da die gotischen Kathedralen allesamt schon errichtet waren.

Das Rätsel löst sich auf ganz andere Weise: Paradoxerweise mußten die Franzosen des Mittelalters weite Reisen unternehmen, um das gleiche Wissen zu erwerben, das ihre eigenen Vorfahren auch besessen haben. Erst später dann ist ihnen ganz offenbar diese Übereinstimmung aufgefallen. So kann dogmatisches Denken den Blick des Menschen trüben.

Anfang des 12. Jahrhunderts zogen neun französische und flämische Ritter ins Heilige Land, um – wie es offiziell hieß – die Pilgerwege nach Jerusalem vor Räubern zu schützen. Eine seltsame Aufgabe für Männer, die größtenteils dem Hochadel angehörten. Bald schon zeigte es sich, daß ihr eigentlicher Auftrag ganz anderer Natur war. Der König von Jerusalem, Balduin II., wies den Rittern ein Quartier fernab von der kämpfenden Truppe an, auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee, wo sich früher der Tempel Salomos befunden hatte. Sie nannten sich dementsprechend »Arme Ritter Christi vom Salomonischen Tempel« oder kurz Templer. Keiner von ihnen war je im Kampfeinsatz gegen räuberische Beduinen. Statt dessen suchten sie in den Ruinen des Tempels nach geheimem Wissen – nach der Bundeslade.

Viel ist schon über Konstruktion und Inhalt der Bundeslade geschrieben worden. Fest steht, daß die Israeliten sie wie einen Schatz gehütet und durch mehrere Stufen von Sicherheitsvorkehrungen vor unerlaubtem Zugriff bewahrt hatten. König Salomo schließlich baute den Tempel in Jerusalem eigens zu dem Zweck, einen sicheren Ort zur Aufbewahrung der Lade zu erhalten.

Was befand sich in dieser Lade? Nach dem alten Testament waren es zwei steinerne Gesetzestafeln, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott empfangen hatte. Das mag ja sein, aber welcher Art waren diese Gesetze? Waren es die zehn Gebote, so wie man es uns offiziell weismachen will? Wieso sollte man Steintafeln, die die zehn Gebote enthalten, so sorgsam vor der Öffentlichkeit verstecken? Diese Gesetze waren und sind schließlich jedermann bekannt und sollten es auch sein.

Waren möglicherweise andere Gesetze in der Bundeslade verborgen? Waren es, wie Louis Charpentier vermutet, die Gesetze der Harmonie und der heiligen Geometrie, die uns nicht nur als äußere Zeichen die herrlichen Bauwerke der Gotik bescherten, sondern dem Eingeweihten auch große Macht verliehen? Ist dies der Grund, daß die zweite Gralstafel in ihren Proportionen der Grundfläche der Cheopspyramide entspricht? Moses war in Ägypten geboren und in ägyptisches Geheimwissen eingeweiht.

Stand auf den Gesetzestafeln des Moses das Wissen über den Heiligen Gral? Wir müssen bedenken, daß die Vorstellung des Grals als Kelch eine christianisierte Form der Legende ist. Wolfram von Eschenbach, angeblich selbst ein Templer, bezeichnete hingegen in seinem Parzival-Epos den Gral ausdrücklich als einen Stein. Im Grunde aber sollte man sich den Gral vermutlich überhaupt nicht als irgendeinen Gegenstand vorstellen, sondern eher als einen Einweihungsweg, ein geheimes Wissen, so wie es durch die drei Gralstafeln von Chartres repräsentiert wird.

Jetzt paßt jedenfalls alles zusammen: Nach etwa zehn Jahren im Heiligen Land kehrten die Templer im Jahre 1128 nach Frankreich zurück. Ihr Auftrag war erfüllt, obwohl mit Sicherheit immer noch räuberische Araberstämme die Pilgerwege bedrohten. Und kurz nach dem Eintreffen der Tempelritter in der Heimat begann man allenthalben in Nordfrankreich fieberhaft Kathedralen zu bauen, in einem Baustil, der bislang unbekannt war – der Gotik.

Die Templer lieferten das Wissen dazu, aber sie lieferten auch die notwendige Infrastruktur. Von König und Papst mit weitreichenden Privilegien ausgestattet, bauten sie in kurzer Zeit eine Art Staat im Staate auf, verfügten über riesige Güter und Geldmengen – die »Armen Ritter Christi«!

Dieses Geld benutzten sie nicht für sich selbst, sondern zum Bau der gotischen Kathedralen.

Als der Templerorden Anfang des 14. Jahrhunderts durch Philipp den Schönen aufgelöst wurde und die letzten Templer den Weg zum Scheiterhaufen antreten mußten, verschwand auch der Baustil der echten Gotik so plötzlich, wie er gekommen war. Wohl baute man weiterhin Kirchen mit hohen Gewölben und Spitzbögen, aber dies waren nur noch äußerliche Kunstwerke, teilweise bis ins Groteske überladen, die nichts mehr mit der heiligen Geometrie des Originalbaustils zu tun hatten.

Welcher Art war die Macht, die die Anwendung der heiligen Geometrie den Menschen verlieh? Welche Kräfte stecken in gotischen Kathedralen wie der von Chartres, wenn sie an Orten der Kraft gebaut wurden? Es wird hier ganz deutlich, daß es nicht nur um Ausstrahlungen von unterirdischen Wasseradern geht. Die Gralstafeln werden von den Zigeunern zur Bewußtseinsveränderung benutzt – eine Technik, die von jedem nachvollzogen werden kann. Weckte auch die Kathedrale Bewußtseinskräfte, die uns noch unbekannt sind?

Hierzu müssen wir noch auf eine andere Besonderheit eingehen, nämlich das Labyrinth. In mehreren Kathedralen der Gotik findet sich im Fußboden ein Labyrinth. Chartres ist die einzige von ihnen, in denen das ursprüngliche Labyrinth noch nahezu vollkommen erhalten ist. Es ist auch mit fast 13 Metern Durchmesser das größte. Ein weiteres Labyrinth ist noch in Amiens zu besichtigen. Es wurde aber nur nach alten Vorlagen rekonstruiert. Das Labyrinth in der Kathedrale von Reims hingegen wurde zerstört, weil es angeblich von Kindern als Spielplatz mißbraucht wurde.

Nach verbreiteter Ansicht der Kunsthistoriker ist das Labyrinth von Chartres ein Sinnbild für das menschliche Leben von der Geburt bis zum Tode. Dies mag oberflächlich richtig sein, nur sollte man nicht vorschnell alles zu bloßen Sinnbildern erklären, dessen wahren Sinn man nur nicht verstanden hat.

Zunächst einmal ist der Begriff Labyrinth irreführend. Im Gegensatz zu dem wirklichen Labyrinth, das Daedalus der Sage nach im Tempel zu Knossos auf Kreta als Gefängnis für den Minotaurus errichtete, kann man sich im Labyrinth von Chartres nämlich nicht verirren. Es stellt nur einen einzigen, wenn auch verschlungenen Weg dar, der von der Peripherie ins Zentrum führt, und es ist überliefert, daß in früheren Zeiten Menschen diesen Weg zu Zwecken der Meditation auch tatsächlich abgegangen sind. Heute ist dies nicht mehr möglich, da der größte Teil des Labyrinths durch Stuhlreihen verstellt ist.

Nur der mittlere Teil im Gang liegt frei, und täglich marschieren Tausende von Touristen über diesen uralten Einweihungsweg, ohne sich dessen bewußt zu sein. Die abwechselnd hellen und schwarzen Steine weisen eine sehr starke, abwechselnd positive und negative Ausstrahlung auf, die sich radiästhetisch einwandfrei messen läßt. Ganz offenbar diente das Labyrinth ursprünglich dazu, Menschen durch das Abgehen der verschlungenen Wege unter dem Einfluß dieser Erdkräfte in veränderte Bewußtseinszustände zu versetzen.

Auch König David, der selbst ein Eingeweihter war, tanzte vor der Bundeslade. Rituelle Tänze zur Bewußtseinserweiterung sind auch aus anderen Kulturen bekannt, etwa von den tanzenden Derwischen, einer geheimen islamischen Bruderschaft. Das Labyrinth von Chartres liegt inmitten der runden Gralstafel. Sollte der Mensch durch einen rituellen Tanz auf die Einweihung in höhere Geheimnisse vorbereitet werden?

Warum wurde dieses Wissen seit der Zeit der biblischen Könige vor der ganzen Welt geheimgehalten? Konnten dadurch Kräfte geweckt werden, die der Mensch ohne genügende Vorbereitung nicht beherrschen konnte? Hinweise darauf finden sich bereits im Alten Testament, und zwar in einem Buch, in dem man es vielleicht am wenigsten vermuten könnte – im Hohenlied Salomos.

König Salomo, der Erbauer des Tempels in Jerusalem und bis heute sprichwörtlicher Weiser, war ganz offenbar in das Geheimnis der Bundeslade eingeweiht. Das Hohelied, das er verfaßte, erscheint äußerlich als ein ganz profanes Liebeslied, so daß es eigentlich verwundert, einen solchen Text in der Heiligen Schrift überhaupt zu finden. Man sollte aber nicht vergessen, daß das hebräische Alphabet zugleich ein Zahlsystem war, das über das geheime Buch der Kabbala entschlüsselt werden konnte. Louis Charpentier jedenfalls vermutet, daß Salomo genau in diesem Buch geheimes Wissen über die Bundeslade versteckt hat.

Natürlich kann man mit Hilfe einer neuzeitlichen Bibelübersetzung dem wahren Sinn nicht mehr auf die Spur kommen. Hierzu müßte der hebräische Urtext – der eigentliche Geheimcode – untersucht werden. Immerhin finden sich auch im äußeren Text bereits Hinweise auf die Verehrung der schwarzen Madonna sowohl in gotischen Kathedralen als auch in keltischen Druidentempeln, so z. B. im Kapitel 1, Vers 5: »Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems.«

Schwarze Madonnengestalten sind weltweit zu finden. Die Jungfrau im Dolmen von Chartres ist kein Einzelfall. In der Kathedrale ist die heilige Anna, die Mutter Marias, mit schwarzem Gesicht in einem Kirchenfenster dargestellt. Und vergessen wir nicht die »Königin Polens«, die weltberühmte schwarze Madonna von Tschenstochau, zu der jährlich Millionen Gläubiger pilgern.

Mehrmals in seinem »Liebeslied« verkündete Salomo dann aber auch eine ernsthafte, fast leidenschaftliche Warnung, so zum Beispiel im 2. Kapitel, Vers 7: »Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder bei den Hinden auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.«

Möglicherweise waren in der Bundeslade geheime Formeln der heiligen Geometrie versteckt, deren Anwendung durch Unbefugte gefährlich wäre. Genaueres könnte man wohl nur erfahren, wenn man den Originaltext mit Hilfe kabbalistischer Schlüssel dechiffrieren würde.

Es gibt aber noch einen anderen Weg. Wie wir inzwischen herausgefunden haben (und wie auch den Baumeistern des Mittelalters zunehmend bewußt wurde), verfügten auch die keltischen Druiden über das gleiche Geheimwissen, wie es die Templer aus Salomos Tempel mitgebracht hatten. Eine Pilgerfahrt zum Dolmen von Chartres und zur schwarzen Madonna diente nicht nur der Anbetung von Göttern. Dies sind nur ritualisierte Symbolhandlungen, die wir mit unseren vom Christentum geprägten Augen erkennen können. Wir schauen nach wie vor nur auf die Oberfläche eines magischen Bildes, und die dahinterliegenden eigentlichen Wahrheiten haben sich vor unseren Augen noch nicht entfaltet.

Dieses Geheimnis muß etwas mit Erdkräften zu tun haben. Erinnern wir uns an den Steinkreis von Château Bû, in dem das Gras auch im trockensten Hochsommer noch grün und frisch war. Erinnern wir uns daran, daß unter heiligen Orten zumeist auch heilige Quellen sprudeln, so wie in Chartres, aber auch in Glastonbury mit seiner berühmten Gralsquelle, oder am Mont St. Odile im Elsaß. Wir könnten noch beliebig viele Beispiele angeben.

Ganz offenbar dienten prähistorische Dolmen und Tempel, aber auch gotische Kathedralen des Mittelalters, dazu, geeignete Resonanzkörper zu schaffen, die die vorhandenen Erdkräfte verstärken sollten. Die Verehrung gebärender Jungfrauen an solchen Orten zeigt deutlich, daß es hier vorrangig um den Kontakt zur Mutter Erde ging – der ältesten Religion der Menschheit, deren Wurzeln bis tief in die Altsteinzeit zurückreichen.

Die Impulse, die ein Mensch an solchen Orten erhalten kann, beziehen sich nicht nur auf heilende Kräfte, sondern eröffnen ihm auch den Zugang zu anderen Dimensionen des Bewußtseins. In der Regel sind solche Impulse schwach, und erst durch jahrelange Schulung konnte ein Mensch darauf vorbereitet werden, sie zu empfangen.

Dieser Weg führte den Einzuweihenden stets durch die Tiefen seines eigenen Selbst, so daß er lernte, seine egoistischen Bedürfnisse zu erkennen und schließlich zu überwinden. Durch Resonanzverstärkung hingegen wurde es möglich, den Zugang zu spirituellen Dimensionen nunmehr auch unvorbereiteten Menschen zugänglich zu machen, die dieses Wissen später in den Dienst ihres persönlichen Strebens stellen konnten. Genau hier liegen die Gefahren des Mißbrauchs, die schon König Salomo gekannt hatte, als er so leidenschaftlich davor warnte, diese Kräfte vor der Zeit zu wecken.

Wir sehen, daß das höhere Wissen stets die Tendenz hatte, sich selbst zu schützen. Einem Menschen, der das kleine Einmaleins nicht beherrscht, kann man unbesorgt ein Lehrbuch der Atomphysik in die Hand geben. Er wird dennoch nicht in der Lage sein, eine Atombombe zu bauen. Die Technik erst versetzt uns in die Lage, Wissen mißbräuchlich anzuwenden. Gibt man dem Ungebildeten die fertige Atombombe in die Hand, so kann er sehr wohl damit Schaden anrichten.

Genauso bergen die mystischen Einweihungsstätten von den Pyramiden des alten Ägypten bis hin zu den gotischen Kathedralen des Mittelalters Geheimnisse, die nicht vor der Zeit geweckt werden sollten. Dieses Wissen schützt sich nicht mehr von selbst, denn es liegt für jeden greifbar offen da. Wir selbst sind es, die nur nicht in der Lage sind, es zu erkennen. Durch unsere eigenen Vorurteile, durch die Doktrinen und Dogmen unserer Zeit, die vorrangig von einer zu einseitig materialistisch ausgerichteten Wissenschaft definiert werden, versperren wir uns selbst den Blick auf höhere Erkenntnisse – vielleicht zu unserem eigenen Schutz. Wir sind so etwa in der gleichen Situation wie die Templer, die auf der Suche nach dem geheimen verlorenen Wissen die mühevolle und gefährliche Pilgerreise ins Heilige Land auf sich nehmen mußten, weil sie in ihrem religiösen Eifer nicht in der Lage waren zur Kenntnis zu nehmen, daß die »heidnischen« Druiden direkt vor ihrer Haustür steinerne Zeugen der gleichen universell gültigen Gesetze hinterlassen haben.

Es geht uns im Moment um weitaus mehr als um die Regeln der heiligen Geometrie und des harmonikalen Bauens. Louis Charpentier gibt selbst zu, in seiner jahrelangen Forschungsarbeit noch nicht alle Geheimnisse der Kathedrale gelüftet zu haben. Es gelang ihm immerhin, zwei geheime Maßeinheiten zu finden: Eine, die den Grundriß, also die ersten zwei Dimensionen, festlegt, und eine weitere, die die Konstruktion des Gewölbes, also die dritte Dimension, bestimmte.

Er war sich jedoch darüber im Klaren, daß die Kathedrale von Chartres ein Ort der Begegnung zweier Welten ist, wie so viele andere mystische Stätten auch. Es muß daher noch ein drittes verborgenes Maß – entsprechend der dritten Gralstafel – geben, das folgerichtigerweise den Zugang zur vierten Dimension eröffnet. Diese ist aber die Dimension der Zeit. Hier liegt die eigentliche Gefahr. Wer das dritte Maß der Kathedrale von Chartres kennt, der wird zum Herrn der Zeit und damit – wenn er noch nicht genügend persönliche Reife erworben hat – zum Herrscher der Welt.

Drudenfuß

Auch in den verschiedenen Gralslegenden ist immer wieder die Rede davon, daß der Gral seinem Besitzer große – auch weltliche – Macht verleiht.

Steht dieses geheime dritte Maß in Zusammenhang mit der dritten Gralstafel, mit dem Rechteck, »dessen Zahl 21 ist«? Liegt dieses Geheimnis dort bis heute unerkannt verborgen? Es dürfte kaum ein Zufall sein, daß im Chorumgang von Chartres in allen Fensternischen schmiedeeiserne Gitter angebracht wurden, an denen große Pentagrammsymbole befestigt sind! (Abb. 5) Soll im Chor der Kathedrale, am Ort des Allerheiligsten, der dritten Gralstafel, etwas vor unbefugtem Zugriff geschützt werden?

Leider hat es den Anschein, daß das Sicherheitssystem Lücken hat, daß Spuren des verlorenen Wissens über die Jahrhunderte immer wieder durchgesickert und zu Machtzwecken mißbraucht worden sind.

 

Quelle: http://www.fosar-bludorf.com/chartres/

Gruß an die heilbringende Weiblichkeit

TA KI

Wurde das Geheimnis um den Verbleib der Bundeslade gelüftet???


In dieser Kapelle soll die Bundeslade liegen

Sie soll magische Fähigkeiten gegen das Böse haben. Doch der Verbleib der Bundeslade ist eines der größten Geheimnisse der Menschheit. Eine Theorie besagt, dass sie sich in Äthiopien befindet.In der alten Kapelle der Kirche der Heiligen Maria von Zion in Axum soll angeblich die Bundeslade mit den zehn Geboten liegen.

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Es ist noch Nacht, als sich ein Pilgerzug ganz in Weiß gekleideter Gläubiger in völliger Stille zu einer kleinen Kapelle im Hochland Nordäthiopiens aufmacht. Der orangefarbene Vorhang am Eingang weht leicht im Wind, dann treten mehrere Priester mit Zeremonienschirmen heraus. In der Mitte ist ein Geistlicher in einem prächtig verzierten roten Umhang auszumachen, der eine mit einem schwarzen Tuch abgedeckte Truhe auf dem Kopf trägt: Eine Kopie der Bundeslade, oder des „Tabot“, wie die legendäre Reliquie in dem Land am Horn von Afrika genannt wird.

Dann ziehen rund 1000 Menschen langsam in einer Prozession durch die alte Kaiserstadt Axum. Wie fast alle der rund 45 Millionen orthodoxen Christen in Äthiopien sind sie überzeugt, dass die originale Bundeslade in der Kapelle gleich neben der Kirche der Heiligen Maria von Zion aufbewahrt wird. Sie zählt zu den heiligsten Gegenständen der Menschheit.

Die Truhe wurde der Bibel zufolge unter Anleitung von Moses, möglicherweise um 1440 v. Chr., nach genauen Anweisungen Gottes gebaut: „Macht eine Lade aus Akazienholz; dritthalb Ellen soll die Länge sein, anderthalb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe. Du sollst sie mit Gold überziehen inwendig und auswendig, und mache einen goldenen Kranz oben umher. (…) Und mache Stangen von Akazienholz und überziehe sie mit Gold und stecke sie in die Ringe an der Lade Seiten, dass man sie damit trage“, heißt es in 2. Mose, Kapitel 25.

Die Bundeslade sollte die Steintafeln mit den zehn Geboten beinhalten, die Moses von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hat. Ihr wurden magische Kräfte gegen das Böse zugesprochen: So sollte sie fähig sein, Berge einzuebnen und ganze Armeen zu töten. Nach der Zerstörung des Salomonischen Tempels in Jerusalem, Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr., verschwand die Bundeslade spurlos – und ihr Aufenthaltsort gehört zu den großen Rätseln der Geschichte.

„Wir wissen einfach, dass sie hier ist“

Hollywood hat sich mit der verschollenen Truhe ebenso beschäftigt wie Archäologen, Wissenschaftler und Verschwörungstheoretiker. In den 1980er Jahren war Indiana Jones der „Jäger des verlorenen Schatzes“, 1992 veröffentlichte der britische Autor Graham Hancock seinen Bestseller „Die Wächter des heiligen Siegels – auf der Suche nach der verschollenen Bundeslade“ (Original: The sign and the seal), in dem er die These vertritt, dass das Relikt in Äthiopien zu finden sei.

„Wir wissen einfach, dass die Bundeslade in Äthiopien ist“, sagt Zemikael Brhane, der Diakon der Kirche. Schon vor 3000 Jahren sei sie nach Axum gekommen. „Gott selbst hat dieses Land auserwählt – und Axum ist unsere heiligste Stadt“, betont der Geistliche und schlägt seinen weißen Umhang über die Schulter.

Menelik, der Sohn der Königin von Saba und des Königs Salomon, soll die Truhe der Legende zufolge aus Jerusalem mitgebracht haben. So steht es im äthiopischen Nationalepos, dem Kebra Negast („Vom Ruhm der Könige“) aus dem 14. Jahrhundert. Demnach war die in der Bibel erwähnte Königin von Saba gebürtig aus dem heutigen Äthiopien. Sie hieß Makeda, war schwarz, wunderschön, sehr reich – und suchte nach Weisheit. Als sie von der Weisheit Salomons hörte, reiste sie nach Jerusalem, wo sie mehrere Monate blieb und den König becircte. Die beiden Regenten zeugten ein Kind.

Auf Menelik I. gründet auch die salomonische Kaiserdynastie, die das Reich am Horn von Afrika drei Jahrtausende lang regiert hatte. Der letzte der äthiopischen Kaiser war der charismatische Haile Selassie (1892-1975). Im Jahr 1965 ließ er zwischen der alten und der neuen Kirche St. Maria von Zion die Stein-Kapelle erbauen, in der die Bundeslade seither angeblich aufbewahrt wird.

Abba Gebre Meskel tritt aus dem kleinen Gotteshaus hinaus auf den Vorplatz. Er ist wie alle äthiopischen Mönche in ein gelbes Gewand gehüllt und spricht am Zaun kurz mit mehreren Gläubigen. Hinaus darf er nicht: Der Geistliche hat sich verpflichtet, die Bundeslade bis zu seinem Tod unablässig zu bewachen. Der heute 56-Jährige ist seit 30 Jahren der Hüter des „Tabot“.

Einer der wenigen Nicht-Geistlichen, die mit dem Wächter sprechen durften, ist Ephrem Brhane. Der 30-Jährige beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Geschichte seines Heimatlandes und führt Touristen und Gläubige aus aller Welt zu den Sehenswürdigkeiten von Axum.

„Der Mönch hat mir erzählt, dass er sich als einer der glücklichsten Menschen der Welt fühlt“, sagt Brhane. „Abba Gebre Meskel ist zu 200 Prozent überzeugt, dass es sich um die echte Bundeslade handelt – sie habe nicht nur die genaue Form, die in der Bibel beschrieben wird, sondern strahle auch eine ungeheure Kraft aus.“

Der Hüter schläft angeblich nur zwei Stunden pro Tag. Er isst eine einzige Mahlzeit um sieben Uhr abends, meist ein einfaches Gericht aus dem typischen Fladenbrot Injera und Bohnen. 22 Stunden lang betet er immer wieder an der stets mit einem prächtigen Stoff verhüllten Bundeslade, die in einem der sieben Zimmer der Kapelle aufbewahrt wird. Kurz vor seinem Tod bestimmt er einen Nachfolger.

„Die Menschen im Westen brauchen immer sichtbare Beweise, aber wir Äthiopier müssen die Bundeslade nicht sehen, um zu wissen, dass sie hier ist – wir spüren es einfach“, sagt Diakon Zemikael Brhane. Auch das langjährige Oberhaupt der orthodoxen Kirche Äthiopiens, Abune Paulos (1935-2012), hatte keinen Zweifel, dass die Reliquie in seiner Heimat ist. «Sie befindet sich bei uns in Axum», sagte der Kirchenfürst 2009 überraschend nach einer Audienz bei Papst Benedikt XVI. in Rom. Äthiopien sei der Thron der Bundeslade, seit Hunderten von Jahren. «Das Gesegnete bleibt. Das Heilige bleibt. Die Bundeslade ist nicht von Menschenhand gemacht. Sie ist ein Geheimnis.»

Aber warum Äthiopien? Das ostafrikanische Land war das erste in Sub-Sahara-Afrika, das christianisiert wurde – und zwar bereits im 4. Jahrhundert. Dies geschah unter der Regierung des axumitischen Königs Ezana, der um 350 zum Christentum übertrat. Damals erlebte das axumitische Reich gerade seine größte Blüte. Noch heute zeugen monumentale Stelen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören, von der großen Bedeutung des einstigen Königreichs. Mittlerweile ist die Stadt größtenteils verfallen. Sie wirkt – wie so viele Orte in Äthiopien, wo Bauern noch mit hölzernen Ochsenkarren die Felder bestellen – tatsächlich geradezu biblisch.

Weil das Dach der Kapelle seit einigen Jahren undicht ist, wird derzeit gleich nebenan ein neues Gotteshaus mit einer goldenen Kuppel gebaut. „Irgendwann wird der Mönch den Original-Tabot nachts in die neue Kapelle tragen – aber wann das geschehen wird, weiß niemand“, erklärt Diakon Zemikael. „Am nächsten Tag wird er es dann der Welt verkünden.“

Die Gläubigen ziehen unterdessen in ihrer nächtlichen Prozession durch Axum. Sieben Tage im Monat wird jeweils um 4.30 Uhr morgens eine Kopie des «Tabot» durch die Stadt getragen. Jede der rund 50 000 orthodoxen Kirchen des Landes bewahrt in ihrem Zentrum eine solche Kopie auf.

Existenz wird ein Rätsel bleiben

Aber nur in Axum ist es wegen der Heiligkeit des Ortes verboten, Moscheen für die muslimischen Mitbürger zu bauen. Eine erstaunliche Vorschrift angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte der 94 Millionen Äthiopier dem muslimischen Glauben angehört.

Nur die Kerzen, die die Menschen in der Hand halten, beleuchten die Hütten, die schlafenden Tiere am Straßenrand und die antiken Stelen der Kaiserstadt. Ein magischer Zeitsprung: Nichts erinnert daran, dass die Welt sich im 21. Jahrhundert befindet. Die Gläubigen singen unablässig ein Gebet in der uralten Liturgiesprache Ge’ez. Sie bitten um die Vergebung ihrer Sünden und darum, Äthiopien und die ganze Welt zu schützen. Dann wird auf dem Gelände der Kirche die Messe zelebriert, während der Himmel sich langsam bleich erhellt und die Sonne hinter den Hügeln einen neuen Tag ankündigt.

Da niemand außer dem Hüter je in die Nähe der Bundeslade darf, wird ihre Existenz ein Rätsel bleiben. Abenteurer, Forscher und Gläubige werden aber weiter nach ihr suchen, in Israel, Jordanien und Äthiopien – vermutlich vergeblich. Wer den Zauber und die spirituelle Macht Axums einmal erlebt hat, beginnt jedoch möglicherweise selbst daran zu glauben, dass es die Bundeslade wirklich gibt – im Hochland Äthiopiens, in einer kleinen Kirche, bewacht von einem einzigen Mönch.

Anmerkung ZZA: Dieser Artikel ist zwar in typischer Lügenpresse Jargon verfasst worden, beinhaltet aber definitiv einen wahren Kern. Wenn man die Wahrheit vertuschen will, dann mach sie öffentlich und gleichzeitig lächerlich. Ein alter Trick.

Quelle: http://zeit-zum-aufwachen.blogspot.de/2015/07/in-dieser-kapelle-soll-die-bundeslade.html

Gruß an das wahre heilige Land

TA KI

Der heilige Gral


Der heilige Gral ? die kostbare Schüssel des letzten Abendmahls Jesu und seiner Jünger. Unzweifelhaft handelt es sich ? zumindest nach christlichem Verständnis ? beim Gral um eine Schüssel oder einen Kelch, jedenfalls um ein Gefäß.  In diesem soll Joseph von Arimathea das Blut Jesu nach dem Stich mit der Longinus-Lanze aufgefangen haben.1 Das Wort Gral/graal selbst wurde für gewöhnlich auch für das reguläre Tischgeschirr gebraucht, bei dem es Grale als Schalen für Speisen gab.  Seine Herkunft ist umstritten: Sowohl das lateinische ?gradale? = Schale / Becher als auch ?garalis?, ein Aufbewahrungsgefäß für Fischsauce, könnten in Frage kommen. Unwahrscheinlicher scheint das Wort ?cratis?, ursprünglich ein geflochtener Korb, der später auch in der Bedeutung von Schale verwendet wird² – doch bereits hier gibt es Widerspruch. So soll nach anderen Quellen der Gral weniger eine Schüssel, denn ein transzedentes Heiligtum gewesen sein, welches nur dem erscheint, der würdig ist, es zu schauen.
Nach Wolfram von Eschenbach war der Gral ein Edelstein, der magische Kräfte barg ? analog der Mythe des Juwels, welcher aus Luzifers Krone auf die Erde fiel. Eschenbachs Grals-Umschreibung ?Lapsit Exillis?³ könnte demnach ?lapis ex coellis? (Stein vom Himmel) gemeint haben, denn die ältesten verehrten Steine entstammten oft Meteoriten, also ?Himmelsboten? und enthalten zumeist wertvoll erscheinende Stoffe.4

Wiederum andere bringen den Gral in Verbindung mit dem Turiner Grabtuch oder der Bundeslade, die gleichsam dem Gral Nahrung spendete, während des Israeliten-Zuges durch die Wüste Sinai.5 Jenes Soma, so die Bezeichnung für die nahrhafte Sättigung, findet sich ebenfalls in mittelalterlichen Beschreibungen in Zusammenhang mit dem Gral. Doch eine Übereinstimmung des Grals mit dem zweiten großen Heiligtum des Christen- und Judentums, der Bundeslade, läßt sich aus den mittelalterlichen Quellen nicht erhärten, obgleich dies im zutreffenden Falle anzunehmen wäre.
Von der Kirche – inoffiziell – als Gral-Reliquie anerkannt, ist ein zusammengesetzter Kelch aus smaragdgrünem Achat, der mit einer edelsteinbesetzten Halterung auf einem Onyx-Fuß befestigt ist. Der heute in der Kathedrale von Valencia befindliche Kelch wurde im Mittelalter im berühmten Höhlenkloster San Juan de la Pena aufbewahrt ? das aus Achat bestehende Oberteil stammt aus der Zeit der Zeitenwende und soll der römischen Kirche zufolge tatsächlich die Schale des letzten Abendmahles darstellen, während der wohl im 10. Jahrhundert hinzugefügte Fuß erst kurz zuvor hergestellt wurde.6  Daß der obere Teil tatsächlich von Jesus verwendet wurde oder sogar sein Blut auffing, ist jedoch mehr als zweifelhaft ? dennoch kann dieses Artefakt gegenüber weiteren als Gral bezeichneter Gegenstände noch die größte Authentizität beanspruchen.

In der von fast allen Autoren berichteten magischen Sättigung durch den Gral finden wir dagegen einen der deutlichsten Hinweise auf den vorchristlichen Charakter des Grals. Bereits in keltischen Mythen erscheint der Kessel des Dagda des Stammes der Tuatha de Danaan, der ebenfalls auf wundersame Weise nie leer wird und die Hüter des Kessels sättigt. Dieses Element findet sich – noch weiter zurückliegend ? sogar bei den indogermanischen Völkern wie es uns im indoarischen Rigveda in Gestalt des kupfernen Kessels des Sonnengottes Vivasvant begegnet. Von dieser ältesten Zeit fand es Eingang in die deutsche Märchenwelt, wo es als unerschöpfliches Breitöpfchen oder als ?Tischlein-Deck-dich? überlebt.
Letztlich stehen diese Mythen in Zusammenhang mit der Sonnen- und Mondverehrung der alten indogermanischen Kulturen, welche die Gestirne als Segen- und Nahrungsspendende Gefäße ansahen.7

Eine weitere, und zur Zeit wohl am meisten diskutierte These, stammt von den Autoren Baigent, Lincoln, Leigh8: Nach diesen ist der Gral weniger materieller Natur, denn die Umschreibung eines Geheimnisses, welches das Potential birgt, die Grundfesten der kirchlichen Mauern einzureißen ? zumindest wenn man Dan Brown glauben möchte, der mit seiner romanförmigen Umsetzung und Ausschmückung der Gralserben-Theorie des Autorentrios zum erfolgreichsten Romanautoren jüngerer Zeiten wurde9: Jesus war nicht nur verheiratet mit Maria Magdalena sondern hatte auch einen Sohn mit ihr: Also einen blutmäßig legitimierten Erbfolger, der durch seine möglichen Nachkommen die Stellung der Päpste innerhalb der christliche Kirche nachhaltig in Frage stellen würde. Und tatsächlich soll sich die Blutlinie zum ? angeblich jüdisch dominierten ? germanischen Geschlecht der Merowinger und dem König Dagobert II. rückverfolgen lassen, deren Ansprüche in neuerer Zeit die mysteriöse Organisation ?Prieure de Sion? weiterverfolgt und nichts weniger als die Absetzung der Päpste zugunsten der noch existenten Blutlinie verfolgt. Der Gral wäre dabei die direkte Umschreibung Maria Magdalenas, deren Schoß den göttlichen Samen empfing, wie der Kelch das göttliche Blut. Die Bezeichnung würde also nicht ?san graal? (Heiliger Gral) sondern ?sang real? (Heiliges Blut) lauten.
Pikanterweise betreiben die Autoren damit eine Einverleibung und diametrale Entgegensetzung des bereits im letzten Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Gral geprägten Begriffes des heiligen Blutes. Jörg Lanz von Liebenfels und den deutschen Ariosophen galt dieser Begriff in Anlehnung an Eschenbach, der der ?Gralsgemeinschaft? eine gemeinsame Blutlinie zugrunde legt, als  Bezeichnung des ?heiligen  arischen Blutes?, welches es galt gegenüber den ?minderwertigen Rassen? reinzuhalten.10
Auch die Symbolisierung des Grals als seit dem Mittelalter bestehender Wunsch nach gesellschaftlicher Neuorganisation, wie sie die Prieure verfolgen würde, findet sich ebenfalls bereits in diesem Kontext: Julius Evola zufolge, zielte diese Symbolik auf eine  bestimmte Führungsschicht im Mittelalter, die das Abendland auf spiritueller Grundlage neu organisieren wollte.11
Mit der These Baigents und Browns wäre also nicht mehr das ?arische Blut? das heilige, sondern das ?jüdische?.

Gral von Valencia
Tafelrunde (französischer Stich, 15. Jh.)
Joseph von Arimathea – er soll den „Gral“ nach Britannien gebracht haben

Doch welchen Wahrheitsgehalt birgt diese fantastische Geschichte? Auch unabhängig vom Gralsmyhos besteht die Legende, nach welcher die germanischen Sugambrer vom jüdischen Stamme Benjamin abstammten;12 aus dem nach verschiedenen Autoren auch Maria Magdalena entstammt – anderen Quellen zufolge gehört sie dagegen zum Hause Juda13 ? jedoch dürfte es sich hier um eine mögliche Verwandtschaft der Philister, bzw. Nordmeervölker zu späteren Volksgruppen in Palästina handeln.14
Kirche und seriöse Wissenschaft mühen sich jedenfalls eifrig den Mythos zu entkräften: Jesus hätte als Prediger die Ehelosigkeit selbst gewählt, wie es üblich bei jüdischen Predigern gewesen sei. Auch die Qumram-Schriftrollen, denen oft die Fähigkeit der Entlarvung offizieller biblischer Texte unterstellt wird ? nicht zuletzt was die Rolle Jesu, sein Verhältnis zu Maria Magdalena und ein mögliches Kind betrifft – ,würden in Wahrheit die Bibel bestätigen15 ? leider vermag sich angesichts der vorsichtigen Publikation der gefundenen Texte und fraglicher Zensur durch die herausgebenden Wissenschaftler der Laie kaum selbst ein Bild zu machen.
Sicher ist, daß sich die Autoren hauptsächlich auf Spekulationen stützen und bei dem Versuch, ihre Thesen zu untermauern, verschiedentlich andere Autoren falsch zitieren. Auffällig ist jedenfalls, die teilweise zu regelrechter Hysterie entartende Verfolgung der Thesen Dan Browns und seiner Gewährsleute, die ?seriösen? Historikern nicht gut zu Gesicht steht.
Sicher ist, daß weder eine Heirat noch eine Ehelosigkeit Jesu eindeutig belegbar sind.
Was eine weitere zentrale These anbelangt, die ?Prieure de Sion?, so scheint es sich hierbei lediglich ein Produkt der Neuzeit zu handeln, das durch den französischen Adligen Pierre de Plantard in den 50er Jahren ins Leben gerufen wurde. Jedoch taucht der Name Plantard immer wieder in Zusammenhang mit geheimen Bestrebungen auf.
Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt auch der mysteriöse Abbe Sauniére, der Ende des 19. Jahrhunderts in dem kleinen Örtchen Rennes le Chateau zu sagenhaftem Reichtum gelangte, dessen Quelle bis heute ungeklärt ist. Einiges spricht dafür, daß er bei Umbauarbeiten der kleinen Dorfkirche auf mysteriöse Schriften stieß, die offiziell eine Abschrift eines Teils des Neuen Testamentes waren ? ob sich hier jedoch ein geheimnisvoller Hinweis auf einen versteckten Schatz verbarg, der Sauniere zu Wohlstand, Ansehen und Verbindungen zu diversen Gesellschaften verhalf, ist bis heute Stoff für zahlreiche Veröffentlichungen.16
Ohne auf die Verstrickungen der Logen und bedeutender Familiengeschlechter näher eingehen zu wollen, erscheint zumindest ein Zusammenhang der Tempelritter, auf die sich das neuzeitliche Freimaurertum verschiedentlich bezieht, zum Gral nicht völlig von der Hand zu weisen zu sein. Während ein derartiger Zusammenhang in der seriösen Forschung vollständig ausgeblendet wird, scheinen die Templer in sämtlichen populistischen Veröffentlichungen geradezu die Schlüsselrolle als Gralshüter einzunehmen, als die sie bereits von Wolfram von Eschenbach bezeichnet wurden (in der Formulierung ?Templeisen?). Das Wirken der 9-köpfigen (auch die 9-Zahl weist auf heidnische Verbindungen !) Anfangsformation zwischen der Gründung 1119 (bzw. 1120) auf Veranlassung des (heidnisch inspirierten?) Bernhard von Clairvaux und dem plötzlichen Ende 1307 und vor allem die Anklagepunkte die zum Verbot des Ordens führten bergen viel Raum für Spekulationen:17 Wer war der von ihnen angebetete Götze Baphomet, warum bespuckten Neuanwärter rituell das Kreuz Jesu und spiegelten Darstellungen wirklich homosexuelle Praktiken des Ritterordens?
Auch hier scheint vieles in den Anklagepunkten frei erfunden oder bewußt falsch dargestellt worden zu sein. Die besagten Bilder wiesen lediglich auf die Bruder- und Kameradschaft der Ordensmitglieder hin, Baphomet dürfte eine Verkörperung vorchristlicher Elemente zu sein, die auch mit der Urmutter in Verbindung stehen könnten ? zumindest finden sich vergleichbare Bilddarstellungen auch bei Germanen, Kelten und Slawen, deren Himmelsgottheiten auch mehrköpfig dargestellt wurden. In der jüdischen Schreibweise ergibt das Wort Baphomet zudem Sophia, dieses wiederum war eine Bezeichnung der Urmutter, als deren Variation auch Maria Magdalena angesehen wurde.18
Ebenso scheint die Ablehnung der Kreuzesverehrung als Todes- und Martersymbol auf ein differenziertes Bild der christlichen Lehre bei den Templern hinzuweisen, die sie mit den Katharern teilten.
Ungeklärt ist jedoch nach wie vor, was die Tempelritter in ihrem zugewiesenen Heimstätte am Tempelberg bei unterirdischen Grabungen fanden und ob diese Funde die Grundlage für die Macht, das Ansehen und den Reichtum des Ordens bildeten, der zu Beginn kaum seiner eigentlichen Aufgabe, dem Schutz der Pilger, nachkam – oder angesichts seiner Stärke von sieben Rittern und einer Handvoll Knechte, überhaupt nachkommen konnte.
Auch die besagten Katharer werden mit dem heiligen Gral in Verbindung gebracht. Der gnostischen Sicht zufolge, waren die Katharer die Erben des Geheimnisses des Grals, welches  von eingeweihten Christen zu den Katharern und von diesen zu den Tempelrittern gelangte ? als Indiz lassen sich zumindest personelle Verflechtungen zwischen Katharern und Templern vor allem in Südfrankreich anführen.19
Insbesondere der deutsche Forscher Otto Rahn, dessen Ruf aufgrund seiner Zugehörigkeit zum SS-Ahnenerbe, dem wissenschaftlichen Forschungsinstitut Heinrich Himmlers, zu leiden hatte, widmete sich – bereits vor seiner Bekanntschaft mit Himmler – intensiv diesem Zusammenhang. Bei seinen Forschungen vor Ort kam er in Kontakt zur französischen Geheimgruppe der Polaires, die sich ebenfalls für die Geschichte der Katharer interessierten. Vor allem die Frage, um welchen Schatz es sich handelte, der kurz vor Erstürmung der letzten Katharerfestung Mont Ségur 1244 durch das päpstliche Kreuzfahrerheer von nur vier Personen durch unwegsames Gebiet in Sicherheit gebracht werden konnte, bewegte die Gemüter. War  jener Gral, der auch hier als transzedentes Symbol aufgefaßt wurde, tatsächlich Synonym für geheime Schriften, die eine verborgene Botschaft bewahrten. Für Rahn lag die Antwort auf der Hand ? für ihn waren die Katharer die Erben der Ketzer und Heiden der vorchristlichen Religion; die Festung Montsegur war identisch mit dem Montsalvatsch, dem Berg der Erlösung, wo nach Wolfram von Eschenbach der Gral verborgen war.20
Das ?Hofgesind Luzifers?, die Hüter des Grals,wurde durch einen blutigen Kreuzzug der Papisten vernichtet ? doch ihr Geheimnis überdauerte die Zeiten. Und einiges spricht dafür, daß dieses Geheimnis mit jener von Baigent, Leigh und Lincoln behaupteten Blutlinie Jesu zusammenhing ? wenn auch nicht in deren genauem Sinn der Legitimation einer jüdischen Erbfolge der römischen  Kirche, sondern vielmehr einer heidnischen Wurzel des Grals:21
?In der einen oder anderen Form kehrt in allen großen Traditionen des Altertums, und insbesondere in den indogermanischen, die Vorstellung eines mächtigen Weltherrschers immer wieder, eines unsichtbaren, jedes sichtbare Königtum überragenden Reiches; eines Ortes, der im höheren Sinne die Bedeutung eines Pols, einer Achse, eines unwandelbaren Mittelpunktes hat, und der als festes Land in der Mitte des Lebensozeans, als heilige, unantastbare Gegend, als Lichtland oder ?Sonnenland? verbildlicht wird?, wie es Julius Evola in Bezug auf den die Gralssage überspannenden Blutmythos formuliert.22

Der Dämon Asmodeus in Rennes-le-Chateaux – Hinweis auf ein Geheimnis?
Otto Rahn, der deutsche Gralsforscher
Die Bundeslade in Indiana Jones
Szenenbild aus Dan Browns „Sakrileg“

Unweit der Festung Montsegur, in einer Kirche im nordspanischen Taüll, findet sich auch die wohl älteste bildliche Darstellung des Grals in Gestalt einer Marienabbildung mit einer Strahlen aussendenden Schale. Diese aus dem 12. Jahrhundert stammende Darstellung verweist erneut auf den engen Zusammenhang zwischen Gral und Marienverehrung, wobei hier Maria gleichbedeutend mit Maria Magdalena als Synonym der Urmutter erscheint.23
Wann erstmals der Gral erwähnt wurde, ist umstritten. Sicherlich erstand er nicht ? wie oft behauptet ? erst mit Chretien des Troyes um 1190, denn verschiedene Autoren beziehen sich auf heute verlorene Quellen.24
Helinand (gest. 1227) verweist auf das Jahr 720, in dem ein Eremit aus Bethanien den Gral sah und schriftlich dokumentierte, jedoch bleibt er mysteriöserweise in kirchlichen Kreisen bis zu Helinand unbekannt, denn vorhergehende Autoren berichten zwar von der ? später u.a. als Gralsgefäß identifizierten ? smaragdenen Schüssel aus Genua, jedoch ohne ihr den Status einer Reliquie einzuräumen. 25
Auch Wolfram von Eschenbach, der die erste deutsche Ausformung des Gralsstoffes verfaßte, verweist auf einen Kyot, den die Lehrmeinung jedoch für fiktiv hält. Indes gibt es keinen Grund, Wolframs Quelle in Frage zu stellen. Auffällig ist zudem, daß mit Helinand nur ein wirklicher Kirchenmann den Stoff aufgriff, während er ansonsten kaum von kirchlichen Chronisten beachtet und lediglich von den weltlichen Autoren behandelt wird. Ein gewichtiger Hinweis auf die heidnischen Wurzeln der Sage. Mit der Erscheinung des Arthus-Sagenkreises im 12. Jahrhundert scheint dabei die Brücke zwischen heidnischem und christlichen Mythos geschlagen, wobei die Schlüsselrolle hier dem Magier Merlin zukommt, der auf den Barden Merddin Emrys des 5. Jahrhunderts zurückgeht, der wiederum einem Nachfolgeorden eines Druidenringes vorstand.26
Bereits um 1200 verbindet Robert de Boron den Mythos der Schale des letzten Abendmahles mit dem Auffangen des Blutes aus dem Leib Jesu und schafft so den christianisierten Mythos des mit dem Gral verbundenen heiligen Blutes. Zugleich begründet er die Legende der Verbringung des Grals nach Britannien und damit die Begründung des britischen Christentums durch Joseph von Arimathea.
Auch der hier erscheinende Speer des Longinus weist in die Frühgeschichte. Er ist das klassische Symbol des Himmelsgottes ? bereits auf bronzezeitlichen Felsbildern in Schweden taucht er auf, in germanischer Spätzeit wird er zum Begleiter Odins. Interessant ist auch der Zusammenhang den die Bibel selbst suggeriert, wenn sie ihren Träger Longinus als germanischen Legionär charakterisiert. In einigen mittelalterlichen Grals-Darstellungen steht er sogar im Mittelpunkt der Suche während der Gral die Szenerie beschirmt.
Kern der Gralsgeschichten ist jedoch übereinstimmend die Suche nach spiritueller Erleuchtung, nach Weisheit und Antworten wie sie auch von Richard Wagner als Grundlage seiner Oper Parzifal übernommen wird und so den Bogen in die Neuzeit schlägt, obgleich auch andere Autoren der Neuzeit sich der Thematik widmeten.
Auch die deutschen Ariosophen, inspiriert von Jörg Lanz von Liebenfels, über Guido von Lists Armanenorden bis hin zum italienischen Philosophen Julius Evola, betonten die heidnischen Ursprünge des Gals. Erst in jüngster Zeit neigt sich die Waagschale nicht zuletzt durch das eifrige Bemühen kirchlich inspirierter Kreise innerhalb der ?seriösen? Wissenschaft zugunsten der primär als christlich erachteten Grundlage des Grals ? handelt es sch doch schließlich mittlerweile um eine der wenigen von vielen Christen besuchten (inoffiziellen) Reliquien der Christenheit.
Als neue Alternative zur christlichen Gralsdeutung scheint nun die Baigent/Brownsche Deutung als jüdische Erblinie angeboten zu werden, um die alte, heidnisch-arische Auslegung  des Gralsmythus abzulösen.
Am nächsten kommt man der Deutung des Grals indes mit dem vorchristlichen Bezug auf eine übernatürliche Quelle des Lebens, ein transzendentales Heiligtum, das die wundersame Entstehung des Lebens an sich symbolisiert.
So wurde auch seine Rolle bei der Mehrzahl der mittelalterlichen Autoren interpretiert. Erst mit der christlichen Besetzung dieses Mythos wurde der Gral materialisiert – wie alles, was das Christentum für seine Zwecke umformt, seinen geistigen Verhalt verliert – es entstehen die Assoziationen mit einer tatsächlich existierenden Schale oder eines Gefäßes.
Doch unter dieser heute Oberhand haltenden ?Lehrmeinung? liegt noch immer das Geheimnis der heidnisch-arischen Wurzeln des Gralsmythus verborgen und harrt seiner Wiederentdeckung durch kommende Geschlechter.
Möge diese Quellensammlung einen kleinen Beitrag dazu leisten…
*
Anmerkungen:
1) Robert de Boron gilt als Begründer dieser Gralsdeutung
2) vgl. Richard Barber: Der heilige Gral
3) Wolfram von Eschenbach: Parsifal
4) vgl. Monika Hauf: Rennes le Chateau
5) Gruber / Kersten: Grabtuch (Gral) Als Beweis für die Auferstehung Jesu – Hancock; Deberling als Bundeslade
6) siehe Franjo Terhart: Wächter Gral
7) so von Schroeder
8) Baigent/Lincoln/ Leigh: Der heilige Gral
9) Dan Brown: Sakrileg
10) siehe Lanz v. Liebenfels: Theozoologie
11) vgl. Lange, Vorwort zu Rahn: Kreuzzug
12) vgl. Monika Hauf; interessant in diesem Zusammenhang auch die etymologische Herleitung Sions von Sau / Sae ? den = Sau/ Wildschwein-Hügel, vor allem wenn man bedenkt, daß Semiten schon immer Schweine mieden, die als typische Haustiere der Europäer galten
13) so Gardner: Hüterin des heiligen Gral
14) siehe hierzu Trojaburg 2/2005
15) siehe Schlick: Das wahre Sakrileg
16) vgl. Monika Hauf: Rennes le Chataeu
17) siehe hierzu  Franjo Terhart, insbesondere bezüglich der 9 als heiliger Zahl der Kelten sowie des Gründungsdatums des Ordens
18) so Gardner: Hüterin des heiligen Gral
19) vgl. von Schroeder
20) Otto Rahn: Kreuzzug Gral
21) vgl. Trojaburg 2/2005
22) Julius Evola: Gralsmythos
23) Franjo Terhart
24) Chretien de Troyes
25) vgl. von List: Die Sage vom Gral
26) so von List, ebenda

Verwandte Seiten:

Guido von List: Die Sage vom Heiligen Gral

Miguel Serrano: K�nigliches Blut

Weltnetz:

Wikipedia

www.heiliger-gral.info/

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/index.php?id=25

Gruß an die Geheimnisse

TA KI

Urkreuzigung in Goslar?


Im Harz liegt mit der Stadt Goslar ein Ort, der eng verwoben mit der Überlieferung eines originär deutschen Christentums ist. Hier finden sich mit dem Osterfeld, dem Georgenberg, dem Petersberg und dem inmitten dieser liegenden Klusfelsen eine ganze Reihe mutmaßlich heiliger vorchristlicher Stätten.
Zusätzliche Mystik erhält der Ort durch die Überlieferung, daß er nicht nur der umwohnenden Bevölkerung von je her ein bedeutendes Heiligtum war, sondern auch dem „fahrenden Volk“, das sich nach Angabe Karl-Maria Wiliguts, einem Berater Heinrich Himmlers, einmal im Leben am Klusfelsen als „Pilgerort“ einzufinden hat. Zurück geht diese Legende auf die Überlieferungen Wiliguts, der sich wiederum stark an der Veröfentlichung eines gewissen Ernst Bethas orientiert („Die Erde und unsere Ahnen“). Demnach soll Goslar als „Jöruvalla“ (Jherusalem) als kultisches Zentrum der Atlanter vor 80 000 Jahren errichtet worden sein. In diesem späteren Standort einer mythischen Trojaburg und auch als Romaburg bezeichneten Ort soll zu dieser Zeit auch das Ur-Christentum entstanden sein, welches nach langen Irrwegen im Nahen Osten durch Vermittlung der Megalithbauer, die bereits seit dem 3. Jahrtausend in Palästina ansässig waren oder der nordischen Seevölker um 1200 v.Zw. adaptiert und umgestaltet wurde.  Nach Betha lebte Jesus als „Atlantischer Messias“ bzw. „König“ vor einem Erdunglück um 9600 v.Zw.
Seine Thesen unterstützend beschreibt Betha drei Bilder, die vorgeblich im Rathaus von Goslar gefunden woren wären, die Jesus mit drei Lilien hinter dem Kopf darstellten und seinen Körper von kleinen Pfeilwunden übersät zeigten was auf ähnliche Darstellungen im vorkolumbianischen Amerika verweist, die für Betha mehrere Tausend Jahre alt sein müsen..
In den kaum nachvollziehbaren, obskuren Aneinanderreihungen Bethas findet sich ferner ein Hinweis auf eine mögliche Identität des Krodoaltars (Bild rechts) mit der Bundeslade, die auch vorkolumbianisceh Abbildungen kennt. Betha zufolge soll Jesus-Adonai zweimal in Goslar gekreuzigt worden sein, wobei schließlich der Tot eintrat und Jesus im Felsenkeller der Klusfelsens beigesetzt worden sei. Wiligut scheint diese These aufgegriffen zu haben – obgleich Wiliguts „Bearbeiter“ Rudolf Mund mit Verweis auf vordem erschienende Aufzeichnungen eine Priorität Wiliguts annimmt – und schmückte sie mit einem Kampf zwischen den kristlichen Irminen (Atlantern, auch als Adler-Wiligoten bezeichnet), denen Jesus zugehörig war,  und Wotanisten, die aus dem Osten kommend, sich „der Lenkung widersetzten“. Zur Zeit des Untergangs von Atlantis hätten dann die Wotanisten  den später bei Kelten als Esus und bei Israeliten als Jesus adaptierten „Baldr-Krestos“, „als Urgottheit und Voranschreiter der Irminenmenschheit“ im Zuge der Kämpfe auf dem Georgienberge in Goslar ans Kreuz geschlagen. Dieser habe sich jedoch mit Hilfe der Runen in der neunten Nacht befreit und sei über Wittow auf Rügen in die damals fruchtbare Wüste Gobi geflohen, die  übrigens nach Überlieferung Blavatskys Sitz des heiligen Shamballah-Reiches, einem Zentrum der Lenker der Welt gewesen sei. Hier habe er Wiligut zufolge eine irminische Meisterschule gegründet – was dann als Ursprung der Lenkerzentrale Blavatskys angesehen werden dürfte.
Für die These der „verschollenen Religion“, der Geburt des Ur-Christentums in Nordeuropa spricht dabei die Existenz des Begriffs Kristur im altgermanischen, der mit „Licht, Kristall“ umschrieben werden kann. Rudolf Mund zitiert eine Überlieferung aus Bernhard Körners Handbuch der Heroldskunst, in dem die Wendung erscheint:
„Hagal Skop Kaldastar Kurna, Kristur Skop Heimin Forna“ (Hagel ist das kälteste Korn, Kristur schuf die Heime der Welt)
Auch im Teil 52 des Skaldskaparmal wird Kristur als Schöpfer des Himmels und der Erdenwesen, der Wesen der Gegensonne und der Sonne sowie der irminischen Überkönige genannt. Irmin, in verschiedenen altgermanischen Quellen in Verbindung mit Got benutzt (u.a. Hildebrandslied), bezeichnet dabei nichts anderes als den „allgemeinen“ Gott, den Herr-Gott, von dem als Herrgott von Bentheim auch eine bildliche Darstellung existiert. Zu berücksichtigen dabei ist, daß Krestos /chrestos im griechischen nicht mit „Der Gesalbte“ wie später christos übersetzt wird, sondern als „heilsam, gütig, edel“.
Die Existenz einer auch als Kristur / Kristos bezeichneten höchsten oder monotheistischen Gottheit im germanischen Raum, der später nur noch als Irmingot, bei den einzelnen Volksstämmen als Tyr /Tiu / Ziu benannt, würde die freiwillige Annahme des Christentums  durch germanische Stämme und sogar durch die Wikinger in späterer Zeit erklären, die bislang nicht so recht nachvollziehbar erschien.
Unterstützung findet die Annahme eines ursprünglichen Kristentums durch Äußerungen früher christlicher Prediger. So behauptet der hl. Augustinus:
„Das was man jetzt unter christlicher Religion versteht, gab es schon bei den Alten und fehlte nie seit Anfang des menschlichen Geschlechts, bis daß Christus im Fleisch erscheinen würde, von wo an die wahre Religion, die schon da war, anfing, die christliche genannt zu werden“ (Retractationes, I,3). Auch Melitto von Sardes spricht davon, „daß unsere spezielle Philosophie zuerst bei den Barbaren lebendig war“ („Corpus Apologetarum“, Vol. 9, S. 410) Die Existenz eines vorjüdischen Christentums würde auch die mannigfachen Relikte erklären, die sowohl in Europa als auch in Amerika noch vor offzieller Einführung des Christentums in Form von Kreuzdarstellungen, Taufritualen u.ä. bestanden.
Diese Komponenten müssen als Bestandteil der alten megalithischen Religion der Sonnen- und Lebenswiedergeburt begriffen werden, damit die weite Verbreitung erklärlich wird.Ohne den phantastisch anmutenden Überlieferung Bethas und Wiliguts insbesondere hinsichtlich der Altersangaben folgen zu wollen, ist damit dennoch eine Entstehung des Christentums in Form der megalithischen Religion in Nordeuropa in den Bereich einer möglichen Wahrscheinlichkeit gerückt und zugleich die Entstehung des Ur-Monotheismus, der sich von der Megalithkultur bis zu den Germanen erhalten hat wo er im Laufe der Zeit durch die Hinzufügung weiterer Gottheiten in Vergessenheit geriet, ursprümglich vermutlich nichts anderes als Heilige analog zum späteren Christentum. Mit dem Aufstieg des neuen Christentums, das sich aufgrund er erhaltenden uralten Traditionen in Britannien dort bereits um 180 etablierte, erinnerte man sich auch in Germanien an die Relgion der Altvorderen und ermöglichte so dem neuen Glauben einen rasante Verbreitung. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, daß das früheste germanische Christentum arianisch geprägt war und auch die später übernommene römische Lehre noch nicht die der heutigen Lehre entsprach.

Dennis Krüger

Der heilige Gral


Der heilige Gral ? die kostbare Schüssel des letzten Abendmahls Jesu und seiner Jünger. Unzweifelhaft handelt es sich ? zumindest nach christlichem Verständnis ? beim Gral um eine Schüssel oder einen Kelch, jedenfalls um ein Gefäß.  In diesem soll Joseph von Arimathea das Blut Jesu nach dem Stich mit der Longinus-Lanze aufgefangen haben.1 Das Wort Gral/graal selbst wurde für gewöhnlich auch für das reguläre Tischgeschirr gebraucht, bei dem es Grale als Schalen für Speisen gab.  Seine Herkunft ist umstritten: Sowohl das lateinische ?gradale? = Schale / Becher als auch ?garalis?, ein Aufbewahrungsgefäß für Fischsauce, könnten in Frage kommen. Unwahrscheinlicher scheint das Wort ?cratis?, ursprünglich ein geflochtener Korb, der später auch in der Bedeutung von Schale verwendet wird² – doch bereits hier gibt es Widerspruch. So soll nach anderen Quellen der Gral weniger eine Schüssel, denn ein transzedentes Heiligtum gewesen sein, welches nur dem erscheint, der würdig ist, es zu schauen.
Nach Wolfram von Eschenbach war der Gral ein Edelstein, der magische Kräfte barg ? analog der Mythe des Juwels, welcher aus Luzifers Krone auf die Erde fiel. Eschenbachs Grals-Umschreibung ?Lapsit Exillis?³ könnte demnach ?lapis ex coellis? (Stein vom Himmel) gemeint haben, denn die ältesten verehrten Steine entstammten oft Meteoriten, also ?Himmelsboten? und enthalten zumeist wertvoll erscheinende Stoffe.4

Wiederum andere bringen den Gral in Verbindung mit dem Turiner Grabtuch oder der Bundeslade, die gleichsam dem Gral Nahrung spendete, während des Israeliten-Zuges durch die Wüste Sinai.5 Jenes Soma, so die Bezeichnung für die nahrhafte Sättigung, findet sich ebenfalls in mittelalterlichen Beschreibungen in Zusammenhang mit dem Gral. Doch eine Übereinstimmung des Grals mit dem zweiten großen Heiligtum des Christen- und Judentums, der Bundeslade, läßt sich aus den mittelalterlichen Quellen nicht erhärten, obgleich dies im zutreffenden Falle anzunehmen wäre.
Von der Kirche – inoffiziell – als Gral-Reliquie anerkannt, ist ein zusammengesetzter Kelch aus smaragdgrünem Achat, der mit einer edelsteinbesetzten Halterung auf einem Onyx-Fuß befestigt ist. Der heute in der Kathedrale von Valencia befindliche Kelch wurde im Mittelalter im berühmten Höhlenkloster San Juan de la Pena aufbewahrt ? das aus Achat bestehende Oberteil stammt aus der Zeit der Zeitenwende und soll der römischen Kirche zufolge tatsächlich die Schale des letzten Abendmahles darstellen, während der wohl im 10. Jahrhundert hinzugefügte Fuß erst kurz zuvor hergestellt wurde.6  Daß der obere Teil tatsächlich von Jesus verwendet wurde oder sogar sein Blut auffing, ist jedoch mehr als zweifelhaft ? dennoch kann dieses Artefakt gegenüber weiteren als Gral bezeichneter Gegenstände noch die größte Authentizität beanspruchen.

In der von fast allen Autoren berichteten magischen Sättigung durch den Gral finden wir dagegen einen der deutlichsten Hinweise auf den vorchristlichen Charakter des Grals. Bereits in keltischen Mythen erscheint der Kessel des Dagda des Stammes der Tuatha de Danaan, der ebenfalls auf wundersame Weise nie leer wird und die Hüter des Kessels sättigt. Dieses Element findet sich – noch weiter zurückliegend ? sogar bei den indogermanischen Völkern wie es uns im indoarischen Rigveda in Gestalt des kupfernen Kessels des Sonnengottes Vivasvant begegnet. Von dieser ältesten Zeit fand es Eingang in die deutsche Märchenwelt, wo es als unerschöpfliches Breitöpfchen oder als ?Tischlein-Deck-dich? überlebt.
Letztlich stehen diese Mythen in Zusammenhang mit der Sonnen- und Mondverehrung der alten indogermanischen Kulturen, welche die Gestirne als Segen- und Nahrungsspendende Gefäße ansahen.7

Eine weitere, und zur Zeit wohl am meisten diskutierte These, stammt von den Autoren Baigent, Lincoln, Leigh8: Nach diesen ist der Gral weniger materieller Natur, denn die Umschreibung eines Geheimnisses, welches das Potential birgt, die Grundfesten der kirchlichen Mauern einzureißen ? zumindest wenn man Dan Brown glauben möchte, der mit seiner romanförmigen Umsetzung und Ausschmückung der Gralserben-Theorie des Autorentrios zum erfolgreichsten Romanautoren jüngerer Zeiten wurde9: Jesus war nicht nur verheiratet mit Maria Magdalena sondern hatte auch einen Sohn mit ihr: Also einen blutmäßig legitimierten Erbfolger, der durch seine möglichen Nachkommen die Stellung der Päpste innerhalb der christliche Kirche nachhaltig in Frage stellen würde. Und tatsächlich soll sich die Blutlinie zum ? angeblich jüdisch dominierten ? germanischen Geschlecht der Merowinger und dem König Dagobert II. rückverfolgen lassen, deren Ansprüche in neuerer Zeit die mysteriöse Organisation ?Prieure de Sion? weiterverfolgt und nichts weniger als die Absetzung der Päpste zugunsten der noch existenten Blutlinie verfolgt. Der Gral wäre dabei die direkte Umschreibung Maria Magdalenas, deren Schoß den göttlichen Samen empfing, wie der Kelch das göttliche Blut. Die Bezeichnung würde also nicht ?san graal? (Heiliger Gral) sondern ?sang real? (Heiliges Blut) lauten.
Pikanterweise betreiben die Autoren damit eine Einverleibung und diametrale Entgegensetzung des bereits im letzten Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Gral geprägten Begriffes des heiligen Blutes. Jörg Lanz von Liebenfels und den deutschen Ariosophen galt dieser Begriff in Anlehnung an Eschenbach, der der ?Gralsgemeinschaft? eine gemeinsame Blutlinie zugrunde legt, als  Bezeichnung des ?heiligen  arischen Blutes?, welches es galt gegenüber den ?minderwertigen Rassen? reinzuhalten.10
Auch die Symbolisierung des Grals als seit dem Mittelalter bestehender Wunsch nach gesellschaftlicher Neuorganisation, wie sie die Prieure verfolgen würde, findet sich ebenfalls bereits in diesem Kontext: Julius Evola zufolge, zielte diese Symbolik auf eine  bestimmte Führungsschicht im Mittelalter, die das Abendland auf spiritueller Grundlage neu organisieren wollte.11
Mit der These Baigents und Browns wäre also nicht mehr das ?arische Blut? das heilige, sondern das ?jüdische?.

Gral von Valencia
Tafelrunde (französischer Stich, 15. Jh.)
Joseph von Arimathea – er soll den „Gral“ nach Britannien gebracht haben

Doch welchen Wahrheitsgehalt birgt diese fantastische Geschichte? Auch unabhängig vom Gralsmyhos besteht die Legende, nach welcher die germanischen Sugambrer vom jüdischen Stamme Benjamin abstammten;12 aus dem nach verschiedenen Autoren auch Maria Magdalena entstammt – anderen Quellen zufolge gehört sie dagegen zum Hause Juda13 ? jedoch dürfte es sich hier um eine mögliche Verwandtschaft der Philister, bzw. Nordmeervölker zu späteren Volksgruppen in Palästina handeln.14
Kirche und seriöse Wissenschaft mühen sich jedenfalls eifrig den Mythos zu entkräften: Jesus hätte als Prediger die Ehelosigkeit selbst gewählt, wie es üblich bei jüdischen Predigern gewesen sei. Auch die Qumram-Schriftrollen, denen oft die Fähigkeit der Entlarvung offizieller biblischer Texte unterstellt wird ? nicht zuletzt was die Rolle Jesu, sein Verhältnis zu Maria Magdalena und ein mögliches Kind betrifft – ,würden in Wahrheit die Bibel bestätigen15 ? leider vermag sich angesichts der vorsichtigen Publikation der gefundenen Texte und fraglicher Zensur durch die herausgebenden Wissenschaftler der Laie kaum selbst ein Bild zu machen.
Sicher ist, daß sich die Autoren hauptsächlich auf Spekulationen stützen und bei dem Versuch, ihre Thesen zu untermauern, verschiedentlich andere Autoren falsch zitieren. Auffällig ist jedenfalls, die teilweise zu regelrechter Hysterie entartende Verfolgung der Thesen Dan Browns und seiner Gewährsleute, die ?seriösen? Historikern nicht gut zu Gesicht steht.

Sicher ist, daß weder eine Heirat noch eine Ehelosigkeit Jesu eindeutig belegbar sind.
Was eine weitere zentrale These anbelangt, die ?Prieure de Sion?, so scheint es sich hierbei lediglich ein Produkt der Neuzeit zu handeln, das durch den französischen Adligen Pierre de Plantard in den 50er Jahren ins Leben gerufen wurde. Jedoch taucht der Name Plantard immer wieder in Zusammenhang mit geheimen Bestrebungen auf.
Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt auch der mysteriöse Abbe Sauniére, der Ende des 19. Jahrhunderts in dem kleinen Örtchen Rennes le Chateau zu sagenhaftem Reichtum gelangte, dessen Quelle bis heute ungeklärt ist. Einiges spricht dafür, daß er bei Umbauarbeiten der kleinen Dorfkirche auf mysteriöse Schriften stieß, die offiziell eine Abschrift eines Teils des Neuen Testamentes waren ? ob sich hier jedoch ein geheimnisvoller Hinweis auf einen versteckten Schatz verbarg, der Sauniere zu Wohlstand, Ansehen und Verbindungen zu diversen Gesellschaften verhalf, ist bis heute Stoff für zahlreiche Veröffentlichungen.16
Ohne auf die Verstrickungen der Logen und bedeutender Familiengeschlechter näher eingehen zu wollen, erscheint zumindest ein Zusammenhang der Tempelritter, auf die sich das neuzeitliche Freimaurertum verschiedentlich bezieht, zum Gral nicht völlig von der Hand zu weisen zu sein. Während ein derartiger Zusammenhang in der seriösen Forschung vollständig ausgeblendet wird, scheinen die Templer in sämtlichen populistischen Veröffentlichungen geradezu die Schlüsselrolle als Gralshüter einzunehmen, als die sie bereits von Wolfram von Eschenbach bezeichnet wurden (in der Formulierung ?Templeisen?). Das Wirken der 9-köpfigen (auch die 9-Zahl weist auf heidnische Verbindungen !) Anfangsformation zwischen der Gründung 1119 (bzw. 1120) auf Veranlassung des (heidnisch inspirierten?) Bernhard von Clairvaux und dem plötzlichen Ende 1307 und vor allem die Anklagepunkte die zum Verbot des Ordens führten bergen viel Raum für Spekulationen:17 Wer war der von ihnen angebetete Götze Baphomet, warum bespuckten Neuanwärter rituell das Kreuz Jesu und spiegelten Darstellungen wirklich homosexuelle Praktiken des Ritterordens?
Auch hier scheint vieles in den Anklagepunkten frei erfunden oder bewußt falsch dargestellt worden zu sein. Die besagten Bilder wiesen lediglich auf die Bruder- und Kameradschaft der Ordensmitglieder hin, Baphomet dürfte eine Verkörperung vorchristlicher Elemente zu sein, die auch mit der Urmutter in Verbindung stehen könnten ? zumindest finden sich vergleichbare Bilddarstellungen auch bei Germanen, Kelten und Slawen, deren Himmelsgottheiten auch mehrköpfig dargestellt wurden. In der jüdischen Schreibweise ergibt das Wort Baphomet zudem Sophia, dieses wiederum war eine Bezeichnung der Urmutter, als deren Variation auch Maria Magdalena angesehen wurde.18
Ebenso scheint die Ablehnung der Kreuzesverehrung als Todes- und Martersymbol auf ein differenziertes Bild der christlichen Lehre bei den Templern hinzuweisen, die sie mit den Katharern teilten.
Ungeklärt ist jedoch nach wie vor, was die Tempelritter in ihrem zugewiesenen Heimstätte am Tempelberg bei unterirdischen Grabungen fanden und ob diese Funde die Grundlage für die Macht, das Ansehen und den Reichtum des Ordens bildeten, der zu Beginn kaum seiner eigentlichen Aufgabe, dem Schutz der Pilger, nachkam – oder angesichts seiner Stärke von sieben Rittern und einer Handvoll Knechte, überhaupt nachkommen konnte.
Auch die besagten Katharer werden mit dem heiligen Gral in Verbindung gebracht. Der gnostischen Sicht zufolge, waren die Katharer die Erben des Geheimnisses des Grals, welches  von eingeweihten Christen zu den Katharern und von diesen zu den Tempelrittern gelangte ? als Indiz lassen sich zumindest personelle Verflechtungen zwischen Katharern und Templern vor allem in Südfrankreich anführen.19
Insbesondere der deutsche Forscher Otto Rahn, dessen Ruf aufgrund seiner Zugehörigkeit zum SS-Ahnenerbe, dem wissenschaftlichen Forschungsinstitut Heinrich Himmlers, zu leiden hatte, widmete sich – bereits vor seiner Bekanntschaft mit Himmler – intensiv diesem Zusammenhang. Bei seinen Forschungen vor Ort kam er in Kontakt zur französischen Geheimgruppe der Polaires, die sich ebenfalls für die Geschichte der Katharer interessierten. Vor allem die Frage, um welchen Schatz es sich handelte, der kurz vor Erstürmung der letzten Katharerfestung Mont Ségur 1244 durch das päpstliche Kreuzfahrerheer von nur vier Personen durch unwegsames Gebiet in Sicherheit gebracht werden konnte, bewegte die Gemüter. War  jener Gral, der auch hier als transzedentes Symbol aufgefaßt wurde, tatsächlich Synonym für geheime Schriften, die eine verborgene Botschaft bewahrten. Für Rahn lag die Antwort auf der Hand ? für ihn waren die Katharer die Erben der Ketzer und Heiden der vorchristlichen Religion; die Festung Montsegur war identisch mit dem Montsalvatsch, dem Berg der Erlösung, wo nach Wolfram von Eschenbach der Gral verborgen war.20
Das ?Hofgesind Luzifers?, die Hüter des Grals,wurde durch einen blutigen Kreuzzug der Papisten vernichtet ? doch ihr Geheimnis überdauerte die Zeiten. Und einiges spricht dafür, daß dieses Geheimnis mit jener von Baigent, Leigh und Lincoln behaupteten Blutlinie Jesu zusammenhing ? wenn auch nicht in deren genauem Sinn der Legitimation einer jüdischen Erbfolge der römischen  Kirche, sondern vielmehr einer heidnischen Wurzel des Grals:21
?In der einen oder anderen Form kehrt in allen großen Traditionen des Altertums, und insbesondere in den indogermanischen, die Vorstellung eines mächtigen Weltherrschers immer wieder, eines unsichtbaren, jedes sichtbare Königtum überragenden Reiches; eines Ortes, der im höheren Sinne die Bedeutung eines Pols, einer Achse, eines unwandelbaren Mittelpunktes hat, und der als festes Land in der Mitte des Lebensozeans, als heilige, unantastbare Gegend, als Lichtland oder ?Sonnenland? verbildlicht wird?, wie es Julius Evola in Bezug auf den die Gralssage überspannenden Blutmythos formuliert.22

Der Dämon Asmodeus in Rennes-le-Chateaux – Hinweis auf ein Geheimnis?
Otto Rahn, der deutsche Gralsforscher
Die Bundeslade in Indiana Jones
Szenenbild aus Dan Browns „Sakrileg“

Unweit der Festung Montsegur, in einer Kirche im nordspanischen Taüll, findet sich auch die wohl älteste bildliche Darstellung des Grals in Gestalt einer Marienabbildung mit einer Strahlen aussendenden Schale. Diese aus dem 12. Jahrhundert stammende Darstellung verweist erneut auf den engen Zusammenhang zwischen Gral und Marienverehrung, wobei hier Maria gleichbedeutend mit Maria Magdalena als Synonym der Urmutter erscheint.23
Wann erstmals der Gral erwähnt wurde, ist umstritten. Sicherlich erstand er nicht ? wie oft behauptet ? erst mit Chretien des Troyes um 1190, denn verschiedene Autoren beziehen sich auf heute verlorene Quellen.24
Helinand (gest. 1227) verweist auf das Jahr 720, in dem ein Eremit aus Bethanien den Gral sah und schriftlich dokumentierte, jedoch bleibt er mysteriöserweise in kirchlichen Kreisen bis zu Helinand unbekannt, denn vorhergehende Autoren berichten zwar von der ? später u.a. als Gralsgefäß identifizierten ? smaragdenen Schüssel aus Genua, jedoch ohne ihr den Status einer Reliquie einzuräumen. 25
Auch Wolfram von Eschenbach, der die erste deutsche Ausformung des Gralsstoffes verfaßte, verweist auf einen Kyot, den die Lehrmeinung jedoch für fiktiv hält. Indes gibt es keinen Grund, Wolframs Quelle in Frage zu stellen. Auffällig ist zudem, daß mit Helinand nur ein wirklicher Kirchenmann den Stoff aufgriff, während er ansonsten kaum von kirchlichen Chronisten beachtet und lediglich von den weltlichen Autoren behandelt wird. Ein gewichtiger Hinweis auf die heidnischen Wurzeln der Sage. Mit der Erscheinung des Arthus-Sagenkreises im 12. Jahrhundert scheint dabei die Brücke zwischen heidnischem und christlichen Mythos geschlagen, wobei die Schlüsselrolle hier dem Magier Merlin zukommt, der auf den Barden Merddin Emrys des 5. Jahrhunderts zurückgeht, der wiederum einem Nachfolgeorden eines Druidenringes vorstand.26
Bereits um 1200 verbindet Robert de Boron den Mythos der Schale des letzten Abendmahles mit dem Auffangen des Blutes aus dem Leib Jesu und schafft so den christianisierten Mythos des mit dem Gral verbundenen heiligen Blutes. Zugleich begründet er die Legende der Verbringung des Grals nach Britannien und damit die Begründung des britischen Christentums durch Joseph von Arimathea.
Auch der hier erscheinende Speer des Longinus weist in die Frühgeschichte. Er ist das klassische Symbol des Himmelsgottes ? bereits auf bronzezeitlichen Felsbildern in Schweden taucht er auf, in germanischer Spätzeit wird er zum Begleiter Odins. Interessant ist auch der Zusammenhang den die Bibel selbst suggeriert, wenn sie ihren Träger Longinus als germanischen Legionär charakterisiert. In einigen mittelalterlichen Grals-Darstellungen steht er sogar im Mittelpunkt der Suche während der Gral die Szenerie beschirmt.
Kern der Gralsgeschichten ist jedoch übereinstimmend die Suche nach spiritueller Erleuchtung, nach Weisheit und Antworten wie sie auch von Richard Wagner als Grundlage seiner Oper Parzifal übernommen wird und so den Bogen in die Neuzeit schlägt, obgleich auch andere Autoren der Neuzeit sich der Thematik widmeten.
Auch die deutschen Ariosophen, inspiriert von Jörg Lanz von Liebenfels, über Guido von Lists Armanenorden bis hin zum italienischen Philosophen Julius Evola, betonten die heidnischen Ursprünge des Gals. Erst in jüngster Zeit neigt sich die Waagschale nicht zuletzt durch das eifrige Bemühen kirchlich inspirierter Kreise innerhalb der ?seriösen? Wissenschaft zugunsten der primär als christlich erachteten Grundlage des Grals ? handelt es sch doch schließlich mittlerweile um eine der wenigen von vielen Christen besuchten (inoffiziellen) Reliquien der Christenheit.
Als neue Alternative zur christlichen Gralsdeutung scheint nun die Baigent/Brownsche Deutung als jüdische Erblinie angeboten zu werden, um die alte, heidnisch-arische Auslegung  des Gralsmythus abzulösen.
Am nächsten kommt man der Deutung des Grals indes mit dem vorchristlichen Bezug auf eine übernatürliche Quelle des Lebens, ein transzendentales Heiligtum, das die wundersame Entstehung des Lebens an sich symbolisiert.
So wurde auch seine Rolle bei der Mehrzahl der mittelalterlichen Autoren interpretiert. Erst mit der christlichen Besetzung dieses Mythos wurde der Gral materialisiert – wie alles, was das Christentum für seine Zwecke umformt, seinen geistigen Verhalt verliert – es entstehen die Assoziationen mit einer tatsächlich existierenden Schale oder eines Gefäßes.
Doch unter dieser heute Oberhand haltenden ?Lehrmeinung? liegt noch immer das Geheimnis der heidnisch-arischen Wurzeln des Gralsmythus verborgen und harrt seiner Wiederentdeckung durch kommende Geschlechter.
Möge diese Quellensammlung einen kleinen Beitrag dazu leisten…
*
Anmerkungen:
1) Robert de Boron gilt als Begründer dieser Gralsdeutung
2) vgl. Richard Barber: Der heilige Gral
3) Wolfram von Eschenbach: Parsifal
4) vgl. Monika Hauf: Rennes le Chateau
5) Gruber / Kersten: Grabtuch (Gral) Als Beweis für die Auferstehung Jesu – Hancock; Deberling als Bundeslade
6) siehe Franjo Terhart: Wächter Gral
7) so von Schroeder
8) Baigent/Lincoln/ Leigh: Der heilige Gral
9) Dan Brown: Sakrileg
10) siehe Lanz v. Liebenfels: Theozoologie
11) vgl. Lange, Vorwort zu Rahn: Kreuzzug
12) vgl. Monika Hauf; interessant in diesem Zusammenhang auch die etymologische Herleitung Sions von Sau / Sae ? den = Sau/ Wildschwein-Hügel, vor allem wenn man bedenkt, daß Semiten schon immer Schweine mieden, die als typische Haustiere der Europäer galten
13) so Gardner: Hüterin des heiligen Gral
14) siehe hierzu Trojaburg 2/2005
15) siehe Schlick: Das wahre Sakrileg
16) vgl. Monika Hauf: Rennes le Chataeu
17) siehe hierzu  Franjo Terhart, insbesondere bezüglich der 9 als heiliger Zahl der Kelten sowie des Gründungsdatums des Ordens
18) so Gardner: Hüterin des heiligen Gral
19) vgl. von Schroeder
20) Otto Rahn: Kreuzzug Gral
21) vgl. Trojaburg 2/2005
22) Julius Evola: Gralsmythos
23) Franjo Terhart
24) Chretien de Troyes
25) vgl. von List: Die Sage vom Gral
26) so von List, ebenda

Verwandte Seiten:

Guido von List: Die Sage vom Heiligen Gral

Miguel Serrano: K�nigliches Blut

Weltnetz:

Wikipedia

www.heiliger-gral.info/

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/index.php?id=25

Gruß an die Gralforscher

TA KI

Jehova – ein „Gott“ wird demaskiert


Geschrieben von: Dr. W. Hopfner   
Keine andere Figur hat die Weltgeschichte der vergangenen drei Jahrtausende so ungünstig beeinflusst wie „Jehova“. Die blutigste Spur, quer durch die Jahrhunderte, wurde in seinem Namen gezogen, Millionen Menschen in seinem Namen umgebracht, durch Mühe und Fleiss erworbene Vermögen in seinem Namen geraubt. Jehovas Anhängerschaft ist fast genauso gross wie die Unkenntnis über den Charakter dieses Kunstprodukts, wahrscheinlich weil die wenigsten sich mit ihm eingehender befasst haben. Wie es aussieht, wird das noch lange Zeit so bleiben. Da unsere Menschenart ganz besonders darunter gelitten hat, kann es sinnvoll sein, sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen.

 

Wer ist das also, dieser „Jehova“, was ist das für ein Gebilde, das noch heute nicht nur vom seinerzeit von ihm „auserwählten Volk“ verehrt, angerufen und gebraucht wird, sondern von zahlreichen durch Mission freiwillig oder mit Gewalt „bekehrten“ Menschen anderer Völker? Sehen wir uns zuerst das Volk an, bei dem Religion, Volkstum und Geschichte so eng miteinander verwoben sind, wie bei kaum einem anderen, das sich fast untrennbar mit diesem „Gott“ verbunden hat:

Etwa um 1400 v.Ztw. lebten im Süden und Osten der Halbinsel Sinai semitische Volkstämme, die sich „Hebräer“ nannten. Etwas später kamen aus Ägypten entflohene Kleinvieh-Nomaden hinzu, die sich „Israeliten“ hiessen. Beide vereinigten sich zu zwölf Stämmen, die unter ihrem Führer Moses am Berg Sinai zu einer religiösen Einheit zusammengeschlossen wurden und allmählich einen stark religiös geprägten Sakralstaat bildeten, mit verschiedenen Heiligtümern und Wallfahrtsstätten als Mittelpunkt. Im religiösen Bereich kannten sie anfangs eine ganze Reihe von Kulten: Den Kult der Gestirne, den Kult von Naturgottheiten, Hausgöttern (Teraphim), von Tieren (Kalb, Schlange), von heiligen Bäumen, Quellen, Steinen. Gleichzeitig erfanden sich einige von ihnen einen Gott namens „El“, einen Herrn, dessen hervorstechendstes Merkmal ein besonders großes Glied war. Dieser verschmolz, wieder etwas später, mit der Gott-Erfindung einer anderen Gruppe zu jenem besagten Jehova. Nach und nach drängte die um den Jehova-Kult entstehende Priesterkaste die urtümlichen, naturgemässen Kulte zurück. Die Verehrung dieses Jehova allein, wurde das gemeinsame Kennzeichen der zwölf Stämme, die sich nun „Volk Israel“ nannten. Dieser Vorgang war etwa um 1200 v.Ztw. abgeschlossen.

Mittlerweile hatten sich etwa seit dem Ende der Bronzezeit in Palästina (dem „Land Kanaan“) und in Syrien etliche Kleinstaaten gebildet mit recht hohen Kulturen – Länder, in denen „Milch und Honig“ floss. Aber schon damals wurde der Fehler begangen, zugunsten des eigenen Wohllebens die Armee zu vernachlässigen. Nur kleine, teilweise aus Berufskriegern bestehende Heere, sollten vor Eindringlingen schützen. Diese kamen auch bald:

Planmässig vernichteten die aus den Wüsten vordringenden Israeliten das enge Netz der kanaanäischen Kleinstaaten. Dabei schoben sie ihrer Erfindung, ihrem Gott Jehova, immer grössere „Macht“ zu, indem sie ihre Überfälle mit angeblich von „Ihm“ erhaltenen Befehlen rechtfertigten. Für ihre Führer war es wesentlich einfacher, einen Krieg auf Geheiss eines Gottes zu beginnen, als aus eigenem Antrieb. Dem Volk konnten sie sagen: „Gott will es!“ Und niemand konnte ihnen dabei eigene Absichten unterstellen oder nachweisen. Was wollte also diese praktische Erfindung, dieser Jehova im einzelnen? (Alle folgenden Zitate sind Originalton laut Bibel):

„Zerstöre, o Israel, ihre grossen und schönen Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast“.

Jehova, ihre praktische Ausrede, ihre Entschuldigung und Rechtfertigung gab all das in ihre Hand, was andere Völker erarbeitet und kultiviert hatten. Und neben der anhaltenden Niedermetzelung der Kanaanäer, im alten Testament auch „Amoriter und Hethiter“ genannt, überfielen die Israeliten auch gleich noch deren Nachbarn, die Ammoniter und Moabiter und töteten, laut Bibel, von letzteren einmal bei einem einzigen Gefecht „10000 Mann, alles starke und streitbare Männer“. Wenn man daran denkt, dass zur damaligen Zeit manche Völker nur aus etwa 10 – 20 000 Individuen bestanden, ist die Grösse des Massakers erst richtig einzuschätzen.

Immer wieder fielen sie über die Philister her, von denen der Israelit Samgar angeblich allein einmal 600 „mit einem Ochsenknüppel erschlug und erlösete Israel“, so übersetzte uns das Martin Luther. Gerade die Todfeindschaft zu den indogermanischen Philistern, die fünf Städte der Küstenzone beherrschten (Gaza, Astod, Ekron, Askalon, Gath) und die wohl von den Ägäischen Inseln stammten, diente dazu, die vorher gespaltenen Stämme zusammenzuschweissen. Die Israeliten überfielen mehrmals – bis zu deren Ausrottung – die Tsikal, Midianiter, und die Aramäer. Allerdings fielen sie zwischen 1200 und 1000 v.Ztw. auch viermal über sich selber her.

Nun geschah dieses Abschlachten fremder Völker nicht zufällig und „profan“, etwa durch blutrünstige Strauchritter, Steppenbanden, Räuber oder Halsabschneider, sondern kaltblütig geplant durch „ein Königreich von Priestern und deren heiliges Volk“ (2.Mos.19,6), durch reine, vom „Gottesgeist Jehovas getriebene“ Hirtennaturen (Noth), auf Befehl „charismatischer Führer“ (Würthwein). Immer voran mordete Jehova, der „niemand ungestraft“ lässt, dessen Nase Rauch, dessen Mund „verzehrendes Feuer“ entfährt, der „Flammen sprüht“, Schwefel regnen lässt, glühende Schlangen schickt und die Pest, der „Gott der Heerscharen“, der „Schlachtreihen Israels“, „der rechte Kriegsmann“, ein „schrecklicher Held“, ein „schrecklicher Gott“, „ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied“. (Man beachte die Wortwahl der „Heiligen Schrift“). Gewiss erscheint Jehova auch gelegentlich „barmherzig“, wirkt „Heilstaten“ – allerdings kümmert er sich nur um „jüdische Abkömmlinge“, wie wir aus der Bibel erfahren.

Fast immer geht „Unheil“ von ihm aus, „Vernichtung, jähes Verderben“, und das gleich für „alle Bewohner der Erde“. Bei seinem Kommen bebt angeblich die Welt, die Berge wanken, und die Gegner krepieren wie die Fliegen. Aufgepasst Feindstädte, falls ihr Berührung mit Jehova habt: „Wenn sie Jahwe, dein Gott, in deine Gewalt gegeben hat, sollst Du alles, was an Männern darin ist, mit dem Schwert töten, dagegen die Weiber und Kinder, das Vieh und alles, was sich in der Stadt befindet … geniessen“ (Henry Morgenthau brauchte nur aus der Bibel abzuschreiben). An anderer Stelle heisst es: „Du sollst keine Seele am Leben lassen“.

Dieser Jehova, diese monströse Erfindung – von Absolutheit besessen wie keine Ausgeburt der Religionsgeschichte zuvor und von einer Grausamkeit, die auch keine danach übertrifft – steht nicht nur hinter der Geschichte des Judentums, sondern auch hinter der gesamten Geschichte des Christentums. Und das auch heute noch! Verlangen die Kirchen doch heute noch von der ganzen (!) Menschheit, an ihn zu glauben, ihn anzubeten, für ihn zu sterben. Es ist ein Gott von so einzigartigem Blutdurst, dass er „alles Dämonische aufsaugte“. Denn weil er selbst „der gewaltigste Dämon war, brauchte man in Israel keine Dämonen mehr“ (Volz). Es ist ein Gott, der vor Eifersucht und Rache schäumt, der keinerlei Toleranz oder Andersgläubigkeit zulässt, vielmehr jede Gemeinschaft mit Heiden, den „Goyim“, die „rasha“ sind – nämlich gottlos – strikt untersagt, der „scharfe Schwerter“ fordert, um an ihnen „Vergeltung“ zu vollziehen. „Wenn dich der HERR, dein Gott, in ihr Land bringt…und er ausrottet viele Völker vor dir her…dass du sie schlägst, so sollst du an ihnen den Bann (Cherem) vollstrecken. Du sollst keinen Bund mit ihnen schliessen und keine Gnade gegen sie üben…eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen, und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne…Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. Du sollst sie nicht schonen“. Halleluja, halleluja.

Dieser Gott geniesst nichts so sehr wie Rache und Ruin. Er geht auf im Blutrausch. Seit der Vernichtung der kanaanäischen Stadtstaaten durch die Israeliten, von diesen – heute noch – verharmlosend “ Die Landnahme“ genannt, sind die geschichtlichen Bücher des Alten Testaments „auf lange Zeit die Chronik eines immer erneuten Gemetzels ohne Grund und Schonung“ (Brock). „Sehet nun, dass ich es allein bin und kein Gott neben mir ist!… So wahr ich ewig lebe: Wenn ich mein blitzendes Schwert schärfe und meine Hand zur Strafe greift, so will ich mich rächen an meinen Feinden… will meine Pfeile mit ihrem Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde“.

Der „Gott“ Jehova ist nach seinen Aussprüchen schlimmer als irgendein anderer Gott der Welt. Nicht Bewahrung des Lebens heischt er, nicht gleiches Recht für alle Menschen, sondern das Gegenteil. Stets stöhnt er über die Unzulänglichkeiten bei der Ausführung seiner Ausrottungsbefehle oder gar die Verbrüderung mit den Heiden: „Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ich, der HERR, doch geboten hatte, sondern sie liessen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke und dienten ihren Götzen…“. Denn dieser Gott will „allein“ Gott sein, nichts neben sich dulden, ist ein Gott „always at war with other gods“ (Dewick). Jede Konkurrenz muss verschwinden. Totaler Religionskrieg ist angesagt – tabula rasa! „Zerstört alle heiligen Stätten, wo die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben…und reisst um ihre Altäre und zerbrecht ihre Steinmale und verbrennt mit Feuer ihre heiligen Pfähle, zerschlagt die Bilder ihrer Götzen und vertilgt ihren Namen…“ . (…). Wer sich Jehovas Befehlen widersetzt, wer gar rät, sich andere Ideale oder Götter zu schaffen und diesen zu dienen, gleichgültig ob es „deine Frau (ist) in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben“, ein jeder muss sterben. Und „deine Hand soll die erste gegen ihn sein, ihn zu töten…“.

Ein Abfallen von Jehova wird als ein Ehebruch bezeichnet, denn Jehova fungiert auch als Ehemann. Nicht als der einer Göttin, sondern als Ehemann Israels. Wer sich von ihm lösen will und eine Frau ist, wird als „Hure“, „Hurenkind“, „Ehebrecherin“, „Tempeldirne“ bezeichnet. Männer gehen „mit den Huren“, das „Land läuft vom HERRN weg der Hurerei nach“, wenn es einen der seltenen Versuche macht, vom Monotheismus loszukommen, es „nimmt Hurenlohn auf allen Tennen“. Die Bibel, das „Wort Gottes“, stellt uns zeitweise das „Verheissene Land“, das „Heilige Land“, als eine Art Nuttenparadies vor. Israels geringe, aber doch gelegentlich erfolgte Anstrengungen, von Jehova wieder loszukommen, werden mit dem Treiben brünstiger Tiere verglichen.

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Wehe, wenn dieses Volk nicht gehorcht! Jehova kündigt ihm ungezählte Greuel an, Heimsuchungen „mit Schrecken, mit Auszehrung und Fieber, dass euch die Augen erlöschen und das Leben hinschwindet…Und ich will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreissen“. Ja, er will dann, tobt er immer wieder, „siebenfältig mehr strafen um eurer Sünden willen, dass ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen…“. (Den Kannibalismus in Neuguinea sollten Juden und Christen nicht verurteilen. Der Genuss des Fleisches des Gottessohnes und das Trinken seines Blutes – wenn auch im übertragenen Sinne – ist noch heute Christenpflicht).

„Und ich will eure Städte wüst machen und eure Heiligtümer vernichten…und mit gezücktem Schwert hinter euch her sein…“.

Nie erlahmt dieser Gott, seine Rache für jeden kleinsten Ungehorsam anzudrohen: „Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht wirst du sein auf dem Acker…Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes… Verflucht… Verflucht… Verflucht… Der HERR wird dir die Pest anhängen…Der HERR wird dich schlagen mit ägyptischem Geschwür, mit Pocken und Grind und Grätze, dass du nicht geheilt werden kannst… Der HERR wird dich schlagen mit bösen Geschwüren… von den Fusssohlen bis zum Scheitel… dazu wird der HERR alle Krankheiten und Plagen… über dich kommen lassen“, und so weiter, und so weiter.

Das Töten ist Jehovas große Lust. Massenmord im Krieg war bei den Israeliten selbstverständlich, aber auch die Todesstrafe in Friedenszeiten – gewöhnlich Steinigung, ausnahmsweise Verbrennung bei lebendigem Leib – wurde auf angebliches Geheiss Jehovas grosszügig vollzogen. Nicht bloss ein Mörder muß sterben, auch wer einen Menschen beraubt, wer Vater oder Mutter schlägt oder ihnen nur flucht, ist des Todes. Ebenso belegt Jehova Ehebruch mit der Todesstrafe – natürlich nur den der Frau samt ihres Liebhabers – Geschlechtsverkehr während der Menstruation, Hurerei einer Priestertochter, Nichtschreien einer Verlobten bei Vergewaltigung, Inzest, Homosexualität, Verkehr mit Tieren. Ein Weib war sogar dann zu töten, wenn es „irgendeinem Tier“ entblösst nahte – „und das Tier auch“ (3.Mos.10,16).

Frauen werden von Jehova insgesamt als unbelehrbar und leichtfertig betrachtet, ausserdem wenig geachtet, wie schon die Zusammenstellung „Frauen, Sklaven, Kinder“ ausdrückt. In Jehovas „heiliger Schrift“ werden Frauen vielfach diffamiert, verhöhnt, zurückgesetzt, aus dem öffentlichen Leben verdrängt. All das kehrt später im Christentum für fast zwei Jahrtausende wieder und ist zum grössten Teil noch heute in der kirchlichen Hierarchie feststellbar.

Selbstverständlich verlangt Jehova für jede Verehrung eines anderen Gottes die Todesstrafe, ebenso für Lästerung seiner selbst, ferner für Unterlassung der Beschneidung, für Zauberei, Wahrsagerei, Anrühren des Berges Sinai. Auch Annähern an die Stiftshütte will er mit dem Tod bestraft sehen, ebenso wie unkorrekte Kleidung des Hohepriesters im Tempel, Arbeit am Sabbat, Genuss ungesäuerter Brote am Passah, verspätete Darbringung des Passah-Opfers, Essen von Opferfleisch nach drei Tagen, absichtliche Verletzung der Opferordnung, Ungehorsam gegen Priester oder Richter und anderes mehr.

Den Tod zu bringen hat bei Jehova schon eine Art religiöses Gepräge. Und das wirkt auf die Menschen, die ihn verehren, zurück. Denn so, wie man sich untereinander im Geist Jehovas belog und betrog – Thamar den Juda, Rebekka den Esau, die hebrüischen Wehmütter den Pharao, Laban den Jakob, Jakob (sein Name heisst übersetzt: der Hinterlistige) wiederum seine Brüder – so tötete man auch im Geiste Jehovas ohne jegliche Skrupel. Jehova selber verschlingt ja Menschen, speit Feuer, schickt Meeresfluten, mordet ohne Ende, einzelne nicht nur, sondern auch ganze Gruppen: Alle Erstgeburten der Ägypter, die Rebellen und Unkeuschen in der Wüste, dreitausend Verehrer des Goldenen Kalbs. Also kann es keine Sünde, kein Verbrechen sein, wenn man all das Jehova nachmacht: „So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder gürte sein Schwert… und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten“. Jehova tötet „das ganze Heer des Pharao… so dass nicht einer von ihnen übrigbleibt… eine herrliche Tat“. Jehova tötet die Familie des Hohepriesters Eli, die Häuser der Könige Jeroboam, Baesa, Achab, er vernichtet Städte wie Sodoma und Gomorrha durch „Schwefel und Feuer vom Himmel herab“, die gesamte damalige Menschheit durch die Sintflut. Das Skandalöse aber ist: Katholische Kirchengeschichtler der Jetztzeit ficht das alles nicht an. „Die Bibel enthält die Geschichte der Grosstaten, der mirabilia, die Gott im Kosmos und in der Geschichte getan hat“ , so der katholische Historiker Danielou noch heute. Da fehlen einem die Worte.

Die Rückwirkungen der Untaten dieser von Menschen geschaffenen und zu einer – schlauerweise unsichtbaren – „Person“ erhobenen Figur Jehova auf eben diese Menschen, bleibt nicht aus. Da der HERR dies alles getan hat, wird Israel immer wieder zu einer Art Grössenwahnsinn ermuntert: „Von heute an will ich Furcht und Schrecken vor dir auf alle Völker unter dem ganzen Himmel legen“. „Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her dem Schwert verfallen. Fünf von euch sollen Hundert jagen, und Hundert von euch sollen Zehntausend jagen“. Da der HERR dies alles will und sogar befiehlt, so ist all das auch nicht im geringsten kriminell, sondern gut, wesenhaft religiös, der Krieg selbst ist ein frommer Akt, etwas Heiliges, das Kriegslager geradezu das älteste Heiligtum.

Die Kriege selbst werden vorwiegend als „Heilige Kriege“ geführt, der Krieg wird zur Sache Jehovas. Alle Erfolge werden allein seiner Macht zugeschrieben, die Siege sind Jehovas Siege, die Feinde sind Jehovas Feinde, die eigenen Totschläger sind „sein Volk“, und die Beute gehört ihm natürlich auch. Alle Haudegen werden vor Kampfesbeginn „geweiht“, vor dem Gemetzel bringt man Opfer dar. Es gibt einen organisierten, höchst einflussreichen Klerus. Dieser befragt Jehova vor dem Kampf und betet zu ihm. Die Bundeslade garantiert seine Gegenwart, sie begleitet die Streiter. Priester feuern unentwegt an, treiben den Kämpfern die Angst aus und den Mut ein: „Denn der HERR, euer Gott, geht mit euch…“. „Der HERR, mein Feldzeichen“… All das kehrt im Christentum wieder – und das schändliche daran ist, dass es bis zum heutigen Tag unter christlicher Regie immer wiederkehrt!

Und so handelten die Israeliten gemäss den Weisungen ihres Herrn. Sie vernichteten die bedeutenden Reiche des Sihon und Og nördlich von Moab: Sie liquidierten Sihon, den König der Amoriter, so „vollstreckten wir den Bann (Cherem) an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und liessen niemand übrig. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten“. Nicht anders schlugen sie Og, den König von Basan, „und seine Söhne und sein ganzes Kriegsvolk, bis keiner mehr übrigblieb“. „Und es gab keine Stadt, die wir ihnen nicht nahmen, sechzig Städte…Und wir vollstreckten den Bann (Cherem) an ihnen… an Männern, Frauen und Kindern. Aber alles Vieh und die Beute aus den Städten raubten wir für uns“.

Auch vom Sieg über die Midianiter meldet die „Heilige Schrift“: „Und sie zogen aus zum Kampf… wie der HERR es Mose geboten hatte, und töteten alles, was männlich war. Samt diesen Erschlagenen töteten sie auch die Könige der Midianiter… Und die Kinder Israels nahmen gefangen die Frauen der Midianiter und ihre Kinder, all ihr Vieh, alle Habe und alle Güter raubten sie und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte, wo sie wohnten, und alle ihre Zeltdörfer“. Moses, dem Heerführer, genügte das aber nicht. Er „wurde zornig“, weil alle Frauen noch lebten sowie die Knaben und schrie: „Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?…So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind. Alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben… Und es betrug die Beute 675000 Schafe, 72000 Rinder, 61000 Esel. An Menschen aber 32000 Mädchen, die nicht von Männern berührt waren“. Erinnern wir uns: Dieser Moses hatte kurze Zeit vorher den Israeliten die „10 Gebote“ gegeben, von denen eines sagt: „Du sollst nicht morden!“ Diese Gesetze galten also offensichtlich nur gegenüber den eigenen Volksangehörigen.

In dieser Art verwüstete das „Volk Gottes“ zwischen 1250 und 1225 v.Ztdw. den grössten Teil Kanaans, mordete unter religiösem Geschrei wie „Schwert für den HERRN und Gideon !“ alle dort lebenden Heiden, schleppte – bestenfalls – Frauen und Kinder, stets aber die lebensnotwendigen Herden fort, beging die abscheulichsten Greueltaten und priess sie als Heldentaten, verbrannte Dörfer und Städte bis auf den Grund. Heutige Archäologen finden bei Ausgrabungen kanaanäischer Orte häufig eine dicke Ascheschicht, die von jener Vernichtung durch Feuer herrührt. So wurde Asdod an der wichtigen „Strasse am Meer“, eine der grössten Städte der Eisenzeit, später Hauptstadt des Fünfstädtebundes der Philister, um 1235 v.Ztw. von den Israeliten niedergebrannt. So überfielen sie Hazor, den bedeutendsten befestigten Platz Kanaans, so zerstörten sie Lachis und Debir. Der amerikanische Historiker Parkes stellt kühl fest: „It is true that there is ethnic intolerance all through Israel’s history“.

Manchmal rotteten sie ganze Stämme aus. Dazu hatten sie sich den heute noch gebrauchten – zuletzt 1933 gegen Deutschland ausgesprochenen und noch in Kraft befindlichen – „Bann“ (Cherem) ausgedacht. Den Feind wollen sie mit Verhängung des „Cherem“ als Ganzes ihrem Jehova weihen, als „Brandopfer“. Nichts soll von ihm übrigbleiben. Ausdrücklich befiehlt der HERR in diesen Fällen: „Du sollst nichts leben lassen, was Odem hat, sondern du sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hethitern, Amoritern, Kanaanitern, Peristitern, Hewitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, damit sie euch nicht lehren, all die Greuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter getan, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott“.

Wie kann es zu einer solchen, noch in die Jetztzeit reichenden (Cherem!) barbarischen Haltung kommen? Voraussetzung ist unstreitig der extremste Nationalismus der Antike, verbunden mit der ringsum fremden Einmaligkeit des jüdischen Monotheismus. Beide steigerten sich gegenseitig schon früh zu einem unduldsamen Hass gegen die übrige Menschheit sowie einem, auch in der Katastrophe des jüdischen Exils nie preisgegebenen Auserwähltheitsdünkel. Eine geistig religiöse Weiterentwicklung, so, wie sie das Heidentum – trotz christlicher Verfolgung – bis in die heutige Zeit und gerade in der heutigen Zeit durchmacht, gibt es bei vielen Anhängern Jehovas nicht. Der römische Geschichtschreiber Tacitus hält mit Rücksicht auf die religiöse Toleranz der Römer den Juden die „Hartnäckigkeit ihres Aberglaubens“ vor und bezeichnet sie im Judenkapitel seiner „Historien“ als „eine den Göttern verhasste Menschenart“ (genus hominum… invisum deis).

Die zweite Voraussetzung des israelitischen Fanatismus und der daraus entstandenen, in der Weltgeschichte einzigartigen Ausrottung einer Vielzahl anderer Völker, ist die vermeintliche Lasterhaftigkeit aller „Ungläubigen“, die das Land angeblich „unrein“ machen. „Denn alle, die solche Greuel tun, werden ausgerottet werden… ich bin der HERR, euer Gott“, sind die Worte Jehovas.

DieHeiden waren damals bereit, den Gott der Juden neben ihren Göttern zu dulden. Leider gereichte ihnen das regelmässig zum Verderben. Im „Buch der Richter“ schildert uns das Alte Testament fast ausnahmslos „Heilige Kriege“ gegen die Heiden, welche die Israeliten von 1200 bis 1050 v.Ztw. führten. Die Ruinen vieler wiederholt zerstörter Dörfer und Städte des 12. und 11. Jahrhunderts liefern noch heute einen entsprechenden archäologischen Kommentar dazu.

Das „Wort Gottes“ schildert im Buch Josua die „Landnahme“ der aus den Wüsten vordringenden Israeliten. Diese „Landnahme“ war ein solcher „Heiliger Krieg“. Geführt wurde er mit kaum zu übertreffender Brutalität. Die Bundeslade, Bürgschaft für Jehovas Gegenwart, begleitete die Metzeleien. Mit Hilfe der Bundeslade überquerte man den Jordan, sieben Tage trug man sie um das belagerte Jericho, wozu sieben Priester die Posaunen bliesen, bis man „an allem“ den Bann (Cherem) vollstreckte „mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Weib, jung und alt, Rindern, Schafen und Eseln“. Ebenso verfuhren Jehova und die „Kinder Israel“ mit all den anderen Städten, die sie in Schutt und Asche legten, mit Ai, mit Makkeda, Libna, Laschis, Eglon, Hebron, Debir, Hazor, Gibeon. Mit ermüdender Monotonie verkündet das „Wort Gottes“: … und liessen niemand übrig“, „… und liess niemand übrig“, „… und liess niemanden übrig“, „… und vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte“, „die ganze Beute dieser Städte und das Vieh teilten die Kinder Israel unter sich; aber alle Menschen erschlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie vertilgt waren, und liessen nichts übrig, was Odem hatte“.

Nur manchmal machten sie „Friedensangebote“, bei Städten, wo sie nicht selbst siedeln wollten. Ihr Jehova wusste eine einfache Lösung für Frieden, und die ging so: „Wenn du vor einer Stadt stehst, so sollst du ihr zuerst den Frieden anbieten. Antwortet sie dir friedlich und tut dir ihre Tore auf, so soll das ganze Volk, das darin gefunden wird, dir frohnpflichtig sein und dir dienen“. Andernfalls freilich befiehlt Jehova, „sollst du alles, was Mannes darin ist, mit der Schärfe des Schwertes erschlagen“. Ist doch einfach, oder?

Zur Kriegführung hatten sie sich einiges ausgedacht: Spionage, Überrumpelung, Nachtmärsche, Nachtangriffe, Unterminierung der Stadtmauern, Eindringen durch Schächte, ballistische Wurfmaschinen und Steinschleudern. Streitwagen und Kavallerie hatten die Israeliten jedoch lange Zeit nicht. Als Nomaden wussten sie erstaunlicherweise mit Pferden lange Zeit nicht umzugehen. Josua und auch noch David liessen daher diesen Tieren, wenn sie sie erbeuteten, die Sehnen durchschneiden.

Das Buch, in dem solches steht und das einem Teil der Bevölkerung als „Gottes Wort“ eingeredet wird, darf in der BRD frei verkauft werden, es ist Heranwachsenden zugänglich, bei ihm will der Gesetzgeber nicht die Gefahr der „sozialethischen Verwirrung Jugendlicher“ sehen. Warum wohl? Weil in den Ausschüssen, die über die Jugendgefährdung eines Buches befinden – die Vertreter der Kirchen sitzen! Und über das eigene Verherrlichen von Verbrechen wird die Kirche natürlich nicht schlecht urteilen. Und das ist der eigentliche Skandal! Würde hingegen jemand – rein hypothetisch – schreiben: „Die Gesetze im Dritten Reich waren ihrer Zeit um hundert Jahre voraus“, würde er von den Sittenwächtern der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ gejagt und zur Strecke gebracht werden. Zurück zur Bibel und unserem Untersuchungsobjekt, Jehova.

In der Königszeit dauerten die Kriege, Raubzüge, Überfälle unentwegt fort. Samuel, Israels letzter Richter und erster König, hatte die indogermanischen Philister bekriegt und nahezu vernichtet. Seinem Nachfolger Saul befahl er in Jehovas Namen: „So zieh nun hin und schlage Amalek (gemeint sind ganz allgemein „die Heiden“) und vollstrecke den Bann (Cherem) an ihm und an allem, was er hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel…“. Der eigentlich Skandal aber ist: Noch heute attestiert das bändereiche katholische „Lexikon für Theologie und Kirche“ diesem Völkermörder „Unbescholtenheit“ und rühmt: „Lauterer Eifer für die Theokratie, für Recht und Gesetz, steter Gehorsam gegen Gottes Willen zieren Sauls Charakter“. Nicht der damaligen Untaten wegen sind die heutigen Anhänger und Vertreter der jüdisch-christlichen Ideologie unsere Feinde! Ihre heutige Verherrlichung der damaligen Verbrecher, ihr Bekenntnis zur „Tradition“ jener Menschenverachtung, ihre Beschönigung der Barbarei, für die sie kein Wort des Bedauerns oder gar der Entschuldigung finden – von Wiedergutmachung ganz zu schweigen – verhindern jede Diskussionsbasis mit ihnen.

Saul (1020-1000 v.Ztw.), der erste König Israels – der eindeutig an Depressionen und Verfolgungswahn litt – knüpfte kräftig an die Tradition vom „Heiligen Krieg“ an. Laut Bibel kämpfte Saul „gegen alle seine Feinde ringsumher“, gegen Moabiter, Ammoniter, Edomiter, gegen König Zobas, die indogermanischen Philister und Amalektiter. Als er, natürlich auf Jehovas Befehl, alle Amalektiter, einschliesslich der Kinder und Säuglinge, ermorden liess, das beste Vieh aber schonte – somit den Bann (Cherem) nicht vollständig ausführte – erregte er den Zorn des altersschwachen Propheten Samuel und natürlich auch den des HERRN. Angeblich „zur Strafe“ wurde er von den Resten der Philistern beinahe vernichtend geschlagen und beging Selbstmord – der erste in der Bibel erwähnte Freitod.

Sein Nachfolger wurde David (übersetzt heisst der Name: Liebling Gottes). Er kaufte sich Sauls Tochter Mihal für den merkwürdigen Preis von hundert, den Philistern abgeschnittenen Vorhäuten (da wird sie sich aber gefreut haben). Er führte von 1000-961 v.Ztw. einen Krieg nach dem anderen, natürlich immer „gegen lauter Unterdrücker“. In seinem Danklied bekennt er: „Meinen Feinden jage ich nach und vertilge sie, und kehre nie um, bis ich sie umgebracht habe. Ich will sie zerstäuben und zertreten“. Der katholische Kirchenlehrer und „Heilige“ namens Ambrosius lobt ihn daher auch, denn er „fing nie einen Krieg an, ohne den HERRN zu Rate gezogen zu haben. Deshalb ging er aus allen Schlachten als Sieger hervor, die Hand bis ins höchste Greisenalter am Schwerte…“. Als erprobter einstiger Hauptmann einer Räuberbande ging David, der von einem anderen katholischen Kirchenlehrer, dem „Heiligen“ Basilius, gelobte „hochgemute Kriegsheld“, besonders gründlich vor. „So oft David das Land überfiel, liess er weder Mann noch Frau am Leben“, rühmt die „Heilige Schrift“. Die gesamte jüdische, christliche und erstaunlicherweise auch islamische Theologie sind voll des Lobes und der Verehrung dieses „Bluthunds“ – wie er mehrfach in der Bibel tituliert wird. Und auch der HERR bestätigt anerkennend: „Du hast viel Blut vergossen und grosse Kriege geführt“. Doch immer geschah alles MIT GOTT! Und daher heisst es mehrfach: „Der HERR half David, wo er auch hinzog“, so, nachdem David „zweiundzwanzigtausend Aramäer“ erschlug, so, nachdem er „achtzehntausend Edomiter“ erschlug. Alles immer MIT GOTT, denn „ich bin bei dir gewesen, wo du auch hingegangen bist, und habe deine Feinde ausgerottet vor dir her und dir einen Namen gemacht, wie die Grossen auf Erden Namen haben“ – die grossen Verbrechergestalten, sagen wir Heiden, aber das steht nicht in der Bibel.

„Bluthund“ David freilich attestiert sich selbst „Gerechtigkeit, Reinheit“. „Ich handle umsichtig und redlich. Ich nehme mir keine bösen Sachen vor. Ich halte die Wege des HERRN, ich bin ohne Tadel vor ihm“. Noch in seinen letzten Worten erscheint David sich rein „wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken“.

Unter Davids Herrschaft entstand Gross-Israel, das zum grössten Land zwischen Ägypten, Mesopotamien und der Türkei wurde. Er schlug die Philister so vernichtend, dass sie danach nicht mehr in der Bibel erwähnt werden. Dies gelang ihm, nachdem er das Vertrauen und die Gastfreundschaft des Philisterkönigs Achis von Gath, der ihm 16 Monate lang Schutz vor Saul gewährt hatte, zum Ausspionieren der Philisterstädte nutzte. Er schaffte den Kern eines Berufsheeres und verschärfte entscheidend den Jahwe-Glauben, indem er diesen zur allein geduldeten Staatsreligion machte.

Wie aber Jehova den „Bluthund“ David preist, weil er „meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, dass er nur tat, was mir wohlgefiel“, und wie David sich selber preist, so preist ihn fort und fort – und das noch heute – der christliche Klerus. Dieser hat es durch die Jahrhunderte mit allen grossen Verbrechern der Geschichte gehalten, wenn und solange sie ihm nützten. Das ist auch heute noch so und das ist der eigentliche Skandal!

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David nützte den Jehovasdienern und so machten sie ihn zum Vorbild für Jahrtausende: Weil er treu zu Jehova stand, für den HERRN gern Kriege führte, seine Kriegsbeute „heiligte“, sie für den Tempel (und damit für den Klerus) bestimmte, „auch das Silber und Gold, das er den Heiden abgenommen hatte, den Edomitern, Moabitern, Ammonitern, Philistern und Amalektitern“, und weil er alles, was gegen Jehova und seine Diener war, zum Verstummen brachte. „Den Bösen kann ich nicht leiden… Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN“. So passte es dem Klerus zu allen Zeiten.

Davids Grossreich hielt nicht lange. Im Jahre 926 v.Ztw. wurde es in das Südreich Juda und das Nordreich Israel geteilt. Jetzt bekam Jehova erst richtig zu tun, denn es war klar, dass beide Teile übereinander herfielen und sich – immer in Jehovas Namen und mit seinem Segen – bekriegten (Wir kennen das aus dem dreissigjährigen Krieg). Er musste ständig die Seiten wechseln – das strengt an. Machtkämpfe, Staatsstreiche und Kriege rissen nicht ab. Es war Krieg zwischen den Königen Rehabeam und Jerobeam, und es war Krieg zwischen Asa und Baesa. Blut floss dabei angeblich wie Wasser. Das Nordreich Israel schaffte es mit Jehovas Hilfe einmal, fünfhunderttausend Leute des Südreichs Juda zu erschlagen. Dann wechselte Jehova die Fronten, denn das Südreich Juda überfiel das Nordreich Israel und zahlte es jenem erfolgreich im Namen des HERRN heim.

Fast die Hälfte aller israelitischen Könige starb eines unnatürlichen Todes, weil sie von ihren jeweiligen Gegnern ermordet wurden. Und das, obwohl sie doch alle glühende Anhänger Jehovas waren. Das liest sich dann so:

Asarja, König von Juda regierte nur sechs Monate, denn Schallum, sein Gegner, schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Aber Schallum regierte nur einen Monat, denn Menahem schlug Schallum tot und wurde König an seiner statt. Menahem, der bei der Eroberung der Stadt Tiphsachs „alle Schwangeren aufschlitzen liess“, hielt sich immerhin mit Jehovas Hilfe ein Jahrzehnt und starb friedlich. Sein Sohn Pekachja freilich herrschte wieder bloss zwei Jahre, dann machte Pekach eine Verschwörung und schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Nach zwanzig Jahren rebellierte Hosea gegen Pekach und schlug ihn tot.

Als Baesa den israelitischen König Nadab aus dem Hause Jerobeam (910-909 v.Ztw.) erschlagen hatte, „erschlug er anschliessend das ganze Haus Jerobeam. Er liess auch nicht einen übrig vom Hause Jerobeam, bis es ganz vertilgt war nach dem Worte des HERRN“. Nach ihm ergriff sein Sohn Ela das Staatsruder; allerdings nur für zwei Jahre, denn sein Knecht Simri schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Simri liquidierte nun „nach dem Worte des HERRN“ in Martin Luthers plastischem Deutsch, „das gantze haus Baesa/ und lies nicht uber auch nur einen der an die wand pisset“.

Doch Simri sass nur sieben Tage auf dem Thron, dann wurde er im Turm des Palastes verbrannt, denn Omri erhob sich zum König. Omri war einer der fähigsten Könige, denn er festigte erst einmal das Nordreich und begründete eine Dynastie, die sich immerhin 40 Jahre hielt. Über Omri und seinen Sohn Ahab, berichtet das Alte Testament verständlicherweise nicht viel, denn beide übten religiöse Toleranz, insbesondere gegenüber dem aufkommenden Kult des Baal, taten also wieder das, „was dem HERRN missfiel“. Natürlich wurde die tolerante Dynastie Omri/Ahab liquidiert und ausgerottet. Dabei taten sich der Prophet Elia als Hetzer und der Armeegeneral Jehu als Mörder besonders hervor. Denn der HERR gebot: „Du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen… Und ich will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann … Und die Hunde sollen seine Königin Isebel fressen, auf dem Acker…“. Erst tötete Jehu alle 70 Söhne Ahabs, deren Köpfe man ihm in Körben übersandte, dann „erschlug Jehu alle Übriggebliebenen vom Hause Ahab, alle seine Grossen, seine Verwandten und seine Priester, bis kein einziger übrigblieb“. „Ergreift sie lebendig! Und sie ergriffen sie lebendig und töteten sie bei dem Brunnen von Beth-Eked, zweiundvierzig Mann, und er liess nicht einen einzigen von ihnen übrig“. Elisa, der Nachfolger des berüchtigten Propheten Elia – heute noch von den Katholiken als „Hersteller der Herzensreinheit in den Familien“(!) verehrt (Hamp), liess am Bach Kison sämtliche heidnischen Baalspriester abschlachten, „vierhundertfünfzig Mann“ laut Bibel, einer der „Höhepunkte seiner Lebensbahn“. König Jehu wollte dem nicht nachstehen. Er ludt Baals sämtliche Anhänger zu einem „heiligen Fest, denn ich habe ein grosses Opfer dem Baal zu bringen“ – und befahl dann seinen Schergen: „Geht hinein und erschlagt jedermann; lasst niemand entkommen! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes“. Anschliessend erhielt er von Jehova grosses Lob: „Weil du willig gewesen bist, zu tun, was mir gefallen… sollen dir auf dem Thron Israels sitzen deine Söhne bis ins vierte Glied“. Der Mörder Jehu selbst drückte diesen Thron 28 Jahre lang.

Die Massaker gingen weiter bis zum Jahre 772 v.Ztw. Da kassierten die Assyrer im ersten Ansturm das Nordreich Israel und 597-587 eroberten die Babylonier das Südreich Juda, Jerusalem wurde erstürmt, der Tempel zerstört. Die Oberschicht und die Handwerker wurden deportiert, nur vom „niederen Volk“ ein Teil zurückgelassen, „Weingärtner und Ackerleute“. Die Zerstreuung der Israeliten über ganz Kleinasien begann. Im Jahre 538 v.Ztw. erlaubte der heidnische, babylonische König Kyros die Rückkehr nach Palästina. Nur ein kleiner Teil machte Gebrauch davon. Ab jetzt werden die Israeliten „Juden“ genannt. Bald darauf wurde Babylon von den Persern erobert und 200 Jahre später existierte auch das persische Reich, das bis dahin grösste der Welt, nicht mehr. Es wurde Beute der Makedonier unter Alexander dem Grossen. Dann drangen die Römer vor und beerbten die untergehenden antiken Reiche, gelangten somit in den Besitz Palästinas.

Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bauten die Juden den Tempel, den „zweiten Tempel“ wieder auf, 515 v.Ztw. weihten sie ihn ein. Die Priesterkaste war rasch wieder die mächtigste und reichste Macht im Lande, der Hohepriester wurde der Führer Judas. Der „Bund mit Jahwe“ wurde erneuert, allerdings war der „Neue Bund“ nur ein übler Aufguss des alten: „Die Heiden sollen erfahren, dass ich der HERR bin“. Man predigte weiter die Exclusivität, die religiöse Unduldsamkeit, den nationalen Ungeist, den totalen Sieg Jahwes, die Errichtung des „Gottesreichs“ auf Erden. Besonders tat sich der Prophet Esra hervor. Er hatte natürlich „die Hand des HERRN“ über sich und erlässt Bestimmungen, die schärfer sind als die Nürnberger Gesetze 1935 : Alle fremden Frauen und Kinder sollten aus den Häusern der Juden verstossen, ausländische Einflüsse unterbunden werden. „Haupthaar und Bart“ raufte sich Esra wegen der Mischehen, warf sich auf die Knie, betete, weinte und beschwor die Juden: „Ihr habt dem HERRN die Treue gebrochen… scheidet euch von den fremden Völkern des Landes und von den fremden Frauen. Er kämpfte für Rassereinheit, wusste aber nicht, dass die Juden schon damals nicht mehr „reinrassig“ werden konnten. Jahrhundertelang hatten sie sich mit den geraubten Frauen und Mädchen der besiegten Heiden vermischt.

Für den Verfall der ehemaligen israelischen Macht hat Esra die Erklärung bereit, die auch heute noch alle Pfaffen für Katastrophen bereithalten: „Um unserer Missetaten willen sind wir und unsere Könige und Priester von Jehova in die Hand der Könige der (fremden) Länder gegeben worden, ins Schwert, ins Gefängnis, zum Raub und zur Schmach, so wie es heute ist“. Nur sehr vorsichtig wird jetzt, unter der Fremdherrschaft, der Hass auf die Heiden artikuliert: „Und lasst sie nicht zu Frieden und Wohlstand kommen ewiglich, damit ihr mächtig werdet und das Gut des Landes esst und es euren Kindern vererbt auf ewige Zeiten“.

Es war ja auch wirklich zum Haare ausraufen: Abraham, der „Stammvater“, „trotz seiner Vorhaut“ in der Gunst des HERRN stehend, hatte die Ägypterin Hagar als Nebenfrau genommen, seine Hauptfrau Sarah war zuerst eine Götzenanbeterin gewesen. Beider Sohn Isaak hatte eine Vollblutheidin geheiratet, Rebekka. Beider Sohn Jakob hatte die fremdstämmige Bilha und zusätzlich noch die Heidin Silpa geheiratet. Moses selbst hatte eine dunkelhäutige Äthiopierin genommen – angeblich mit Billigung Jehovas. Abertausende von israelischen Kriegern hatten eine oder mehrere fremdrassige Beutenebenfrauen von den Kriegszügen mitgebracht.

Auch Nehemia, der Nachfolger Esras, verteufelte die herrschende Liberalität: „Und ich schalt sie und fluchte ihnen und erschlug einige Männer und packte andere an den Haaren und beschwor sie bei Gott… So reinigte ich sie von allem Ausländischen…“ – um das „Gottesvolk“ zu bilden und den Glauben an die „Auserwähltheit vor anderen Völkern“ zu festigen. Das war der eigentliche Grund dieser Absonderungsvorschrift.

Esra und Nehemia hatten Erfolg. Die Mischehen wurden gelöst, die fremden Frauen samt Kindern verstossen. Priester mussten anhand der Geschlechtsregister ihre jüdische Abstammung nachweisen. Dabei hatte Jehova einst, entgegen seinem noch früher ergangenen Befehl, selbst die Ehe mit kriegsgefangenen Ausländerinnen gestattet, ja sogar geraten, „ein schönes Mädchen“, dessen Vater und Mutter man gerade erschlagen hatte, zu heiraten, wenigstens solange, bis man „keinen Gefallen mehr“ an ihr hatte. Seit Esra’s Zeit bis heute sind Mischehen im Judentum verpönt.

Nehemia stachelte den jüdischen Nationalismus an. Eindrucksvoll erinnerte er an die Vergangenheit der Vorfahren: „Und du gabst ihnen Königreiche und Völker… Und du demütigtest vor ihnen die Bewohner des Landes, das du unseren Vätern gegeben hast… siehe, in ihm sind wir Knechte“. Die von Nehemia bejammerte „grosse Not“ betraf allerdings nur die politische Ohnmacht des Judentums nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Denn der herrschenden Klasse, den Priestern – zu allen Zeiten die Profiteure in Katastrophen – ging es glänzend. Die griechischen Historiker Hekataios und Aristeas, die um 300 v.Ztw. Palästina bereisten, bestaunten den Pomp und die Pracht mit der die rund 700 Tempelpriester und vor allem der Hohepriester in Jerusalem auftraten. Ein anderer Schriftsteller beschreibt um 170 v.Ztw. dies Gepränge so: „Wie herrlich war er… wie der Morgenstern zwischen den Wolken… wie die Pflanzenpracht des Libanon… rings um ihn der Kranz seiner Söhne wie Zedernschösslinge… Dann beeilte sich das ganze Volk allzumal und fiel auf sein Angesicht… Dann stieg er herab und erhob seine Hände… und der Segen des Herrn war auf seinen Lippen“. Erinnert uns das nicht an einen Papstauftritt von heute?

Der Klerus sorgt in erster Linie immer wieder für sich selbst – durch „göttliche“ Befehle, versteht sich: „Das Beste von den Erstlingen deines Feldes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes bringen“. „Alles Beste vom Öl und alles Beste vom Wein und Korn, die Erstlingsgabe, die sie dem HERRN bringen… alles, was zuerst den Mutterschoss durchbricht, es sei Mensch oder Vieh…“. „Bringt aber den Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus“… „Und dass niemand vor mir mit leeren Händen erscheine!“ So heisst es im „Wort Gottes“.

In Nichts stehen die heutigen christlichen Kleriker ihren jüdischen Amtsinhabern nach. 13 Milliarden DM lassen sie derzeit jährlich als Kirchensteuer eintreiben. Mancher Heide glaubt, er finanziere durch Austritt aus der Kirche diese Organisation nicht mehr. Doch der Skandal ist: Fast die gleiche Summe erhalten die Kirchen noch einmal als verdeckte staatliche Zuwendungen aus dem allgemeinen Steueraufkommen , über die nicht geredet wird, die aber auch von den aus der Kirche Ausgetretenen erbracht werden müssen. Einmalig in der Welt ist es, dass diejenigen, die mit der Kirche nichts zu tun haben wollen, diese Organisation auch noch mitfinanzieren müssen! Die Streichung der Kirchensteuer und der verdeckten Zuwendungen würde ein Sparpotential von derzeit rund 30 Milliarden DM freimachen. Heidnische Glaubensgemeinschaften kosten den Staat nichts. Von unseren ethischen und moralischen Kategorien im Vergleich zum Jehova-Glauben wollen wir in diesem Zusammenhang garnicht reden.

Kehren wir zu Jehova und seinem Volk, das sich so eng mit dieser Scimäre verbunden hat, zurück. Der Rest ist schnell erzählt: Nach der Eroberung Palästinas durch Alexander den Grossen (332 v.Ztw.) herrschte hier die judenfreundliche makedonische Dynastie der Ptolemäer. Ihnen folgte die eher judenfeindliche Dynastie der Seleukiden. Durch sie kam der Hellenismus ins Land. Die Oberschicht der Juden beschäftigte sich nun allmählich mit der weitaus überlegenen, antiken, griechischen Kultur und begann, sich zunehmend als „Weltbürger“ zu fühlen. Das Proletariertum und einige besondere Zirkel allerdings pflegten ihre Abgeschlossenheit und den „heiligen Samen“ der Verblichenen. Von Regierungsseite aus wurde versucht, aus Jerusalem eine griechische polis (Stadt) zu machen um die hier herrschenden, alttestamentarischen Zustände zu beseitigen und eine Zivilisation wie in den übrigen griechischen Städten in Alexanders Reich aufzubauen. Von jüdischer Seite gab es dagegen erbitterte Widerstände. Der energische Seleukidenkönig Antiochus IV. wollte den Widerstand brechen. Mitten im jüdischen Tempel errichtete er einen Zeus-Altar (168 v. Ztw.), untersagte die jüdische Religion und brannte die Stadt nieder. Vorher raubte er noch den Tempelschatz. Sein Ziel, das Judentum auszutrocknen, erreichte er nicht. Aufstände brachen aus, der jüdische Nationalismus erstarkte wieder, ein „Glaubenskrieg“ begann.

Antiochus IV. widerrief nun das Religionsverbot und begann eine Politik der Beschwichtigung, aber es war zu spät. Die Aufständischen, Makkabäische Brüder genannt, gingen darauf nicht ein, sondern weiteten ihren „Heiligen Krieg“ zu einer Art Fortsetzung der Greuel während der „Landnahme“ aus. „Der Sammelpunkt jener Freiheitskämpfer war der Altar des Herrn, und ihre Losung: „Jahwe mein Panier“, schwärmte Kardinal Faulhaber noch vor einigen Jahren von den Makkabäern. Kurz, alle Mordlust und Rachsucht resultierten „aus der Frömmigkeit“ (Wellhausen).

Diese als Makkabäer-Aufstände bezeichneten Überfälle, Brandschatzungen, Verwüstungen und Mordtaten von unvorstellbarer Grausamkeit, endeten mit der Ausrottung der „gottlosen“ Heiden in ganz Israel. Ganz besonders verfolgt wurden die Samariter, ein jüdisch-heidnisches Mischvolk, das die orthodoxen Juden hassten, wie niemand anders. Samaria, Hauptstadt einst des Nordreichs Israel unter König Omri, galt stets als Rivalin Jerusalems. Die Samariter selbst waren zwar jüdischen Glaubens, aber nur in abgewandelter Form. Sie erkannten aus der „Heiligen Schrift“ nur den Pentateuch, die fünf Bücher Mose, an. Hundert Jahre dauerten die Makkabäer-Kriege bis im Jahre 64 v.Ztw. die Römer Palästina eroberten und dem Spuk ein Ende machten.

Die katholische Kirche nennt noch heute die makkabäischen Brüder trotz oder vielleicht wegen ihrer besonderen Grausamkeiten „heilige Krieger“. Sie verdienen nicht nur „von allen geehrt zu werden“, so der Kirchenlehrer Gregor von Nazianz, „vielmehr sollen jene, die ihr Lob singen und jene, die ihr Lob hören, ihre Tugenden nachahmen und, durch die Erinnerung an sie angetrieben, es ihnen gleichtun“. Und Augustinus rühmt die makkabäischen Brüder, die „noch vor der Ankunft Christi im Fleische für das Gesetz Gottes bis zur Hingabe ihres Lebens stritten“. Sie wurden zu Symbolen der „ecclesia militans“, ihre hochverehrten „Reliquien“ nach Konstantinopel, nach Rom und unvermeidlicherweise auch nach Köln in die Makkabäerkirche gebracht. Auf dem Konzil von Trient (16. Jahrhundert) wurden die beiden Bücher der Makkabäer endgültig als zur „Heiligen Schrift“ zählend anerkannt. Und noch im 20. Jahrhundert nennen sich mehrere besonders militante jüdische Organisationen „Makkabi“. Das derzeit gültige katholische Lexikon für Theologie und Kirche nennt sie „Vorkämpfer des Monotheismus“, die kath. Kirche begeht das Fest dieser „Heiligen“ am 1.August, der katholische Theologe Jean Danielou schrieb 1955 ein Buch über „Die heiligen Heiden des Alten Testaments“ – Sie haben richtig gelesen. Ja, das gibt es tatsächlich! „Heilige Heiden“, die vor der Geburt des umstrittenen „Christus“ gelebt haben. Wir, die wir die Logik zur Grundlage unserer Überlegungen machen, werden es nicht fassen, aber es gibt schon viele Jahrhunderte lang alttestamentarische Heilige wie einen „Heiligen Abel, Henoch, Daniel, Noe, Job, Melchisedech, Lot“. Letzterer hatte, wenn auch angetrunken, mit seinen Töchtern Blutschande getrieben und dies so erfolgreich, dass beide schwanger wurden (1.Mos.19,30ff). Die heutige (!) katholische Theologie nennt Lot einen „Repräsentanten des gewöhnlichen Lebens, auch ein Vorbild der Reinheit. Sein Beispiel hat exemplarischen Wert“. Noch Fragen ?

Keine andere Figur hat die Weltgeschichte der vergangenen drei Jahrtausende so ungünstig beeinflusst wie „Jehova“. Die blutigste Spur, quer durch die Jahrhunderte, wurde in seinem Namen gezogen, Millionen Menschen in seinem Namen umgebracht, durch Mühe und Fleiss erworbene Vermögen in seinem Namen geraubt. Jehovas Anhängerschaft ist fast genauso gross wie die Unkenntnis über den Charakter dieses Kunstprodukts, wahrscheinlich weil die wenigsten sich mit ihm eingehender befasst haben. Wie es aussieht, wird das noch lange Zeit so bleiben. Da unsere Menschenart ganz besonders darunter gelitten hat, kann es sinnvoll sein, sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen.

Um die Zeitenwende herum wurde der Krieg gegen das heidnische Rom mit äusserster Wildheit und Grausamkeit geführt, „Gottes messianisches Königtum“ wurde von vielen damaligen Juden angestrebt, die „Erlösung“ von der römischen Besatzungsmacht erhofft. Allerlei apokalyptisches Gemunkel von der Ankunft eines Messias, und der Glaube, „einer der Ihrigen werde die Weltherrschaft“ ergreifen, beflügelte die Aufständischen. Diese Situation bot ein reiches Betätigungsfeld für allerlei Gaukler, Wundertäter, Gottessöhne, Propheten und sich „Messias“ nennende „Erlöser“. Der zeitgenössische jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet von ihnen. Auch war das damalige Judentum untereinander recht zerstritten. Eine Gruppierung, die Essener Juden, könnten einen Rabbiner gehabt haben, der dem Apostel Paulus später als Vorlage für seine Erfindung eines „Christos“ gedient hat.

Aber noch war es nicht soweit. Noch stand der Kampf gegen die römischen Besatzer im Vordergrund. Besonders hervor taten sich dabei die Zeloten, auch „Messermänner“ genannt. Ihre Spezialtät war es, unliebsamen Zeitgenossen am hellichten Tage ein kleines, gebogenes Messer in den Rücken zu stossen und sich dann an den Kundgebungen des Unwillens über diese Mordtaten lautstark zu beteiligen. Schliesslich gelang es den Zeloten, den sogenannten „Bellum Judaicum“ (66-70) zu inszenieren, einen so blutigen Krieg gegen die Römer, dass diese selbst militärisch stark strapaziert wurden. Mit der Abschlachtung einer zahlenmässig kleinen römischen Besatzung in der Burg von Jerusalem begannen die Zeloten und machten mit Massakern gegen fast alle Minderheiten in ganz Judäa weiter. Daraufhin schickten die Römer ihren Feldherrn und späteren Kaiser Titus Flavius Vespasian und begannen systematisch, Palästina wieder fest in ihre Hand zu nehmen. Nur in Jerusalem herrschte noch purer Terror, jeder versuchte jeden umzubringen. Im Herbst des Jahres 70 setzte Vespasians Nachfolger Titus dem Treiben ein Ende. Bis auf die Grundmauern wurde der „zweite Tempel“ niedergebrannt, Jerusalem wurde ein einziger Trümmerhaufen. Schwerste Steuern belasteten das Land, Räuberbanden machten alles unsicher.

Das religiöse Leben unter der Leitung von 72 Schriftgelehrten aber blühte, denn römischerseits „scheute man davor zurück, dem jüdischen Jehova-Glauben als solchem den Krieg zu erklären“ (Mommsen). Wenige Jahre später erhielt man die Quittung dafür. In einem „Endkrieg Gottes“ erhoben sich die Zeloten erneut. Ihr „König“ und „Messias“ Lukuas Andreas liess in der Kyrenaika angeblich 200000 Nichtjuden umbringen, auf Zypern sollen sogar 240000 Nichtjuden von den Zeloten ermordet worden sein. Als Rache dafür liessen die Römer in Ägypten alle Juden Alexandriens ermorden und Kaiser Hadrian, ein Freund der römischen Götter, errichtete in Jerusalem ein Jupiterheiligtum sowie einen Tempel der Venus. Daraufhin eskalierte der Jüdische „Endkrieg“ unter Ben Kozeba (Bar Kochba) so sehr, dass Kaiser Hadrian vier Legionen, eine grosse Flotte und seinen besten General, Julius Severus, schicken musste. Dieser zerstörte 50 Festungen sowie 985 Dörfer und machte den grössten Teil der männlichen Bevölkerung nieder, Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft oder vertrieben. Die Zerstreuung der Juden in alle Teile des römischen Weltreichs wurde ausgeführt. Kein Israelit durfte Jerusalem betreten, erst ab dem 4. Jahrhundert durften die Juden alljährlich am 9.Aw den Untergang ihrer „Heiligen Stadt“ beweinen.

Fast zweitausend Jahre Exil folgten – aber am 14. Mai 1948 bildeten sie wieder einen jüdischen Staat, den sie heute „Erez Israel“, Gross-Israel, nennen, und der heute im Besitz von Atomwaffen ist, ohne dass ihre Regierung den Atomwaffensperrvertrag je unterschrieben je hätte, ohne dass je eine Kontrollbehörde sich mit den israelischen Atomwaffen befasst hätte – was wir bei manchen Überlegungen berücksichtigen sollten…

Das geistige Klima in diesem heutigen jüdischen Staat wird deutlich, wenn man sich ein Interview des auch hierzulande bekannten israelischen Schriftstellers Ephraim Kishon ansieht, veröffentlicht in der österreichischen Zeitung „Kurier“ vom 25.10.1976:

„Ich bin Jude, nationalistisch, extremistisch, chauvinistisch, militaristisch. Und wem das nicht gefällt, der braucht meine Bücher nicht zu lesen… Wer antiisraelisch eingestellt ist, ist ein Antisemit. Das ist der alte zweitausendjährige Schlüssel“.

Wir können für die Zukunft wohl noch einiges erwarten…

Die Behauptung, Jehova sei eine Erfindung der Phantasie, ruft erboste Reaktionen beim jüdischen und christlichen Klerus hervor. Bekanntlich verlangen beide von ihren Gläubigen, dass diese an einen „persönlichen“ Gott, also einen Gott als Person, glauben müssen. Sie übersehen dabei, dass sie die Beweise für ihre Jehova-Erfindung selbst liefern:

Sie wissen über Jehova alles ganz genau, sie kennen alles, was er denkt, was er gesagt hat, seinen Willen, seine Massnahmen, so, als hätten sie ständigen persönlichen Kontakt mit ihm. Den haben sie natürlich nicht. Ständigen Kontakt haben sie mit ihren eigenen Gedanken. Aus diesen Gedanken formene sie sich die Worte ihres Gottes, und aus diesen Worten werden ihre Taten. Ihre Taten aber enthüllen uns ihren pfäffischen Charakter, auch wenn sie uns ihr schändliches Tun als „von Gott gewollt“ anpreisen.

Die Menschen haben und hatten zu allen Zeiten ein mehr oder minder starkes religiöses Bedürfnis. Auch gibt es individuelle Unterschiede, der eine bindet sich stärker an übergeordnete Normen, der andere schwächer. Heiden binden sich an die Gesamtheit der Natur, Juden und Christen verpflichteten sich – nicht immer freiwillig! – einer priesterlichen Erfindung, jenem „Jehova“. Dieser hat tatsächlich nur einige Dinge zu bewirken: Die Sicherung des Unterhalts einer sich als „Mittler zu Gott“ ausgebenden Kaste, die in schamloser Weise das natürliche, religiöse Empfinden der Bevölkerung ausnutzt. Des weiteren hat dieser Jehova zu bewirken die Durchsetzung von Machtansprüchen, die diese Kaste sich ausgedacht hat und weiterhin beansprucht. Und letztendlich soll die Jehova-Erfindung den Blick dafür verschleiern, dass in Wirklichkeit kein Mensch eines Priesters, Rabbis, Mittlers oder Tempeldieners bedarf, wenn er seine religiösen Vorstellungen in Freiheit ausleben will.

Der jüdische und christliche Klerus liefert noch andere Beweise dafür, dass ihr „Gott“ Jehova nur eine Erfindung ihrer Phantasie ist. Bekanntlich besitzen beide das „Wort Gottes“ und preisen es jedem, der es hören oder nicht hören will, an. Nun darf man wohl erwarten, dass das Wort Gottes, wenn es von einem angeblich „ewigen“ Gott einmal ausgesprochen wurde, unverrückbar fest steht und alle Zeiten überdauert. Dem ist beim jüdisch-christlichen „Wort Gottes“ nicht so. Der jüdische und der christliche Klerus, allen voran die Evangelische Kirche Deutschlands, ändern von Zeit zu Zeit nach Bedarf das „Wort Gottes“. So stehen in einer Luther-Bibel des 16. Jahrhunderts andere Dinge – nicht nur dem sprachlichen Ausdruck nach, sondern vor allem dem Sinn nach – als in einer Bibel der Jetztzeit. Wie kommt das?

Wenn wir einmal analysieren, was dieser Jehova sagt, was er tut, wie er sich darstellt, welche Vorstellungen die Menschen von ihm gewinnen müssen, dann fällt das Ergebnis geradzu deprimierend aus. Jehova ist seinen Aussagen und Taten zufolge ein Monster im wahrsten Sinne des Wortes. Hass, Rachsucht, Mordlust, Bestialität, Eifersucht, Neid – alles was den niedersten Instinkten menschlicher Phantasie entspringt, ist Kennzeichen dieses Gebildes. Vor einer solchen Fiktion – vor allem wenn sie ihnen noch als Realität eingeredet wird – können normale Menschen nur in Angst leben. Sympathisch kann ein solches Wesen nicht sein. Und nun müssen die klerikalen Vertreter dieses Monsters sehen, dass seit fast hundert Jahren eine Strömung bei unseren Menschen entsteht, die weg von diesem barbarischen Aberglauben, hin zu nüchterner, sachlicher, naturwissenschaftlicher Beurteilung zielt. Das sich allmählich festigende Heidentum, mit der bewussten Freilegung geistiger Kräfte, wie sie schon bei unseren Vorfahren vorhanden waren, ist nur die Speerspitze dieser Entwicklung.

Mit rattenhaftem Instinkt hat die Evangelische Kirche erkannt, dass hier eine Gefahr für ihr „Wort Gottes“ entsteht, und sie hat bereits mit der Abwehr begonnen. Gefährlich wird es nämlich für die Bibel dann, wenn der Schmutz und Schund, die Abartigkeiten und die Verkommenheit der Handelnden und ihre kriminelle Energie, die in dieser „heiligen“ Schrift als etwas Vorbildliches, Besonderes, Auserwähltes dargestellt wird, an den einfachen, klaren, ethischen Grundsätzen des Heidentums gemessen werden sollten. Und das wird ganz sicher geschehen, je mehr das Heidentum ins öffentliche Bewußtsein tritt. Jehova würde dann als das dastehen, was er ist: Die Erfindung einer eifernden, kriegslüsternen, alttestamentarischen Priesterkaste, die mit Hilfe dieser Kunstfigur es über die Jahrtausende verstanden hat, ihre Ziele hinterlistig und brutal zugleich durchzusetzen – ohne Rücksicht auf das Leben von Millionen von Menschen. Mit Sicherheit würden sich diejenigen, die das erkennen, von Jehova abwenden, ihn und sein Bodenpersonal gar verachten, er würde ins Hintertreffen geraten und ganz abgelehnt werden und seine „heilige Schrift“, das „Wort Gottes“ würde vielleicht dort landen, wo es schon längst hingehört – auf dem Müll der Geschichte.

Was also tun seine Anhänger? Sie fälschen zunächst ihr jahrtausendelang den Menschen eingebleutes „Wort Gottes“, entschärfen und „schönen“ die besonders widerwärtigen, brutalen und unmenschlichen Stellen. Ein Beispiel:

Jehova, der Gott des Alten Testaments – in gewohnter Kontinuität auch der Gott der christlichen Jahrtausende – bringt, weil sie die Bundeslade angeschaut hatten, 50070 Menschen um. Martin Luther übersetzte das als „funffzig tausend und siebenzig Man“. Die Evangelische Kirche Deutschlands macht in ihrer „Lutherbibel“ daraus ganze „siebzig Mann“(!). Das klingt besser, harmloser, auch wenn man den übrigen Fünfzigtausend damit die Ehre abschneidet. Die sind ja lange schon tot und hauen den Fälschern nicht mehr auf die Finger.

Noch ein Beispiel:

Bis zum Jahre 1963 las man in jeder Bibel die Textstelle „2.Buch Samuel l2,31“ so:

„Aber das (feindliche) Volk drinnen führte er (David) heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon. Da kehrte David und alles (jüdische)Volk wieder gen Jerusalem“.

Luther selbst hatte so übersetzt:

„Aber das Volck drinnen füret er eraus/ und legt sie unter eisern segen und zacken/ und eisern keile/ und verbrand sie in Zigelöfen „.

Die vom Rat der EKD im Einvernehmen mit dem Verband der Evangelischen Bibelgesellschaften in Deutschland 1956 und 1964 genehmigte, 1971 gedruckte Bibel, die in dreister Weise die Unterzeile trägt „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“ gibt diese Stelle jetzt so wieder:

„Aber das Volk darin führte er heraus und stellte sie als Fronarbeiter(!) an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen Äxte und liess sie an den Ziegelöfen arbeiten(!) „.

Ein Verbrechen, einen Mord machen sie zu einer blossen Zwangsarbeit. Sie schämen sich nicht, diese Fälschung als „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“ zu bezeichnen, denn der tote Reformator kann sich ja gegen diese Unterschiebung auch nicht wehren und die von David bestialisch umgebrachten Heiden scheinen für die EKD nur gewöhnlicher Dreck zu sein.

Auch die entsprechende Stelle des Ersten Buches der „Chronik 20,3“ lautet nach der Übersetzung Martin Luthers so:

„Aber das volck drinnen füret er eraus/ und teilet sie mit Segen/ und eisern Hacken und Keilen“.

Die EKD fälscht diese Stelle um in ihrer autorisierten Bibel , wiederum angeblich „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“:

„Aber das Volk darin führte er heraus und liess sie mit Sägen und eisernen Hacken und Äxten Frondienste leisten“.

Man möchte halt gerne eine „schöne“ heilige Schrift haben, in der es zwar gelegentlich ein wenig rauh zuging, sonst aber alles recht harmonisch verlief, ganz nach dem Willen der lieben, braven Juden, die folgsam gegenüber ihrem HERRN waren. Und deswegen fälschen sie munter drauf los.

 

Zum Nachlesen gibt’s das hier: http://www.speakingbible.com/germanns/index2.htm 

Warum tun sie das? Den Hinweis für die Erklärung liefern sie selbst:

Sie kamen darauf, daß die jüdischen Toten des zweiten Weltkriegs mit diesen Bibelstellen verglichen werden konnten. Wenn also dem deutschen Volk Untaten gegen die Juden vorgeworfen werden, könnte man im Gegenzug deutscherseits darauf hinweisen, daß die Juden selbst schon Jahrhunderte vorher zahlreiche heidnische Völker ausgerottet hatten, und zwar auf bestialische Weise. Diese Möglichkeit musste schnell beseitigt werden. Also wurden die Textstellen 2.Samuel 12,31 und Chronik 20,3 „verharmlost“ und umgefälscht. Dass sich die Evangelische Kirche Deutschlands in ihrem bekannten, vorauseilenden Gehorsam, erinnert sei an die „Stuttgarter Erklärung“, hierbei besonders hervortat, werden wir nicht vergessen. Wir werden darauf noch zurückkommen.

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Auch die Rabbiner sind rührig. Pinchas Lapide, ein kürzlich verstorbener jüdischer Theologe, hat in der ihm eigentümlichen Hast gleich zwei Bücher zusammengeschrieben, die im katholischen „Weltbild-Verlag“ vertrieben werden, und in denen er eine ganze Reihe von „Fehlübersetzungen“ und „Fehldeutungen“ der Bibel „richtigstellt“. So soll z.B. der alte biblische Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ jetzt nicht mehr das Prinzip „Rache“ ausdrücken, sondern „Wiedergutmachung und Versöhnung“ bedeuten. Die Fälscher gehen mit ihres „Gottes Wort“, einem Buch, das sich einst kleinasiatische Ziegenhirten erfanden, so um, wie es gerade opportun ist. Sie haben erkannt: Vor Jehova, dem eifersüchtigen Gott des Hasses, der Rache, unvorstellbarer Grausamkeiten, fürchtet sich bei uns heute kaum noch jemand. Vor allem aber wirkt er abstossend. Also wird er zum Gott für Friede, Freude, Eierkuchen umgefälscht. Vielleicht lassen sich damit ein paar Simpel fangen.

Das ganze hat Methode. So legte die EKD innerhalb der letzten 100 Jahre drei Lutherbibel-Revisionen vor. In der Fassung von 1975 gehen nicht einmal mehr zwei Drittel des Textes auf den Reformator und Bibelübersetzer Martin Luther zurück. Jedes dritte Wort wurde geändert, teils nur geringfügig, teils schwerwiegend. Von 181170 Wörtern des Neuen Testaments wurden 63420 Wörter geändert, damit der Text möglichst judenfreundlich klingt und Barbareien abgeschwächt oder vertuscht werden können. Luthers Prinzip, „dass die Worte den Sachen dienen müssen, nicht die Sachen den Worten“, dass „nicht der Sinn den Worten, sondern die Worte dem Sinn dienen und folgen sollen“, haben die modernen Fälscher des „Wort Gottes“ auf den Kopf gestellt. Sie bieten dreist eine „Übersetzung Martin Luthers“ an, die dieser garnicht verfasst hat und die sie, dem heutigen Zeitgeist passend, gefälscht haben. Trotzdem soll das „Das Wort Gottes“ sein. Dass sie selbst nicht an ihr „Wort Gottes“ glauben, wird aus der Ehrfurchtslosigkeit deutlich, mit der sie es fälschen.

Es kann uns ja gleichgültig sein, ob die Kleriker ihren Gläubigen originalen Käse oder gefälschten Käse vorsetzen. Wenn es aber darum geht, Bestialitäten der einen Seite zu verharmlosen, damit man vorgeworfenes Unrecht der anderen Seite als etwas „Einmaliges“ darstellen kann, dann sollten wir hellwach werden.

Kehren wir zur Frage nach Jehova zurück. Er ist eine Erfindung der Phantasie von Menschen, die zu einer bestimmten Zeit gelebt haben. Und wie alle Werke der Phantasie – Malerei, Musik, Dichtkunst nicht ausgenommen – sind auch religiöse Gedanken, Inhalte oder Göttervorstellungen, Ausdruck der geistigen Verfassung ihrer Erfinder. Nun musste das in diesem Fall nicht von Anfang an schlecht sein, gefährlich wurde es erst, als die Priesterkaste – gewissermassen Jehovas Bodenpersonal – erkannte, was man mit einer solchen Figur, wie Jehova sie darstellt, machen kann:

Zunächst einmal kann man damit Respekt, Autorität, Abstand schaffen. Wenn ein Gott, noch dazu ein „allmächtiger“ dies oder jenes gesagt hat, dann wird er von den Angehörigen des einfachen Volkes kaum Widerspruch ernten. Seine Autorität wird schliesslich – vielleicht zuerst widerwillig – anerkannt. Ein knechtischer Abstand der Menschen zu einem angeblich allwissenden, allmächtigen Gott entsteht. Verlangt dieser Gott nun etwas, strengt man sich an, es zu erfüllen. Da die Wünsche dieses Gottes von Priestern übermittelt werden, denen man vielleicht aufgrund seiner Erziehung schon immer Ehrerbietung entgegenbringen musste, kommt man garnicht auf den Gedanken, dass hinter dem „Willen Gottes“ ganz handfeste Interessen der Priesterschaft stehen könnten. Geht mal eine „von Gott befohlene“ Unternehmung schief, dann hatte natürlich nicht Jehova Unrecht, schuld waren die unzureichenden Bemühungen der Gläubigen. Ein Schuldbewusstsein bei den Menschen entsteht. Da ist die Erfindung einer „Erbsünde“, mit der man die Menschen schon von frühester Jugend an belasten kann, nicht mehr weit. Nicht nur für Ungehorsame gibt es Strafen. Bis vor garnicht so langer Zeit war schon der Versuch, sich von Jehova zu lösen, mit schwersten Belastungen verbunden.

Auch dem normalen Menschen wird die Welt als Finsternis, Stätte der Verbannung, als Jammertal dargestellt, aus dem er nur durch die „Güte“ Jehovas befreit werden kann. Die Vermittlung dieser Güte erfolgt natürlich durch den Klerus – gegen Bares, versteht sich. Familienbande werden bewusst durch den Jehova-Glauben zerstört. Die befohlene Liebe zu Jehova geht angeblich allem vor, Eltern, Geschwister, Verwandte rangieren nachgeordnet. Ganze Völkerschicksale werden dem Ungeheuer überantwortet. Kriege jeglicher Art werden in seinem Namen geführt, ungeheures Leid über die Menschen gebracht.

Nur eine Frage: Was würden Politiker, Staatsanwälte und Gerichte tun, wenn ein Religionsstifter auftritt, der erklärt, er habe von Wotan den Auftrag erhalten, dafür zu sorgen, dass alle Völker und Personen, die dem auserwählten deutschen Volk bei der ihm von Wotan verheissenen Weltherrschaft im Wege stünden, auszurotten seien? Er würde zweifellos eingesperrt wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass u. dergl.

Warum geschieht dasselbe aber nicht mit denen, die täglich einen Gott als vorbildlich und anzubeten hinstellen, der genau den Verstoss gegen zahlreiche Strafgesetze von seinen Gläubigen fordert? Wieso ist das Eine Religion, das Andere strafwürdiges Unrecht? Und die Gehirnwäsche durch das „Wort Gottes“ hat ja gewirkt: Unter keinem Symbol, auch nicht unter Hammer und Sichel, sind soviele Menschen umgebracht worden wie unter dem Kreuz. Im christlichen Namen sind die grössten Massenmorde der Menschheit erfolgt. Der Schoss ist fruchtbar noch, wie die in unserer Zeit erfolgte Verbrennung von heidnischen Voodoo-Priestern auf Haiti durch Christen und die Ermordung von Palästinensern durch Israelis zeigt. Die Propaganda für diesen Gott ist gemeingefährlich!

Das moderne Heidentum hat sich von Jehova, dieser alttestamentarischen Schimäre, längst befreit und hat sich seinen alten, den Vorfahren bereits vertrauten Göttern zugewendet. Schon vor mehr als 70 Jahren haben Menschen unserer Art, so auch der Verfasser des nachstehenden Gedichts, Dr. Herrmann Fohringer, erkannt, was wir von Jehova und dem „Wort Gottes“ halten:

Des Deutschen Bibel

Es lag vor mir die Bibel, das „Alte Testament“, des Christenglaubens Fibel, die jeder sattsam kennt.
Doch, als ich drin gelesen, da fühlt‘ ich mich fürwahr von einem Wahn genesen, da wurde es mir klar:
Ob jüdisch, ob chaldäisch, ob syrisch, ob latein, ob griechisch, ob hebräisch – das kann nicht unser sein!
Von Ruth und Jeremias, David und Salomon, von Isaak und Elias – wir brauchen nichts davon!
Den schönen Deutschen Glauben an unsre eigne Kraft, den lassen wir nicht rauben von fremder Priesterschaft.
Wir Enkel der Germanen, wir sind aus andrem Holz: Die Taten unsrer Ahnen sind unsres Volkes Stolz.
Der Treue starke Einheit sei unser Heldentum, der Sitte hehre Reinheit ist unser Heiligtum.
Ob nun Brünhildens Klage, ob Wodans wilder Fluch, die alte deutsche Sage sei uns Erbauungsbuch.
Und wer darin gelesen, in seinem Herzen kennt: Es sei des Deutschen Wesen sein Deutsches Testament!

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=111:jehova-ein-qgottq-wird-demaskiert&catid=3:christentum&Itemid=21

Gruß an die Gottvollen

TA KI